Kamatronisches Zeitalter

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    • Kamatronisches Zeitalter



      Schon länger seht sich mein Herz nach einer kleinen, feinen Welt, die zum Spazieren, Erkunden, Nachdenken, Experimentieren, Staunen und Geschichtenerzählen einläd. Auch wenn die meisten meiner "Welten"-Konzepte eher abstrakt, literarisch und oftmals düster, bizarr und schillernd sind, mag ich es nach wie vor Landschaften, Geografie, Architektur und Stadtstile zu beschreiben (und natürlich zu erfinden). Große Welten, ganze Kontinente oder Planeten überfordern mich in dieser Hinsicht oft - ich bevorzuge das Schlüssellochprinzip: Einen überschaubaren Teil kreieren, in dem sich verschiedene Szenarien umsetzen und beobachten lassen.

      Da ich mich außerdem sehr für die Themen Nachhaltigkeit und Minimalismus bzw. Essentialismus interessiere, fragte ich mich, was passiert, wenn eine Bevölkerung allein durch die Umstände der "Welt" dazu gezwungen ist, nachhaltig zu leben? Nun, auch wenn sicherlich nicht alles logisch erklärbar ist, habe ich diesbezüglich eine passende "Arena" erdacht: Die autarke Großstadt Kamatron, die sich im Inneren eines gigantischen vulkanischen Kraters befindet. So, let's Kamatron!

      Was bisher bekannt ist:

      Die autarke Großstadt Kamatron liegt inmitten des gleichnamigen vulkanischen Kraters Kamatron. Der Vulkanriese Kamatron ist vermutlich einer von mehreren gigantischen Vulkanen, die die Oberfläche einer größeren Landmasse zeichnen. Wie die Landschaft jenseits der Kraterwände aussehen mag, ist nicht bekannt, da sie von einem dichten Nebel bedeckt ist. Am Firmament Kamatrons steigt in einem Rhythmus von etwa 21 Stunden das Urgestirn Rhatep in den Zenit und taucht den gesamten vulkanischen Kessel in ein nährendes, goldenes Licht.

      In den erhärteten Schichten des Kraters Kamatron findet sich bis heute ein hohes Vorkommen an vulkanischem Gesteinsglas, aus welchem das Gesicht Kamatrons über Jahrhunderte der sich wandelnden Baukunst herausgeschält wurde. Heute erhebt sich die gläserne Stadt mit ihren fein gearbeiteten Türmen, Dächern und organisch anmutenden Bauten über die grünen Ebenen und Heiden wie keine andere bekannte Metropole. Schützend umgeben von den hohen und steilen Kraterwänden, an denen zahlreiches Grün gedeiht, ruht die Stadt wie eine Anordnung rauchfarbener, schwarzer Kristalle im Kessel des Riesen Kamatrons, während speisend und nährend durch ihr Zentrum die Ader fließt, deren fast silbern schimmernde Flüssigkeit die Grundlage allen Lebens ist.

      Kamatron wird bevölkert von intelligenten Amunaki, Menschen und Onopyren. Es ist nicht bekannt, ob sich die Amunaki evolutionär aus der Linie der Menschen entwickelt haben oder umgekehrt. Bekannt ist jedoch, dass Onopyre durch eine genetische Mutation entstehen und lediglich eine Randgruppe der Gesamtbevölkerung darstellen. Sie können außerdem ihr äußeres Erscheinungsbild verändern und werden häufig mit einem dritten, jedoch verkümmerten Auge geboren, dass sich rückseitig und auf Höhe des 3. Halswirbels befindet.

      Die Bevölkerung Kamatrons bewohnt seit Anbeginn ihrer Blüte die verschiedensten Winkel der Kessellandschaft: Neben den weitläufigen Ebenen, den immergrünen Wäldern und den sich seicht die Kraterwände hochziehenden Gebirgslandschaften, gräbt sich ein Teil der Bevölkerung seit vielen Jahrzehnten auch in das Innenleben der Kraterwände Kamatrons, um dort auslaufende Höhlen- und Kammersysteme zu errichten, die einen guten Schutz vor den häufig wechselnden Wetterlagen bieten. Auch existieren wenige Tunnelschächte, die – so nimmt zumindest man an – bis zur äußersten Wand des Kraters, und damit aus dem Kessel Kamatrons heraus, führen.

      Konfrontiert mit ungewöhnlichen Wetterlagen und der kamatronischen Fauna, arrangieren sich die Bewohner des Kessels außerdem mit Problemen des sozialen Zusammenlebens sowie der umweltbezogenen Nachhaltigkeit im Umgang mit ihren natürlichen Ressourcen. Ein Großteil der kamatronischen Bevölkerung praktiziert diesbezüglich einen sehr minimalistischen Lebensstil – den kamatronischen Essentialismus –, der sich stark von den überhöhten Luxusstandards einiger kleinerer Bevölkerungsgruppen abgrenzt und immer mehr zu verbreiten scheint.


      Ich weiß noch nicht genau, wo das alles hinführt, aber es könnte definitiv interessant werden. Aus krateristischer Perspektive kam mir übrigens auch der Einfall, eine Landkarte von Kamatron in das Innere eines Tontopfes zu malen (Kraterform inklusive). Wer weiß, wer weiß. Ihr dürft Fragen stellen... lasst uns mal herausfinden, was sich so tummelt im brodelnden Kessel, dessen gläserne Stadt im Begriff ist, sich aus dem gebackenen und überwucherten Boden des Vulkanriesen herauszuschälen...

      Wie das Ganze ungefähr aussehen könnte:
      Kamatron vor seiner Bevölkerung

      Das Weltenmeer vereint die Versionen der inneren Welt.
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    • Ich bin neugierig, was die Bewohner von Kamatron für Geschichten haben über ihre Welt, über die Entstehung ihrer Stadt.

      Und wie sieht es mit Religion aus? Wofür (abgesehen von den Bauten) nutzen die Bewohner ganz selbstverständlich Glas, wo wir Menschen vielleicht andere Materialien verwenden würden?
      nobody.
    • Danke, Yrda, für deine Fragen! Über die Frage mit dem Glas muss ich noch länger nachdenken. Grundsätzlich sind sämtliche vorkommende Vulkanite als natürliche Baustoffquelle zu betrachten. Alles, was fest, scharfkantig oder anderweitig stabil sein soll, wird aus diesen Materialien hergestellt, sogar Spiegel! Welche Besonderheiten es gibt, werde ich vielleicht noch herausfinden...

      Da ich gerne Genesis-Geschichten erfinde, konnte ich mich thematisch ein wenig ausleben. Ich lass alles genesisianische erstmal auf das Kraterszenario selbst bezogen, sonst verliere ich mich wieder in möglichen Universumsstrukturen, die am Ende kein Ende nehmen und beginnen ausnahmslos zu wuchern. Das Nachdenken über mögliche Religiösität hat mir Spaß gemacht; ich habe den Eindruck, dass Kamatron eine Art persönliche Utopie abbildet, daher fließt hier viel von meiner eigenen eklektischen Spiritualität mit ein.


      Bekanntes zur Genesis Kamatrons sowie zur kamatronischen Spiritualität:

      Am Anfang der Ära erschütterte ein Beben die Welt und alles begann, sich neu zu ordnen. Aus der flüssigen Glut pulsierenden Gesteins erwachte der Gigant Kamatron, dessen speiendes Feuer einen tiefen Kessel in den Grund furchtbarer Erde hineinbrannte. Kamatron erschuf einen Golem aus Stein, dessen Kinder sich in Menschen verwandelten. Zuletzt fegte Kamatron mit seinem Atem alle Asche fort und die gläserne Stadt erhob sich wie ein prächtiger Feuervogel aus dem hart gebackenen Boden der neuen Welt. Wie ein prächtiger Garten aus Kristall erstreckt sich Kamatrons Metropole heute über das Grün, da sich der Gigant selbst in einen tiefen und langen Schlaf zurückgezogen hat. Nur seinen sanften und rhythmisch durch den Boden vibrierenden Atmen vernehmen wir heute noch.

      Große Teile der kamatronischen Bevölkerung praktizieren einen weit in die Historie zurückreichenden Ahnen- und Geisterkult, der auch eine Beschreibung und Klassifizierung der Naturgesetze ersucht. Da der Glaube an Inkarnation sowie Reinkarnation einen hohen Stellenwert einnimmt, wird ein achtsamer Lebensstil gepflegt, der die höhere Selbsterkenntnis zum Ziel hat. Neben Kamatron (der Gigant, der Boden) selbst, werden keine spezifischen Gottheiten verehrt oder angebetet, da das Göttliche im Erkennen des eigenen Selbst liegt. Alles hängt zusammen, ein jedes nimmt Einfluss auf ein anderes – Zeit und Schicksal sind miteinander verwoben: Wer sich selbst erkennt, dessen Bewusstsein wird erwachen zu einem klaren, geklärten und starken Geist. Der Weg zur Selbsterkenntnis führt über Meditationspraxis und achtsamer Lebenskunst, die im Gefüge der kamatronischen Gesellschaft eine hohe Bedeutung und Anerkennung besitzt. Auch der kamatronische Essentialismus hat sich in diesem Zuge entwickelt und gewinnt an immer stärkerer Ausformung und konkreter Umsetzung.
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    • Ich finde das ganze sehr spannend und sehr anschaulich, da erzeugen die Beschreibungen viele Bilder in meinem Kopf. Es klingt gleichzeitig urwüchsig und zivilisiert, das gefällt mir gut.

      Wie müssen wir uns denn die Kulturentwicklung vorstellen? Technisiert mit all dem Glas? Vorindustrielle? irgendwie antik?

      Was sind das für Bevölkerungsgruppen? Was unterscheidet sie und wie leben sie zusammen?

      Gibt es gar keinen Kontakt zur Außenwelt? Was ist mit Vögeln/Insekten/anderen flugfähigen Viechern? Und wie groß ist der Krater eigentlich?
      Mir hatten doch nüscht! Damals, kurz nach dem Krieg!
    • Weiteres zur Geografie Kamatrons:

      Die Ausdehnung des inneren Kraters entspricht im Durchmesser ungefähr 270 kilometrischen Einheiten, also etwa der Distanz zwischen Essen (NRW) und Erfurt (TH). Das Zentralgestirn steht alle 21 Stunden im Zenit. Der kamatronische Jahreszyklus bemisst sich anhand eines besonderen, wiederkehrenden Wetterphänomens, das die kamatronische Bevölkerung als „Rhateps Milch“ bezeichnet. Der heftige Regen, der alle 212 kamatronischen Tage fällt und den gesamten vulkanischen Kessel in einen riesigen, silberweißen See verwandelt, ist das strukturgebende Naturereignis des kamatronischen Zeitalters, das zugleich gefürchtet und gefeiert wird, wie nichts anderes.


      Über das Kamatronische Zeitalter:

      Die kamatronische Bevölkerung, die sich aus Menschen, Amunaki und Onopyren zusammensetzt, hatte im Kessel Kamatrons etliche Jahrhunderte lang Zeit, sich zu entwickeln. Bis weit in das Zeitalter der Schwarzen Sterne zu Zeiten der ersten Funde vulkanischer Gesteinsglase reichen die Aufzeichnungen zurück. Mit dem Kamatronischen Zeitalter beginnt die Zeit der Blüte, die das Jahr 3022 – im Hier und Jetzt – schreibt.

      Verteilt auf eine zentrale Großstadt in deren Orbit sich einzelne, kleinere Satellitenstädte am inneren Kraterrand angesiedelt haben, arrangiert sich die schillernde Vielfalt der Kamatronianer mit den ungewöhnlichen Gegebenheiten ihrer Lebenswelt. In Abgrenzung zum kamatronischen Essentialismus, der vom Großteil der Gesamtbevölkerung praktiziert wird, haben sich kleinere Bevölkerungsgruppen am Rand des Kessels herausgebildet, die neben der Anhäufung materieller Güter auch eine Überwindung der Kraterwände Kamatrons und damit eine Ausweitung ihrer Lebensgefilde ersuchen und anstreben. Bisher wurden die Kraterwände des Kessels nicht erfolgreich überwunden und sogar Tierarten, denen eine ausgeprägte Intelligenz nachgesagt werden kann, meiden die dichten Nebelschichten jenseits des Kessels.

      Die kamatronische Landwirtschaft basiert auf dem Anbau von Knollenpflanzen, Gemüse, Obstbäumen, verschiedensten essbaren Grünpflanzen, Moosen und Pilzen. Vieh wird ebenfalls gezüchtet, jedoch ausschließlich zu Zwecken der Fortbewegung und aufgrund sehr begrenzter natürlicher Ressourcen sowie Anbauflächen nicht als Nahrungsgrundlage. In den Minen und Bergwerken werden vulkanisches Gesteinsglas sowie auch andere Vulkanite und mineralische Vorkommen – insbesondere Eisenerze – systematisch abgebaut und als Baustoff weiterverwendet. Die Schächte reichen in Form von langen, senkrechten Röhren tief hinab und werden mittels organischer Materialien stabilisiert.

      Das Transportsystem ist wegen der gut überbrückbaren Entfernungen sehr einfach gehalten. Für schwere Lasten werden Schiffe genutzt, die in zwei Fahrtrichtungen auf der Ader verkehren. Auf Landwegen und ausgebauten Straßen nutzt die kamatronische Bevölkerung Wagen, Kutschen oder Reittiere. Auch schriftliche Mitteilungen und größere Sendungen werden über diese Wege weitergetragen.

      Die Architektur und der verbreitete Baustil der gläsernen Stadt betonen stets die Weite – nicht die Höhe – der Gesamtanordnungen. Das geschieht durch das Anlegen weitläufiger Höfe und Gärten, die entweder von flach konstruierten Gebäudekomplexen umgeben sind oder den Saum höherer Gebäudeteile bilden. Bevorzugter Baustoff ist vulkanisches Gesteinsglas, das in Form von Glasbausteinen verwendet wird. Die Dächer der Gebäude bestehen aus einer dichten, organischen Schicht, die mit Moosen bepflanzt wird. Neben bemoosten Dachkonstruktionen finden sich auch häufig Glasgewölbe und Kuppeln, die das weitläufige Anlegen riesiger innerer Gewächshäuser und teils ganzer Landschaften ermöglichen, die auf diese Weise vor Wind und Wetter geschützt bleiben. Die Zu- und Ableitung von Wasser und Abwasser wird über Rohrkanäle sichergestellt, die bis auf wenige Ausnahmen unterirdisch verlaufen.

      In Kamatron werden einfache Maschinen verwendet. Dazu zählen vor allem Seil, Hebel, Rolle und Flaschenzug. Auch Schrauben und Zahnräder finden Verwendung. Neben sehr einfachen Licht- oder Sanduhren werden Wasseruhren zur Zeitmessung bevorzugt, die aufgrund ihrer komplizierten Konstruktionsweise sehr genau sind. Die Wasseruhren stellen neben ihrer hohen Funktionalität auch einen ästhetischen Aspekt dar und gelten als Symbol für den ewigen Fluss und wiederkehrenden Zyklus gedeihenden Lebens. Auch das Fernglas ist erfunden und stets weiterentwickelt worden.
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    • Ein paar neue Gedanken sind mir gekommen, mal wieder inspiriert von eindeutig persönlichen Bezügen und Bedeutsamkeiten. Das Erste: Was wäre denn eigentlich, wenn Homosexuelle oder Asexuelle keine Randgruppe sind, sondern den Großteil der Bevölkerung ausmachen? Wie wirkt sich das auf das Bestehen und Fortpflanzen einer Gesellschaft aus? Das Zweite: Als Lehrerin sehe ich vieles chancenlos mit an und frage mich oft mehrmals am Tag, warum es noch keinen Elternführerschein gibt. Wer kann der kann, aber jemanden umbringen ist auch verboten obwohls technisch jeder könnte - nun gut. Was wäre aber, wenn "Elternschaft" nur geplant und ausgebildet stattfände? Hier meine Überlegungen...


      Über die kamatronische Sexualität und das Aufwachsen der neuen Generation:

      Die kamatronische Bevölkerung lebt bis auf wenige Ausnahmen homosexuell oder asexuell. Kamatronische Frauen, Männer oder Interen (diversgeschlechtliche Personen) leben einen eher selbstbestimmten Beziehungsstil. Monogamie ist kein vorherrschendes Konzept und allem voran wird die Liebe und Fürsorge für sich selbst praktiziert. Dadurch gewinnen eingegangene Partnerschaften und romantische Beziehungen einen freieren und unabhängigeren Stil.

      Fortpflanzung zwischen männlichen, weiblichen oder diversgeschlechtlichen Personen findet immer geplant statt. Das hat den Vorteil, dass die Möglichkeit einer Überbevölkerung ausgeschlossen ist. Nur Personen, die zuvor als Bezugspersonen ausgebildet wurden, dürfen Kinder „erziehen“ und diesen gegenüber selbst als „Eltern“ fungieren. Orte des Aufwachsens für Kinder nennen sich „Häuser der Zukunft“ und werden immer von mehreren Bezugspersonen in Form von sozialen Gemeinschaften bewohnt, sodass die Kinder sowohl mit mehreren Bezugspersonen als auch mit anderen Kindern und Jugendlichen zusammen aufwachsen. Das Wort „Erziehung“ findet sich nicht im kamatronischen Wortschatz, viel mehr wird die BEziehung zwischen Erwachsenen und Kindern betont und wertgeschätzt.

      Kamatronische Kinder und Jugendliche besuchen keine Schulen, sondern wachsen direkt im Kontext der sozialen Gemeinschaft, der achtsamen Lebenskunst sowie im städtisch-naturnahen Raum auf und lernen in diesem Zuge alles Wichtige und Bedeutsame. Je nach individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Begabungen oder Interessen kann mit Erreichen des 20. Lebensjahrs eine gemeinschaftsbezogene Tätigkeit gewählt werden, zur deren Ausübung und Erlernen die Beziehung zu einem Mentor oder einer Mentorin gesucht wird.
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    • Eine Stadt in einem Krater erinnert mich an den Stadtteil Crater/Kraytar in Aden.


      wikipedia schrieb:

      Aden ist eine Hafenstadt am Golf von Aden. Weniger als 200 km westlich liegt der Bab al-Mandab, die Meerenge, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer verbindet. Der älteste Teil der Stadt liegt in einem Vulkankrater und wird daher Kraytar genannt. Der Hafen wird überragt vom 517 Meter hohen Vulkan Dschebel Schamsan.
      Bild

      Die Dimensionen sind natürlich andere.
    • @Yrda: Genau das gleiche frage ich mich auch! Im Allgemeinen komme ich zu der Fragestellung, wie eine derartig ausgerichtete und organisierte Gesellschaft mit "Verbrechern" umgeht (einfach über den Kesselrand werfen und gut ist? - passt nicht wirklich zu ihrer Mentalität...). Vielleicht gibt es auch keine derartigen Probleme - ich stelle mir gerne vor, dass ein evolutionärer Schritt in Richtung geklärtem Geiste eine Spezies hervorbringt, die unter Umständen keine Probleme mit Machtmissbrauch, Angst, Hass und folglich Krieg und Verbrechen hat. Wenn man bedenkt, dass all diese Probleme zu einem sehr großen Teil aus Angst heraus entstehen, die wiederum zu Gewalt führt, welche wiederum zu angstbesetzter Atmosphäre führt, welcher dann wieder mit Gewalt begegnet wird etc... dann wird klar, dass die Erlösung dieses Angstzustands eine massive Veränderung herbeiführen kann. Zumindest funktioniert das im Kleinen, innerhalb einzelner Psychen. Warum also nicht auch auf kollektiver, gesellschaftlicher, systemischer Ebene - der Einzelne ist ja lediglich Spiegel des größeren Systems und umgekehrt.

      Was Aussteiger angeht gibt's auf jeden Fall einige Grüppchen, die sich materiell größer aufstellen möchten und zwecks Vergrößerung ihres "Territoriums" den Rand überqueren möchten. Die, die es versucht haben, sind anscheinend nicht wieder aufgetaucht - wer weiß warum? Entweder haben sie Großes entdeckt und wollten das unter keinen Umständen teilen oder sie sind tatsächlich umgekommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich jenseits der tiefen Minen schon kleine Grüppchen weiter durchgraben und womöglich unterirdisch Wurzeln geschlagen haben - die sind wahrscheinlich schon so tief im Erdboden verschwunden, dass ihr einstmaliges Verschwinden vom Rest der Bevölkerung umbemerkt blieb. Vielleicht sind sie in der Dunkelheit bereits mutiert oder haben sich anderswie angepasst, während sie sich vollständig autark gegen die feindliche Welt außerhalb des Kraters rüsten und bald aufbrechen werden.


      @fluchtigerBesucher: Das ist ja phänomenal - das kannte ich noch nicht. Aber das ist auch so eine Sache: Als ich an Esqr gearbeitet habe, kannte ich auch Agatha nicht. Und die kamatronischen Amunaki haben auch nichts mit den mesopotamischen Anunnaki zu tun. Und doch fand ich die Theorie über die Anunnaki hoch interessant und sie könnte sogar eine Bastelinspiration für die kamatronischen Amunaki werden. Manchmal bastele ich Sachen und entdecke dann sehr ähnliche Sachen, die es schon vorher gab. Spooky oder Zufall ist hier die Frage... ;D
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    • Die Welt wächst ja schnell. :) :thumbup:

      Ich bin immer noch dafür, dass du mit dem ebenfalls vulkanischen Bimsstein schwimmende Sachen bauen kannst.^^

      Aurabytes schrieb:

      Kamatronische Frauen, Männer oder Interen (diversgeschlechtliche Personen) leben einen eher selbstbestimmten Beziehungsstil.
      Begriffsproblem... "inter" bezieht sich auf (Nicht-/Zwangs-)Zuweisung bei Geburt, der Geschlechtseintrag divers jedoch auf die Identität; und da steht "divers" eigentlich genau dafür, dass es eben nicht ein "drittes Geschlecht" ist, sondern ein dritter Eintrag, der eine große Vielfalt umfasst. "Interen" klingt als Wort ein bisschen wie "Homos" ... o_0

      Vorschlag, es zu formulieren: "Kamatronische Frauen, Männer oder Personen anderer Geschlechter"

      -

      Ich mag die Idee einer überwiegend nicht-hetero Gesellschaft.^^ Damit lassen sich interessante Sachen machen. Die Prämisse ist ja mehr oder weniger, dass es nur recht wenige Leute gibt, die sich sexuell zu Leuten hingezogen fühlen, mit denen sie Kinder haben könnten, ja?

      -

      Es werden zuwenig Welten gebastelt, in der Leute einfach weniger brutal zueinander sind (oder besser mit Gewalt und Traumata umgehen gelernt haben); find ich gut, dass du das überlegst. :D
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • @Jundurg
      Hehe, ich finde es ja auch toll, so eine friedvollere Welt mit harmonischer Kultur. Ich hab sowas nur mal für eine Kultur bei mir gewagt, aber die ist bislang nur in meinem auf Eis liegenden Roman erwähnt. :)

      @Aurabytes
      Noch eine Frage: Wie sieht es eigentlich mit Krankheiten aus? Gibt es sowas in Kamatron? (vom einfachen Schnupfen bis hin zu schweren, ansteckenden und vielleicht tödlichen oder entstellenden Krankheiten)

      Wie alt werden die Bewohner so?
      Was bedeutet Selbsterkenntnis hier - zu erkennen, wer man war, bevor man reinkarniert ist? Und wenn ja, ist das wichtig?
      Sind die Leute traurig, wenn jemand stirbt? Gibt es für den Sterbenden eine Zeit zwischen Tod und Reinkarnation, und wenn ja, wie ist die beschaffen?
      nobody.
    • @Jundurg: Bezüglich der schwimmenden Sachen habe ich schon ein paar Einfälle. Um nur ein paar Stichworte zu nennen: Jährlicher Monsun, Überflutung der Stadt,...

      Bezüglich der Geschlechter und Sexualitäten hatte ich gehofft, dass du deinen Senf dazu gibst. "Personen anderer Geschlechter" gefällt mir gut.

      Korrekt mit dem Kinder bekommen wollen. Es gibt natürlich auch homosexuelle Frauen, die Kinder austragen möchten etc. und das auch tun. Grundsätzlich scheint der persönliche Wunsch nach Fortpflanzung und Kleinfamilie aber nicht zu existieren.

      Finde ich gut was du zum Gewaltthema sagst. Irgendwie ist das Basteln einer Welt auch sehr beeinflusst dadurch, dass im Grunde der Großteil der schon geschriebenen Geschichten großer Denker und Autoren aus Kriegen und Kämpfen besteht. Vielleicht gibt es noch mehr darüber hinaus. Krieg muss nicht zwingend das obligatorische Element spannender Geschichten sein, denke, hoffe ich. :)


      @Yrda: Zur Selbsterkenntnis kann ich dir soviel sagen, dass es genau das ist, was es auch für uns hier auf Erden ist. Erkennen, dass man nicht der Schmerz, der Hass, die Angst etc ist, sondern die Instanz die die sämtlichen Gefühle wahrnimmt - das Bewusstsein, dessen nichtinkarnierter Teil im Reich des Nichtstofflichen liegt und dort angezapft werden kann. Bewusstsein inkarniert, um eine leibliche Erfahrung zu machen und um bestimmte Ich-Themen zu erlösen.
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    • Dieses andere Beziehungs- und Fortpflanzungsbedürfnis hilft sicherlich auch, um auf dem begrenzten Raum Überbevölkerung zu vermeiden (wobei der Krater ja nun schon größer ist als eine kleine Insel, so dass man mit dem Bevölkerungswachstum nicht gleich an Grenzen stößt). Trotzdem stellt sich mir bei dem Thema gleich die Frage nach der Verhütung - wenn das Kinderkriegen so kontrolliert ist, wird es dazu sicher was geben. Vielleicht auch umgekehrt? Man muss was nehmen, um fruchtbar zu werden und das gibt's nur, wenn man fertig ausgebildet und vorbereitet ist? :kopfkratz:
      Mir hatten doch nüscht! Damals, kurz nach dem Krieg!
    • Ich bin so ein fieser pessimistischer Mensch ... hab gerade so eine The Witcher-Assoziation, wo die "Hexer" mit ihren Alchemika zwar beeindruckende Effekte erzielen können, allerdings dafür auch erst richtig abgehärtet werden müssen. Und nicht trainierte Menschen würden wohl daran sterben, weil das für sie Gift wäre. Wenn die Welt fies ist, könnte es hier wohl auch so sein, dass das Fruchtbarkeitsmittel für Nichtausgebildete ein tödliches Gift sein kann. ;) (vielleicht wird es auch in der Tiefe abgebaut und eine Form des Glases ist eine Komponente?)
      nobody.
    • @Vinni: Was die Verhütung angeht würde ich sagen, regelt sich das meiste von selbst, da der Großteil der Bevölkerung homo- bzw. asexuell ist. Was die Heterosexuellen angeht, die keine Kinder bekommen wollen: Wer sagt denn eigentlich, dass Sex immer nur auf die eine Weise stattfinden muss, bei der eine Schwangerschaft entstehen könnte? :pfeif:


      Über kamatronische Medizin und Krankheitsbilder:

      Die kamatronische Bevölkerung hat nur sehr geringfügig mit Krankheiten zu tun. Krankheit ist der Ausdruck eines aus dem Gleichgewicht und der Kraft gekommenen Organismus – Krankheit manifestiert sich psychosomatisch. Sind Körper und Geist im Einklang, müssen keine inneren Konflikte auf der Ebene des physischen Körpers ausgetragen werden – das Krankheitsbild bleibt aus. Das Wort „Krankheit“ ist nicht Teil des kamatronischen Wortschatzes. Körperliche Befinden werden ganzheitlich verstanden und auch so behandelt, jedoch nicht im Sinne eines unerwünschten oder als „falsch“ empfundenen Zustands, sondern als Botschaft und Ausdruck des Inneren. Die pflanzenbasierte Ernährung nimmt im medizinischen Kontext eine bedeutende Rolle ein.


      Über Alter, Sterben und Tod:

      Kamatronische Menschen werden bis zu 200 kamatronische Jahreszyklen alt (ein Jahreszyklus = 212 Tage, 1 Tag = 21 Stunden). Amunaki leben bis zu 100 Jahreszyklen bevor sie ihre erste von insgesamt 2 Metamorphosen durchlaufen, danach können sie bis zu 350 Jahreszyklen alt werden. Onopyre werden aufgrund ihrer genetischen Disposition nicht sehr alt, das höchste gemessene Alter beträgt 61 Jahreszyklen.

      Die kamatronische Bevölkerung trauert nicht über Sterbende und den Tod. Sterben betrifft nur die körperliche Hülle einer Seele, da die Seele selbst zurück in den nichtstofflichen Bereich übertritt und dort auch von den Lebenden kontaktiert werden kann. Der Prozess des Sterbens geht mit einer sehr wertschätzenden und achtsamen Gestaltung desselben einher und gleicht eher einer längeren Feier. Sterben bedeutet, in das Reich der Seelen und des Bewusstseins zurückzukehren, um vielleicht erneut zu inkarnieren und das besondere Geschenk des leiblichen Lebens zu erfahren. Einem sterbenden Lebewesen wird höchster Respekt und größte Achtung geschenkt. Das Sterben selbst zu begleiten heißt in diesem Sinne auch, eine sterbende Person auf dem Rückweg in das Reich der Seelen zu begleiten und in die wahre Heimat zurückzuführen.
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    • Als Wetterfaszinierte und Quasi-Sturmjägerin brauche ich natürlich auch eine entsprechende Wetterästhetik. "Rhateps Milch" wurde ja schon kurz angeschnitten. Da ich mich auch für Prepping interessiere, stellt sich natürlich die Frage, wie sich eine Bevölkerung auf ein derartiges Ereignis vorbereitet. Ich stelle mir das urgemütlich vor: Alles macht sich wetterfest und wartet auf den weißen Regen, aus dem Fenster schauend bei Kerzenlicht und dem schummrigen Schein lumineszierender Pflanzen, die auf dem Fensterbrett stehen. Dann, wenn nach zwölf Tagen alles vorbei ist, erstreckt sich die Schönheit eines riesigen "Silbersees" dahin. Prächtig...


      Über das jährliche Naturereignis „Rhateps Milch“:

      Zu Beginn eines neuen kamatronischen Jahreszyklus ereilt ein heftiger, monsunartiger Regenfall die gläserne Stadt. Der Regen hält ungefähr 12 Tage lang an und ist so heftig, dass sich der vulkanische Krater in einen riesigen, silberweißen See verwandelt. Da das Wasser nur sehr langsam versickern kann, dauert es einige Wochen, bis der Wasserstand im Bereich der Ader wieder eine gewöhnliche Höhe erreicht hat. Das markante Wetterereignis geht mit einer Zeit der ausführlichen Vorbereitung einher. Die gesamte Stadt ist aufgrund des regelmäßig erwarteten Wasseranstiegs auf tragfähigen und robusten Glaskonstruktionen errichtet, sodass sich bewohnte Räumlichkeiten niemals unterhalb der Wasseroberfläche befinden. „Rhateps Milch“ geht eine aufwendige Vorbereitung der fruchtbaren Äcker, Wiesen und Hängen voraus. Diese werden vor dem Regenfall umgegraben, gelockert und vollständig erneuert, sodass sie den Regen möglichst gut aufnehmen und bis auf das Grundwasserniveau hinableiten können. Die Gebäude der gläsernen Stadt werden ebenfalls regen-, wind- und wetterfest gemacht. Wenn Rhateps Milch auf die gläserne Stadt hinabfällt, wird nicht gearbeitet oder anderweitig das Haus verlassen – das gesamte und tagelang andauernde Ereignis wird innerhalb der geschützten Räume beobachtet und gefeiert, da es den Anfang eines neuen und fruchtbaren Jahreszyklus darstellt. In dieser Zeit gewinnt die Meditationspraxis eine noch bedeutendere Rolle, da das Naturereignis zu Reflexions- und Dankbarkeitsritualen einlädt.
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    • Über die kamatronische Flora und Fauna:

      Die kamatronische Flora und Fauna entwickelt sich ständig weiter. Im Pflanzenreich finden sich zahlreiche immergrüne Baum- und Straucharten, zwischen denen sich weitläufige Heide- und Mooslandschaften finden. Gerade die Pflanzengruppe der Moose weist viele Arten mit biolumineszierenden Eigenschaften auf, die auch manche Pilze vorweisen.

      Das Tierreich wird dominiert von reptilien- und amphibienartigen Lebensformen, von denen manche giftig sind. Einige Kleinreptilien haben anstelle von Vorderklauen Arme mit Flughäuten ausgebildet. Ein charakteristisches Merkmal vieler Reptilien ist ein kurzer, flacher und mit innenliegenden Zähnen besetzter Schnabel. Neben diesen Arten gibt es zahlreiche Insektenarten und kleinere Pelztiere.


      Markantes aus der kamatronischen Flora und Fauna:

      Indigoschnabel– Der Indigoschnabel erreicht eine Schulterhöhe von etwa 1,6 metrischen Einheiten und zählt zur Gruppe der Waranartigen. Als Reit- und Transporttier genutzt, zeichnet sich der Indigoschnabel durch seine langjährige Treue zu seinen Bezugsreitern aus. Sein Gemüt ist von ruhiger Natur, seine Zähigkeit enorm. Der kräftige und mit Schuppen gepanzerte Körper des Reptils ist von hellgrauer Farbe. Auffällig ist der beinahe unnatürlich wirkende, indigofarbene Schnabel, der flach ausläuft und innerlich mit feinen Zahnreihen ausgestattet ist. Der Indigoschnabel ist zwittrig und eierlegend. Bei guter Haltung und Ernährung wird er bis zu 120 kamatronische Jahreszyklen alt.

      Perlmoos – Perlmoos zählt zur Gruppe der Moosgewächse und ist das am häufigsten verbreitete Moos im kamatronischen Lebensraum. Perlmoos ist sehr fein und von silbrig bis rosafarbener, perlmuttartiger Färbung und luminesziert bei eintretender Dunkelheit leicht. Perlmoos ist essbar und sehr leicht anbaubar. Es findet sich vor allem auf Lichtungen und auf feuchten Böden innerhalb der Heidelandschaften Kamatrons.
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    • Oh wow, ich hätte diesen Thread echt früher lesen sollen. Die Welt ist ja total wholesome. <3
      Ich mag das Perlmoos. Ich mag die Farbe und ich will es in den Mund stecken, das Licht ausmachen, in den Spiegel gucken und "WAAA!" sagen. ^^


      Aurabytes schrieb:

      leben einen eher selbstbestimmten Beziehungsstil. Monogamie ist kein vorherrschendes Konzept und allem voran wird die Liebe und Fürsorge für sich selbst praktiziert. Dadurch gewinnen eingegangene Partnerschaften und romantische Beziehungen einen freieren und unabhängigeren Stil.
      Voll dafür! ^^ Ich finds super für uns alternative Beziehungsmodelle zur Norm zu machen. Ich hab da vor zwei Wochen auch was für kn entwickelt.
      Allgeimeine Liebe und Fürsorge für sich selbst klingt gerade sehr lebenswert. Homo- und Asexuallität sowieso. :)

      Ich will noch mehr über die Amunaki und Onopyren erfahren. Wie ist der Umgang in der Bevölkerung miteinander?

      Kannst du was zu dem religiösen Geisterkult schreiben? Das stell ich mir sehr schön in so einer Kraterwelt mit Vulkanglas vor. :nick:

      Und natürlich muss ich dich fragen, ob es so mehrere Meter dicke Glasebenen gibt? Und ob Menschen Keller hineinschlagen und wenn es dunkel ist und sie Licht im Keller machen, ob man das Leuchten von der Oberfläche aus sieht? Ich weiß etwas spezifisch, aber gibt es sowas? :pfeif:


      Tolle Welt. Mag. Mag. ^^