Einundachtzigstes Speedbasteln am 12. Februar 2019: Hinrichtungsmethoden

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    • Einundachtzigstes Speedbasteln am 12. Februar 2019: Hinrichtungsmethoden

      Oh, Dienstag liegt ja vorne ...


      [Bitte hier das Bild einer ganz hektisch rotierendem Maus denken.]


      Kommt alle schnell in den Chat, heute ist Speedbasteln! Chatten ab eh jetzt gleich, basteln ab 19:30.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Die wichtigste Hinrichtungsmethode in der Dämonenstadt Fröchingen

      Fröchingen ist eine ziemlich düstere Stadt. Das liegt hauptsächlich daran, dass sie unter einem gewaltigen Überhang gebaut wurde, und das Wetter (meist stark bewölkt, gelegentlich Flutregen) tut sein Übriges. Die Folgen sind teilweise gravierend, so ist etwa ein Verkehrsunfall im Düsteren sehr viel wahrscheinlicher als sonst. Schon vor einigen hundert Jahren hat Dämonenkönig Hans-Peter IV daher veranlasst, dass etwas gegen die Düsternis getan wird. Seitdem hat Fröchingen Straßenlaternen.
      Wenn das Wetter nun allerdings Flutregen ist, dann nützen die Laternen auch nichts mehr. Dann fährt aber ohnehin niemand auf der Straße herum und Hufgänger (und Fußgänger natürlich auch) gibt es zu solchen Zeiten auch so gut wie keine. Flutregen bringt aber leider die Laternen durcheinander. Nach einem solchen Flutregen zeigen regelmäßig die Lichtkegel der Laternen irgendwohin, völlig unberechenbar, und auch völlig nutzlos als Straßenbeleuchtung.
      Daher gehen nach einem Flutregen die Hinrichter durch die Straßen von Fröchingen, recken lange Stangen mit Haken nach oben und richten die Lichtkegel wieder mit der runden Seite nach unten hin.
      Das ist die wichtigste Hinrichtungsmethode, aber es gibt natürlich auch andere. Bei besonders hohen Laternen muss zum Beispiel jemand hochklettern.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Mein Leben bei den Nebenzwergen (Auszug) - Über Hinrichtungsmethoden

      Nachdem ich also jene interessanten und hörenswerten Ereignisse in der Dûn-à-M'ur erlebt hatte - alles dank dieser bahnbrechenden Erfindung, von der ich euch berichtete - und mir durch die literarisch wertig geschilderten und spannungsgeladenen Wendungen der Weg zurück verwehrt blieb, blieb mir also nur noch der Weg hinab in die Tiefe der Unterwelt.

      Es ist ja gemeinhin bekannt, dass unser gutes Außererd eine Weltenscheibe ist, die der Schöpfer von oben betrachtet, um immer dann, wenn sich ein Lebewesen dem Rande nähert, dort ad-hoc erweitert zu werden, sodass die Scheibe gleichzeitig endlich ist und doch für den Wandersmann unendlich erscheint. Das Problem hierbei ist jedoch, dass die Nebenzwerge dereinst unter der Dûn-à-M'ur in die Tiefe zu graben begonnen. Nun, als sie irgendwann durch die Scheibe stießen und ihre vordersten Axtkumpel in die Tiefe fielen, ward dem Schöpfer seine Unaufmerksamkeit gewahr. Seither blickt er immer wieder mal fix unter seine Welt, um zu sehen, wie weit die Zwerge gegraben haben - um dort, wo sie neuerlich den letzten Rest Erde durchschlugen, hastig und verspätet neue Erde zu erzeugen.

      Da der Schöpfer jedoch vielbeschäftigt ist und nur bei Gelegenheit unter die Welt blicken kann, müssen die Nebenzwerge manches Mal eine Weile warten, ehe hinter den ins Nichts klaffenden Tunnellöchern plötzlich neuer Erdraum aufploppt. Und eben dies, meine Freunde, ist ihr Leben und ihr Leid. Wohl wahr, sie bekommen somit frischen Sauerstoff in der Tiefe, für sich und ihre Herde, von der ich noch berichten werde, doch bekommen sie noch etwas mehr, etwas, das ihnen mehr graut, als alles andere: ein Schicksal. Ja, es ist wahr. Alle Lebewesen der Oberfläche erhalten vom Schöpfer ein Schicksal, doch sind sie es gewohnt und können damit umgehen. Die Nebenzwerge jedoch im Vertikaltunnel unter der Welt bekommt der Schöpfer kaum zu Gesicht und kann ihnen somit kein Schicksal zuweisen.

      Die Nebenzwerge sterben nicht, sie freuen sich nicht, sie bekommen keine Kinder. Sie graben. Das ist alles. Manchmal jedoch, wenn ein Zwerg durch die verbannten Dämmerelben der Dûn-à-M'ur in boshafte Verwirrung geführt und von ihnen zu üblem Verhalten angestiftet wird (die Dämmerelben hassen schließlich alle Geschöpfe der Natur), muss ein Nebenzwerg von seinen Artgenossen hingerichtet werden, um Wohl und Ordnung zu erhalten. Ich bin bei dieser grausamen Prozedur dabei gewesen, meine Freunde. Ohne jede Anteilnahme, wie mechanische Geister, führen die Zwerge ihren verwirrten Kameraden an eines der offenen Löcher und fixieren ihn mit Bändern so, dass er von außen gut zu sehen ist. Sobald dereinst der Schöpfer wieder unter die Erdenscheibe blickt und den Zwerg durch eines der Löcher erblickt, verpasst er diesem ein Schicksal.

      Ein Schicksal… nichts ist schlimmerer Gottesfluch als dies, denn es ist das Schicksal, das den Nebenzwerg schließlich zum Tode führt. Zwerge mit Schicksal sind jedoch keine Nebenzwerge mehr (dieser Rang obliegt allein den unsterblichen Statisten von Außererd) sondern ein Hauptzwerg. Ich sah dereinst, wie das Leben und die Leidenschaft in den Augen des Verurteilten erwachte, als er mit Schicksal gefüllt ward. Er verfluchte seine Kameraden ob ihrer sinnlosen Lebensweise und drang an die Oberfläche zu den Dämmerelben, die ihm dieses groteske Leben verursacht hatten. Jahre später, es war zu meiner Zeit bei den neun Nassghulen, von denen ich noch zu berichten habe, erfuhr ich auch, wie es mit dem Hauptzwerg von damals zu Ende ging. Ich will dieser Geschichte nicht vorgreifen, doch sei es euch gesagt, ein Schicksal zu erhalten ist die schlimmste Form der Hinrichtung, die jemand schicksalslos geborenem widerfahren kann.
    • Ekstatische Hinrichtungen bei den Isquar-Meddon


      Das Volk der Isquar-Meddon lebt im Nebelwald der blassen Berge, wo eine Vielzahl seltener Pflanzen wachsen. Eine davon ist besonders einzigartig: der Drakus. Dabei handelt es sich um ein zunächst recht unscheinbares, kleines Bohnengewächs. Im Herbst produziert der Drakus zwischen vier und zwölf fingernagelgroße Bohnen von pechschwarzer Farbe. Diese Bohnen riechen bitter und schmecken noch bitterer, quasi ungenießbar. Doch der Nutzen der Drakusbohnen liegt nicht im Geschmack. Denn wenn man es schafft, eine dieser schwarzen Bohnen herunterzuschlucken, setzt nach etwa einer halben Stunde der psychedelische Effekt der Bohne ein: Der Konsument verfällt in beispiellose Ekstase, die von extremen Hochgefühlen, paradiesischer Glückseligkeit und fantastischen Halluzinationen begleitet wird.

      Dieser Moment des Glücks, der je nach Konsument zwischen einer und fünf Stunden anhält, geht mit einem hohen Preis einher: Nach Abklingen der orgiastischen Ekstase wandelt sich die Freude in Schmerz, in psychisches Leiden. Auch der Konsum weiterer Bohnen ändert nichts daran, dass der Konsument rasant in schwerste Depressionen fällt, die nach etwa zehn Minuten in einen Vorgang einmünden, der von den Isquar-Meddon als die Seele aussaugen bezeichnet wird: Der unglückselige Konsument verstirbt an seinem psychischen Schmerz. Wenn nun Personen von einem Häuptling der Isquar-Meddon zum Tode verurteilt werden, werden sie vor die Wahl gestellt: Speer ins Herz oder Drakusbohne. Die Meisten greifen zur Bohne - denn wenn man ohnehin sterben muss, kann man ja auch die schönste Ekstase der Welt genießen, oder?


      Experten vermuten, dass der Drakus eine vom Ikosmatischen Speicher mutierte Pflanze - eine magische Anomalie - ist, und dass der Effekt der Bohne tatsächlich in die Seele des Konsumenten eingreift und sie dazu bewegt, den leiblichen Körper eigenmächtig zu verlassen. Wie auch immer - die Bohne übt eine bemerkenswerte Faszination aus, versetzt aber auch in Schrecken.
      Der Schöpfer goss die Welt aus seinen Gedanken
      formte sie nach seinem Willen
      zierte sie nach seinem Wesen
      und sponn sich selbst ein in das Gewebe der Wirklichkeit
      um zu betrachten und zu gedenken
      und in Zeiten größter Not
      sein Kind zu erretten aus den Fängen des Zerfalls

      - Inschrift im Himmelsschrein von Akathi -
    • *jedem eine Tüte mit Lobsbeereneis überreich*


      @Saavedro: Weshalb braucht es ein Schicksal, um Freude zu empfinden?

      @Tö: Das ist eine sehr knsche Idee. Sehr sympathisch, dass die Jägerin auch Tee ausschenkt. Ist die alternative Bevölkerungszahlkontrolle, also Verhütung, nicht bekannt oder gängig oder warum braucht es die Jägerin trotzdem?

      @Lizhard: Das ist ja krasser Scheiss. Versucht denn irgendwer, die Wirkung der Bohne irgendwie zu verändern? Wäre doch die obergeile Droge, man könnte Geld scheffeln ohne Ende.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • @Veria: Ahh! Ich wurde gerade von der Atmosphäre der Dämonenstadt angefallen und will nicht wieder gehen. <3 Ich will unbedingt mehr von Fröchingen erfahren.Auch schön, dass es verschiedene Hinrichtungsmethoden gibt. :rofl:


      @Saavedro: Ich find das so klasse. Wesen ohne Schicksal, die auch keins wollen. Die Unterscheidung Nebenzwerge und Hauptzwerge. :D Und sowieso, dass wie Welt endet und dann sporadisch nachgepatched wird, ist großartig. ;D

      @Lizhard: Huuhhh, wie düster. "Für mich einmal Speer durchs Herz bitte." ;D Gibt es Unfälle oder Morde mit den Drakusbohnen?
    • @Veria Ich muss zugeben, ich habe eine Weile gebraucht bis ich's verstanden hab ;D Grandios! Ist Hinrichter ein angesehener und gut bezahlter Beruf?

      @Saavedro Sehr fantasievoll! Was umfasst so ein Schicksal eigentlich alles?

      Veria schrieb:

      Das ist ja krasser Scheiss. Versucht denn irgendwer, die Wirkung der Bohne irgendwie zu verändern? Wäre doch die obergeile Droge, man könnte Geld scheffeln ohne Ende.

      Bisher ist der Drakus aufgrund seiner Unscheinbarkeit und Seltenheit nur bei den Isquar-Meddon bekannt, und die sind sehr dilletantisch im Umgang mit Magie. Ein mächtiger Magier könnte sich durchaus daran versuchen, die Eigenschaften des Drakus zum Positiven zu verändern. Ich bin am überlegen, ob der Drakus vielleicht in sehr geringen Mengen an suizidal-dekadente Rauschsüchtige mit viel Geld verkauft wird.


      Tö. schrieb:

      Huuhhh, wie düster. "Für mich einmal Speer durchs Herz bitte." Gibt es Unfälle oder Morde mit den Drakusbohnen?

      Ja, schon düster. Excelsia hat auch einen gewissen düsteren Unterton. Unfälle oder Mord stelle ich mir schwierig vor, schließlich riecht und schmeckt die Bohne sehr speziell (eklig). Für die Ermordung wirklich bedeutender Persönlichkeiten ist sie darüberhinaus auch ungeeignet, weil die magische Aura, die der Bohne anhaftet, von so ziemlich allen Magiern erkannt wird.

      @Nharun Wieso seid ihr ausgezogen?
      Der Schöpfer goss die Welt aus seinen Gedanken
      formte sie nach seinem Willen
      zierte sie nach seinem Wesen
      und sponn sich selbst ein in das Gewebe der Wirklichkeit
      um zu betrachten und zu gedenken
      und in Zeiten größter Not
      sein Kind zu erretten aus den Fängen des Zerfalls

      - Inschrift im Himmelsschrein von Akathi -
    • @Veria: Amüsantes Wortspiel, ich bin gespannt, ob es bei dir auch eine Gerichtsbarkeit gibt und was Hohe Richter wohl für Aufgaben haben.

      Zu deiner Frage, warum man ohne Schicksal keine Freude empfindet: Ohne Schicksal kein Sinn im Leben und ohne diesem nichts, wofür es sich zu leben lohnt. Und somit keine Freude. Ich gönne mir, in Außererd einfach Seele, Sinn, Schicksal und all den Schmu in einen Topf zu werfen. Das differenzieren doch höchstens noch die Dämmerelben!

      @Tö: Oh, das gefällt mir. Neuartige Spannungsverhältnisse zwischen Leben und Tot lese ich immer wieder gern.

      @Lizhard: Ich hätte gern gewusst, wie die Bohne nun wirklich funktioniert, schade, dass du es offengelassen hast. Kleiner Versuch, das Rätsel zu lüften: Würde ein Guru, der zutiefst in sich selbst verankert und psychisch von allen weltlichen Dingen entsagt hat, auch an den Folgen der Bohne sterben?

      Zu deiner Frage, was ein Schicksal umfasst: Siehe meine Antwort auf Veria :) Kurz, alles was einen vor dem Schöpfer als "wesentlich" ausmacht.
    • @Lizhard

      Urgs, jetzt überlege ich seit 2 Minuten, was schlimmer ist - Speer durchs Herz oder eine Extase mit dem Wissen, dass gleich ein entsetzlicher Schmerz kommt. :schreck: Ich tendiere dazu, in der Situation eher den Speer zu nehmen... Guillotine wäre unter Umständen noch etwas humaner, aber ... wie auch immer, Hinrichtung ist immer irgs.^^
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)