Zweiundsiebzigstes Speedbasteln am 6. Dezember: Nikolaus und schwarzer Peter - Der Gute und der Böse

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    Die diesjährige Olympiade beginnt am 19 .7.
    Das WBO-Orgatool ist hiermit initialisiert. Es mögen sich vor allem für die ersten Kategorien schnell findige Jury-Mitglieder finden.
    Wir wünschen allen viel kreativen Spaß!

    • Chrontheon schrieb:

      @Elatan: Das ist auch eine gute Erziehungsmethode - Abschiebung! :o Wenn Grädugar als schwarzer Bär auftrat, sah man Veren als alten Mann in rotem Mantel?
      Einen roten Mantel könnte er schon tragen, aber ein alter Mann war er mit Sicherheit nicht - zumindest spricht dagegen, dass Veren als einer der Merohim quasi niemals alterte bzw. altern würde.
      Dieser Account existiert nur noch, weil die Administration nicht auf die Bitte nach Löschung reagiert.
    • Riothamus schrieb:

      Nachreicher sind gern gesehen.
      Ok!

      *nachreich*

      Ein weißer und ein Schwarzer Wolf kämpfen gegeneinander. Welcher gewinnt?

      Der Konflikt

      Dynves wollte nicht aufstehen. Sein Bett war so gemütlich und weich, ihm war nicht kalt und der Schlaf war so entspannend. Wieso nicht einfach noch eine Stunde schlafen? Was würde ihn schon davon abhalten? Ach ja, der Gong! Dieser unüberhörbare Klang, der erneut durch Dyns Ohren drang. So bald würde er wohl nicht mehr einschlafen.

      Kaum hatte er seine Augen geöffnet, blickte er in das Gesicht seines Meisters. Oje, er war nicht erfreut. Aber wie auch, Dyn hatte verschlafen! Wie konnte er ihn auch erst um Mitternacht schlafen gehen lassen, wenn er ihn noch vor Sonnenaufgang wach sehen wollte? Vollkommen verschlafen stand er auf, fiel jedoch wieder auf seine Matratze zurück. Es war eindeutig noch zu früh.

      Eine gefühlte Stunde später stand er mutterseelenallein in der Kälte vor dem Haus. Viel Schnee war nicht gefallen, doch seine nackten Füße waren bedeckt davon. Es war kalt. Zu kalt. Und zu früh für diese Folter. Dann kam endlich der Meister vor das Haus.

      "Du hast wieder verschlafen."

      "Ich weiß."

      "Du sollst nicht verschlafen."

      "Ich weiß.."

      "Warum hast du verschlafen?"

      "Ich weiß..."

      "Das ist nicht die Antwort auf meine Frage!"

      Da wurde Dyn klar, dass er wieder am Einschlafen war. Obwohl es kalt war.

      "Wie war nochmal die Frage?"

      "Warum hast du verschlafen?"

      "Weil ich müde bin!"

      "Nein."

      "Warum dann?"

      "Das frage ich dich!"

      "Aber ich weiß es nicht."

      "Doch du weißt es. Du musst nur in dich gehen."

      "Ich glaube, dass ich schon in mir bin."

      "Dann kannst du mir ja sagen, warum du wirklich verschlafen hast."

      Schweigen.

      "Dann bin ich wohl nicht in mir."

      "Das dachte ich mir. Nun gehe in dich."

      "Wie?"

      Der Meister seufzte.

      "Setz dich."

      "in den Schnee?"

      "Ja, in den Schnee."

      "Aber es ist kalt!"

      "Dann schläfst du zumindest nicht wieder ein!"

      Auch wieder wahr. Dyn setzte sich widerwillig.

      "Schließ deine Augen. Achte auf deinen Atem. Einatmen. Pause. Ausatmen. Pause."

      "Und dann?"

      "Nicht reden. Tun."

      Dyn gehorchte. Je mehr Anweisungen der Meister gab, desto mehr lernte er. Nach einer Weile war ihm nicht mehr kalt. Von seinem Herz aus strahlte eine angenehme Wärme.

      "Achte auf deine Haltung."

      Dyn korrigierte seine Haltung und merkte, die die Schmerzen in seinem Rücken verschwanden. Es war ein Wunder!
      Als die Meditation endete, und Dyn seine Augen öffnete, wurde er von den Strahlen der aufgehenden Sonne geblendet. Wie lang waren sie schon hier draußen? Am Vortag mussten es Stunden gewesen sein.

      "Meister, ist die Sonne heute früher aufgegangen?"

      "Ein bisschen."

      "Aber ... es hat doch keine Stunde gedauert, seit wir hier draußen sind!"

      "Es hat viele Stunden gedauert. Du hast es nur nicht bemerkt. Lass uns hineingehen."

      Dyn war überglücklich, als er endlich sein Frühstück essen konnte. Nachdem sein Meister mit der üblichen Menge fertig war, sprach er erneut.

      "Dyn, weißt du, warum du hier bist?"

      "Weil meine Eltern dachten, ich wäre schwach, dumm und nutzlos."

      "Das meinte ich nicht. Dein Vater hat bei deiner Ankunft mit mir geredet. Er sprach deine Faulheit an."

      "Eben das hab ich grad gesagt!"

      "Wenn du meinst. Ich versprach ihm, dich zu trainieren."

      "Also bis jetzt hab ich noch nichts davon bemerkt."

      "Ich meinte auch nicht dieses Training. Ich werde deinen Geist trainieren, deinen Charakter stärken und dich zu einem besseren Menschen machen."

      "Meine schlimmsten Albträume werden wahr."

      "Es ist nicht so schlimm, wie du denkst."

      "Nachdem, was ich hier bisher erlebt habe, schon!"

      "Du siehst es aus der falschen Perspektive. Glaubst du, die Nachbarn würdigen oder verachten mich?"

      "Sie würdigen."

      "Glaubst du, ich sei stark oder schwach, gesund oder krank, erfolgreich oder erfolglos."

      "Stark, gesund und erfolgreich, glaube ich."

      "Und was glaubst du, wie ich so geworden bin? So, wie du lebst, oder so, wie ich dir beibringe zu leben?"

      Dyn schwieg. Der Meister nickte.

      "Siehst du jetzt, warum ich dich diese Dinge tun lasse?"

      Dyn nickte.

      "Was hast du gefühlt, als du meditiert hast?"

      "Ruhe. Wärme. Ich hab die Zeit nicht mehr wahrgenommen."

      "Du siehst also, dass meine Lehre ein Ziel hat. Du merkst einen Unterschied zu deinem vergangenen Ich. Du spürst, dass du um einen gewissen Grad besser geworden bist."

      "Ja."

      "Willst du weitermachen?"

      "Ich habe eine Wahl?"

      "Natürlich hast du eine Wahl. Ich habe dir gezeigt, was wir hier in den nächsten Wochen machen würden, und nun musst du entscheiden, ob du weitermachen willst."

      "Das heißt, ich könnte einfach gehen?"

      "Natürlich. Doch wisse, dass ich deinem Vater davon erzählen müsste."

      Dyn dachte mehrere Minuten lang angestrengt nach. Schließlich fasste er einen Entschluss.

      "Ich will weitermachen."

      "Gut. Komm mit."

      Sie gingen in ein kleines Zimmer mit gemusterten Parkettboden. Die Wände waren weiß gestrichen und das Holz darunter war nicht zu erkennen. Zwölf Kerzen waren an den Wänden aufgestellt. In der Mitte des Raumes lag ein runder Teppich, auf dem mehrere Kreise zu sehen waren. Der Meister setzte sich in einen kleinen Kreis am Teppich und deutete Dyn an, sich ihm gegenüber zu setzen, den Rücken zur Tür gewand. Er gehorchte.

      "Achte auf deine Haltung, schließ die Augen, atme ruhig."

      Dyn gehorchte.

      "Es waren einst ein schwarzer und ein weißer Wolf. Sie waren immer beisammen, doch vertrugen sie sich nicht. Immerzu kämpften sie gegeneinander, doch keiner konnte den anderen besiegen. Weißt du, wie der eine den anderen besiegen kann?"

      "Er muss stärker werden."

      "Wie wird er stärker?"

      "Er muss fressen. Wenn er verhungert, wird er schwächer und verliert."

      "Wer gibt im Futter?"

      "Ich."

      "Welchen Wolf fütterst du?"

      "Den weißen."

      "Warum?"

      "Weil der schwarze böse ist."

      "Warum ist der schwarze böse?

      "Ich füttere den schwarzen."

      "Warum ist der weiße böse?"

      "Ich weiß es nicht! Welcher ist böse?"

      "Das kannst du fühlen. Lass dich nicht von der Farbe täuschen! Schau genau hin."

      "Da ist er! Sie haben sich verändert! Der gute Wolf schein stärker zu sein! Aber wie füttere ich ihn?"

      "Du musst es nur wollen!"

      Auf der Lichtung, umgeben vom dichten Wald, traten sie entgegen, der Schwarze und der Weiße.
      Sie stürmten aufeinander zu, schlugen, stießen bissen sich,
      dann warf der Schwarze den Weißen zu Boden, sprang auf ihn, schlug ung biss.
      Doch wie sich der Wind drehte, stieß der Weiße den Schwarzen von sich, er war nun eine Pfote über ihm.
      Und dann, als sich die Augen öffneten, offenbarten die Wölfe ihre wahren Gesichter.
      Dem Schwarzen verblasste das Fell und wurde schmutzig und grau, ihm vielen Haare aus und er wurde mager.
      Dem Weißen jedoch glänzte sein Fell und er wirkte jung, und doch stark.
      Und dann wurde der strahlende Wolf von neuer Kraft erfüllt und er warf den schmutzigen auf den Boden, der schwach wurde in seiner Not.
      So war dem Strahlenden der Sieg gekommen.

      (Vom Untergang zum Aufstieg - Wie Dynves Whaortin seinen Konflikt beendete)

      °'°'°'°'°'°'°'°'°'°'
      "Also war der weiße Wolf doch der gute?"

      "Nicht immer."

      "Wie war es bei Euch?"

      "Des weißen Wolfes Fell wurde befleckt von Schmutz und Wunden, es wurde grau und kahl. Des schwarzen Wolfes Fell wurde glänzend und braun, er erstrahlte zu voller Größe."

      "Also sind sie bei jedem anders?"

      "Der böse Wolf ist bei jedem gleich, nur seine Tarnung ändert sich. Der gute Wolf ist ein Spiegelbild seines innersten Selbst."
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Chrontheon ()

    • Elatan schrieb:

      @Chrontheon: Der Dialog ist stellenweise wirklich lustig. Aber letztendlich erinnerte er mich auch ein wenig an die Dialoge Platons. Sehr schön!
      Fun Fact: Als Dyn gesagt hat, der schwarze Wolf sei böse, wollte ich zuerst schreiben, wie der Meister meinte, die Aussage sei ein bisschen rassistisch. Das hab ich dann doch gelassen, weils nicht so ganz zum Thema passte.
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