[2019-01] Sex and the Island

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Vom 3.5.-6.5. findet das Weltenbastler-Frühjahrstreffen in Arnolds Ferienhof in Oberlauringen (Landkreis Schweinfurt) statt. Zur verbindlichen Anmeldung geht es hier lang.

    Neulinge sind wie immer höchst erwünscht und wir freuen uns euch kennenzulernen!

    • [2019-01] Sex and the Island

      Warnung: Biologie ohne Rücksicht!

      Die Bewohner der Insel Laharia haben, oh Wunder, gelegentlich Sex. Zusätzlich zu den Wegen, wie man Sexualität hierzulande betrachten kann, kommt auch noch, dass dort häufig verschiedene Arten sexuell zusammenkommen (und auch Kinder zeugen), die auch nicht ganz dieselben Geschlechtsorgane haben und entsprechend auch nicht auf ganz dieselbe Art Spass dran haben. Grob betrachtet folgen alle Arten (bis auf vielleicht die Kaeriya) dem Konzept "Schlüssel in Schlüsselloch" mit spezialisierten Körperteilen.
      Erstmal ein grober biologischer Überblick, wobei wir quasi als Basis von der menschlichen (äusseren) Anatomie der Geschlechtsorgane ausgehen, ich notiere jeweils die Unterschiede. Sortiert von ähnlich zu unähnlich.

      MännlichWeiblichAnmerkung
      MarcoovaGrundsätzlich gibt es keine äusseren Hoden und keine Eichel. Ausserdem mündet die Harnröhre in den Darm. Gilt auch für die folgenden Arten.Grundsätzlich gibt es keine sichtbare Klitoris und keine kleinen Schamlippen. Ausserdem mündet die Harnröhre in den Darm. Gilt auch für die folgenden Arten.
      NoiGleich wie Marcoova.Die Scheide hat eine Sollrissstelle nach vorne, für die Geburt eines vierarmigen Kindes mit entsprechend grossen Schultern notwendig. (Aua)
      NiatvaDer Penis ist im Ruhezustand nicht kleiner, aber dafür in den Körper zurückgezogen. Gilt auch für die folgenden Arten.Gleich wie MarcoovaMänner und Frauen sind im Ruhezustand nicht an den Geschlechtsorganen visuell zu unterscheiden. Gild auch für die folgenden Arten.
      LazathaGleich wie Niatva.Gleich wie Marcoova.Lazatha kennen ein drittes Geschlecht, die Ammen, das gar keine Geschlechtsorgane hat.
      SantenEs liegt zur Strömungsförderung eine Hautfalte über den Geschlechtsorganen.Es liegt zur Strömungsförderung eine Hautfalte über den Geschlechtsorganen.
      DitayaGleich wie Niatva.Der Nachwuchs wächst fast ausserhalb des mütterlichen Körpers unter einer ledrigen "Schwangerschaftshaut" am Bauch. Die Nabelschnur führt aber durch die Scheide ins Innere des Körpers.
      RavalDer Penis ist im Ruhezustand doch kleiner und nicht in den Körper zurückgezogen. Hinter dem Penis befindet sich die Narbe einer zurückentwickelten Scheide.Vor der Scheide befindet sich ein Prä-Penis, der nur wenig kleiner als ein richtiger Penis im Ruhezustand ist.Raval werden alle weiblich geboren und können einen Geschlechtswechsel durchmachen.
      Omiang----Bei dieser zwittrigen Art ist der Penis im Ruhezustand auch deutlich kleiner, ansonsten hätten sie wohl ein Platzproblem.
      Kaeriya??Ähm ... ich weiss nicht mal, ob diese eierlegende Art innerhalb oder ausserhalb des Körpers befruchtet ... geschweigedenn, wie die untenrum aussehen. Oder ob das überhaupt alles untenrum ist.



      Auch wenn die von Menschen bekannten hochsensiblen Stellen sich bei den laharischen Arten nicht finden, haben die Insulaner durchaus reichlich Spass beim Sex. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern sind an den Geschlechtsorganen Nervenbündel, die, platt gesagt, für den Orgasmus zuständig sind. Bei den Frauen der meisten Arten hauptsächlich um den Scheideneingang, bei weiblichen Raval allerdings hauptsächlich im Prä-Penis.
      Erregung basiert auf direkter Stimulation, Gedanken/Gefühlen und Hormonen. Die meisten Arten kennen eine (oder zwei, bei den Marcoova) fruchtbare Zeit, in der sie auch deutlich leichter erregt werden, Santen können immer fruchtbar sein (und entsprechend immer gleich erregbar), für Lazatha macht es keinen Unterschied, die gehen an Sex immmer ziemlich untriebhaft ran.

      Hormonell betrachtet machen alle ausser den Santen einen Jahreszyklus durch. Obwohl die Wirkung auf die Frauen deutlicher ist, ja, auch die Männer. Die Libido geht rauf und runter und ist dann am höchsten, wenn die Frauen fruchtbar sind. Die Männer der meisten Arten sind allerdings eher ein paar Monate im Jahr fruchtbar statt nur ein paar Tage, männliche Niatva und Marcoova (und natürlich Santen) sogar uneingeschränkt das ganze Jahr über.
      Die gemeinsame fruchtbare Zeit ist im, in irdischen Jahreszeiten ausgedrückt, Spätsommer bis Herbst. Für Marcoovafrauen gibt es eine zweite im Spätwinter. Man kann sich, denke ich, durchaus vorstellen, dass im Spätsommer überall auf der Insel ganz schön viel an Flirt, Erotik, Sex und, klar, Diskussionen über Familienplanung los ist, und im Spätwinter dann bei den Marcoova nochmal.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Kommen wir also etwas weg von der Biologie, sehen wir uns die Erotik an. Da spielt jetzt schon viel Kultur rein. Wird Sex in einer Form tabuisiert oder ritualisiert? Oder halt nicht?

      Am einen Ende der Skala sind die meisten Lazatha. Sie tragen normalerweise keine bis wenig Kleidung, weil sie 1. Fell haben und 2. Kleidung gerne beim vierbeinigen Laufen behindert. Wenn also eine Lazath öffentlich die Vorderbeine auf den Boden legt und den Hintern hochreckt, dann ist das, ja, eine Aufforderung zum (öffentlichen) Koitus. Wie passt das damit zusammen, dass Lazatha an Sex untriebhaft rangehen? Für Lazatha hat der Koitus etwa den Stellenwert von beispielsweise Rückenkratzen oder Nahrung teilen, einer schlägt es vor, der andere macht es oder halt nicht. Da fragt man also durchaus beiläufig in die Runde, ob jemand mal den Rücken kratzen kann, weil der juckt Sex haben möchte, es kommt grad etwas Lust darauf auf.
      Paarbindungen, die das ganze mit Eifersucht oder anderen Problemen belasten könnten, gibt es bei den Lazatha nicht. Allemal mag man mal jemanden nicht, weswegen man mit dem keinen Sex haben möchte, ihn aber auch nicht am Rücken kratzen lässt. Sex hat dort einfach keinen besonderen Stellenwert.
      Die Folgen, die Sex bei anderen Arten hat, sind bei Lazatha aber auch, sagen wir mal, milder ausgeprägt: Die Schwangerschaft ist kurz, der nur zentimetergrosse Winzling wird dann einer Amme in den Beutel gegeben. Familienbande zu Mutter und Vater existieren nicht, meistens weiss man nicht mal, wer die sind.

      Wie die anderen Arten Erotik sehen, ist jetzt aber nicht mehr primär von der Art abhängig, sondern von der Kultur. Tendenziell werden die Insulaner von Süden nach Norden prüder. Nicht dass sie dort zwangsläufig mehr anhaben, aber es ist stärker tabuisiert, bestimmte Körperteile zu zeigen.
      Während Valeker zum Beispiel kein Problem mit der Nacktheit in Badehäusern haben, verwenden Kalarier Badebekleidung. Und, ja, je knapper, desto erotischer. In Kalarien wird also der Blick gelockt, während Valeker eher einen Fleck "übersehen", damit jemand seine "Hilfe" anbieten kann, da kommt es also schneller zu Körperkontakt. Ausserhalb der Badehaus-Situation tragen Valeker aber deutlich bedeckendere Kleidung und fühlen sich auch nackt ohne sie. Draussen auf der Strasse empfinden Valeker daher ein Knie (obwohl sie im Badehaus deutlich mehr sehen) als aufreizend, und grundlos Knie zu zeigen ist als erotischer Stubs zu verstehen. Wenn man jetzt allerdings eine steile Treppe hoch muss und die Kleidung oberhalb des Knies rafft, schaut einen keiner schief an, und die Zweckmässigkeit negiert auch die Erotik.

      Das ist allgemein ein Faden, der sich durch die Erotik zieht. Wenn etwas einen offensichtlichen Zweck hat, ist es keine Erotik mehr.

      Die valekischen langen Männerhosen haben die erotische Bedeutung von Hüften und Schenkeln auch auf Knie und speziell die Waden ausgedehnt. Wade zu zeigen ist für Männer in Valeka also eher schwierig, daher werden sie unter der Kleidung betont, die Hosen an der Stelle gerafft, oder wenn man zur rebellischen Jugend gehört, dann trägt man Hosen, die vom Knie abwärts hautfarben sind.

      Frauenbrüste sind typischerweise erotisch, wenn es sie denn gibt und sie nicht auch flach sind. Also bei Niatva, Noi und Marcoova. Während in Valeka, Varisaland und im Stammesreich der Marcoova ein ordentlicher Ausschnitt mit Ritze sexy ist, gilt das in Lavien und Kalarien (nördlich, also prüder) hingegen als unanständig. Haut ist okay, Ritze oder gar Nippel nicht. Es ist dort aber akzeptiert und sehr häufig, die Form mit engen, dünnen Stoffen zu betonen. Wenn es aber in Lavien oder Kalarien an echte Kontaktanbahnung geht, dann schummeln sie da etwas: Die Nähte halten nicht, die Fäden reissen unter Belastung. Da platzt also schon mal beim Date das Oberteil ein bisschen.

      Ansonsten sind es die Hüften und Oberschenkel, bei Männern und Frauen gleichermassen. Da geht es dann aber weniger um nackte Haut, sondern um die Art der Bewegung. Von wiegendem Schritt bis Hüftschwung ist alles dabei. Die Kleidung ist dabei nur insofern von Bedeutung, dass sie eben erlauben muss, dass man erkennt, wie sich der Träger bewegt. Das führt zu gewissen Kleidungsvorschriften für Pilger und/oder Priester mancher Religionen, Schüler mancher Schulen auf Schulreisen, und vermutlich ein paar andere Gruppen auch noch - gerade Kutten, keine Gürtel.

      Und jetzt poste ich das endlich, so richtig öffentlich.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Knapp vor Schluss kommt noch ein ganz kleiner Exkurs nach Osten. Bisher bin ich ja eher in die Breite gegangen, jetzt sehe ich mir mal ein Detail in einer Gegend an, wo ich über Erotik noch nicht gerade viel weiss.
      Wie bahnen also (hauptsächlich) Raval ihre Beziehungen an?

      Dazu muss man erstmal wissen, dass die alle weiblich geboren sind. Der Geschlechtswechsel zum Mann ist nicht allzu häufig, vielleicht etwa fünf Prozent der geborenen Mädchen werden später mal Männer. Man kann aber in gewissem Ausmass steuern, wer den Wechsel macht und wer nicht, da es hauptsächlich davon abhängt, ob in der Nähe Männer sind.
      Es kommt zwar auch vor, dass eine Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau (oder mehreren) angebahnt wird, wenn er z.B. kein Raval ist oder Witwer, aber die meisten Beziehungen werden zwischen Frauen angebahnt. Und die meisten Beziehungen werden beim nächtlichen Ausruhen (Raval schlafen nicht) angebahnt.

      Die wichtigsten erotischen Signale sind dort:
      ~ Hilfsangebot zur Körperpflege, beispielsweise um den Rücken einzucremen
      ~ an kleinen Gegenständen die Finger geschickt beschäftigen
      ~ genussvoll essen
      ~ lässig rumliegen und dabei die Beine ein bisschen spreizen

      Man könnte sagen, das ist ein Volk von Lesben. Die paar Männer sind ja typischerweise Beiwerk in einer polyamoren Beziehung, klassischer Sex zwischen Mann und Frau ist somit eher Nebensache, wenn es nicht gerade darum geht, Kinder zu kriegen.
      (Es ist auch nicht so, dass man dafür einen Mann finden müsste. Es findet sich eine polyamore Gruppe von Frauen zusammen, die dann triggert, dass eine von ihnen den Geschlechtswechsel durchmacht.)
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Awww, deine Raval gefallen mir immer noch wahnsinnig gut. (Welch eine Überraschung ;) )
      Vor allem die erotischen Signale find ich klasse. *pflückt geschickt eine Weintraube und isst sie genüsslich* :D
      Und dass die Geschlechtsumwandlung durch eine polyarmore Lebenweise getriggert wird, ist sooo toll.

      Okay, also im Grunde habe ich mal wieder festgestellt, dass die Raval mein Lieblingsvolk von dir sind. ^^