Nithuria: Tagebuch eines alten Magiers

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Die Ergebnisse der WBO 2020 stehen fest!
    Hier geht's lang zum WBO-Orgatool.

    • Nithuria: Tagebuch eines alten Magiers

      Hey Leute, ich wage mich grad an ein neues Projekt, dabei geht es um ein fiktives Tagebuch eines pensionierten Magiers in einer Fantasywelt. Nach 20 Jahren in ruhigem Wohlstand merkte er plötzlich, dass sein gesamtes Leben komplett eingefahren ist und er sich innerlich tot fühlt. Er begann ein Tagebuch zu schreiben um seine Gefühle zu verarbeiten und entschließt sich, mit seinem Gefährten Gulliver( ein Schnee-Eulen Flugmount) in ein neues Abenteuer zu starten.
      zu lesen ist das Ganze hier auf Wattpad: my.w.tt/175x9ODTQ9
      Dieses Buch wird immer in Einträge unterteilt sein, einige kürzer, andere Länger, so wie ein Mensch eben sein Tagebuch schreiben würde. Es wird also immer neue Einträge geben und wie lange das Ganze geht, wird sich dann entscheiden.

      Würde mich über eure Meinung dazu freuen :)
      In dieser Welt gibt es keinen Sinn und keine Gerechtigkeit. Umso wichtiger ist es, sich seine Fantasie zu bewahren. Allein sie, füllt unsere Welt mit Wundern Magie.
    • Also mir gefällt die Idee. Anfangs hatte ich noch etwas die Befürchtung, dass es zu lange dauern könnte, bis die Motivation des Protagonisten klarer wird, also was die Erinnerungen oder seine Pläne für neue Abenteuer sind, aber mit dem neuen Eintrag scheint sich da ja langsam etwas zu entwickeln.
      (Das ist so ein Problem, das ich oft habe, wenn ich Ideen für Charaktere habe, aber noch keine für die Handlung einer Geschichte und trotzdem drauflosschreibe.)
      "Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen."
      - Douglas Adams, "Das Restaurant am Ende des Universums"

    • Ah danke :) Naja es ist nun mal ein Tagebuch. Da werde ich die Dinge nicht wie ein Kaugummi ziehen, da man seine Erlebnisse ja selbst auch eher kurz zusammenfasst und im Bett keine Romane schreibt. Das ist eine Geschichte für die ich keinerlei Planungen habe, sie entwickelt sich aus sich selbst heraus und ich bin selber gespannt, wohin die beiden die Reise führt.
      In dieser Welt gibt es keinen Sinn und keine Gerechtigkeit. Umso wichtiger ist es, sich seine Fantasie zu bewahren. Allein sie, füllt unsere Welt mit Wundern Magie.
    • Solche Geschichten finde ich besonders spannend und interessant, auch spaßig zu schreiben, weil man selbst beim Schreiben zugleich auch Leser ist.

      Wie kamst du darauf, Wattpad dafür zu nutzen?
      Es gibt ja auch weltbezogeneres wie World Anvil, wo du sowas veröffentlichen könntest, oder beispielsweise das Schreibforum hier. Welche Funktionen und Vorteile bietet Wattpad? Ist das so ein Social Media-Ding, wo du mehr Leser erreichst? :)
      nobody
    • Öhm...nein ich war Wattpad einfach nur gewohnt XD Wenn es da eine schönere Plattform gibt ok, die nutze ich wirklich gern.
      World Anvil ist für mich ja mehr eine Weltplattform, als eine Schreibplattform gewesen, wird die Seite wirklich auch als Schreibportal genutzt?
      In dieser Welt gibt es keinen Sinn und keine Gerechtigkeit. Umso wichtiger ist es, sich seine Fantasie zu bewahren. Allein sie, füllt unsere Welt mit Wundern Magie.
    • Aaah ok, genau wusste ich es nicht. Ich hatte World Anvil nur mal so testweise für ein paar Welteninfos und Charaktergeschichten genutzt. Wenn du dir da eine Welt anlegst und deine Texte einfach als generischen Artikel anlegst, brauchst du gar kein Manuscript. Ich hab da allerdings auch keine bezahlte Mitgliedschaft und weiß nicht, was die Manuscriptfunktion sonst noch an Vorteilen bieten würde.

      edit: Aber irgendwie war World Anvil früher auch weniger werbelastig.
      nobody
    • Pappenheimer schrieb:

      Eine nette Idee, auch wenn ich finde, dass das bisher geschriebene nicht unbedingt wie der Inhalt eines Tagebuches wirkt. Zumindest nicht eines klassischen.
      Worin begründest du das? Was ist deiner Meinung nach ein klassisches Tagebuch?
      In dieser Welt gibt es keinen Sinn und keine Gerechtigkeit. Umso wichtiger ist es, sich seine Fantasie zu bewahren. Allein sie, füllt unsere Welt mit Wundern Magie.
    • Runestamp schrieb:

      Pappenheimer schrieb:

      Eine nette Idee, auch wenn ich finde, dass das bisher geschriebene nicht unbedingt wie der Inhalt eines Tagebuches wirkt. Zumindest nicht eines klassischen.
      Worin begründest du das? Was ist deiner Meinung nach ein klassisches Tagebuch?
      Das hier wirkt auf mich eher wie Memoiren, die der Schreiber auf weiter zurück liegende Begebenheiten blickend verfasst. Vom Tagesablauf des Magiers bekommt der Leser dagegen kaum etwas mit, was bei einem klassischen Tagebuch wohl anders wäre.
    • Würde ich mal nicht so unterschreiben, da ein Tagebuch keine feste Form kennt. Das ist immer ein sehr persönliches und individuelles Werk, dass jeder auf seine eigene Art und Weise schreibt. Ich habe absichtlich diese form gewählt, weil ich es mit Romanen nicht so hab. Ich kann Dinge schriftlich nicht so ausführlich beschreiben, dass die dann Ellenlang werden. Also mache ich es einfach auf die Art und Weise, da ich selbst meine Tagebücher auch so verfasse. Ach und ne kleine Randinfo, ich bin sehr unkonventionell in allem was ich tue. Ich mache Sachen fast immer anders als man es eigentlich tun sollte, is wohl in meinen Genen :)
      In dieser Welt gibt es keinen Sinn und keine Gerechtigkeit. Umso wichtiger ist es, sich seine Fantasie zu bewahren. Allein sie, füllt unsere Welt mit Wundern Magie.
    • Ich werde ab sofort alle Einträge des alten Magiers hier im Thread posten. Ich weiß nicht, wie das dann mit dem Feedback funktioniert aber vielleicht bekommen wir es ja hin, dass man den Überblick nicht verliert. Daher werde ich im Folgepost alle bisherigen Einträge zusammenfassen, und danach gibt es pro Eintrag einen neuen Post :)
      In dieser Welt gibt es keinen Sinn und keine Gerechtigkeit. Umso wichtiger ist es, sich seine Fantasie zu bewahren. Allein sie, füllt unsere Welt mit Wundern Magie.
    • Erster Eintrag:
      Ich starre auf mein Zwergenbier und verspüre nicht den leisesten Drang, den Schaum zu kosten. Das Feuer des Kamins in meinem Rücken, es wärmt mich nicht. Mir ist kalt, ich fühle mich alt, verbittert und schwach. Wer hätte gedacht, dass ich vor sehr, sehr langer Zeit große Abenteuer erlebt habe? Ich verdiente mein Geld mit Aufträgen, ich war ein Söldner. Meine Magie brachte so vielen Menschen, Zwergen, Elfen, Gnomen und sogar einigen OrcsFrieden und Sicherheit. In Zeiten des Krieges gehörte ich zu denen, die zwar anderen halfen, doch ich bin ehrlich. Ich habe es einzig und allein für das Geld und das Abenteuer getan. Ich wollte fremde Länder sehen, verschiedene Völker kennenlernen und erfahren, wie groß diese Welt wirklich ist. Mir reichten keine Geschichten, ich musste es selbst sehen. Auf meinen Reisen durch Minaroth, verdiente ich mein Geld, um diese zu finanzieren. Ich war nie ein geiziger Halbzwerg. Ich verprasste mein Geld für Nahrung, Rüstung, Waffen und Zaubersprüche. Ich kaufte mir unzählige Bücher und verschlang sie nachts am Lagerfeuer oder in Gasthäusern. All das nur für mein Abenteuer.
      Viele viele Jahre ist das nun schon her, als ich mich -reich geworden - zur Ruhe setzte. Ich spielte Golf, kaufte mir ein Haus und pflegte meinen Garten. Ehe ich mich versah, war ich ein alter Mann geworden und fing vor Frust an zu trinken. Und hier bin ich in einer belebten Taverne, in der ich mich selbst nur noch tot fühle.



      Eintrag 2:
      Ich konnte nicht anders und musste dort raus. Ich musste nach Hause und meinen Kopf freikriegen. Auf dem Weg kamen mir alle möglichen Gedanken. Habe ich das falsche Ziel vor Augen gehabt? Ist der Wohlstand nichts weiter als eine Illusion, die mich zu einem versoffenen alten Greis machte?

      Als ich zu Hause ankam, überkam mich das dringende Bedürfnis nach meinem treuen Begleiter aus jenen Tagen zu sehen. Mein kleiner Freund Gulliver. Er war seinerzeit meine treue Schnee-Eule, auf der ich die Welt bereist habe. Wir sind so unglaubliche Distanzen geflogen, manchmal waren wir tagelang unterwegs und landeten nicht ein Mal. Ich behielt ihn bei mir, da uns beide so viel verbindet. Doch als ich ihm in die Augen schaute, sah ich, wie traurig sie waren. Er ist altgeworden. Wie ich. Seine Federn sind zerzaust und ich begriff, dass ich ihn 20 Jahre lang vernachlässigt habe. So schmerzhaft diese Erkenntnis in dem Moment für mich war, so freute ich mich darüber, dass sich in meinem Herzen doch noch etwas rührte.
      Ich streichelte ihm sanft über die Wangen und begann zu weinen. Ich sagte ihm, wie leid es mir tut, doch er schien nicht böse zu sein. Als er seinen Kopf in meine Hand legte, da war mir klar, dass wir noch immer Freunde sind. Ich ging mit ihm eine Weile spazieren, fliegen kann er leider nicht mehr so gut. Ich habe ganz vergessen, wie gerne er geflogen ist. Ich habe es viel zu selten getan. Dieser ganze Ruhestand war nicht mein Lebensziel. Er hat Gulliver und mich vollkommen eingehen lassen.

      Nun sehe ich, wie mein Freund die frische Luft und die Sterne genießt. Es ist eine wundervolle Nacht und wir haben uns ein Lagerfeuer an einem Baum gezaubert. Er sieht seit Langem wieder sehr glücklich aus. Doch im selben Zug sehe ich eine gewisse Traurigkeit. Er starrt unentwegt in den Himmel, er will unbedingt wieder fliegen. Ich denke, wir werden heute Nacht hier draußen schlafen. Das ruft alte Erinnerungen wach.

      Eintrag 3:
      Gulliver war schon lang vor mir wach, ich sitze hier, schreibe und trinke meinen Kaffee. Meinen Freund hat scheinbar der Ehrgeiz gepackt. Immer wieder breitet er seine Flügel aus. Ich kann sehen, wie schwer es ihm fällt. Seine Muskeln sind vollkommen eingegangen und ich denke, dass er leider einfach zu altgeworden ist. Es tut weh seinen erfolglosen Versuchen zuzusehen, er quält sich...

      Eintrag 4:
      Ich konnte mir dieses Elend nicht länger ansehen und wollte nicht akzeptieren, dass es für ihn schon vorbei sein soll. Ich habe mit ihm gemeinsam trainiert, seine Flügel gedehnt und Aufwärmübungen gemacht. Es musste doch möglich sein, seine Flügel wieder zu stärken, sodass wenigstens er seine Freiheit zurückerlangen kann. Da kam mir dann ein alter Zauber in den Sinn, den ich verlernt habe. Also durchsuchte ich meine Bibliothek nach alten Büchern. Es ging um einen Heilzauber, den wir sehr oft auf unseren Reisen angewandt haben. Ich bin froh, dass ich so ordentlich geblieben bin und es auf Anhieb gefunden habe. Ich meditierte eine Stunde, um meine Zauberkraft zu konzentrieren, während Gulliver geduldig auf mich wartete.
      Scheinbar hatte ich noch immer Zugriff auf meinen Manastrom, sodass es mir möglich war, diesen Zauber zuallererst an mir selbst zu testen, bevor ich meinen Freund mit meiner Unfähigkeit noch verletze. Doch es ging gut. Ich fühlte mich frisch und Fitwie nie zuvor. Und es war mir tatsächlich möglich, dieses Gefühl mit Gulliver zu teilen. Der Zauber hatte ihn vollkommen aufgeputscht, so fröhlich und aktiv habe ich ihn noch nie gesehen. Ich weiß, dass das Schummeln ist, aber ich glaube nicht, dass er seine Hochform nur mit Training erreichen kann. Er würde diese Langwierigkeit nicht ertragen und unter der ständigen Enttäuschung zusammenbrechen.

      Nun spreizt er seine Flügel so stolz, wie er es vor 20 Jahren getan hatte, und springt immer wieder in die Luft, um zu fliegen. Seine Flügelschläge halten ihn wenigstens eine bis zwei Sekunden in der Luft. Doch ich sehe, dass selbst das ihm eine unglaubliche Freude bereitet. Und irgendwie motiviert es mich, auch selbst wieder aktiv zu werden. Ich denke, ich geselle mich zu ihm und bringe meine alten Knochen mal wieder auf Vordermann.

      Eintrag 5:
      Seit zwei Tagen trainieren wir beide nun schon gemeinsam. Gulliver schafft es, immer länger in der Luft zu bleiben. Auch seine Federn scheinen sich langsam wieder zu ordnen. Er kommt in Form. Währenddessen verbringe ich meine Zeit damit, Bücher zu verschlingen, um mein Zauberwissen wieder aufzufrischen. Auch die Meditation ist sehr wichtig, um meinen Manastrom wieder Barriere frei durch meinen Körper fließen zu lassen. Ich stelle fest, dass dieses Training auch mir sehr guttut. Meine Lust zu Trinken schwindet immer mehr und meine Knochen fühlen sich robuster an. An sich weiß ich nicht genau, warum ich diese Strapazen auf mich nehme. Einerseits will ich Gulliver mit seinem Flugversuchen nicht allein lassen und möchte viel Zeit mit ihm verbringen. Doch andererseits fügen sich unsere beiden Schicksale scheinbar in eine ganz bestimmte Richtung. Wir wollen wieder hinaus in die weite Welt. uns packt die Abenteuerlust. Als ich das erkannte fragte ich mich jedoch "Wohin wollen wir? Haben wir nicht bereits alles in Minaroth gesehen? Waren wir nicht bereits an jedem Ort, den man entdecken kann?". Nun ja, da gab es eine Geschichte, die mir mein Vater erzählte, als ich noch ein kleines Kind war.
      Er sprach von einem geheimnisvollem Land, nicht von dieser Welt. Er selbst war ein Hexenmeister und erzählte mir von einer Welt namens "Nithuria". Diese soll er selbst gesehen haben, doch er sagte mir nie, wo es liegt. Seine Worte waren viel mehr " Dieses Land kennt keinen Ort. Man erreicht es nicht zu Lande, über die Gewässer oder über die Lüfte ". Dort soll es bunte Wälder geben. Berge so hoch, wie sie noch nie jemand in Minaroth gesehen hat. Völker fremder als alles, dass man sich vorstellen kann und Wesen die so fantastisch sind, dass auch dem Stärkstem Mann vor Bewunderung die Tränen kommen würden.
      Für mich waren das nur Geschichten, deren Wahrheitsgehalt ich nie prüfte. Doch das werde ich in den nächsten Tagen nachholen.

      Eintrag 6:
      Wir sind gemeinsam nach Zamras gewandert. Das war ein gutes Training. Doch ich hatte einen Grund, wieso ich dorthin musste. Anders als in meiner Bibliothek hoffte ich, dass ich der von Zamras vielleicht noch Bücher finde, die ich nicht bereits besitze. Ich war auf der Suche nach einem Atlas oder etwas, dass sich mit fremden Ländern und Legenden auseinandersetzt. Die Geschichten von Nithuria müssen irgendwo ihren Ursprung haben. Doch als ich den Buchmeister darauf ansprach, wusste er mir nicht zu helfen. So ersparte ich mir eine sinnlose Suche durch unzählbar viele Regale, doch eines konnte er mir sagen. InFreeha,weit südlich von hier, soll es eine Hexenvereinigung geben, welche sich mit sehr alten Schriften befasst. Das war jedenfalls eine gute Spur. Wir hätten uns ja sofort aufgemacht, jedoch waren wir bereits einen halben Tag unterwegs. Nach Freeha wären es noch mal weitere drei bis vier gewesen. Also beschlossen Gulliver und ich, uns in der nächsten Taverne ein Bett zu mieten. Glücklicherweise habe ich die Fähigkeit, meinen Freund, der über zwei Meter groß ist, in eine unauffällige, kleine Eule zu verwandeln, die auf meiner Schulter genügend platz hat. Wir haben in jungen Jahren dahingehend schon sehr delikate Erfahrungen gemacht.
      Es tut gut, sich die Füße am warmen Kamin unseres Schlafzimmers auszuruhen, solch weite Reisen sind wir wirklich nicht mehr gewohnt. Die leisen Klänge der Musikanten, die in der Taverne des Untergeschosses ihre Lieder spielen, weckten in mir so viele Erinnerungen. Es ist genau wie damals. Wie ich sehe, ist Gulliver bereits auf dem Bett eingeschlafen. Ich werde noch eine Weile am Kamin sitzen, wer hätte gedacht, dass eine Solche Absteige mir eines Tages besser gefallen würde als mein nobles Anwesen. Langsam, aber sicher verliere ich meine Bindung dazu.

      Eintrag 7:
      Mehrere Tage waren wir nun unterwegs und endlich erreichten wir Freeha. Wir waren hier vor sehr langer Zeit mal auf der Durchreise, daher erinnere ich mich nur noch schwach an diese Stadt. Dass sie so wunderschön ist, hatte ich schon vergessen. Alles ist hier aus dunkler Eiche und grauem Stein gebaut. Hier und dort verzierten wunderschöne Ornamente die Gebäude und Pflanzen gab es überall, wo Platz dafür war. Damals gab es hier noch keine Haxenvereinigung, sonst wäre mir das alles hier geläufiger. Als ich eine Garde danach fragte, sagte sie mir, dass diese Verbindung der "Hexenzirkel" ist und sich im größten Turm im Zentrum der Stadt befindet. Eigentlich hatten wir vor, direkt dorthin zu gehen, doch dafür schmerzten meine Knochen zu sehr. Gulliver hingegen wirkte noch sehr fit, er hat sich wirklich gut gemacht.
      "Der Eichenkrug", so heißt die kleine, hutzelige Taverne, in der wir uns bis morgen früh ausruhen werden. Klein und hutzelig trifft es wirklich gut, da sich hier fast ausschließlich nur Zwerge aufhalten. Betrieben wird die Taverne ebenfalls von Zwergen, weshalb das Mobiliar dementsprechend klein ausfällt. Glücklicherweise kann ich die Größe von Gegenständen ja fast beliebig verändern. Um ein zu kleines Bett muss ich mir also keine Sorgen machen. Allerdings haben Zwerge an sich einen großen Nachteil. Sie sind so trinkfreudig, dass ihre Lautstärke fast unerträglich ist. War ich selber auch mal so? Mein Zwergenblut in mir lässt sich nicht verleugnen, auch wenn ich wie ein Mensch aussehe.
      In dieser Welt gibt es keinen Sinn und keine Gerechtigkeit. Umso wichtiger ist es, sich seine Fantasie zu bewahren. Allein sie, füllt unsere Welt mit Wundern Magie.
    • Eintrag 8:

      Der Hexenzirkel ist eine sehr außergewöhnliche Vereinigung. Hätte ich ihnen nicht den Namen meines Vaters genannt, hätten sie mich wohl kurzerhand ausgeschlossen. Sie waren also bereit, mir all meine Fragen zu beantworten, doch vorerst führten sie uns durch den Turm und das, was noch darunter lag. Wie ein Pilz, dessen Fruchtkörper nur sein kleinster Teil ist. Doch unter der Erde offenbart sich seine wahre Dimension. In meinem Leben habe ich so manche Bibliothek gesehen und einige von ihnen waren riesig. Doch diese hier war wahrhaft gigantisch. Regale, die zwanzig Meter hoch und vollgestopft mit Büchern waren. Für Schriftrollen gab es ebenfalls große Bereiche und sogar uralte Steintafeln waren hier sorgfältig einsortiert. Mir schien, als hätte dieser Zirkel, in den letzten Jahrzehnten, die gesamte Hexenhistorie zusammengetragen. Einige dieser Schriften waren Tausende Jahre alt. Mein Freund auf meiner Schulter verstand wohl nichts von dem, was er dort sah. Doch selbst er spürte die Magie, die von all diesen Schriften ausging, deutlich.
      Als ich den Schriftmeister gezielt nach dem Land fragte, welches keinen Ort kennt. Welches nicht über Land, die Gewässer und die Lüfte erreichbar ist, riss er, mit einem Lächeln im Gesicht, die Augen auf und fragte " Nithuria?". In diesem Moment war mir klar: Dieses Land existiert also wirklich. Er führte mich zu den alten Schriftrollen und musste nicht lange suchen. Knapp zehn Meter hochkletterte er, um nach einer Rolle zu greifen, die eine Karte zu sein schien. Der alte Mann breitete sie auf einem Tisch aus und zu sehen war Minaroth. In der Mitte war eine große Insel verzeichnet, in der der sogenannte Todesschlund in die Tiefen ragt. Dort war ein rotes Kreuz mit einer Notiz eingezeichnet. "Blase des Lebens". Jemand war also schon dort. Doch was war diese Blase des Lebens? Als ich den Schriftmeister danach fragte, verschwand er ohne Worte und kehrte erst nach fünf Minuten wieder. Bei sich hatte er ein Zauberbuch und das konnte nur eines bedeuten. In den nächsten Tagen muss ich wohl wieder einen Zauber lernen. Mit diesem sollte es möglich sein, den Grund des Todesschlundes lebend zu erreichen. Was dort jedoch wartete, sagte die Karte uns nicht.
      In dieser Welt gibt es keinen Sinn und keine Gerechtigkeit. Umso wichtiger ist es, sich seine Fantasie zu bewahren. Allein sie, füllt unsere Welt mit Wundern Magie.
    • Eintrag 9:

      Die Taverne ist nicht der richtige Ort für mich. Seit ich aufgestanden bin, habe ich dieses unglaubliche Verlangen nach Bier. Die feierwütigen Zwerge, die mich bereits kennen und immer wieder zum Trinken einladen, geben mir den Rest. Ich dachte, dass ich darüber hinweg wäre, doch nachdem Gulliver und ich nicht mehr so viel zutun haben, fehlt mir die Ablenkung. Die Meditationen gelingen mir ebenfalls nicht. Wir haben uns ein Stück von Freeha entfernt. Eine einsame Grasebene, auf der Gulliver genügend Platz für seine Flugübungen hatte. Er machte wirklich enorme Fortschritte, blieb immer länger in der Luft, bis er endlich die volle Kontrolle über seine Flügel erlangte. Ich schaute ihm einfach nur zu. Konzentrieren konnte ich mich ohnehin nicht. Manchmal denke ich, dass Gulliver um meine Problematik weiß. Wo es mir am schlechtesten ging, stellte er sich unerwartet vor mich, wandte mir seinen Rücken zu und spreizte die Flügel. War es wirklich Zeit? Er bemerkte mein Zögern und zwinkerte mir beruhigt zu. Ich wusste schon fast nicht mehr, wie ich mich an ihm festhielt, also umklammerte ich vorsichtig seinen Hals. Scheinbar war es gut so, denn er erhob sich, ohne zu zögern, in die Lüfte. Seine Flügelschläge waren so kräftig, dass ich die Luftwirbel hören konnte. Ein lautes, dennoch beruhigendes, tiefes Pfeifen. Ehe ich mich versah, schwebten wir schon so weit oben, dass ein Sturz mich getötet hätte. Doch meine alten Arme waren glücklicherweise stark genug, das zu verhindern. Wir flogen über die Grasebene hinweg und änderten immer wieder den Kurs, da fühlten wir beide eine Freude, die wir schon gar nicht mehr kannten. Beide sind wir über 60 und fühlten uns in diesem Moment wie kleine Kinder. Von mir abgesehen, hätte ich nie gedacht, dass auch Eulen weinen können. Ich kenne Gulliver mein ganzes Leben, doch das hat er noch nie getan.
      Dieser Tag war, seit 20 Jahren, der absolut schönste. Wir schlafen nun wieder unter freiem Himmel, an einer schönen Eiche. Das wird für meine Sucht das Beste sein. Gulliver war so erschöpft, dass innerhalb von Sekunden eingeschlafen ist. Ich selbst bin noch viel zu aufgeregt. Wir sind über eine Stunde ziellos umhergeflogen, das muss ich erst verarbeiten. Doch ich muss sagen, dass ich mich einige Jahrzehnte jünger fühle. Entweder war es etwas Magisches oder ich schwelge einfach nur in wunderbarer Nostalgie.
      In dieser Welt gibt es keinen Sinn und keine Gerechtigkeit. Umso wichtiger ist es, sich seine Fantasie zu bewahren. Allein sie, füllt unsere Welt mit Wundern Magie.
    • Schade das der Text im Kopf von Wattpad abbricht. Oder ist das nur bei mir so?

      Ich habe mir gerade die ersten 7 der bisherigen 9 Beiträge durchgelesen. Deine Idee des Tagebuchs finde ich klasse. Für mich persönlich 'fühlt' es sich aber mehr nach einer Erzählung als nach einem Tagebuch an. Ich weiß nicht, ob du selber Tagebuch schreibst. Viele schreiben, was sie erlebt haben. (Heute ist mir das passiert. / Auf dem Heimweg von meiner Stammkneipe wurde mir klar, dass ... / Ich Vollidiot! Die alte Sintelfink hat mich doch wieder über's Ohr gehauen.) Bekannte Personen und Haustiere werden zudem i.d.R. nicht beschrieben, da man sie halt kennt. (Plötze ist mir heute auf den Fuß getreten. Habe mir erst mal den Fuß im Bach gekühlt und überlege noch, ob ich zum Heiler reiten soll. Vielleicht lasse ich Plötze dann gleich beim Rossschlachter des Dorfes ...)

      Alternativ könnte man auch ein Tagebuch schreiben, in dem von Anfang an klar gestellt wird, dass es später mal von jemandem gelesen wird. (Reisebericht / Gefährlicher Auftrag / Untersuchung einer vermuteten gewaltigen Verschwörung, die bislang niemandem auffiel. / "Für meine Tochter, die im Königriech Garlon lebt. Bitte im Falle meines Ablebens an sie schicken." / Oder Ähnliches.) Dann erklärt sich, wieso man Dinge im Tagebuch beschreibt, die dem Schreiber selbst aber bekannt sind.

      Solltest du selbst Tagebuch im RL schreiben, vergleich das mal mit dem bisherigen Tagebuch des Magiers. Mag ich hier auch ein wenig nörgeln, so gefallen mir deine Ideen / Story durchaus. Und nicht vergessen - es ist nur meine ganz persönliche unmaßgebliche Meinung. Also bitte nicht ...
      :pruegel:
      Nur weil du paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht doch hinter dir her sind! (Frei nach Terry Pratchett)

      Meine Welten und Geschichten
      Rollenspiel-Anekdoten
    • Danke dir, die Erzählform ist Absicht, egal ob Leute das nun ein Tagebuch nennen oder nicht, aber ich selber schreibe meins ähnlich, nur komme ich nicht drum rum mehr Details zu erzählen, sonst ist es irgendwann wirklich schwer, sich das Abenteuer vorzustellen. Aber in naher Zukunft kommt da eh nix mehr, die Sanierung im Haus bringt so viele Probleme, dass ich nun einen Umzug planen muss etc.
      In dieser Welt gibt es keinen Sinn und keine Gerechtigkeit. Umso wichtiger ist es, sich seine Fantasie zu bewahren. Allein sie, füllt unsere Welt mit Wundern Magie.