Das Drachenland

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    • Das Drachenland

      Das Drachenland

      Das Drachenland ist ein vergleichsweise klassisches TTRPG-Setting, EDO, Fantasy mit (mittlerweile) heftigem Steampunk-Einschlag. Das Setting geht zurück bis in meine frühesten Pen&Paper-Tage und war mein erstes (naja, eigentlich zweites) Weltenbastler-Projekt. Das war Ende der 80er Jahre, ist also schon ein bißchen her. Vor etwa 10 Jahren hab ich dann das Drachenland eigentlich aufgegeben und verlassen. Es war mit einem selbstgebauten Regelwerk verbunden, das ich nicht weiter verfolgen konnte und auch nicht wollte, konnte aber beides emotional nicht von einander trennen, also wanderte beides in die Endablage(rund).
      Mittlerweile bin ich drüber weg und betrachte das Setting als wertvoll genug, es wieder aufleben zu lassen und baue es deshalb neu, natürlich mit Respekt und Blick auf das ursprüngliche Konstrukt. Zum Spielen verwende ich dafür aber Dungeons & Dragons 5e.

      Ich stelle euch also im Folgenden mein altes Nesthäkchen vor.

      Inhalt
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      "Mehr pseudo als Mary geht nicht."

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    • Drachenfeuer
      Der Hohe Lord HarradrimOscon von Eastor richtete seinen Blick gen Westen. In diesem Momentwürden seine törichten Brüder den Sturm gegen die Hochebenebeginnen und tausende Kämpfer opfern, nur um den Stein von Lengh zuerreichen.
      Der alte Mann seufzte und erinnerte sich an dielangen Reden und Diskussionen mit seinen Verwandten und den anderenFührern der Allianz – alles vergeblich. Die Allianz stürmte dieWeiße Ebene – und er würde mit seinem letzten Verbündeten ihrenverzweifelten Plan in die Tat umsetzen.
      Ihr Vorhaben war schändlich, undenkbar, einVerrat gegen alles, woran ihresgleichen eigentlich festzuhaltenhatten. Es nutzte nichts. Keine Vernunft konnte diesen Wahnsinnstoppen, so blieb ihm nur der Verrat.
      Er wandte sich vom majestätischen Anblick derfernen Berge ab und zurück in den großen Saal. Das Spiegelportalfüllte sich mit Rauch und Dunkelheit. Nach ein paar Augenblickenerglommen in der ferne zwei glühende Punkte und die Stimme erhobsich.
      ”Sie kommen, Oscon. Uns bleibt nicht mehr vielZeit.“
      Die furchtbare Stimme dröhnte durch die Halle undließ selbst die Knochen des Mannes vibrieren. Es lag Macht in dieserStimme, unbegrenzte Macht. Und grimmige, grausame Entschlossenheit.
      ”Wir verraten alles, woran wir glauben, alles,was zu schützen unsere Aufgabe wäre.“
      ”Dieses zu schützen und zu erhalten ist genaudas, was wir zu erreichen suchen, Oscon. Auch ich verrate alles, aberum es zu bewahren.“
      ”Man wird uns für alle Zeit verdammen. UnsereNamen werden ein Sinnbild der Schande und des Verrats.“, es lagkein Zweifel in der Stimme des Hohen Lord, nur ein tiefes Bedauern.
      ”Ja“, die düstere Stimme erfüllte die Luftund vibrierte vor Bedauern und Zorn, ”Wir tun das Undenkbare. Wederdie Meinen, noch die Deinen werden je begreifen oder vergeben. Dasist unser Vermächtnis.“
      Der alte Mann glättete bedächtig die Faltenseines weiten Gewandes und strich seinen Bart. Die faltigen Händestreckten sich nach dem schmalen Podest aus und dem Artefakt. Er undsein Verbündeter hatten in letzter Zeit all ihr Können, ihre Kraftund ihre Seelenstärke auf seine Vollendung gerichtet.
      Es war vollbracht. Harradrim Oscon hob das kleine,filigrane Gebilde behutsam auf und barg es sicher unter seinenMantel, während er sicheren Schrittes durch den Spiegel trat – zumBerg, zur Ebene und zum Stein. Drakkhandros‘ Schatten empfing ihnund sie begannen ihr Ritual.
      ---
      Davros Oscon blickte zur Seite und musterte dieschlanke, glänzende Gestalt neben ihm. Seine Gedanken wandertenzurück zu den vergangenen Zeiten, die er damit zubrachte, Liseth undihre Schlangen zu bekämpfen, während diese gleichzeitig ihre Fängein die Überreste des Dunklen Imperiums versenkte.
      Mehr noch als die Tatsache, dass er und seinBruder es auch nach Jahrzehnten keinen Sieg gegen das Schlangenreichhatten erzwingen können, nagte es an ihm, dass sie es war, die dasDunkle Imperium plünderte und nicht er. Und dieser verdammte,stählerne Koloss.
      Maruk trat zu ihnen, seine täuschend dürreGestalt wie üblich in weite, schwarze Stofffetzen und faserigerDunkelheit gehüllt. Die wispernde Stimme übertönte mitLeichtigkeit das Brüllen der Sturmwinde, die über die Ebenepeitschten.
      ”Wir haben 18 Kohorten verloren auf den erstenhundert Längen. Rufus‘ Berserker und die Hohlen zumeist.“
      Liseth zischelt böse und sie zeigte inunverhohlener Schadenfreude ihre Fangzähne. Auch in Maruks Stimmehatte sich ein Hauch von stillen Triumph geschlichen. Davros dachtean seinen Bruder Tyrel und seine geflügelten Ritter.
      Der schlaue Fuchs hatte es so drehen können,seine Welle zur gleichen Zeit, wie seine eigenen Leute aufzustellen.Keiner von ihnen würde hieraus einen Vorteil ziehen können. Zumhundertsten Mal verfluchte er ihren älteren Bruder, der sichgeweigert hatte, sich ihnen anzuschließen. Wenn er oder sein Brudernach Eastor zurückkehren würden, wären seine Kräfte nochvollständig, während die ihren die Spuren des Kampfes tragenwürden.
      Er grinste grimmig. Aber sie würden mit einemPreis zurückkehren, die ihren Bruder hinwegfegen würde: die Machtder Drachen. Harradrim sah nur die Bedrohung der allesverschlingenden Gier der Ewigen, nicht die Chance, die sie ihnenboten.
      ”Was amüsiert dich, Davros?“, Besthirsschimmernder, durchscheinender Körper glitt an seine Seite undhauchte ihm vertraulich ins Ohr.
      Davros scharrte unwillig mit dem Fuß, dass er mitihr das Lager teilte, bedeutete nicht, dass er ihr auch traute. Erhatte schon vor langer Zeit sein Bündnis mit der Seekönigingeschlossen und seinen Seestreitkräften dadurch immense Machtverliehen.
      ”Er denkt an seinen Bruder“, flüsterte Marukfeixend, ”Während er hier seine Truppen gegen den Stein wirft,werden jene seines Bruders unversehrt sein, sollte er zurückkehren.“
      ”Und dann ist da noch sein Bruder“, warfLiseth zischend ein, ”Was hast du eigentlich für den geplant?“
      Mittlerweile bedauerte Davros seine Entscheidung,sich mit Besthir zusammen zu schließen. Besthir war launisch undintelligent, eine brillante Taktikerin, aber Liseth war verschlagenund dachte in ähnlichen Bahnen, wir er selbst.
      ”Genug mit dem Geplänkel!“, eine hühnenhafte,in Fell und Eisen gehüllte Gestalt richtete sich hinter ihnen auf.Harkan Yrh, der Riese aus den Östlichen Ebenen trat zu ihnen. Davroswandte sich nicht um, er und Harkan Yrh waren Todfeinde. SeineStreiter suchten die selben Weiten heim, in denen Eastor lag. Erknurrte unwillig, als sich die riesige, metallbeschlagene Hand aufseine Schulter senkte.
      ”Erst müssen wir den Stein erreichen, danachkönnen wir uns wieder gegenseitig zerfleischen. Oder wir sind zurAbwechslung einmal innovativ und verlängern die Allianz. Wenn wirden Stein erst einmal eingenommen haben, können wir die Macht auchunter uns aufteilen und dennoch jeden weiteren Widerstandhinwegfegen.“
      Davros wandte sich erstaunt um und starrteentgeistert in Harkan Yrhs finsteres Gesicht. Dieses verzog sichgerade zu einem wölfischen Grinsen.
      ”Natürlich würden wir nur in kleiner Rundeteilen, nicht alle vierzig. Ich kenne euch und eure Brüder, Davros.Malekith schmiedet sicher schon geheime Bündnisse für die Zeit nachdem Kampf. Ihr Oscons seid ein zu gerissener Haufen.“
      ---
      Mannanlé ließ Loenthirs Hand los und starrte indie düsteren Gesichter ihrer anderen Schwestern, Dhunar und Kal Xen.Das zentrale, kreisrunde Auge Marchos Kinestes‘ richtete sichsirrend auf das perfekte Abbild der Weißen Ebene.
      ”Faszinierend“, tönte seine gleichförmige,metallische Stimme.
      Muggo Plaas zeigte kichernd auf die winzigenPunkte der ebenso perfekt abgebildeten Kämpfer. Lugh seufzte schwer,als er die Anordnung seiner Geschwister sah.
      ”Alle sind in Position, es gibt nichts mehr, waswir jetzt noch tun könnten. Die Dinge nehmen ihren Lauf.“
      ---
      Tief unter den Bergen, inmitten von Gestein undFeuer hielt eine Maschine inne. Seit Zeitaltern gruben sich ihrelangen Arme durch den Fels, stellten Verbindungen her und verfolgtenden großen Konstruktionsplan, den sie seit ihrem Erwachen in ihremInneren trug.
      Metall und Erz formte sich unter ihren geduldigenFingern, nahm Formen an, die vor Ewigkeiten festgelegt worden waren.Die Maschine schuf Struktur aus der Formlosigkeit, verlieh dem totenGestein Sinn und Bestimmung.
      Die Maschine fühlte nichts, niemals. Sie sannnicht nach, nicht über den Plan und nicht über sich selbst odereinem Sinn.
      Das Zittern und Vibrieren, das durch dieGrundfesten lief, lies sie verharren. Eine noch nie zuvorwahrgenommene Harmonie erhob sich, erfüllte die Erde und wurdegleichzeitig begleitet von einer allumfassenden Dissonanz.
      Doch waren beide im perfekten Einklang.
      Die Maschine zögerte.
      Perfektion. UnermesslicheKomplexität in vollkommener Harmonie.
      Hätte die Maschine vor Ehrfurcht weinen können,hätte sie es in diesem Moment getan.
      ---
      Neun riesige Gestalten kreisten um den Stein vonLengh. Jeder einzelne groß wie ein Berg. Sie zogen in majestätischerLangsamkeit ihre Bahnen, täuschend friedlich. Zeit und Raumzitterten bei jedem Kreis, den die Gestalten zogen.
      Die Gestalten waren Drachen. Nicht die kleinen,oft bösartigen Scheusale, welche die Ebenen und Gebirge bevölkerten,die Minoris, auch nicht jene wenigen Auserwählten, in deren Aderndie Macht ihres Geschlechts loderte – die Majoris. Es waren dieersten, die ewigen, die unendlichen Drachen der Zeitalter, dieAeonis.
      Ihre Namen waren Asmonthys, Sethiri, Iskendaras,Elemitir, Aurynon, Samarath, Volkuun,Memnesis und Nagguirath. Sie existierten seit sich die Welt aus derAsche erhoben hatte. Vielleicht waren es auch sie, welche die Genesisausgelöst hatten, vielleicht gehörten sie auch einfach nur dazu.
      Seit Ewigkeiten kümmerten sie sich nicht darum,was unter ihnen geschah, was ihre Gegenwart erschuf oder zerstörte,das Leben um sie herum. Sie waren ewig und ihre Abkömmlinge immernoch unsterblich. Nur die Minderen waren dem Zerfall ausgeliefert.Dem Kreislauf des Lebens. Es waren Sterbliche.
      Und nun erhoben sich die anmaßenden Sterblichenund drohten den Ewigen. Welch ein Hochmut. Und jetzt kamen sie gar,um ihren Stein zu holen. Sie würden fallen. Alle.
      Nur der größte vonihnen kreiste nicht. Drakkhandros, der Erste, der Schimmernde, ruhtenoch im Stein. Er hatte seine eigenen Pläne, doch das scherte dieDrachen nicht. Jeder einzelne von ihnen war ein Kosmos der Macht.
      Dann kam das Licht und spaltete den Stein vonLengh.
      ---
      Eine feurige Welle farbigen Lichts kam überalles, die Silhouette eines brennenden Drachen vor sich her tragend.Voller Schrecken trennten sich die Seelen der Drachen von ihrenKörpern, ihre Essenz tränkte das Dasein, sickerte in die Substanzund verflocht sich mit ihren Gesetzen. Die Macht floss aus denDrachen und den Dingen, machte etwas neuem Platz.
      Aus Essenz, Gedanken, Stoff und Struktur wob sichdie neue Welt, legte sich über die alte. Mit der Gewalt und Macht,die nur ein Drache entfesseln konnte.
      Die Ewigen, die Aeonis hörten auf, zu sein. Dieneun Seelen der Drachen nahmen Zuflucht im Kreis der Vergänglichkeit,auf ewig an ihren Zyklus verbunden, wiedergeboren in Sterblichen, bisihr Tod sie aufs neue auf die Reise schickte.
      Zurück blieb ihr größter Ahnenherr, auf ewigerstarrt im Totenschlaf ohne zu sterben, ein Pharao in seinemGrabmal, dem gespalteten, weißen Stein von Lengh.
      Die Macht der Drachen ging auf die Welt über,gebunden in Substanz, Gesetz und Energie. Sie lauscht auf dasFlüstern jener, die sie erkennen und flüstert in die Ohren jener,die sie hören.
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    • Übersicht
      Vieles im Drachenland ist recht traditionell oder konventionell. Es gibt eine Geodäsie, die im wesentlichen mit der normalen, physikalischen übereinstimmt. Auch gibt es eine klassische Himmelsmechanik mit einer Sonne und zwei Monden. Im Grunde gibt es auch noch andere Welten, aber diese Ebene habe ich damals nie groß bereist und bin mir dessen auch nicht so sicher. Meine Erkenntnisse über die planare Konstellation sind auch eher fragmentarisch. Ich weiß, daß diese Ebenen vom Drachenland aus erreichbar sind und habe von einigen gehört, mehr allerdings nicht.
      Die "Physik" des Drachenlandes ist sonderbar und gleicht einer Mischung aus klassischer Physik, mittelalterlicher Vorstellungen und thaumaturgischer Metaphysik. Es ist für uns erstaunlich und etwas ungewöhnlich, aber es gibt tatsächlich Magie. Sie folgt sogar größtenteils den gewohnten physikalischen Gesetzmäßigkeiten, verläßt diese jedoch bei steigenden Komplexität. Gleichzeitig weiß ich, daß für die Betrachtung solcher Personen, die Magie gewohnt sind, jene des Drachenlandes recht ungewöhnlich ist und sich ihrem Zugriff größtenteils entzieht. Für die meisten Vertreter klassicher Systeme der Magie wirkt es, es habe sich eine unbestimmte Barriere zwischen der Magie und ihrer freien Nutzung geschoben.
      Um es mit den Worten eines Gelehrten zu sagen:
      "Wir sind es gewohnt, Magie als eine offene Resource zu erfahren. Man nimmt sie auf und trägt sie mit sich, wie den Atem in der Brust. Bei Bedarf greift man in diesen Vorrat und formt daraus einen Zauber. Die verbrauchte Kraft stellt sich mit der Zeit wieder her - ob aus sich selbst heraus oder als Zufluß aus dem Umfeld. Hier funktioniert dies nicht. Alle Magie scheint in irgendeiner Form gebunden. Die Magie in uns hält die Prozesse des Körpers aufrecht - oder jene des Geistes. Sie fließt durch unsere Sehnen und Knochen und verleiht ihnen ihre Eigenschaften, die andere als Physik oder Biologie bezeichnen. In allem ist ein Aspekt der Mystik eingeflossen und diese ihrerseits hat sich vollständig mit diesem System verbunden. Sie fließt nicht mehr frei in ihrem eigenen Raum, sondern nur noch in der greifbaren Welt. Natürlich gibt es in dieser allerdings auch Bereiche, die keiner von uns genau kennt, geschweige denn sehen kann."
      Mit anderen Worten, alles hier ist oberflächlich so, wie wir es gewohnt sind, egal aus welchem Umfeld, magisch oder physikalisch, wir es betrachten, doch in der Tiefe beginnen die Unterschiede. Zum Beispiel sind Magier nach wie vor in der Lage, ihre Zauber zu nutzen, doch benötigen sie dazu ein wenig Hilfe. Auf der anderen Seite funktionieren die meisten einfachen Mechaniken und Maschinen wie erwartet, doch gibt es Unterschiede bei komplexeren. Es sind Apparate möglich, bei denen ein wissenschaftlicher Verstand ungläubig den Kopf schüttelt. Ich habe Maschinen gesehen, die tatsächlich ein Bewußtsein haben, eine Seele, die man verletzen kann - ganz ohne Computer oder gar Strom! Eine Kaste Magier (die sich selbst niemals als solche bezeichnen würden) konstruiert Maschinen aus Dampfkraft und Mechanik, die selbstständig einfache Aufgaben erfüllen können, sogenannte Clanks - wohl von den mechanischen Geräuschen, die ihre komplizierten Mechanismen von sich geben. Es gibt mechanische Denkmechanismen, die komplizierten Uhrwerken ähneln.
      Daneben scheint es an bestimmten Orten manifestierte magische Energie zu geben. Ich bin hier größtenteils auf die Schilderungen Dritter angewiesen, was die thaumaturgische Seite angeht, doch ich erlange mit der Zeit immer tiefere Einblicke in beide Prinzipien. Es handelt sich augenscheinlich um Substanzen, die den Mechanikern als Kraftquelle oder Batterien dienen, aus denen Magier zusätzliche Kraft ziehen können - und ihre notwendigen Hilfsmittel erschaffen. Mich selbst erinnert es immer wieder an die überholte Aether-Theorie im Übergang zwischen Newtonscher und Einsteinscher Kosmologie. Es gleicht einer zusätzlichen Dimension des Alltags, zusätzlich zu den üblichen vier beobachtbaren und nutzbaren. Nicht so wie die Zeit, aber auch nicht mehr ganz wie eine räumliche, quasi Dimension 3.5.
      Es gibt hier klassische Magier, Thaumaturgen - Wunderwirker, die gelernt haben, diese mit Zaubersprüchen aus obskuren Formeln, geistiger Disziplin und einer Art 'magischer Linse' - sie nennen es Quelle - zu manipulieren. Abgesehen von dieser Quelle, die den Platz vieler eigentlich persönlichen Aspekte einnimmt, scheint der magische Aspekt des Drachenlandes 'normal' zu sein, was immer das bedeutet.
      Auf der anderen Seite stehen die Mechaniker, Architekten - oder Technomanten. Sie selbst bezeichnen sich meist als Technologen. Sie nutzen die klassischen Gesetze der Natur und verwenden die zusätzlichen Eigenschaften um ihre Konstruktionen zu erweitern. Beide sehen auf den jeweils anderen herab, empfinden ihre Methode als die 'wahre' Sicht.
      Dazwischen gibt es jene, die sich beide Methoden zunutze machen. Sie verwenden Technologie und verbinden sie mit mystischen Traditionen. Ich nenne sie Alchimisten. Im Alltag sind diese weit häufiger anzutreffen, da es auch oft weniger tiefe Einsichten in die eine oder die andere Methodik bedarf. Auch sind ihre Ergebnisse meist viel alltäglicher und praktischer orientiert. Apotheker, Pillendreher, Mediziner, Heiler, Giftmischer - sie alle gehören diese Mischung an.
      Dieser recht ungewöhnliche Zustand scheint auf ein Ereignis zurückzugehen, das in ferner Vergangenheit liegt. Es ist jedoch nicht soweit verschüttet, daß es nicht Eingang in die Mytholgie der Bewohner gefunden hätte. In den überwälitgend überwiegenden Teil der Überlieferungen wird dieses Ereignis übereinstimmend als das Drachenfeuer genannt. Zusammen mit diesem geht meist eine Legende von einem Monument oder Gegenstand einher, die oft als Stein von Lengh oder die Weiße Ebene genannt wird, in Verbindung mit einer Wesenheit, die dort lauert und mit dem Drachenfeuer direkt in Verbindung gebracht wird. Es war mir jedoch nie möglich, diese Begriffe und Zusdammenhänge näher zu klären. Bislang ist meine einzige, gesicherte Erkenntnis, daß der Zustand der Gestzmäßigkeiten auf ein kataklystisches Ereignis der ferneren Vergangenheit beruht.

      In sozialer Hinsicht ähnelt das Drachenland wenig den mir bekannten Erscheinungsformen. Viele Aspekte gleichen modernen Zuständen, zum Beispiel die hohe Durchmischung der Kulturen mit den verbunden Spezies. Ich konnte viele klassische Spezies identifizieren, allen voran Elfen, Zwerge, Gnome und Halblinge. Es gibt auch Giganten, die wirklich riesig werden und einige Exoten. Besieht man sich die Demografie, könnte man folgern, daß die große Gruppe der 'Menschen' eine amalgamesierte Mischung der vielen ähnlicheren Spezies darstellt. Aus verschiedenen Schweropunkten und Rückkreuzungen scheinen sich ein paar spezifischere Vertreter herausgebildet zu haben. Ich habe jedenfalls kaum homogene Kulturen gefunden, die einer speziellen Kultur zugeordnet werden könnten.
      Ausnahmen, natürlich, gibt es sehr wohl. Zum Beispiel habe ich von dem Hof von Elthandor gehört, an dem es praktisch ausschließlich Elfen geben soll. Eine Nation seefahrender Menschen akzeptiert seinerseits keinerlei Nicht-Menschen. Sie heißt Gajathor und enthält Angehöriger anderer Spezies oder Menschen lediglich als Kriegsgefangene - und Sklaven.
      Die meisten anderen Kulturen oder Nationen nennen viele unterschiedliche Spezies ihre Angehörige. Natürlich gibt es Mehr- und Minderheiten und nicht selten führt das auch zu den zu erwartenden Problemen. Auch sind viele, aus unserer Sicht recht primitive oder auch nur anachronistische Praktiken in den Kulturen zu finden. Ich habe bisher erst eine halbwegs demokratische Gesellschaft gefunden und auch diese ist eher eine parlamentarische Feudalgesellschaft - allerdings werden die verantwortlichen Führer gewählt und auch gewöhnliche Familien können einen adligen Status in Borovemia erlangen. Es gibt Gilden oder Handwerkerverbindungen, viele unterschiedliche Religionen, von denen längst nicht alle friedlich koexistieren. Natürlich gehen die Kulturen und Nationen miteinander auch nicht immer sanft um.
      Zusammenfassend würde ich die Situation als 'fantasifizierte Renaissance' klassifizieren. Am beeindruckendsten hierbei sind die in der zentralen Region des von mir bereisten Gebiets vorherrschenden Luftschiffflotten.
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