[Hex] Centauren und andere Hybride in eine Welt einbetten

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    • [Hex] Centauren und andere Hybride in eine Welt einbetten

      Diskussionen zu konkreten Problemen, die während des Bastelns der eigenen Welt(en) auftauchen.
      Ahja, genau das richtige Unterforum :)

      In einer Fantasy-Welt möchte ich Centauren als kulturschaffende Spezies aufführen, bzw. nach der aktuell laufenden Volksüberarbeitung wieder drinhaben. Die sind im Restweltkontext einfach spannend.

      Jetzt stehe ich vor dem Problem der Einbettung. Einerseits ist ein Funken Realismus wünschenswert und ist mit Hexapoden in einer sonst Quadropoden Welt etwas schwieriger, andererseits -und das ist vermutlich viel wichtiger- sollen die auch schon biologisch zur Restwelt passen und nicht wie ein Fremdkörper wirken. Also man kann es auch mit Mutationen/Metamorphosen erklären, bleibt dann aber an der Frage hängen "wieso Pferdemenschen und nicht irgendwas anderes?" was dann sehr nach Isso aussieht. Ich hab auch mal eine Fantasygrafik mit Löwen-Centauren gesehen und sowas ist auch kewl.

      Genealogie der Tierhybriden
      Worauf das insgesamt hinausläuft ist wohl eine Art mythische Genealogie. Zugleich, und das mag ich am Witcher-Universum und mag es auch hier sehr verfolgen, kann hier aber eine Legitimation des Centauren durch seine Verwandtschaft erfolgen. In den Witcher-Spielen gibt es z.B. die "Ogroiden" und das ermöglicht einer Hand voll Spezies nebeneinander zu existieren und sich so gegenseitig zu legitimieren. Z.B. ein Goblin ist dann kein Fremdkörper mehr, wenn er mit den Ogern und Zyklopen und Trollen und wasauchimmer sonst überall auf der Welt verstreut Verwandte hat die auch ähnliche körperliche Merkmale aufweisen. Mit der Verwandtschaft durch Völker rückt die Legitimation für den Centauren auch in den Weltenvordergrund und ist nicht nur in irgendeiner mythischen Statute wie es damals dazu kam nachlesbar.
      Disclaimer: Dieses Gefühl möchte ich für die Centauren erzeugen. Das ist keine Aussage darüber dass es anders zu machen schlecht sei oder schlechter Weltenbau oder irgendwas. Centauren sind von vornherein eine griechische Mythenfigur und ihre Einbindung zielt auf eine Vertrautheit hin, die ggf. auch in sich genug Legitimation für die Fantasy-Einbindung ist. Außerdem kann man auch in die gegenteilige Richtung gehen und Völker bewusst als Fremdkörper einer Welt gestalten. Eine gängige Erklärung ist auch, dass die verschiedenen Völkergruppen aus verschiedenen Welten in eine zusammengewürfelt wurden (so auch bei den Ogroiden, Vampiren, etc. im Witcher).


      Im Bereich der Tierhybriden ist natürlich die Tierwelt interessant. Die ist recht erdähnlich zur Eiszeit und hat in der Megafauna etwa folgendes Getier:
      Stirngehörnte: Giraffen, Rinder, Hirsche und Gazellen/Schafe/Ziegen
      Hauer: Rüsseltiere, Schweine
      Carnivore: Großkatzen, Hundeartige, Reptilien, große Vögel, Robben und Seelöwen, z.T. Bären, Marder
      Sonstiges Getier: Nashörner, Riesenfaultiere, Flusspferde, Pferde, Biber, und Ozeanzeugs (Wale, Haie, Kraken, Kalmare, Schildkröten, Delfine, Fische)


      So weit so gut. Ich hab bei mir schon die "gehörnten Tiermenschen" und mit denen auch weniger Probleme. Also Satyren spuken in halb fertigen Volksbeschreibungen herum und auch Trolle sind mit Pelzbein und Horn die größeren gröberen Verwandten dieser. Da ist mir vermutlich aufgefallen, wie sehr ich das mag wenn etwas ähnliches aber doch sehr anderes auch auf der Welt umhertrollt. Auch mit Menschgesichtigen Löwen und Nixen/Gorgonen tue ich mich nicht so schwer, wobei noch offen ist wie die wieder eingebunden werden. Von allerlei tierköpfigen Humanoiden (Vögel, Katze, Wolf, Reptilien) wie in der ägyptischen Götterwelt bin ich auch angetan, aber da fehlt es ebenso noch an einer zufriedenstellenden Lösung. Insgesamt werden Tierhybriden ggf. sehr übliche Weltenbewohner.
      Auch in der Tierwelt möchte ich einige dieser Hybriden ansiedeln. Einmal z.B. den Hippocampos als Pferd mit Fischflosse, und dann ist auch ein menschgesichtiger Löwe wohl mehr Tier als kulturschaffend. Da solls aber zwischen Natur und Kultur öfter gerne ein bisschen verschwimmen.

      Ein anderes Problem ist natürlich, dass ich das nicht überladen will, also möglichst wenige Hybridarten und Hybridfamilien am Ende da stehen haben möchte. Wie also alles aufziehen?

      Insgesamt bediene ich mich ja an der Tierästhetik. Großkatzen und allerlei Vögel sind ja ein visueller Wohlklang und das ist auch ein Großteil der Faszination für den Centauren und so weiter. Da stellt sich jedoch die Frage was denn der Tieranteil am Hybriden ist. Einmal visuell/praktisch was man da haben möchte, und dann nochmal von der Welt-Herleitung her. Also wieso ists bei dem Hybriden der Kopf, beim anderen aber der Rumpf?



      Hier sind jetzt mal einige gängige Hybride aufgemalt.

      Also Tauren mit pelzigem Unterleib sind ggf. weniger Mythentreu, aber heutzutage irgendwie spannender. Und ebenso sind die ägyptischen Tierkopf-Gottheiten mit aufrechtem Gang aber doch animalischem Unterleib und ggf. animalischen Händen spannender. Was hier vielleicht auch auffällt ist die Ähnlichkeit zum Schamanen, der mit Tierhaupt-Kappe umherläuft. Und in einer Welt, in der beides existiert müssen die sich irgendwie zueinander verhalten.
      Die nächsten beiden Beispiele zeigen Unterleib-Tiermenschen, bei denen natürlich auch der Mensch-Anteil andersartig sein darf, aber oft menschig ist. Ein anderes Centauren-Beispiel gäbs noch mit Hirschleib und -geweih, aber das ist dann noch fantastischer.
      Ein Unterschied vom Centauren zur Nixe ist hier, dass die Nixe okay aussieht in einer Quadropodenwelt, der Centaur aber zwei Rümpfe/Torsos hat.. dass in den Centauren zwei Herzen pochen ist auch schon Teil der alten Beschreibung.
      Und zum Schluss gibt's die Menschgesichtigen, die sonst eigentlich sehr Tier sind. Oft Harpye/Sphinx, wobei es da natürlich auch andere Interpretationen gibt mit Tierköpfigen Harypien-Engeln und so weiter.

      Naja, so ungefähr stelle ich mir die Hybridisierung gerade vor, die betroffenen Körperteile wären: Kopf, Torso, Unterleib/Beine und Arme, die dann jeweils menschlich oder tierisch sein können.



      Noch mal einen Schritt zurück:
      - Ziel ist fantastische Wesen (kulturschaffende und wilde) zu kreieren und miteinander erklären zu können
      - Die Wesen sollen Verwandtschaftsstrukturen aufweisen und in Familien kategorisierbar sein, ggf. werden auch Abstammungsverhältnisse definiert
      - Die Liste der Tierarten und Art des Hybridwesens sind zwei der Kategorien, durch die mögliche Verwandtschaften erkennbar werden
      - Stirngehörnte, Hauertiere, Katzen, Hunde, Reptilien, Vögel, Pferde und ggf. Bären haben in unseren Mythologien tiefe Spuren hinterlassen und da ist ggf. leichter für diese Begeisterung aufzubauen. Trotzdem wäre es schön wenn auch Tiere, die für die Weltbewohner einen tiefen Eindruck hinterlassen könnten, ebenso vertreten wären.


      Ein paar Beispiele wenn man sich auf die bisherigen Kategorien beschränkt:

      Stirngehörnte: Kopf + Unterleib
      Fisch: Unterleib (Nixen und Hippocampos)
      Hier ist ggf. spannend mit dem Hippocampos Pferden insgesamt eine Herkunft im Ozean und Verwandtschaft zum Fisch zu geben um so vielleicht von den Nixen auf die Centauren zu kommen

      Vögel (Harpye): Flügel, Torso, Unterleib
      Vögel (Ägypt): Kopf + Unterleib
      --> Es müssen am Ende nicht beide Vogelhybriden existieren

      Das Muster, dass bei vielen Tierarten der Kopf spannend ist, aber eine Körper-Version irgendwie auch, wiederholt sich an der Stelle oft :-/


      Naja, das ist insgesamt noch eine große Bastelecke in der ich etwas feststecke und wenn man die Hybridvarianten auf alle Tierarten bruteforced kommt auch viel spannendes bei raus, etwa Seelöwen-Centauren oder Säbelzahnköpfige (was in der Fantasy ja auch schon beliebter Kopfschmuck ist).

      Ich hoffe das ergab ein wenig Sinn und inspiriert auch zu Hilfestellungen :)
      > Möchte in Fantasy-Ausrichtung an den Erfolg von Scientology anknüpfen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Eru ()

    • Eru schrieb:

      dass in den Centauren zwei Herzen pochen ist auch schon Teil der alten Beschreibung.
      Vielleicht brauchen sie zwei Herzen. Eins für den menschlichen Teil, eins für den pferdischen. Schließlich kann so ein kleines Menschenherz kein ganzes Pferd am Leben halten, und der menschliche Teil ist auch größer als das vom Pferd, das er ersetzt.
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      Fleischrechte für Fisch!
      WB-Chat | "Squisus vult!"
    • Ich finde, es würde sich recht flüssig ein Centaur ergeben, wenn noch viele andere Wesen aus Vierfüsserleib und Aufrechtgeheroberkörper hast. Die Frage ist natürlich: Sollen sie inworld Hybriden sein, d.h. die Weltbewohner sagen wirklich "hat den Leib von X und den Oberkörper von Y"? Ansonsten dürften deine Centauren etwas mehr aus einem Guss sein, das Gesicht nicht ganz menschlich, vielleicht Fell überall, etc. ...
      Und dann halt vielleicht noch andere Hexapoden erfinden, und sei es Hauskatze/Miniaturcatgirl (oder welche, deren vorderer Teil gar nicht aufrecht ist), damit die Centauren evolutionär nicht ganz alleine dastehen.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Veria hat eigentlich schon alles gesagt.

      Vor dem gleichen Problem stand ich auch vor ein paar Jahren. Ich habe über 50 kulturschaffende Arten in meiner Welt und viele davon sind ursprünglich aus klassischer Mythologie übernommen worden. Mit der Zeit, als meine Welt einen eigenen Charakter entwickelte, passten die nicht mehr wirklich rein und mussten eine große Metamorphose durchmachen oder verschwinden. Die meisten sind mittlerweile stark verfremdet, weil ich genau von diesem Hybrid-Look (aus zwei Teilen) weg wollte. Dafür habe ich hauptsächlich auf zwei Arten gearbeitet: 1. Überlegen, welches ähnliche, oder, um den Bruch perfekt zu machen, komplett andersartige Tier könnte den ursprünglichen Tierpart ersetzen. 2. Die menschliche und tierische Seite mehr miteinander verschmelzen. Meine Zentauren sind jetzt zum Beispiel sehr tierisch in ihren Gesichtszügen und ihre Hände, Arme und Schultern wurden ebenfalls entmenschlicht. Dafür haben sie fast kein Fell, nur an bestimmten Bereichen.

      Zu der Verwandtschaft fällt mir gerade noch ein, dass hier ein 3. Punkt liegt, klassische Hybriden zu verfremden und besser in die Welt zu integrieren: Lass zwei (oder mehr) Spezies sich einander angleichen. Da könnte ein Zentaur zum Beispiel von Säugetier zu Amphibie wechseln, was einen Rattenschwanz an Arbeit nach sich zieht, oder ein Wasauchimmer wird vom Tetra- zum Hexapoden... (So geschehen mit meinen Minotauren.) :pfeif:

      Andererseits kann man sich auch Mischformen von Reptilien, Säugern, Vögeln, whatever ausdenken. Gerade, wenn es um Hexapode geht. Die sollten sich schließlich von den Tetrapoden getrennt haben, bevor sich genannte Gruppen bildeten. ;)
    • Ich möchte noch ergänzen, dass man gerne eh schon mal Hexapoden hat, die man vergisst: wenn man geflügelte Vierfüßer hat. Ob nun Drache oder Engel oder irgendwas dazwischen, das sind ja auch sechs Extremitäten. Wenn es sowas eh schon gibt, sind dann die anderen vielleicht nicht mehr soo exklusiv.
      Mir hatten doch nüscht! Damals, kurz nach dem Krieg!
    • Danke für den ganzen Input!


      Ein paar kosmetische Details in Gesicht und so kommen wohl dazu, aber nach humanoidem Tier sieht es dann in den meisten Fällen trotzdem aus. Genau, da müssten noch andere Hexapoden rein, sowas wie die Hauskatzenidee klingt auch super :) .. ich hab an den Seelöwe-Centauren rumgegrübelt, aber ganz zufrieden bin ich da noch nicht.

      Die Idee von den Angleichungen klingt auch super. :) Mit jeder Volksüberarbeitung klatsche ich üblicherweise zwei oder mehr Völker in eines zusammen, was dann auch oft spannend wird (und die Gesamtzahl angenehmerweise auch reduziert).
      Und die heißen wohl Tetra- und nicht Quadropoden, ups ^^'

      Hexapode Drachen und Engel und so hab ich gerade nicht, aber ja, die gehören da zu :)
      Auf Deviantart oder so hab ich da och so einen Hexapoden-Stammbaum gesichtet gehabt, der die dann zueinander in Verhältnis setzte. Ich glaub der wars, oder ein ähnlicher.. : pre00.deviantart.net/405b/th/p…f_life_by_yamigriffin.jpg
      Spannend ist auch der Wirbeltier-Stammbaum, aber da hab ich schon allerlei Mischzeugs, das sich da drumrum bewegt X_X hoffmeister.it/biologie/12evol…mbaum_der_wirbeltiere.png

      @Chrontheon Ja, genau deshalb hatte ich das ja in der alten Volksbeschreibung schon so drinstehen. Die Zweiherzigen tuen sich aber weiterhin ein bisschen schwer mit Verwandtschaft, die ihnen auch ähnlich sieht. :)


      Naja, da gibt's immer noch ein paar Wesen, die ich wohl gern drin hätte aber nicht zufriedenstellend reinerklärt bekomme.
      > Möchte in Fantasy-Ausrichtung an den Erfolg von Scientology anknüpfen.
    • Das löst das Problem aber nicht gerade, wenn der größte Konflikt Tetra- vs Hexapoden ist X_X

      Für die anderen ist mir das zu erklärungsbedürftig ohne offensichtliche Auswirkung, daher würde ich die Einherzigen gerne in der Überzahl behalten. :-/


      Insgesamt wünsche ich mir aber auch wildere Mutationen, aber ich will wie gesagt nicht alles durcheinander reinwerfen was ich gerade spannend finde, sondern versuchen die verschiedenen Biologien über Verwandtschaften zueinander zu legitimieren. Damit's eben ein bisschen aus einem Guss kommt.
      > Möchte in Fantasy-Ausrichtung an den Erfolg von Scientology anknüpfen.
    • Ich fände irgendwie so Verwandte, denen die Verwandtschaft nicht so leicht anzusehen ist, cool. Also Hexapoden, bei denen sich ein paar Gliedmaßen zurückgebildet hat oder ne komplett andere Funktion hat. Stachelwaffen die seitlich wegstehen? kA.

      Und wie ist es mit Centauren - laufen die immer auf 4 Beinen oder manchmal auch auf 6?

      Zweibeiner mit 4 Armen in der Verwandtschaft? (ala Shakti) Oder Vögel mit zwei Flügelpaaren.

      Sechsarmige Affen? Je mehr Hände, desto mehr Hände. Äh, desto mehr Kletterspaß.^^
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Könnten sich Hexapoden aus Tetrapoden entwickelt haben? Also vielleicht gibt es ja urzeitliche Knochen und Muskelanlagen, die bei Tetrapoden nie ausgebildet wurden. So sind beim Menschen die Knochen mit in den Brustkorb gewachsen, während andere Wesen vielleicht Pentapoden sind (siehe Vortigaunts auf Half Life). Und bei den Hexapoden, hat sich die Gliedmaße in zwei getrennt, stärker entwickelt und sich weiter voneinander entfernt.

      Oder es ist evolutionär so, dass es grundsätzlich möglich ist mehr Gliedmaßen zu entwickeln und den Körper zu verlängern. Tausendfüßler haben ja auch unterschiedlich viele Beine. Es wäre also denkbar Tiere mit nur zwei Gliedmaßen zu haben und andere mit sechs, acht oder mehr.
    • Ich lese den Thread so, dass du vor allem eine Grundstruktur und Grunderklärungen für Hybride suchst und weniger konkrete Inspirationen zu einzelnen Tierwesen wie Zentauren. Insbesondere ist eine Kategorisierbarkeit gewünscht, und die an der Hybridisierung beteiligten Tierarten sollen in diesen Kategorien auftauchen. Im Idealfall sollen zudem Tier-ähnliche Hybride in gewisser Weise verwand sein, es wird also auch ein Verwandschaftsbaum benötigt.

      Ich würde bei einer so allgemeinen Frage zuerst klären, welche Rahmenbedingungen in deiner Welt gegeben sind. Ist z.B. eine klassische Evolution als Erklärung bei dir überhaupt möglich? Oder dürfen es göttliche Schöpfungen sein? Oder kann Magie eine Ursache sein? Davon ausgehend kann man z.B. die Grundmenge aller existierenden Hybride schon bestimmen. In einer klassischen Evolution dürfte es (wenn überhaupt) viele Tier-Mensch-Hybride geben, deren Tier-Anteil dem Menschen sowieso sehr ähnlich ist, also z.B. Affe-Mensch oder zumindest Säugetier-Mensch, während z.B. Reptil-Mensch schwer vorstellbar ist. In einer klassischen Evolution erwarte ich dann aber auch eine überwältigende Anzahl an Tier-Tier-Hybriden im allgemeinen, wobei auch hier nur evolutionstechnisch verwandte Tierarten miteinander plausible Hybriden bilden können.

      Nehmen wir an, das wäre dir zu langweilig und du streuselst ein ganz klein wenig Magie als erklärenden Faktor hinzu. Diese Magie würde nach irgendwelchen Grundsätzen Hybride hervorbringen, die dir als Weltenbastler genehm sind und solche verhindern, die du störend finden würdest. Diese Magie wird irgendeinen Ursprung und irgendeine innere Funktionsweise haben und hier zum Teil die Evolution ersetzen. Entsprechend leiten sich Verwandschaftsverhältnisse und Kategorisierbarkeiten der Hybriden dann aus der gewählten Magie ab. Dein Ziel ist es, fantastische aber plausible Mensch-Tier-Hybride zu erzeugen. Die Fantastik eines solchen Hybriden besteht meist (zumindest für mich) darin, wie sich der Tieranteil auf den menschlichen Anteil auswirkt anstatt umgekehrt. Also ich frage mich z.B. "Wie beeinflusst es das mir bekannte menschliche Leben, wenn man einen Pferdekörper hat?". Die Gegenfrage "Wie beeinflusst es das Leben eines Pferdes, einen menschlichen Oberkörper zu haben?" stellt sich mir nicht. Vielleicht ist das Beispiel aber auch schlecht gewählt, weil der menschliche Teil hier der geistig dominante ist. Anders z.B. bei menschgesichtigen Löwen, wie laut deiner Beschreibung eher wild, also dem löwen ähnlicher als dem Menschen sind. Doch auch hier frage ich nicht, wie dies im Vergleich zu einem normalen Löwen wirkt, sondern ich frage mich, ob es in diesem Hybriden menschliche Charakteristiken gibt - also ob das Mischwesen zumindest in Aspekten ein menschliches Leben führt. Bei diesen Fragestellungen schwingt immer mit, dass der Tier-Anteil des Wesens eine gewisse Grundcharakteristik hat, die den menschlichen Anteil modifiziert (statt andersrum). Somit würde ich persönlich die Magie dahingehend konstruieren, dass Menschen mit solchen Tierwesen verschmolzen werden, die eine Grundcharakteristik haben, deren Vergleich mit dem menschlichen Charakter und mit dem menschlichen Leben fantastisch ist - also vorstellbar aber fremdartig gleichermaßen. Hybride mit Tieren, die keinen solchen Grundcharakter haben (Würmer? Quallen?...) scheiden dann aus, aber solche Tiere, die in der Mythologie sowieso mit starkem Charakter verwurzelt sind (Löwen? Pferde?) sind dann möglich. Der Vorteil an so schwacher, nur tendenziell wirkender Magie ist, dass sie sich in Naturgesetze einbetten lässt und kein Zauberer oder dergleichen als Auslöser nötig ist. Verwandt wären in so einem System dann Hybriden, deren Tier-Anteile ähnliche Charakteristiken haben, also wenn z.B. Robben und Hunde einen äähnlichen Grundcharakter haben (ich persönlich empfinde so), wären sie miteinander enger verwandt, als z.B. Hunde und Wölfe, was ja eine völlig andere Verwandschaftsstruktur wäre als evolutionär bedingt.

      Darüber hinaus kannst du statt einer so schwachen und nur tendenziell wirkenden Magie auch starke Magie oder einfach göttliche Handlungen als Ursache wählen. In diesem Falle wäre das Motiv des Gottes bzw. des schöpfenden Zauberers der Leitgedanke. Götter (falls mehrere existieren) stehen ggf. in Konflikt zueinander, mit den Menschen, Tieren oder haben sonstige Beweggründe, aus denen sie Hybriden erzeugen. Ebenso Zauberer. Vielleicht stellt die Hybridisierung einen Fluch dar, der mythologische Individuen oder ganze Völker befallen hat, oder einen Segen oder oder... In diesen Fällen wären Hybride denkbar, deren Dasein grundsätzlich bewertet ist, also z.B. ein "schlimmes Dasein" (Fluch) oder ein gesegnetes Dasein. Hybride würden sich auf der Welt dann eher so bilden, dass die entstehende Lebensform dem Zweck des Erschaffers dient. Verwandschaft wäre dann z.B. über diesen Zweck bzw. über die Bewertung der hybriden Lebensform möglich. Gelten z.B. Zentauren und Minotauren beide als verfluchte Lebensform, weil zwei Völker hier den Gott der Vierbeiner verhöhnt hatten, wären diese enger miteinander verwandt, als z.B. Zentauren mit einer Mensch-Pferd-Kreuzung, bei der nur die Körperhälften vertauscht sind (Mensch mit Pferdekopf), die aber als ein besonderer Segen erschaffen wurde.

      Über all das Hinaus besteht noch die Möglichkeit, dass diese hybriden Formen gar nicht statisch sind. Vielleicht sind auch Völker/Stämme denkbar, die sich zeitweise in solche Tier-Hybriden verwandeln können. Da ergeben sich dann noch ganz neue Denkansätze...

      Gruß Marcel
    • Ich hing an dem ganzen noch fest, aber seit dem WBler-Teamspeak bin ich ein bisschen weitergekommen. Also weiter hier. ò.ó (<Smiley der Entschlossenheit)

      Um mal an Saavedros Beitrag anzuknüpfen: Also gewünscht sind Struktur und Erklärungen für Hybride, und dazu noch die Kategorisierbarkeit über Verwandtschaft.

      Zu den Rahmenbedingungen: Evolution Ja, Schöpfungen nein, Magie vermutlich ja, aber dennoch evolutionstechnisch plausibel. Also es existiert eine Geisterwelt und manche Geister werden dann ins Diesseits geboren. Das sind dann z.B. Panther unter den Leoparden, Königsgeparden oder Albino-Tiere. Reptil-Menschen und so sollten auch irgendwo reinfinden, aber dazu später. Dass Magie starke Metamorphosen erwirken kann ist eigentlich auch gegeben, also ein drittes Auge oder extra Arme, die langsam über Monate bis Jahre wachsen und dann auch permanent da sind. Vielleicht findet das auch irgendwo Einfluss als Erklärung, aber daraus zu sagen "Ha! So kommen die gewünschten Hexapoden zustande!" wäre fatal, weil so auch alle ungewünschten zustandekämen.

      Die tierische Grundcharakteristik, die den Menschen bei der Hybridform beeinflusst, finde ich jetzt für die Verwandtschaftsverhältnisse nicht so interessant. In der Biologie und Kultur ist das nachher wichtig, sobald das Volk ausformuliert wird. Da ist das Sozialverhalten der Centauren eben auch an das von Pferden angelehnt. Jetzt an der Stelle ist die "Grundcharakteristik" eines Tieres aber Teil seiner Ästhetik, weshalb ich mich von vornherein ja mit diesem Hybridmodell beschäftige. Eine Verwandtschaftsstruktur an dem Charakter aufzuziehen ist vielleicht sinnig, aber ich glaube ich mache das eher andersrum und gebe den Tieren ggf. durch ihre (anders ästhetisch bedingte) Verwandtschaft neue Charaktermerkmale.. oder beides. Zuletzt sollt ja möglichst viel stimmig sein.

      Von dem Schöpfungs- oder Fluch- oder Segensmodell als Erklärung für Spezies/Völker möchte ich ganz weg, das ist mir als Erklärung nicht zufriedenstellend und gibt einzelnen Entitäten zu viel Handlungsmacht, wo eher unkontrollierte Naturkräfte wie die Evolution walten sollten. Temporäre Gestaltwandlung ist mir auch zu High Magic und plötzlich, wenn dann eben in langwierigen permanenten Metamorphosen.

      Ich glaube für die eigentliche Erklärung hänge ich mich zunächst an Tös "es grundsätzlich möglich ist mehr Gliedmaßen zu entwickeln und den Körper zu verlängern" und ziehe daraus dann die "Zweiherzigen" auf.. o_x - Wichtiger als die (jetzt obskure) Erklärung wie es irgendwann dazu gekommen sein könnte, ist die einzelnen Hybridarten über ihre Verwandtschaft intuitiv ersichtlich zu erklären, eben ohne dass Erklärungen nachgereicht/statuiert werden müssen.


      Im Teamspeak verlinkt wurde nochmal ein Hexapodes Getier aus einem Horror-Film, den ich ästhetisch sowieso schon super fand. Das kann/mag ich jetzt nicht so einfach übernehmen, aber lustigerweise sieht es schonmal nach einer evolutionären Vorstufe zum Centauren aus. Soviel zum Anstoß, jetzt aber wo ich weitergekommen bin:


      Aufgezogen werden soll die Verwandtschaft von Pferden, Fischen und Reptilien (Schuppengetier). Hier sind die Spezies der Hexapoden und der Zweiherzigen beheimatet, also Hybriden mit mit tierischem (Doppelrumpf-)Unterleib und humanoidem Oberkörper. Wenn man die Unpaarhufer weiter fasst auch die Wollnashörner und Esel aus der Fauna.
      In der Geisterwelt gibt es (klassischerweise) die Najaden als Geister von Bächen, Flüssen und anderen Binnengewässern. Die bekommen dann auch eine Pferde-Erscheinung, die mit ihrem Sirenenhaften Verhalten (andere in den nassen Tod locken und verschlingen) dann auch an Mythenfiguren wie Kelpie anknüpfen.

      Zu den Diesweltlichen soweit:
      • [Public Domain Anhang 1] Der Hippocampus, also Seepferd, ist dann einer von den Tier-Tier-Hybriden, von denen auch einige mehr in die Welt sollten, also keine Kulturschaffenden. Aus denen sollen die Landpferde hervorgegangen sein.
      • Die Nixen mit den Hüft-Flossen als Vorstufe zu Hexapoden.
      • Vlt. als Zwischenstufe den Hippocamp-Centauren oder Seecentauren, im Gegensatz zur alten Seerobben-Idee bliebe der ästhetisch enger geknüpft an der Verwandschaft (Pferd/Fisch/Reptil) und brächte keine neue Ästhetik mehr rein. Also eine Nixen-Eigenart wieder, aber leider ein wenig gewöhnungsbedürftig noch. Das ist immer noch ein bisschen der missing link in meiner Evolution. :(
      • Die zweiherzigen Centauren an Land wie gehabt.
      • Gorgo als eine Art komische landgängerische Sumpfnixe/Seeschlangen-Nixe ohne Flosse.
      • [Public Domain Anhang 2] Aus dem chinesischen hab ich noch was von Drachenpferden gelesen, geschuppte Pferde eben. Da ließe sich noch ins reptilische einschlagen, und eröffnet insgesamt ggf. auch hexapodisches Drachengewirr. Das bliebe aber ohne Flügel, weil das wieder eine zu starke neue/eigene Ästhetik reinbringt, was ich vermeiden möchte.
      • Vielleicht kommen ein paar Reptilien/Wyrm/Schlangenzeug rein, aber es ist schon schwer genug die vorhandenen Elemente zu einer kohärenten Fisch-Reptil-Pferde-Verwandtschaft zu verstricken, sodass die einzelnen versuchen sollten möglichst nah an den übrigen zu bleiben.
      Hier sind mal die Extrem-Dreiecke der Verwandtschaft, aber das zeigt gefühlt auch noch eher Lücken als Zuordnungen. Ich glaube ich brauche eine Liste von Centaur/Nix/Gor-Merkmalen, die dann auch von den jeweils anderen geteilt werden. Also spezielle körperliche Eigenheiten, damit die Wesen vlt. von den Extremecken wegrücken und sich ein bisschen näherkommen. Oder es braucht einfach gescheite Zwischenwesen, die die Verwandtschaftslücken füllen. "Wyrm, Hippocamp und Drachenpferde" im linken Dreieck könnten als Füllungen für "Nix Gorgo Centaur" im rechten gesehen werden, aber da ist auch doof, das wenn man z.B. nur auf die kulturschaffenden guckt da überall so Sprünge drin sind. Bei den Schuppentieren ist "Gorgo" auf "Nix" glaub kein allzugroßer Sprung, aber die brauchen mehr Pferd und das Pferd mehr Kiemen/Schuppen/Schwimmhäute oder irgendwie sowas o_o

      Von Drachenpferd/centauren bin ich an der Stelle noch nicht so überzeugt, aber vermutlich sind die Zwischenspezies auch notwendig, um die anderen nicht zu sehr zu verfremden..


      Ein bisschen schade, dass die Hexa-Hauskatze so nicht reinkommt oder das Horrorfilm-Ungetüm und vieel weiter ist's so noch nicht, aber die einzelnen Kreaturen haben schonmal eine Verwandtschaft zueinander und zu einer Geisterart. Daran können die Tier-Tier- und Tier-Humanoid-Hybriden dann vielleicht zueinander hin ausgebaut werden.. naja o.o
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      > Möchte in Fantasy-Ausrichtung an den Erfolg von Scientology anknüpfen.

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    • Huch, ein neues Bild ist dazugekommen.
      Missing links gibt es doch zu Hauf. Es sind schließlich viel mehr Spezies ausgestorben, als aktuell leben. Daher scheue nicht den missing link, zu mindest für eine Jetztzeit.
      Deine Dreiecksdiagramme erinnern mich mal wieder an die Phasentetraeder aus der Festkörperchemie. Vier Eckpunkte, in diesem Fall: Pferd, Fisch, Mensch und Reptil und jeder Punkt im Tetraeder stellt eine prozentuale Zusammensetzung der vieren dar. Ich glaube nicht das dir das hilft, aber vielleicht hast du bald eine Tetraeder auf deren Flächen und Kanten du die Wesen auftragen kannst. ^^

      Ich finde deinen konsequenten Ansatz sehr löblich und stark. Hier haben wir wieder Einschränkungen, um die es herumzubasteln gilt. Ich bin gespannt was deine endgültige Lösung für die Hybriden sein wird, bzw. welche es dann in einer Jetztzeit gibt.