Vierundneunzigstes Speedbasteln am 24. Mai 2019

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    Es pfeifen die Spatzen schon von den Dächern: die diesjährige Olympiade beginnt in nunmehr weniger als zwei Wochen!
    Das WBO-Orgatool ist hiermit initialisiert. Es mögen sich vor allem für die ersten Kategorien schnell findige Jury-Mitglieder finden.
    Wir wünschen allen viel kreativen Spaß!

    • Fahrtenbücher


      Im Gegensatz zum Augenschein muss ein Gondoliere der Linie 11 sich durchaus auch an einige bürokratisch anmutende Regeln halten. Es mag für eine Gesellschaft, die keine Steuern kennt, sinnlos erscheinen, aber jeder Gondoliere führt ein Fahrtenbuch, in dem er die gefahrene Strecke (im Besonderen auch ob er über Zelting oder Gaarngh fährt), die Anzahl der Passagiere und die Gegenstände, mit denen er bezahlt wird, notiert. Auch Beschädigungen und Reparaturen an der Gondel werden im Fahrtenbuch festgehalten.
      Als Buch hat das Fahrtenbuch den großen Vorteil, dass es nicht wie eine Erinnerung verblasst. Die Sippenangehörigen des Gondoliere nehmen die Bezahlgegenstände entgegen, die im Fahrtenbuch stehen. So kann der Gondoliere Anschuldigungen, zu wenig zu verdienen, leicht entkräften, denn er hat ja das Buch. Er kann sich zwar auch persönlich bezahlen lassen und den Gegenstand nicht notieren, dann hält seine Sippen ihn ihm aber auch nicht zugute. Die meisten Gondoliere notieren einen Großteil, aber nicht alle, der Bezahlgegenstände.
      Die Notizen zu gefahrenen Strecken und Anzahl der Passagiere werden dazu benutzt, zu entscheiden, wo man am ehesten gebraucht wird bzw. gut verdienen kann - ein Gondoliere fährt allerdings normalerweise nicht den gesamten Flusslauf von Wasserkessel/Rausching bis zum Abgrund, sondern nur eine Teilstrecke nahe seiner Wohnhöhle.
      Nach dem Tod eines Gondoliere wird das Fahrtenbuch an einen willigen Sippenangehörigen vererbt, der dann auch die Gondel erhält und, nach einer Einschulung, selbst Gondoliere wird. Ein Gondoliere ohne Vorgänger beginnt ein neues Buch, manche alte Fahrtenbücher bestehen aber aus hunderten oder gar tausenden Bündeln Elfenleder und nur das neueste Bündel wird tatsächlich in der Gondel aufbewahrt.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Wieviel fasst denn so ein Fahrtenbuch? Würde ja doch vermuten, dass es in einem Leben ja locker prallvoll wird, so dass das mit dem Vererben schwierig wird.

      Aus welchen Gründen schreibt ein Gondolieri etwas ins Fahrtenbuch oder gerade eben nicht? - Also warum ist eine Anschuldigung, zuwenig zu verdienen, ein Problem?

      Gibt es Leute, die Gondolieri werden wollen, aber nicht dürfen?
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Es fasst soviel wie nötig. Es ist kein Buch im Sinne von vorne Karton, hinten Karton und Rücken, sondern eher eine Ringmappe, wo man immer neues Elfenleder dazutun kann - und genau das tun die Gondolieri. Und sie lagern auch die alten aus, damit man auf der Gondel nicht so viel mit hat.
      Die Gondolieri sind die Großverdiener der Sippen, und die Sippen verwalten das Eigentum gemeinschaftlich. Ein Gondoliere kann auch was richtig selber verdienen (d.h. es nicht ins Fahrtenbuch schreiben), aber wenn die Sippe der Ansicht ist, dass er zu wenig abgibt, dann hat er ein Problem. Da muss jeder für sich abwägen, wie viel man ungestraft für sich behalten kann.

      An sich darf jeder Gondoliere werden, der die Ausbildung schafft - aber: wenn man keine Gondel hat, ist (schon mit der Ausbildung) Essig, und die muss man entweder bauen oder erben. Und zum Bauen braucht man ja auch Rohstoffe, die man oft nicht zur Verfügung hat.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.