Hundertfünftes Speedbasteln am 20. März 2020

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    Die diesjährige Olympiade beginnt am 19 .7.
    Das WBO-Orgatool ist hiermit initialisiert. Es mögen sich vor allem für die ersten Kategorien schnell findige Jury-Mitglieder finden.
    Wir wünschen allen viel kreativen Spaß!

    • Hundertfünftes Speedbasteln am 20. März 2020

      Ich hab schon wieder Lust - aber für heute ist es schon zu spät. Also morgen.


      Morgen also ab 19:30 Vorbesprechung im Dashboard, basteln dann von 20 bis 21 Uhr, danach Nudeln und Klopap... Nudeln mit Tomatensauce hier im Thread.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • 20. 3. 20202

      Polizeimethodik. Schwierig. Meine Welten profitieren eigentlich überhaupt nicht von irgendwelcher Polizeimethodik, die von der normalen abweicht. Aber ich habe da doch was … die Spezialeinheiten der Polizei des Zivilisierten Reiches. Also suche ich mal eine raus, die noch nicht ausgearbeitet ist …

      Aufklärungsmethoden der Polizeispezialeinheit für Archäologie und Kunst: Der Disruptionsköder

      Die SEAK hat ihren Sitz in Belacka und daher uneingeschränkten Zugriff auf belackanische Technologie. Mit Scannern dieser Qualität ist es nicht schwer, die Echtheit von Kunstgegenständen oder historischen Zeugnissen zu überprüfen. Gleichzeitig kann die belackanische Reproduktionstechnik aber auch Repliken erstellen, die nur mit besagten Scannern zu erkennen sind. Daher hat sich, speziell infolge des Fälschungsskandals um die Funde der Archäologin Lalique Schiller, die Methode des Disruptionsköders eingebürgert.
      Hierbei kreieren polizeieigene Experten (darunter verurteilte Fälscher, die dieses Angebot annahmen um dem Gefängnis zu entgehen, etwa eine gewisse Lalique Schiller), perfekte Repliken von Kunstgegenständen. Diese enthalten alle eine Markersubstanz, die harmlose Strahlung auf einer bestimmten Frequenz abgibt und so leicht zu identifizieren ist, wenn man weiß, wonach man suchen muss.
      Diese Kunstgegenstände werden über Mittelsleute in den Kunstschwarzmarkt eingebracht. Dies verfolgt zwei Ziele: Einmal kann durch auffinden der Replik ein Verdacht der Verbindung eines Besitzers zum Schwarzmarkt begründet werden, um weitere Ermittlungen zu rechtfertigen. Vor allem aber stören diese Repliken den Kunstschwarzmarkt als solchen, da sie neue Werte in den Markt einbringen und Aufmerksamkeit von Originalen ablenken. Nachdem einige Repliken enttarnt wurden, entstand außerdem ein generelles Misstrauen gegen illegal gehandelte Kunst, das den Schwarzmarkt bis heute stark reduziert.
      Wie alle disruptiven Methoden ist auch diese mit Risiken verbunden, sind große Teile des Kunstschwarzmarktes doch in den Händen von Kriminellen, die durchaus auch zu Gewaltverbrechen bereit sind. So wird noch debattiert, ob der Tod der Sammlerin Verenis Otek im Streit mit Kunsthändler Saster um eine Replik des Pikian-Gemäldes „Leuchtthurm von Amöbenburg“ der SEAK angelastet werden kann.
      Ein anderes Risiko ist die Fragwürdigkeit von Anklagen. So konnte etwa Pia Tenaugen nicht wegen Kunstdiebstahls (sondern nur wegen Ladendiebstahls) verurteilt werden, als sich die von ihr aus einer Galerie entwendete Goldene Koralle als Replik der SEAK entpuppte.
      Dass Lalique Schiller selbst später Fälschungen ihrer eigenen Repliken machte, die im Gegensatz zu diesen Repliken keine Markersubstanz enthielten, und diese selbst auf dem Kunstschwarzmarkt verkaufte, machte die Lage einige Monate lang für alle Beteiligten sehr verwirrend, führte aber bisher nicht zur Aufgabe der Methode des Disruptionsköders.
    • Das Tabu bezüglich der Leckeren Obsbeeren im Reich von Kirra und seine Umgehung
      (aus: Dr. ök. Pfefferkrämer, Wirtschaftsbeziehungen Mittelstedts)


      Im Reich von Kirra sind seid ewigen Zeiten die Leckeren Obsbeeren tabu, obwohl die Historiker natürlich mehrere Daten für das Erlassen des Verbots diskutieren. Den Grund dafür kennt jedes Kind. Die wohl leckersten Früchte, die im Reich von Kirra wachsen, sind den Giftigen Obsbeeren, die, wie ihr Name schon sagt, tödlich giftig sind, so ähnlich, dass sie kaum von diesen zu unterscheiden sind. Zu unserem Glück werden die getrockneten Leckeren Obsbeeren aber durchaus exportiert. Da sowohl Händler als auch Lieferant nach dem Zufallsprinzip von der Ware kosten müssen, ist der Genuss der auf die Träne gelieferten Früchte unbedenklich. Einige Produkte, die aus diesen Beeren hergestellt werden, wie bestimmte Destillate oder Parfum, dürfen nach Kirra reimportiert werden, wenn die Früchte nicht mehr darin zu erkennen sind und die Produkte als Gifte gekennzeichnet sind. Dies hält die Bürger des Reichs von Kirra nicht vom Genuss solcher Produkte wie dem echten mittelstädtischen Leckeren Obsbeerenchnaps ab.

      Die Verhandlungsleistung unseres berühmten Händlers Dendico Ranralo gilt heute als klassisches Beispiel, wie neue Waren trotz hinterwäldlerischer Tabus und staatlicher Verbote für uns zu erschließen sind. Mehrfach wurde er von kirranischem Zoll oder Polizei gestoppt, als er Leckere Obsbeeren ausführen wollte. Nun erfuhr er nach einiger Zeit, dass die Polizei besonders gerne dann Obsbeeren beschlagnahmte, wenn sicher war, dass es sich um die Leckern handelte. Mit der Begründung, dass sie nur so sicher sein könnten, dass es keine Giftigen seien, verzehrten sie diese dann. Diese Polizeimethode kam heraus, als ein Fässchen mit Giftigen Lobsbeeren für einen Alchimisten mit Leckeren Lobsbeeren verwechselt wurde und ein ganzes Polizeirevier in der Hauptstadt aufgrund der beschriebenen Polizeimethode neu besetzt werden musste.

      Ranralo bot den Behörden nun an, dass er auf den Export seiner Beeren verzichten würde, falls nachgewiesen werden würde, dass es Leckere Obsbeeren seien. Dafür überließ er den Behörden 10% der Ware, ein angemessener Zoll für die in Kirra als wertlos geltenden Beeren. Da er frisch liefern musste, sagte er zu etwaige Leckere Obsbeeren am Zielort zu vernichten. So gewannen alle: Wir erschlossen einen wertvollen Rohstoff und die kirranischen Zöllner und Polizisten konnten sich weiterhin an den Leckeren Obsbeeren laben, während die kirranische Regierung in dieser Sache ihr Gesicht wahren konnte.
    • Vorbei! Das heutige Speedbasteln ist aus.

      Nachreicher sind natürlich erwünscht und willkommen.

      Info für alle Neuen: Eigentlich soll das Ende des Speedbastelns verkünden, wer als erstes abgibt, damit wir die Doppelpost-Problematik vermeiden.
    • Hmmm... ich hatte vor, etwas über die Methode der Lufennischen Magiepolizei, Dämonenbehausungen "auszuräuchern", und die Nebenwirkungen davon zu schreiben. Aber so wirklich zufrieden bin ich mit dem Text nicht. Weil es eine starke Überschneidung mit dem Thema "Bibliotheken" gibt, werde ich es vielleicht später da posten.
      "Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen."
      - Douglas Adams, "Das Restaurant am Ende des Universums"

    • Heute gibt es leckeren Lobsbeerenkompott. Und Skelch bekommt ihn noch warm.

      @Skelch I.: Eine glaubwürdige Polizeimethode wird gut in den Kontext der Welt eingebettet. Es ist wieder toll zu lesen und du steigerst die Spannung durch die Anordnung der Information mit dem vom Leser erwarteten Schieflaufen am Ende. Gut finde ich auch, dass du die Bastelei zu Beginn in die Welt einordnest. Das schaffe ich beim Speedbasteln nie und bei den Antworten auf die Fragen oft auch nicht. Wie groß ist das Problem der Kunstfälschungen denn im Zivilisierten Reich? Und wie hoch sind die Strafen? (Auch im Unterschied zu anderen Straftaten.)

      Die Grundidee bei mir durch die Verbindung des Speedbastelthemas mit dem Tagesbastelthema aus dem Chat ("Nahrungstabu") zustande. Tabus und leckere Beeren passen am besten zu den südlichen Inseln. Ein Polizeiapparat dort am besten zu Kirra. Und wenn es um Produkte geht, haben meist die Händler aus Mittelstedt auf der Träne der Götter (der Kontinent ist mein Avatar) irgendwie ihre Hand im Spiel.

      @PolliMatrix: Das Speedbasteln verzeiht doch auch nicht ganz so ausgegorene Basteleien. Bei Erläuterungen dazu ist in meinen Welten schon viel entdeckt worden.
    • Hier bitte, eine Nachreichung:


      Sturmtag

      Die Äste des Baumes klopften ans Fenster, der Wind heulte. Seit Tagen ging es so, niemand wagte sich freiwillig hinaus. Auch die Polizei nicht.
      Peter saß an seinem Schreibtisch und tippte mit seinem Bleistift gegen die Teetasse. "M-hm", machte er, "mmmm-hm, ja, verstehe. Natürlich, selbstverständlich, wie Sie wünschen." Dann warf er den Hörer auf die Gabel und seufzte laut. "Kommissar Honzbückel will, dass die vermuteten Opfer noch diese Woche exhumiert werden. Wir sollen das bei Richter Handerbohlzing durchdrücken, notfalls mit einer Flasche Erdbeerlikör."
      Hörwig richtete sich auf. "Spinnt der? Der Richter raucht uns in der Pfeife, wenn wir ihn zu bestechen versuchen."
      "Nein", sagte Peter, "Der Richter wird das nämlich auch ohne Erdbeerlikör machen. Ich setze gleich das Schreiben auf."
      Und das tat er, danach übergab er es sogleich dem Postwesen.
      Leider ging das Postwesen bei dem Wetter auch nicht hinaus. Als es an der Tür ankam, ploppte es von dannen und der Brief fiel zu Boden. Peter ging zur Tür und hob den Brief auf. "Hörwig, richtest du bitte die Kanone her?"
      "Oh, ja, klar." Hörwig stellte die gewagte Konstruktion aus einem Papprohr, fünf Gummibändern und einem Garderobenhaken auf den Tisch und richtete ihn auf das Fenster aus, Peter legte derweil den Brief auf ein Taschentuch, darauf eine Billardkugel, und band das Taschentuch dann zu. Hörwig spannte die Kanone, legte die Taschentuchkugel hinein und ließ los, als Peter das Fenster geöffnet hatte.
      Gegenüber klirrte es.
      Richter Handerbohlzing zeterte aus seinem Büro aus dem anderen Haus. Über den heulenden Sturm hinweg war allerdings nur vage etwas von "verdammter Polizeimethodik" zu verstehen und Peter machte schulterzuckend das Fenster wieder zu.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Hast du ein Glück, Veria, dass der Lobsbeerkompott am nächsten Tag fast noch besser schmeckt.

      Dein Beitrag ist wie immer gut geschrieben und flüssig zu lesen. Ich musste sehr lachen. Das ist ja mal eine sehr effektive Methodik. Kommt so etwas öfter vor? Die Kanone scheint ja vorbereitet zu sein. Was ist denn das Postwesen? Ein besonderes Wesen oder nur eine wetterscheue Institution? Oder sind die Und steckt hinter dem Erdbeerlikör eine Geschichte?
    • @Riothamus: Ach du meine Güte. Ich würde mich an diese Beeren wahrscheinlich gar nicht rantrauen, man weiß ja nie. Ein schöner Überblick über die Komplikationen jedenfalls.

      @Veria: Herrliche Geschichte. Wunderbare Problemlösung. Ich musste ebenfalls sehr lachen.

      So, dann zu meinem ...
      Das Hauptproblem ist Kunstdiebstahl. Dass das Zivilisierte Reich der Kultur einen hohen Stellenwert gibt, führt eben auch zu hohen Preisen auf dem Kunstmarkt, den Schwarzmarkt eingeschlossen. Die Kunstfälschung war natürlich auch immer ein Problem, rückte aber vor allem durch den erwähnten Skandal um Lalique Schiller in den Vordergrund. Etliche archäologische und kunsthistorische Abhandlungen waren für die Tonne, weil sie auf Fälschungen basierten.
      Die Strafen sind ziemlich hoch, aber genaues Strafmaß habe ich mir noch nicht überlegt. Allerdings ist die Justiz des Zivilisierten Reiches auch sehr auf Rehabilitation ausgelegt und da haben Kunstdiebe und -fälscher immer noch bessere Chancen (etwa durch die zuvor erwähnte Arbeit für die Polizei) als Gewaltverbrecher.