[2019-03] Das Rechtssystem von kn

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    • [2019-03] Das Rechtssystem von kn

      Das Rechtssystem in kn ist verdammt seltsam. Es gibt einen Gerichtshof welcher sich pausenlos um zahlreiche unterschiedliche Verfahren kümmert. Es gibt nur sehr wenige fest formulierte Gesetze in kn, wie z.B. das Waffenverbot oder dass man sich nicht am Unglück einer anderen Person bereichern darf. Die allermeisten Verfahren sind Klagen aller möglicher Personen, die sich beschweren und so versuchen ihre Situation zu ändern. Das Gericht ist dabei mediatorisch aufgebaut, und hat keinerlei Allgemeinheitsanspruch. Das Gericht ist erstmal unabhängig von der Kaiserin oder sonstigen politischen Figuren, diese versuchen jedoch immer wieder neue Gesetze zu etablieren, um das Gericht einzuschränken.
      Der Gerichtshof ist wahnsinnig mächtig und oft kontrovers. Die Jägerin hat sich erstritten Menschen ermorden zu dürfen, da sie dazu eingestellt wurde und diese Einstellung rechtens ist, weil sie wirklich außerordentliche Tötungsqualitäten mitbringt. Die Gegenklage vieler Menschen Meuchelmörder*innen auf die Jägerin ansetzen zu dürfen, wurde hingegen klar abgeschmettert, da sie die Stadt stolz schätzen könne eine so hervorragende Mörderin zu haben. Aber auch jenseits davon gibt es unerhört spannende Verfahren. Eine gerissene Profiklägerin hat es nach vielen Versuchen geschafft transzendentale Fähigkeiten zu erklagen. Das Gericht hat diese Möglichkeit, es besitzt Legislativmagie und entscheidet auch über das Mögliche. Vor allem Philosoph*innen sind immer wieder dabei lautstark mit dem Gericht zu streiten. Gerade aus dieser Ecke kommen unglaublich radikale Ansätze und Anfeindungen gegen das Gericht. Metagerichtliche Klagen sind seit Beginn an der Tagesordnung, bisher wurde dadurch jedoch nur die Macht des Gerichts gestärkt. So wurde die Machtlosigkeit des Gerichtshofes demonstriert, woraufhin sich das Gericht Legislativmagie gab, um auch Metaklagen höherer Ordnung angehen zu können. Die Denker*innen sind seither in absoluter Rage und fühlen sich in einem Terrorregime ungekannter Unmöglichkeit gefangen.
      Abseits der tobenden Philosoph*innen sind die häufigsten Klagen gesundheitlicher oder ästhetischer Natur. Klagen gegen seine eigenen Schmerzrezeptoren sind meist ein erfolgloses Unterfangen und werden mit einem "Gute Besserung" und einer Arztempfehlung abgewiegelt. Die Kritikergilde bekommt hingegen häufig recht, sodass die Modepolyzei durchaus zu einer wichtigen Institution geworden ist, die guten Geschmack schützt. Einige der Kritiker kritisieren jedoch die zunehmende Ästhetokratie durch ihre eigene Polyzei und fordern die Abnahme deren, und somit auch ihrer eigenen, Macht.
    • Wenn ich den Beitrag so lese, stelle ich mir beim Gericht eine graue undefinierbare Masse an juristisch gebildeten Personen vor. Dein verlinkter Beitrag sagt, es sind zwei Richterinnen.

      Ich hab irgendwie Schwierigkeiten, mir das vorzustellen. Eine gerissene Klägerin muss ja irgendwie fähig sein, ihre Gerissenheit anzuwenden, aber wenn es kaum Gesetze gibt, und v.a. nur 2 Personen, die entscheiden, wie geht das? Basiert es auf Präzedenzfällen, und muss 100% hiebfest argumentiert werden?
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Das Gericht besteht absolut nicht aus einer grauen Masse an Juristen. Nein, es sind zwei richtende Personen, die mit der klagenden oder mehreren sich gegenseitig anklagenden Personen eine Mediation durchführen. Da es kaum Gesetze gibt und jede Klage eigen ist, werden immer neue Lösungsansätze gefunden und gemeinsam erarbeitet. Das System ist natürlich für viele Situationen ziemlich unangebracht, aber es soll ja auch ein Gegenentwurf zu unserem gesetzesbasierten System sein. Die Trope der gerissenen Anwältin funktioniert hier natürlich besonders schlecht, weil eine neue Auslegung des Gesetzes nunmal Gesetze benötigt.
    • Da ich jetzt erstmal Schrift für unwichtig in kn erklärt habe, wird es gar keine Gesetze geben. Jede Klage wird einzel ausgehandelt und man erkundet alles in einer guten Diskursion. Ich finde das sehr nett und anders, aber natürlich ist das System ziemlich schlecht dazu geeignet gerecht zu sein, weil es keine Grundlage gibt auf die sich bezogen wird. Das heißt auch, dass ich mir was anderes als Legislativmagie ausdenken muss oder zumindest weiter weg von gesetzbasierter und gesetzgebender "Legislativ"magie. Ich möchte immer noch, dass das Gericht superkrasse Sonderrechte/Freiheiten vergeben kann, wenn man sich das vernünftig erklagt hat, und dass viele Philosophen das grauenhaft finden, aber die Gesellschaft dennoch funktioniert.
      Tja, ich weiß nicht wie ich das rechtfertigen soll, dass wenn das Gericht entscheidet du solltest magische Fähigkeiten bekommen, du sie auch tatsächlich bekommst.... Details ^^

      Diebe stehlen jetzt auch keine Gesetze mehr, sondern Gerichtsurteile, die die Diebesgilde verbieten. Und inzwischen hat sich das Gericht damit ziemlich abgefunden und es wird hauptsächlich darum gestritten, ob es richtig war diesen wichtigen Gegenstand zu klauen.