[Genre] Das Gegenteil zu "...punk" ist...?

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    • [Genre] Das Gegenteil zu "...punk" ist...?

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      Es gibt ja Unmengen an "...punk"-Genres. Diese reichen von klassisches Beispiele wie Cyberpunk, Steampunk, Dieselpunk über seltene oder neue wie Solarpunk, Atompunk, Splatterpunk, Gearpunk, Biopunk bis hin zu sehr merkwürdigen wie Stonepunk, Elfpunk oder Mannerpunk. Wo da teilweise der Punkaspekt, also die Auflehnung gegen die Obrigkeit, liegen soll, ist für mich fraglich.

      Aber das ist nicht die Frage, sondern ich frage mich, ob es ein Gegenstück zu dem Punkgenre gibt? Die Frage kam für mich auf, als ich ein Video von Orkenspalter TV gesehen habe, wo "Shadowrun" das Thema war - ich finde das Video gerade nicht mehr - und Nico gemeint hat, dass er mit Cyberpunk nicht so viel anfangen kann, weil das meistens immer das gleiche Schema hat: Man plant eine Run (Einsatz), führt ihn aus und kassiert Kohle. So in etwa war die Aussage. Zudem kamen noch der kalte und sterile Aspekt von Cyberpunk hinzu, den er nicht so toll fand. Und da kam in mir die Frage, dass ich eigentlich Cyberpunk und auch gerade in Kombination mit Fantasy a la "Shadowrun" sehr gerne mag, aber ich verstehe auch Nicos Kritik, dass dieser Punkaspekt gerade dort immer in kriminellen Geschichten endet. Und so frug ich mich, was ist das Gegenteil von Cyberpunk? Also eine optimistische Variante des Themas, wo man sich nicht gegen die Obrigkeit auflehnt. Einfach nur Sci-Fi? Solarpunk vielleicht? Aber wenn es optimistisch ist, ist des dann noch Punk? Sollte es dann nicht eher...Pop sein? :-/ Oder Schlager? :-X

      Auf meine Welten bezogen habe ich Gaia in den letzten Jahren immer versucht als "Manapunk" zu verstehen. Also, dass irgendwie alles Mechanische durch Manakristalle angetrieben wird. Aber durch den Punkaspekt denke ich dann wieder, dass sich alles nur um irgendwelche "Murderhobos" dreht, die im Untergrund der Städte rumschleichen und dort Verbrechen begehen.
      "Barbarism is the true nature of mankind. Civilisation is unnatural!" - Conan
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      Dass "Punk" ein cooles Wort ist, aber die damit verbundene Ästhetik Ideale oft nicht so weit in einige der Subgenres reichen, wird ja länger schon kritisiert.
      Als Gegenstück zu Cyberpunk wird gerne "Cyberprep" geführt. Alles ist strahlend hell und sauber. Mirrors Edge wird zuminstes ästhetisch zu Cyberprep gezählt, obwohl die Narrative natürlich mehr Auflehen gegen das System darstellt.
      Logan, ich mag deine -"pop" Idee. Cyberpop, Steampop, Manapop, klingt doch geil.

      Sorry off-Topic, aber jetzt denke ich, dass ein Feuerball total die Populärmagie ist. Und Nekromantie ist eher eine Genremagie. ^^
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      Vielleicht umfasst Post-Cyberpunk das, was du suchst, jedenfalls bzgl. Cyberpunk? Das ist jedenfalls das Label, das ich aktuell auf mein NaNo-Projekt klatsche, weil ich das hier ziemlich zutreffend finde:

      TV Tropes schrieb:

      In Lawrence Person's "Notes Toward a Post-Cyberpunk Manifesto" he describes typical Post-Cyberpunk protagonists as "anchored in their society rather than adrift in it. They have careers, friends, obligations, responsibilities, and all the trappings of 'ordinary' life." For this reason, character goals also differed characteristically, "Cyberpunk characters frequently seek to topple or exploit corrupt social orders. Post-Cyberpunk characters tend to seek ways to live in, or even strengthen, an existing social order, or help construct a better one." In other words, there is a notable absence of 'punk' elements as found in most other Punk Punk genres.
      Wobei ich von den dort genannten Beispielwerken allerdings erst Daemon und einen Bruchteil von Freedom (TM) von Daniel Suarez konsumiert habe. Neal Stephensons The Diamond Age habe ich mir vor kurzem angeschafft, genauso wie Snow Crash und REAMDE, aber ich schaffe es nicht, die vor dem NaNo zu lesen.

      "-pop" als Endung finde ich allerdings auch sehr schön. :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ehana ()

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      Danke euch beiden. Der Hinweis mit Cyberprep und Post-Cyberpunk ist im Grunde genau das, was ich gesucht habe.

      @Tö. Durch deinen "Cyberprep"-Vermerk bin ich auch auf eine sehr interessante List of Aesthetics gestoßen.
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      Ja, die Bezeichnung "Cyberprep" ist durchaus etabliert.

      Für eine kurze Zeit lief mein Nahzukunfts-Weltenbastelprojekt, das jetzt "Globaler Frühling" heißt, unter "Solarprog" - "Prog" wie in "Progressive Rock" - nachdem ich zu dem Ergebnis gekommen war, dass "Solarpunk", wie es davor hieß, nicht passt, weil es dafür zu optimistisch ist. Aber das hielt nicht lange, weil das nicht so doll klang und die meisten Leute eh nicht verstanden hätten (selbst viele Rockfans wissen heutzutage nicht, was "Prog" ist!). Hinzu kam, dass man sein Projekt nicht einfach nach dem Genre benennen sollte. Ich bevorzuge jetzt als Genrebezeichnung "Grüne SF", während das konkrete Projekt nach dem derzeit geplanten Titel des in Arbeit befindlichen Romans unter "Globaler Frühling" läuft.
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      WeepingElf schrieb:

      Für eine kurze Zeit lief mein Nahzukunfts-Weltenbastelprojekt, das jetzt "Globaler Frühling" heißt, unter "Solarprog" - "Prog" wie in "Progressive Rock" - nachdem ich zu dem Ergebnis gekommen war, dass "Solarpunk", wie es davor hieß, nicht passt, weil es dafür zu optimistisch ist. Aber das hielt nicht lange, weil das nicht so doll klang und die meisten Leute eh nicht verstanden hätten (selbst viele Rockfans wissen heutzutage nicht, was "Prog" ist!). Hinzu kam, dass man sein Projekt nicht einfach nach dem Genre benennen sollte. Ich bevorzuge jetzt als Genrebezeichnung "Grüne SF", während das konkrete Projekt nach dem derzeit geplanten Titel des in Arbeit befindlichen Romans unter "Globaler Frühling" läuft.
      "Solarpunk" ist aber laut Definition optimistisch angelegt und gilt auch oft als Gegenbewegung zum "Cyberpunk".

      Wenn ich an "Prog" denke, habe ich immer das Gefühl, dass ein IST-Zustand gemeint ist, an dem ewig rumgefeilt und rumgedoktort, bis er perfekt ist. So ein experimentelles Rumgefrickel, bei dem man nicht wirklich von der Stelle kommt, aber diese Stelle solange bearbeitet, bis sie irgendwie perfekt ist, was nicht jeder versteht und was auch nicht jeder verstehen muss. Ich weiß, dass ist die Meinung von jemanden, der mit vielen progressiven Dingen nichts anfangen kann, aber so würde ich es mir erklären. Und das soll jetzt auch keine Kritik an Deiner Vorstellung sein, @WeepingElf, sondern es ist lediglich meine persönliche Interpretation der Bezeichnung. Aber "Grüne SF" oder "Globaler Frühling" finde ich als Bezeichungen für diese Art von Fiktion auch sehr schön.

      tö. schrieb:

      Eine meiner absoluten Lieblingsästhetiken fehlt, aber noch darin. MEATPUNK
      Dazu gibt es außer dem Manifest und einem Meatpunkspiel auch nicht viel zu finden.

      Und ja, die Liste ist definitiv nicht vollständig. Eine meiner Lieblings-"Subgenres" fehlt beispielsweise auch: Grimdark. Aber das ist jetzt auch OT.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Logan ()

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      Logan schrieb:

      "Solarpunk" ist aber laut Definition optimistisch angelegt und gilt auch oft als Gegenbewegung zum "Cyberpunk".
      Na ja, Punk und Optimismus schließen doch einander aus, oder? Und deshalb hatte ich ja die alte Bezeichnung "Solarpunk" verworfen. Das hörte sich eher nach einer Art Mad-Max-Szenario an, in der die ganze Welt zu einer sonnendurchglühten Wüste geworden ist oder was weiß ich. Und das sollte es nun wirklich nicht sein, sondern eine Welt, in der es gelungen ist, mit erneuerbaren Energien und Kreislaufwirtschaft den Wohlstand auf eine nachhaltige, umweltfreundliche Grundlage zu stellen.


      Logan schrieb:

      Wenn ich an "Prog" denke, habe ich immer das Gefühl, dass ein IST-Zustand gemeint ist, an dem ewig rumgefeilt und rumgedoktort, bis er perfekt ist. So ein experimentelles Rumgefrickel, bei dem man nicht wirklich von der Stelle kommt, aber diese Stelle solange bearbeitet, bis sie irgendwie perfekt ist, was nicht jeder versteht und was auch nicht jeder verstehen muss. Ich weiß, dass ist die Meinung von jemanden, der mit vielen progressiven Dingen nichts anfangen kann, aber so würde ich es mir erklären. Und das soll jetzt auch keine Kritik an Deiner Vorstellung sein, @WeepingElf, sondern es ist lediglich meine persönliche Interpretation der Bezeichnung. Aber "Grüne SF" oder "Globaler Frühling" finde ich als Bezeichungen für diese Art von Fiktion auch sehr schön.
      Ah ja, ich sehe schon, Du kannst mit Prog nicht viel anfangen. Sei's drum. Ich oute mich an dieser Stelle mal als Prog-Fan, insofern ist "Prog" für mich was Positives, zumal zumindest im klassischen Prog, vor allem bei Yes, eine progressive, optimistische Haltung vorherrschte. Aber wie ich ja schon gesagt habe, gefiel mir die Bezeichnung "Solarprog" nicht, und ich nenne diese Art von Fiktion jetzt "Grüne SF".

      Im Moment stagniert das Projekt aber, weil ich nicht mehr weiß, worauf ich noch hoffen soll. Man wähnt sich ja in einem Tunnel, in des kein Licht am Ende gibt, sondern der sich nur immer tiefer in den Berg windet. Man bekommt immer mehr den Eindruck, als habe die Menschheit die letzte Ausfahrt in Richtung einer lebenswerten Zukunft verpasst. Kein Wunder, dass es keine "Grüne SF" gibt, sondern nur Endzeit- und Planet-B-Geschichten. Ich selbst kämpfe noch gegen diese Resignation an, aber es wird von Tag zu Tag schwerer.
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