[2019-06] Zr'meta - Narrativstrukturen und Abbildung abstrakter Leitlinien

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Die WBO hat begonnen!
    Wir wünschen allen Teilnehmern viel Erfolg und Spaß!

    Für alle, die noch keine so große Erfahrung mit der WBO haben: eine Anmeldung für kommende Disziplinen ist immer noch möglich. Also schnuppert ruhig mal rein.
    Das WBO-Orgatool findet ihr hier!

    • [2019-06] Zr'meta - Narrativstrukturen und Abbildung abstrakter Leitlinien

      Ob das eine Kunstform ist? Keine Ahnung!

      [Warnung: Text könnte schwurbelig werden und für jemand, der mein Gebastel nicht so kennt, schwierig zu verstehen. Wenn ich hier versuche, alles zu erklären, streuen sich die eigentlichen Aussagen zu weit auseinander. Ich entschuldige mich im Voraus. :-[ Und verweise auf meinen Weltenthread]

      Jedenfalls fühlte ich mich in letzter Zeit sehr unzufrieden und unschlüssig, wie ich meine Hauptwelt Zr'ton weiterentwickeln soll. Auf eine gewisse Art und Weise fühlt sie sich "fertig" an, obwohl nur ein klitzekleiner Teil, sowohl zeitlich, als auch räumlich, überhaupt bebastelt ist. Das kommt zum einen durch das sehr eng gesetzte Narrativ von Chton's'chr, dessen Eckpfeiler mittlerweile sehr fest stehen und das, um für mich zu funktionieren, eine gewisse Alleinstellung braucht. Die Leute dort müssen die ersten sein, die etwas ähnliches versuchen, sie dürfen keine Geschichte haben, aus der sie lernen können.

      Ich versuche jetzt die Flughöhe zu erhöhen und die fundamentalen Strukturen rauszuarbeiten, die ich auch für den Rest von Zr'ton gerne anwenden würde.

      1. Punkt: Irrtum und Imperfektion: Es ist in eigentlich allen Ereignissen ein Aspekt eines Irrtums mit dabei, der einfach die Beschränktheit der Wesen verdeutlicht. Irgendwas funktioniert nicht so, wie es geplant war, und niemand versteht die Welt so wirklich, wie sie ist. Zr'ton und meine anderen Welten eigentlich auch sind keine Welten für Leute, die ganz genau zu verstehen glauben, wie die Welt funktioniert. Also in diesem Sinne keine Welt für Igors. Aber in dieser Imperfektion nach etwas zu suchen, wofür es sich doch zu kämpfen lohnt, mit den besten Absichten alles richtig machen zu wollen, aber dann doch zu scheitern, das gehört eben auch dazu.
      2. Punkt: Radikaler Pseudorealismus. Schwer zu beschreiben. Es ist extrem wichtig, dass nichts auf der Welt durch irgendwas auch nur im Entferntesten an Magie Erinnerndes abspielt. Es baut sich alles aus Naturgesetzen zusammen, die nicht mehr kontorlliert werden können als hier auf der Erde -wieder Imperfektion. Es muss aber nicht alles nach unserer Physik sicher funktionieren, sondern ich muss mir nur die Illusion erzeugen, dass das geht. Wichtiger ist da der "statistische Realismus". So Dinge wie Einwohnerzahlen, Entfernungen und Zeiträume sollten so verteilt sein, dass es sich real anfühlt. Schwierig, wenn nur in einer Zeitperiode gebastelt wird, wo dann nicht Tausende Kilometer entfernt ziemlich gleichzeitig die interessanten Sachen passieren sollen. Vor Chton's'chr will ich nicht zu weit gehen, weil das den Pioniergeist von Chton's'chr einschränken würde und nach Chton's'chr will ich nicht gehen, weil ich das Gefühl habe, dass ich da die Auswirkungen des Untergangs der Stadt berücksichtigen müsste, die ich noch nicht so genau festgelegt habe.
      3. Punkt: Parallelität ohne direkte Äquivalenz. In irgendeiner Weise soll Zr'ton auch ein Spiegelbild der Erde sein, nur dass alles anders ist. Also in den Details: Die Wesen, die Pflanzen, die Länder, die Gesellschaft: Da soll es keine direkten Äquivalenzen geben. Erst im Abstrakten soll es sich wieder vereinen. Vielleicht auch nur mit der Version der Erde, die ich in meinem Kopf habe. Beide sollen sich dabei gleich organisch und gleich granular anfühlen. Natürlich nur im Fokus, da ich ja Zr'ton in der Masse nie so umfangreich werde bedecken können.

      Wie mach ich daraus jetzt mehr konkretes Weltmaterial? Ich sehe drei Möglichkeiten: Ich kann weiterhin weit entfernt von Chton's'chr zeitlich undefinierte Schlaglichter setzen und hoffen, dass ich irgendwann daraus einen Kontext bauen kann, mit dem das ganze für mich funktioniert. Da ich das so seit mehr als fünf Jahren, vor allem während der WBO, versuche, würde ich sagen, dass ich diesen Ansatz erstmal ruhen lassen sollte. Die zweite Möglichkeit ist, vom Fokus Chton's'chr aus zeitlich und räumlich zu expandieren, sodass das Narrativ weiter gestärkt wird. Solche Versuche haben im Rahmen des Slowbastelns (2017-10, 2017-11, 2018-07 und 2019-04) schon teilweise funktioniert, aber oft bin ich dann doch zu vorsichtig und zu langsam. Die Städte um Chton's'chr kenne ich mittlerweile halbwegs, aber bis zum sich selbst tragenden "zweiten Ring" bin ich noch nicht vorgedrungen. Und genau den bräucht ich glaube ich, um wirklich voranzukommen.

      Die dritte Möglichkeit ist die spannendste und wohl auch schwierigste: Ich versuche, irgendwo einen narrativen Fokus zu finden, der mich genauso fasziniert wie Chton's'chr und den ich als zweite Grundsäule der Geschichte in die Welt einbauen kann. Wo kann das zeitlich hin, dass das Chton's'chr nicht in die Quere kommt? Wo kommt es thematisch hin? Kann ich das Motiv, etwas Ambitionierts zu versuchen und dabei zu scheitern, nochmals verwenden oder muss ich das abwandeln?

      Schwierig, schwierig, das alles. Genug für heute, ich geh schlafen :zzz:
      Zwei gesichtslose Tintenfische tanzen in den Tod

      Fragen stellen ist wichtiger als Antworten geben. Meistens...
    • Sehr schöne Abstraktion. :) Die Kerngedanken herauszuarbeiten, funktioniert bei mir ja auch gerade gut.

      Keine Welt für Igors.^^

      Alpha Centauri schrieb:

      Die Städte um Chton's'chr kenne ich mittlerweile halbwegs, aber bis zum sich selbst tragenden "zweiten Ring" bin ich noch nicht vorgedrungen. Und genau den bräucht ich glaube ich, um wirklich voranzukommen.
      Da wär ich gespannt drauf. :) Muss ja nicht ein Ring sein, oder? In eine Richtung weiter vorzudringen ist ja auch legitim.

      Alpha Centauri schrieb:

      Ich versuche, irgendwo einen narrativen Fokus zu finden, der mich genauso fasziniert wie Chton's'chr und den ich als zweite Grundsäule der Geschichte in die Welt einbauen kann. Wo kann das zeitlich hin, dass das Chton's'chr nicht in die Quere kommt?
      Intuitiv würd ich sagen, wenn es während der Zeit von Chton's'chr beginnt und bei dessen Untergang grad so in Fahrt ist - dann kannst du es dazubasteln, ohne dir über die Zukunft allzuviele Gedanken zu machen?

      Was ist mit Herauszoomen? Du hast ja mal die Bevölkerungsausbreitung am Kontinent gebastelt, ich denke, es könnte vllt was bringen, sich zu überlegen, wie Dinge zueinander in Beziehung stehen, ohne die Dinge selbst zu basteln. Was grade sehr verwirrend klingen könnte. Ich meine, zu sagen: Hier ist etwas, das hat mit dem hier und dem hier zu tun. Ohne weitere Details - aber wenn du dann was hinsetzt, weißt du schon, wie es ungefähr mit dem Rest zusammenhängen muss.
      (Den Ansatz hab ich selbst glaub ich noch nicht probiert, also kA^^)
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Jundurg schrieb:

      Sehr schöne Abstraktion. :) Die Kerngedanken herauszuarbeiten, funktioniert bei mir ja auch gerade gut.

      Keine Welt für Igors.^^

      Alpha Centauri schrieb:

      Die Städte um Chton's'chr kenne ich mittlerweile halbwegs, aber bis zum sich selbst tragenden "zweiten Ring" bin ich noch nicht vorgedrungen. Und genau den bräucht ich glaube ich, um wirklich voranzukommen.
      Da wär ich gespannt drauf. :) Muss ja nicht ein Ring sein, oder? In eine Richtung weiter vorzudringen ist ja auch legitim.

      In diesem Fall müsste es glaube ich wirklich ein RIng sein. In eine Richtung habe ich ja teilweise schon einen Faden gesponnen und das ist mir mit dem jetzigen Anspruch gerade nicht genug. Es wäre cool, wenn der gesamte Kontext breiter wird, quasi flächig.


      Jundurg schrieb:



      Alpha Centauri schrieb:

      Ich versuche, irgendwo einen narrativen Fokus zu finden, der mich genauso fasziniert wie Chton's'chr und den ich als zweite Grundsäule der Geschichte in die Welt einbauen kann. Wo kann das zeitlich hin, dass das Chton's'chr nicht in die Quere kommt?
      Intuitiv würd ich sagen, wenn es während der Zeit von Chton's'chr beginnt und bei dessen Untergang grad so in Fahrt ist - dann kannst du es dazubasteln, ohne dir über die Zukunft allzuviele Gedanken zu machen?
      Was ist mit Herauszoomen? Du hast ja mal die Bevölkerungsausbreitung am Kontinent gebastelt, ich denke, es könnte vllt was bringen, sich zu überlegen, wie Dinge zueinander in Beziehung stehen, ohne die Dinge selbst zu basteln. Was grade sehr verwirrend klingen könnte. Ich meine, zu sagen: Hier ist etwas, das hat mit dem hier und dem hier zu tun. Ohne weitere Details - aber wenn du dann was hinsetzt, weißt du schon, wie es ungefähr mit dem Rest zusammenhängen muss.
      (Den Ansatz hab ich selbst glaub ich noch nicht probiert, also kA^

      Da kommt mir erstmal wieder der statistische Realismus in die Quere. Ich will nicht, dass die zwei interessantesten Sachen der Geschichte zufällig genau zur gleichen Zeit stattfinden. Da muss ich noch nach einer anderen Lösung suchen

      Der Ansatz, mit dem im Abstrakten basteln ist gut, in so eine ähnliche Richtung soll es auf jeden Fall gehen. Ich besinne mich auf meine Wurzeln als Top-Down-Bastler zurück und bastle das überliegende Narrativ, bevor ich es mit Hard Facts fülle. Mit dem Ende der Welt (WBO18 Landsch. mark. Pkt.) hatte ich da einmal einen Ansatz in dem ich am Ende zeitlich sehr weggezoomt bin, da ist was Spannendes bei rausgekommen. Ist halt auch nicht zu 100% Kanon, sondern eher optionaler Kanon. Zu viel davon will ich eigentlich nicht machen, dzau ist Zr'ton dann doch so solide, das Fundament muss solche Spielereien immer überwiegen.

      Ich muss vielleicht einfach mal länger auf meine Karte starren, vielleicht komm ich dann auf was...
      Zwei gesichtslose Tintenfische tanzen in den Tod

      Fragen stellen ist wichtiger als Antworten geben. Meistens...
    • So, ich habe mich mal drangemacht und viereinhalb Stunden Bevölkerungsgruppen auf Landkarten zugeteilt und rumwandern lassen ;D

      Die letzte von 19 Iterationen sieht so aus:



      Ist im Endeffekt dasselbe wie meine knapp drei Jahre alte besiedlungkarte, nur gibts jetzt halt verschiedene Volksgruppen. Vielleicht hilft mir das im Kopf ein bisschen besser zu differenzieren, wenn ich ab jetzt vom "roten", "gelben" oder "blauen" Bereich spreche. Alles im Zch'rt-bereich, die umgebenden Berge und auch die Sth'ton gehören zum lila Bereich, interessanterweise fängt gar nicht soweit flussaufwärts der vollkommen andere gelbgrüne Bereich an und i Süden der fliederfarbene ist auch nicht weit.

      edit: jetzt auch als gif:

      Zwei gesichtslose Tintenfische tanzen in den Tod

      Fragen stellen ist wichtiger als Antworten geben. Meistens...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Alpha Centauri ()

    • So jetzt das ganze etwas systematischer und auch mit Beschriftung:



      Ich habe jetzt mal sechs große Kulturräume abgegerenzt, die zwischen zwei und sieben Unterräume haben:

      I. (rot)
      mit I.a, I.b, I.c, I.d und I.e

      II. (orange)
      mit II.a, II.b, II.c und II.d

      III. braun
      mit III.a, III.b, und III.c

      IV. (gelb/grün)
      mit IV.a, IV.b, IV.c, IV.d, IV.e, IV.f und IV.g

      V. (lila)
      mit V.a, V.b und V.c

      VI. (flieder)
      mit IV.a und IV.b

      Wie das immer so ist, gäber es da noch verschiedene andere Arten, wie das gemacht hätte werden können, manche könnten nochmal unterteilt werden, aber für einen groben Überblick reicht mir das erstmal. Ich weiß auch nicht, wie sich die Trch'zon der einzelnen Kreise jetzt äußerlich und kulturell unterscheiden, aber zumindest als Basis für Sprachfamilien funktioniert die Karte auf jeden Fall mal.

      Alles, was mit Chton's'chr und Umgebung zu tun hat, spielt sich demnach im Kulturraum V.a (lila) ab auch das Seefahrervolk der Sth'ton (Inseln östlich des Hauptkontinents) rechne ich diesem Kulturkreis zu. Die nächstgelegenen anderen Kreise sind IV.e flussaufwärts (gelbgrün), V.b die Küste Richtung Süden (dunkellila) und VI.a noch ein Stück die Küste entlang (flieder).

      Aus meinen WBO- und Slowbastelabenteuern kenne ich auch schon Völker aus den Kulturkreisen VI.a, I.e, II.b, IV.a, I.a, IV.c und VI.b.

      Im interessanteten finde ich im Moment die Gegend im Norden, wo drei kulturell sehr unterschiedliche Gruppen ferade eine realtiv fruchtbare Gegend erreichen: IV.c (dunkelgelb) aus der westlichen Wüstengegend, IV.g (mittelgrün) über das südliche Gebirge und V.c (blaulila) an der Ostküste hoch. Was diese drei Gruppen aus diesem Gebiet machen, könnte interessant werden. Und letztendlich ist der Unterschied zwsichen den Gruppen, wie rum sie irgendwann mal um die Gebirge gewandert sind ;D
      Zwei gesichtslose Tintenfische tanzen in den Tod

      Fragen stellen ist wichtiger als Antworten geben. Meistens...