Umgang mit ähnlichen Konzepten in anderen Welten

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Die WBO ist beendet!
    Alle Beiträge wurden eingerecht und nun warten wir auf die Bewertungen der Juries.

    Wir wünschen allen Teilnehmern viel Erfolg!
    Das WBO-Orgatool findet ihr hier.

    • Umgang mit ähnlichen Konzepten in anderen Welten

      Vom Klischee zum Plagiat?

      Hallo,

      aus einem Shoutbox-Kommentar jetzt auch in einem Thread in Ihrer Nähe!

      Was beim Lesen anderer Welten unweigerlich auffällt sind ähnliche Konzepte oder Bausteine. An einfachen Beispielen aus der Fantasy-Ecke erklärt gibt es ja bereits bewährte und über viele Welten verbreitete Mechaniken, die in verschiedene Basteltiefen vordringen:
      - Mittelalterliches Setting mit Abenteurer-Tavernen und Feuerball-Magie: Sehr verbreitet
      - Zwerge: Keine Zwergweltler nehmen einem vermutlich übel Zwerge zu bebasteln, höchstens jemand mit EDO-Abneigung und der Meinung, dass die moderne Fantasy-Zwerginterpretation schon ein Tolkienplagiat ist
      - Seelen/Geister-Konzepte: Auch sehr verbreitet
      - Baumgeister, Waldgeister und so: Aus der Mythologie noch bekannt und in ähnlichen Formen verbreitet

      Irgendwann stolpert man aber in seinen Geister- und Magie/Ritual/Fluchkonzepten oder in anderen Weltenbauecken über Welten, die zumindest schonmal sehr ähnliches Vokabular benutzen, zum Teil vor ähnlichen Fragen stehen und zum Teil auch ähnliche Antworten finden. Hier erschrecke ich mich manchmal und es widerstrebt mir ein bisschen darin weiterzulesen, weil ich ja nix unbewusst übernehmen möchte und im schlimmsten Fall noch den anderen Weltenbastlern auf die Füße träte damit.. :X ..gerade wenn dort schon Antworten gegeben sind auf Fragen, die in der eigenen Welt noch nicht beantwortet sind, würde ich vermutlich zu anderen Antworten kommen, aber von dem Beispiel vermutlich positiv beeinflusst werden. Also ich sehe dann, wie weit ich das für die eigene sinnvoll finde, und wo ich andere Wege gehen würde/müsste. Naja.

      Ich hatte auch schonmal in einem anderen Forum was von Plagiatsvorwürfen gehört, aber von meiner Erfahrung mit dem Umgang hier soweit würde ich ein größeres Ärgernis nicht unbedingt erwarten. Trotzdem sollte man sich vermutlich absichern und ggf. für auch ähnliche Ergebnisse mögliche öffentliche Inspirationen parat haben oder sowas. Habt ihr ähnliche Erfahrungen, gabs das Thema hier schon, oder sind meine Bedenken niemandem auf die Füße zu treten gar ganz unnötig? o,x
      > Möchte in Fantasy-Ausrichtung an den Erfolg von Scientology anknüpfen.
    • Eru schrieb:

      Hier erschrecke ich mich manchmal und es widerstrebt mir ein bisschen darin weiterzulesen, weil ich ja nix unbewusst übernehmen möchte und im schlimmsten Fall noch den anderen Weltenbastlern auf die Füße träte damit..
      Ich glaube, umgekehrt ist es besser - sich erst recht intensiv damit auseinandersetzen (wenn Interesse da ist). Ich behaupte, fast alles was ich bastle, ist unbewusst von irgendwoher übernommen - so funktioniert Kreativität.

      Wenn jemand etwas basteln würde, was ganz nah an eine meiner Ideen angelehnt ist - wäre das vllt awkward? Aber eigentlich nichts negatives per se.

      Dass ich Ideen zu kopieren vermeide von Leuten meiner unmittelbaren Umgebung, hat verschiedene Aspekte. Zum einen verbinde ich Ideen mit den Menschen, die sie haben, persönlich. Zum anderen ist es ergiebig, gemeinsam zu basteln, an der Welt einer anderen Person - dann bin ich kreativ auch damit beschäftigt, auch wenn es nicht um meine Welt geht.

      In der Regel unterscheiden sich Menschen ohnehin so stark voneinander, dass die Ähnlichkeit von Ideen irgendwo wieder aufhört. Zumindest, wenn Aufwand hineingesteckt wird; klar können Leute, die mal eben für zwei Tage nen Fantasy-Setting für ein RPG zusammenbauen, auf sehr ähnliche Ergebnisse kommen, per copy-paste. Aber das ist dann ein anderes Problem.
      ~

      Es kann auch vorkommen, dass jemand Ideen hat, die für die Person eher wilde Fiktion sind, für jemand anderes aber Alltag, too real. (Kommt zuweilen vor, dass Alien oder Roboter so gebastelt werden, dass sie sich ähnlich mit neurodivergenten Menschen unterschiedlichster Arten verhalten oder fühlen.) In dem Fall kann natürlich auch nicht von einem Plagiat gesprochen werden - selbst wenn die betreffende Person, wenn sie eine Autobiographie geschrieben hätte, etwas ganz ähnliches darin stehen hätte.
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Ein manchmal unangenehmes Thema, finde ich. Wenn ich etwas bastle, wünsche ich mir natürlich, dass sich am Ende ein eigenständiges Bild ergibt. Mir ist es schon einige Male passiert, dass ich eine Idee angefangen habe, zu beschreiben oder zu zeichnen, und dann - tatsächlich erst danach - lese ich ein Buch und da kommt eine sehr ähnliche Idee/ ein sehr ähnliches Thema vor, das ich dann als viel lebendiger und viel besser oder "größer" beschrieben erachte, als ich es könnte. Sowas entmutigt mich dann hin und wieder schon. Im Sinne von "hat es überhaupt einen Sinn, das Thema jetzt weiter zu verfolgen? Es funktioniert ja hier in diesem Buch mit diesem Setting viel besser als mit meinem fiktiven Setting" - und wirkt viel durchdachter. Hmmm.

      Ich denke auch dass man nicht vollkommen unbeeinflusst von dem was man bisher im Leben in irgendeiner Form konsumiert hat, basteln kann. Und sei es, wenn man darauf hin dann "das Gegenteil" von dem macht, was man erlebt oder gesehen hat.Wenn ich mir etwas durchlese, was meinen Ideen ähnelt, beeinflusst es mich auf jeden Fall in meinem Wirken, weil ich dann Dinge, die ich zuvor gleich benennen wollte/hätte, anders nenne oder anders gestalte.
      Das wiederum kann ja irgendwie auch wieder eine andere Art der Inspiration sein. Im Sinne von "muss das was ich da schreibe, eigentlich zwingend so sein, oder könnte ich hier kreativ noch was rausholen?"

      Andererseits finde ich es aber auch für den Austausch nett, wenn im näheren (Bastler-)Umkreis jemand entsprechend Feedback gibt, im Sinne von "ah interessant, sowas gibts in meiner Welt auch, und zwar "..." das kann ggf nochmal interessante neue Perspektiven eröffnen, weil man dann nochmal hinterfragen kann - warum ist das in der anderen Welt so? Und wie kommt es, dass dieser Aspekt in meiner Welt (auch) so ist?

      Dass man im ähnlichen Umfeld (also zB "Weltenbastler Community" - gern aber auch politische Interessengemeinschaften) Ideen entwickelt, die einander mal ähnlich werden können, finde ich auch nicht verwunderlich - die Wahrscheinlichkeit, dass man bei ähnlichen Interessen auch ähnliche Medien konsumiert, die dann wiederum inspiriert haben, ist ja doch recht hoch. Tolkien ist da natürlich das naheliegendste Beispiel. Und als Erdenbewohner mit der irdischen Geschichte haben die meisten von uns natürlich ohnehin ein gemeinsames Inspirationsgut. :D

      Sollte ich je meinen schlächten Roman zu meiner Welt veröffentlichen, würde ich vermutlich schon irgendwo in einem Nachwort (?) erwähnen, dass ich von großartigen Geschichten wie der von Planescape: Torment inspiriert bin. Auch wenn die Gesamtgeschichte + Setting gänzlich anders sind.

      Ich würde mir jedenfalls nicht verbieten, etwas zu lesen, was meiner Idee ähneln könnte. Lieber kann ich zu einem eventuellen Plagiatsvorwurf etwas Fundiertes sagen, als ein "noch nie gehört! Nicht gelesen! Kenn ich nicht!", das ggf. eher wie eine Ausrede wirkt.
      nobody.
    • Ich behaupte ja, dass ich eigentlich nur klaue, aber geschickt mische. Also sehe ich Kreativität sehr ähnlich wie Jundurg.
      Dafür habe ich ja auch mal einen eigenen Thread gemacht: "Bekanntes neu und Geklautes eigen machen"

      Eru, hast du Beispiele wo du Sorge hattest, dass dich etwas zu sehr beeinflussen könnte wenn du es läsest?
      Ich frag mich ob dein Bastelstil, der großen Wert auf gute Erklärungen legt, das Problem verschärft. Denn wenn man eine gute Erklärung gelesen hat, kann es schwer sein sich eine andere auszudenken.