[Weltencharakterinterview] Kapitänin Daywar

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    Die diesjährige Olympiade beginnt am 19 .7.
    Das WBO-Orgatool ist hiermit initialisiert. Es mögen sich vor allem für die ersten Kategorien schnell findige Jury-Mitglieder finden.
    Wir wünschen allen viel kreativen Spaß!

    • [Weltencharakterinterview] Kapitänin Daywar

      Lange nicht mehr gemacht, aber ich hab mal wieder Lust drauf: Ein Charakterinterview!

      Kapitänin Daywar ist eines der Zentralenmitglieder in der Schlaufe. Sie hat kurze graue Haare und trägt einen Hut mit schillernder Krempe und eine schwarze Lederjacke in Punk-Optik. Ihre Augen sind verschiedenfarbig. Ihre Hände haben nur vier menschliche Finger, dafür noch drei bis vier weitere in Tentakel- und Roboteroptik. Sie ist absolute Expertin im Manövrieren und Steuern und sehr geduldig. Ihre Spezialität ist das Einparken von nahezu unbeweglichen Objekten. Rein von ihren Kenntnissen ist sie im Grunde allen anderen Schlaufenmitgliedern haushoch überlegen, formell hat sie aber keinen besonders hohen Rang.

      Für das Interview hat sie sich bei einem alten Freund am Raumhafen Bad Fallingbostel einquartiert. Sie sitzt in der dortigen Schaltzentrale, hat sich einen Gin Tonic mit einem etwas seltsamen Mischverhältnis gemacht und wartet jetzt auf eure Fragen.
      Zwei gesichtslose Tintenfische tanzen in den Tod

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    • Ehana schrieb:

      Vielen Dank, dass Sie sich bereiterklärt haben, hier für ein Interview zur Verfügung zu stehen, ... Frau Kapitänin? Was mich schon zu meiner ersten Frage bringt: Wie möchten Sie hier am liebsten angesprochen werden? Und wie werden Sie in anderen Kontexten angesprochen?

      Frau Kapitänin ist in Ordnung. Oder auch Frau Daywar. Einien wirklichen Nachnamen habe ich nicht, Daywar ist der ganze Name. Von meinen MitbewohnerInnen in der Schlaufe werde ich meistens einfach nur Daywar genannt, einige wie Oberstudienrat Öckel oder Gosef Gaar sind eher förmlich und sagen Frau Daywar, das ist mir beides recht. Meine gute Freundin Embas von Ercelberch nennt mich Days, das ist ein Wortspiel in der Gebärdensprache, in der wir uns unterhalten. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich möchte, dass andere diesen Spitznamen verwenden.
      Im Laufe meiner Karriere auf den diversen Schiffen wurde ich mit meistens meinem Rang angesprochen, die meisten Jahre also Kapitänin oder Kapitän. Da gab es durchaus Ecken des Multiversums, wo weibliche Kapitäne nicht so üblich waren, aber für meine Crews habe ich eigentlich immer ganz gute Lösungen gefunden. Die Sprachen sind da ja so unterschiedlich, aber so lange ich sowohl als Frau wahrgenommen als auch in meiner Rolle akzeptiert wurde, war ich da zufrieden.
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    • Vinni schrieb:

      Wenn ich mich gleich mit einer Frage anschließen darf: Sie sind Expertin im Einparken nahezu unbeweglicher Dinge? Wie muss man sich das vorstellen? Dauert es sehr lange aufgrund sehr langsamer Bewegungen oder parken Sie eventuell... den Raum um das Objekt?
      Über diese Frage freue ich mich natürlich sehr und ich hoffe, dass Sie mir verzeihen, wenn die Antwort etwas komplizierter ausfällt. In den allermeisten Fällen ist das Objekt das, was bewegt werden muss, nur eben sehr langsam. Wenn ich zum Beispiel eine Düne umparken will, muss ich langsam vorgehen, denn wenn ich das einfach brutal auf atomarer Ebene mache,geht die innere Struktur kaputt. Ich muss dann so was wie Gezeiten beachten, das spielt ja beim Einparken von Fahrzeugen nicht die allergrößte Rolle. Ich muss die inneren Strukturen der Düne erfassen und beim Transport sicherstellen, dass sie erhalten belieben. Diese Geduld haben die meisten einfach nicht.
      Bei Sachen wie Häusern ist es wieder anders, hier geht es vor allem darum, dass der Komfort der Bewohner wegen des Umparken nicht leidet und keine zerbrechlichen Gegenstände kaputt gehen. Da ist man auch schon auf sehr komplizierte Technik angewiesen, dass kann nicht jeder einfache Transporter. Viele können sich das nicht leisten, deswegen sieht man in so vielen Städten schlecht eingeparkte Häuser.
      Das Umparken des Raums um das Objekt gibt es tatsächlich, das wird invertiertes Parken genannt. Manche Sachen, so wie Löcher kann man gar nicht anders umparken. Es gab mal eine Phase, wo es in Mode war, alle Parkprobleme durch invertiertes Parken zu lösen. Da kam dann so ein Unsinn auf, dass eine ganze Stadt umgeparkt wurde, weil die Position von zwei Häusern nicht passte. Nur um zu zeigen, wie toll jemand doch invertiertes Parken beherrscht. Mittlerweile ist das abgeflaut und die Technik ist wieder ein wenig in Vergessenheit geraten. Ich würde sagen, dass invertiertes Parken vielleicht in zwei Prozent der Parkprobleme eine sinnvolle Lösung ist.
      In der Schlaufe habe ich nur noch meinen kleinen Transporter, der technisch zwar sehr viel kann, aber ab einer gewissen Objektgröße einfach nicht mehr geeignet ist. Aber zum Bäume Umparken reicht der aus und ich habe mir an einer gut erreichbaren Stelle der Schlaufe einen schön zusammengeparkten Waldgarten gebaut. Dort leben viele interessante Insekten und auch meine Hausschnecke Jörn, wenn ich sie nicht gerade in die Zentrale mitnehme. Schnecken müssen übrigens nicht umgeparkt werden, die machen das ganz von allein.
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    • Ehana schrieb:

      Spannend! Sie erwähnen einen "Transporter" - das klingt, als gäbe es spezielle Gerätschaften zum Umparken von Dingen. Wie muss man sich diese denn vorstellen - sicher gibt es verschiedene, je nach Objekt(größe)?

      Im Grunde ist ein Parktransporter ein kleines Raumschiff, das spezielle Applikationen an der Oberfläche hat, mit denen Objekte fixiert und bewegt werden können. Auf Planeten fährt das Ganze auch wie ein ganz normales Fahrzeug mit Rädern. Mein Transporter sieht, wenn ich in meinem Garten herumfahre, fast aus wie ein Gabelstapler. Das Modell, was ich habe, ist sehr flexibel, damit kann ich 20 Greifarme in beliebge Richtungen ausfahren, wenn ich das brauche. Ich habe auch diverse Chemikalien, die ich versprühen oder injizieren kann, um mir Untergrund oder Luft so zurechtzulegen, wie es notwendig ist.

      Die großen Raumschiffe, die für Parken ausgelegt sind, haben einen dezidierten Bereich, wo all die Applikationen untergrbracht sind. Im Extremfall ist der kilometerlang. Technisch tun sie nichts anderes als mein kleiner Transporter, nur sind Reichweite und Kraftwerte natürlich viel besser. Einige sind auf Parkprobleme eines Typs spezialisiert und haben spezielle Schnittstellen, mit denen dann der Transport eines bestimmten Haustyps zum Beispiel einfacher wird, weil eines sich direkt andocken kann. So was hat mein Transporter nicht, aber dafür eine ganz ausgefuchste Funktion, an deren Entwicklung ich selbst beteiligt war. Innerhalb von ein paar Minuten kann ich Schnittstellenprofile lesen und Greifkomponenten bauen, die darauf passen. Das bringt natürlich nur bei künstlichen Objekten was, zurzeit setze ich das deswegen nicht mehr besonders oft ein. Aber insgesamt gibt es vielleicht zehn Transporter, die das können, weil es sehr teuer herzustellen ist und der einzige Kollege, der das noch kann, eigentlich gar nicht mehr aktiv ist. Den müsste ich auch mal wieder besuchen...
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    • Guten Tag Frau Daywar, es ist schön die Gelegenheit zu haben Sie zu interviewen.

      Wie kommt es, dass Sie, trotz Ihrer enormen Kompetenz und eines Kaptiänstitel, einen eher geringen Rang in der Zentrale innehaben? Stört sie das nicht?

      Sie sagten schon, dass Sie sich einen kleinen Waldgarten zusammengestellt haben und da interessiert mich wie Sie in der Schlaufe eigentlich Wohnen und Leben. Ist es eine große Umstellung zu Ihrer früheren Karriere?
    • Hm, Wohnen ist ein schwieriges Wort in der Schlaufe, weil einen einheitlichen Rhythmus von Dingen gibt es ja nicht. Ich bin natürlich viel in und in unmittelbarer Umgebung der Zentrale. Dort esse ich auch meistens, hauptsächlich, weil Irenäus uns zu zuverlässig beliefert. Schlafen tue ich sehr unregelmäßig, wenn dann mache ich das einfach im Gras meines Gartens unter einem kleinen Unterstand, der auch als Garage für meinen Trasnporter dient. Ich habe auch eine Art Wohnwagen dort, sehr klein, aber mit ein paar Annehmlichkeiten wie einer Couch und einem Whirlpool auf dem Dach. Dort drinnen sammele ich auch zerbreichliche und wertvolle Utensilien und ein paar persönliche Erinnerungsstücke. Der dritte Ort, wo ich mich viel aufhalte, ist die Höhle, in der meine Freundin Embas lebt. Es ist ein wunderbar ruhiger Ort. Mir gefällt mein Leben hier insgesamt sehr gut. Allerdings hat man nur wenige Kontaktpersonen, wo man sich darauf verlassen kann, sie regelmäßig zu sehen. Das ist schade.

      Bevor Daywar die erste Frage beantwortet, nimmt sie einen tiefen Schluck aus ihrem Gin Tonic.


      Ja, die Sache mit der Arbeit hier... Ich fange mal am Anfang an: Als ich in die Schlaufe kam, war Fähnrich Wurm als Zentralsortierer schon vollkommen etabliert. Ich hatte damals einige sehr kraftraubende Missionen hinter mir und war im Konflikt mit einem etwas zu ehrgeizigen Vizekapitän. Unser Universum öffnete zu der Zeit seine Metadurchlässigeit nach oben und ich lernte über Olivius Coch, den gibt es heute nicht mehr, die Schlaufe kennen. Das Angebot, mal in einer höheren Metaebene etwas Luft zu holen, war verlockend. Deswegen habe ich mich am Anfang sehr zurückhgehalten. Ich musste mich an das Metazeug ja auch erst gewöhnen, auch wenn der Wechsel geplant war, wusste ich nicht so ganz, was da auf mich zukommt. Und es es nicht so, dass sich die Zentrale genauso steuern lässt wie ein Schiff. Das hatte Fähnrich Wurm mit drei, vier anderen Leuten ganz gut im Griff und ich habe mich also um andere Sachen gekümmert. So viel wirkliche Arbeit gab es in der Schlaufe auch wieder nicht.

      Auch wenn die Struktur sich über die Jahre immer wieder verändert hat, ist das mehr oder weniger so geblieben. Es gibt heute mehr Arbeit als früher und ich übernehme gerne Steuerschichten, wenn gerade jemand gebraucht wird und habe sonst auch ein paar kleine Aufgaben, um die ich mich immer kümmern kann. Aber ich will mich nicht vordrängeln, weil die Organisationsstruktur mit dem Fähnrich und auch Erzmagierin Welan eigentlich sehr gut funktioniert. Ich bin ehrlich: Es gibt schon Momente, wo ich mir denke, dass ich da noch besser führen könnte. Will ich es? Ich bin nicht sicher. Es kann sogar sein, dass eine so große Umstellung in unserer Struktur die Metastabilität der Schlaufe als Ganzes gefährden würde. Sie müssen bedenken: Der Fähnrich wohnt in der Zentrale und hat einiges an intuitivem Wissen, das sonst niemand hat. Ich weiß nicht, ob er es absichlich geheim hält oder es gar nicht weitergeben könnte, weil es in dem Sinne gar kein Wissen, sondern Intiution, die ihn mit dem Metakomplex als Ganzes verbindet. Ich habe nie nachgefragt.
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    • Frau Daywar, ich hätte noch ein paar Fragen zu Ihrer Arbeit: Zu welchen Zwecken parken Sie meistens Objekte ein oder um? Was waren bisher eher ungewöhnliche Gründe? Gab es noch andere Ein- oder Umparkaktionen, die für Sie persönlich herausragend waren?
      "Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen."
      - Douglas Adams, "Das Restaurant am Ende des Universums"

    • Neu

      Meistens ist es irgendeine HausbesitzerIn, ParkbesitzerIn oder BürgermeisteIn, die mit der Position der eigenen Besitztümer nicht zufrieden ist. Der häufigste Grund sind ästhetische Gründe. Manchmal gibt es auch tatsächlich sinnvolle Gründe wie eine drohende Naturkatastrophe oder wenn Besitztümer in unpraktischen Konstellationen gebaut wurden.

      Die wahnsinnigste Aktion, ich würde nicht sagen die beste, aber die mt der größten Skala, war das Umparken eines ganzen Gebirges, was sich eine größenwahnsinnige Baroness in den Kopf gesetzt hatte, um ihr Land den Symmetrieachsen ihres Palastes anzupassen. Ich war damals noch nicht Kapitänin und später habe ich solche Anfragen auch grundsätzlich abgelehnt, das braucht absolut niemand! Jedenfalls sind wir das dann angegangen und irgendwann in der Mitte ist jemandem aufgefallen, dass sich durch das Umparken einige klimatisch sehr ungünstige Nebeneffekte egreben würden und Hals über Kopf wurde die Aktion abgebrochen. Als ich das letzte Mal geschaut habe, stand in dem Land immer noch das halb umgeparkte Gebirge, sieht richtig bescheuert aus. Aber fürs Zurückparken wollte damals niemand bezahlen.

      Richtig gut geworden ist dagegen die Labyrinthisierung der Stadt Janzenbröck, die ich mit meinem guten Kollegen Justin Steinbäcker gemacht habe, das ist noch gar nicht so lange her. DIe Stadt war im Schachbrettmuster angelegt worden, was dem Bürgermeister irgendwann zu langweilig war. Das war schon auch ein Exzentriker, aber auch mit Verständnis, was möglich und sinnvoll ist und was nicht. Justin hat dann einen richtig guten Stadtplan entworfen und über 200 Tage lang haben wir mit einem großen Team Häuser umgeparkt. Andere Spezialisten haben dann die Details ausgestaltet und du würdest nicht mehr draufkommen, dass der Ort jemals anders aussah. Ich finde, Janzenbröck sieht immer noch richtig gut aus und die BewohnerInnen kennen sich auch gut genug aus, dass sie ihre täglichen Wege jetzt sogar schneller zurücklegen können als vorher, weil es mehr geheime Verbindungen gibt. Nur die Touristen verlaufen sich manchmal etwas...

      Super spannend war auch die Zeit im Sondereinsatzkommando, wo ich sicher ein Dutzend Häuser aus Erdrutsch-, Tornado- oder Asteroideneinschlagsgebieten gezogen habe. Ist zwar viel Routine dabei, aber diese Arbeit ist wirklich wichtig und manchmal muss es sehr, sehr schnell gehen. Einmal habe ich beim Ausparken ein teures Glasartefakt (Gliospand oder so) zerdeppert, da war es mit der Dankbarkeit der Besitzer dann auch nicht weit her. Aber so ist das eben manchmal...
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