[2019-05] Arbeit - Xyo-iy

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    • [2019-05] Arbeit - Xyo-iy

      Ich öffne den Thread jetzt endlich mal, damit ich vllt auch mal wirklich damit anfange...

      Xyõ-iy, ehemals Issoy, befindet sich nach wie vor im Umbau.

      Konzepte dafür:

      - Xyõ-iy ist eine Welt der Einzelpersonen, der Einzelperspektiven (im Gegensatz zu Ngiana wo alles in Gruppen gedacht wird, etwa "die Orks" oder "die Vampire")
      - Xyõ-iy ist keine Utopie, oder Dystopie, sondern ... eine Multitopie? Drastisch verschiedene utopische Ansätze nebeneinander, die sich gegenseitig das dystopische nehmen wollen...
      - Aufgrund dessen habe ich es derzeit eher mit Bruchstücken einer Welt zu tun... ich weiß noch nicht, ob ich überhaupt an der Welt als Ganzes basteln kann, vielleicht konzentriere ich mich auf einzelne Orte.

      Arbeit

      Grundkonzept: Niemand muss arbeiten. Arbeit wird generell nicht als Pflicht, sondern eher als Privileg gesehen. Es gibt ohnehin keine Ressourcenknappheit; viel dreht sich daher um Status. Eine Professor*in an einer Universität zu werden, ist ein Ziel, auf das hin gearbeitet werden kann... viele Leute streben aber eher nach Gemeinwohl als nach Status, und suchen also eine lokale Beschäftigung. Magie erleichtert so gut wie jeden Job, dennoch gibt es sicher harte Arbeit - aber auch Leute, die diese tun wollen.
      Und viele arbeiten halt auch einfach nicht. Beziehungsweise irgendwie dann doch wieder, denn irgendwas machen sie ja wohl mit ihrer Zeit, aber es ist halt nicht offiziell.

      Xyoiy ist nicht unbedingt anarchistisch - einige Teile ja, andere aber ganz im Gegenteil. Status wird manchmal eben gerne auch vererbt. Mir ist nicht unbedingt klar, wie das läuft, und ich weiß auch nicht, was diese Hierarchien davon abhält, die Gesellschaft kaputt zu machen.

      Ein Gedanke dazu: Vielleicht werden Projekte vererbt. Ähnlich wie der Sohn von JRR Tolkien quasi dessen Welt weiter verwaltet... könnte das eben auch mit so etwas wie Architektur sein. Die Verantwortung über das Design eines Stadtteils wird einfach weitervererbt. Bei wissenschaftlichen Posten ist das vermutlich weniger sinnvoll - bei philosophischen kann ich es mir allerdings wirklich vorstellen; natürlich läuft das dann nicht unbedingt über Familien, aber manchmal schon.

      Somit könnte die Familie Quendabh schlicht die Projektleitung über das Gesamtkunstwerk Visinnur haben. Und damit auf eine gewisse Weise natürlich die "Herrschaft" über die Leute, die in diesem Land leben - aber es ist ein völlig anderes Konzept von Herrschen, als wir es eben kennen.

      Politik ist sozusagen auf andere Weise gewaltengeteilt. Es gibt natürlich ein (Menschen-)Rechtssystem, und Organe, die für den Erhalt von Grundrechten (wie Wohnen, Nahrung, Bildung, etc.) zuständig sind. Diese dürfen aber nicht interferieren mit den ästhetischen Rechten der Projektleiter*innen. Umgekehrt natürlich auch nicht.

      Das heißt, dass es ein Recht auf eine Wohnung gibt, sogar ein verhältnismäßig luxuriöses - aber eben gebunden an ein äußeres Konzept. Es ist nicht möglich, einfach ein Grundstück zu kaufen und da ein Haus hinzubauen, so wie eins das haben möchte. Außer das Konzept der Stadtverwaltung sieht genau das vor - sicher auch öfter der Fall - aber muss eben nicht sein.

      Manche Projekte sind bewusst anarchistisch - was sich im Fall von autoritären Personen an der Spitze selbst ein bisschen ad absurdum führt - andere von einem strikten ästhetischen Konzept getragen, das verfassungsähnlichen Rang einnimmt, und somit von Expert*innen über Jahrzehnte hinweg interpretiert das Leben bestimmt.

      ~

      Arbeit also. Sehr viel läuft eben über Ästhetik; ästhetische Fragen werden einfach vielfach wichtiger, wenn Grundversorgung kein Problem darstellt, und krasse Armut, Obdachlosigkeit, .. praktisch unbekannt.

      Visinnur folgt im Wesentlichen einer recht einheitlichen Ästhetik; wenig Pomp, außer bei wirklich wichtigen Dingen (Universität darf protzig sein); Magie wird versucht im Hintergrund zu halten; Fokus auf das normale, biedere. Als Große Kunst angesehen wird nicht das Neue, sondern das handwerkliche, über lange Zeiträume und Generationen perfektionierte.

      Ich werde vermutlich primär dieses Land basteln, allerdings von der Idee weggehen, dass es synonym zu "deutschsprachiger Teil der Welt" wäre. Es ist überwiegend deutschsprachig, aber manche Teile des Landes auch nicht, und in anderen Teilen der Welt wird auch deutsch gesprochen. Mag aber sein, dass die Universitäten von Quentapur und Wesvestom das größte deutschsprachige Studienangebot der Welt haben. Aber halt nicht konkurrenzlos.

      ~

      Andere Länder, andere Konzepte. Es gibt Länder von wilder Magie, in denen alles passieren kann, das Leben ist gefährlich. Es gibt Städte als riesige soziale Experimente. Absurd dekadente Visionen wurden verwirklicht, und von ihren Bewohner*innen auf ihre Bedürfnisse angepasst.

      Basteltechnisch: Ich muss vermeiden, dass ich manche Themen zu sehr in den Fokus nehme. Ich habe ein Gefühl dafür, wie das Sozialsystem funktioniert, ich muss das nicht im Detail wissen. Wenn da wo Logikfehler sind - wen kümmert's! Immerhin geht es bei dieser Welt schlicht um was anderes. Und ich will mir nicht den Spaß am Basteln und Schreiben dadurch verderben lassen, dass ich mir Gedanken dazu mache, ob es ein realistisches Gesellschaftssystem ist - es ist halt einfach. Isso. Hatte ja seinen Grund, dass ich die Welt 2008 so genannt hatte. :P

      Das hindert mich nicht daran, Magietheorie zu basteln - aber jetzt hoffentlich vor einem anderen Hintergrund, nämlich als akademische Disziplin, die von Menschen betrieben ist, die fehlbar sind, die in ihrer eigenen Kultur leben und ihre Perspektive auf die Welt projizieren.

      Anders als Thiios soll Xyo-iy aber keine Welt der Meta-Ebenen werden. D.h. ich werde eher nicht in der Welt lebende Weltenbastler basteln, obwohl es sie natürlich gibt. Aber in einer Welt, in der krass ausgefallene Konzepte auch einfach verwirklicht werden können, wird das halt auch gemacht? Wer einen Palast aus in achterschleifen fließender Lava designen will, findet irgendwo schon dazu Gelegenheit.

      Die Welt ist groß. Das wäre ein ganz wesentlicher Unterschied zum alten Konzept. Dass sie trotzdem globalisiert und irgendwie klein wirkt, löse ich dadurch, dass sie durch ein Netz aus extrem schnellen Zügen verbunden ist. Da ich momentan fast nichts über die Geographie weiß, werde ich dieses Netz aber auch nicht wirklich basteln - nur den Teil, der eben durch bereits bekannte Gebiete durchläuft. Im Zuge dessen hab ich bereits so random Informationen wie, dass die Linie 2 jetzt zur Linie 12 wird, aber ihre Farbe lila behält. ;D

      Aufgrund der Größe gibt es große komplett unbewohnte Gebiete, innerhalb denen die besiedelten Länder quasi wie Inseln eingebettet sind. D.h. "benachbarte" Regionen haben oft gar keine gemeinsame Grenze, weil dazwischen einfach noch ein paar riesige Wälder oder Wüsten liegen. Das dürfte den an den Rändern der Wildnis gelegenen Orten ein eigenes Flair geben.^^

      ~

      Naja, ich weiß noch nicht, was ich jetzt zum Thema Arbeit noch brauche. Vielleicht bastle ich Berufe? Oder das Verhältnis einzelner Personen zu ihrer Arbeit und ihrer Stellung in der Gesellschaft. Spannend wäre es, das Leben einer Bewohner*in zu betrachten, die eine solche Projektleitung innehat, aber auch nicht ganz oben in deren Hierarchie ist.
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      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Produktion

      Was Rohstoffe angeht - die werden magisch geschaffen. Stein, Metall, Glas, Plastik, Stoff - alles kein Problem für die Alchemie.

      Echtes Holz kann alchemisch nicht erzeugt werden, dafür braucht es Bäume - allerdings kann deren Wachstum enorm beschleunigt werden. Und wenn das zu aufwendig ist - Kunstholz kann wohl magisch hergestellt werden, unterscheidet sich im Aufbau etwas, wenn es genau betrachtet wird, zwar ein bisschen, ist aber prinzipiell fast wie echtes Holz. Allemal gibt es auf der magietheoretischen Ebene Unterschiede, einfach weil das eine aus einem Lebewesen gemacht wurde und das andere nicht.

      Nahrung - hier gilt ähnliches. Pflanzen können in sehr effizienten Farmen mit allen möglichen magischen Tricks gezogen werden; wenn das nicht reicht, gibt es auch alchemisch hergestellte Produkte - einige davon kommen auch ans Original heran; wieder gibt es im Detail Unterschiede.

      Tierische Nahrung ist fast überall verboten; für fleischfressende Haustiere wird auf alchemische Futterprodukte zurückgegriffen; es gibt allerdings auch Zuchtfleisch, das in Bottichen gezogen wird, und das zumindest als (ehemals) lebendige Masse zählt, ähnlich wie es eben bei Pflanzen ist.

      Auf natürlichem Wege gestorbene Tiere dürfen allerdings für Forschungszwecke verwendet werden; für die Kunstfleischerzeugung kann es wichtig sein, einen Vergleich zu haben. Allerdings ist Kunstfleisch im Prinzip nicht etwas, das für Menschen hergestellt wird, sondern eben für Tiere.

      Das Töten von Tieren ist generell verboten, natürlich mit Ausnahmen z.B. für Mediziner*innen, Tierpfleger*innen (Wer Schlangen füttert, tötet Mäuse.^^), und im Falle von Wildtieren zur Selbstverteidigung.

      Berufe, die sich hier also ergeben: Alles, was mit Alchemie zu tun hat (Forschung, Praxis, Aufsicht von Fabriken) Farmer*in (meist mit sehr umfassender Kenntnis von praktischer Magie und natürlich Pflanzenkunde, usw.) Biolog*in (Forschung, Zucht von neuen Spezies zur Rohstoffgewinnung), Holzfäller*in,

      Industrieprodukte

      Die automatisierte Verarbeitung von Rohstoffen ist schon deutlich komplexer als das bloße alchemische Erzeugen eines Grundstoffes. Für die Massenproduktion z.B. eines Möbelstücks ist ziemlich komplizierte Magie nötig, die auch gewartet werden muss. Bei echtem Holz wird das sogar noch etwas komplizierter, weil eben da noch Reste vom Baum mit dranhängen.

      Massenfertigung in Fabriken ist deswegen relativ wenig verbreitet; in der Regel ist es einfacher, spezialisierte Personen individuell Magie wirken zu lassen. Dementsprechend gibt es hier eine Menge Berufe.

      Extreme Raritäten sind z.B. mechanische Uhren. Damit deren Mechanismus nämlich nicht durch Magie von Leuten kaputt gemacht wird, braucht es eine Menge Schutz.
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    • Weiß gar nicht, welche Schreibweisen ich bis jetzt schon hatte.
      Quentabh oder Quendabh... kA.

      Ich weiß jetzt aber ein klein wenig mehr über deren Herzensprojekt, die Stadt Quentapur: Es ist eine geschichtsträchtige Stadt.

      Das heißt, nachdem die Stadt gerade erst neu gegründet wurde... wird so getan, als gäbe es sie schon seit tausend Jahren. Überall sind Statuen von berühmten Persönlichkeiten, die mal hier gelebt haben sollen. Gebäude werden bewusst als Ruinen gebaut und dann teilrenoviert. Straßennamen natürlich ebenso nach erfundenen Berühmtheiten benannt. Historiker*innen sind unentwegt beschäftigt, die Geschichte zu "erforschen", d.h. auszuarbeiten, was denn noch so gewesen sein könnte.

      Und Bewohner*innen wird erlaubt, mitzuspielen, sich ihre eigenen jahrhundertelangen Ahnenstammbäume auszudenken und offiziell zu beglaubigen. Es gibt auch jahrhundertelange Fehden, die tatsächlich erst ein paar Monate alt sind, und zwischen Leuten, die sich nach besagten Monaten mittlerweile eh schon wieder versöhnt haben, aber jetzt auf eine reiche Geschichte von Konflikten zurückblicken können.

      In Quentapur wird Tradition großgeschrieben. (Weils ein Hauptwort ist... äh)
      Wie alt die Tradition ist, suchen sich Leute aber selbst aus. Einer mal gewählten Tradition soll allerdings treu geblieben werden. Das künstlerische Ideal ist das Fortführen, Verbessern und Erweitern. Also ein ästhetischer Konservativismus.

      ~

      das hatte jetzt mit Arbeit noch nicht so viel zu tun, außer dass es nunmal eine Beschäftigung ist; Quentapur ist eben nicht nur eine Stadt, sondern auch ein geleitetes Gemeinschaftsprojekt. In dieser Art könnte ich noch weitere Orte basteln. :)
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    • Ich überlege, obs in dieser Welt nicht einfach doch Geld gibt... es würde es halt schon enorm viel einfacher machen. Natürlich in Verbindung mit einem bedingungslosen Grundeinkommen - und die meisten Jobs bringen nicht allzu viel Geld ein.

      Irgendwie muss das ganze aber reguliert sein, damit es nicht durch Kredite, Wetten, usw. möglich wird, dass Geld sich quasi selbst vermehrt. Also möglicherweise personalisierte Münzen, die nur für eine Transaktion verwendet werden können, und danach direkt wieder zurück an ... die Bank wandern, oder welche Instanz auch immer für Geldausgabe verantwortlich ist.

      D.h. Geld wird in Geschäften benutzt, um Dinge zu kaufen - allerdings nimmt das Geld nicht die Person ein, die es bezahlt bekommt, sondern dient ihr lediglich als Nachweis, etwas verkauft zu haben, sprich, ist eines (unter mehreren!) Kriterien, das Geschäft zu evaluieren.

      ~

      Wie das genau funktioniert? Einerseits will ich im Detail nicht zuviel drüber nachdenken, da es schlicht niemals der Fokus der Welt sein soll, das will ich hinter mir lassen. Andererseits stören mich krasse Logiklücken.

      Nämlich: Wie wird verhindert, dass das Geld weitergegeben wird? De facto muss es doppelt personalisiert sein, nämlich sowohl nur von einer Person ausgegeben werden können, als auch registrieren, dass es bereits verwendet wurde. Es wird durch den Kauf ja entwertet. Und es muss daher registrieren, wo es entwertet wurde, da es sonst ja einfach an ein anderes Geschäft verscherbelt werden könnte.

      Doppelt personalisieren hieße allerdings auch, dass die Bank am Ende von jeder einzelnen Transaktion weiß. Datenschutz?

      Oder es wird nicht nur entwertet, sondern tatsächlich zerstört.
      ... de facto muss es in etwas anderes umgewandelt werden, nämlich einen Marker für das Geschäft.

      Hm, das funktioniert irgendwie alles nicht so gut... also vielleicht doch kein personalisiertes Geld. War ne cool klingende, aber dysfunktionale Idee. :meh:

      ~

      Geld mit Ablaufdatum?
      Das Problem dabei wiederum ist, dass Geld ja dadurch etwas wert ist, dass andere es als akzeptieren.

      Es scheint mir insgesamt einfacher, Geld einfach wegzulassen, auch wenn das einfach sehr ungewohnt ist. Es führt dazu, dass ich mich in die Lebenswelt der Leute etwas schlechter hineinversetzen kann. Ich lebe halt in einer kapitalistischen Welt...

      Soll es denn überhaupt irgendeine Begünstigung geben für eine Ärzt*in, die einen großen Teil ihrer Zeit damit verbringt, ihrer Community medizinisch zur Seite zu stehen? Wenn ja, welche? ???

      Wenn, dann würde das auf Vorrechte hinauslaufen. (Privilegien? Das Wort suggeriert, dass andere Gesetze gelten, weiß nicht, ob das passt.) Also z.B. in einem Theater in der besten Reihe sitzen zu dürfen. Während gleichzeitig der Eintritt halt gratis ist... aber eventuell der begrenzte Platz eben durch Voranmeldung, und dabei Vorrang gegenüber bestimmten Leuten?

      ~

      Ich denke einfach falsch nach. Es ist eine ästhetische Welt. Was ist ästhetisch? Ich mag Dekadenz. Ich mag also, dass es so etwas wie Reichtum gibt, aber es soll nicht auf Kosten anderer sein. Wenn eine Person eine Idee hat für ein richtig geiles Haus, dann soll sie es bauen dürfen, unabhängig davon, ob sie eine privilegierte Position einnimmt. Dafür haben allerdings wiederum die, die entscheiden, ob es ne gute Idee ist, eine Machtposition inne. :kopfkratz:

      Hm. Letztlich ist mir Gleichheit vllt gar nicht so wichtig? Eher ein sehr hoher Mindeststandard, und Limits nach oben hin. Fairness? Ist die Welt fair? Will ich eine faire Welt basteln...

      Zumindest eine, die Menschen keine Steine in den Weg legt, wenn sie etwas bestimmtes machen wollen. :weissnicht:
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    • Ad Kredite: Wenn du den Zins abschaffst und die Mindestreserve auf 100% setzt - das heisst, man verleiht nur Geld, das man HAT, und kriegt nur dieses Geld auch wieder zurück - dann hast du dein Geldwachsproblem prinzipiell gelöst.

      Vage Idee: Du hast so etwas wie Kaufmarken, die von einem personalisierten Kaufmarkenbogen abgeschnitten und im Laden in ein Kaufnachweisbuch eingeklebt werden. Das "Geld" kann nur einmal verwendet und auch anderweitig nicht weitergegeben werden - sofern sich alle an die Regeln halten. Bei reinen Pappmarken hält natürlich niemand den Verkäufer davon ab, schon abgeschnittene Marken (d.h. nicht vom Kaufmarkenbogen des Käufers) entgegen zu nehmen, aber wenigstens muss er eine Marke einkleben und kann nicht selber dann damit einkaufen gehen.
      Wenn du das Personalisier-Problem auf Käuferseite irgendwie gelöst kriegst, dürften auch private Wetten, Kredite, Schwarzmarkt, etc. erschlagen sein.

      Finde ich jedenfalls grossartig.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Veria schrieb:

      Wenn du den Zins abschaffst und die Mindestreserve auf 100% setzt - das heisst, man verleiht nur Geld, das man HAT, und kriegt nur dieses Geld auch wieder zurück - dann hast du dein Geldwachsproblem prinzipiell gelöst.
      Ich kann halt niemanden daran hindern, zu sagen "Ja gut, ich geb dir das Geld aber erst in einem halben Jahr"...

      Alle Personalisier-Ideen haben halt den Nachteil, dass sie nen dystopischen Beigeschmack haben, weil irgendjemand dann auf einer Masse an Information sitzt, und z.B. genau weiß, welche 20 Personen aus welchen Dörfern genau dieses eine erotische Buch gekauft haben. ;)

      Geld hat in diesem Sinne eigentlich einen Anonymisierungseffekt? Der halt dann in Extremform zu Kapitalismus führt, bei dem eben diese Anonymität dazu führt, dass niemand fragt, woher das Geld kommt.

      Vielleicht ist das ein Lösungsansatz: Das Geld ist nicht personalisiert, sondern wird nach Einkommensart sortiert? Hmmm... die Frage ist eher, wozu wird das Geld überhaupt gebraucht.

      Bei Grundbedürfnissen wie Nahrungsversorgung fände ich es eigentlich eleganter, komplett darauf zu verzichten. Sprich, die Marktstandler*in hat die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass alle Karotten kriegen, die welche wollen, sofern genügend da sind. Und wenn nicht, dann denen welche geben, die sie eher brauchen. Das erfordert lokale Vernetzung.

      Mein nächstes Beispiel sind dann irgendwie immer die Bücher, weil die halt geschrieben und gedruckt werden müssen, was sehr verschiedene Herstellungsprozesse sind. Und weil es zwei verschiedene Gruppen von Leuten gibt, die ein Buch drucken wollen: Autor*innen und Leser*innen. Meine bisherige Idee war ja eine Art Buchkontingent, dass also jede Person 1 Buch pro Monat (gedruckt zu bekommen) frei hat. Aber ist das wirklich so sinnvoll?

      ~

      Vom Weltgefühl her scheint es mir richtig, dass Bücher tendentiell nicht in Massen produziert werden. Bibliotheken sind sehr wesentlich, immerhin kann ein Buch ja von vielen gelesen werden. Und vielleicht wird mit Büchern gehandelt, d.h. getauscht.

      Komplett ohne Geld denkend: Leute betreten eine Buchhandlung, sagen, welche Bücher sie möchten. Buchhändler*in schreibt sich die auf, schickt eine Liste an die Druckerei. Die Personen dort machen ihre Arbeit gerne und suchen sich aus den verlangten Büchern die heraus, die sie drucken möchten - bzw. wo sie eben ihre Arbeit reinstecken möchten.
      Nee... zuviel Macht bei Druckerei, wenn die bestimmt, was gelesen wird. Next try...

      Buchdruck ist magisch automatisiert; es ist übliche Praxis, nicht nachzuschauen, was genau da gerade gedruckt wird. (Aber immernoch möglich?)
      Oder: Buchdruck ist magisch automatisiert und von Einzelpersonen ausführbar. D.h. Personen besitzen im Prinzip ihre eigene Buchdruck-Binde-Maschine zuhause. Dann hätte ich mehrere Probleme nicht - verliere allerdings das Flair von Buchhandlungen. Es sei denn, die Bücher werden in Buchhandlungen gedruckt, weil nicht alle so eine Maschine haben (wollen).

      ...

      Ich hasse es irgendwie, mir da ständig so den Kopf zu zerbrechen, kann aber dann doch nicht anders. :meh: Ich will halt eigentlich widersprüchliche Dinge, und so kann ich keine Welt basteln.
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    • Alle Personalisier-Ideen haben halt den Nachteil, dass sie nen dystopischen Beigeschmack haben, weil irgendjemand dann auf einer Masse an Information sitzt, und z.B. genau weiß, welche 20 Personen aus welchen Dörfern genau dieses eine erotische Buch gekauft haben.
      Wenn nur, wie in meinem Beispiel, der Kaufmarkenbogen personalisiert ist, aber die Marken selber nicht, weiss das am Ende auch keiner. Es gab in der Nachkriegszeit ja die Essensmarken, da musste man auf dem Bogen unterschreiben, aber die eigentlichen Marken waren unmarkiert - aber halt ausserhalb des Bogens ungültig. Ist halt die Frage, ob das System dann auch wieder für dich unerwünschte Assoziationen mit sich bringt ... wie z.B. Armut und Mangel. :-/

      Was die Bücher angeht ... die Buchhändler konnten ja immer schon nachgucken, was das eigentlich für ein Buch ist, das ich da grad kaufe. Ich vermute mal, es kam gelegentlich vor, dass jemand für den Kauf *hüstel* erotischer Literatur lieber nicht in die Stammbuchhandlung gegangen ist.

      Vorschlag zur Anonymisierung: Wartenummern. Man geht in eine Buchhandlung, bestellt das nicht lagernde Buch, gibt Geld her und kriegt eine Wartenummernmarke. Mit der Wartenummernmarke kommt man eine Woche später wieder und kann dafür das Buch mitnehmen. Lagernde Bücher kann man natürlich gleich mitnehmen, ist ja klar.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Wow, Danke, jetzt verstehe ich erst, was du mit den Kaufmarken meintest. Und die Wartenummern mag ich vom Flair her.

      Da ich ne Menge Magie zur Verfügung habe, kann ich ja sagen: Die Münzen sind vorher auf Käufer*in personalisiert, diese geht dann beim Kauf weg, und es kommt stattdessen eine entwertete Münze raus, die wiederum auf die Verkäufer*in personalisiert ist... das wäre dann das Kaufmarkensystem in Münzen, und das fühlt sich wohl nicht wirklich nach Armut an?

      Die entwerteten Münzen könnten dann zur Verrechnung abgeliefert werden, wodurch die Buchhandlung dann ein Kontingent an Druckplätzen für Bücher erhält...

      Im Prinzip bräuchte ich keine Münzen, und könnte stattdessen Online-Banking magisch einsetzen - nur mag ich halt Münzen als Gegenstände - hmm...

      Münzen herumschleppen müssen ist aber auch unnötig. D.h. es gibt wohl ein virtuelles Konto, auf das eine Person zugreifen kann. Von diesem virtuellen Konto lassen sich physische, blanke Münzen aufladen und personalisieren?

      Das System ist halt schon sehr einschränkend - es soll ja durchaus erlaubt sein, seiner Enkel*in ein paar Münzen zuzustecken als Geschenk...

      Kann ich eine Aufteilung machen in Waren, die kosten dürfen, und Waren die prinzipiell gratis sind, wo sich aber eventuell durch Geld was bestellen lässt? :kopfkratz:

      ~

      D.h. ... Übungspause, Schüler*in geht zu Marktstandl. Dort gibt's eine Schüssel mit Äpfeln - die Marktstandler*in sagt, die Äpfel werden heut schon knapp. Schüler*in bekommt deswegen nur einen Apfel, damit noch was übrigbleibt. Gibt der Marktstandler*in 20 Groschen, und lässt eintragen, dass sie gerne mehr Äpfel hätte, und zwar besonders am Perchtag nach der Übung, dann am besten gleich 3.

      Die Marktstandler*in nimmt 20 Groschen, trägt in eine Liste diesen Bedarf ein, und auch, dass dieser mit 20 Groschen bezahlt wurde. Nachdem der Stand abends abgebaut wurde, geht xir zum Lebensmittelverteilungsamt, gibt ihre Liste ab, und eine mit dieser genau übereinstimmenden Menge Groschen, um zu zeigen, dass der Bedarf auch tatsächlich verlangt wurde.

      Nächsten Perchtag werden der Standler*in ein paar mehr Äpfel gegeben - je nach Angebot natürlich, aber möglicherweise auch deutlich mehr als nur 3, wenn eh mehr vorhanden - oder immer noch genauso wenig, wenn es einfach nicht mehr gibt, und die anderen ebenfalls einen höheren Bedarf angemeldet haben. (In dem Fall hat das Verteilungsamt einen Job, nämlich mehr Äpfel zu beschaffen.)

      Die Schüler*in möchte außerdem seit langem einen fancy Wohnsessel. Also geht xir am frühen Abend zu einer Tischlerei, und gibt bekannt, was xir gerne hätte. Die Tischlerei hat derzeit eine lange Warteliste - für 100 Groschen gibt es jedoch die Möglichkeit, 20 Listenplätze nach vorne zu rutschen. (Die 20 Leute dahinter haben weniger als 100 Groschen gezahlt)
      Die 100 Groschen dafür hat die Schüler*in von xirs Vater bekommen, der als Erwachsener und eingetragener Förster ein größeres Einkommen bezieht. Diese Groschen sind auf ihn personalisiert, die Schüler*in kann sie jedoch mit Vorlage einer Bestätigung (eventuell liegt diese auch in einem virtuellen Raum vor und kann von der Schüler*in in der Tischlerei abgerufen werden) nutzen. Nun ist der fancy Sessel bestellt, Schüler*in geht nach Hause.
      Die 100 Groschen liegen in der Tischlerei, nach der Entpersonalisierung sind sie nicht mehr silber, sondern bronzefarben.

      ... :kopfkratz:
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    • Was mit den bronzefarbenen Münzen passiert, weiß ich noch nicht so recht. Es könnte natürlich sein, dass die einfach von einem Geschäft aufbewahrt werden, und bei einer jährlichen Kontrolle dann vorgewiesen werden, für ... irgendwas? Aufrankung in einer Liste der Geschäfte, zwecks deren Zugang zu Rohmaterialien?

      Ich glaube mittlerweile, dass Buchhandlungen wirklich ihre Bücher normalerweise selber drucken. Oder halt sonst von anderen Buchhandlungen beziehen, die gemeinsam drucken...
      Ich muss dazu sagen, dass es so was wie e-Books im Prinzip ja auch noch gibt, sogar ohne Reader (kann einfach mit geschlossenen Augen gelesen werden). Es ist sogar möglich, Bücher so zu schreiben, allerdings dann schon geistig anstrengend (was auch das Lesen auf diese Weise ist - es macht müde.)

      ~

      Regelmäßige Geldentwertung sollte vllt auch noch Teil des Systems sein - Reichtum anhäufen ist ja zu vermeiden. Ich denke, dass das von Land zu Land unterschiedlich gehandhabt wird.

      In Visinnur gibt es einen Mond am Himmel, und dieser zeigt Monate an. Ca. 1-3 Tage nach Neumond beginnt das neue Monat, und dann wird neues Grundeinkommen ausgegeben und das Geld vom letzten Monat ist nun nur noch 80% wert - das machen die Münzen automatisch, die Ziffern drauf ändern sich? Wär jedenfalls praktisch, im Fall von defekten Münzen allerdings ein bisschen unpraktisch. (Im Zweifelsfall zählt nicht das, was draufsteht, sondern das (messbare) tatsächlich Alter.)

      Hm, bissl rechnen...
      Eine 50-Groschen-Münze würde nach 1 Monat 40 Groschen wert sein, nach einem weiteren Monat 32 Groschen, dann 25, dann 20 Groschen, 16, 12, 9, 7, 5, 4, 3, ... der Wert sinkt dann am Ende einfach immer um 1, und schließlich auf 0...
      Könnte rechnerisch zu Schwierigkeiten führen, verschiedene Münzarten zu besitzen.^^
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    • Kleine Frage zur automatischen Geldentwertung: Aus einer kommunistisch-gleichheitlichen-antikapitalistischen Perspektive find ich das zwar durchaus sympathisch, aber bei einem Wertverlust von 20% im Monat ist es ja geradezu unmöglich, Sicherheiten zu bilden, zu Sparen, auf Investitionen zu sparen etc. Es geht ja nicht nur um Reichtümer, sondern auch um Omas Notgroschen und die Finanzierung des Studiums der Kinder oder sowas. Oder ein Polster, wenn irgendwas kaputtgeht und ersetzt werden muss.

      Wie wird das dann gehandhabt?
      Weil Inspiration von oben kommt und Arbeit von unten.
      -Elk (20.10.18, 23:02)



      Plan. Act. Reflect. Repeat 'til finish.
    • Veria schrieb:

      *flüster* Soll ich was übers Bezahlwesen der Sektorwelt und erscheinende/verschwindende Münzen sagen?
      Vllt? Weiß nicht mehr so genau, wie das war.

      ~

      Weiteres:

      Es muss ja gespeichert werden, für welche Aufträge wieviel bezahlt wurde. Also werden die bronzenen Münzen wohl bis zur Ausgabe des fertigen Produkts in einer Box aufbewahrt, eventuell mit daraufgeprägter Auftragsnummer.

      Theoretisch könnte sogar ein Mechanismus sein, dass die bronzenen Münzen danach zurückgegeben werden. Und dann von der Person aufbewahrt, bis zum nächsten Grundeinkommen?

      Garantien sind komplex: Erstens gibt es eine Garantie, dass sich die Handwerker*in auch wirklich an die durch Münzen vorgegebene Reihenfolge hält. Und das ist ja nicht unbedingt so einfach - immerhin werden halt manchmal Sachen früher fertig als geplant, wenn parallel gearbeitet wird.

      Es wäre möglich, dass dann die dadurch "zuviel bezahlten" Münzen zurückgegeben werden? Oder eher vernichtet? Es liegt im Ermessen der Handwerker*in, zu bestimmen, ob sie der Auftraggeber*in überhaupt eine Garantie gibt, und wie die aussieht?

      Natürlich ist eine Qualitätsgarantie auch wichtig. Ich mag das aber vllt nicht zu komplex machen... aber gut, es ist in unserer Welt auch ordentlich komplex. Eine Reparaturgarantie hilft sicher... die wird aber oft auch einfach mündlich gemacht. Auf lokaler Ebene kennt man sich.

      ~

      Die bronzenen Münzen machen immer noch nicht so richtig Sinn...

      Artifex Nerracis schrieb:

      bei einem Wertverlust von 20% im Monat ist es ja geradezu unmöglich, Sicherheiten zu bilden, zu Sparen, auf Investitionen zu sparen etc. Es geht ja nicht nur um Reichtümer, sondern auch um Omas Notgroschen und die Finanzierung des Studiums der Kinder oder sowas. Oder ein Polster, wenn irgendwas kaputtgeht und ersetzt werden muss.

      Wie wird das dann gehandhabt?
      Naja, die Sicherheit ist ja sowieso schon da, weil fast nichts wirklich etwas kostet. Geld wird dazu benutzt, um in einem bestehenden Angebot mehr zu bekommen, oder früher etwas zu bekommen.

      Das Grundeinkommen dient nicht für Sachen wie Wohnen, Essen, Bildung, Medizinische Versorgung. Die Sachen sind gratis...

      Was passiert, wenn ein kompliziertes Haushaltsgerät kaputtgeht, ist mir noch nicht so ganz klar. Jedenfalls dann nicht, wenn es dafür Wartelisten gibt... aber es ist kein Problem, auswärts zu essen, wenn Kochen zuhause gerade nicht funktioniert. Auch Mahlhäuser basieren auf dem Prinzip, dass kein Geld ausgegeben wird, außer für Sonderwünsche...
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • @Artifex Nerracis: Nicht überall wird "Wert" in Geld gehalten. Wenn Geld an Wert verliert, sucht man sich was anderes zum sparen.

      Was passiert, wenn ein kompliziertes Haushaltsgerät kaputtgeht, ist mir noch nicht so ganz klar.
      Vielleicht kann man sich irgendwo eine Bestätigung holen, dass es dringend ist?
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.