[WBO] Bewertungssystem

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    • [WBO] Bewertungssystem

      So, ich wage mich mal an eine "heilige Kuh" heran, die mich von Jahr zu Jahr mehr nervt.

      Seit ich die WBO kenne, werden die Beiträge nach den Kriterien "Detailreichtum", "Stimmigkeit", "Orginalität" und "Vorgabentreue" bewertet. Ich hatte als Jurorin schon immer Schwierigkeiten damit für diese Kriterien objektive Maßstäbe zu finden (gerade bei Orginalität) und andererseits konnte ich Kriterien, die mir durchaus auch wichtig waren (z. B. die Rechtschreibung oder der Sprachstil) nirgends unterbringen.

      Ebenso problematisch fand ich die Punktespanne von 0 bis 10, bei der es mir sehr schwer viel zu entscheiden, wann ich wieviele Punkte geben oder abziehen sollte.

      Da ich durchaus den Eindruck hatte, dass es anderen Juroren ähnlich erging, möchte ich ein alternatives Bewertungssystem vorschlagen.

      Ziel ist es, die Bewertung für die Juroren flexibler und leichter und gleichzeitig für die Teilnehmer transparenter zu machen.

      Inspiriert ist das ganze von der Korrektur von Deutsch-Aufsatzen in der Schule.

      Neue Bewertungskriterien:

      Inhalt (max. 15 Punkte)
      Die Kategorie Inhalt fasst im Grunde alle bisherigen Kriterien zusammen, das heißt der Juror vergibt Punkte für orginelle, detailreiche, faszinierende Inhalte des Beitrags. Ebenfalls bewertet er hier die Vorgabentreue.
      Die Punkte können den allseits bekannten Schulnoten zugeordnet werden:
      0 = Note 6
      1 bis 3 = Note 5
      4 bis 6 = Note 4
      7 bis 9 = Note 3
      10 bis 12 = Note 2
      13 bis 15 = Note 1

      Sprache (max. 10 Punkte)
      Hier wir der sprachliche Ausdruck bewertet, das heißt wie gut der Juror die Formulierungen findet. Hier besteht auch die Möglichkeit gute Rechtschreibung zu honorieren.

      0 = Note 6
      1 bis 2 = Note 5
      3 bis 4 = Note 4
      5 bis 6 = Note 3
      7 bis 8 = Note 2
      9 bis 10 = Note 1

      Layout/Gestaltung (max. 5 Punkte)
      Hier wird die hübsche Aufmachung des Beitrags bewertet, denn ich finde man sollte auch (jenseits des "persönlichen Rankings") diese Mühe, die sich der Teilnehmer gibt honorieren.

      0 = Note 6
      1 = Note 5
      2 = Note 4
      3= Note 3
      4 = Note 2
      5 = Note 1

      Die Bewertung innerhalb der neuen Kriterien bleibt, wie bisher, subjektiv, aber dann wäre wenigstens klar, worauf die Punkte vergeben werden.
      "Die Leichen der Euren werden genügen diese Ebene in Calislad, die Knochenebene, zu verwandeln. Ich sage euch noch einmal: geht!, hier und zwischen diesen Bäumen wartet nur der Tod auf euch.“
    • Danke für deinen Vorstoß. Ich stimme definitiv für eine Optimierung des Bewertungssystems. Was ich ebenfalls unterstütze ist es, Sprache und Layout in die Bewertung mit einzubeziehen. Ich nehme aber an, dass es für diese beiden Punkte die meiste Kritik geben wird, da "WBO-erfahrungsgemäß" nicht alle in diesen beiden Punkten durchschnittlich bis überdurchschnittlich begabt sind und sich dann vielleicht mehr abgeschreckt fühlen. Genauso wie von einem "Schulnoten-System". Wer erinnert sich schon besonders gern an diese Zeit? :D

      Ich finde es trotzdem sehr gut, sich das alles mal anzusehen und mache mir auch mal Gedanken dazu.
      :alt: :arbeit:

      Erst wenn wir die Vergangenheit gelesen haben, können wir die Zukunft schreiben.
    • Disclaimer: Ich nehme vorsorglich erstmal die Position des "token tradionalist" ein, damit die mal besetzt ist. Ich formuliere vielleicht rigoroser, als meine Meinung tatsächlich ist.

      Nur einen Inhalts-Regler zu haben fände ich absolut fatal! Die WBO ist kein x-beliebiger Schreibwettbewerb, da fände ich es schon extrem schade, wenn unsere auf das Basteln ausgeelgten Kriterien verschwinden würden. Mit würde es sehr viel schwerer fallen, den Inhalt nur auf einer Skala bewerten zu müssen. Und warum eine Skala von 0 bis 15 mehr Auswahl geben soll als eine Skala von 1 bis 10 mit vier Krieterien, verstehe ich auch nicht. Nicht alle hier waren in der gymnasialen Oberstufe in D und haben ein intuitives Verständnis dieser Punktzahlen. Als Teilnehmer würde für mich die Transparenz auch sinken, weil ich die Information verliere, wie wichtig der Juror jetzt zum beispiel das fehlen von Details oder fehlende Vorgaben genommen hat.

      Und dass ich kein Fan davon bin, die Hälfte der Punkte auf Sprache und Form zu setzen, ist wahrscheinlich auch klar. Ich hätte nichts dagegen, wenn die Kriterien in geringem Maße (vielleicht jeweils 10%) in die Bewertung einfließen (auch wenn mein Statistikerherz ob der verloren gehenden Kontinuität dennoch bluten würde :alt: ). Aber für den Sieg entscheidend sollte das Basteln, die Ideen und deren Ausgestaltung sein. Ehrlich gesagt würde es mich eher demotivieren etwas abzugeben, wenn ich wüsste, dass die Hälfte der Punkte nach Äußerlichkeiten vergeben wird.

      Ich persönlich schätze das aktuelle System und habe über die Jahre ein Bauchgefühl entwickelt, was die Kategorien für mich bedeuten. Ich finde es ok, wenn es bei jedem etwas unterschiedlich ist.
      Zwei gesichtslose Tintenfische tanzen in den Tod

      Fragen stellen ist wichtiger als Antworten geben. Meistens...
    • Hier kommt dann der "true traditionalist".
      Ich tu mir mit grösseren Punktspannen schwerer. Ich krebse so schon in einem eingeschränkten Bereich der jeweils 10 Punkte rum, das wäre bei 15 auch nicht anders, nur dass dann ohne Summe effektiv weniger Variabilität da ist und viel öfter gleich gut bewertete Beiträge vorkommen werden, jedenfalls bei mir, vielleicht auch bei anderen. Und dann sind wir in der Situation, dass Äusserlichkeiten eventuell tatsächlich den Ausschlag geben, und das fände ich absolut fatal.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Ich stimme den Traditionalisten in vielen Punkten zu, habe allerdings auch ein paar kleine Problemchen mit den gegenwärtigen Bewertungsmodalitäten.
      Ich finde die Punkte Vorgabentreue und Stimmigkeit unerlässlich, und diese Bereiche lassen sich meiner Meinung nach auch gut durch Punkte abbilden. Detailreichtum ist ne irgendwie schwammige Angelegenheit und die Kategorie Originalität benachteiligt alle Leute, die eben keine völlig abgedrehten Szenarien auf ihren Welten haben. Diese Kategorie habe ich persönlich immer eher dafür genutzt, um die einzelnen Beiträge in eine Reihenfolge zu bringen, weil man einen subjektiven Eindruck im Prinzip nur auf diesem Wege wiedergeben kann. Vielleicht wäre es schon hilfreich, diesen Punkt irgendwie anders zu nennen?

      Den Vorschlag, Erscheinungsbild/Layout/Gestaltung in die Bewertung aufzunehmen, lehne ich in dieser Form entschieden ab. Äußerlichkeiten sollten höchstens eine untergeordnete Rolle spielen. Aber wenn man den Vorschlag in eine andere Richtung weiterdenkt, so dass es quasi ein "B-Note" geben könnte, in der auf die Art der Präsentation eingegangen wird, dann fände ich das widerum ganz sinnvoll. Mit "Art der Präsentation" meine ich nicht nur Äußerlichkeiten sondern wie die Infos vermittelt werden, ob das Konzept der Erzählform gelungen ist, wie die Infos verpackt sind, ob wir eine überzeugende wissenschaftliche Abhandlung vor uns haben oder ein gelungenes Fernsehinterview oder hilfreiche Infografiken oder erklärende Illustrationen oder was auch immer. Dabei können Layout und Gestaltung eine Rolle spielen, müssen aber nicht.
    • Jerron schrieb:

      Aber wenn man den Vorschlag in eine andere Richtung weiterdenkt, so dass es quasi ein "B-Note" geben könnte, in der auf die Art der Präsentation eingegangen wird, dann fände ich das widerum ganz sinnvoll. Mit "Art der Präsentation" meine ich nicht nur Äußerlichkeiten sondern wie die Infos vermittelt werden, ob das Konzept der Erzählform gelungen ist, wie die Infos verpackt sind, ob wir eine überzeugende wissenschaftliche Abhandlung vor uns haben oder ein gelungenes Fernsehinterview oder hilfreiche Infografiken oder erklärende Illustrationen oder was auch immer. Dabei können Layout und Gestaltung eine Rolle spielen, müssen aber nicht.
      Diese Idee finde ich gut.
      Bei einer gertrennten Bewertung des Layouts läuft das meiner Meinung nach doch eher auf eine "Materialschlacht" hinaus, wo diejenigen, die technische besser ausgestattet sind, von vorneherein im Vorteil sind, unabhängig von der aufgewendeten Mühe und der weltenbastlerischen Kreativität, die in dem Beiträg steckt.
      Ich bin auch der Meinung, dass grobe Fehler in Rechtschreibung und Gramamtik berücksichtigt werden sollten, aber wirklich klar und präzise schreiben fällt auch nicht jedem leicht, sodass es ganz sinnvoll wäre, wenn es eine Kategorie gibt, bei der dann der Bastler, der eher die Bilder für sich sprechen lässt und derjenige, der seine Idee sprachlich gut darstellt, beide eine Chance auf eine gute Bewertung haben.
    • @Yelaja, könntest du vielleicht ein wenig genauer erklären, was dich am aktuellen System stört? Derzeit nehme ich folgende drei Punkte wahr:
      1. Form und Sprache werden nicht ausreichend gewürdigt.
      2. Die vier bisherigen Bewertungskriterien sind... schlecht?
      3. Die Bewertungsspanne ist zu eng.
      Vor allem den zweiten Punkt habe ich noch nicht so recht verstanden, glaube ich. Gibt es abgesehen von den dreien noch weitere Problemstellen deiner Meinung nach?


      Ich muss gestehen, dass es auch mir stark widerstrebt, Form und Sprache als Bewertungskriterien aufzunehmen, da das meiner Meinung nach nicht das ist, worum es bei der WBO geht. Mit Punkt #2 hatte ich persönlich bisher eigentlich keine Probleme, aber ich wäre durchaus offen für Vorschläge, wenn wir dadurch mehr Leute glücklich machen könnten. Punkt #3 wiederum ist mir echt herzlich egal. Da könnt ihr wegen mir jede beliebige Spannweite festlegen. :)
      Ich glaube, für eine französische Hure ist Elatan ein bisschen zu provinziell.

      Kann man eigentlich mit Fäkalien töpfern? -- Tö.
    • Trajan schrieb:

      @Yelaja, könntest du vielleicht ein wenig genauer erklären, was dich am aktuellen System stört? Derzeit nehme ich folgende drei Punkte wahr:
      1. Form und Sprache werden nicht ausreichend gewürdigt.
      2. Die vier bisherigen Bewertungskriterien sind... schlecht.

      Zu 1:
      Es gibt momentan gar keine Möglichkeit Punkte für Sprache und Form zu vergeben. Theoretisch müsste also eine Stichpunktliste, wenn sie die gleichen Informationen enthält, genau soviele Punkte erhalten, wie ein ausformulierter Text. Ist das wirklich der Sinn der WBO?

      Zu 2:
      Die bisherigen Kriterien sind zum Teil sehr schwammig und werden den Welten nicht gerecht. Bei Originalität beißen immer den mit der normalen Welt die Hunde, bei Stimmigkeit den, der eine abgedrehte Welt hat, deren innere Logik nicht jedem sofort vertraut ist. Detailreichtum ist auch immer schwierig zu quantifizieren. Zählt da wirklich einer, wieviele Details genannt wurden, oder zählt man wie viele Fragen auftauchen? Und ist das dann gerecht, wenn man einen detailreichen, interessanten Beitrag hat, aber da noch zwei, drei Fragen offen bleiben und der dann weniger Punkte bekommt als ein detailarmer Beitrag, zu dem ich aber nix weiter wissen will?


      Die Bewertung des Produkts eines kreativen Prozesses ist immer subjektiv (und muss es zwangsläufig sein), aber wir tun so, als ob die Juroren Originalität losgelöst von anderen Kriterien analysieren könnten, als ob sie Details zählen und Plausibilität erdachter Fakten beurteilen würden.
      Ich fände es ehrlicher gegenüber dem Teilnehmer, wenn ich eine Punktzahl für den Inhalt geben könnte und "hat mir subjektiv nicht so gut gefallen" eine für das System ebenso angemessene Begründung wäre, wie "ich hatte noch 4 kleine Fragen und deshalb gibt es weniger Punkte als bei dem anderen Beitrag, bei dem mir nur 2 Nachfragen eingefallen sind".
      Das hindert ja niemanden daran auch bei Unstimmigkeiten/Logiklücken usw. die Punktzahl wie bisher anzupassen.

      Darüber, wieviele Punkte man dann für was vergeben kann könnte man dann ja noch diskutieren.

      @Amanita und @Jerron
      Die Bewertung von Bildern/Grafiken ist momentan jenseits des persönlichen Rankings gar nicht vorgesehen, da ja sonst die, die nicht zeichnen können, benachteiligt würden.

      Beim Bereich Sprache hatte ich neben der Rechtschreibung (bei der es mir ebenfalls um grobe, den Lesefluss störende Fehler geht und nicht darum jeden Kommafehler zu finden %-) ) durchaus auch an das gedacht, was Jerron sich in einer B-Note vorstellen könnte. Bei Gestaltung/Layout hatte ich auch die ebenfalls von Jerron erwähnten Illustrationen oder Infografiken im Sinn, deren Erstellung man momentan in keinem der existierenden Kriterien richtig bewerten könnte.
      "Die Leichen der Euren werden genügen diese Ebene in Calislad, die Knochenebene, zu verwandeln. Ich sage euch noch einmal: geht!, hier und zwischen diesen Bäumen wartet nur der Tod auf euch.“

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Yelaja ()

    • Nicht alle Nutzer hier sprechen Deutsch als Muttersprache und wären dann deutlich benachteiligt, wenn die sprachliche Qualität in die Bewertung einfließen würde. Deswegen lehne ich im Hinblick auf Minderheitenschutz und Inklusion von Nichtdeutschen und Geflüchteten, welche vielleicht auch den Weg hierher finden, eine Bewertung der Sprache aufs schärfste ab. Zudem würden dadurch Personen mit Lernschwierigkeiten, Legasthenie und anderen kognitiven Defiziten benachteiligt. Ich fände es sehr schade, wenn diese Gruppen dadurch quasi von vorn herein um ihre Chancen auf einen Sieg beraubt werden würden.

      Gleichfalls kann ich mit dem Vorschlag, das Design der Abgaben zu bewerten, nichts anfangen. Ich gebe zwar zu, dass ich als Juror immer lieber Beiträge, die hübsch aufgemacht waren, gelesen habe, als reine .txt-Dateien, aber auch hier gebe ich zu bedenken, dass schlichtweg nicht jeder Möglichkeiten und Fähigkeiten hat, seine Beiträge schön auszugestalten. Layouten und Malen/Zeichnen will erstmal gelernt sein, die entsprechenden Programme angeschafft und verstanden werden. Das alles kostet Zeit und Geld, die nicht jeder so einfach hat. Gerade sozial benachteiligte und bildungsferne Schichten könnten hier deutlich den Kürzeren ziehen.

      Allerdings finde ich auch, dass das bisherige Bewertungsschema nicht optimal ist. Gerade den Punkt Originalität mochte ich nie und ich glaube, ich habe selten mehr als 5 Punkte dafür vergeben. Dann wiederum gehörte ich ohnehin zu denen, die eher um die fünf als um die zehn herum bewertet haben.
      "The only thing I ever want to give a cat is its name and address to my dogs"
    • Ich muss zugeben, dass mir grade ein sehr sarkastischer Kommentar auf der Zunge liegt... :-/

      Es würde Minderheitenschutz und Inklusion ebenso dienen, wenn wir die Möglichkeit schaffen würden, den Juroren mitzuteilen, dass eine Legasthenie oder ähnliches vorliegt, so dass man als Juror beim bewerten Rücksicht nehmen kann. Es ist ja aktuell nicht so, dass keiner der Juroren die Sprache bewertet, nur steht es halt nicht im Klartext da.

      Dass Programme, die es ermöglichen einen Text zumindest grundlegend zu layouten, alle Geld kosten ist schlicht falsch. OpenOffice ist nur ein Beispiel.

      Zeit kostet es auch sich soweit in ein Themengebiet einzuarbeiten, dass man einen stimmigen Beitrag schreiben kann. Wenn man keine Zeit aufwenden kann/will, ist man bei einem Wettbewerb vielleicht einfach nicht gut aufgehoben.

      Ich finde es schade, dass in der Diskussion direkt aufs "schärfste" und "entschiedene" abgelehnt und sonstige rhetorische Großkaliber aufgefahren werden. Ich verstehe nicht so ganz, warum das Thema so emotional aufgeladen ist.
      "Die Leichen der Euren werden genügen diese Ebene in Calislad, die Knochenebene, zu verwandeln. Ich sage euch noch einmal: geht!, hier und zwischen diesen Bäumen wartet nur der Tod auf euch.“
    • Bin ich eigentlich die einzige, für die WBO immer nur ein Ansporn war, mal Basteln in einer etwas präsentabler Form zu machen, und die das ganze Bewerten eher als ein Gimmick empfand?

      Yelaja schrieb:

      Ich verstehe nicht so ganz, warum das Thema so emotional aufgeladen ist.
      Betrifft mich zwar jetzt nicht (mehr) direkt, aber voriges Jahr sind Tränen geflossen u.a. wegen einem Text, der in etwas holprigem Deutsch verfasst war (in dem Fall, weil der Autor sonst nur auf Englisch schreibt). Kann durchaus verstehen, dass ein Fokus auf Sprache oder Präsentation bei einigen ein ungutes Gefühl auslöst. Wettbewerbe exkludieren natürlich zwangsläufig, also das ist jetzt nicht wirklich als Argument gemeint, nur als Erklärung dafür, warum da eventuell Gefühle dranhängen.

      Ich ... halt mich dann aus der Diskussion lieber wieder raus, nehme wohl eh nicht mehr Teil.
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Ich muss jetzt mal Yela etwas beipflichten.
      Vielleicht nicht ganz in der Gewichtung, aber ich bin auch dafür, Punkte für Sprache und saubere Ausarbeitung zu geben. Wobei ich für letzteres mehr Punkte geben würde als für die reine Sprache.
      • Sprache: ich finde, man sollte es honorieren, wenn sich jemand die Mühe macht, seinen Text klar verständlich zu formulieren und ihn vor dem Abschicken noch mal durchliest. Ja, Nicht-Muttersprachler haben es da schwerer, aber manche Leute können auch besser zeichnen als andere. Und mir ist seit Jack kein Forumsmitglied präsent (was nicht heißen soll, dass es sie nicht gibt, mir fällt nur gerade keiner ein), dem seine Nicht-Muttersprachlichkeit echt anzumerken gewesen wäre. Und ich hätte auch nichts dagegen, einen Text auf Englisch zu bewerten. Bei Kisuaheli wird es allerdings schwierig ;)
      • saubere Ausarbeitung: Es geht nicht um mörderschicke Grafiken, aber man kann auch bei Tante Google das eine oder andere Bildchen oder einen Schnörkel finden, oder zumindest mal die Überschriften unterstreichen. Ich finde, eine ansprechende Ausarbeitung sollte schon ein paar Pünktchen gegenüber einem unstrukturierten Fresszettel bringen.
      Was die Feinheit der Skala angeht: mir waren die 10 schon zu viel. Ich fände 5 Abstufungen etwa alles, was ich handeln kann. Lieber dann ein paar mehr Kategorien.
      Wenn Gott allwissend ist, weiß er dann auch wie Papiertaschentücher schmecken?
    • Ich habe eine Konzentrationsstörung, eine Lese- und Rechtschreibstörung, ich besitze Word (OpenOffice geht aber genau so gut) und Paint.net (Kostenlos). Zeichnen kann ich gar nicht. Also nicht mal ein bisschen. Und trotz diesen - in den Augen einiger Anderer - unglaublich beeinträchtigenden Umständen, bekomme ich sauber formulierte, einigermaßen nett formatierte und ggf. mit kleinen Grafiken unterlegte Beiträge zustande. Die WBO ist doch sogar ein Ansporn, einen anständigen Beitrag abzugeben. Zu dem anderen Punkt: Die Verkehrssprache in diesem Forum ist Deutsch. Mal davon abgesehen, dass ich persönlich auch schon einen englischsprachigen Beitrag bewertet habe. Damals wurde vorher angesprochen das es möglicherweise englischsprachige Beiträge geben wird und niemanden hat das gestört. Und wenn es irgendwann mal heißen wird: "Ich würde gern mitmachen, habe aber erst vor drei Tagen damit begonnen die deutsche Sprache zu lernen", dann wird diese Person in diesem Forum garantiert nicht ausgegrenzt. Ausgrenzung passiert hier zwar, aber ich bin mir sehr sicher, dass es in diesem Fall nicht passieren wird.

      Ich weiss nicht wie viele Lehrkräfte für das Unterrichtsfach Deutsch und wie viele sonstige Germanistik-Absolventen sich in diesem Forum (und unter den üblichen Juroren!) befinden, aber selbst diese werden bei ihren Bewertungen wahrscheinlich nicht die Kriterien einer Master-Arbeit ansetzen. Gleiches gilt für den Bereich Gestaltung und Layout. Ich muss Yelaja echt zustimmen, ich verstehe nicht wo das Problem ist. Man muss es ja nicht gleich 1:1 umsetzen aber einige Passagen erinnern mich wirklich an bockige Kinder. :schild:
      :alt: :arbeit:

      Erst wenn wir die Vergangenheit gelesen haben, können wir die Zukunft schreiben.
    • Ich bin zwiegespalten. :pfeif:

      Ich verstehe diejenigen gut, die am bestehenden Bewertungssystem hängen. Insbesondere an dem Grundsatz, dass es ums Bastelergebnis gehen sollte, also (allein) der Inhalt entscheiden sollte.

      Andererseits finde ich persönlich es auch schade, eine hübsche Präsentation nicht wertschätzen zu können – und brauchbare Rechtschreibung und Grammatik, die den Inhalt lesbar vermittelt.

      Davon abgesehen ist es natürlich auch schwierig den bloßen Inhalt zu vergleichen anhand der Bewertungsmaßstäbe, die wir immer schon haben. Yela hat die Originalität angesprochen und die Stimmigkeit. Das ist schwierig, weil sich die Welten nicht so einfach vergleichen lassen. Was in der einen Welt in sich stimmig ist, wäre bei anderen nur abstrus. Welchen Maßstab soll man da ansetzen, um das zu vergleichen? Und im Gegensatz verlieren „normale“ Welten immer gegen die „ausgefallen“, weil sie die Originalität nicht gleichermaßen bieten können? Was nicht in mangelnder Kreativität der Bastlerin liegen muss, sondern eben an den Weltengrundlagen. Ich kann aber auch nicht sagen, dass sich das automatisch ausgleicht, und dass was in der Stimmigkeit bei „abgedrehten“Welten unter den Tisch fällt bei Originalität wieder draufgeschlagen wird (oder was bei Originalität an „normalen“ Welten fehlt eben mehr Stimmigkeit ergibt), denn in beiden Fällen kann es sich ja immer noch um unstimmige und unoriginelle Beiträge handeln. *kopfkratz*

      Vorlagentreue und Detailfülle sind dann noch mal so ein Ding für sich und ob die wirklich objektiver sind, mag ich nicht beurteilen. Ich persönlich finde die Vorlagentreue beispielsweise schwieriger zu beurteilen, seitdem wir die Punkteanteile in die Aufgabe schreiben, obwohl das ja für Objektivität und Transparenz sorgen sollte…

      Von daher begrüße ich es durchaus, wenn über die Bewertungsmaßstäbe nachgedacht wird und die althergebrachten Dinge auch mal in Frage gestellt werden. Klar, klappt es so irgendwie, aber das muss ja nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Und ich meine, als die Bewertungsmaßstäbe eingeführt sind, was das keine ausführlich bedachte Grundlagenentscheidung, sondern man hat halt Bewertungsmaßstäbe gesucht. Man kann das sicher auch irgendwie anders machen, aber eine richtig überzeugende Idee für ein neues System habe ich auch nicht…

      Abgesehen davon ist es auch fraglich, ob sich ein neues System einfach so ins Tool übernehmen lässt oder ob das dann grundlegend neu programmiert werden müsste. :P

      Jundurg schrieb:

      Bin ich eigentlich die einzige, für die WBO immer nur ein Ansporn war, mal Basteln in einer etwas präsentabler Form zu machen, und die das ganze Bewerten eher als ein Gimmick empfand?
      Der Ansporn ist für mich das Entscheidende an der WBO - aber ich kann nicht abstreiten, dass mich der Wettbewerbsgedanke erwischt und ich dann schon bestmögliche Punkte/Plätze abstauben will :pfeif:
      Mir hatten doch nüscht! Damals, kurz nach dem Krieg!
    • Mal Sprache und Form beiseite gelassen, mir ging die letzten Jahre als Juror (waren jetzt auch nicht so viele, aber trotzdem) vor allem die Originalität auf die Nerven.

      Yelaja schrieb:

      Bei Originalität beißen immer den mit der normalen Welt die Hunde, bei Stimmigkeit den, der eine abgedrehte Welt hat, deren innere Logik nicht jedem sofort vertraut ist.
      Genau das ist nämlich das Problem. Ich finde es einfach unmöglich, zwei völlig unterschiedliche Welten miteinander zu vergleichen und sie zu danach zu bewerten, wie "originell" sie angeblich ist. Muss ich dann der abgedrehten Welt von Person X, welche sieben Dimensionen und mehrere Zeitebenen besitzt, die alle rückwärts laufen, mehr Punkte geben als der Welt von Person Y, die mir zwar besser gefällt, aber im Grunde genommen "nur" Alternative History oder stark an unsere Welt angelehnt ist? Das Problem hab ich versucht mit erklärenden Texten und einer relativ geringen Punktspanne für verschiedene Beiträge zu umschiffen, aber diese Lösung finde ich auch unglücklich. Lieber sehe ich diese Kategorie mit einer anderen ersetzt oder ganz abgeschafft.

      Form und Sprache kann man meinetwegen gerne mit reinnehmen, muss sie aber vielleicht nicht so hoch bewerten wie Vorgabentreue oder Stimmigkeit. Als B-Note würde sich das wirklich anbieten, völlig unabhängig von der Ausarbeitung der Bewertung. Ich schließe mich da Thalak und Yelaja an.
      "Archäologie ist die Suche nach Fakten. Nicht nach der Wahrheit. Wenn Sie an der Wahrheit interessiert sind, Dr. Tyries Philosophiekurs ist am Ende des Ganges. Also vergessen Sie diese Geschichten von verborgenen Städten und die Welt umzugraben. Wir folgen keinen alten Karten, entdecken keine vermissten Schätze und noch nie hat ein X irgendwann irgendwo einen bedeutenden Punkt markiert."

      - Prof. Dr. Henry Jones Jr.
    • Ich schließe mich mal noch an mit der Kritik am alten Bewertungssystem, bei mir ist es neben der Originalität auch noch der Detailsreichtum.
      Sind zwölf kurz angerissene Punkte wirklich besser als drei, die ausführlich ausgearbeitet wurden?
      Vorgabentreue und Stimmigkeit finde ich noch ganz gut beurteilbar, wobei für letztere eben bei abgefahreneren Welten die zugrundeliegenden Gesetze irgendwie kurz erläutert werden müssten.

      Ich fürchte aber, dass die Bewertung und Beurteilung von weltenbastlerischer Arbeit allgemein ein eher problematisches Feld ist und deswegen wird jedes potenzielle Bewertungssystem dem einen oder der anderen Unwohlsein bereiten. Mit dem Bekannten sind die meisten aber doch vertraut, deswegen auch die teilweise "emotionalen" Reaktionen.

      Ich halte es deswegen von jetzt an genauso wie Jundurg:

      Jundurg schrieb:

      Ich ... halt mich dann aus der Diskussion lieber wieder raus, nehme wohl eh nicht mehr Teil.
    • Ich habe keinen Spaß an Wettbewerben, aber ... wie wäre es denn, wenn es für die nicht "weltenbastelbezogene" Bewertung von Sprachstil und visueller Gestaltung *unabhängig* einfach eine Art Spezial-Auszeichnung gäbe, also "schönstes Layout 2020" und "schönster Stil 2020", sowas in der Richtung? Vielleicht auch unangekündigte Überraschungs-Auszeichnungen, die sich erst aus den Beiträgen ergeben?

      (ich erinnere mich an Abizeitung-Auszeichnungen wie "schüchternste Mitschüler", "meiste Unfälle", aber sowas lässt sich ja eben ins Positive verkehren, um irgendwie besondere/hervorstechende Beiträge zu würdigen)
      nobody.
    • Das hat jetzt nicht direkt mit Yrdas Vorschlag zu tun was zu tun, er hat mich nur auf die Idee gebracht.
      Man könnte auch nach der WBO noch den Publikumspreis vergeben. Vielleicht sogar vom Forum abstimmen lassen. Jeder eine Stimme für seinen liebsten Beitrag. Dann würden vielleicht nochmal ein paar mehr die fertigen Beiträge lesen.
      Wenn Gott allwissend ist, weiß er dann auch wie Papiertaschentücher schmecken?