Siebenundsechzigstes Halloween Speedbasteln am 31. Oktober 2018

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    • Gibts nicht irgendwelche Ersatzmittel, um ihnen den Entzug zu erleichtern?
      "Archäologie ist die Suche nach Fakten. Nicht nach der Wahrheit. Wenn Sie an der Wahrheit interessiert sind, Dr. Tyries Philosophiekurs ist am Ende des Ganges. Also vergessen Sie diese Geschichten von verborgenen Städten und die Welt umzugraben. Wir folgen keinen alten Karten, entdecken keine vermissten Schätze und noch nie hat ein X irgendwann irgendwo einen bedeutenden Punkt markiert."

      - Prof. Dr. Henry Jones Jr.
    • Die Toten sind unter uns

      Cir hat eine lange Geschichte, die mit einem recht traurigen Ereignis beginnt: Nämlich der großen Seuche. Ursprünglich gehörte das Gebiet, auf dem sich heute Cir befindet nämlich zu Usbat. Eine Pockenepidemie führte dazu, dass weite Landstriche sowohl in den usbatischen Kolonien, als auch im Mutterland völlig entvölkert wurden. Tatsächlich waren die Verluste so groß, dass die Überlebenden im heutigen Cir mit ihrer Zeitrechnung wieder bei Null anfingen.

      Bis heute ist nicht geklärt, wo die Seuche ihren Ursprung hatte und diese Frage ist bis heute die Grundlage einer andauernden Feindschaft zwischen Cir und Usbat. Fest steht jedoch, dass die Seuche zugleich der Katalysator für einige der größten Entwicklungen auf den Gebiet der Lebensmagie war, die die Welt je gesehen hat.

      Die Zayann - die mächtigen Zauberinnen von Cir - sind die mit Abstand besten Heilerinnen von ganz Nelander. Angeblich können sie sogar Krankheiten und Geschwüre heilen, an denen alle anderen Heiler längst verzweifelt haben.

      Wie alles andere besitzt die Lebensmagie eine Kehrseite: Die Todesmagie. Das wirkt im ersten Moment vielleicht befremdlich, doch Leben und Tod sind letztlich nur zwei Enden einer Achse im Koordinatensystem der Magie. Ein Meister des Lebens ist zugleich auch ein Meister des Todes.

      Die Zayann sind nicht nur meisterliche Heiler, sie erschaffen sich regelmäßig untote Diener, die Aufgaben aller Art für sie erledigen. Böse Zungen behaupten sogar, die Zayann weilten selbst nicht mehr unter den Lebenden. Unter den Masken ist es schwer zu sagen…
      Braiiiins.

      "Aber die Leiche ist noch sehr informativ!" ~ Nharun ~
    • The Undead

      There probably isn't a thing you won't find in the swamps of Gok – at least if it's strange or hideous. Or both.
      In a place with creatures existing between the living and the dead – literally in between, sometimes – you might come across beings that you can't call anything but... undead. They appear to have been animals at some point in the past, they appear to have been alive at some point in the past, and now you just stare at them and go “What in the name of crap ARE YOU?”
      Maybe you just met an undead moose. They are quite common, yes, even in the swamps, and they are good swimmers, as you will be surprised to hear. The thing about the undead moose is this: They used to be actual moose. But after a few years, the island gets to you. Even if you are not a moose. You begin to get sick, you start glowing in the dark, your poop glows as well – it's just not healthy.
      That moose died, and then it rotted for a bit, and then it just got back up and looked for something to eat. It is undead at this point. The next step is for it to fade. His whole body will just start to disappear in a matter of a month or so. Once that process comes to an end you have an original moose ghost, as you may have heard about. Of course the same thing happens with most living creatures on Gok, so it's no big deal for anybody, not even for the animals.
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    • Bei den hier verwendeten Namen und Bezeichnungen kann es sich um Platzhalter handeln, die im Lauf der Zeit durch die echten Namen und Bezeichnungen ersetzt werden können.

      Ohne Tod

      „Tilun ist eine grausame Figur. Er kennt kein Erbarmen, holt jeden, der sich zu viel Zeit lässt. Er ist langsam, doch kommt er manchmal schnell. Wenn er heute nur einen holt, können es morgen schon tausende sein. Er behält sie sich einfach, lässt sie nicht mehr los. Ist man einmal in seinem Besitz, ist alles vorbei.

      Doch es muss nicht so sein! Nein, wir können uns wehren! Die technische Medizin ist schon weit gekommen, und die Macht unserer Willensstärke wurde bewiesen! Wir müssen uns ihm nicht mehr ergeben, wenn wir schwach sind. Wir müssen uns nicht mehr für immer versklaven lassen! Ich sage euch, wir können trainierten, uns stärken, und weiten! Wir werden Tilun besiegen, ihn verjagen, auf dass er niemals wieder kehre!

      Seid ihr dabei? Ich fragte euch, seid ihr dabei??“

      Nichts konnte er hören in der ganzen Halle, zu laut waren Applaus und Jubel, Rufe der Zustimmung und Freudenschreie. Gemeinsam wollte er Tilun besiegen, denn er hatte seinem Volk schon zu viele genommen. Helian schritt langsam von der Bühne hinab. Die Menge wurde allmählich ruhig. Was er nun tat, sollte das Schicksal seines Volkes, jedes Volkes, der ganzen Welt gar verändern. Aus seinem Umhang hervor zog er eine Kugel, rund, rein und klar wie der Äther, der sie alle umgarb. Diener eilten herbei und brachten einen Sockel, eine Vitrine und einen Teppich.

      Als alles in der Mitte des Saales aufgebaut war, legte Helian die Kugel auf der gepolsterten Fläche des Sockels ab und sprache leise Worte, woraufhin sie einen goldenen Schein von sich gab. „Meine Brüder, Schwestern, Freunde! Es ist vollbracht! Unser Heim ist sicher! Tilun kann uns nicht erreichen! Nun lasst uns trainieren, auf dass wir ihn mit vereinten Kräften verjagen mögen!“ Zustimmendes Geflüster diesmal, anstatt lauten Jubels, und alle gingen in die unteren Räume hinab.

      ++++++++++

      An einem anderen Ort…

      Tilun wanderte durch den finsteren Wald. Er war schon schwach geworden. Er brauchte sie, die Seelen derer, die er holte, um am Leben zu bleiben. Doch war niemand zu finden! Er hatte Dorf um Dorf durchsucht. Er war in die Heiligen Hallen der Tempel eingedrungen. Er hatte die Höhlen der Zwerge durchsucht. Doch war keiner zu finden. Die Zwerge waren schon vor langem gegangen. Doch die Menschen, deren Seelen einst rein waren wie der Äther, sie waren noch da. Doch hatten sie sich versteckt, an einem Ort, der ihm ungewiss war.

      Doch dann nahm er eine Präsenz wahr, die ihm vertraut war wie sein eigener Herzschlag: eine Seele! Mit einem Schritt war er im Haus, die Hausmagd viel vor Schreck um. Das war gut! Er sammelte sie, und spürte gleich, wie er stärker wurde. Sogleich spürter er mehr Präsenzen. Er sammelte sie, eine nach der anderen, Bauern, Handwerker, Mägde und Knechte, Soldaten und Fürsten, alle, die er holen konnte.

      Nun war er wieder bei Kräften, doch waren sie alle, die im Lande waren, in einem Haus versammelt. Dieses Haus war geschützt. Was er auch versuchte, er konnte es nicht betreten: Türen und Fenstern waren ihm verschlossen, wenn sie auch weit offen standen, und auch durch Wand, Dach und Boden konnte er nicht eindringen. Tilun ahnte bereits, was sie vorhatten. Doch sie durften es nicht tun! Sie durften es nicht, es würde das Gleichgewicht stören! Ohne Tilun würde die Welt untergehen, wenn die Menschen in ihrer Naivität es auch nicht glauben würden.

      ++++++++++

      Helian öffnete die Tore. Nun waren sie soweit. Tilun musste, auch wenn er die Letzten Ungläubigen geholt hatte, wieder geschwächt sein. Es war ein bitterer Kampf: Verlor jemand auf Helians Seite, wurde Tilun stärker. Schaffte Tilun es nicht, jemanden zu beanspruchen, wurde er mit der Zeit wieder schwächer. Tage vergingen, bis Tilun schließlich erschöpft auf die Knie sank. Die Tellarer brachten die Siegel an, und Helian sprach die mächtigen Worte: Nia-taru, gue-tam! Tilun segra, appa-rionuam! Getheta!“ Mit seinem letzten Wort erhob er sein Schwert und streckte Tilun nieder.

      ++++++++++

      Zerborsten in Staub und Rauch, verging er wie der Nebel. Nun, gebannt aus der Welt, schwach wie er war, würde Tilun das Gleichgewicht nicht mehr wiederherstellen können. Er konnte nur noch warten, bis die Zeit ihn in ihrer Endlosen Leere auffraß.

      ++++++++++

      Nach der Bannung Tiluns wurde Helian zum Regenten von Lukron ernannt.

      Die Tellarer gingen wieder in ihre Heimat zurück und lebten ihr Leben wie zuvor.

      Das Volk Lukrons wuchs stetig und schnell. Helian eroberte die Nachbarreiche.

      Am dreihundertsten Jahrestag der Bannung wurde Helian zum Kaiser von Teraphin gekrönt.

      Wenige Tage später erklärte er Tellar den Krieg. Die Schlachten dauerten Jahre, doch Helian eroberte die einstigen Verbündeten. Er herrschte nun über die zivilisierte Welt.

      (Ausschnitt aus Band 13: Todlos, Georg von Gutenacht, Liro-Verlag)
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    • Der Dorfmagier

      Ein dichter Nebel lag über Weidenfeld, jenem kleinen Dorf, das nur wenige Wegstunden von Ellerbühl und seiner berühmten Bibliothek entfernt an der Kleue lag. Die Dörfler waren immer stolz darauf gewesen, ihren eigenen Magier hier zu haben. Gedriks Anwesenheit hatte ihr Leben um einiges erleichtert, so wie nur ein Zauberer das Leben erleichtern konnte. Die Dorfbewohner sagten oft scherzhaft, dass Gedrik ihr Giorn Galdere war – doch auch wenn sie dies mit einem Augenzwinkern sagten, so meinten sie es in ihrem Innersten doch so und sie erhöhten ihn auf eine Art und Weise, die ihn schließlich herunterzog in den dunkelsten Abgrund.

      Wenn Ungeziefer die Ernte bedrohte, so vertrieb Gedrik es. Wenn ein Kind übermütig auf eine der Weiden klettert und stürzte, richtete er gebrochene Arme und ließ jeden Schmerz verklingen. Doch als ein Bauer von einem wildgewordenen Bullen niedergetrampelt wurde, kam Gedrik zu spät, ihn zu retten. Aber die Dorfbewohner wollten es nicht wahrhaben, dass ihr Freund, Vater und Sohn nicht mehr unter ihnen weilen sollte. Sie flehten Gedrik an, ihn zurückzuholen. Gedrik schüttelte den Kopf. Er konnte es nicht tun. Er durfte es nicht tun. Aber die Dorfbewohner bettelten und flehten immer weiter, für sie war Gedrik ein Held, ein Meister der magischen Künste und jemand, der alles konnte, wenn er nur wollte. Wie sollte er es also ablehnen? Wie hätte er ablehnen sollen, es zumindest zu versuchen?
      Gedrik kannte die Theorie. In seiner Zeit in Glerich hatte er ein Kapitel über diese schwärzeste der Magie überflogen. Um einen Toten zurückzuholen, musste jemand sterben. Die Wahl fiel rasch auf den Bullen. Die Bauern wollten das Tier nicht leben lassen, das für den Tod ihres Freundes verantwortlich war. Gedrik war sich nicht sicher, ob es funktionieren könnte. Er bezweifelte es, doch er versuchte es – was sollte er auch sonst tun? Er hatte kein anderes Opfer. Und so tat er es. Und etwas kam zurück.

      Es vergingen mehrere Tage, bis die Weidenfelder schließlich einen Boten nach Ellerbühl schickten, um Erzmagier Giorn Galdere um Hilfe zu bitten. Gedrik schien dahinzusiechen. Er schlief kaum noch, trank nicht mehr und fühlte sich stetig verfolgt. Als der Bauer aus dem Reich der Toten zurückgerufen wurde, war ihm etwas anderes gefolgt und dieses etwas war nicht mit dem Tausch zufrieden: Eine Tierseele war keine Menschenseele wert. Dies war, es was Gedrik nur noch murmelte. Der Bauer, den Gedrik zurückgeholt hatte, hatten die Dorfbewohner schließlich in eine alte Scheune gesperrt, denn auch er war nicht der, der gestorben war. Der Auferstandene war nur noch eine Hülle. Eine Hülle, die hin- und hergeschlichen war und manchmal stundenlang an einer Stelle gestanden hatte. Irgendwann war ein Huhn verschwunden und die Dorfbewohner hatten schnell herausgefunden, dass kein Fuchs die Schuld daran getragen hatte.

      Giorn Galdere versuchte, Gedrik zu helfen, und er schaffte es, das, was in die Welt gekommen war, zurückzuschicken, doch der Dorfmagier war nicht mehr derselbe. Die Dorfbewohner fanden ihn, als er sich an einer der Weiden aufhängen wollte, doch noch bevor er sich den Strick um den Hals legte, wurde ihm plötzlich bewusst, dass er, sollte er sterben, dorthin käme, woher die Kreatur gekommen war. So in den Wahn getrieben und mit einer unglaublichen Furcht vor dem Tod, lief Gedrik fort und angeblich soll er irgendwo im Moor schließlich versunken sein.

      Der Bauer, der von ihm wiederbelebt worden war – wenn man es denn so nennen wollte –, war jedoch nur eine seelenlose Hülle und Giorn Galdere konnte nicht anders, als die Dorfbewohner anzuweisen, die Scheune anzuzünden. Die Dorfbewohner zögerten nicht lange. Sie hatten gesehen, dass dies nicht mehr der Mann war, der von dem Bullen getötet worden war.
      Außer Betrieb.
    • Sagen über Verstorbene und deren Gestalten

      Lagalai

      Ein Lagalai ist eine normal unter den Lebenden wandelnde Person, die allerdings selbst schon verstorben ist. Dabei wird nur jemand, der gemeinsam mit seinem Kind gestorben ist, zum Lagalai.
      Ein Lagalai hat die Absicht, sein Kind zurück ins Leben zu bringen. Dafür raubt er die Seele eines Ungeborenen und setzt stattdessen die seines eigenen Kindes ein. Das Ungeborene wird sich normal entwickeln und die leiblichen Eltern werden keinen Unterschied merken.
      Viele Lagalaie hegen danach Schuldgefühle und versuchen, auch den geraubten Seelen ein Leben zu ermöglichen, sie tauschen wieder und wieder Seelen von Ungeborenen aus. Einige Lagalaie allerdings lassen die geraubte Seele mit sich zur Inselseele zurückkehren, auch sehr alte Lagalaie machen das, wenn sie zu müde geworden sind, um weiterhin Seelen zu rauben. Auch wenn ein Lagalai-Körper zerstört wird, kehren die Seele des Lagalai und die Kinderseele zur Inselseele zurück.
      Großes Glück hat ein Lagalai, wenn er ein unbeseeltes Ungeborenes findet. Dann hat er sein Kind gerettet und keinem anderen geschadet und kann zufrieden zur Inselseele zurückkehren.

      Sulpelin

      Ein Sulpelin ist ein Toter, der unvollständig begraben wurde. Er gräbt sich nachts aus und wandelt umher auf der Suche nach seinem fehlenden Körperteil. Erst wenn er es findet, kann seine Seele zur Inselseele zurückkehren. Ein Sulpelin ist allerdings leider so dumm, in jedem Bein sein Bein, in jedem Arm seinen Arm zu vermuten, er versucht mitunter sogar, Gliedmaßen von Lebenden abzutrennen.
      Meist findet ein Sulpelin seinen fehlenden Körperteil nicht, daher wird er zur Sicherheit aller besser eingemauert. Findet er ihn doch oder gibt ihn ihm jemand, dann kehrt er damit in sein Grab zurück.

      Gandrok

      Ein Gandrok entsteht, wenn jemand beim Geschlechtsverkehr stirbt. Er wandelt umher auf der Suche nach jemandem, mit dem er die unterbrochene Erfahrung vollenden kann, erst dann kann seine Seele zur Inselseele zurückkehren. Gandroke sind glücklicherweise meist schlau genug, Bordelle als solche zu erkennen, sehr dumme Exemplare sollen aber auch schon unvermutet in ein Bett geschlüpft sein.
      Manchmal wird erzählt, dass es auch Gandroke gibt, die mitten in einem Essgelage verstorben sind. Sie suchen Vorratskammern auf und verspeisen die besten Speisen daraus.


      Während der Sulpelin den Körper hat, den er auch zu Lebzeiten hatte, sind die Körper von Lagalaien und Gandroken nicht echt, sie können auch durch alles Durchsichtige, wie etwa Fensterscheiben, einfach hindurchgehen, und weder ersticken noch ertrinken.
      Don't diagnose and drive.

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    • Vor siebzehn Jahren hatte es ein Massaker im Tempel der Merai gegeben. Zwanzig Priester, alle niedergestochen. Zumindest wurde das angenommen, denn von nicht allen waren die Leichen gefunden worden.
      Wie es üblich war, an einem Ort so großer Qual, wurde der Tempel versiegelt ohne irgendetwas zu verändern. Dieser Ort war verwundet und er musste heilen, ohne fremden Einfluss. So waren auch die Leichen nicht geborgen worden, dies war der Grund, aus dem niemand wusste, wie viele Tote genau im Tempel lagen.
      Doch seitdem waren die Dinge anders in Lhannor. Dinge passierten.
      Der Tempel lag ein Stück abseits der Kernstadt, an einer Straße, die zur nächsten Ortschaft führte. Ursprünglich eine bevorzugte Gegend für Wegelagerer, doch seit dem Massaker war jeder Vagabund vertrieben worden von Bewegungen in den Schatten und einem andersweltlichen Knurren, als wären die Rachewölfe selbst gekommen, um Rechenschaft zu vollziehen.
      Auch wurden keine ausgesetzten Kinder mehr im Wald gefunden, jedes ausgesetzte (oder verirrte) Kind tauchte vor dem Tempel von Lioret, Amaro, Heorath oder Forsak auf.
      Es war, als würde Lhannor selbst verhindern, dass weitere schändliche Dinge in seiner Nähe geschahen.
      Und manchmal, früh am Morgen, wenn die Anhänger von Merai ihr erstes Gebet halten würden, kann man auch undeutliche Schemen im Nebel sehen. Als seien die zwanzig Priester auch im Tode noch ihrer Pflicht treu.
      "Asexuality
      I know what you think
      but it’s not celibacy
      You call me a liar
      For I have no desire
      But this is the way I was meant to be"
      ( youtube.com/watch?v=QBg3ufZJR4c)
    • Die untoten Steine des Nordlands

      Durch das Nordland laufen die Verbindungs- und Handelswege von Mittelstett in den Rest der Götterträne. Es gibt hier keine Städte, die mit Mittelstett konkurrieren können und die Küsten sind hier weitgehend als Steilküsten ausgebildet, es gibt keine bedeutenden Häfen oder auch nur gute Ankerplätze einer für den Handel erwähnenswerten Größe. Die Ressourcen der Gebirge werden zumeist von Zwergen ausgebeutet. Und so ist dies Gebiet von der Landwirtschaft und dem Gartenbau geprägt.

      Es gilt als friedliche Gegend ohne große Gefahren. Die berüchtigten untoten Steine bilden allerdings eine Ausnahme. Im Gegensatz zu anderen Steinen sind diese belebt. Über ihre Entstehung ist nichts bekannt. Gelegentliche Vermutungen, dass es sich um intelligenten Kohl handelt, der dem Vampirismus zum Opfer viel, sei es durch den Biss einer Vampirschildkröte oder sonstiger dunkler Einflüsse wird von den Gelehrten der Götterträne abgelehnt. Von dieser Seite wird eher die Vermutung vorgebracht, dass es sich um Wesen einer anderen Welt handelt, die einmal in Verbindung mit dem Nordland stand. Zu klären ist diese Frage derzeit nicht.

      Äußerlich lassen sich die untoten Steine allenfalls von aufmerksamen und kundigen Beobachtern von normalen Steinen unterscheiden. Gefährlich werden diese Steine erst, wenn ihre Früchte herangereift sind, wenn dieser Begriff aus der Pflanzenwelt hierher übertragen werden kann. Tritt dann ein unbedarfter Wanderer auf den Stein, werden aus diesen Früchten Samen freigesetzt, indem sie in die Luft geblasen werden.

      Dem Wanderer, der diese einatmet, harrt ein grausames Schicksal. Denn er stirbt an den giftigen Samen. Doch steht seine verrottete Leiche nach ein paar Wochen wieder auf. Der Leichnam, meist Steindiener genannt, schlurft nun über die Oberfläche der Träne und greift die Lebewesen an, die ihm über den Weg laufen. Da diese Untoten langsam und nicht sehr geschickt sind, fällt ihnen kaum ein Lebewesen zum Opfer. Wird ein Lebewesen durch einen Steindiener verletzt, besteht allerdings eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass das Opfer sich ebenfalls infiziert. Größere Epidemien sind nicht bekannt, da die trägen Untoten schnell von der Bevölkerung erschlagen werden und nur Wirbeltiere und intelligente Wesen befallen werden.

      Mit der Zeit setzt sich der natürliche Zerfall eines Steindieners fort. Schließlich bleibt nur ein kleiner übrig, der zu wachsen beginnt und schließlich selbst Früchte ausbildet: ein neuer untoter Stein. Dies kann verhindert werden, indem der Steindiener rechtzeitig verbrannt wird. Auch die untoten Steine selbst lassen sich durch Feuer vernichten, wenn sie auch nur schwer zu entzünden sind. Brennen sie einmal, brennen sie jedoch wie Kohle und entzünden sich leicht gegenseitig.

      Darüber, warum die untoten Steine fast nur im Nordland auftreten, existieren fast nur unhaltbare Spekulationen. Einzig die Vermutung der magischen Beschränkung der verursachenden dämonischen Kräfte hat eine gewisse Überzeugungskraft, da damit auch die Ausnahmen erklärt werden können.

      Gerüchte, dass es zu Vorfällen kam, bei denen Steindiener Einzelhöfe und kleine Weiler in größeren Gruppen angriffen, müssen hier zurückgewiesen werden. Es gibt keine glaubwürdigen Quellen für solche Ereignisse. Niedergebrannte Gehöfte und Gehöftgruppen müssen wohl auf Räuberbanden aus dem Gebirge zurückgeführt werden.

      Ebenfalls zu den Gerüchten gezählt werden muss, dass die Tiefen Zwerge die untoten Steine als Nahrung nutzen. Es handelt sich wohl nur um ähnlich aussehende Pflanzen, die unterirdisch wachsen.
    • Die Botschafterin

      Leise patschend fuhr das Boot durch die Hellyr-Sümpfe, weicher heller Bodennebel lag, wie Watte über allem, und man konnte lediglich, die kleinen Grashügel zwischen dem sumpfigen Schwemmland erahnen.

      Tylaris saß hinten im dem Boot, als Botschafterin war sie nach Helmdhar gekommen, sollte Kontakte nach Valiers knüpfen.
      Ihre beiden Führer, zwei Helmdhari, mit brustlangen geflochtenen Bärten und wie es schien absichtlich verfilzter Haartracht, saßen vorne im Boot. Sie waren im mittleren Alter und, wie man an ihren zahllosen Perlen und Schmuckplättchen im Haar bemerken konnte, waren es Clanshüter, und damit standen sie direkt unter den Clansherren. So gesehen hatte man ihr zumindest ihrem Rang entsprechende Begleiter und Führer mitgegeben. Auch wenn sie nicht wirklich begeistert war von den Helmdhari und ihrer vielgepriesenen Kultur. Abgesehen von der Hauptstadt Valiers, waren sie wilde, die durch die Sümpfe robbten, sie rümpfte die Nase, freute sich bald wieder zu Hause zu sein.
      „Ihr werdet Euch schon bald nicht mehr satt sehen können an den Wundern unseres Volkes, Hohe Herrin. Die Tempelanlage von Hellyr sind wirklich das beeindruckenste das ihr vermutlich jemals gesehen habt.“ Der ältere der Beiden lächelte bei den Worten freundlich und betrachtet sie dabei aus seinen seltsam bläulich schimmernden Augen, eine Eigenart dieses Menschenvolkes welches sie allerdings immer wieder verunsicherte wenn es kurz auftrat. Sie konnte auch heute Wochen nachdem sie in Helmdhar angekommen war dieses bläuliche Glimmen nicht deuten.

      Ihr fröstelte dabei, nicht zuletzt weil diese Umgebung nicht unbedingt dazu anhielt sich zu entspannen, es roch nach brackigem Wasser, Lehm, Kraut und teils auch nach Verwesung, wahrend das Boots weiterhin einen unbekannten Weg durch das neblige Niemandsland suchte.

      Sie hatte bemerkt dass ihre Reisegefährten sich, obwohl sie in einen solchen tristen Sumpf aufbrachen besonders fein angezogen hatten, ihre sonst eher zweckmäßige Kleidung war ersetzt worden durch weiche saubere Lederhosen und Westen, welche mit diversen Ziermustern versehen waren, ebenso trugen sie unter den Westen beiden seidene Rüschenhemden mit Pluderärmeln. Ein Kleidungsstil welchen sie bisher nur bei Festen und Tanzveranstaltungen bei ihren Gastgebern bemerkt hatte. Und er scheint hier gar nicht hinein zu passen.

      „Nun, Barrim, wenn es nur halb so beeindruckend ist wie Eure Hauptstadt, dann werde ich begeistert sein... auch wenn ich niemals verstehen werde wie ihr diese grausigen Sümpfe Eure Heimat nennen könnt.“ Erwiderte sie mit einem freundlichen und gewinnenden Lächeln, welches sie lange einstudiert hatte, um ihren Ekel im Bezug auf den Sumpf nicht zu deutlich erkennbar zu machen.

      „Raddekast, haben kein gelobtes Land, sie haben nur ihr Land.“ Erwiderte leise murrend der zweite Mann im Boot während er vor sich hin stakste.




      Plötzlich durchbrach ein lautes Knacken die Stille ringsum, Tylaris erschrak und starrte gebannt in den Nebel aus welchem das Geräusch zu kommen schien. Auch ihre Begleiter hielten erstarrt inne und taten es ihre gleich. Barrim hob seine große Hand beruhigend an und deutete seinen Begleitern an ruhig zu bleiben.
      Das Boot trieb mit der Strömung, es geschah nichts…



      Dann jedoch hörten sie ein Stöhnen im Nebel, Tylaris ballte ihre Fäuste, sah in Richtung ihrer beiden Begleiter, welche beide keine Anstalten machten sich zu rühren.
      „Hört ihr das nicht? Da stöhnt jemand, wir sollten helfen!“ flüsterte sie leise in Richtung der beiden Männer, welche entschieden die Hände abwehrend von sich hielten und den Kopf schüttelten.
      „Das dürfen wir nicht, was im Sumpf geschieht ist Aufgabe der Druiden, verhaltet euch ruhig, dann wird alles gut!“ erklärte Barrim in einem beschwörenden Tonfall und versuchte seine Hand auf die Schulter der Frau zu legen.
      Wieder erklang das Stöhnen im Nebel, es klang grauenhaft, so als jemand Schmerzen litt, ja an seinem eigenen Blut ertrank. Tylaris hatte solche Geräusche schon viel zu oft gehört. Sie schüttelte entschieden den Kopf und stand auf.
      „Ich kann helfen, und das werde ich auch!“ erklärte sie entschieden, wusste sie doch im Gegensatz zu diesen Wilden sehr genau wie gut sie mit der heilenden Magie vertraut war.
      Barrim sprang nun ebenfalls auf und versuchte die Magierin an beiden Schultern fest zu halten, er sprach beschwörend auf sie ein: „Rührt euch nicht vom Fleck Magierin, die Druiden werden bald da sein!“
      „Bis dahin ist die arme Gestalt da im Nebel tot!“ beharrte Tylaris und versuchte sich von Barrim loszureißen, welcher ihr jedoch mehr Gegenwehr bot, als sie zunächst erwartet hatte.
      „Lasst mich los!“ rief sie lautstark als erneut das gurgelnd schmerzhafte Stöhnen erklang, sie trat gegen das Schienbein des Mannes, dieser, wohl überrascht von der G3egenwehr der Magierin geriet auf dem Boot ins Wanken und mit ihm das gesamte Boot, bis es kenterte.

      Eiskalt fühlte sich das Wasser an in welches Tylaris eintauchte, kurz bekam sie Panik, fasste sich jedoch wieder und stob durch die Oberfläche des Wassers. Jetzt war sie ohnehin schon nass, also konnte sie genauso gut zu dem Stöhnen schwimmen.
      Hinter ihr hörte sie prustend Barrim und den anderen Helmdhari ihr etwas nachrufen, doch es war ihr egal, sie erinnerte sich wieder an das Schlachten im Norden vor fünf Jahren, an all die Gefährten, welche gestorben waren, dieser Mensch würde nicht sterben!


      Sie erreichte das grasig schlammige Hügelchen welches aus dem Wasser stand, von welchem sie das Stöhnen vermutete, langsam tastete sie sich vorwärts.
      An einem knorrigen kahlen Baum schließlich sah sie eine Gestalt gelehnt, ausgemergelt wirke sie von hinten, dunkel gegen das diffuse Licht im Nebel, schmerzerfüllt und gurgelnd stöhnend.
      Sie ging nun entschlossen auf die Gestalt zu: „Ich helfe euch… haltet durch!“ japste sie, als sie nach der ledrigen Schulter der Gestalt griff, zu spät bemerkte sie ihren fatalen Irrtum.
      Die Gestalt, nein das Wesen drehte sich gurgelnd und stöhnend zu ihr um, und zeigte eine ausgemergelte Totenfratze auf ledriger Haut, welche sich bedrohlich über den Knochen spannte. Türkis glimmten die Augen des Untoten auf, als er mit seinen ledrigen und dürren Fingern nach der Magierin griff.
      „…rui’en… „ stöhnte sie gurgelnd, als Tylaris, vor Schreck bleich, nach hinten stolperte und schließlich ungebremst auf den Rücken fiel, ihr Kopf bereits unter Wasser, was ihre Panik noch verstärkte.
      Als sie prustend und mit verschwommenen Blick wieder den Kopf aus dem Wasser hob, war die Gestalt wieder deutlich näher an ihr heran und lief weiter, sie sammelte all ihre Macht, spürte das magische Knistern in den Fingerspitzen, welches sich zu stärker werdende Hitze und einem grellen Glühen verdichtete.
      „Nicht! Tylaris! Macht euch nicht unglücklich!“ hörte sie noch das fast panische Kreischen Barrims in ihren Ohren, nahm seine Gestalt etwas mehr als 7 Schritt von sich entfernt im Augenwinkel wahr.
      Und doch, selbst wenn sie gewollt hätte, sie hätte es nicht mehr aufhalten können, ein Flammenstrahl entlud sich aus den Fingersitzen ihrer rechten Hand, während um sie herum das Grasland verdorrte.
      Das untote Wesen schrie entsetzlich auf, spürte es Schmerz? Wie konnte das sein? Es fing Flammen, wand sich darin und verging schließlich innerhalb weniger Sekunden zu einem verkohlten leblos vor sich hinklimmenden Leib.


      „Nein… bitte nicht, oh nein!“ Barrim schrie voller entsetzen auf, viel auf die Knie als er das sah und schlug die Hände über den Kopf zusammen… weinte er etwa?
      Tylaris erhob sich aus dem schlammigen Dreck, schüttelte verwirrt den Kopf, ging auf den verkohlten Leichnam zu, trat versuchsweise, schon einen weiteren Zauber bereithaltend, gegen den Leib.
      „Was habt ihr getan Hexe!“ der wortkarge Mann, welcher sie ebenfalls begleitet hatte sie nun auch erreicht und stürmte mit gezogenen Rabenschnäbeln und vor Mordlust bläulich schimmernden Augen auf sie zu „Dafür müsst ihr sterben!“



      :lol: Die Intelligenz des Wesens namens »Menschenmenge« ist nicht höher als die Quadratwurzel der Anzahl aller Personen." - Terry Pratchett, Fliegende Fetzen :lol:

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