Aufgaben von Regierungen und Administrationen

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    Es ist soweit - das WBO-Tool hat heute Nacht die ersten beiden Aufgaben der diesjährigen Olympiade frei gegeben!
    Wir wünschen allen Teilnehmern viel Erfolg und Spaß!

    Für alle, die noch keine so große Erfahrung mit der WBO haben: eine Anmeldung für kommende Disziplinen ist immer noch möglich. Also schnuppert ruhig mal rein.
    Das WBO-Orgatool findet ihr hier!

    • Aufgaben von Regierungen und Administrationen

      Hi.

      Ich hab momentan den Gedanken, dass ich vielleicht bei meiner ewigen Baustelle Regierungsform weiterkomme, wenn ich mir Gedanken darüber mache, was es eigentlich so gibt, was diese leisten muss, und ob das anders aufgeteilt werden kann. (D.h. unterschiedliche Gewaltenteilungen) Dabei interessieren mich erstmal eher allgemeine Sachen.

      Also mal überlegen...

      - Gesetze erlassen: Ja okay, aber worüber alles? Das ist ja die Frage. :)

      - Außenpolitik, Verhandeln mit externen Mächten (z.B. Staaten, Konzernen, Religionen, ... oder dunklen Mächten.^^)

      - Rechte, Menschenrechte aufrechterhalten
      (natürlich immer die Frage: Für wen, und für wen nicht? Privilegien...)

      - Schutz der Regierung vor Angriffen gegen sich selbst, Schutz der Regierungsform gegenüber Änderungen

      - Rechtsprechung (Richter*innen), Streitschlichtung, Erlassen von Strafen

      - Militär

      - Schutz vor Umweltkatastrophen, bzw. Umgang damit

      - Medizinische Versorgung (körperlich, psychisch)

      - Grundversorgung für Haushalte (Wasser, Nahrung, Feuerschutz, Straßenanbindung, ...) Damit verbunden dann auch Stadtplanung, ...

      - Ausbildung und Bildung gewährleisten

      - Kulturelle Sachen (Bestattung, Religionsfreiheit, ...)

      - Daten erfassen (Namensregister, Personenstand, Wohnsitze, ...) - hier natürlich überall die Frage: Wozu wird etwas erfasst? Diese Wozu ist ja eigentlich Thema des Threads.

      - Umgang mit Kriminalität

      ~

      Ich stoppe mal. Hab eh keine Übersicht. Vielleicht gibt es effizientere Methoden, sowas zu ordnen, dass es keine endlose Liste wird - aber andererseits ist natürlich auch eine Checkliste ganz gut. Und ich hab bestimmt tausend wichtige Sachen vergessen, ja?
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Neben dem Strafrecht sind Finanzeinnahmen/Arbeit von Steuern/Vasallen/Tributpflichtigen und Zöllen wichtig. Da kommt schon viel Bürokratie rein. Ggf. noch Währung/Standardisierung betreffend. Und damit die Wirtschaft überhaupt läuft, muss Vertragssicherheit hergestellt werden. Wenns keiner durchsetzt, handelt man nicht so gerne.
      Das füllt die Staats- und Kriegskassen und gewährt überhaupt Handlungsfähigkeit.

      Dann gäbs aus den alten Zivilisationen noch Wirtschaftsinteressen über Abbaugebiete, Expeditionen, Kolonien, Fernhandel und Großprojekte wie Dämme/Bewässerung oder Monumentalbau/Schutzbau. Beim Fernhandel handeln z.T. eben auch die Administrationen und nicht freie Unternehmer. Da gehts um strategische Resourcen sowie Luxusgüter für die Oberschicht, die die Regierung duldet.

      Zuletzt noch Militärstrukturen und Einziehung (Jeder hundertste oder zehnte).

      Ich glaub da würde ich anfangen und das hält auch schon auf Trab.
      > Möchte in Fantasy-Ausrichtung an den Erfolg von Scientology anknüpfen.
    • Hm, die Finanzsachen hab ich erstmal beiseitegelassen, weil ich grad versuchen will, ein System zu basteln, das ohne Geld in unserem Sinne auskommt. Oder mir zumindest die Option behalten. Geld und Kauf haben ihre eigene Logik, der schwer zu entkommen ist.

      Wirtschaftsinteressen sind natürlich trotzdem ein wichtiger Punkt.

      Ich versuche spezifisch herauszubekommen, was eine Administration machen muss, damit in einem einzelnen (modernen) Dorf z.B. alles läuft, wie es soll. Da gibt's natürlich ne Dorfgemeinschaft, Bürgermeister*in, etc. ... aber es ist ja nicht autark, und die Frage ist, was muss von außen her geregelt werden.

      Vllt sollte ich mich mal in kommunal-anarchistische System-Entwürfe reinlesen, aber dafür fehlt mir glaub ich die Energie, das ist ja schon ein ziemlich komplexes Gebiet.
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      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Ich würde noch fragen, welche Rahmenbedingungen abseits von "staatlicher" Verwaltung noch besteht. Viele regeln des Zusammenlebens ergeben sich aus der Kultur/Religion/Tradition, ohne, dass es dafür Gesetze geben muss. Damit könnte beispielsweise der ganze Bereich Familie/Ehe/Bestattung, eventuell auch Medizin ohne staatliches Handeln geregelt werden. Auch Bildung/Ausbildung könnten durch Religionsgemeinschaften/Zünfte und Gilden geregelt werden, ohne staatliches Eingreifen.

      Spannend wird es, wenn es um Rechte und Geld geht: wer darf Verträge abschließen (Alter/Geschlecht/Familienstand), wer darf Erben, was wird wie vererbt.

      Je nachdem könnte auch Bauen/Umweltschutz/Unwettervorsorge ohne große staatliche Regularien gehen, wenn man sich im Dort/der Stadt anderweitig einigt - ich denke da an die Deichbauer/Deichgrafen an der See. Kommt halt auch darauf an, wie wichtig dem Staat/Staatsoberhaupt so seine Bewohner sind und/oder ob er mit Deichen vielleicht auch seine eigenen Werte schützen möchte.
      Mir hatten doch nüscht! Damals, kurz nach dem Krieg!
    • Vinni schrieb:

      Spannend wird es, wenn es um Rechte und Geld geht: wer darf Verträge abschließen (Alter/Geschlecht/Familienstand), wer darf Erben, was wird wie vererbt.
      Damit zusammenhängend: Was wird überhaupt so in Verträgen festgehalten? Und was wird vererbt, was nicht?

      Ich sammle einfach mal weiter...
      Verteilung von Nahrung ist wohl wirklich ziemlich essentiell.

      Kennt sich jemand aus, wie das bei uns so funktioniert? Ich nehme an, dass Bürgermeister*innen von abgelegenen Orten schon mal darum kämpfen müssen, dass eine Supermarktkette in ihrem Tal bleibt. Oder grade nicht kommt, weil sie bestehende Strukturen kaputt machen würde. Aber das ist natürlich in einem kapitalistischen System mit Konzernen eingebettet - trotzdem auch ein Thema für ganz lokale Administration, oder? Immerhin muss eine Gemeinde ja auch z.B. den Baugrund für den Supermarkt freigeben. :kopfkratz:
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    • Ach Vinni.^^ Ich gehe doch von einer Bürgermeister*in aus, der es ausschließlich ums Wohl ihrer Leute geht. ;D

      Naja, jedenfalls ist Geld einnehmen (hoffentlich) keine Aufgabe der Regierung. Ich frage mich ja, was sie mit dem Geld machen wollen.

      Und wie lokal Interessen sein müssen, damit es außer die Gemeinde selber niemanden interessiert. Je nach Setting... also wenn z.B. eine Gemeinde ständig Probleme mit Lawinen hat, kann die größere Regierung ja sagen: Euer Problem, baut euer Dorf woanders hin. Oder es gibt halt dort eine Bestrebung, zu einem A+ lawinensicheren Land zu werden.

      (Sidenote: Ich hab mir z.B. überlegt, dass Schwägum unter anderem deswegen einen Wettbewerb um die hässlichste Gemeinde Issoys gewinnen kann, weil es in einer Region liegt, bei der generell schon niedrigere Ästhetikstandards gefordert werden. Da wirkt sich also die größere Struktur auf das kleine aus...)
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    • Jundurg schrieb:

      Naja, jedenfalls ist Geld einnehmen (hoffentlich) keine Aufgabe der Regierung. Ich frage mich ja, was sie mit dem Geld machen wollen.
      Üblicherweise bezahlt eine Regierung mit den eingenommenen Steuern all die Dinge, die du als ihre Tätigkeiten beschreibst, einschließlich der Gehälter ihrer Mitarbeiter ;D oder halt goldene Badarmaturen für den Chef
      Mir hatten doch nüscht! Damals, kurz nach dem Krieg!