Christlich assoziierte Symbolik in nicht-christlichen Welten?

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    • Christlich assoziierte Symbolik in nicht-christlichen Welten?

      Aus den Klosterthread im Theorie-Forum:
      Original von Pilger
      Viele Fantasywelten orientieren sich an der christlichen Symbolik und Architektur bei ihren Kirchen

      Ist das so?
      Welcher Symbolik verwendet ihr dann und wie ist sie für euer Welten verändert worden? Oder ist das 1:1 übernommen worden?

      Oder habt ihr etwas ganz anderes ausgedacht für die Religionen, die Tempel, die Priester (gibt es die überhaupt?) ?

      In Daleth versuche ich immer so weit möglich vom Christentum zu gehen. Nicht weil ich Christen nicht mag, sonder weil es voll das Klischee ist (meine PriesterInnen haben keine Kutte, dürfen heiraten, leben nicht außerhalb die gesellschaft und haben alle Haaren noch)
      Es ist doch Deine Schuld, dass Deine Welt ist, wie sie ist. :P
      Aquilifer: die Weltenbastler: Wir zerstören deutsches Kulturgut seit 1999

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Yaghish ()

    • In meinen Welten möchte ich auch nichts Christliches haben. Das gehört da nicht hin.
      Mir sind an antike Religionen angelehnte Glaubenssysteme lieber. Allerdings kann ich nicht sagen, inwieweit sie klischeebeladen sind.
      Unvermindertes Susi-Glück! ;D

      I'm in love, I'm in love
      I'm in love with a strict machine

      http://doroc.jimdo.com
    • Mir eigentlich egal,

      Dinge wie das Zölibat und Kutten oder keine Haare sind ja eigentlich auch we-
      sentlich älter als das Christentum und fast jedes christliche Symbol ist auch von
      ner anderen älteren Religion übernommen worden (genauso wie viele Feier-
      tage und Bräuche).

      Daher haben die Religionen auf meiner Welt teilweise durchaus parallelen
      zu irdischen Religionen da es einfach teilweise naheliegende logische Gedanken
      sind die zu diesen Bräuchen führen (zB nicht zu Heiraten da man sein Leben
      völlig in den Dienst des Gottes stellt oder sich die Haare abzurasieren um
      der Eitelkeit etc zu entsagen und so weiter).

      MfG
    • Auf NORN gibt es die barikosianische Chulorkirche, die von Architektur, Ordensaufbau und Mönchslook ziemlich der mittelalterlichen Kirche ähnelt. Und das ganz bewußt. Ähnliche Parallelen zu irdischen Religionsvorbildern findet man beispielsweise auch in den Druidenkulten der Bojorinseln.

      Die Church of Sigmar von Warhammer ähnelt ebenfalls der abendländischen Kirche in der Architektur, dem Look, stellenweise der Organisation. Das Kreuz ist hier durch einen Hammer ersetzt (dessen Silouette mit zugekniffenen Augen ja auch noch als Kreuz durchgeht ;) ) und man schlägt das Zeichen des Hammers über die Brust statt ein Kreuz.

      Und selbst der D&D-mässige Manga"epos" Records of Lodoss War bedient sich des Kreuzes als Schild-, Flaggen- und Bannerschmuck, weil 's halt die Atmosphäre dieser Serie gut trifft.

      Und wie das mit der aerdischen und irdischen Kirchen ist, spar ich mir mal ;)
    • Viele Glaubensrichtungen unserer Welt verwenden bei allen Gegensätzen trotzdem ziemlich ähnliche Symbolik. Man danke dabei nur mal and die Bedeutung von Wasser für Reinigungs- und Initiationsrituale (Weihwasser und Taufe in der christlichen Kirche, ritualles Bad im Fluss in Indien, ausspülen von Mund und Abwaschen der Hände vor dem Tempelbesuch im Shintoismus,..) Diese Art von Symbolik halte ich für ziemlich universell und übernehme sie daher auch in verschiedensten Formen für meine Welt.

      - Im Wüstenreich Shard'arim zum Beispiel (ein "Minimal-Polytheismus" mit einem Götter-Paar welches je für Anfang und Ende, Positiv und Negativ, linksdrehende und rechtdrehende Jughurtkulturen usw. steht) ist Wasser aufgrund der geographischen Lage extrem wertvoll und wichtig. Bei wichtigen religiösen Zeremonien, wie zum Beispiel Hochzeiten, spielen Rituale (wie Waschungen und Ähnliches) mit Wasser eine besondere Rolle.

      - Die von der Kirche regierten Coprito Ebenen könnte man mit der christlichen Kirche im Mittelalter vergleichen (zumindest gibt es einige Anlehnungen) gemischt mit griechischer Götterwelt. Verehrt wird hier aber nicht ein Gott, sondern eine Götter Familie (wo jeder von jedem irgendwie abstammt... griechische Mythologie lässt grüßen). Oberhaupt der Götterfamilie und Schöpfer der Welt ist Gharothias. In seinem Namen weden Regierungsbeschlüsse gefasst, in seinem Namen wird Recht (und oft genug auch Unrecht) gesprochen. Alle Tempel sind Gharothias gewidmet und ggf einer weiteren Figur der göttlichen Familie; selbiges gilt auch für die meisten Feierlichkeiten, wie etwas dem Schauspielfest in Seanc, welche zu Ehren Gharothias und seiner Tochter Emethri, Göttin der Künste stattfinden. Gharothias ist eigentlich immer mit von der Partie. Berühmt-berüchtigt ist das klerikal regierte "göttliche" Reich der Coprito Ebenen für die ruchlose Verfolgung von Ketzern und Heiden. Wer sich nicht bekennet zum rechten Gott und dessen Familie, der soll verbrennen, "auf dass ihn die Flammen läutern (sprich: in einen kleinen Haufen Asche verwandeln) mögen, so spricht Gharothias, unser Herr, Schöpfer der Welt und Oberster der heiligen Familie!" Einige wenige Ausnahmen werden für Botschafter und ggf. Händler aus anderen Reichen gemacht, aber auch nur dann, wenn diese während ihrer Aufenthalts das heilige Symbol der Götterfamilie (ein Dreieck mit einem Kreis in der Mitte, Anlehnung an das christliche Dreifaltigkeits-Symbol) tragen.

      Eine sehr gute Inspirationsquelle sind natürlich auch die diversen Naturreligionen, besonders Welten, in denen Elfen usw leben, können sich dort gut mal was "abschauen", finde ich.

      /Hyper
      Essen ist die wichtigste Mahlzeit am Tag :dozier:
    • Irgendwie tendiert man als Europäer dazu, unbewusst Elemente des Christentums in die eigene Welt zu übernehmen. Ich habe mir noch keine besonders großen Gedanken über die Religionen auf meiner Welt gemacht, aber einer der Charaktere in der Geschichte, aufgrund derer ich überhaupt eine Welt bastle, ist Priester, und er trägt eine Robe, studiert im Tempel alte Schriften und lebt enthaltsam... %-) :kopfwand:, aber er hat immerhin noch alle Haare auf dem Kopf. ;D Außerdem lebt er erst seit ein paar Jahren nach dem Zölibat, weil er vorher Soldat war und er ein Schlüsselerlebnis hatte, das ihn dazu veranlasste, das Schwert an den Nagel zu hängen. :)
    • Aus storytechnischen Gründen hab ich auch eine ziemlich stark an die christliche Kirche angelehnte Religion, allerdings weniger im tatsächlichen Glauben oder in den Symbolen als eher in der Organisation. Mönche, weltliche Priester und vor allem eine Amtskirche, die alle Andersgläubigen ausrotten will, geben einfach zu viel schöne Details her. ;)
      Wenn Gott allwissend ist, weiß er dann auch wie Papiertaschentücher schmecken?
    • Ich weiß nicht, ob "man" als Europäer zu sowas tendiert, bei Weltenbastlern kann ich das nicht wirklich glauben. %-) Aber wie heißt es so schön im Soziologendeutsch, wir stammen ja aus einem Kulturkreis abendländisch christlicher Prägung... *fasel*

      Was meine Religionen angeht:
      So viel hab ich da noch nicht. Die eine hab ich sehr bewußt an antike polytheistische Vorbilder angeleht - einfach aus meinem Mythologiefimmel heraus. Ich träum ja immer noch von einer umfassenden Hintergrundmythologie...

      Im Nachbarreich, was eher dem europäischen Mittelalter entspricht, hatte ich mir beim ursprünglichen Schreiben über Religion nie Gedanken gemacht. Nachträglich hab ich dann aber festgelegt, daß es wohl schon etwas ähnliches wie das Christentum sein wird - einfach weil ich mir dachte, daß ein feudalistisches System auf einem monotheistischen Glauben beruhen muß. War ja schließlich die Rechtfertigung für die Herrschaftsverhältnisse. Über die konkrete Symbolik hab ich mir da aber auch noch keine Gedanken gemacht, ich war bisher immer recht vage mit meinen Aussagen...

      Ein paar Reiche, die mit Religionen ausgestattet werden müssen, hab ich aber noch... Schamanismus und Ahnenglauben wird es noch geben. Vielleicht auch eine atheistische Magokratie...

      *mitFremdwörternummichwerf*
      Mir hatten doch nüscht! Damals, kurz nach dem Krieg!
    • So etwas wie die christliche Kirche WILL ich gar nicht in meiner Welt haben, also habe ich darauf verzichtet. Den Gott der Bibel gibt es schon gar nicht. Der einzige Begriff, den ich übernommen habe, ist "Hölle", aber damit ist natürlich keine christliche Hölle mit Kochtöpfen und speerpieksenden Teufeln gemeint, sondern lediglich eine Art gruselige Unterwelt, die für die Ryondari schon per se angstbesetzt ist.

      Rabenzeit 1 gibt's bei Amazon für den Kindle und als gedrucktes Buch im Buchhandel. Als epub bei mir.
      Und Glitzi 8 ist fertich.
    • Hallo zusammen :-)

      Christliche Symbolik und Methodik: nein. Symbole und Methoden, die auch im Christentum Verwendung finden: ja.

      So gibt es in Vonora, Afelan und einigen der Himmellicht-Gemeinschaften der Chantareji durchaus Regeln der Enthaltsamkeit und Askese. Schliesslich ist ein enthaltsames, asketisches Leben nix, was die Christen erfunden haben, sondern taucht auch auf Terra in verschiedenen Religionen auf.

      Ebenso sind beispielsweise Kloester keine genuin christliche "Erfindung" -- ich erinnere an die tibetischen Klostergemeinschaften, deren Moenche und Nonnen beispielsweise ebenfalls zoelibataer leben. Kloester sind meiner Auffassung nach einfach das Mittel der Wahl, eine Glaubensgemeinschaft zusammenzuhalten, wenn bestimmte wirtschaftliche und soziale Voraussetzungen zutreffen.

      Selbst das Kreuz in seinen verschiedenen Formen taucht auf Aerthei auf. Es tut dies ja auch in anderen terranischen Religionen. Zwei Linien, die sich in mehr oder weniger rechtem Winkel schneiden, gehoeren offensichtlich zu den sehr einfachen Symbolen -- vermutlich hat schon einer der ersten Steinzeitmenschen in seiner Hoehle unten in Askandar ein Kreuz an die Wand gepinselt und im Laufe der Jahrhunderte wurde da was rein oder raus interpretiert. Allerdings wurde natuerlich niemand drangenagelt.

      Die Mneri Adohoi, die vonoraische Kirche, einige der afelanischen Glaubensgemeinschaften -- z.B. der Orden von Astrum -- oder die chimarronische Kirche teilen eine andere Methode mit dem Christentum (und wiederum einigen anderen terranischen Religionen). Sie haben mehr oder minder stark ausgepraegte Hierarchien mit definierten Zustaendigskeiten, Verantwortungsbereichen und Abhaengigkeiten.

      Dass Tempel bzw. Kirchen in Ost-West-Richtung gebaut werden, liegt auf Aerthei darin, dass einige der Himmelslicht-Gemeinschaften "das neue Licht" begruessen wollen. Andere bevorzugen die Sued-Nord-Ausrichtung, weil sie der Mittagssonne erhebliche Bedeutung beimessen. Tempelanlagen der Muttergoettin sind im Allgemeinen nicht nach bestimmten Himmelsrichtungen ausgerichtet. D.h. sie sind es zwar, aber es lag keine spirituelle, symbolische Absicht, sondern schlichte Notwendigkeit -- "Wenn wir ein Langschiff von Ost nach West bauen, wird der Tempel 200.000 erse billiger als von Nord nach Sued" -- zu Grunde.

      Insofern findet man auf Aerthei religioese Symbole und kultische Methoden, die man sehr gut mit christlicher Symbolik und Methodik verwechseln kann. In jedem Fall steckt jedoch eine autochthone Ursache dahinter.

      Schliesslich ist es das, was Aethei ausmacht:

      Am Anfang glaubst du, alles ist normal. Und dann siehst du genauer hin ...

      cya :-)
      Martin "vi"
      "There are two major products that came out of Berkeley: LSD and UNIX. We don't believe this to be a coincidence. "
      Jeremy S. Anderson

    • In Daleth versuche ich immer so weit möglich vom Christentum zu gehen. Nicht weil ich Christen nicht mag, sonder weil es voll das Klischee ist (meine PriesterInnen haben keine Kutte, dürfen heiraten, leben nicht außerhalb die gesellschaft und haben alle Haaren noch)

      An die römische/griechische Welt erinnernde Priester mit langen Gewändern, die ihren Götten in antik wirkenden Tempeln Opfergaben darbringen, finde ich mindestens ebenso klischeebehaftet. Da ist mir eine an das Christentum angelehnte Symbolik lieber und zwar aus genau den Gründen, die Shay schon erwähnt hat. Es gibt Fantasywelten, wo das imho richtig gut gelungen ist, ich denke da z.b. an Tad Williams Drachenbeinthron oder ganz konkret im Forum an Wykar (Glaube an Ädon/Ethariel).


      Ist das so?
      Welcher Symbolik verwendet ihr dann und wie ist sie für euer Welten verändert worden? Oder ist das 1:1 übernommen worden?

      Der Anaeische Glaube, an den fast alle Menschen auf meiner Welt glauben, lehnt sich in vielen Dingen an das Christentum an: Der Glaube an einen Gott (in diesem Falle eine Göttin), eine mächtige Kirche und ein Geflecht aus Institutionen, Orden und Glaubensgemeinschaften. Die Werte, die der Glauben vertritt, werden sich auch nicht stark von denen des Christentums unterscheiden. Ich versuche aber schon, das Ganze so zu verändern, dass es nicht wie eine platte Nachahmung wirkt, sondern etwas eigenständiges bekommt.
      Statt einer Jesus-Figur gibt es z.b. die drei Kinder der Göttin, die das Volk der Menschen aus ihrer Unterdrückung befreiten und aus den Ländern ihrer Geburt fortführten (also eher eine Mischung aus Jesus und Moses ;)). Keines dieser Kinder starb am Kreuz oder der dergleichen, sondern ihre Nachkommen bildeten die Herrschergeschlechter der Menschenhäuser. Dementsprechend wird jedes Jahr die Zeit gefeiert, in denen die Menschen zur großen Flucht aufbrachen und ihre Unterdrücker hinter sich ließen.
      Mit solchen Veränderungen fügt sich so etwas imho gut in eine eigene Welt ein. Damit bleibt mir das Der Name der Rose-Flair erhalten, ohne dass es wie eine 1:1 Kopie wirkt (hoffe ich jedenfalls :)).
      "Aye, horsemen for companions,
      Before the merchants and the clerk
      Breathed on the world with timid breath.
      Sing on: somewhere at some new moon,
      We'll learn that sleeping is not death,
      Hearing the whole earth change its tune"
    • Wobei ich die Religion im Drachenbeinthron relativ platt fand. Da wurde der Erlöser eben nicht an einem Kreuz getötet sondern an einem "Schmerzensbaum" (oder so ähnlich). Dagegen fand ich die Variante von Barbara Hambly in den Darwath-Romanen ganz gut. Da gibt es auch eine Kirche, die der unseren sehr ähnelt, aber da gibt es auch Kontakte zwischen dieser Welt und unserer, was die Heldin (aus unserer Welt) ziemlich zum Nachdenken bringt.
      Wenn Gott allwissend ist, weiß er dann auch wie Papiertaschentücher schmecken?
    • Original von Yaghish
      Welcher Symbolik verwendet ihr dann und wie ist sie für euer Welten verändert worden? Oder ist das 1:1 übernommen worden?
      Isch 'abe gar keine Kirchen! ;D
      Oder habt ihr etwas ganz anderes ausgedacht für die Religionen, die Tempel, die Priester (gibt es die überhaupt?) ?
      Nicht wirklich, ich bastel ja nicht so innovativ. Ist ja auch schwer, religionsmäßig wirklich neues zu erfinden bei all den Sachen, die es auf der Erde bisher gegeben hat.
      Ich hab einfach für jeden Kulturkreis Sachen zusammengeborgt, die für die jeweilige Kultur passen - vom Polytheismus mit 2 Hauptgöttern bei den Shyukai bis hin zu heidnischen Opferriten bei den Elfen. Die nördlichen Shedali sind zwar monotheistisch veranlagt, aber zum Christentum gehört nunmal Jesus, und der fehlt ;) Außerdem sieht man gerade in Yador Religion eh etwas lockerer, ganz einfach, weil es keine organisierte Religionsführung gibt. In einem armen Land mit wenig Bevölkerung bringt es halt einfach nichts, die Leute kontrollieren zu wollen. Es gibt nichtmal einen König oder ein Heer, das die Ansprüche einer Kirche unterstützen könnte.

      Traurig fand ich mal, als mir ein Besucher meiner Seite unterstellte, die Shyukai mit Islamisten gleichzustellen. Ich mein, hallo? Shyukai verehren hauptsächlich die Visha Farik und Dilwan und nebenbei oft noch etliche andere kleinere Visha, die mit den Vorfahren einiger Adelsfamilien vor langer Zeit in Kontakt getreten sind. Moslems verehren, soweit ich informiert bin, Allah, sowie dazu in gewissem Maße noch einige Propheten als "Mittelsmänner" Allahs, allen voran Mohammed. Wo man da die Ähnlichkeiten sieht (außer, dass etliche Moslems in eher warmen Gebieten unserer Welt wohnen und sich auch die Shyukai in Steppen herumtreiben), kann mir bei Gelegenheit gerne jemand erklären. ;)
    • Irgendwie tendiert man als Europäer dazu, unbewusst Elemente des Christentums in die eigene Welt zu übernehmen

      Um mal ein Beispiel zu nehmen von unpassender Christliche Symbolik: alle Vampire nicht-Christliche Welten die angst haben für ein Kruzifix - neben die viele andere, aber nicht so offensichtliche symbolik die um die “Dracula”-Artigen Vampire herrscht.

      Arthun:
      sich die Haare abzurasieren um der Eitelkeit etc zu entsagen

      Ich glaube ich und meine Welt sind zu Calvinistisch um solche gedanken zu haben. Ich halte sowas nicht für logisch und verwende es daher auch nicht. Ist es kein Eitelkeit sich anders zu rasieren als der Rest der Menschen und so einen visuelle Bestätigung zu haben von das “besser sein” als Otto Normal - und ist das kein Eitelkeit? (Was ist übrigens so schlimm bei Eitelkeit?)
      Solche Gedanken habe ich bei das Entwerfen der Religion in Daleth.
      Für Luban wirkt das anders: da ist das (Aber)Glauben der Grund um etwas zu tun (oder nicht). Meinen die Priester, es sei notwendig einen Ente auf dem Kopf zu binden um die Geister ab zu schrecken, dann kann man Priester daran erkennen, indem die eine Ente auf dem Kopf haben... das Glauben der Lubaner ist praktischer, wirrer als die normale Religionen und eher auf Angst als auf Logik gebaut worden.

      Hypergrip:
      Viele Glaubensrichtungen unserer Welt verwenden bei allen Gegensätzen trotzdem ziemlich ähnliche Symbolik.

      Das stimmt, aber nur teilsweise. Jeder Religion wäre dasselbe als die sich alles ähnlich symbolisierten. Es ist eher die Misschung der Symbole, die eine Religion bestimmt. Mich stört es, das für eine durchschnitt-Fantasy Welt fast immer die Christliche Misschung des Mittelalters benutzt worden ist.

      Fayalon:
      Tad Williams Drachenbeinthron oder ganz konkret im Forum an Wykar

      Ich fand die beide zu offensichtlich “geklaut” und daher eher mißlungen weil IMHO völlig Einfalslos. Bei Drachenbeinthron hat mir das auch richtig geärgert.
      Es ist doch Deine Schuld, dass Deine Welt ist, wie sie ist. :P
      Aquilifer: die Weltenbastler: Wir zerstören deutsches Kulturgut seit 1999

    • Wobei ich die Religion im Drachenbeinthron relativ platt fand. Da wurde der Erlöser eben nicht an einem Kreuz getötet sondern an einem "Schmerzensbaum" (oder so ähnlich).


      Ich fand die beide zu offensichtlich “geklaut” und daher eher mißlungen weil IMHO völlig Einfalslos. Bei Drachenbeinthron hat mir das auch richtig geärgert.

      Es stimmt, dass sich beide Konzepte in großen Teilen am Original orientieren und es keine spektakulären Veränderungen gibt, aber darum geht es imho dabei auch nicht. Es wurde einfach versucht, eine interessante, bestehende Institution so zu verändern, dass sie sich harmonisch in eine erdachte Welt einfügt und dazu muss man ja nicht zwangsläufig das Rad neu erfinden. Die Frage war ja, welche Symbolik verwendet wird und inwieweit sie für die Welt verändert oder angepasst wurde. Und 1:1 übernommen war keins von beiden!

      Ich denke, wenn man sich dafür entscheidet, eine Religion als Grundgerüst in seine Welt zu importieren, wird es zwangsläufig gewisse Parallelen geben, die den Lesern auffallen und ihnen zum Teil wohl auch nicht gefallen. Wenn man nur einige Elemente übernimmt, kann man imho nicht mehr von einer ganzen Symbolik sprechen, die man verwendet.

      Sicherlich war die Welt des Drachenbeinthrons nicht sehr innovativ, sondern eher klassisch gestrickt, aber irgendwie haben alle Komponenten atmosphärisch gut zusammengepasst, auch die übernommene Kirche und das ist mir letztendlich beim Lesen wichtiger, als an jeder Ecke auf möglichst viele aufregende Ideen zu stoßen.
      Also ich erinnere mich jedenfalls gerne an Lektor Ranessin, die Sancellanische Ädonitis und dergleichen zurück :)
      "Aye, horsemen for companions,
      Before the merchants and the clerk
      Breathed on the world with timid breath.
      Sing on: somewhere at some new moon,
      We'll learn that sleeping is not death,
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    • Ich bin geneigt, mich Falayon anzuschliessen :)

      Ich habe in isaria eine mittelalterliche welt bauen, und zum mittelalter gehört imho : lehnswesen, eine relativ strenge religion, mönchs- und andere Orden, und Monarchie, eher ruales als urbanes leben.
      Mein ziel ist es in isaria, unter diesen gegebenen einflüssen etwas möglichst stimmiges, abgerundetes und glaubwürdiges zu entwerfen, das sich nach mittelalter anfühlt, aber in einer anderen Welt. Unbedingt Innovativ zu sein weniger.

      Daher habe ich auch viele Symbole, die dem Christentum ähneln.
      Z.b: Der Zeravenstern ist eine art Kreuz mit gleichmäßig langen balken und noch kleineren querbalken dazu, er stellt den stern da, der zur zeit der offenbarung zeraviels am himmel stand.
      Mönche schneiden sich bei mir die Haare ab, (allerdings keine Tonsur, weil ich finde, dass die albern aussieht *g*) und tragen relativ lange kleidung.
      Die Kirchen werden auch irdischen kirchen ähneln, wobei Rundkirchen mit Oktagonaler Grundfläche und manchmal auch einer Kuppel etwas häufiger vertreten sein werden.
      Ansonsten arbeite ich noch an meiner religion, die dem christentum in manchen dingen ähnelt, in anderen aber wieder verschieden sein wird.
      Aber hier werde ich mich nicht davon leiten lassen, was möglichst originell ist, sondern was mir angesichts der entwicklung der welt am logischsten erscheint. (und komme damit auf ganz interessante überlegungen... z.b. wie ist die paradiesvorstellung einer religion die NICHT in einer wüste enstranden ist?)

      In meinen anderen welten habe ich allerdings keine christliche symbolik.
      Aber diese welten entstehen ja auch unter anderen gesichtspunkten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Minneyar ()

    • Original von Falayon
      Es wurde einfach versucht, eine interessante, bestehende Institution so zu verändern, dass sie sich harmonisch in eine erdachte Welt einfügt und dazu muss man ja nicht zwangsläufig das Rad neu erfinden.

      1. Harmonisch fand ich das in beide Fälle nicht: eher zwangsmäßig und sehr störend.
      2. Rad neu erfinden: für eine imaginäre Welt muß ein Rad nicht unbedingt rund sein.
      Es ist doch Deine Schuld, dass Deine Welt ist, wie sie ist. :P
      Aquilifer: die Weltenbastler: Wir zerstören deutsches Kulturgut seit 1999
    • Ja ich ahbe ein Quasi-Christentum auf meiner Welt, ich gebe es unumwunden zu. Ganz einfach weil ich das Chritentum für eine äußerst interessante und vielschichtige Religion halte, besonders wenn man die halbvergessenen Lehren von Gnostikern, Montanisten, Nestorianern, manichäisch-christlichen Mischlehren wie den Katharern mit einbezieht.
      Christentum ist einfach mehr als katholischer Dogmatismus, Inquisition und Hexenverbrennung. DAs Zölibat ist z.B. katholisch, nicht christlich, ich erinnere mich an meinen Griechenlanduralub, wo ein Pope in vollem Ornat sein Kind abholte. Das Zölibat wurde selbst für die katholische Kirche erst im Laufe des Mittelalters eingeführt (10. Jh. ?, muss nachschlagen). Die iro-schottische Kirche kannte sogar Unisexklöster mit Kindertagesstätten. Nicht einmal Bischöfe und eine ausufernde Hierarchie braucht das Christentum, und ich meine jetzt nicht irgendwelche Freikirchen oder sonstige modernere christliche Gruppierungen, sondern ich beziehe mich auf eine stinknormale deutsche Amtskirche, die Bremer Evangelische Kirche, die seit ziemlich langer Zeit ohne Bischof o.ä. auskommt.


      Genug zum Christentum allgemein (über das es imho einfach viel zu viele Vorurteile gibt) und zu Yoschanon. Hier gibt es die Kirche, sie hat ein Oberhaupt, den Patriarchen zu Aureopolis, ja es gibt sogar eine Inquisition (die allerdings gern gesehen ist, wenn Geister, Dämonen und bösartige Hexen Ärger machen ruft man einfach die Experten, religiöse Ghostbuster quasi). Allerdings ist der Ursprung der Kirche eher an den irdischen Mithras/Sol invictus-Kult angelehnt, sprich die Kirche ist nur der "jüngste" Verehrungsform diverser uralter Sonnengottkulte.
      Zweites irdisches Vorbild ist in gewissen Maße auch die Lehre Zoroasters, denn ähnlich wie in den Lehren Zoroasters ältere persische Götter zu den Amesha Sepentas, hilfreichen Geistern, "Engeln", wurden, die Ahura Mazda helfen, so wurde eine Reihe älterer Götter in den Lehren der Kirche toleriert (auch wenn hier wohl eher die Realpolitik als religiöse Überzeugung eine Rolle spielte).