[Ngiana] Südpol

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    Die diesjährige Olympiade beginnt am 19 .7.
    Das WBO-Orgatool ist hiermit initialisiert. Es mögen sich vor allem für die ersten Kategorien schnell findige Jury-Mitglieder finden.
    Wir wünschen allen viel kreativen Spaß!

    • [Ngiana] Südpol

      Exakt am Südpol Ngianas, inmitten einer schier grenzenlosen Eiswüste, befindet sich ein dampfender Krater. In dessen Mitte das kochende Meer, ein aus vielen heißen Quellen gespeister See - von der Größe her vergleichbar mit dem Bodensee, oder mit Wien. Umgeben ist dieser heiße Miniozean von zwei Stufen Land. Da wäre einmal das tropische Gebiet direkt am Wasser; dann erheben sich darüber steile Felswände, die zu einer weiteren, größeren Ebene führen, in der ein gemäßigtes bis kaltes Klima vorherrscht. Die Gesamtfläche dieser Insel inmitten des Eises beträgt ca. 4000-6000 km², schätze ich mal.

      Die Bewohner:innen des Tals leben seit jeher eng mit der Natur zusammen - müssen sie! Denn die Ressourcen sind einfach begrenzt, und was zuviel gejagt wird, stirbt eben aus. Deswegen sind sie sich bewusst. (In grauer Vorzeit wohl noch nicht, aber irgendwann haben sie's gelernt und es prägt die Kultur.)

      Aber ich gehe von der Kultur noch weg und bastle Flora und Fauna. (Gerade gemeinsam mit Tö. :) )

      Die untere Ebene ist bedeckt von Polarbambus. In den Bambuswäldern leben viele Affen und wohl auch kleine Vögel, und andere Tiere, darunter die Seifenbläser. Die sehen ähnlich aus wie Erdferkel; sie haben Seifendrüsen. Zur Brunftzeit laufen sie zum Wasser, schlucken ein bisschen davon, und beginnen dann, Seifenblasen zu verströmen.

      Im Meer leben zahlreiche Arten von Flugfischen. Diese haben wirklich heftig entwickelte Flügel, mit denen sie sich im kontinuierlichen Dampfaufwind durchaus ein ganzes Stück in die Höhe schwingen können. Damit kommen sie an diverse Pflanzensamen herum, die über dem Meer herumfliegen. Darunter eben auch speziell ans Klima angepasste Dampfflugsamen. :D Was auch immer das ist. Es gibt wohl auch quallenartige Tiere, die wie Heißluftballons nach oben schweben.

      In der oberen, kälteren Ebene, sind Korkschildkröten beheimatet. Diese sind sehr groß - durchaus mal anderthalb Meter hoch - und mit einem dicken Panzer aus Kork geschützt. In späteren Zeiten laufen sie durch die Städte und transportieren Waren; z.B. ziehen sie mit Äpfeln voll beladen langsam durch die Straßen.

      Der Geißfalke ist ein greifvogelartiges Huftier. Geißfalken klettern extrem gut, ihr Habitat sind die steilen Felsklippen zwischen der unteren und der oberen Ebene. Sie stehen am Rand der zahlreichen Wasserfälle, von denen das Schmelzwasser in den Bambuswald hinabstürzt, breiten ihre Schwingen (eher wie Gleithörnchen) aus, und stürzen hinab, um ahnungslose Kleintiere zu jagen. Sie haben ein spitzes Maul mit Raubtiergebiss, sehen aber durchaus ziegenartig aus, wenn sie auf den Klippen stehen.

      An den Klippen wachsen Algenkiefern; kleine knorrige Büsche, die ihre Äste weit in die dampfige Luft hinaushalten. Da wachsen algenartige matschige Blätter, die sich auch zuweilen loslösen und über das Tal fliegen.

      Oben in den Quellbächen wohnen die Patschmohle, kleine pelzige Wesen, ähnlich Bibern oder Maulwürfen, die sich durch das Erdreich wühlen und im Wasser plantschen. <3

      Rabenhalme sind eine schwarze Grassorte, die sehr gut Energie aus Wärme aufnehmen kann und deswegen gut an die lange Winternacht angepasst ist. Im Grasland gut versteckt leben die Rabenhalmschliefer.

      Am Meerwasser leben Flechtkröten, die aus Algen Teppiche weben, mit denen sie dann über das Wasser segeln können, um zu ihren Laichablagestellen zu kommen.
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Das Handelsnetzwerk der Eisnixen

      Wir befinden uns am Südpol. Abgesehen von der kleinen ökologischen Nische, die das kochende Meer bietet, gibt es rundum viele tausend Kilometer nur Eis. Dennoch ist die südpolare Kultur nicht vollkommen isoliert.

      Gewöhnliche Sterbliche sind - jedenfalls vor der Moderne - nicht in der Lage, die Distanz von Südpol zu den nächstgelegenen bewohnten Gebieten lebend zu durchqueren. Die einzigen, die das können, sind die Eisnixen.

      Wie alle anderen, die vom Nixenfluch betroffen sind, haben sie eine erhöhte Kälteresistenz; zudem brauchen sie zum Überleben keine gewöhnliche Nahrung mehr, und sind sehr sehr zäh. (De facto Untote, auch wenn ich den Begriff bislang nicht verwendet habe.) Während die Flussnixen, die an anderen Kontinenten weit verbreitet sind, zum Schlafen in fließendes Wasser zurückkehren, haben Eisnixen sich angepasst und es genügt, sich tief in einen Gletscher einzugraben. Der fließt ja auch, nur halt langsam.

      Junge Nixen, d.h. solche, die erst kürzlich mit dem Nixenfluch infiziert wurden, sind noch weniger zäh, aber je älter sie werden, desto eher schaffen sie es, weite Distanzen ohne Nahrung zurückzulegen, vorausgesetzt, sie haben sich vorher ordentlich vollgetankt. Was essen Nixen? Manche sagen, sie ernähren sich von der Zufriedenheit der gewöhnlichen Leute. Das ist zumindest nah genug dran, um als Erklärung auszureichen. Gelehrte sprechen auch davon, dass sie vorhandene Unzufriedenheiten an die Oberfläche bringen, oder Zufriedenheit mit einer eigentlich schlechten Situation zerstören.

      Das ist für eine Gesellschaft natürlich potentiell gefährlich. Die Orks am Südpol haben daher einen Pakt eingegangen mit den Eisnixen; sie geben ihnen freiwillig Personen, von denen sie sich ernähren können, und dafür betreiben die Nixen ein Handelsnetzwerk, über das die Orks Güter aus den anderen Regionen von Chsyaine beziehen können. Dabei überlegen die Orks es sich genau, wen sie in Kontakt mit den Nixen kommen lassen - denn diese sind nach der monatelangen Wanderung durch Gletscherspalten ausgehungert, wenn sie bei ihnen ankommen, und nicht besonders wählerisch bei ihren Opfern, denen sie mit löchernden verfluchten Fragen ihre Lebensfreude kurzfristig rauben.

      Die erste Gruppe, welche die Orks auswählen, sind Verbrecher:innen. Je nach Schwere des Verbrechens kann die Strafe lediglich beinhalten, Teil des Trupps zu sein, der die Nixen abholt und Waren vom Treffpunkt wegtransportiert; Teil der Gruppe, die mehrere Nächte an der Nixenherberge verbringen, oder in ganz schweren Fällen: Verurteilt, mit den Nixen mitzureisen. Die anderen kehren nach dem Kontakt meist etwas geläutert zurück in die Gesellschaft - egal, was sie verbrochen haben, sie sind nun massiv unzufrieden mit ihrem bisherigen Leben. Theoretisch wäre es möglich, einfach ne andere Art Kriminelle:r zu werden, aber es ist auch ne gute Chance, dass sie sich komplett in die Gesellschaft einfügen.

      Wer nun mit den Nixen mitgeschickt wird, hat nur eine sehr geringe Chance, die erste Woche der Reise zu überleben... allerdings muss das nicht deren Ende bedeuten. Denn der Nixenfluch braucht, um sich zu verbreiten, sterbende sapiente Wesen, die vom Tod gerettet werden, indem ein Nixe ihnen den Fluch einhaucht. Dann sind sie junge Nixen - immernoch in Gefahr, einen Kältetod zu sterben, aber die Chancen stehen deutlich besser, und es ist den alten Nixen normalerweise möglich, den Neuling lange genug am Leben zu halten. (Sie füttern dann quasi ähnlich Vogeleltern etwas von dem, was sie selbst aufgetankt haben.)

      In Konsequenz heißt dies, dass praktisch alle Nixen in ihrem früheren Leben Kriminelle waren. Die aber meist bereits durch den Kontakt mit den Eisnixen begonnen haben, ihr Leben komplett zu überdenken.

      Das reicht aber noch nicht, um die Nixen zufriedenzustellen. Eine weitere Gruppe, die in großen Mengen herangezogen wird, um den Nixen Kraft zu geben, sind ... Jugendliche. Das passiert im Zuge eines Initiationsritus in die Erwachsenenwelt, bzw. ist deren erster Schritt. Durch die Präsenz der Nixen begünstigt, legt die Person sehr viele ihrer bisherigen Gewohnheiten ab, und gestaltet danach ein neues Leben. Der Prozess ist unsauber und viele stürzen dabei in eine kurze Krise - das wird aber als Teil des Erwachsenwerdens gesehen. Außerdem gibt es ein Element der Erneuerung: Unzufriedenheit mit der politischen Situation oder der Gesellschaft ist auch eine typische Nebenwirkung. Die südpolare Kultur begrüßt es, wenn durch jede Generation junger Erwachsener erst einmal Neuerungen hereinschwappen. Vorausgesetzt, die wirklich wesentlichen Hierarchien bleiben davon unberührt. Im Zuge der ganzen Initiation wird darauf geachtet, dass das möglichst nicht passiert. Und wenn doch ... naja, nochmal zu den Nixen schicken?^^

      Typischerweise nehmen junge Erwachsene danach einen neuen Namen an und geben ihr Geschlecht offiziell bekannt.

      ~

      Ich weiß nicht viel darüber, was gehandelt wird im Netzwerk der Eisnixen, und mit wem. Der Südkontinent hat nur in einer Richtung einen größeren Ausläufer, der in gemäßigte Zonen hineinführt; die nördlichste Halbinsel hat sogar ein mediterranes Klima. Die dortigen Kulturen kenne ich bislang einfach nicht.
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)