[2019-06] Kunstformen Sapphirias

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    • [2019-06] Kunstformen Sapphirias

      Träumerei und Legendenkanon - Die zwei großen Kunstströmungen der Lefhen

      Kunst spielt im Leben der Lefhen eine große Rolle, insbesondere lyrisch und melodisch verfasste Mythen, die oft in Form von Heldensagen den "Lauf der Welt" und Charakterarchetypen beschreiben, an denen sich viele Lefhen orientieren. Dass sie dabei selbst oft nur Nebencharaktere spielen, stört die meisten Lefhen nicht.
      Problematisch wird es eher, wenn man von einflussreichen Personen in eine Antagonistenrolle gesteckt wird: Viele wohlwollende oder zumindest nicht boshafte Hexen und Dämonen wurden zu Unrecht verfolgt, weil in der lefhischen Oberschicht gerade Gedichte über einen bösen Zauberer oder Lieder über eine gehörnte Bestie in Mode waren. Meist sind zwar im Hintergrund ganz andere Motive im Spiel, wie die Sicherung eines gewissen Magiemonopols, aber die aktivsten Fanatiker sind meist jene, die nur die Geschichte kennen, in der sie die Gelegenheit sehen, eine Heldenrolle zu spielen.
      Abgesehen von dieser Tendenz, Benutzer "alternativer" Magie zu diskriminieren, sind die die Charakterarchetypen durchaus diverser, als es die üblichen Erzählstrukturen vermuten lassen, besonders in Gesellschaften, in denen die so genannten "Träumer" die Kultur bestimmen. Im Gegensatz zu den "Kanonikern", die das Weltgeschehen als ein Gebilde aus sich stets wiederholenden mythischen Zyklen sehen, sind sie stets auf der Suche nach neuen, bisher noch nicht erzählten Geschichten.

      Gerade zur Zeit, in der der Aufbruch ins Weltall Fragen über die Zukunft aufwirft, sehen viele ihre Zeit gekommen, ganze neue Welten zu "erträumen". Besonders Visionen vom Leben auf anderen Planeten sind sehr beliebt, wie sie zum Beispiel die so genannten "Mondblumen" haben. Sie wollen bisher leblose Planeten und Monde zum Leben erwecken, allerdings nicht einfach durch von Sapphiria eingeführte Pflanzen und Tiere, sondern indem sie das Wachstum eigener Ökosysteme fördern, welche einerseits "natürliche Potentiale" der Himmelskörper entfalten, aber andererseits dennoch für von Sapphiria stammende Wesen irgendwie bewohnbar sind.
      Nicht selten versuchen Künstler dieser Bewegung, sich gegenseitig in der Bizarrheit der erdachten Flora und Fauna gegenseitig zu übertrumpfen, auch wenn das Resultat dann nicht mehr viel mit einer realistischen Zukunftsvision zu tun hat. Eine gewisse Realismusströmung gibt es durchaus, aber viele Träumer versuchen bewusst Kanoniker zu provozieren, die ihnen vorwerfen, die bei Lefhen ebenfalls beliebte Naturpoesie und -malerei für sich vereinnahmen und traditionelle Formen verdrängen und durch "perversen Unsinn" ersetzen zu wollen.
      Tatsächlich schwankt das Beliebtheitsverhältnis von Tradition und Träumerei ständig, so dass man nie sagen kann, eine Kultur würde die andere völlig verdrängen. Historisch gesehen sind es jedoch eher die Kanoniker, die stabile Machtstrukturen erschaffen, während die Träumer sich eher in Nischen wie auf abgelegene Inseln oder aktuell Raumstationen zurückziehen, um dann irgendwann wieder "aus der Versenkung" aufzutauchen und für Aufruhr zu sorgen.

      Die Lefhen kennen aber auch Kunststile, die sich keiner der beiden großen Bewegungen zuordnen lassen. Einer der bekannteste ist wohl der "Historische Fremdexpressionismus" der Dichterin Söminya Ervakaleth. Von Seiten der Kanoniker hieß es, sie wolle mit "Fremdimporten" (die in streng johannitisch geprägten Gebieten zudem noch als blasphemisch galten) den lefhischen Literaturkanon "verwässern".
      Während ihrer Schaffensperiode kritisierten aber auch viele Träumer ihr Werk trotz des innovativen, auf zwergischen "Feyrunen" basierenden Ansatzes als unoriginell. Einer der Gründe dafür war, dass man den wirtschaftlichen Aufschwung der Zwergenkolonien durch ihre rasche Elektrifizierung als Vorbote eines bevorstehenden, weltweiten Eroberungsfeldzugs sah. Dass die Zwerge etwas übereifrig darin waren, andere Völker vom Nutzen ihrer Innovation zu überzeugen, während sie selbst quasi das Monopol im Bau von größeren Kraftwerken hatten, verstärkte den Eindruck, die Zwerge bereiteten heimlich die Unterwerfung der Lefhen vor, nur noch weiter.
      Als sich die Beziehungen zu den Zwergen wieder besserten, versuchten beide Strömungen, Söminya für sich zu beanspruchen. Die Kanoniker behaupteten, sie hätten niemals wirklich an eine Verschwörung der Zwerge geglaubt und daher ihre Werke sehr geschätzt, während man auf Seiten der Träumer meinte, den originellen Ansatz schon früh erkannt zu haben. Zu ihren Lebzeiten war Söminya jedoch Einsiedlerin und hat sich zu keiner Strömung offen bekannt.
      "Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen."
      - Douglas Adams, "Das Restaurant am Ende des Universums"