Jundurgs Speedbastelthread

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    • Jundurgs Speedbastelthread

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      2019-02-25
      Thema: Sintflut

      Wie der Kontinent Yakaiiyana versank
      (So ein bisschen Sage, so ein bisschen eher nur mal frisch hingebastelt... kein gleichbleibender Erzählstil.)

      Die vielen tausend Inseln, die wir heute den Inselkontinent Vilron nennen - nach seinem "Entdecker", einem Seefahrer, der bestimmt auch noch andere Dinge entdeckt hat, die andere schon längst kannten - diese Inseln waren, so erzählt die Sage, einst eine einzige große Landmasse, genannt Yakaiiyana. Auf dem Kontinent lebten vielerlei Kulturen, Menschen, Orks, Mislirni, und noch andere, Tierwesen in großer Zahl.

      Sie alle fanden sich zusammen in einer Stadt, die Yenishpechaum genannt wurde, und in der die mächtige Gottkaiserin Kinish-Shiiyoaa seit tausend Jahren in ihrem Palast aus gelbweißen Marmor regierte. Zum Zeichen, dass die Mehrheit der Gottheiten sie als Herrscherin von ganz Yakaiiyana erwählt hatten, trug sie eine silberne Krone, von der große magische Kraft ausging - sie erlaubte es, die wahren Anliegen aller Leute, die bei Kinish-Shiiyoaa, zu erkennen, und von den Lügen zu trennen.

      Nun kam es, dass im Jenseits Krieg ausbrach, und die Götter sich zankten, was mit Yakaiiyana geschehen sollte. Einige Gottheiten wollten das Land zerteilen, so dass sich kleinere Religionen ihre eigenen Gebiete bauen würden, andere wollten die Herrschaft der Gottkaiserin noch weiter ausdehnen. Wie auch immer, die Stimmung verdüsterte sich, und der Himmel über Yakaiiyana wurde dunkel. Für viele Tage drang kein Licht mehr zu den Orks, Menschen und Mislirni hindurch - nur die silberne Krone leuchtete noch auf dem Haupt der Gottkaiserin - doch auch deren Leuchten wurde immer schwächer... denn im Jenseits wurden die Götter der silbernen Krone immer weiter zurückgedrängt, und schließlich versiegte deren Macht ganz.

      Nun höhnten die anderen Götter - und alle legten sie eifrig ihre Finger auf Yakaiiyana, wollten alle ein Stück des Kontinentes für sich. Und wie sie daran zerrten, riss der Kontinent - und Wasser brach über dessen Bewohner*innen herein. Die Stadt Yenishpechaum selbst versank tief in eine Meeresspalte, und die Gottkaiserin beendete ihr irdisches Dasein und kehrte in ihre Domäne zurück - voller Rachegelüste gegenüber den Göttern, die ihre friedliche Herrschaft beendet haben. Wie sie jedoch an den Übeltätern Rache nahm, ist eine andere Geschichte...

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      Sehr sehr halbfertige Sache. Vermutlich ist das so ungefähr eine von vielen Variationen von einer Sage, die den Kontinent Vilron/Yakaiiyana erklärt, der eben aus tausenden Inseln besteht... die silberne Krone könnte allerdings eine bewusste spätere Hinzufügung sein, das ist nämlich die Krone, die von den Nachkommen des "Entdeckers" Vilron getragen wurde. Das wäre also ein Mittel, deren Kolonialmacht mythologisch zu legitimieren.
      Angaben zu Geschehnissen im Jenseits in dieser Geschichte sind... mit Vorsicht zu genießen.^^

      Neu in diesem Beitrag: Der Name Yakaiiyana. Ich denke, das wird der neue offizielle Name für den Inselkontinent; :) die koloniale Bezeichnung gibt es ja sowieso erst ab einem bestimmten Zeitpunkt, und die Orks z.B. dürfte das herzlich wenig interessieren, wie irgendwelche Seefahrtsmenschen diesen Kontinent benennen.
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      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
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      Thema: Föderalismus.

      Der Sechzehnstaatenbund. Diesen Namen gibt es seit sehr frühen Versionen von Ngiana, und ich hab nach zahlreichen Umbenennungen wieder zum Originalnamen zurückgefunden.

      Der Bund ist im Prinzip sehr stark an die USA angelehnt, allerdings mit einer anderen Geschichte. Das heutige Staatsgebiet ist ziemlich groß und umfasst deutlich mehr als 16 Staaten. :kopfkratz:


      Das Staatsgebiet ist riesig, es umfasst wohl ca. ein Drittel des Nordkontinents, und wie es sich für eine Weltmacht gehört, gibt es überall am Planeten noch irgendwelche Inseln, die auch dazugehören. Im Bild zu sehen ist das Kerngebiet. Der Äquator geht da irgendwo in der südlichen Halbinsel durch, die Mitte besteht hauptsächlich aus Wüste. Sehr sehr viel Wüste.

      Die Bevölkerung ist gemischt: Einige der Bundesstaaten sind überwiegend orkisch, insbesondere die Ballungsräume. Andere Staaten haben eine menschliche Mehrheit. Und: Der 16-Staatenbund hat weltweit den höchsten Anteil an Hexenkindern. (Also Personen die etwas zwischen Menschen und Orks sind)

      Föderalismus also - nunja, es gibt eine zentrale Regierung, die in Zaentra sitzt. Rund um die Hauptstadt ist die Zentralregierungsprovinz, die keinem der 16 Staaten angehört. Welche genau die 16 offiziellen Bundesstaaten sind, weiß ich im Moment nicht. Es sind eben, wie auf der Karte zu sehen, deutlich mehr als 16.
      Ich denke, es läuft in etwa so, dass es bei der Gründung des Bundes 16 offiziell beteiligte waren, und diese sich mehr oder weniger alle politischen Rechte herausgehandelt haben. Sie sind gesetzlich autonomer als der Rest. Die anderen Bundesstaaten haben auch autonome Regierungen, aber politisch auf der Bundesebene nicht viel mitzureden.

      Es könnte so sein, dass in den Provinzen, die keine Bundesstaaten sind, die Gesetzgebung sich an irgendwelche offiziellen Bundesstaaten anlehnen muss. D.h. über sowas wie Frauenrechte dürfen sie nur abstimmen, ob sie sich dem Staat soundso in der Gesetzgebung angleichen, aber sie dürfen kein eigenes Ding drehen.

      (Frauenrechte sind in einem Staat, in dem Menschen nur ca. 50% der Bevölkerung haben, ein bisschen seltsam... immerhin gibts bei den Orks keine "Frauen". Das wär also eine Gesetzgebung, die erstmal nur Menschen betrifft...)

      Womit wir zum nächsten Punkt kommen: Die Bürger*innen. Alle Personen, die Bundesbürger sind, müssen einem der 16 Staaten nominell angehören. D.h. in den Nebenprovinzen haben wir eine gemischte Bevölkerung... was es vermutlich rechtlich absolut chaotisch macht.

      In so einer Provinz - sagen wir mal Ydachram ("Öödachr'm") - gibt es also ne Provinzregierung, die Provinzgesetze beschließt, in der Form von "Straßenverkehr regeln wir so wie der Bundesstaat Mehava", die gelten dann halt auf den Straßen.
      Aber bei anderen rechtlichen Sachen gelten unterschiedliche Gesetze für Einzelpersonen. Z.B. wenn eine Person in Ydachram ein Verbrechen begeht, untersteht sie auf ganz lokaler Ebene mal der Polizei von Ydachram, aber wenn die Person Staatsbürger*in von Mehava ist, muss sie bei den dortigen Gerichten angeklagt werden. Vielleicht gibt es auch in Ydachram so 10 Gerichte von verschiedenen Staaten, um schon mal die häufigsten Fälle lokal abhandeln zu können. :freak:
      Und natürlich gelten in Ydachram, wie überall sonst auch, die Gesetze, die auf Bundesebene geschlossen wurden. Welche das nun genau sind - vermutlich sowas wie ein Wahlrecht.

      Wahlen sind ja auch nochmal seltsam. Dürfen bei der Wahl der Regierung des Bundesstaats Mehava alle wählen gehen, auch die, die gar nicht in Mehava leben, aber dessen Staatsbürger*innen sind? Vielleicht zählen deren Stimmen anders - d.h. es gibt einen Prozentsatz des mehavanischen Parlaments, der durch Stimmen von auswärts gefüllt wird, und der dann auch in kleinem Maße anliegen aus anderen Provinzen vertritt.
      Well why not. Es ist kompliziert.

      Vielleicht gibt es auch ein Äquivalent zum US-Senat, das die ganze Situation noch unfairer macht, weil darin Provinzen gleich mal überhaupt gar nicht vertreten sind. :diablo: Auf jeden Fall sind politische Schwergewichte normalerweise Orks, Menschen gelten in manchen Regionen sogar als eher minderwertig und haben kaum Chance, gewählt zu werden.

      Achja, und lokale Gesetzgebung wird natürlich auch stark von Religionen beeinflusst. Die wild gemischt sind: Die nördlichen Provinzen gehören zu den Kernländern der bodnischen Kirche, die westlichen zur serianischen Kirche, ein großer Teil der Orks fühlt sich der Südpolarkultur verbunden, und ein paar Bundesstaaten drehen überhaupt komplett ihr eigenes Ding. :D

      Ob der 16-Staatenbund das weltweit stärkste Militär hat, weiß ich nicht, könnte aber sogar sein. Auf jeden Fall am Nordkontinent. Und es ist auf jeden Fall eine Atommacht.

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      ... das war ein Speedbasteln, insofern als dass ich mir ne Stunde Zeit genommen hab, aber natürlich sind da auch einfach viele irgendwann schonmal gebastelte Informationen, die ich mir grad wieder in Erinnerung gerufen hab. Was eh längst schon mal an der Zeit war. :)
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      Antike Rechenmaschinen in Datelia

      Datelia erlebt seine Hochblüte am Beginn der Eisenzeit, die gleichzeitig auch den Aufschwung der Metallmagie mit sich bringt - ohne Metall keine Metallmagie, und mit Eisen geht das ganze gleich nochmal besser. ;)

      Primitive Zauberstäbe sind die erste Anwendung - im Prinzip genügt eine Stange aus Metall; bei Adeligen kommt noch Schmuck dazu. Etwas trickreicher wird es, sobald sich die Erkenntnis durchsetzt, dass spiralenförmige Formen die magische Hitze noch etwas besser leiten. Für militärische Zwecke lassen sich so Geschosse mit höherer Reichweite und anderen Wurfbahnen erstellen.

      (Kurzer Einschub, wie Metallmagie funktioniert: Personen mit der (seltenen) Fähigkeit spüren in sich eine Hitze bei der Berührung von Metall, und können die mit etwas Übung durchs Metall hinauslenken. Die magische Hitze verhält sich nicht wie reguläre Hitze, wird aber schnell in diese umgewandelt. Zauberstäbe schießen Geschosse aus purer metallmagischer Hitze, die sich fast unsichtbar durch die Luft bewegen und beim Auftreffen starke (und/oder tödliche) Verbrennungen hervorrufen. Damit sie rausschießt, benötigt es schon nen Impuls von der Magier*in, sehr viel einfacher ist es, die Magie durch Metallbahnen zu lenken.)

      Aber Datelia ist in die Geschichte nicht in erster Linie als Militärmacht eingegangen. In Datelia findet vielmehr ein Aufschwung der Kultur statt; davon zeugt die datelianische Buchstabenschrift, die heute fast überall in der Nordhemisphäre genutzt wird, und - vielleicht noch nachhaltiger - das Zahlensystem auf den Basen von 3, 4 und 5, bzw. insgesamt 60. In der Tat tragen viele mathematischen Formeln heute die Namen datelianischer Gelehrten - ihr kennt doch bestimmt alle den Satz des Iudythas und die Zahlenfolge der Arphaceme, ja?

      Ohne den Berechnungen der Mathematiker*innen wären die kompliziert mehrfach spiralten Zauberstäbe, die in der Spätantike zum Einsatz kamen, gar nicht möglich gewesen. Aber nicht nur förderte die Mathematik die Magie, umgekehrt auch die Magie die Mathematik. Denn die für ihre Zahlenfolge bekannte Gelehrte Arphaceme von Nuky entwickelte auf deren Basis eine der ersten primitiven Rechenmaschinen.

      Einige der Geräte sind heute noch in Museen erhalten. Aus verschieden stark gedrehten Stangen hat Arphaceme logische Gatter gebaut, mit deren Hilfe sich recht komplexe Rechnungen durchführen ließen. Damit die Maschine allerdings irgendetwas tut, braucht es immer mindestens eine metallmagisch begabte Person, die den richtigen Eingabestangen einen Impuls gibt. Die Ausgabe ist hingegen praktischer: Die Hitze brennt das Ergebnis in eine Schreibfolie.

      Dass sie sich in den folgenden Jahrhunderten nicht so durchsetzen konnten, liegt an:
      - ihrer Größe. So ein Ding ist schwer und kaum beweglich, da sich Teile nicht verbiegen sollen.
      - dem Umstand, dass nur Metallmagier*innen sie bedienen können; diese holten sich durch militärische Verdienste meist politische Ämter, wo so etwas banales wie selbst rechnen können nicht mehr nützlich war. (Es gibt aber auch Gegenbeispiele; Generäle die versuchten, eine Rechenmaschine auf einen Feldzug mitzunehmen - was sich allerdings nicht bewährte.)
      - dem allmählichen Zusammenbruch des datelianischen (Handels-)Imperiums.
      ~ ẞ ~
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      Thema: Kirchenverwaltung
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      (aber wenn nicht so viele Leute mitmachen, schaff ich's locker, alle zu lobsen. ;) )
      (Herrje, ich wollte einen Zwei-Absätze-Kurzbeitrag machen, aber anscheinend wirds schon wieder lang...)

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      Kirche

      (Bastelgedankens) Ngiana hat einiges an Religionen; Kirchen spezifisch würde ich ein paar davon nennen. Ich will aber nicht einfach das Christentum kopieren, und den Begriff "Kirche" für einen Monotheismus reservieren... also vllt so etwas wie einen Modus der Anbetung? Ich hätte gerne, dass Tempel und Kirchen nebeneinander existieren, aber etwas unterschiedliches heißen, hmm... "Kirche" hat auf der Erde ja noch die Bedeutung von "Glaubensgemeinschaft", aber auch die Bedeutung als Gebäude finde ich interessant. Und auch beim Christentum gibt es ja die Interpretation, dass es nur deswegen keine Tempel gibt, weil der Tempel halt der von Jerusalem war, und nach dessen Zerstörung Jesus dessen Funktion übernahm. Okay, jetzt bin ich wirklich weit abgeschweift.^^ In Ngiana gibt es natürlich die irdischen Bezeichnungen sowieso nicht, aber ich hätte gerne ein Analogon, immerhin bastle ich ja auf Deutsch, und ich spreche schon von der Balianas-Kirche und von der bodnischen Kirche, usw. Eine Kirche, als Gebäude, ist wohl immer etwas, dass von einer Gemeinde getragen wird ("Gemeinde" ist ja manchmal sogar synonym zu "Kirche"), während ein Tempel etwas ist, dass sich nicht an eine bestimmte Gruppe von Menschen richtet. Eine Kirche ist somit das religiöse Zentrum von Menschen, während ein Tempel das religiöse Zentrum von Akten ist. (Und ich spreche von Menschen, weil ich hier erst einmal im Kontext der menschlichen Religionen bastle. Nicht dass mir wer Speziesismus vorwirft.^^)

      Die bodnische Kirche

      Die beiden größten balianischen Konfessionen sind die bodnische und die seriatische Kirche; erstere beruft sich in ihrer Autorität auf Bodnan, den Bruder Gottes, bzw. den Bruder dessen leiblicher Inkarnation, der nach dessen Apotheose sein irdischer Stellvertreter wurde. Die seriatische Kirche hingegen trägt den Namen ihres Begründers, König Seria II, der nach einigen mythischen Questen die Aufgabe bekommen hatte, den Willen Balianä auszuführen, durch eine Vereinigung mit diversen Kulten anderer Gottheiten. (Über Seria II weiß ich ausgesprochen wenig, was ich dazu mal gebastelt hatte, ist großteils verloren)

      Bodnan bzw. Bodunas ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine historische Figur. (Ebenso wie auch von Balianas selbst angenommen wird, dass es einen Menschen gab, um den sich die Religion gebildet hat) Bodunas war Balianä Ziehbruder, selbst allerdings von adeliger Herkunft; Bodunas nahm jedoch in seiner Stadt Bolava keine weltlichen Ämter an, sondern gründete dort eben die bodnische Kirche... und legte den Grundstein zum Tempel von Bolava, der in den folgenden Jahrhunderten immer wieder umgebaut und erweitert wurde.

      Die bodnische Kirche ist die älteste balianische Kirchentradition; aus ihrer Perspektive natürlich die ursprüngliche und richtige. Das Buch Bodunas wird allerdings auch von den meisten anderen Balianaskirchen anerkannt, spätere kirchengeschichtliche Hinzufügungen finden sich allerdings nur in bodnischen Gottesbüchern.

      Die bodnische Kirche ist sehr hierarchisch, und sehr patriarchal. (Ich sehe sie im Prinzip als die Ngiana-Version der römisch-katholischen Kirche, mal sehen, ob ich im Verlauf des Bastelns davon mehr abrücke...) Wie die ganzen Kirchenämter heißen, weiß ich derzeit noch nicht. Bodunas selbst war natürlich schon ein Kirchenoberhaupt mit absoluter Autorität über theologische Fragen, das haben seine Nachfolger dann übernommen und weiter ausgebaut.

      Der Tempel von Bolava ist in erster Linie eine Schule der Theologie, in der Priester ausgebildet werden, und in der auch geforscht wird, Historiker*innen, Archäolog*innen, Philosoph*innen, in der Gegenwart wird hier also durchaus ein bisschen sekulär geforscht - allerdings müssen alle, die hier inskribiert sind oder lehren, Mitglieder der Kirche sein.
      Und natürlich ist der Tempel auch Sitz der Administration, und des obersten Kirchengerichtes; hier wurde über viele Jahrhunderte hinweg über Häresie oder Heiligkeit entschieden. Im Zuge der Industrialisierung hat die Kirche zunächst etwas an Macht verloren; während der diversen autoritären bzw. faschistischen Regimes der Weltkriegszeit wurden ihr aber viele Zugeständnisse gemacht.

      In der Republik Tortinien liegt nun einmal das Herz der bodnischen Kirche: In Bolava der Sitz des Kirchenoberhaupts, Sirena als heilige Stadt, die angeblich von Balianas selbst gegründet worden war (von Historiker*innen mittlerweile widerlegt, wobei argumentiert werden kann, dass sich dort wohl kaum eine Millionenstadt befinden würde, ohne den religiösen Hintergrund) und quer über das Land verteilt so ziemlich alle Ortschaften, die in den heiligen Schriften erwähnt werden.

      Das Oberhaupt der bodnischen Kirche, wird traditionell als Adoptivbruder des Kindgottes angesehen, und somit als Heiliger Bruder bezeichnet. Dessen Gemahlin (streng heteronormativ) ist die Heilige Amme, und übernimmt somit die Rolle der Iucrue, die in der heiligen Schrift den Balianas gesäugt hat. Frauen haben in der bodnischen Kirche.

      Wiewohl die bodnische Kirche sehr patriarchal ist, und von seinem Oberhaupt Heterosexualität (oder zumindest Heteroromantik) voraussetzt, ist die Kirche nicht wirklich feindselig gegenüber gleichgeschlechtlichen Beziehungen; es gibt sogar auch einige Kirchenämter, wo das erwartet wird, denn Balianas wird in der Kirchentradition als Verbündeter der Zwillingsgötter Mines und Sadines angesehen, und diese haben in der Kirchenstruktur auch ihre eigenen Repräsentanten - wie einige andere Gottheiten auch.

      In diesem Sinne ist die Kirche also nicht monotheistisch - aber irgendwie schon wieder, weil die anderen Gottheiten immer nur in Beziehung mit Balianas von Bedeutung sind.
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