Rillis Speedbastel-Sammelthread

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    Vom 22.-25.11. findet das Weltenbastler-Wintertreffen in Arnolds Ferienhof in Oberlauringen (Landkreis Schweinfurt) statt. Zur verbindlichen Anmeldung geht es hier lang.

    Neulinge sind wie immer höchst erwünscht und wir freuen uns euch kennenzulernen!

    • Rillis Speedbastel-Sammelthread

      Ich wage mich mal vorsichtig und leicht skeptisch ans Speedbasteln heran - deswegen auch erstmal in einem eigenen Thread. Mal gucken ob und wenn ja wie gut das so funktioniert.

      Also denn: Zweiundachtzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2019
      Das Thema: Kolonien

      Welt: Eine Kreuzung zwischen destination unknown und meiner Weltenlinie U29/U5

      Inspiration: Üblicherweise sind es immer "the outer colonies" von denen im Zusammenhang mit Kolonien gesprochen wird - irgendwas ganz weit weg und ganz weit draußen. Ich dreh das einfach um.



      The Inner Colonies

      In der Welt von destination unknown gibt es ein recht großes Land, das sich durch seine kalte und unwirtliche Natur auszeichnet. Dieses Land wurde ursprünglich von Süden her besiedelt und grenzt im Norden ans Meer. Die nördliche Küste wurde auch nach und nach besiedelt, da es dort Nahrung und Lebensgrundlagen gibt. In alten Zeiten war also das Land sozusagen nur in einem äußeren Ring besiedelt und im Inneren unbewohnt. Dann kamen Technologie, Fortschritt und eine Bevölkerungsexplosion und man musste sich doch langsam mal ins Landesinnere ausbreiten. Modernste Technik (Drohnen, geologische Untersuchungen, Satelliten, etc) enthüllten schließlich die Existenz großer Bodenschätze im sogenannten "inneren Ring"- ebenso wie die Existenz einiger indigener Völker die bis dato niemand kannte. Weil aber in der Welt von destination unknown auf der großen weltpolitischen Bühne Menschenrechte und dergleichen Unsinn bedacht werden müssen (auch wenn sich fast niemand wirklich darum schert), konnte man nicht einfach so einmarschieren und die indigenen Völker vertreiben um die Bodenschätze in Besitz zu nehmen. Deshalb wurden unter dem Vorwand des Umwelt-, Klima-, und Kulturschutzes die zentralen Kolonien gegründet.
      Wunderbarerweise konnte man das alles miteinander verbinden: Die Kulturen der indigenen Völker mussten vor den Auswirkungen des Klimawandels geschützt werden, die Umwelt vor den sich aufgrund des Klimawandels verändernden Gewohnheiten der indigenen Bevölkerung, und alles miteinander vor sich selbst und den bösen Absichten der anderen großen Staaten der Welt, die sonst sicherlich einmarschiert wären um die Bodenschätze zu plündern. Zunächst wurde eine Schutzzone errichtet, zu der natürlich niemand außer staatlich geprüften Spezialkräften (und -firmen) Zutritt hatte. Und wie das eben so ist wurde die Schutzzone nach und nach zu einer richtigen Kolonie. Weltpolitisch wurde das natürlich ein paar mal unfreundlich kommentiert, aber eigentlich kümmert es niemanden so wirklich.
      In diesen inner colonies wuchsen mit der Zeit drei Megastädte, geprägt von dreckigen Industrieveirteln, hoher Luftverschmutzung, miserablen Lebensbedingungen und eklatanter sozialer Ungleichheit. Die drei Megastädte heißen Rio Grasberg, Freeport Mecindo, und Alunorte Belem. Zugleich gibt es auf der Weltenlinie U29/U5 drei Stationen mit diesen Namen. Sie liegen an den drei Ecken der kleinen Schlaufe, die die Linie an ihrem nördlichsten Punkt fährt (irgendwo dazwischen liegt ironischerweise vermutlich die Kreuzung mit Verias Hüttenberg). Diese drei Stationen liegen ziemlich zentral zwischen den beiden Endpunkten der Linie und werden sowohl als U29 als auch als U5 angefahren. Man kommt an ihnen auf keinen Fall vorbei, wenn man vom einen zum anderen Ende möchte. Und da meine Fahrgäste häufig zu den Randstationen fahren, kommen sie ständig dort vorbei. Die Haltestellen existieren übrigens tatsächlich auch in der Welt von destination unkown, obwohl die Reallinie dort dann sicherlich einen anderen Verlauf nimmt. Aber die Realitäten berühren sich dort, und das Klientel, das an diesen drei Stationen ein und aussteigt ist dementsprechend geprägt. Die Schlaufe aus diesen drei Haltestellen wird auch auf der Weltenlinie als "inner colonies" bezeichnet und ist bei vielen Fahrgästen sehr gefürchtet. Aus irgendeinem Grund fällt dort auch ständig das Licht in der U-Bahn aus, oder es gibt Kurzschlüsse, kleinere Feuer, irgendwelche nicht näher erklärten Störungen an den Bahnen, Verspätungen, etc. Es ist in den inner colonies auch schon vorgekommen, dass eine Bahn einfach verschwunden ist. Zufällig fällt dieses Ereignis mit einer Revolution der Arbeiter in destination unknown zusammen, die allesamt erschossen wurden. Insgesamt ist die ganze Geschichte um die inner colonies herum also eine sehr unangenehme, und viele Leute sowohl auf der Weltenlinie als auch in destination unknown ziehen es vor, nicht allzu genau darüber nachzudenken.
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    • Dreiundachtzigstes Speedbasteln am 25. Februar 2019
      Thema: Sintfluten

      Welt: Weltenlinie U29/U5

      Inspiration: Mischung aus den Brüsseler Anschlägen und einem Erlebnis in der Berliner U-Bahn

      Disclaimer: Düster, unschön, Massenpanik, Tote, inspiriert durch reale Ereignisse.


      Die Flut
      Die Flut, um die es hier gehen soll, ist keine Flut von Wasser sondern eine Flut von Menschen und anderen Wesen die zu einer nicht genauer bestimmten Zeit an einer Station der Linie U29/U5 stattfand. Genauer gesagt an der Station Maalbeek. An dieser Station begab es sich vor kurzer/gar nicht allzu langer/einiger Zeit, dass sich bei einer dort haltenden Bahn die Türen nicht öffneten. Die Bahn konnte also nicht weiter fahren, und die Fahrgäste weder aus- noch einsteigen. Die Verwaltung der Linie bemerkte das Problem leider nicht schnell genug, da es sich nicht um einen der üblichen Defekte handelte (diese sind alle katalogisiert und werden automatisiert gemeldet), sondern um absichtliche Sabotage an der Bahn. Weil aber die Verwaltung das Problem nicht bemerkte, und deswegen keine entsprechende Meldung an die anderen Bahnen herausgeben konnte, fuhr nach kurzer Zeit die nächste Bahn in die Station ein - Die beiden Bahnen wären ineinander gefahren und es hätte ein Unglück gegeben, aber in dem Moment, in dem die Bahnen kollidiert wären, spaltete sich die Realität in zwei Stränge und auch die zweite Bahn konnte in die Station einfahren. Die Realität war nun natürlich nur noch halb so stabil wie zuvor, und ganz voneinander getrennt waren die beiden Parallelrealitäten auch nicht, weswegen sich auch bei der zweiten Bahn die Türen nicht öffneten. Es kam eine dritte Bahn, die Realität spaltete sich erneut und wurde noch instabiler als zuvor schon, und auch bei der dritten Bahn öffneten sich die Türen nicht. So entstanden die drei Parallelrealitäten auf der Linie U5, die auch heute noch existieren.
      Mit der vierten Bahn und der versuchten vierten Spaltung wurde die Realität zu instabil und zerbrach. Bei der daraus resultierenden Implosion wurde die vierte Bahn mitsamt allen Insassen zerstört. Das Ereignis ist bis heute eines der tragischsten, das je auf der Linie direkt passierte. Die anderen drei Bahnen existierten aufgrund der implosion aber plötzlich alle zur gleichen Zeit am gleichen Ort in der gleichen Nicht-Realität. Die Unmöglichkeit dieser Tatsache sprengte die sabotierten Türen der Bahnen und alle Fahrgäste aller Bahnen wurden mit einem Mal in die Station gespült, die nicht für diese hohe Zahl an Fahrgästen ausgelegt ist. Die Station wurde vollkommen geflutet von den Fahrgästen. Die Realität surrte wie ein Gummiband schnell wieder zurück in die zuvor bestehende Dreispaltung, sodass nun alle Fahrgäste in allen drei Realitäten existierten. Drei verschiedene Dinge passierten: In der ersten Realität resultierte eine Massenpanik und die Leute versuchten verzweifelt aus der Station zu fliehen. Noch mehr Leute kamen zu Schaden und wurden verletzt. Diese Realität ist auch die, in der man sich heutzutage standardmäßig befindet, wenn man zuvor noch nie an der Station Maalbeek ausgestiegen ist (siehe Weltenlinienthread). In der zweiten Realität standen die Leute dichtgedrängt aneinander, verwirrt von der Implosion der Realitäten, aber keine Panik brach aus. Stattdessen stand man still und stumm und bewegungslos in einer gesichtslosen Masse von anonymen Menschen, aneinander gedrängt wie Sardinen, ohne Ausweg, ohne frische Luft, ohne alles. Vereinzelt fanden die Leute in dieser Realität den Weg aus der Station und die Situation löste sich ebenso plötzlich und still auf wie sie entstanden war. In dieser Realität befindet man sich heutzutage, wenn man zuvor bereits an der Station Maalbeek ausgestiegen ist und dadurch entweder ein halbes oder zwei Jahre älter geworden ist. In dieser Realität kann man die Station heutzutage ganz normal benutzen. In der dritten Realität stiegen die Leute wieder zurück in die Bahn ein und nacheinander fuhren die die dort zeitgleich überlappend stehenden Bahnen davon. In dieser Realität befindet man sich heutzutage, wenn man bereits zuvor an der Station Maalbeek ausgestiegen ist und dadurch die Hälfte seines Lebens gelebt hat. In dieser Realität ist die Station unbenutzbar, die Türen der Bahnen öffnen sich dort nicht mehr.
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    • Lyrillies schrieb:

      Die Unmöglichkeit dieser Tatsache sprengte die sabotierten Türen
      Dieser Satz ist aus dem Kontext gerissen irgendwie schön. :D

      Dass die Türen zu sind, wenn schon die erste Lebenshälfte vorbei ist, verstehe ich - aber wie entscheidet sich zwischen Realität 1 und 2? I am very verwirred.^^
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Ich bin total fasziniert von deiner aktuellen Bastelmethodik, Rilli. Diese Art von Verknüpfung ist ziemlich spannend. Der Zusatz der Inspirationsquelle bringt hier nochmal deutlich mehr Tiefgang hinein den man sonst übersieht. Auch dass du wieder deine Linie im Zentrum stellst, ist gefühlt total ungewöhnlich.
    • Jundurg schrieb:

      Dass die Türen zu sind, wenn schon die erste Lebenshälfte vorbei ist, verstehe ich - aber wie entscheidet sich zwischen Realität 1 und 2? I am very verwirred.^^
      Hm... stell dir vor, du bist Fahrgast in der Linie U5 und die Bahn fährt gerade in der Station Maalbeek ein. An diesem Punkt divergieren die drei Realitäten: Zunächst stellt sich die Frage, ob du irgendwann in deinem Leben schon mal an dieser Station ausgestiegen bist. Lautet die Antwort nein, befindest du dich in der Realität, in der damals die Massenpanik stattfand. Nun öffnen sich für dich die Türen und falls du aussteigst tritt einer von drei möglichen Effekten ein: 1. Du bist plötzlich ein halbes Jahr älter als zuvor. 2. Du bist plötzlich zwei Jahre älter als zuvor. 3. Der Punkt des Aussteigens markiert die Hälfte deiner Lebenszeit.
      Lautet die Antwort auf die Frage, ob du in deinem Leben schon mal an dieser Station ausgestiegen bist, allerdings ja, dann befindest du dich je nach Effekt, der beim ersten Aussteigen eingetreten ist, in einer der beiden anderen Realitäten:
      1. Bist du beim Aussteigen ein halbes oder zwei Jahre älter geworden, dann befindest du dich beim Einfahren in die Station in der zweiten Realität, in der damals die beklemmenden Sardinenbüchsensituation stattfand. Jetzt öffnen sich die Türen für dich, es gibt aber keine weiteren Effekte. Die Station ist für dich wie eine normale Station nutzbar.
      2. Falls aber beim ersten Aussteigen dein Leben auf die Hälfte festgesetzt wurde, befindest du dich beim Einfahren in die Station in der dritten Realität, in der die Fahrgäste damals wieder eingestiegen und weggefahren sind. In diesem Fall werden sich die Türen an dieser Station für dich nie wieder öffnen, du kannst nicht aussteigen.

      @Tö. Danke, ich verstehe das als Kompliment. Ich weiß auch nicht, wo das momentan herkommt, aber es ist spannend und irgendwie sehr erfüllend die Realität auf diese leicht surreale Weise zu verbasteln. Da ist auch gerade viel mehr Inspiration vorhanden, als wenn ich versuchen würde ganz normal an einer vollkommen ausgedachten Fantasywelt zu basteln. Vielleicht muss das einfach alles mal sortiert werden in meinem kopf - und das geht besonders gut mit einer Bahnlinie, die einen ganz wortwörtlich durch verschiedene Stationen führt. :)
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    • Lyrillies schrieb:

      Danke, ich verstehe das als Kompliment.
      Seit wann ist "total ungewöhnlich" hier im Forum nicht ein eindeutiges Kompliment? ;D

      Hm, den Kopf sortieren, Station für Station. Das klingt logischer als es sein sollte. ^^ Das du aktuell für destination unknown viel mehr Inspiration hast, als für eine Fantasywelt kann ich verstehen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt darauf was du als Nächstes sortierst.
    • ;D :festknuddel:

      Ja mal gucken :) Ich glaube, Brüssel werde ich noch ein Weilchen weiter sortieren. Israel kommt da aber vermutlich nicht rein, das dürfte eigentlich bereits durchsortiert sein. Wobei, man weiß ja nie. Und sonst... ich bin auch gespannt :D
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    • Achtundachtzigstes Speedbasteln am 3. April 2019
      Das Thema: Kulturelle Einrichtungen oder Veranstaltungen

      Welt: Weltenlinie U29/U5

      Inspiration: Die Frage wie kulturelle Institutionen in einer U-Bahn aussehen.


      Roll-in Roll-out

      Auf meiner Weltenlinie gibt es irgendwo zwischen Grand Vorpal/Vigdisa und Farena eine Reihe von Stationen die man aus Berlin kennt. Welche genau das sind wird nachgeliefert, aber der Alex ist auf jeden Fall dabei. An diesen Stationen finden regelmäßig die sogenannten Roll-in Roll-out Konzerte statt. Die Konzerte funktionieren folgendermaßen: Sie finden nur in Bahnen mit bestimmten Nummern statt, die recht selten fahren. Wenn eine Fahrt dieser Bahnen geplant ist machen sich die Musiker bereit - an jeder Berliner Station steht dann eine große Gruppe von Musikern in Position. Sobald die Bahn in die nördlichste (bzw südlichste, je nachdem ob die spezielle Bahn gerade auf der U29 oder der U5 fährt) der Stationen einfährt steigt dort die erste Gruppe ein (roll-in, wobei einfallen oder einrennen der bessere Ausdruck wäre). An jeder einzelnen Tür der Bahn steigen 1-2 Musiker ein und die gesamte Gruppe in der ganzen Bahn macht dann für eine Station Musik. Häufig sind das zwar recht kurze, aber exrem komplexe und ausgefeilte Stücke die genau auf die Akustik der Bahn und das Zusammenspiel über die Distanz der Türen zueinander abgestimmt sind. An der nächsten Station steigen die Musiker wieder aus (roll-out) und die nächste, dort bereits wartende Gruppe von Musikern steigt ein und spielt ihre Stücke, und an der nächsten Station wieder das gleiche Spiel, bis alle Berliner Stationen durch sind. Die Musiker bekommen für diese Performances kein Geld, aber es wird als höchste Ehre angesehen in einem Roll-in Roll-out Konzert performen zu dürfen, und die Karriere dieser Musiker ist in den allermeisten Fällen gesichert*. Wer die Stücke komponiert weiß ich noch nicht. Es soll aber ganz unterschiedliche Musik sein, wobei es einen leichten Trend zu Swing, Jazz und Blues gibt.
      Für die Fahrgäste gestalten sich die Konzerte ganz unterschiedlich. Es gibt viele, die sehr genau darauf achten, wann ein solches Konzert stattfindet und sich dementsprechend schick machen und extra mit der entsprechenden Bahn fahren oder sogar von einem ganz anderen Ende der Linie extra dafür zu den Berliner Stationen reisen - und es gibt welche, die davon komplett überrascht werden und sich nur über den Lärm ärgern.

      *Eine gesicherte Karriere für Linienmusiker zeichnet sich in den meisten Fällen dadurch aus, eine Lizenz für das Musizieren im regulären Bahnverkehr zu erhalten. Es gibt hier klar aufgeteilte und organisierte Streckenabschnitte für jeden Musiker und ebenso zugeteilte und fest regulierte Bestimmungen über die lizensierten Genres. Der prestigeträchtigste und am schwierigsten zu erhaltende Streckenabschnitt für den Alltagsverkehr ist natürlich der Berliner Bereich - ungefähr so, wie die Schloßstr bei Monopoly. Wer im Berliner Abschnitt spielen darf, dort wo die Leute höchste Qualität von den Roll-in Roll-out Konzerten gewohnt sind, der hat schon gewonnen.
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    • Jetzt weiß ich endlich wofür die Blasmusiker in der Line 23 täglich üben!!!

      Ich finde die Vorstellung von schick gekleideten Menschen in der U-Bahn, die ein Konzert hören, toll. Und umgekehrt muss ich bei der Vorstellung kichern, wenn man sich plötzlich in einem Spitzenkonzert wiederfindet und sich drüber beschwert. Die Mischung aus beidem machts richtig gut. ^^ Auch cool, dass man es musikalisch geschafft hat, wenn beim Roll-in Roll-out spielt. Wer entscheidet darüber wer, wo spielt?
    • Dass die Musik auf die Akustik einer U-Bahn abgestimmt ist, bringt mich auf Gedanken.

      Gedanke 1: Da die Leute vom einen Ende die vom anderen wohl nicht hören können, wäre es möglich, dass diese Parts haben, die gar nicht zueinander passen, sondern nur zu den benachbarten Abteilen dazwischen. Das ermöglicht in der Tat hohe Komplexität: z.B. eine Art Kanon, der am einen Ende in einer anderen Tonart steht als am anderen. (Kanon ist vllt zu eng gedacht - generell ist es möglich, doppeldeutige Harmonien zu machen, die von der einen Seite so gehört werden, von der anderen sö.

      Gedanke 2: Ich habe einmal tatsächlich ein Konzert einer U-Bahn erlebt. Also nicht in der U-Bahn, sondern performt vom U-Bahn-Waggon selbst, bzw. dessen Druckluftsystem. Da war irgendwas undicht, und es wurde Luft in einem rhythmischen Pattern ausgestoßen, der absolut phänomenal war. Ich dachte wirklich einige Momente lang, dass da gerade ein wirklich guter Trommler eingestiegen wäre, und ein Konzert gab. Erst als ich nirgendwo einen sah, wurde mir langsam klar, dass das echt nur die U-Bahn selber war. :o

      Also - wenn du eine absolut abgefahrene Jazz-Schlagzeug-Einlage in deiner U-Bahn brauchst: Dafür eignen sich Druckluftventile of Awesomeness. :D
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      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Fünfundneunzigstes Speedbasteln am 22. Juni 2019

      Thema: Paralympics. (Ich hab nur 30 Minuten, weil ich um 21:00 das Fußball-Achtelfinale gucken will. Aber gut, ich versuch's.)

      Welt: destination unknown

      Inspiration: Ein Google-Suchbild von Beinprothesen

      In irgendeinem Land, irgendwo auf der Welt gab es mal einen Trend. Trends kommen und gehen, wie wir alle wissen, und so auch dieser. Aber bevor ich mehr von diesem Trend erzähle, muss ich ein wenig von diesem Land erzählen: das Land, um das es geht, ist ein relativ fortschrittliches, wie so viele in der Welt von destination unknown. Technik und IT bestimmt den Alltag vieler Leute, Teenager verzweifeln an der Frage, ob ihre Gadgets cool genug sind oder nicht, und alte Leute haben moderne Technik längst dankbar als hilfreiche Erleichterung des Alltags akzeptiert. Das jedenfalls war lange Zeit der Stand der Dinge - also gar nicht so unähnlich zu unserer jetzigen Zeit.
      Irgendwann aber kam der große Sprung: Biotech und Bioengineering. Erst waren es Medizinprodukte, dann kam die Anwendung im militärischen Bereich. Dort wollte man mithilfe der neuen Kenntnisse und Produkte erst die Effizienz der Maschinerie steigern - und anschließend die der Soldat*innen. futuristische Exoskelette waren eine ganze Weile lang der neue Renner, bis sie so klein und filigran wurden, dass man sie kaum noch sehen konnte. Es folgten Implantate verschiedenster Arten, von simplen Chips im Handgelenk zur Kommunikation bis hin zu künstlich verbesserten Augen mit Scan-, Infrarot- und sonstigen Funktionen. All das passierte in der Spanne weniger, kurzer Jahre. Und was zunächst militärische Anwendungen hatte, schwappte irgendwann in die zivilbevölkerung über. Wie das eben so ist mit solchen Dingen. Insbesondere die Exoskelette waren einfach cool - jeder wollte eins haben. Allerdings waren sie auf Dauer doch unbequem, und ohne direkte Integration mit dem biologischen Körper auch nicht funktional und felxibel genug. Die Leute wollten mehr. Viel mehr. Auf den Exoskelett-Trend folgte ein neuer: Transhumanismus.
      Der Transhumanismus dieser Zeit hatte teils erstaunliche Folgen und Auswüchse: Leute ließen sich ganze Körperteile amputieren, nur um sie durch vermeintlich bessere, technologische Produkte zu ersetzen. Der sprichwörtliche dritte Arm wurde Realität. Am beliebtesten aber waren künstliche Beine. Die wurden einfach nicht so schnell müde wie biologische Beine, und teilweise versprachen die Hersteller zu Fuß nun größere Geschwindigkeiten als mit herkömmlichen Verkehrsmitteln - die sowieso ständig überlastet und zu voll waren, und generell viel zu wenig personal space erlaubten. Und personal space war ziemlich wichtig. Die zweite Kategorie von leuten, die mit Vorliebe zu Beinprothesen griff um sich übermenschlich schnell und leistungsstark zu machen, waren Sportler*innen. Und lange zeit wurden Sportevents rauf und runter von diesen transhumanen Leuten bestimmt. Aber wie das nunmal so ist mit Trends - sie kommen und sie gehen. So auch der Transhumanismus. Irgendwann waren die wirklich nützlichen Dinge im Alltag angekommen, und der ganze überflüssige Hype abgeflaut. Das hieß also auch, dass der technische support für diese ganzen Dinge -wie beispielsweise die Beinprothesen- größtenteils eingestellt wurde. Und das war natürlich ganz schön unangenehm für die ganzen Leute, die sich begeistert solche Prothesen geholt hatten, und die nun teilweise stark mit den Einschränkungen durch fehlenden support zu kämpfen hatten.
      Für die Sportler*innen war das natürlich besonders hart. Aber wie Sportler*innen nun,al oft sind, war das letzte, was ihnen in den Sinn kam, das Aufgeben. Und daraufhin wurden im Jahr soundso also die Technolympics gegründet - Olympische Spiele für Transhumanist*innen, die nun weder bei den normalen Olympischen Spielen, noch bei den klassischen Paralympics mitmachen konnten.

      So. Eigentlich wäre es nun natürlich noch interessant darüber nachzudenken, welche Sportarten bei den Technolympics dabei sind, und so weiter und so fort, aber ich muss Fußball gucken... :)
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    • Sehr interessanter Twist.^^

      Aber wenn die Technologie im Alltag angekommen ist, warum wurde dann der Support eingestellt? Ist das eher ein "wir unterstützen Windows 95 nicht mehr" Denken? Dann frage ich mich natürlich, warum die Sportler*innen nicht auf diejenige Technik umsteigen, die im Alltag angekommen ist. :kopfkratz:

      Aber mal sehen ob du noch ein paar Sportarten dazu bastelst. :)
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      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Siebenundneunzigstes Speedbasteln am 27. September 2019

      Thema: populäre Sportereignisse

      Welt: Linie U29/U5

      Inspiration: hartes, angestrengtes Nachdenken.


      Rikki Tikk
      Die alle fünf Jahre stattfindenden Rikki Tikk Meisterschaften sind immer ein absolutes Großereignis auf der Linie U29/U5. Wenn die Spiele stattfinden ist kein normaler Zugverkehr mehr möglich - die Stationen sind einfach vollkommen überfüllt und so dicht bepackt, dass selbst Sardinen aus der Dose sich beengt fühlen würden. Platzangst sollte man jedenfalls besser nicht haben, wenn man eine Rikki Tikk Meisterschaft sehen möchte.
      Aber was ist eigentlich Rikki Tikk? Diese Sportart entstand natürlich in der Bahn selbst und wird in fahrenden Zügen gespielt. Pro Spiel nehmen fünf Mannschaften teil, deren Zusammensetzung ganz bestimmten Regeln unterliegt. Das Prinzip ist recht einfach: Es gibt verschiedene Arten von Kugeln, bzw harten Bällen (den sogenannten Tokks), die jeweils einer Mannschaft zugeordnet sind. Diese muss die Mannschaft an den Haltestellen aus den Türen des Zuges hinaus auf den Bahnsteig befördern. Der Clou: Die Spieler sind stationär. Als Spieler sitzt man auf einem klar zugewiesenen Sitz im Zug, und zwar kopfüber. Soll heißen: Beine entlang der Rückenlehne in die Luft gestreckt, Oberkörper auf der Sitzfläche, Kopf und Arme hängen über die Sitzfläche hinunter auf den Boden. Und so bleiben die Spieler während des gesamten Spiels. Sie dürfen ihre Position nicht verändern. Zum Bewegen der Tokks darf man nur die Hände und die Werkzeuge nutzen, die dem Spiel seinen Namen gegeben haben: Das Rikki und das Tikk. Das Rikki ist ein Handfeger-ähnliches Ding, nur dass es statt Borsten einen Schaumgummi-Einsatz hat mit dem man Bälle über den Boden schieben kann. Das Tikk wiederum ist eine Art geschwungene Röhre in der Größe einer Spielzeugschaufel, mit der man die Bälle aufnehmen und durch die Luft schleudern kann. Helme sind übrigens bei den Meisterschaften nicht erlaubt. Rikki und Tikk haben aber jeweils nur ganz bestimmte Spieler in einer Mannschaft, und dann auch nur jeweils eines der Instrumente.
      Es gibt bei den Meisterschfaten zehn Zuschauerplätze im Zug selbst: Diese Plätze sind unerhört teuer, und die Glücklichen, die Jahre vorab einen ergattern konnten, dürfen auf den freien Sitzen nur stehen, sie dürfen sich nicht setzen, den Boden nicht berühren, und sich generell nicht bewegen. Alle anderen Zuschauer müssen an den Haltestellen stehen und warten, bis der Zug einfährt, und dann gespannt die wenigen Sekunden an der Station verfolgen. Natürlich gibt es gekennzeichnete Bereiche an den Türen, die man nicht betreten darf, damit die Spieler ohne Manipulation ihre Tokks aus dem Zug befördern können.
      Ein wichtiges Element bei den Meisterschaften ist natürlich auch die genaue Strecke, die die Bahn fährt. Die Meisterschaft besteht aus verschiedenen Runden und am Ende einem Finale - und die gefahrenen Strecken werden mit jeder Runde schwieriger. Natürlich möchte jeder Streckenabschnitt gerne das Finale austragen und nimmt dafür auch mal die ein oder anderen Umbauten in Kauf, aber durch die großen Zuschauerzahlen und die klaren Regeln zu den Streckenanforderungen bestimmter Meisterschaftsrunden verursacht dies natürlich auch immense Kosten und Mühen.
      Wenn nicht gerade die Meisterschaften stattfinden gibt es Abschnittsligen, Stationsverbände, und dergleichen mehr. Wer es sich leisten kann trainiert dabei natürlich auf alten, ungenutzten Streckenabschnitten die von den besten Mannschaften oft exklusiv gemietet und entsprechend ihren Anforderungen umgebaut werden.
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    • Lyrillies schrieb:

      Soll heißen: Beine entlang der Rückenlehne in die Luft gestreckt, Oberkörper auf der Sitzfläche, Kopf und Arme hängen über die Sitzfläche hinunter auf den Boden. Und so bleiben die Spieler während des gesamten Spiels.
      Auaaa! Das klingt so verdammt unbequem.

      Wie leicht passiert es, dass Tokks so liegen bleiben, dass sie niemand von den stationären Spieler*innen erreichen kann?
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    • Ist es auch! ;D
      Öh, wie leicht das passiert... Da die ganze Bahn mit Spieler*innen voll besetzt ist würde ich fast sagen, nicht so leicht. Aber kann natürlich sein. Dafür gibt es dann bestimmt irgendwelche Regeln. Oder eben Spieler*innen, deren Aufgabe es ist genau das zu verhindern, und wenns passiert hat die Mannschaft eben schlecht gespielt. Hmm die haben bestimmt auch irgendwelche besonderen Hilfsmittel...
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