[Weltenlinie] U42* - Die Zeitlinie (Blauviolett)

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    • Hm, dabei hab ich mich immer mal wieder ertappt, dass ich versuche, in der U-Bahn bei Sitznachbar*innen mitzulesen.^^ ... sich nicht erinnern zu können, was ich grade gelesen habe, ist auch too real. :-/ ;)
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Apropros lebensnah:

      Weitere Spezies entdeckt:

      Duftschatten
      Manchmal sitzt ein Fahrgast in der U-Bahn und denkt sich "puh, da hat aber jemand starkes Parfum aufgetragen". Das mag sein. Aber es ist nicht das Parfum, welches den zu riechenden Duft verströmt. Seine Bestandteile locken den Duft - in Form eines Duftschattens - an. Der Duftschatten bewegt sich wie eine unsichtbare Person durch die Bahn. Fahrgäste wenden sich um, rätseln, von wem dieser Geruch kommt, aber sie können den Duftschatten nicht sehen. In manchen Bahnen sind sogar ganze Viererplätze von mehreren Duftschatten besetzt. Die Plätze bleiben dann scheinbar leer, weil die Präsenz des Geruches so stark ist, dass sie für andere Fahrgäste beinah greifbar ist. Oft sind es unangenehmere Gerüche wie Kot, Erbrochenes, Alkohol, Tod oder Urin - je nachdem was die Ursache dafür ist, dass die Duftschatten sich von solchen "leeren" Plätzen angezogen fühlten. Die Duftschatten passen ihren Geruch entsprechend an.
      Duftschatten könnten mit der U-Bahn gar nicht fahren, wenn es nicht diese "Duftmarken" gäbe, an denen sie sich anheften können. Sie würden sonst an einem Ort verweilen, es sei denn, ein Wind bläst sie weiter.
      nobody.
    • Ein Artefakt der U42 (vielleicht auch anderswo im Netz zu finden?):

      Verfluchte Spiegel
      Hin und wieder kann man in Vehikeln oder an Bahnsteigen der U42 Fahrgäste beobachten, die kleine rechteckige Spiegel in der Hand halten und fasziniert hineinstarren. Sie scheinen ihre Umgebung vollständig vergessen zu haben. Einige lächeln selig und streicheln hin und wieder ihren Spiegel. Oft führt das Spiegelstarren dazu, dass die Fahrgäste vergessen, auszusteigen. Oder sie stehen ewig am Bahnsteig und verpassen ihre Bahn.

      Ich forsche noch, was es mit diesen Spiegeln auf sich hat, wo sie herkommen und welche Wirkung sie haben, abgesehen davon, dass sie ihre Benutzer vergessen lassen.
      nobody.
    • Geschichte

      Während vergessene und ungenutzte Nebentunnel der U42/U* das spiegelnde Nirgendwann bilden, ist der Haupttunnel der Zeitlinie Geschichte. Doch woraus besteht der Tunnel?
      Er ist eine wurmförmige Bibliothek aus gemauerten Büchern. Manche mögen schon verrottet und nicht mehr lesbar sein, die meisten so fest in der Wand verankert, dass nie jemand sie wird lesen können. Dennoch kann ich verraten, wovon diese Bücher handeln. Es sind Biografien aller Reisenden, die je die U42/U* genutzt haben. So kommt es auch, dass einige Bücher sehr dick sind, andere wiederum sehr dünn. Es gibt niemanden, der diese Bücher schreibt, sie erscheinen einfach irgendwann irgendwo im Tunnel. Und die Fahrgäste fahren ahnungslos daran vorbei.

      (natürlich gerade frisch inspiriert durch Rillis Hinweis auf The Brautigan Library :D)
      nobody.
    • Bewohner der Zeitlinie


      Ratten

      Natürlich gibt es Ratten in der Geschichte. Es handelt sich um ein einziges Volk. Ratten kann man an allen Stationen, also zu jeder Zeit antreffen. Das bedeutet aber nicht, dass es sie ständig zu jeder Zeit "gibt". Ratten sind nämlich in der Lage, zwischen den Zeitblasen zu wandern - außerhalb der Vehikel, die die Zeitlinie befahren. Man sollte nicht versuchen, Ratten in eine andere Zeitblase zu folgen. Es sei denn, man hat sich ihr Vertrauen verdient - denn dann können sie einen dorthin führen. An den Gefahren und Abgründen vorbei. Doch das Vertrauen einer Ratte zu verdienen, ist nicht leicht. Und selbst dann muss sich der Rattenrat zuerst darüber beraten und dem zustimmen. Ratten sind vorsichtig. Ihre Fähigkeit des Zeitenwechsels entwickelte sich daraus, dass sie in ihrer Zeit verfolgt wurden. In der Zeit, in die sie einst gehörten, war für sie kein Platz mehr. Also sind sie weitergezogen. Und sie tun es wieder, zum Beispiel wenn Ressourcen schwinden oder tödliche Krankheiten sie auszulöschen drohen.
      Eine Ratte kann niemand verfolgen, wenn sie das nicht will. Sie springt zwischen den bekannten Zeitblasen der Station, kann aber auch wie selbstverständlich mit einem Hopser wenige Minuten in der Zeit zurück- oder voranspringen.
      nobody.

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    • Der Klang der Zeitlinie
      Da die Tunnel der Zeitlinie aus Büchern gemauert sind, macht sich dies auch bei der Akkustik dieser Linie bemerkbar. Der Klang ihrer Stationen erinnert an Bibliotheken. In normaler Lautstärke gesprochene Worte verwandeln sich in ein Flüstern. Geflüsterte Worte, ein Räuspern oder Husten hingegen hallen durch die Gänge. Es ist auch immer wieder mal Papiergeraschel und Knuspern zu hören. Vielleicht von den Ratten, die sich in kleineren Tunneln in den Bücherwänden tummeln.
      Sonst hört man das Fauchen und Klappern der Zeitvehikel, aber auch gedämpft in anderen Tunneln vorbeirumpelnde Züge. Schlurfende Schritte, eilige, gehetzte Schritte. Das Geräusch mühsam schließender Türen, die trotz Widerstand schließlich zuschnappen. Das Geräusch von zuvor hektischen Schritten, die plötzlich langsamer werden, dann zögerlich wieder an Geschwindigkeit zunehmen und den Eindruck erwecken, man habe in die soeben abfahrende Bahn sowieso nicht einsteigen wollen.
      nobody.

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    • Mord im Dunkeln
      Hin und wieder geschieht es, dass Fahrgäste in einem Zug der U42* in einen Tunnel fahren und nirgends ankommen. Sie wurden nie wieder gesehen. Sind sie zwischen den Zeitblasen ausgestiegen?
      Unwahrscheinlich, schließlich hängen in den Zügen Warnschilder - "Nicht zwischen den Stationen aussteigen - Lebensgefahr! Danger of Death!".
      In der U42* erzählt man sich Geschichten über einen mörderischen Zug, der nur ein einziges Gefühl kennt - Mordlust gegenüber Fahrgästen. Es sei dieser Zug, der unerkannt auf der Linie sein Unwesen treibt, wie ein Phantom, immer wieder in unterschiedlicher Gestalt, da er diese wie alle anderen Züge fließend wechseln kann.
      Das Phantom schlägt nur zu, wenn die Waggons nahezu leer ist. Vielleicht würde es ihn zuviel Energie kosten, viele Fahrgäste auf einmal verschwinden zu lassen.
      Aus diesem Grund drücken und quetschen sich Fahrgäste an der U42* noch in die vollsten Züge - um bloß nicht einen späteren Zug zu nehmen, der leer sein könnte. Man weiß ja nie ...

      Es gibt einen Geheimbund von Detektiven auf der U42*, die den Unbekannten aufzuspüren versuchen. Sie verständigen sich mittels UZF, dem Unterirdischen ZeitFunk, und steigen auf Spurensuche sogar in leere Züge ein. Doch bisher waren ihre Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt.
      nobody.

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    • Yrda schrieb:

      Es gibt einen Geheimbund von Detektiven auf der U42*, die den Unbekannten aufzuspüren versuchen. Sie verständigen sich mittels UZF, dem Unterirdischen ZeitFunk, und steigen auf Spurensuche sogar in leere Züge ein. Doch bisher waren ihre Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt.
      Wahrscheinlich, weil sie dabei verschwunden sind...
      Weltenthreads | Weltenliteratur
      Fleischrechte für Fisch!
      WB-Chat | "Squisus vult!"
    • Yrda schrieb:

      Aus diesem Grund drücken und quetschen sich Fahrgäste an der U42* noch in die vollsten Züge - um bloß nicht einen späteren Zug zu nehmen, der leer sein könnte. Man weiß ja nie ...
      Ich finde dieses Detail besonders gut.

      Daran werd ich wohl jetzt denken, wenn ich das nächste Mal Leute sehe, die versuchen, sich in einen vollen Waggon zu quetschen.
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)