"Naturgesetze" für Kleidung

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    Das WBO-Orgatool ist hiermit initialisiert. Es mögen sich vor allem für die ersten Kategorien schnell findige Jury-Mitglieder finden.
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    • "Naturgesetze" für Kleidung

      Ich hab vor einiger Zeit festgestellt, dass ich die Kleidung meiner verschiedenen Völker bisher sträflich vernachlässigt habe. Ich will aber auch nicht irgendeinen Abklatsch irdischer Kulturen. Und so kam ich auf die Frage: Was für universelle Gesetzmäßigkeiten gibt es eigentlich für Kleidung?

      Hier mal zwei, die ich schon entdeckt habe:
      • Je unpraktischer ein Kleidungsstil ist, desto wahrscheinlicher ist er ein Marker für hohen gesellschaftlichen Status. Die Unpraktikabilität kann sich dabei in einer eingeschränkten Bewegungsfähigkeit äußern (High Heels, Reifröcke, Toga), in empfindlichem oder schwer sauber zu haltendem Material (Seide, Spitze) oder in einer allgemeinen Unbequemlichkeit (Korsett, Wollkleidung in tropischen Gefilden).
      • Wenn es in einer Kultur aufwändig ist, Kleidung zu reinigen, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass zumindest in der etwas wohlhabenderen, aber arbeitenden Bevölkerung eine Teilung in Untergewand (wird leicht verschwitzt), Obergewand (kostbar, bleibt sauber) und Überwurf/Schürze (fängt Dreckspritzer etc. ab) stattfindet
      Fällt euch noch mehr ein? Was sind sonstige funktionale Randbedingungen an Kleidung?
      Wenn Gott allwissend ist, weiß er dann auch wie Papiertaschentücher schmecken?
      • Kleidung richtet sich nach der Witterung?
        • Wo es viel regnet, wird man versuchen, Kleidung aus wasserabweisenden Materialien herzustellen (behaupte ich mal)
        • Wo es kalt ist, wird man versuchen, Kleidung herzustellen, die wärmt (evtl. noch unterschieden nach feuchter und trockener Kälte)
        • Wo man Strahlung ausgesetzt ist (z.B. Sonnenstrahlen) wird man entsprechende Schutzkleidung gestalten, wenn der Körper nicht bereits selbst dagegen geschützt ist
        • Wo es stark stürmt, wird man Kleidung so gestalten, dass sie einen nicht umreißt oder sonstwie behindert

      • Kleidung kann nur aus verfügbaren - oder aus verfügbaren Ressourcen herstellbaren - Materialien hergestellt werden? :D
        • Also je nachdem, was in der betreffenden Umgebung überhaupt wächst und kreucht, es sei denn, es gibt Handel ...
        • Demnach kann Kleidung aus importierten Ressourcen/Materialien auch wieder darauf hindeuten, dass jemand besonders reich ist oder von anderswo herkommt

      • Kleidung muss hergestellt werden
        • Es sei denn du hast eine Welt, wo Dinge so wachsen, dass sie direkt angezogen werden können...

      • Die Form der Kleidung sollte zur Anatomie des zu Bekleidenden passen
        • Eine Hose für einen Dreibeiner mag anders aussehen als eine für eine zweibeiniges Wesen ...

      • Kleidung hält nicht ewig und muss irgendwann ersetzt oder zumindest ausgebessert werden, bevor sie unbrauchbar wird
        • Sei es aufgrund von Verschleiß oder weil man wächst/der Körper sich im Laufe des Lebens verändert

      • Kleidung kann dekoriert und oft auch gefärbt werden und damit zu Repräsentations- oder Identifikationszwecken genutzt werden

      • Kleidung kann unterschiedliche Qualität haben (Haltbarkeit, Funktionalität, Aussehen), abhängig von der Kompetenz dessen, der sie herstellt, und vom verwendeten Material
      nobody.
    • Vielleicht auch mal eine andere Idee:

      Je nach dem, wie deine Völker beschaffen sind, kann zu deinen Aussagen auch das Gegenteil getroffen werden: Privilegierte Personen tragen sehr einfache und simple Kleidung, die unscheinbar wirkt, aber vielleicht einen versteckten Schutz behält, während andere, nicht so hohe Wesen unpraktische Kleidung tragen, die vielleicht nicht so viel kostet wie die der Hochgestellten, aber den Niedriggestellten halt an bestimmten Aktionen behindern oder zumindest dafür sorgen dass diese Aktionen schwieriger durchzuführen sind^^
      Ich denke, ein gewisser Aspekt des Weltenbauens ist die Vision
      Die Vision von einer Wunschwelt, in der man seine Zeit verbringen möchte
      oder in der man ganz leben will, wie es bei mir der Fall ist ...
    • Danke schonmal für die Antworten. Ich hab auch noch ein paar Punkte:

      • Kleidung bedeckt die Nacktheit. So weit ich weiß, gibt es in allen menschlichen Kulturen irgendwelche ungeschriebenen Gesetze, welche Körperteile bedeckt sein müssen, um "schicklich" angezogen zu sein. Welche Körperteile das aber sind, kann sehr stark variieren. Selbst in Kulturen, die sehr viel Haut zeigen, gibt es bestimmte Regeln, die einzuhalten sind. Wer Lust hat, kann mal die Artikel zu Penisfutteral oder Kynodesme (englisch) lesen. Manchmal ist das notwendige Stück "Kleidung" nur eine Schnur um die Hüfte oder sogar nur etwas Farbe, aber das muss sein.
      • In vorindustrieller Zeit war die Herstellung von Kleidung mit extrem viel Aufwand verbunden. Mal am Bespiel von Wolle: Schafe müssen geschoren werden, die Wolle wird gereinigt, gesponnen, evtl gefärbt, dann gewebt, und schließlich wird daraus Kleidung geschneidert. Gewebte Stücke sind normalerweise rechteckig, das kann unter Umständen dazu führen, dass man eine ganze Menge Verschnitt hat, insbesondere bei figurbetonter Kleidung. Deswegen findet man typischerweise Kleidung mit wenig bis keinem Verschnitt bevorzugt in ärmeren Schichten (was dann zu Tunika-ähnlichen Schnitten oder geraden Röhrenhosen führt).
        Eine weitere Folge davon ist, dass die Menschen in früherer Zeit viel weniger Kleidung hatten als wir heute. Ich hab mal die Liste gesehen, die meine Großeltern bei ihrer Hausratsversicherung eingereicht haben, nachdem sie 1944 ausgebombt wurden. Obwohl meine Großmutter aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie stammte, und mit einem Gymnasiallehrer verheiratet war, hatte sie (wenn ich mich noch recht erinnere), nur 5 Sätze Unterwäsche und ähnlich wenig Oberbekleidung.
      • Kleidung ist wohl das wichtigste Mittel, mit dem wir unsere Gruppenzugehörigkeit ausdrücken. Das reicht von der Toga des römischen Bürgers zu den zerrissenen Jeans in der Punk-Szene. Die Gruppe, die damit zum Ausdruck gebracht wird, kann eine Kultur, eine Subkultur, eine gesellschaftliche Schicht oder auch eine "Fangemeinde" sein (z.B. von Fußballvereinen oder politischen Gruppierungen). In diesen Zusammenhang gehören wohl auch die ganzen Kleiderordnungen, die vor allem im Spätmittelalter sehr populär waren, die es aber auch in anderen Kulturen gab. Und nicht zu vergessen gab es natürlich auch Kleidervorschriften, die Menschen aufgezwungen wurden, um sie auszugrenzen, so wie die verschiedenen Vorschriften für Juden.
      • Neben den Stoffen, die bestimmte Vorgaben für die Art der Kleidung machen, sind auch die verfügbaren Verschlüsse wichtig. In Europa kam enganliegende Kleidung erst mit der Erfindung des Knopflochs im Mittelalter auf (der Knopf selbst ist anscheinend schon älter). Und so manches eng anliegende Kleid wäre wohl ohne die Erfindung des Reißverschlusses kaum möglich (wenn man sich nicht wie Kaiserin Sisi in ihre Kleider einnähen lassen will).
      Wenn Gott allwissend ist, weiß er dann auch wie Papiertaschentücher schmecken?