[2019-02] Flucht aus dem Siphon

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    • [2019-02] Flucht aus dem Siphon

      Fortsetzung der Adventskalendergeschichte: hier und hier

      Zusammenfassung für die Faulen:
      Spoiler anzeigen

      Der Schwarzoger Thorstein Valdklingsblut ist aus der Zentrale der Metaaggregation Schlaufe durch eine unglückliche Kartenkorrektur an einen Ort namens Siphon geraten, wo unfertige Ideen verschiedener Welten zusammen treffen und versickern. Außer einem sprechenden Igel namens Igor ist er dort allein und es sieht nicht so aus, als gäbe es einen Weg zurück.



      Die Zeit floss dahin, gleichmäßig wie der Strom an Weltessenz zu meinen Füßen. Ich wollte gar nicht wissen, wie viel Zeit schon vergangen war. Zwei Wochen vielleicht? Oder drei? Schwierig zu sagen, denn in diesem dunklen Rohr gab es nichts, was sich veränderte. Igor summte die meiste Zeit vor sich hin oder machte sich über meine Fluchtpläne lustig. Ich schlief viel und säuberte in der restlichen Zeit meine Axt und meinen Helm. Ich hatte weder Hunger noch Durst und auch ansonsten schien mein Körper jegliche Funktionen eingestellt zu haben. Ich war froh, dass wenigstens das mit dem Schlafen funktionierte.

      Und dann irgendwann, änderte sich etwas!

      Das komische Flimmern fiel mir zuerst auf. Ich kannte das doch von den Weltenübergängen aus der Schlaufe! Ich trat von einem Moment auf den anderen vom Halbschlaf in den hellwachen Zustand über. Unruhig schritt ich den Vorsprung auf und ab um zu lokalisieren, woher, das kommen konnte. "Was hast du denn jetzt schon wieder vor?", stöhnte Igor aus seiner kleinen Höhle, doch ich achtete nicht auf ihn. Das Kribbeln war stärker geworden und jetzt wusste ich auch, woher es kam! Das rostige Metallgitter, dass knapp über der Wasseroberfläche des Rohrflusses angebracht war und bei dem ich schon Dutzende Male versucht hatte, es rauszureißen schien vor meinen Augen förmlich zu vibrieren. "Da!", rief ich, "da gehts raus."

      Ich sprintete zu dem Gitter ung begann daran zu rütteln. Anders als die Male davor bewegt sich etwas und das Gitter ließ sich nach außen aufdrücken. Es schien mir auch größer als die Tage davor, quadratisch und vielleicht einen guten halben Meter im Durchmesser. Aus dem Loch hinaus blickte ich nur in flimmernde Schwärze, die ganz klar den Übergang zu einer anderen Welt darstellen musste. Ich wollte mich sofort Kopf voraus hindurchstürzen, doch dann hielt ich noch einmal inne und drehte mich zu Igor um: "Kommst du mit?", fragte ich ihn.

      "Sicher nicht.", sagte Igor, "und ich würde es dir auch nicht raten. Durch so einen Meta-Übergang gibt es große Störungen, es ist nicht sicher, ob wir so etwas überleben. Ich habe keine Chance, zusammengesetzt, wie ich bin und bei dir bin ich auch nicht sicher. Du bist zwar doch nicht so lang hier aber das Siphon verändert einen."

      "Ich muss da durch. Ich muss zurück in die Zentrale. Zu meiner Arbeit!" Zu Degor.

      "Tu, was du nicht lassen kannst", sagte Igor und seine Stimme wirkte leicht traurig, "Es war schön, wieder etwas Gesellschaft zu haben. Dann bin ich eben wieder allein..."

      "Ach Igor! Es war doch auch schön für mich, dich kennen gelernt zu haben. Aber ich muss weiter. Ich hoffe, du verstehst das. Willst du wirklich nicht raus hier?"

      Igor schüttelte nur nochmals stumm den Kopf. Ich drehte mich zum Gitter und zog mich, diesmal vorsichtig und mit den Füßen voran, hinaus.

      Für einen Bruchteil einer Sekunde sah ich nichts als schwarzen Nebel, dann landete ich in einem kleinen, aber sehr hohen, nach Zimt riechenden Raum. Die Wand, auf die ich blickte, war kahl und erdig, etwas Dämmerlicht schien von oben hineinzudringen. Ich richtete mich auf, drehte mich um und blickte auf die Wand, aus der ich gekommen war. Das Eisengitter war schwang geöffnet vor mir und beim Blick hinein konnte ich noch ansatzweise die Felsen des Siphons erkennen. "Igor!", rief ich, "Es ist sicher!", doch ich glaubt nicht, dass er mich hören konnte.

      Dann bemerkte ich die Zahl auf der Wand direkt über dem Gitter. Aus dem selben Metall wie das Gitter war eine große Neun gegossen. Ich verstand nicht, was sie zu bedeuten haben könnte, doch als ich meinen Blick schweifen ließ, sah ich noch weitere kleine Türen auf der Wand, die ebenfalls alle eine Ziffer trugen. 17, 5, und 20 lagen direkt auf meiner höhe, die anderen Türen lagen höher, ich zählte insgesamt sechs Etagen. Ich war gerade große genug, um die Türen der zweiten Etage zu öffnen, in der die Nummern 11, 2, 21 und 23 lagen. Ich ging noch einmal ein paar Schritte zurück und stellte fest, dass alle Zahlen zwischen 1 und 24 vertreten waren und mir dämmerte, wo ich hier gelandet sein musste:

      Der WB-Adventskalender!

      Ich hatte vollkommen verpasst, wie das dieses Jahr abgelaufen war und in welche Welten ich durch diese Geschichten gelangen könnte. Aber immerhin hatte ich nun eine Pespektive für den Weg zurück. Ich öffnete zuerst Tür 20, wo mir nur eine dicke rote Absperrfolie entgegen kam. "Geschichte noch nicht fertig :peitsch: " las ich darauf und ärgerte mich. Dasselbe kam mir bei den Türchen 17, 21 und 23 entgegen. Tür 11 hatte ebenfalls ein Absperrband, aber die obere, rechte Ecke war abgetrennt und ich konnte in ein gemütlich aussehendes Gasthaus werfen. Ich steckte meinen Kopf weiter hinein und vernahm plötzlich einen wohlvertrauten Geruch. "Irenäus!", rief ich, "Das ist die Weltwirtschaft!". Irenäus hatte mir immer gebratene Erdbärschnauze in die Zentrale geliefert und dieser Geruch hier kam unmissverständlich genau diesem Gericht!" Doch in der Küche war niemand. Ich überlegte. Wenn ich tatsächlich pünktlich aus meinem Türchen gekrochen war, dann müsste sich das Türchen zur Weltwirtschaft eigentlich in zwei Tagen öffnen. Das konnte ich doch tatsächlich ganz gut abwarten! Doch wer übernahm das Öffnen? Würde meine Anwesenheit den Ablauf so sehr, stören, dass es nicht dazu kam? Ich wollte das Erscheinen des Adventskalenders wirklich nicht aufs Spiel setzen. Ich überlegte kurz, ob ich die Zeit nicht einfach im Siphon abwarten sollte, doch das erschien mir ebenfalls riskant. Gerade jetzt dürfte das Türchen oft aufgerufen werden und meinem vergangenen Ich wollte ich auf gar keinen Fall begegnen, die Paradoxien würden wahrscheinlich den ganzen Kalender auseinander reißen.

      Also blieben noch die Türchen 2 und 5. Durch Tür 2 erblickte ich einen schönen Sonnenaufgang an einem Hang, Tür 5 schien an einem ruhigem Waldrand zu liegen. Beides relativ ungefährlich und die meisten hatten vermutlich schon beides gelesen. Letztendlich aus dem Grund, weil ich zu faul war, mich in die zweite Etage hochzuziehen, schlüpfte ich in Tür Nummer 5 und trat auf die Lichtung am Waldrand. Der leise Ton einer Flöte war zu hören.
      Zwei gesichtslose Tintenfische tanzen in den Tod

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    • Tö. schrieb:

      Oooh, kopfschüttel* Dieser Igor.
      Ist der Name Degor eigentlich extra als Gegenentwurf zu Igor entstanden. Würde gerade in dieser Geschichte gut passen. ^^

      Igor, der Igel hat gar nicht so viel mit dem realen Igor zu tun. Die Namensherkunft ist im zweiten Teil der Kalendergeschichte etwas genauer erklärt. Ich muss natürlich zugeben, dass der Name durchaus öfters durch meinen Kopf schwirrt und ich mich über Gelegenheiten freue, ihn einzubauen. Ähnlich ist mir Degor als ein of -gor endender Name da recht schnell eingfallen (erstes Wort meiner WBO-Geschichte und überhaupt erstes Wort, dass ich zur Schlaufe geschrieben habe). Eine explizite Referenz sollte es eigentlich nicht sein.
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    • Ich richtete mich auf. In einiger Entfernung sah ich ein kleines Dorf mit rauchenden Schornsteinen. Ein Kind lief auf die mir am nächsten liegende Hütte zu. Ich hielt mich in den Schatten der Bäume und beobachtete die Lage. Allein von dem, was ich sah, konnte ich nicht sagen, welche Welt das hier war und ob ich als Schwarzoger hier auffallen würde oder nicht. Ich überlegte, ob ich einfach zwei Tage hier im Wald verbringen sollte und dann einfach wieder durch das Kalendertürchen zurück und über die Weltwirtschaft zurück in die Schlaufe gelangen konnte. Ich war mir nicht ganz sicher, ob es so einach funktionierte, ob sich die Zeitlinien da hundertprozentig synchron verhielten oder ob das nur eine Eigenheit des Siphons war. Aber im Moment schien es mir als die hoffnungsvollste Variante.

      Inzwsichen war eine junge Frau vor die Hütte getreten, vielleicht die Mutter des Jungen. Sie blickte auf den Waldrand, aber in eine andere Richtung, als wo ich stand. Es schien mir als wartete sie auf etwas oder vielmehr auf jemanden. Ich zog mich noch ein paar Meter weiter hinter die Bäume zurück, da sah ich einen jungen Mann aus dem Wald kommen. Er hatte blonde Locken, lief barfuß und trug einen Hut mit bunten Bändern daran. Er spielte auf einer hölzernen Flöte eine lustige Melodie und wirkte überhaupt recht vergnügt. Ich hatte das Gefühl, ihn nicht zum ersten Mal zu sehen, konnte aber nicht einordnen, wo. Der Junge schien begeistert von der Musik zu sein und rannte auf dem Mann zu. Die Frau wirkte eher ängstlich. Der Flötenspieler sprach kurz mit dem Jungen, nahm ihn an die Hund und ging auf die Frau zu. Diese sank auf die Knie und schien den jungen Mann flehentlich um etwas zu bitten. Dieser blieb ganz ruhig und nach einigen Sätzen richtete sich die Frau wieder langsam auf. Ich konnte nicht verstehen, was sie sagten, aber dann sah ich, wie die der Mann dem Kind die Flöte in die Hand drückte. Jetzt wirkten alle zufrieden und der Flötenspieler ging wieder seiner Wege.

      Er war schon fast am Waldrand angekommen, als plötzlich seine Augen direkt in meine blickten. Ich erwartete angstvolles Entsetzen oder wenigstens Erstaunen, doch der Mann lächelte mich nur kurz verschwörerisch an, und lenkte seinen Blick sofort wieder auf den Pfad vor ihm, der ein paar Meter rechts von mir in den Wald mündete. Ich war mir sicher, dass er mich bemerkt hatte und war unschlüssig, was ich tun sollte. Er war mittlerweile im Wald angekommen und ging vergnügt den Pfad hinab. Gerade als er beinahe zwischen den Bäumen verschwunden war drehte er sich noch einmal um und blickte mir wieder direkt in die Augen. Diesmal hielt er den Augenkontakt länger und dann hob er seine Hand und bedeutete mir, zu ihm zu kommen. Ich stand wie versteinert da und erst als er sich wieder umgedreht hatte setzte ich mich langsam in Bewegung. Dank meiner langen Beine war es mir ein Leichtes, den Mann einzuholen. Da ich aber nicht wusste, was ich sagen sollte, blieb ich erstmal zwei Meter hinter ihm.

      "Besuch wie dich habe ich in dieser Gegend lange nicht gesehen", erklang dann die Stimme des Mannes. Sie klang sehr schön. Wieder wusste ich nicht, was ich sagen sollte und so ließ ich ihn erstmal weiterreden.

      "Leser nehmen normalerweise nicht so materielle Formen an, auch wenn ich natürlich trotzdem spüre, wenn sie da sind", fuhr er fort, "Aber aus dieser Welt hier scheinst du mir auch nicht zu sein. Nun erzähl mir! Wo kommst du her und wie kommt es, dass du nicht sprechen magst und stumm bleibst wie ein Fisch?"

      "Ich...", begann ich dann langsam, "bin kein Fisch..., ich meine ich bin Thorstein Valdklingsblut."

      "Soso. Und was treibt einen so großen Krieger wie dich in diese Gegend?"

      "Ich wollte hier gar nicht hin, ich muss zurück nach Hause. Ich komme aus dem Kalendertürchen, davor war ich..." Dann stockte ich. Die ganzen Erklärungen der Metaebene würde der Mann hier ganz sicher nicht verstehen. Und ehrlich gesagt hatte ich auch gar keine Lust, das alles zu erklären.

      "Ist ja auch nicht so wichtig.", sagte der Flötenspieler, "Du bist ein Reisender wie ich. Allerdings habe ich kein Zuhause, das ich aufsuchen muss. Ich ziehe herum und helfe den Leuten."

      "So wie der Frau vorhin?", fragte ich nach, "Warum wollte sie so dringend deine Flöte für ihren Jungen? Hat sie dich deswegen so angefleht?"

      Der Flötenspieler lachte schallend und schüttelte seine Locken. "Nein, um die Flöte ging es Tilla ganz und gar nicht! Die habe ich dem Kind gegeben, weil ich weiß, dass sie ihm einmal sehr nützlich sein wird. Tilla musste etwas lernen, was ich ihr geben konnte. Ich glaube, sie hat es sehr gut verstanden. Um was es allerdings genau geht, das ist eine Sache zwischen ihr und mir."

      Ich schwieg. Nach ein paar Augenblicken Stille fuhr der Flötenspieler fort

      "Viele Menschen müssen etwas lernen. Ich glaube, dass wir uns getroffen haben, bedeutet, dass ich auch dir etwas beizubringen habe."

      Ich war etwas verärgert. "Eigentlich will ich einfach nur zurück nach Hause. Ich glaube nicht, dass du mir dabei helfen kannst, es sei denn du beherrscht die Teleportation zwischen Welten. Außerdem habe ich schon einen guten Plan, wie ich zurück komme, ich muss nur übermorgen wieder am Kalendertürchen sein."

      "Ich kann dir sagen, dass das nicht funktionieren wird.", sagte Der Flötenspieler unvermittelt "Ohne mich wirst du den Weg zu dem Dorf nie zurückfinden und ich glaube, dass du auf deinem Weg nach vorne und nicht zurück gehen musst.Ich weiß mehr als du denkst, mein lieber Thorstein und auch wenn ich deine Heimat noch nie gesehen habe, kenne ich doch einige Wege und Kanäle in die höheren Ebenen, wo sie ja zu liegen scheint."

      Ich hielt kurz inne. In der kurzen Zeit, die wir im Gespräch verbracht hatten, waren wir sehr tief in den Wald eingedrungen und als ich mich umdrehte, war hinter uns von dem Pfad, auf dem wir gerade noch gelaufen waren schon nichts mehr zu sehen. Ich ärgerte mich, dass ich dem Flötenspieler so blindlings gefolgt war.

      "Warum machst du das?", fragte ich ein wenig ungehalten.

      "Du kommst schon irgendwann zurück, keine Angst. Doch deine Reise muss dich noch einiges lehren. Und ich möchte auch ein wenig von den Gefilden erfahren, in denen du sonst so dein Unwesen treibt."

      Ich seufzte. Es blieb mir wohl nichts anderes übrig, als dem jungen Mann zu folgen. Und so begann ich zu erzählen. Erst von den Schwarzen Landen, meiner Zeit als Krieger dort und wie wenig es mir dort eigentlich gefallen hatte. Dann von der Schlaufe, von Fähnrich Wurm und von Oberstudienrat Öckel. Und von Degor. Ich musste mich am Riemen reißen, dass ich meine Gefühle zu ihr nicht zu sehr offenlegte, aber der Flötenspieler bekam wohl auch so mit, was lief. Ich hatte ja auch erst in den letzten Wochen im Siphon bemerkt, wie viel sie mir eigentlich bedeutete, im Alltag in der Zentrale war mir das nie so aufgefallen. Igor hatte ich nicht davon erzählen können, der hätte sich nur darüber lustig gemacht. Ich erzählte dem Flötenspieler auch vom Siphon, von Igor und schließlich von meiner Flucht durch das Adventskalendertürchen. Er schien zwar nicht alles ganz zu verstehen, wirkte aber auch keineswegs schockiert über meine Geschichte. Ich hoffte, dass seine Versprechung von einem Weg zurück sich nicht als leer herausstellte.

      Wir schritten den ganzen Tag durch den Wald, machten zwischendurch Rast an einem kleinen Strom und am Abend zündete der Flötenspieler ein Feuer an und briet uns Fleisch, das er in seinen Taschen hatte. Mir fiel erst Stunden später auf, dass ich wieder mit Appetit essen konnte und das machte mich sehr froh. Der Flötenspieler erzählte mir allerlei Geschichten von Dingen, die erlebt hatte und auch Sagen aus anderen Ländern von großen Königen und Inselhelden.

      Die nächsten Tage gingen genauso. Fragen, was den unser Ziel sei, beantwortete der Flötenspieler immer nur mit "Weiter." oder "Der Baum da vorne" oder "Überall hin." Manchmal kamen wir an ein Dorf,wo er mich bat, mich am Rand zu bleiben, während er mit den Bewohnern sprach. Gleich im ersten Dorf holte er sich eine neue Flöte und ab da verkürzten neben seinen Geschichten auch schöne Melodien den Weg. Ich fragte mich immer wieder, was er mit der Reise denn nun wirklich bezwecke, aber ich fand auch Gefallen in der Ruhe und Entspannung, mit der wir durch die Wälder zogen.

      Am siebten Tag sprach der Flötenmeister: "Heute kommen wir zu einem Ort, der dir vielleicht helfen kann, deiner Heimat näher zu kommen. Ein guter Freund von mir lebt dort, er wird sich freuen mich zu sehen."

      Der Ort stellte sich als größerer Schuppen heraus, aus dem ein freundlicher Mann mit bunter Weste und schwarzem Kraushaar und Schnurrbart trat. Er stellte sich als der Brunnenwächter vor und freute sich tatsächlich über den Besuch. Er lud uns erstmal zu einer ordentlichen Mahlzeit ein. Dann führte er uns zur Wiese hinter seinem Schuppen, auf der ein großer steinerner Brunnen stand. "Reinspringen würde ich nicht, das ist nicht sicher.", sagte er. Aber eine Nachricht kannst du dadurch schicken und sie wird durch alle Welten und Reiche hindurch ihren Empfänger finden. Ich war nicht sicher, ob ich enttäuscht oder glücklich sein sollte, doch nach einigem Zögern sagte ich freudig: "Das ist gut, vielen Dank mein Herr!". Wir gingen wieder in seine Stube und er gab mit ein Stück Papier. Während ich überlegte, was ich Degor schreiben könnte, fiel mir noch etwas ein. Ich fragte nervös: "Gibt es ier vielleicht etwas, was ich einer mir sehr wichtigen Person schenken könnte?"

      "Um wen handelt es sich denn?", fragte der Brunnenwächter.

      "Degor.", antwortete ich,"Sie ist eine Elbin"

      "Hm, ich glaube da habe ich was. Elben mögen doch Musik, oder?"

      Er verschwand kurz in einem Nebenraum und kam kurz darauf mit einer wundervoll geschnitzen Harfe zurück. "Nimm das!", sagte er dann. "Je mehr Musik in fremden Welten erklingt, desto glücklicher macht mich das." Ich zögerte erst wieder, aber als auch der Flötenspieler mir aufmunternd zunickte, nahm ich das Instrument und machte mich ans Schreiben der Nachricht. Ich war nicht gut darin die richtigen Worte zu finden und so wurde es am Ende nur eine sehr kurze Nachricht, die ich Degor schicken würde:

      Das ist für dich, Degor. Ich find schon wieder zurück. Thorstein


      Ich faltete den Zettel und wickelte ihn um die Saiten der Harfe. Dann gingen wir wieder zum Brunnen und nach einer kurzen Formel des Wächters ließ ich die Harfe in das Loch gleiten. Kein Aufprallgeräusch ertönte.

      Am Abend spielten der Flötenspieler und der Brunnenwächter gemeinsam auf den verschiedenen Instrumenten, von denen in dem kleinen Schuppen erstaunlich viele vorhanden waren. Ich hörte zu, wippte im Takt und dachte an Degor. Es würde sich schon alles irgendwie gut ausgehen...
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    • Vinni schrieb:

      <3

      Mal sehen, ob ich den Brunnenwächter auch mal kennenlerne...

      Ich bin sehr glücklich, dass es dir gefällt :klatsch: . Ich wollte der Figur des Flötenspielers auf jeden Fall gerecht werden. Ob du den Brunnenwächter mal verwenden wirst, bleibt dir überlassen. Ich siedle ihn metamäßig so an, dass er durchaus Kontakt zu verschiedenen Welten hat, sich aber auch mal längere Zeit in einer aufhält.

      Und weiter gehts:

      _____________________________________________________________

      Ich blieb einige Tage im Haus des Brunnenwächters. Das Essen war großartig und die Musik, die jeden Abend erklang beruhigte mich. Zwar wollte ich immer noch bald zurück in die Schlaufe, die große Eile aber hatte mich verlassen. Wie es weitergehen würde, verriet mir niemand, aber meine beiden Gastgeber schienen Pläne irgendeiner Art zu haben. Sie sprachen in den Tagesstunden stunndenlang miteinander während ich kleine Spaziergänge draußen am Waldrand machte und am Brunnen saß.

      Beim Frühstück des sechsten Morgens sagte der Flötenspieler dann: "Ich glaube, es geht jetzt weiter für uns zwei Thorstein. Wir haben die Gastfreundschaft meines Freundes lange genug in Anspruch genommen. Allerdings fürchte ich, wir werden nicht gemeinsam weitergehen können. So lange du mit mir gehst, wirst du keine Wege auf die höheren Ebenen finden, die du suchst. Dazu bin ich zu fest in dieser Welt hier verankert."

      "Kannst du mich nicht vielleicht wieder zum Kalendertürchen führen?", fragte ich vorsichtig.

      "Mein Weg wird sehr lange nicht dort vorbeiführen" , antwortete er langsam, "Ich bin zwar frei dahin zu gehen, wo ich will, aber einige Leute brauchen meine Hilfe dringender als du Thorstein. Erinnere dich daran! Vorwärts gehen, nicht zurück. Ich weiß, dass du auf dem Weg, den du gehen musst, noch vieles Wertvolles mitzunehmen hast und dessen will ich dich nicht berauben. Nur Mut! Sobald ich weg bin, kann dich der Brunnnenwächter auf Wege führen, die verschlossen wären, solange ich noch da bin."

      Und so wanderte der Flötenspieler gut gelaunt kurz nach der Mittagsstunde in den Wald hinein. Noch lange sah ich seinem Hut mit den bunten Bändern nach. Dann packte auch ich meine Sachen zusammen, der Brunnenwächter gab mir noch eine Menge Proviant mit und zwei Stunden vor Sonnenuntergang machte auc ich mich auf den Weg in den Wald.

      "Folge erst einmal dem selben Pfad, den der Flötenspieler gegangen ist.", riet mir der Brunnenwächter. "Du wirst an einer ganz anderen Stelle herauskommen als er. Du siehst jetzt schon, der Wald sieht ganz anders aus. An meinem Schuppen sind die Welten immer ein wenig in Bewegung, Auscchläge von Metawellen würdet ihr es vermutlich nennen. Die Metavorhersage ist gut für heute, vielleicht führt dich der Weg an einen Ort, der dich näher an dein Ziel bringt. Ich wünsche dir viel Glück."

      Ich marschierte los, hinein in den Wald, die Luft wurde feucht und stickig. Es dauerte nicht lang und ich befand mich auf einer Art Damm in einem Sumpfgebiet. Wenn das hier die Schlaufe wäre, hätte ich in so einer Gegend Trch'zon erwartet, doch außer summenden Fliegen bemerkte ich keine Spur von Leben. Eintönig zog sich die Landschaft dahin, statt eines Sonnenuntergangs bekam ich einen matt gräulich leuchtenden Nebel, der weder heller noch dunkler wurde. Irgendwann sah ich nur noch den Damm vor mir der sich als einziger Orientierungspunkt durch das wabernde Nichts zog. Ich wurde schläfrig und mein Körper lief wie in Trance weiter. Ich verlor jegliches Zeitgefühl. Ich versuchte mir Gesichter vorzustellen, von Degor und vom Flötenspieler, von der Frau in dem Dorf und von Irenäus, doch es fiel mir zunehmend schwerer.

      Metalldinger. Ich war fast drübergetolpert. Aber sie waren da. Und da vorne wurde es heller. Nach vorne! Immer entlang an den Metalldingern. Gleise, hießen die, das hätte ich fast vergessen. Gleise, da konnte man entlanggehen. Und ich ging. Ich hatte doch noch was zum Essen. Hier, in der Tasche. Weitergehen, die Gleise entlang! Wie ein Zug! Wo war eigentlich der Zug? Hoffentlich überfuhr der mich nicht gleich. Ich ging schneller. Ich war Thorstein Valdklingsblut und musste zurück in die Schlaufe, jetzt wusste ich es wieder. Natürlich musste ich schneller gehen. Und je weiter ich ging, desto mehr fiel mir wieder ein. Und es wurde heller. Die Bahnstrecke vor mir war jetzt ganz klar zu sehen und in einiger Entfernung war da auch ein Licht. Ich hoffte, dass es ein Bahnhof war. Und die einzige Art das herauszufinden war es, hinzugehen, so schnell wie möglich.

      Als ich den Bahnhof erreichte, waren meine Gedanken wieder klar sortiert. Ein altmodischer Zug stand auf dem Gleis vor mir. Ich kletterte auf den menschenleeren Bahnsteig und sah mich um. Die Türen des Zuges waren geschlossen, doch in einigen Abteilen brannte Licht. Und auch in dem kleinen Bahnhofsgebäude rechts von mir war Licht. Ich drückte die Tür auf und sah einen Schalter mit einer kleinen Schaffnerin, die eifrig Papierformulare ausfüllte. Sie blickte auf

      "Ja sieh maa eener an! N Faagast. Wo sollsn hingehn?"

      Ich war irritiert. "Wohin fährt der Zug?"

      Die Frau verdrehte die Augen "Die ganz nomale Linie, ne?"

      "Gut, dann einmal bis zur Endstation", sagte ich schnell, und warf einen bronzenen Knopf auf den Tisch, von dem ich hoffte, er würde als Bezahlung akzeptiert werden.

      "Dat sin dann 6 Knuts.", sagte die Schalterbeamtin. Sie nahm den Knopf in Augenschein und hob ihn kurz hoch.

      "Nehmse", sagte sie nach einer kurzen Pause und drückte mir ein Ticket in die Hand.

      Wo es mich hinführen würde interessierte mich in diesem Moment nicht. Irgenwohin würde es schon führen und Züge waren eh immer gut. Ich ging hinüber zum Zug, riss die Tür auf, stolperte in ein leer erscheindendes Abteil und ließ mich erleichtert auf eins der Polster fallen. Den schmächtigen Jungen gegenüber, der aufgrund meines Anblicks die Augen weit aufriss, beachtete ich nicht. Ich war kurz davor, einzudösen, als ich klar und hell die Stimme der Zugansage vernahm:

      "Willkommen im Zug der Linie U78 in Richtung: Vektor; Nächster Halt: Klein-Quakenbrück"
      Zwei gesichtslose Tintenfische tanzen in den Tod

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    • "He, du! Aufwachen! Du sitzt auf meiner Jacke!"

      Ich blinzelte verschlafen. Eine Jungenstimme hatte mich geweckt. Da war sie wieder:

      "Könntest du bitte mal aufstehen? Ich will meine Jacke anziehen!"

      Als ich meine Augen wieder einigermaßen geöffnet hatte, blickte ich mich im Abteil um und sah, dass die Stimme von einem etwa elfjährgien Menschenungen kam, der auf einem Sitz mir gegenüber saß. Er hatte strubbeliges dunkles Haar und ein wenig angriffslustig aussehnde grüne Augen. Seine Kleidung war alt und abgetragen, neben ihm stand eine große schwarze Reisetasche. Er wiederholte nochmals die Forderung nach seiner Jacke und endlch war ich wach genug, um sie zu verstehen. Ich zog das braune Kleidungsstück hinter meinem Rücken hervor und gab es dem Jungen "Tschuldigung!", murmelte ich.

      Der Junge nahm die Jacke an sich und steckte seine schmächtigen Arme in die Ärmel. Dann lehnte er sich wieder in seinem Sitz zurück, verschränkte die Arme und sah mich wieder herausfordernd an. Ich war nicht wirklich sicher, was ich sagen sollte und blickte stattdessen aus dem Fenster. Die Nebellandschaft war einem Marschland gewichen mit Wiesen und einzelnen verstreuten Höfen. Kleine Deiche mit grasenden Schafen zogen sich zwischen den Feldern hindurch und der Himmel war in einem trüben Grau gefärbt. Leichter Nieselregen fiel und es zog ein wenig kalte Luft zum Fenster hinein, das wohl nicht ganz dicht war. Kurz wandte ich meinem Blick wieder dem Jungen zu. Dieser sah mich immer noch unbeirrt an. Um mein Unwohlsein nicht noch weiter anwachsen zu lassen sprach ich ihn an:

      "Wo sind wir hier gerade?"

      "Du kennst dich gar nicht aus hier, oder? Wir sind gerade kurz vor Siechersbeek. Vermutlich wird er wieder durchfahren. Der Bahnsteig ist mittlerweile schon fast nichtmehr zugänglich", antwortete er.

      "Aha", sagte ich lahm, "Ich fahre zum ersten Mal mit diesem Zug. Welche Metaebene ist das hier, weißt du das?"

      Der Junge sah mich wieder für ein paar Sekunden an. Er schien einschätzen zu wollen, ob ich eine Gefahr für ihn darstellte.

      "Mit Metaebenen kenne ich mich nicht aus. Hier ist nur die U78. Wo willst du hin?", sagte er schließlich.

      "Schlaufe.", sagte ich, "Liegt ein paar Metaebenen höher. Ich komme von dem Nebeldamm hinter dem Bahnhof und war davor in einigen anderen Welten unterwegs."

      "Okay, aus der Richtung kommen tatsächlich manchmal seltsame Gestalten", antwortete der Junge dann, "Auf jeden Fall: Wenn du aus diesem Zug aussteigst, wirst du niemanden sagen, dass du mich hier gesehen hast. Oder dass es mich überhaupt gibt."

      Ich war etwas zögerlich. Der Junge versteckte sich hier offensichtlich vor etwas oder jemandem. Ich nickte ihn ermutigend an und sagte: "Ich werde nichts sagen. Du musst mir auch nicht erzählen, was los ist. Ich bin Thorstein, übrigens, ich hab mich nich nicht vorgestellt."

      "Mich kannst du Harry nennen, wenn du magst. Harry Potter. Ist genauso gut wie jeder andere Name."

      "Alles klar.", sagte ich, "und kannst du mir vielleicht irgendwie sagen, wo ich hinfahren soll?"

      "An deiner Stelle würde ich erstmal bis zum Vektor durchfahren", meinte Harry, "von da aus kommt man an alle möglichen Punkte. Du kannst dich ja durchfragen. Ich hab mal irgendwas zu Metageschichten an der Station Übersbrück unter Kamm gehört, vielleicht probierst du es mal da. Auf unserer Linie wirst du jedenfalls nichts Spektakuläres finden. Gerade sind wir nur zu fünft hier drin, einer in jedem Wagen. Ich kann hier eh nicht weg, deswegen halte ich die Stellung in diesem Wagen, schon ziemlich lang. Aber darum brauchst du dich nicht kümmern."

      "Warum Stellung halten?", fragte ich verwundert,"Fahren denn keine anderen Fahrgäste mit dieser Linie?"

      "Nee, wer will denn noch in diese Gegend hier? Hinter dem Uttruper Feld wirds an gelben Dienstagen und Freitagen etwas mehr. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass der Zug noch besetzt bleibt. Aber wenigstens wird man hier auch in Ruhe gelassen."

      Der Zug fuhr nach Norden und der Regen wurde stärker. Wie von Harry vermutet ratterten wir ohne Halt durch den Bahnhof Siechersbeek, wendeten im Kopfbahnhof Söggershade und kamen eine Stunde später an der Gleiskreuzung Uttruper Feld an. Hier hielt der Zug zwar eine Viertelstunde, aber die einzigen Leute, die ich aus dem Fenster sah, waren Bahnleute, die Schubkarren voll Kohle in die Lok nachfüllten. Der Zug setzte sich wieder in Bewegung und wider eine Stunde später passierten wir den Abzweig Lankesmühlspitz, wo verlassene und überwucherte Gleise ins Nirgendwo führten. Harry und ich redeten die ganze Zeit nur wenig, er bot mir ein Stück von seinem Käsebrot an. Ich hatte es gerade aufgegessen und war wieder dabei, etwas müder zu werden, da hörte ich zum ersten Mal seit meiner Abfahrt wieder die Zugansage:

      Nächster Halt: Vektor; Endstation der U78; Auf Wiedersehen!


      Ich richtete mich auf un setzte den Helm wieder auf. "Auf Wiedersehen, Harry", sagte ich. Als ich gerade die Abteiltür öffnen wollte, fiel mir ein Wort des Flötenspielers wieder ein. Du hast auf dieser Reise noch viel zu geben. Ich wusste zwar nicht wie viel Harry und der U78 das nützen würde, aber es fühlte sich richtig an, hier etwas zu hinterlassen. Ich nahm meinen Helm wieder ab und legte ihn gemeinsam mit meiner Axt zurück auf den Platz, auf dem ich vorher gesessen war. "Hier, vielleicht könnt ihr das brauchen", sagte ich und ging, ohne eine Antwort des Jungen abzuwarten, aus dem Abteil hinaus und begab mich in Richtung Zugtür.

      Genau in diesem Augenblick kam der Zug zum Stehen und ich könnte die Tür öffnen. Sofort schlugen mir Tausende Gerüche und Stimmen entgegen. Und so spuckte mich der Zug hinaus ins gleißende Licht in das Gewirr der Netzzentralstation Vektor.
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    • Wie in Trance glitt die Menge an Kreaturen an mir vorbei. "Blicken Sie doch nicht so starr!", tönte eine Stimme direkt an meinem Ohr, doch bis ich mich umgedreht hatte, war ich schon wieder ganz woanders und zehn Sekunden später war ich mir nicht einmal sicher, ob ich überhaupt gemeint gewesen war. Die Duftmischung von Weihrauch, Schweiß und Gas machte mich schläfrig und ruhelos zugleich. Intuitiv ging ich eine Treppe nach oben, dann noch eine. Ein wenig besser wurde die Luft dadurch, nur waren noch mehr Leute da oben.

      Ich war jetzt am Rand einer größeren Halle, in der aus allen Richtungen Anzeigen blinkten und Leute gehetzt von einem Gleis zum nächsten hetzten. Aus Rohren deren Zweck ich nicht erkennen konnte, dampfte lilafarbener Rauch. Ich war größer als die meisten anderen Fahrgäste, allerdings schien ich auch nicht ungewöhnlich groß zu sein. Zumindest wirkten die Leute nicht besonders erschrocken.

      Als mein Blick auf die große Wand rechts von mir fiel, bemerkte ich den Linienplan. Ein Gewirr aus Bändern verschiedener Farbe bildete wohl das Gesamtkonzept dieses Weltennetzes ab. Ich brauchte nicht lange, um etwas rechts von der Mitte die Station Vektor zu finden. Vier oder fünf Linien entsprangen bei ihr, die U78, mit der ich gekommen war, war allerdings nicht eingezeichnet. Ich versuchte mich zu erinnern, welche Station Harry mir geraten hatte. Übersbruck am Kamm oder so atte die geheißen. Aber so sehr ich mich auch bemühte, eine Station diesen oder ähnlichen Namens konnte ich auf dem Plan nicht finden. Allerdings hatten viele Linien wohl nicht alle Stationen eingezeichnet.

      Vielleicht konnte ich irgendwo nachfragen. Ich streifte ein wenig durch die Halle, aber einen Platz, der nach Fahrgastinformation aussah, konnte ich nicht entdecken. Ich begann wahhlos Fahrgäste anzusprechen, aber die meisten schenkten mir gar keine Beachtung und die, die es taten, zuckten nur kurz mit den Schultern oder gaben unhöfliche Antowrten.

      Intuitiv bewegte ich mich immer weiter nach oben durch die Station durch und ohne dass ich bemerkte, wie genau ich dort hingekommen war, befand ich mich in einer sehr langen Steinwendeltreppe, deren Ende auch nach einem Dutzend Runden nicht in Sicht war. Ich überlegte schon, ob ich umkehren sollte, da öffnete sich der Gang vor mir und ich stand auf einer Plattform, die auf einem schwebenden Felsen in einem stürmisch enWolkenmeer lag. Auf einem Schild war in türkisblauer Farbe der Schriftzug "Wolkenlinie U3" zu lesen.
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    • Über dem Bahnsteig überkam mich ein etwas seltsames Gefühl. Wie als wäre ich nur einen halben Schritt gegangen, wenn ich eigentlich einen ganzen hätte machen müssen. Ich schüttelte mich kurz und blickte mich um. Auf dem Bahnsteig neben mir waren nur wenige Leute. Unsicher bewegt ich mich vorbei und suchte nach einer Indikation, wo mich ein Zug hier hinführen könnte. An einem kleinen Häuschen fand ich wieder den Liniennetzplan, auf dem ich die Station "Übersbrück unter Kamm" wieder nicht finden konnte. Die Linie U3 schien nach Nordwesten zu führen, ich entschied mich einfach mal einzusteigen, falls dies möglich war. Allerdings besaß ich keinen Fahrschein.

      Nach kurzem Überlegen sprach ich eine Menschenfrau mittleren Alters an, wie es denn mgölich sei, Fahrscheine für diese Linie zu erwerben.
      "Da brauchen Sie Luftmuschelperlen. Eine für jede Fahrt, die Dauerkarte kostet siebeneinhalb, allerdings lassen sie sich nicht besonders gut teilen."
      "Und wo bekomme ich diese Perlen?", fragte ich.

      "Die tauchen immer irgendwo auf. Rausgeben tut sie die Betreibergesellschaft. Aber wissen Sie was: Ich habe ja schon gesagt, dass das mit den siebeneinhalb Muscheln etwas schwierig ist. Deswegen habe ich gleich zwei Dauerkarten für fünfzehn Perlen gekauft. Sie können die andere erstmal haben, unter der Bedingung, dass Sie mit mir fahren."

      Die Frau zog ein türkisblaues Papierticket aus ihrer Tasche und hielt es mir hin. Ich nickte und brummelte: "In Ordnung. Vielen.. ähhh... Dank". Ich nahm das Ticket und sah die Frau unsicher an.

      Sie lächelte mich an. "Sie kennen sich hier nicht gut aus und für das nächste Stück helfe ich Ihnen gerne. Ich habe mich auch noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Anjubis vor Garzenbrick und ich bin fahrende Schreiberin. Hauptsächlich Berichte. Mit wem habe ich das Vergnügen?"

      "Thorstein Valdklingsblut. Ich komme aus der Schlaufe. Ein paar Metaebenen höher."

      "Kenne ich nicht. Aber ich lerne immer gerne über andere Gegenden."

      In diesem Moment rauschte ein Zug durch den Wolkentunnel, hielt an der Haltestelle und Anjubis von Garzenbrick winkte mich zu einer der sich öffnenden Türen. Ich musste mich ducken, um durch zu kommen, aber der Zug war gemütlich und wir fanden zwei gegenüber liegende Sitzplätze.
      "Sachen aufschreiben ist wichtig", sagte Anjubis, als wir uns eingerichtet hatten," ich weiß gar nicht so genau, wie ich damit angefangen habe und warum das so viel geworden ist. Meine Manuskripte lagere ich in meinem Schließfach im Vektor. Von dort werden sie durch das Transportsystem weitergeleitet und an allen möglichen Orten angezeigt. Letztes Jahr habe ich den U1-Preis für die langweilgste Landschaftsbeschreibung ohne die Verwendung des Worts "majestätisch" bekommen. Ich bin aber nicht zur Preisverleihung gegangen."

      "Sehr interessant", sagte ich in einer kurzen Sprechpause, "Wissen Sie zufällig, wie ich zur Station Übersbrück unter Kamm komme? Mir wurde gesagt, dort gäbe es Chancen, die Metaebene zu wechseln."

      "Ja, das weiß ich. Da fahren wir erstmal bis Höhenangst und dann weiter mit der U4. Bleiben Sie einfach bei mir, das liegt eh nicht so weit weg von meiner Route. Aber erzählen Sie mir doch etwas von Ihrer Heimat, vielleicht kann ich es verwenden für einen Text."

      Und so begann ich wieder einmal zu erzählen. Von Degor, Öckel und Fähnrich Wurm in der Schlaufe, dann von Igor, dem Igel im Siphon, dem Adventskalender, dem Flötenspieler und dem Brunnenwächter, dem Gang zum Nebelbahnhof Bebelberg, und schließlich von Harry Potter und der U78. Anjubis schrieb mit einem türkisfarbenem Stift auf beigefarbenen Papier und lächelte die ganze Zeit verschmitzt. Ob das, was sie aufschrieb, etwas mit dem zu tun hatte, was ich erzählte, konnte ich nicht sagen, denn sie verwendete eine Schriftart, die ich nicht lesen konnte.

      Wir passierten einige Zwischenstationen, aus dem Fenster war nur der Sturmtunnel, durch den wir giltten zu sehen. Am Bahnhof Höhenangst stiegen wir aus und Anjubis reichte mir eine silberne Marke, von der sie mir erklärte, sie wäre der Fahrschein für die U4. Wir gingen durch das auf einem Gebirgzug liegende Bahnhofsgebäude und nach nur kurzer Wartezeit konnten wir in den Zug der U4 umsteigen. Anjubis erklärte mir, das hier wäre die kaiserliche Falorej-Linie und wir müssten jetzt nur noch bis zur Station Fareth fahren. Von dort wäre es dann nicht mehr weit bis Übersbrück unter Kamm. Sie erzählte mir auch noch von weiteren Schreibwettbewerben, an denen sie teilgenommen hatte und von ihren Lieblingslinien im Weltennetz.

      Kurz bevor wir den Bahnhof Fareth erreichten, öffnete sich unsere Abteiltür. Ein schlanker junger Mann mit Anzug und Krawatte und einem Rollkoffer stand vor uns. Er wirkte verschwitzt und gehetzt.

      "Entschuldigung!", sagte er, "Ich glaube ich bin hier falsch. Ich wollte eigentlich zum Flughafen, bin aber wohl im falschen Zugteil gelandet. Die Druchsagen waren nicht so eindeutig und in Neyfaran hatte ich nicht genug Zeit umzusteigen. Können Sie mir sagen, wie ich von hier am besten zum Flughafen komme?"
      Ich war verwirrt. Von einer Zugteilung hatte ich gar nichts mitgekriegt und an einen Halt namens Neyfaran konnte ich mich auch nicht erinnern. Anjubis aber lächelte verständnisvoll und sagte:

      "Das Problem kommt öfters vor. Ich werde Ihnen den richtigen Weg am Farethen Bahnhof zeigen. Thorstein, bleiben Sie hier und steigen einfach in Fareth aus. Wir treffen uns dann vor dem Bahnhofs-Hauptgebäude dort. Es wird nicht lange dauern."
      Sie nahm den Fremden bei der Hand und verschwand aus der Abteiltür.

      Ich stand ebenfalls auf, als der Zug begann sich zu verlangsamen. Doch als ich auf den Gang trat, war dieser so verstopft mit Leuten, dass ich nicht wusste, wie ich am besten hinauskommen sollte. Von Anjubis und dem Reisenden, der zum Flughafen wollte, war nichts zu sehen. Ich versuchte, mich in Richtung Ausgang zu drängen, die Türen waren bereits geöffnet. Leider erwies sich diese Unterfangen für Personen meiner Größe als noch schwerer als normal und ich wurde von einem noch hektischer aussehenden Geschäftsmann als der vorhin in ein anderes Abteil gedrängt und blieb dort erstmal ein paar Sekunden liegen. Das Geräusch schließender Türen brachte mir dann die Gewissheit: Ich musste weiterfahren. Ich sah noch einmal aus dem Fenster. Anjubis und er Geschäftsmann mit dem Rollkoffer liefen schräg vor mir das Gleis entlang. Ich versuchte ihren Blick zu erhaschen, auch als der Zug sich schon wieder in Bewegung setzte. Im letzten Moment kreuzten sich unsere Blicke doch noch. Sie hob nur wenig überrascht die Hand und winkte. Dann zuckte sie noch einmal kurz mit den Schultern und drehte sich dann wieder um. Ich zuckte ebenfalls mit den Schultern und fuhr dann eben noch ein Stück weiter.
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    • Station um Station zog an meinem Fenster vorbei. Cumbrej, Tutrob, Bethcar.Ich war die meiste Zeit allein im Abteil, zwischen Bethcar und Zabothi fuhren drei junge gnomartige Wesen mit mir, die sich angeregt über die aktuelle Preisentwicklung gebelzter Ringnüsse unterhielten. Sie beachteten mich nicht und das war mir in diesem Moment ganz recht so. Die Landschaft draußen war abwechslungsreich, auch wenn sie unnatürlich schnell vorbeizuzihen schien. Zwischen Meridar und Evish ging die Sonne unter und ich döste ein wenig vor mich hin.

      Ich wachte erst wieder in der Endstation Smojfót auf, als ein Schaffner mich darauf aufmerksam machte, dass ich den Zug doch bitte nun endgültig verlassen sollte. Wieder einmal trat ich an das Gleis und ging unschlüssig einigen anderen Fahrgästen hinterher, die eine Treppe am Ende des Bahnsteiges hinuntergingen. Ich gelangte an ein anderes Gleis, an dem ein orangenes Schild anzeigte, dass hier die Linien U5 und U29 vorbeikommen würden. Ein Ticket hatte ich diesmal nicht, aber ich hatte überhaupt keine Motivation mich wieder durchzufragen. Beziehungsweise darüber zu schreiben (* :pfeif: ). Ich musste wieder kurz den Kopf schütteln. Was war das grade? Fühlte sich das wie eine Meta-Ebenen-Verschiebung?

      Jedenfalls beschloss ich einfach auf mein Glück zu hoffen und in den nächsten Zug einzusteigen. Es begab sich, dass es sich dabei um einen Zug der Linie U29 handelte, ein älteres Gefährt, das ein wenig mehr Geräusche als nötig produzierte. Ich stieg ein und wir fuhren durch die Dunkelheit. Erst einmal fand ich keinen Sitzplatz und ich musste mich ein wenig ducken, um nicht an der Decke anzustoßen. Vielleicht fuhr der Zug ja nach Übersbrück unter Kamm. So richtig glaubte ich nicht daran. Und überhaupt: Ob mich dieser Halt in die Schlaufe oder sonst-wohin führen würde, wusste ich ja auch immer noch nicht. All diese Leute, die ich getroffen hatte. Ich hatte das Gefühl, irgendeinen Sinn musste das doch gehabt haben. Der Flötenspieler zum Beispiel: Der hatte gesagt, ich hätte noch was zu geben oder so. Handelte es sich dabei um den Helm und die Axt, die ich Harry aus der U78 gegeben hatte?

      Mit meinen sich im Kreis drehenden Gedankenn rumpelte der Zug durch die Nacht. Ich achtete nicht auf die Stationen und rempelte zwei Mal aus Versehen aussteigende Fahrgäste an. Es wurde immer leerer und wieder einmal verlor ich jegliches Zeitgefühl. Es mussten einige Stunden vergangen sein, als auch dieser Zug seine Endstation erreichte und ich hinausstoplerte.

      Ich fand mich an einer verschneiten Vekehrsinsel wieder. Einige überdachte Sitzplätze waren angebracht und am Gleis war auf einer digitalen Anzeige zu sehen, dass der nächste Zug in 17 Minuten abfahren würde. Es war immer noch Dunkel, am Horzont deutete sich aber an, dass wohl bald die Sonne aufgehen würde. Auf einem der Sitzplätze saß eine stark geschminkte Frau und schaute auf ein Smartphone. ich setzte mich auf einen Sitzplatz neben sie und starrte die Anzeige an.

      Nach einigen Minuten waren es immer noch 17 Minuten. Über der Anzeige las ich jetzt auch den Stationsnamen: "In Memory of Marian Sahtarski". Die straßenbahnartigen Gleise verschwanden nach nur wenigen Metern im Morgennebel. Für einen Moment dachte ich, eine menschliche Gestalt, die Schienen entlangwandren zu sehen, doch einen Moment später war sie schon wieder verschwunden.

      Die Frau tippte immer noch auf ihrem Smartphone. Sie war stark feschminkt und ihre langen schwarzen Haare fielen ihr immer wieder ins Gesicht. Bei näherer Betrachtung sah sie jünger aus, als ich zunächst angenommen hatte. Ich hatte das dringende Bedürfnis, die Stille zu durchbrechen.
      "Wissen Sie, wer Marian Sahtarski ist?"
      "Klingt nach einem osteuropäischen Komponisten. Ich weiß es aber auch nicht. Können wir Du zueinander sagen? Ich bin Ara."
      "Thorstein"
      "Okay, Thorstein. Ich warte auch auf die Bahn, aber ich denke der Anzeiger ist kaputt. Hattest du wenigstens einen guten Abend?"
      "Kann man nicht sagen, nein"

      Ein paar Sekunden herrschte Stille. Dann antwortete Ara.

      "Du bist schon lange unterwegs, oder? Ich habe hier schon einige gestrandete Reisende erlebt."
      "Ja, ich habe schon einige Stationen hinter mir. Ich muss nach Übersbrück unter Kamm."
      "Na, da hast du noch einiges vor dir. Was willst du dort?"
      Jemand hat mir gesagt, dort gäbs Meta-Verbindungen auf höhere Ebenen. Auf einer von denen wohn ich."
      "Okay, das klingt nicht allzu vielversprechend... Und in die U1 kommt man auch ganz schwer rein."
      "Meinst du? Ich verliere langsam echt die Hoffnung. Ich habe schon so viele Statione durchgemacht. Langsam muss sich doch mal ein Weg nach Hause auftun, oder? Ich denke mir, irgendeine Lektion, irgendein Sinn muss sich doch aufgebaut haben. Ich bringe es einfach alles nicht zusammen. Da muss doch irgendwo ein roter Faden sein, und wenn ich ihn sehe, weiß ich, wie ich zurück komme. Bin ich zu blöd, es mitzukriegen? Hätte ich irgendetwas lernen sollen?"
      "Ach Thorstein! Das Leben ist nicht so narrativ. Dinge passieren halt einfach und wir müssen schauen, wie wir damit zurecht kommen.
      "Ich weiß es doch auch nicht... Ich will einfach nur nach Hause. Irgendwie muss ich das doch schaffen können. Und irgendwie fühlt es sich auch so an, als ob ich Teil eines Narrativs wäre."
      "Aber selbst Narrativen fehlt manchmal die Richtung."
      "Naja, aber dann sind es meistens nicht besonders gute Narrative."

      Ara wiegte den Kopf ein wenig hin und her. Dann sah sie mir bestimmt in die Augen.

      "Und wenn das Narrativ gar nicht für dich ist?"
      "Für wen soll es sonst sein? Alle anderen waren ja jeweils nur für eine Station dabei."
      "Der Autor. Er oder sie lernt ja beim Schreiben. Und genau das kann der Zweck deiner Reise sein."
      "Meinst du? Kann so was denn funktionieren?"
      "Sicher, warum nicht? Geschichten, die erlebt werden, brauchen Autoren, zumindest manchmal. Und Autoren müssen auch erstmal trainieren, da haben nicht alle Narrative gleich eine eindeutige Richtung."
      "Wär das nicht alles ein bisschen zu meta?"
      "Das fragst ausgerechnet du?"

      Ich stockte. Eine Hypothese, die einiges erklärte war es auf jeden Fall.

      "Und jetzt, wo ich das weiß: Habe ich jetzt bessere oder schlechtere Chancen, nach Hause zu kommen?"
      "Das weiß ich jetzt auch nicht. Aber schau mal: Da vorne kommt die Bahn."
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    • Cool, direkt mal In Memory of Marian Sahtarski eingebaut. :hops:
      Schön, dass Thorstein jetzt eine Idee von dir hat. Das erinnert mich stark an letzen Monat. Da hatte ich auch das Gefühl, dass mein Leben von einer Autorin übernommen wurde. Das war alles so konstruiert für maximal dramatischen Effekt. Richtig seltsam. ^^
    • Wir gehen ins Finale... :puschel:

      Von den beschlagenen Fenstern der Bahn warf ich noch einmal einen Blick auf die verschneite Station In Memory of Marian Sahtarski. Ara war nicht mit eingestiegen, sie schien es nicht eilig gehabt zu haben. Ich konnte sie gerade noch so im Nebel erkennen, dann fuhr der Zug an und dem grauen Horizont entgegen.

      Ob das mit dem Autor wirklich stimmte? Ara hatte recht überzeugt geklungen, aber ich war mir noch nicht so sicher.

      Ja, es stimmt


      Die Stimme kam weder aus meinem Kopf noch aus meiner Umgebung. Sie war einfach nur da.


      Und ich muss mich wirklich bei dir bedanken, Thorstein. Ich habe dank dir den längsten erzählenden Text meiner gesamten Schreibkarriere geschrieben.


      "Dann bist du... Alpha?"


      Richtig. Meine Welten kennst du ja. Entschuldige, dass ich dich so lange habe warten lassen. Ich habe nicht so oft den Kopf fürs Schreiben, wie ich es gerne würde


      "Könntest du mich dann nicht einfach zurück in die Zentrale schreiben?"


      Ich will das Ganze narrativ schon einigermaßen zufriedenstellend zu Ende kriegen. Aber nach Marian Sahtarski sind wir denke ich auf einem guten Weg dahin. Ursprünglich wollte ich dich ja über Übersbrück unter Kamm führen, aber Veria hat den Netzplan nicht aktualisiert. So wird das wohl zu einem roten Hering degradiert.


      "Und wie machst du es dann."


      Muss ich noch schauen. Ewig will ich dich auf jeden Fall nicht mehr durchs Weltennetz schicken. Dazu bräuchte ich gute Narrativideen, denn einfach nur Umsteigen schreibt sich auf Dauer etwas langweilig. Außerdem brauche meine anderen Welten auch mal wieder etwas Auferksamkeit. Gerade Zr'ton beschwert sich schon langsam. Zum April-Slowbastelthema will ich eigentlich unbedingt was basteln. Und der Februar ist auch vorbei. Also kann dein Scheitern jetzt eigentlich auch enden. Wobei das Aprilthema "Begegnungen" ja eigentlich auch ganz gut passt.


      "Na zum Glück. Ich vermisse meine Kollegen aus der Schlaufen schon sehr. Vor allem Degor."


      Du stehst aber gar nicht auf Degor. Ich muss es ja wissen, schließlich habe ich dich selbst geschrieben.


      Ich war verärgert. "Und wenn ich es einfach doch tue? Ich weigere mich, deinen Vorgaben immer zu 100% zu entsprechen.


      Und diesen Widerspruch habe ich dir ebenfalls angeschrieben, also entspann dich.


      "Dann schreib doch einfach, dass ich mich entspanne!! Was willst du eigentlich jetzt gerade von mir?"


      Entschuldige, Thorstein. Aber durch die Konversation gerade kommen wir in eine Meta-Schleife, durch die wir insgesamt nähher an die Zentrale kommen sollten


      Und tatsächlich saß ich jetzt nicht mehr in einer Bahn, sondern auf einer beigen Bank, unter der zwei oktopusartige Wesen seltsame Bewegungen ausführten.

      Das ist nur meine Signatur. Auf der Meta-Ebene, wo wir gerade sind, sollten wir eigentlich überall hin kommen.

      "Na, das hast du ja ganz toll hingekriegt. Kannst du mich jetzt bitte nach Hause schreiben!"

      Ich würde sagen, wenn einer meiner Leserinnen und Leser noch eine Idee hat, wo du sonst noch hinreisen könntest, sollten wir das schon noch umsetzen. Ansonsten kann ich dich gerne vor der Zentrale absetzen.


      "Zeit wirds"

      Also liebe Leser: Soll ich Thorstein hier raus lassen oder gibt es noch etwas, was er aus eurer Sicht noch erleben muss?
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    • *hust* *keuch* so viel Staub, ach so, da ist eine Mauer durchbrochen worden, drum staubt's hier so.

      Hab hier eine Nachricht an Thorstein:

      Dear Mr. Thorstein V,
      da hat dir dein Autor ja ganz schön mitgespielt! Ich kann nicht sagen, dass ich das nicht kennen würde - aber hey, weißt du, was Geschichten angeht, sitzen wir Figuren am längeren Ast. Ein bisschen Boykott hier, ein bisschen Plotholes da, und schon läuft alles, wie du willst, mwhahaha. Good luck!
      ~ LAV, Baroness of Kingdom 3

      :pfeif:
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Jetzt hörte ich nichts mehr. Die Stimmen waren erloschen. Ich befand mich immer noch in dem beigen Abschnitte, bei dem es sich wohl um den Bastelthread handelte. Vielleicht konnte ich einfach versuchen, mich jetzt selbst zurück in die Schlaufe zu schreiben. Also:
      Und da stand ich vor der Zentrale und trat endlich wieder zu meinen Kollegen.

      Nichts passierte.
      So einfach hättest du es wohl gern. Wann du rauskommst, entscheide immer noch ich. Und eine Reise durch die Sektorwelt klingt doch ganz verlockend, findest du nicht

      "Da spiel ich jetzt aber nicht mit."
      Von Reisen hatte ich eigentlich genug für mein Leben. Ich blickte nach links und rechts. Links sah ich knapp über mir Alphas Avatar. Vielleicht konnte ich hierüber zu den anderen Posts kommen. Einen Versuch war es wert.

      erte ich vom linken Rand der Zeile hinauf in Alphas Profil.
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    • Nörgelthread-Weltenbastlerforum:
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      Und so klett

      Ich bin jetzt seit Monaten auf irgendwelchen Reisen unterwegs, nichts ergibt so richtig Sinn und jetzt, wo ich angeblich weiß, wozu das alles gut sein soll, will Alpha mich immer noch nicht zurück in die Schlaufe schreiben. Ich werde langsam echt ungeduldig. Kann mir hier irgendwer sagen, wie ich von Alphas Profil am besten zurück nach Hause komme? Vielleicht stelle ich Alpha einfach einen so hässlichen Avatar ein, den er erst wieder austauschen kann, wenn er mich abgeliefert hat.

      Euer Thorstein Valdklingsblut
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