[2019-04] Begegnungen auf Sapphiria

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    • [2019-04] Begegnungen auf Sapphiria

      Ich bin in den letzten Wochen leider nicht dazu gekommen, längere Texte zum April-Thema "Begegnungen" fertig zu schreiben, deshalb reiche ich hier mal eine kurze Zusammenfassung nach:

      Für Sapphiria waren wohl die ersten Begegnungen der intelligenten Spezies äußerst bedeutsam, besonders weil sie alle irgendwie von außerhalb stammen:
      • Die Lefhen sind durch ein magisches Portal aus ihrer alten Welt geflohen - in meinem aktuellen Entwurf war diese Welt Trullebrokk und die Lefhen sind entfernte Verwandte der Trolle
      • Die Ettins stammen wie die Mondnymphen von den Ishran ab, die auf dem Mond Serlyna (früher von mir Luna genannt) gestrandet waren. Weil dort die Nahrung knapp wurde, sind sie mit einem notdürftig wieder flugfähig gemachten Raumschiff nach Sapphiria geflogen und dort bruchgelandet.
      • Die Zwerge sind künstliche Lebewesen, die in den Planeten als Kampf- und Arbeitsdrohnen zur Vorbereitung einer Invasion "eingepflanzt" wurden. Durch eine schwerwiegende Fehlfunktion wurden sie jedoch autonom bzw. stellten sich auf die Seite der Ettins und Lefhen.
      Die erste bedeutsame Begegnung war die Landung der Urahnen der heutigen Ettins und ihr erstes Zusammentreffen mit den Lefhen. Der Legende nach sollen die Ishran sich beim Anblick der Spitzohrigen als allererstes gefragt haben: "Kann man die essen?", was ihnen später auch ihren neuen Namen einbrachte, denn "Ettins" ist abgeleitet vom altzwergischen "Yetturen", was etwa "gefräßige Riesen" bedeutet.
      In welchem Umfang sie wirklich Jagd auf die Lefhen machten, ist unklar. Sicher ist nur, dass es passierte, und zwar kurz nach der Landung, als die Ishran knapp vor dem Verhungern standen und wegen ihrer Erfahrungen auf dem Mond jedes andere fremde Wesen (einschließlich vieler Pflanzen) als potentielle Gefahr sahen.
      Noch heute gibt es lefhische Mythen, in denen "wilde Jägerinnen" vom Himmel fielen und den Krieg nach Sapphiria brachten, indem sie die Lefhen zwangen, sich zu verteidigen. Dem entsprechend sehen besonders eher konservative Lefhen die Ettins immer noch ein wenig als gefährliche Raubtiere. Auf der anderen Seite antworten Ettins darauf immer noch gern, die Lefhen seien einfach zu lecker und daher selbst in Schuld, auch wenn die meisten Ettinvölker inzwischen humanoide Wesen von ihrem Speiseplan gestrichen haben.

      Ebenfalls prägend waren die ersten Begegnungen der Ettins und Lefhen mit den Zwergen: Durch sie entstanden die Sagen über die unter der Erde lebenden Clunkermänner.
      Aus Sicht der Ettins und Lefhen waren die Clunkermänner (also eigentlich die Zwerge) kleine, verschrobene Erdwichtel, die fast schon maschinenartig durch dunkle Höhlen marschieren, dabei seltsame Apparaturen bauen und ständig seltsames Zeug brabbeln, das höchstens dann einen Sinn ergibt, wenn man dreimal um die Ecke denkt. Von ihren Bärten sagt man, sie bestünden aus Flechten, woraus in manchen späteren Erzählungen Haare aus Moos wurden.
      Aus Sicht der Zwerge waren die Clunkermänner flinke, aber auch äußerst tollkühne Wesen, die mal hilfsbereit, mal extrem streitlustig und gefährlich sein konnten: Mal halfen sie, Kohle- und Erzlagerstätten zu finden, mal brachten sie mit ihren wilden Zankereien Grubenbaue zum Einsturz. Dass die Zwerge Clunkermänner auch als klein beschrieben, lag daran, dass Ettins damals sehr oft auch Kinder in ihren Bergwerken arbeiten ließen, insbesondere in den engeren äußeren Grubenbauen, wo es am häufigsten zu Begegnungen kam.


      Ansonsten musste ich bei dem Thema noch an "Zufallsbegegnungen" aus (Computer-)Rollenspielen denken. Besonders in älteren JRPGs laufen diese auf einem eigenen Kampfbildschirm ab, der manchmal ein bisschen wirken kann, als würde man in eine Art Parallelwelt befördert.
      Das hat mich auf die Idee gebracht, die Dämonenwelt Sapphirias weniger als einen diskreten Ort zu sehen, der durch ein vorher klar zu erkennendes Portal erreichbar ist, sondern als etwas, das einen fließenden Übergang zur "Normalwelt" haben kann.
      Es wird zwar auch abrupte Schwellen geben, ähnlich dem Wechsel zu einem JRPG-Zufallskampf, aber sie können eben mehr oder weniger zufällig auftauchen, während feste Zugangspunkte eher selten sind. Ansonsten kann die Dämonenwelt auch etwas sein, in das man sich langsam verläuft, bevor es zur eigentlichen Begegnung mit den Dämonen in ihrer Einflussspähre kommt.
      Besonders bei mächtigen Dämonen kann das ein sehr ehrfurchtgebietendes Erlebnis sein. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch "einfache" Dämonen, die einem ganz normal und alltäglich über den Weg laufen, ohne dass man gleich in eine Parallelwelt gesogen wird.
      "Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen."
      - Douglas Adams, "Das Restaurant am Ende des Universums"

    • PolliMatrix schrieb:

      Die Zwerge sind künstliche Lebewesen, die in den Planeten als Kampf- und Arbeitsdrohnen zur Vorbereitung einer Invasion "eingepflanzt" wurden.
      Aah, das gefällt mir irgendwie grade total gut! Es erklärt so sehr die klischeezwergische Arbeitsmentalität, ist aber komplett was anderes als erwartet.

      PolliMatrix schrieb:

      Aus Sicht der Zwerge waren die Clunkermänner flinke, aber auch äußerst tollkühne Wesen, die mal hilfsbereit, mal extrem streitlustig und gefährlich sein konnten
      Hä? Ich dachte die Zwerge sind schon die Clunkermänner? Oder haben die Zwerge die Sagen über sich selbst übernommen und nochmal nach außen projiziert?
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Jundurg schrieb:

      Hä? Ich dachte die Zwerge sind schon die Clunkermänner? Oder haben die Zwerge die Sagen über sich selbst übernommen und nochmal nach außen projiziert?
      Hmm... Ich hatte mir das eher so gedacht, dass beide Seiten jeweils ihre eigene Variante der Sagengestalten (wohl auch mit anderem Namen bei den Ettins) hatten. Zu beiden wurde dann so viel dazugedichtet (wie z.B. die Mooshaare), dass die jeweils andere Seite sich später nicht mehr wiedererkannt hat, als man sich gegenseitig besser kennengelernt hatte. Anschließend sind beide Mythen zu den heute bekannten Clunkermännern verschmolzen.

      Eventuell hatten davor Zwerge und Ettins jeweils auch schon Kontakt mit den Lefhen, aber eben noch nicht wirklich miteinander. Über die bekamen sie dann auch indirekt Teile der Geschichten der anderen Seite mit, weil die Lefhen entweder auch nicht wussten, was wirklich passierte, oder weil sie es bewusst verheimlichten.
      "Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen."
      - Douglas Adams, "Das Restaurant am Ende des Universums"