Achtundneunzigstes Speedbasteln am 2. Oktober 2019

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    • Ein Exkurs über Wahrscheinlichkeiten und Misogynie

      1. Kind - weiblich. Wahrscheinlichkeit 50%
      2. Kind - weiblich. Wahrscheinlichkeit ... auch 50%
      3. Kind - weiblich. Wahrscheinlichkeit ... schon wieder 50%
      Natürlich stimmt das mathematisch. Was auch stimmt: Die Wahrscheinlichkeit, dass drei Kinder alle weiblich sind, liegt bei 12,5%. Bei fünf Kindern sind es dann nur mehr 3,125%, die man als typischer Herrscher normalerweise als im Grunde unmöglich zu den Akten legt.
      Dennoch:
      4. Kind - weiblich. Wahrscheinlichkeit nochmal 50%
      5. Kind - weiblich. Wahrscheinlichkeit ebenfalls 50%
      Und das ist der Grund, warum nach Kaiser Medano sein jüngerer Bruder Durapa die Krone erhielt und nicht ein Sohn. Es gab eben keinen Sohn.
      Zufrieden war mit der Situation niemand.
      Medano hielt Durapa für eine Flachpfeife und dessen Gemahlin für ein untreues Flittchen. Durapa wollte lieber weiter ungestört Landschaftsmalerei betreiben und seine Gemahlin wollte, wie auch er, eigentlich keine Kinder, was sich für eine Kaiserin aber nicht durchsetzen ließ - wenn sie sich wenigstens zu weniger Kindern bereitschlagen hätte lassen, wäre dem Land im übrigen ein Bürgerkrieg erspart geblieben, denn ihr fünftes Kind, Sohn Alaon, sorgte für das Ableben seiner älteren Brüder und deren Söhne.
      Medano hätte übrigens die kaiserliche Erbfolge ändern können, dass seine Töchter erberechtigt wären, doch dann wäre auch seine verhasste Schwester Nischoi in der Erbfolge gewesen, und das ging ja mal gar nicht, zumal er der vollsten Überzeugung war, dass dieses Miststück garantiert einem Seitensprung seiner Mutter entsprang - bei seinem Bruder Durapa war er sich diesbezüglich wenigstens nur unsicher.
      Im Grunde zweifelte Medano sogar an seiner eigenen kaiserlichen Abstammung.
      Man merkt, er hielt nicht viel von Frauen. Nein, von seinen eigenen Gemahlinnen auch nicht. Man erzählt sich, er habe sie in der Zeit der Liebe niemals aus den Augen gelassen und stets Transvestiten unter ihren Zofen vermutet.
      Wahrscheinlich hätte er es also noch viel schlimmer gefunden, hätte er erbberechtigte Söhne gehabt. Bei seinem Bruder war er sich wenigstens sicher, dass:
      1. er mindestens ein Halbbruder mütterlicherseits war, also garantiert verwandt, und
      2. immerhin ein Mann, wenn auch eine Flachpfeife.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • @Veria Hui, ich weiß gar nicht, wer da am meisten Pech hat... Medano, weil er keine männlichen Nachkommen hat? Die Frauen, weil Medano so ein idiot ist? Der Bruder und seine Frau, weil sie plötzlich ungewollt die Erben sind und Kinder kriegen müssen? Die Bürger, die unter einer derart speziellen Herrschaft leiden müssen? :kopfkratz: Jedenfalls ist da definitiv sehr viel Pech in dieser Geschichte.
      I would have followed you, my brother. My captain. My king.
    • Pechvögel

      12.02.1839
      Sehr geehrter Kollege.
      Ich kann nun endlich mit stolz diese Zeilen schreiben, den Ich habe ihn gefunden.
      Nein, ich habe sogar mehr als das - mir ist es gelungen, ein echtes Exemplar zu fangen.
      Die Jahrelange suche wird sich nun endlich auszahlen.
      All das Forschungsgeld, All die Zeit und die Harte Arbeit waren nicht umsonst.

      17.02.1839
      Lieber Kollege,
      Wie wir bereits vermutet haben, ist das Tier umhüllt von einer schwarzen, viskosen Flüssigkeit . Meine Annahme besteht darin, dass der Vogel diese in Speziellen Drüsen produziert. Durch eine Feldstudie plane ich die bestehenden evolutionären Zusammenhänge zu ermitteln und inwieweit die Flüssigkeit eine Vorteil für das Tier darstellt.
      Gleichzeitig werde ich Proben der Flüssigkeit entnehmen und die Zusammensetzung ermitteln


      18.02.1839
      Das Tier ist unerwartet in Flammen aufgegangen.
      Vermutlich hätte ich die Laterne etwas weiter entfernt aufstellen sollen.

      19.02.1839
      Es brennt immernoch

      20.02.1839
      Sehr geehrter Kollege.
      Ich kann nun mit Sicherheit sagen, dass die Bestehenden Forschungen einen Sektoren-übergreifenden Durchbruch erzielen könnten.
      Es geht bei meinen Studien nun nicht mehr nur um die Entdeckung eines unbekannten Tieres, sondern um einen noch unbekannten Rohstoff.
      Es hat sich herausgestellt, dass sich die Flüssigkeit durch nie dagewesene Entflammbarkeit und lange Brennbarkeit auszeichnet, was einen enormen Aufschwung unserer Industrie bedeuten könnte.
      Ich sehe großes Potential.
      Daher stelle ich hiermit einen Antrag um die Verlängerung meines Aufenthaltes, sowie feuerfeste Kleidung.

      21.02.1839
      Die Insel ist abgebrannt.
      Ich bedauere meine Forschungen einstellen zu müssen, da das entstandene Feuer auch auf alle anderen Exemplare des Pechvogels übergegangen ist.
      If anyone needs me, i‘ll be reading.
      Please don‘t need me

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von leylani ()

    • Lyrillies schrieb:

      Oh nein, der arme Forscher! Der tut einem ja wirklich Leid beim Lesen... Aber sehr, sehr lustig geschrieben! "Es brennt immernoch"!


      Da Passt die Bezeichnung „Pechvogel“ eben nicht nur zu den Tieren ;)


      Veria schrieb:

      :rofl:
      Die Frage nach evolutionären Vorteilen stellt sich aber schon ... :kopfkratz:
      Vielleicht schrecken die Vögel so ihre Fressfeinde ab...niemand hat Lust in Pech zu beißen

      Oder so stellen die Vögel ihre Tarnung sicher: am denn Pech bleiben alle möglichen Blätter, Stöcke, Gräser kleben, wenn der Vogel durch den Wald läuft. Das sieht dann aus wie ein laufender Busch mit Schnabel. :thumbup:
      If anyone needs me, i‘ll be reading.
      Please don‘t need me
    • Ein Vogel bringt so viel Pech, dass eh alles abbrennt rundum. Das dürfte dann wohl das krasseste Beispiel von einem Abschreckungsmechanismus sein? Nicht nur potentielle Fressfeinde flüchten, sondern die gesamte restliche Tierwelt gleich mit. ;D (Und die armen Pflanzen. Wobei die mit der fruchtbaren Asche vllt sogar symbiosemäßig profitieren könnten, hmmm...)
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Tolle Beiträge mal wieder, der Pechvogel ist witzig! :D

      Aber eine Sache dann noch (und ich haderte echt lange mit mir, ob ich das ansprechen soll):

      Veria schrieb:

      Besprechung im Dashboard heute ab 19:30, Basteln von 20 bis 21 Uhr. Danach Hasch, Koks, Heroin und Muskatnuss hier im Thread.
      Das mag ja ganz witzig gemeint seinsein, aber irgendwie musste ich da wieder an den Bruder einer Mitschülerin denken, der an Drogen echt kaputt gegangen ist. Ich weiß nicht, ob eins darüber so Scherze machen sollte. No offense, du hast es sicher nicht böse gemeint und gar nicht an sowas gedacht, aber mmh ja. :-/
    • Ich will jetzt hier kein grosses Fass aufmachen, finde aber, du hättest, wenn schon, schon am Mittwoch Freitag "Pizza und Bier" benörgeln sollen. Immerhin hab ich Alkoholiker in der Familie, auch einen, der daran gestorben ist, und finde, das ist genauso ein Problem. Andererseits ist uns allen hier klar, dass Alkohol giftig und gefährlich ist, und wir reden dennoch auch beiläufig davon - warum soll ich andere Drogen sprachlich anders behandeln?
      </fass zu>
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Veria schrieb:

      warum soll ich andere Drogen sprachlich anders behandeln?
      Weil Hyks grade ganz unzweideutig zum Ausdruck gebracht hat, dass es in ihm schmerzhafte Erinnerungen weckt. Wenn dich, trotz des familiären Hintergrunds, "Pizza und Bier" nicht stört, lass uns doch dabei bleiben. :)
      "Die Leichen der Euren werden genügen diese Ebene in Calislad, die Knochenebene, zu verwandeln. Ich sage euch noch einmal: geht!, hier und zwischen diesen Bäumen wartet nur der Tod auf euch.“
    • "Pizza und Bier" stört mich nicht, weil ich beschlossen habe, dass Witze nicht am Alkoholismus schuld sind. Es gab eine Zeit, da hat mich gestört, wenn jemand am Tisch ein Bier bestellt hat, und ich bin die Leute dann verbal angegangen. Das bereue ich inzwischen und halte ich für falsch. Genau genommen stört mich das Bestellen noch immer, ich geh die Leute nur nicht mehr verbal an, weil es deren Bier ist. Ja, da war ein Wortwitz, der stört mich nicht.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Ich finde, das Problem, wenn eins solche Witze macht ist, dass damit vielleicht nicht direkt Alkoholismus oder Heroinsucht ausgelöst wird, aber es indirekt sowas fördert, in dem der Konsum dieser Drogen verharmlost wird. Ich sehe das auch extrem kritisch, wenn im Radio "Willst du mit mir Drogen nehmen" geträllert wird. Da hört für mich dann der Spaß auf und ich weiß, dass ich damit bestimmt so einigen auf den Schlips trete, die meinen, dass ich übertreibe. Dass du so toll damit umgehen kannst, ist schön und ich beneide dich dafür, aber mich triggert es dann doch. Zum Bier sage ich schon gar nichts mehr, weil ich da einfach gegen eine Wand laufe, weil das nehmen dieser Droge fast schon gesellschaftlich-soziale Pflicht ist und eins schon schief angeschaut wird, wenn eins nichts trinkt. :-/
    • Dann können wir vielleicht bei anderen Formulierungen des Genörgels verbleiben, was meinst du? Nicht " Ich weiß nicht, ob eins darüber so Scherze machen sollte." sondern "Ich mag solche Scherze nicht. Kannst du bitte darauf verzichten?" - das ist dann nicht mehr so hypothetisch, auf Konkretes gehe ich gerne ein.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.