Eure Weltenbastel-Philosophie

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Es ist soweit - das WBO-Tool hat heute Nacht die ersten beiden Aufgaben der diesjährigen Olympiade frei gegeben!
    Wir wünschen allen Teilnehmern viel Erfolg und Spaß!

    Für alle, die noch keine so große Erfahrung mit der WBO haben: eine Anmeldung für kommende Disziplinen ist immer noch möglich. Also schnuppert ruhig mal rein.
    Das WBO-Orgatool findet ihr hier!

    • Eher "verplant". Aber es fast immer Traum- oder Spätnacht-Ideen, teils auch verquirlt mit Traumata verschiedener Art. Spiel mit Ängsten und Dingen die Angst machen, auch wenn man davon vermutlich nicht soviel mitbekommt, wenn man darin liest. Vielleicht beherrschte Angststudie unter von mir kontrollierten Bedingungen, die sich trotzdem verselbstständigt.

      Da ich darüber nie nachgedacht habe, kam mir der Gedanke, dass das so sein könnte, auch eben erst, aber ich denke es ist so.

      Vermutlich noch nicht so das Feedback, welches du dir auf diese Frage erhofft hast. Meinst du Aspekte wie "ich möchte eine Welt erschaffen, die in keiner Hinsicht ist, wie ..." oder ich möchte mit der Welt eine bestimmte Idee/Gefühl vermitteln", oder "etwas wie ... würde es in meiner Welt nie geben, weil ich es ablehne"?

      Was und wie ich bastle, wandelt sich jedenfalls mit dem was ich erlebe und erfahre, ganz von selbst und fließend. In einer Phase mag mich etwas faszinieren und begeistern, was mich wenige Jahre später langweilt. Ich versuche, nicht nur düster und bedrohlich, sondern auch wohnlich zu basteln, wenn ich denn mal wieder bastle. Aber meist endet es ohne mein bewusstes Wollen so, dass auch das Heimeligste nur ein dünner Lack ist, unter dem sich etwas Unappetitliches, Gruseliges oder Trauriges verbirgt.

      Wahrscheinlich ist meine Philosophie, dass meine Welt auf ihre Weise auch nicht besser oder lebenswerter sein kann als unsere, weil ich nur basteln kann, was ich kenne.
      nobody.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Yrda ()

    • Ich muss zugeben, dass ich selber keine wirklich Bastelphilosophie habe. Ich verbastle das, was ich interessant finde und warum ich da dann genau das spannend finde und was ich damit ausdrücken will, weiß ich nicht. Das sollen andere beurteilen, oder vielleicht besser nicht. ;)

      Ein Punkt, von dem ich nach einschlägiger Lektüre annehme, dass er wichtig ist, ist der, dass Silaris zum Teil wohl auch meine Art und Weise ist, die deutsche Geschichte mit ihren Auswirkungen im Großen und im kleinen familiären Rahmen zu verarbeiten. Jedenfalls tauchen Themen wie Patriotismus, das Wohl des Vaterlands als Rechtfertigung, Nationalstolz, aber auch die Entwertung anderer ethnischer Gruppen bis hin zum Genozid immer wieder auf, genau wie die Auswirkung von (modernen) Kriegen auf Zivilisten, während heroische Schwertkämpfe und der ganze Rest der in Fantasy so üblichen Glorifizierung historischer Kriegsführung gar keine Rolle spielt, Silaris hat dieser Punkt der technologischen Entwicklung ja bewusst schon weit überschritten.

      Ganz allgemein denke ich, dass es da unterschiedliche Herangehensweisen gibt. Es gibt ja auch diejenigen, die mit ihren Welten konkret eine bestimmte Weltanschauung veranschaulichen oder anderen nahebringen wollen. Da spielt dann die persönliche Philosophie bei der Erschaffung der Welt eine große Rolle.
      Oder andere wollen gerne bestimmte philosophische Theorien oder "was wäre wenn-Szenarien" in ihren Welten ausprobieren.
      Ich mache aber wie gesagt bewusst nichts Derartiges. Mir fällt auch auf, dass ich eigentlich kein Fan von düsteren Welten bin, in denen den Leuten ständig schlimme Dinge passieren, Gräueltaten verübt werden und alle irgendwie amoralisch durchs Leben gehen, aber wenn ich mir Silaris dann mal genauer angucke. *hust*
      Trotzdem ist Silaris für mein Gefühl eigentlich keine "dark" oder "grim and gritty"-Welt und was es da noch so für Bezeichnungen gibt. Wie auf der Erde auch gibt es unschöne Dinge, besonders verbreitet im Krieg, aber es gibt auch Hoffnung, Versöhnung, Vergebung, Liebe und
    • Meine Bastelphilosophie ist eher etwas ... speziell

      Ich verfolge immer das Thema der Perfektion, wovon ich mich lösen muss wenn ich irgendwann etwas Zustande bringen will.
      Bei mir soll alles möglichst so sein, dass es meinem Begriff von Perfekt nahe kommt.

      Was ich mir immer darunter vorstelle ist: Das Werk Gotes zu wiederholen.
      Also eine Möglichkeit zu finden, ein extrem umfassendes Universum zu erschaffen, von der Pike auf an.
      Es ist dann so dass ich mich eher verzettel und dann alles verwerfe um wieder neu anzufangen

      Aber das gehört irgendwie dazu

      Planlos gehe ich nie vor, ich habe immer Pläne wie alles strukturiert sein soll, und mit jeder Schöpfung entwickelt sich alles weiter.
      Also könnte man meine Philosophie eher so als ewigen Kreislauf zwischen Erschaffung und Vernichtung begreifen.
      Und das im Sinne der Perfektion, der restlosen Übertragung meiner Prinzipien, Ideale und Gedanken sowie Einflüsse auf meine eigene Welt.
      Das ist so die Philosophie die ich verfolge.

      Bis ich auf die Idee mit den Syncai kam, hatte ich auch schon über zehn Entwürfe in fünf Jahren für die perfekte Spezies geschaffen, die ich dann verwarf und weiterentwickelte. Und heute ist daraus eine transdimensionale, post-posthumane Spezies geworden.
      Wie gesagt, Schöpfung, Vernichtung und anschließende Schöpfung unter besseren Umständen
      Ich denke, ein gewisser Aspekt des Weltenbauens ist die Vision
      Die Vision von einer Wunschwelt, in der man seine Zeit verbringen möchte
      oder in der man ganz leben will, wie es bei mir der Fall ist ...
    • Veria schrieb:

      Ich möchte eine Welt basteln, wo ich fast überall gerne leben würde. Ein bisschen Nichtsofein gibt es für dramaturgische Zwecke. Das gilt für alle meine Welten.
      Wenn ich so drüber nachdenke, geht es mir ähnlich. ;D

      Ansonsten, was hab ich für eine Philosophie?
      Spaß am Rumspinnen, an Wortspielen und Sinn-Verdrehungen.
      Perfektion auf keinen Fall.
      Liebevolles Zurechtgewurschtel.
      Æýansmottír-Blog - Mysterion-Blog - Deviant - Mysterion - Æýansmottír (provisorisch) - Bloubbuji

      Jedes Tier sollte stolz sein, wie Grillgut auszusehen. Besser als wenn man hinschaut und sagt: "Nette Suppeneinlage." (Mara)
      The limit of the Willing Suspension Of Disbelief for a given element is directly proportional to its degree of coolness.
    • Hmm. Ich habe über den Bastelprozess ansich nie nachgedacht. Vielleicht, weil ich einfach immer nur anfange und der Rest läuft dann von selbst.

      Meistens wird von mir verbastelt, was ich irgendwann mal von außen in der Welt beobachtet oder wovon ich irgendwann geträumt habe. Weil ich mir oft denke: "Is' ja eigentlich 'ne echt coole Idee."
      Ich hatte zum Beispiel mal von so einem großen Insekt geträumt, das sehr langsam und mit tiefem Brummton auf einen zugeflogen kommt und einen verdammt langen Stachel hat. Das Ding wurde im Traum mit einem Buch erschlagen (wohl, weil nichts anderes da war, ich weiß es nicht) und unter dem Buch kam dann kurz darauf eine sehr "lebendige" Substanz hervor, die recht schnell das ganze Zimmer ausfüllte und jeden "verfolgt" hat, der noch drin war.
      So komisch ich das alles auch fand, am Ende dachte ich wieder einmal nur: "Schon cool, irgendwie. Kann ich bestimmt mal brauchen."

      Das ist aber wahrscheinlich bei jedem so.

      Da ich von meiner Kindheit bis ins Erwachsenenalter hinein hauptsächlich Alpträume hatte, kommt auch so einiges an unangenehmen Zeug vor. Das hält sich aber die Waage mit allem, das entweder
      - heimelig bzw. generell "normal" und manchmal auch schwermütig bis deprimierend ist,
      - so zuckersüß ist, dass man Zahnschmerzen bekommen könnte,
      - eigentlich nur als reines Spaßelement von mir eingebaut wurde, weil ich so was sehr sympathisch finde,
      - eher generell lustig ist und sei es nur die Verballhornung von irgendwelchem Alltagswahn,
      - oder so grausam bzw. menschenverachtend ist, dass ich mich manchmal schon frage, ob irgendwas in meinem Kopf nicht ganz richtig ist.

      Was auch sehr oft vorkommt sind unter Anderem Themen wie beispielsweise, was eigentlich eine Person ausmacht. Das ist nichtmal beabsichtigt und mir fällt das oft erst auf, sobald mich irgendwer anders drauf anspricht.

      Wert auf Dinge wie Perfektion lege ich nur bei meinen selbst zusammengeschusterten Naturgesetzen. Für mich muss einzig nur die innere Weltenlogik Hand und Fuß haben. Da darf der ganze Rest des Settings dann so dynamisch und stellenweise auch mal widersprüchlich sein, wie er will und wie es eben kommt. Solang die Dinge immer noch irgendwie der inneren Logik folgen, darf alles so sein, wie es sein will.

      Bei manchen Dingen liefere ich auch bewusst keine klar definierte Antwort ab, weil ich persönlich der Ansicht bin, dass man eine Welt bzw. ein Setting auch "zu Tode erklären" kann. Mir fällt nicht ein, wie ich das sonst ausdrücken soll, aber ihr wisst bestimmt, was ich meine.
      Außerdem mag ich einfach die Idee, wie sich beispielsweise verschiedene Gruppen von Wissenschaftlern in den Haaren haben, weil sie denken, dass nur ihre eigene Interpretation von spezifischen Dingen die einzig richtige Interpretation ist. Nur um sich dann gegenseitig zu zerfleischen und sich vorzuwerfen, doch bitte nochmal das Studium zu wiederholen, weil sie ganz offensichtlich keine Ahnung von der Thematik haben.
      The more you consume, the less creative you feel.
      The less creative you feel, the harder it is to create.
      The harder it is to create, the easier it is to consume.
    • Veria schrieb:

      Ich möchte eine Welt basteln, wo ich fast überall gerne leben würde. Ein bisschen Nichtsofein gibt es für dramaturgische Zwecke. Das gilt für alle meine Welten.
      Was das angeht, ist es bei mir so, dass ich Welten basteln möchte, deren Bewohner*innen (auch) ein Lebensgefühl haben, das für mich relatable ist, d.h. ich möchte mich selbst durch deren Perspektive betrachten können und umgekehrt.

      Das kann aber total unterschiedlich funktionieren. Ich habe viele Welten die neuzeitlich sind, oder sogar ähnlich globalisiert und vernetzt wie unsere - aber ich finde auch an antiken Lebensweisen gefallen, vllt auch deswegen, weil ich den Eindruck habe, dass vieles gar nicht so anders ist, grade was menschliche Grunderfahrungen angeht.

      Ansonsten hat sich meine Ästhetik schon mehrfach geändert. Was mich momentan am meisten freut, ist, wenn eine Idee Klischees voll erfüllt, aber bei genauerer Betrachtung doch was ganz anderes ist.

      Und sonst natürlich, wenn an verschiedenen Ecken gebastelt wird, und sich später herausstellt, dass sich alles doch gut zusammenfügen lässt, als wäre es so geplant worden. Das ist für mich einer der schönsten Momente beim Weltenbasteln.

      Eisenteddy schrieb:

      - eigentlich nur als reines Spaßelement von mir eingebaut wurde, weil ich so was sehr sympathisch finde,
      - eher generell lustig ist und sei es nur die Verballhornung von irgendwelchem Alltagswahn,
      - oder so grausam bzw. menschenverachtend ist, dass ich mich manchmal schon frage, ob irgendwas in meinem Kopf nicht ganz richtig ist.
      Da finde ich mich auch wieder, und - ich glaube, die meisten Menschen haben grausame und verkorkst brutale Seiten in sich, die entweder gut versteckt werden oder halt nichtmal so bewusst sind. Kreativ Schaffende stoßen da halt viel eher drauf als andere.
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Meine Weltenbastelprojekte dienen in erster Linie dazu, meine Gedanken und Empfindungen über die Natur des Menschen und den Sinn des Lebens zum Ausdruck zu bringen, vor allem aber meine Hoffnungen auf eine Lebensweise, die ich als gut empfinde. Deshalb basiert die elbische Kultur des Elbenpfades auf meinen persönlichen Idealen, und im Globalen Frühling versuche ich, auszumalen, wie eine ökologisch nachhaltige, sozial gerechte, wirtschaftlich prosperierende, freie und friedliche Gesellschaft in der nahen Zukunft entstehen und aussehen kann.
      ... brought to you by the Weeping Elf