[Qo'ur] Basteltagebuch

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    • [Qo'ur] Basteltagebuch

      Ich würde mich dann endlich mal dran wagen, meine erste richtige Welt seit langem zu starten. Es scheint ja ein gewisses ungeschriebenes Gesetz zu geben, man müsse mit einem Schöpfungsmythos beginnen, und daran hänge ich nun schon seit längerer Zeit, ohne dass mir eine gute Idee eingefallen wäre. Für mich besonders frustrierend, da jetzt diese Art von "Grundlagenforschung" nicht wirklich mein Interesse weckt. Ein Problem, das damit zusammenhängt, ist, wo denn nun die Götter herkommen und wie sie überhaupt auf die Welt Einfluss nehmen, aber dazu später mehr.

      Mein nächster Versuch war es, mit einer Weltkarte anzufangen, doch ich hatte dabei eine ziemliche Unsicherheit und das hat einen bestimmten Grund: Im Fokus von Qo'ur sollen seine Völker und Kulturen liegen, da mich dieser Aspekt am meisten interessiert. Wenn ich nun mit der Geographie anfange, wäre ich bei der "Platzierung" der Völker auf den Platz eingeschränkt, den ich vorher rein zufällig umfasst habe, und ich möchte nicht in die Situation geraten, dass ich eine richtig gute Idee für ein Land habe, und keinen Platz, um dieses zu Integrieren. Außerdem soll das Klima bei der Formung der Kulturen nicht zu dominant werden.

      Deshalb habe ich mich entschieden, zuerst mit den Völkern anzufangen. Mir ist es dabei wichtig, dass jedes Volk "etwas besonderes" wird, damit meine Ich das jede Nation eine auf Anhieb wiedererkennbare Charakteristik besitzt, so wie man auch auf der Erde zwei völlig unterschiedliche Bilder im Kopf hat, wenn man nun z.B. an "Russland" oder "Frankreich" denkt: Die Unterschiede sind nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennbar, aber man kann nicht leugnen, dass die subtilen Unterschiede viel größer sind, als es vielleicht scheint.

      Ich werde auch nicht gleich die ganze Welt auf einmal angehen, sondern mich (vorerst) nur auf einen bestimmten Bereich zu konzentrieren. Dann kann ich die Welt jederzeit um neue Bereiche erweitern, ohne gleich in einer Masse von Möglichkeiten zu ersticken. Letztendes werde ich mich, vor allem am Anfang, größtenteils an der Geographie unserer Erde orientieren und nach meinen Bedürfnissen modifizieren. :pfeif: Die Realität zu kopieren ist immerhin eine bewährte Methode und oft gar nicht so schlecht wie man glaubt.

      Grundlegendes

      Qo'ur soll die Welt also heißen. Es ist ein, naja, erdähnlicher Planet mit vielen den selben Pflanzen, Tieren etc. (aber wahrscheinlich auch mit eigenen, neuen Geschöpfen) so weit, so gut.

      Es ist eine, naja, Fantasywelt, aber ohne "feuerwerksartige" Magie wie Blitzen, Feuerbällen, Lichtkugeln usw. wie man sie sonst in den meisten Fantasywelten findet (wenn doch dann nur sehr eingeschränkt), sondern eher mit Magie, die "unsichtbare" Effekte bringt, sowas wie z.B. die Haut fest wie Baumrinde machen, das Wachstum von Pflanzen anregen, Wundinfektionen vermeiden, aphrodysische Liebeszauber etc. Besonders in der Architektur möchte ich die Wirksamkeit von Magie einschränken, denn es soll auf Qo'ur große Bauwerke geben, die meinem Gefühl nach durch zu viel Magie an Eindruckskraft einbüßen würden ("Wer hat denn diesen riesigen Turm gebaut" "Ach, irgendsoein Magier-heini hat ihn gestern telekinetisch errichtet.")

      Qo'ur stelle ich mir mit einem eher erdigen, bodenständigen Charakter vor, trotzdem sollen Natur und Zivilisation eine gewisse Eindruckskraft besitzen.


      Götter

      Um die Götter Qo'urs ranken sich im Moment viele Probleme. Einerseits möchte ich, dass ihre Existenz unbestreitbar echt ist (bei Fantasy ist das ja recht üblich), andererseits möchte ich nicht, dass sie allzu sehr direkt in den Geschehnissen der zivilisierten Völker intervenieren, ganz besonders in den späteren Zeitaltern (oder vielleicht doch? mir fehlt hier ein gewisses Leitmotiv). Soll Ich sie vielleicht an einem bestimmten Punkt verbannen? Interessieren die menschlichen Völker sie vielleicht gar nicht? Welchen Grund hätten die Leute da noch, sie zu verehren?Ein weiteres Problem ist, das Qo'ur kulturell ziemlich vielfältig ist, doch die Charakteristik der Götter/Vorstellung über die Götter nimmt ja auch Einfluss auf die Kulturen, die an sie glauben. Ich kann also nicht einen einzigen Gott oder ein einziges Pantheon schaffen und dieses auf die gesamte Welt anwenden. Dann wiederum müsste ich erklären, warum ein Gott an einem Ort Einfluss hat, an einem aber nicht. Und was ist das Verhältnis unter den Pantheons? Die Götterproblematik ist mit so vielen anderen Problem gleichzeitig verwoben, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich überhaupt eine gute Lösung dafür finde, und ich möchte auch nicht daran hängen bleiben. :-/ :weissnicht:

      Fortsetzung folgt..
    • Ich halte es für eine gute Idee, beim Basteln mit den Bewohnern der Welt zu beginnen. Wenn sie erstmal da sind, können sie dir bestimmt auch dabei helfen, die Welt weiter auszugestalten und zu erkunden, und du musst nicht alles alleine machen. ;) Schließlich haben die Bewohner bestimmt irgendwelche Bedürfnisse, an die du vorher gar nicht gedacht hast.

      Bin gespannt, wie Qo'ur sich entwickelt. Der Name und das bisher Beschriebene gefallen mir jedenfalls schonmal.
      nobody
    • Ooh, spannend, ein Neuanfang. Und das Verhältnis zwischen Göttern und Welt beschäftigt mich auch momentan sehr, also bin ich neugierig, wie sich das entwickelt. :)

      Mogyu schrieb:

      Es scheint ja ein gewisses ungeschriebenes Gesetz zu geben, man müsse mit einem Schöpfungsmythos beginnen
      Wenn du das gerne möchtest, cool! Aber dass das in irgendeiner Weise eine übliche Praxis wäre, hör ich zum ersten Mal. ;D

      Mogyu schrieb:

      Besonders in der Architektur möchte ich die Wirksamkeit von Magie einschränken, denn es soll auf Qo'ur große Bauwerke geben, die meinem Gefühl nach durch zu viel Magie an Eindruckskraft einbüßen würden
      Das macht total Sinn. :) Subtile Magie ist auf jeden Fall spannend - dass du Liebeszauber da aufzählst, wundert mich etwas. Eingriff in den Willen einer anderen Person ist ja nicht gerade ein kleiner Effekt, sondern effektiv ein schwerer Gewaltakt, was in Fantasy (und Märchen?) oft irgendwie ignoriert wird.


      Mogyu schrieb:

      Einerseits möchte ich, dass ihre Existenz unbestreitbar echt ist (bei Fantasy ist das ja recht üblich), andererseits möchte ich nicht, dass sie allzu sehr direkt in den Geschehnissen der zivilisierten Völker intervenieren
      Die Art und Weise, wie Götter mit der Welt interagieren, bestimmst du. "Real existierend" kann total unterschiedliches heißen. Sind es Personen mit "menschlichen" Schwächen, wie die Götter des Olymp, die ständig Sterbliche in ihre Eifersuchtsdramen hineinziehen? Oder wandert ein Gott einfach unerkannt durch die Welt, nur hin und wieder in das Schicksal einer Einzelperson kurz eingreifend? Haben Sterbliche eine persönliche Beziehung, oder handelt es sich um ferne unerreichbare Entitäten, deren Intention eins nur vermuten kann... haben sie überhaupt einen Willen? Vielleicht ist es ihnen ja auch (manchmal) egal, was Sterbliche tun. Legen sie wert darauf, beachtet zu werden? Nur weil jemand ein Gott ist, heißt das ja nicht, dass es einen zugehörigen Kult gibt, Kirche, Tempel, Gebete... das sind ja alles Konzepte von bestimmten Kulturen unserer Welt, nichts allgemeingültiges. ;)

      Mogyu schrieb:

      Ein weiteres Problem ist, das Qo'ur kulturell ziemlich vielfältig ist, doch die Charakteristik der Götter/Vorstellung über die Götter nimmt ja auch Einfluss auf die Kulturen, die an sie glauben. Ich kann also nicht einen einzigen Gott oder ein einziges Pantheon schaffen und dieses auf die gesamte Welt anwenden. Dann wiederum müsste ich erklären, warum ein Gott an einem Ort Einfluss hat, an einem aber nicht.
      Im alten Ägypten gab es eine große Pluralität an Göttern. Es gab z.B. mehrere Gottheiten, denen die Schöpfung der Welt zugeschrieben wurde, aber die Leute hatten überhaupt keinen Problem mit diesem scheinbaren Widerspruch - es sind quasi einander ergänzende Teilaspekte einer übernatürlichen Geschichte... zudem: Nur weil es eine fixe Menge Göttern gibt, heißt das auch nicht, dass sie in einem Pantheon zusammengefasst werden. Es gab anscheinend immer mal wieder eine andere Konstellation von Göttern, die gruppiert wurden, als z.B. die gerade wichtigsten, dabei wurden die anderen aber nicht unbedingt vergessen.

      Wenn du real existierende Götter hast, hast du ja u.U. auch eine gute Erklärung dafür, indem eine Gottheit sich halt mal ein paar Jahrhunderte zurückzieht aus persönlichen Gründen. Oder eine Gottheit interessiert sich hauptsächlich für einen einzigen Ort, wo sie in die Geschichte eingreift, aber der Rest der Welt kennt sie vielleicht nicht einmal.

      Wiederum Ägypten hat sowas wie lokale Stadtgötter - bzw. eine übers ganze Reich wichtige Hauptgottheit ist außerdem noch die Stadtgottheit an einem bestimmten Ort...
      (Sorry, wenn ich da gerade so viel mit Ägypten anrücke, ich setz mich grad in meiner Freizeit in eine Vorlesung darüber. Abgesehen von "gerade in VO gehört" hab ich nur fragwürdiges Laienhalbwissen. ;) )

      Was die kulturelle Vielfalt angeht - je nachdem, wie die Götter beschaffen sind, gibt es da eine Menge Möglichkeiten, finde ich. Wenn sie Personen sind, dann ist eine vielleicht mit einer Kultur befreundet, mit der anderen verfeindet. Wenn sie eher vage ungreifbare Konzepte sind, dann kann jede Kultur sie anders interpretieren. (In meiner Welt z.B. kann ein Gott der Dunkelheit an einem Ort für "Geborgenheit" stehen, am anderen für "Schrecken der Nacht", wieder woanders einfach nur für "Schlaf") Wenn du eher auf der Personen-Seite bist bei den Gottheiten, so kommt die Frage auf: Wie veränderbar sind sie? Sind sie an Konzepte gebunden oder können sie sich auch entscheiden, umzusatteln? "Ich war die Sonnengöttin, aber irgendwann habe ich beschlossen, dass ich jetzt als Schutzherrin des Radsports tätig sein will" :fluecht:

      Ich hab in Fantasywelten glaub ich noch nie einen Götterpantheon gesehen, in denen Gottheiten keinen "Beruf" hatten, im Sinne von "Sonnengöttin", "Fruchtbarkeitsgott", "Kriegsgöttin"... :kopfkratz:

      Uuuh ich glaube ich sollte aufhören, dich zuzuspammen. Wie gesagt, Religion ist gerade das Bastelthema für mich. :pfeif:

      ~

      Wie spricht sich Qo'ur aus? Mit Glottisschlag in der Mitte? :)
      Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable. / / / You're forcing your norms on everyone else: You are normal. I am a freak: I will make you freak out.

    • Ich kann mich da meinen Vorrednern nur Anschließen.
      Ich freue mich sehr darauf Qo'ur besser kennen zu lernen.

      Mit einem Schöpfungsmythos den Bastelprozess anzufangen würde ich jetzt auch nicht als gängige Praxis bezeichnen.
      Kann aber auf jeden Fall gewisse Anhaltspunkte bieten.
      Andererseits wirds vermutlich leichter sein, einen Schölfungsmythos (wenn man den überhaupt einen haben möchte ) auszuarbeiten, wenn man die Götter bzw. Naturgesetze etc. Kennt, die in ihm walten...

      Was die Wechselspiele zwischen verschiedenen Pantheons angeht:
      Wenn es tatsächlich überall unterschiedliche Götter sind, kann ich mir gut vorstellen, das die Pantheons verfeindeter Kultuturen miteinnander im und umgekehrt. Es könnte aber natürlich auch sein, dass es Überschneidungen gibt. Also das eine Entität unter verschiedenen Namen in unterschiedlichen Pantheons verehrt wird. Dann könnte so ein Konflikt unter Göttern schon schwieriger werden.
      Spaltet sich der Gott dann auf oder spioniert er für beide Seiten oder hält er sich gar ganz aus dem Konflikt heraus? etc.


      Wie gesagt, alles in allem freue ich mich sehr darauf diesen Bastelprozess mitzuerleben. :)
    • Auch ich finde es spannend, hier mitzulesen. Aber ich möchte dir einen ganz wichtigen Rat mitgeben. Wenn es ein Hobby gibt, wo es keine Regeln gibt, dann ist es das Weltenbasteln. Niemand muss irgendetwas tun, weil "man" es so macht. Ganz abgesehen davon, dass die von dir zitierten Dinge (Schöpfungsmythos, real agierende Götter) nur in einem kleinen Teil der Fantasy-Welten vorkommt, die ich kenne. Aber selbst wenn es etwas ist, was es in den meisten Welten gibt, heißt das noch lange nicht, dass du es so machen musst. Mach einfach, nach was dir der Sinn steht. Und zwing deine Kreativität nicht in ein Korsett. Selbst wenn es einen Punkt gibt, den du gerne hättest, zu dem dir aber gerade nichts einfällt... Was soll's? Dann machst du das halt irgendwann später. Keine erfundene Welt ist jemals so vollständig, dass es nicht auch 100 andere Baustellen gäbe, die man bearbeiten könnte.

      Eine Weltkarte mag sehr hilfreich sein. Ist aber auch kein Muss. Und zur Not es am Anfang eine ganz grobe Skizze um zu wissen, welches Volk (oder was auch immer dich gerade interessiert) wo wohnt.
      Wenn Gott allwissend ist, weiß er dann auch wie Papiertaschentücher schmecken?