(MSG) Schöner Wohnen

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  • Als der Lordfürst V'Kyrr an diesem Morgen aufstand, spürte er, daß auf Orun etwas nicht stimmte. Vielleicht war es das jubelnde Tirilieren von diversen Singvögeln, die seinen Palast umschwärmten, und auf blühenden Bäumen saßen, die am Abend zuvor noch nicht dagewesen waren. Vielleicht aber auch der unbeschwerte Gesang seiner Soldaten, die unten im Truppenübungshof miteinander Ringelrein tanzten. V'Kyrr blinzelte und sah noch einmal hin. Ja, kein Zweifel. Er konnte sogar ein paar Uranach erkennen, denen man statt Fesseln Blumenkränze umgehängt hatte!
    Seine Wut wuchs. Vor Zorn schäumend begab er sich zur Folterkammer, um seinen Frust ein wenig abzubauen, doch bestürzt mußte er feststellen, daß seine geliebten Spielzeuge sich in Wellness-Equipment verwandelt hatten! Eine Viertelstunde lang beschäftigte er sich damit, Tiegelchen, Fläschen und Massagebälle an die Wände zu pfeffern, und Kissen zu zerfetzen. Dann erst war er soweit etwas zu unternehmen.
    Er kniete sich hin und rief: "Oh großer Ch't'Uq, oh große Q't'ala! Ich bitte euch, helft--" Er wurde unterbrochen, als leises Gedudel um ihn herum ertönte. Eine sanfte Stimme schien ihm direkt ins Ohr zu flüstern:
    "Lieber Sterblicher! Wir Götter sind zur Zeit leider sehr beschäftigt. Du bist Nr 12.445.874,5 auf der Warteliste. Please hold the line. Lieber Sterblicher! Wir Götter sind zur Zeit leider…"
    V'Kyrr heulte auf, und wandte sich an die nächsthöhere Institution. "Sturmfaengeeeer!"

    Sturmfänger blinzelte und hörte noch einmal hin. Kein Zweifel, das war V'Kyrr gewesen. Seit wann wandte der sich direkt an sie? Das war so seltsam, daß sie der Sache unbedingt nachgehen mußte.
    Sie verließ die große Sandwüste, die sie gerade entworfen hatte und zappte sich in den Palast nach Daerlon.
    Minutenlang stand sie nur mit offenem Mund da. "Ach du Schande", murmelte sie dann, und zappte sich auf der Stelle ins Habitat zurück. Das erste was sie dort sah war ein Stück geblümte Tapete. Der Boden hatte auf einmal einen flauschig-blassgrünen Teppich. Und in der Ecke stand ein Raum-Duft-Erfrischer von Brise Pyramide und verpestete alles mit frühlingsfrischem Limettenduft. Oh nicht doch! Wieder einer von diesen Tagen! Krisensituation. Wohin ging man in einer Krisensituation? In die WB-Küche!
    Als Sturmi sich im Laufschritt auf den Weg in die Weltenbastler-Küche machte und an ihrer Bibliothek vorbei kam blieb sie stehen und stutzte. Alle Bücher waren verschwunden. Stattdessen lagen dort Stapelweise Zeitschriften. Zögernd trat sie näher. Es waren 'Schöner Wohnen'-Hefte.
    "Ich wohne schön genug!" schrie sie die Hefte an. Sie war verzweifelt, und weigerte sich, einen Blick in die anderen Räume zu werfen. Sie wollte ein paar kräftige hornandische Flüche murmeln, doch heraus kam nur ein "Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden!" Was ja auch irgendwie stimmte.
  • "Wir sind alle unzufrieden!" knurrte Dorte unfreiwillig freundlich. "Für mich ist klar, was passiert ist: irgendeine Fantasy-Welt hat Magie auslecken lassen, und diese hat unser Kind verkindet... oder ent-chaf-t oder was weiß ich. Also müssen wir das Kind entkinden. Und den Chuldigen bechtrafen... äh... ihr wisst schon, was ich meine!"
  • Neyasha hatte das Gefühl, als würden ihr gleich die Mundwinkel einfrieren vor lauter Lächeln, das umso strahlender wurde, umso mehr sich ihre Laune verschlechterte. Sie wagte es kaum noch zu sprechen aus Angst, dass ihr nur zuckersüße Worte über die Lippen kommen würden.
    Aber schließlich räusperte sie sich und meinte: "Aber dazu müssen wir den Schuldigen erst einmal finden. Das wird vermutlich gar nicht so einfach sein, denn Fantasywelten mit Magie stehen viele zur Auswahl. Acarneya enthält ja auch diese wunderbare Macht."
    Eigentlich hatte sie sagen wollen: "Auf Acarneya gibts ja auch so magischen Dreck, dank der blöden Kuh von Bastlerin."
    Wäre ihr das möglich gewesen, dann hätte sie ihren Mund ärgerlich angesehen. Wunderbare Macht? Was für ein Schwachsinn!
  • "Also die laharische Magie ermöglicht dergleichen Dinge nicht!" ächzte Veria: "Das wäre Transformationsmagie ohne identisches Modell, das geht nicht!" Sie stemmte sich hoch und rieb sich den Hinterkopf. "Es sei denn ..." Sie runzelte die Stirn. "Es sei denn, jemand hat sowas irgendwo gebaut und nachher kopiert!" Bei SOWAS deutete sie auf die schrecklich verschandelte Umgebung.
    Don't diagnose and drive.

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  • "Du meinst", ertönte da eine leise Stimme aus dem adrett mit mintgrün kariertem Stoff ausgeschlagenen Brötchenkorb auf der Anrichte, "Du meinst, jemand hat nicht das Kind, sondern die Zeitschrift gewissermaßen verzaubert und uns diese wunderbare Veränderung beschert?"
    Alle Augen wandten sich dem Brotkorb zu. Langsam erhob sich Latsi daraus, ihr Kopf war knallrot, und sie begriffen auch sofort, warum: Sie trug statt der gewohnten leicht abgestoßenen Hose und Hemd ein zipfeliges, türkisfarbenes Kleidchen, das gerade so die Unterhose verdeckte, und das über und über mit Pailletten bestickt war. Als sie sich jetzt aus dem Brotkorb erhob, zog sie einen glitzernden Silberschweif hinter sich her.
    "Meine Wiese ist jetzt ein sorgfältig gehegter Vorgarten, und ich wohne in einer kleinen Mühle..." lächelte sie unfreiwillig, als würde das alles erklären. Das tat es eigentlich ja auch.
    I'm one of many, I speak for the rest, but I don't understand... (Genesis - Man Of Our Times)
  • "Ich weiss nicht, andere Magie kann das ja vielleicht auch ohne Modell!" seufzte Veria: "Nach laharischer Magie müsste es aber wirklich ein lebensgrosses absolut identisches Modell geben!" Sie betrachtete die kleine Elfe.
    "Aber sagt mal! Wir könnten ja einfach zurückschlagen und ein bisschen Chaos stiften, oder? Ich bin da sehr ausdauernd!" Erleichtert stellte Veria fest, dass ihre ungeheure Konzentration ihr wieder ermöglichte sich in normalen Worten auszudrücken.
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  • Diamant saß nachdenklich im Stuhl. Ihr Blick fierte die Schöner Wohnen Zeitschrift, welche das Kind kläglich zerschipselt hatte.
    "Ihr meint also das diese Zeitschrift schuld an allem ist?" Ein Zucken durchlfuhr ihren Körper und ehe man es sich versah hatte sie die Zeitschrift und ein Feuerzeug in der Hand und hielt beides dramatisch in die Luft.
    "Ich sage lasst uns die üble Zeitschrift verbrennen!", kreischte sie während sich ihre Schwarz bestickte Kutte begann in ein rosa knielanges Kleid zu verwandeln und ihre Haare langsam Locken bekahmen.
    Alles hat seine Zeit
    Das Nahe wird weit
    Das Warme wird kalt
    Das Junge wird alt
    Das Kalte wird warm
    Der Reiche wird arm
    Der Narre gescheit
    Alles zu seiner Zeit.

    [SIZE=7](Johann Wolfgang von Goethe)[/SIZE]
  • Die Flamme entzündete das Heft, welches von dramatischer Musik begleitet in weißem Rauch und Qualm und einem blendenden Blitz verpuffte.
    Strahlend weiße Asche rieselte in Zeitlupe zu Boden und wurde sogleich vom Teletubbie-Staubsauger entsorgt.
    Von irgendwoher rollte ein einsames Rad durchs Bild.


    Die Weltenbastler - allesamt nun mit stylisch verstrubbelten Haaren und cool rußverschmierten Gesichtern - starrten sich schweigend an.

    "Und jetzt?"
  • "Hm", machte Latsi, flog auf und drehte sich um sich selber, um einen Überblick über die Küche zu bekommen. Die Rauschwaden verzogen sich langsam, und der Teletubby-Sauger war gerade dabei, mit einem quietschenden Rubbelgeräusch und einer Flasche Sidolin die Scheiben der Geschirrschränke vom Ruß zu befreien.
    "Es hat sich irgendwie nichts verändert", stellte sie fest. "Ich glaube, wir müssen doch rauskriegen, wer bzw. wessen Welt das hier zu verantworten hat. - Und wenn das Absicht war", fügte sie mit einem fiesen Grinsen hinzu und rieb sich die Hände, "dann bin ich auch für Chaos stiften!"
    I'm one of many, I speak for the rest, but I don't understand... (Genesis - Man Of Our Times)
  • "Das Kind entkinden?" murmelte Teria und betrachtete nachdenklich ihre Axt. In düstere Gedanken versunken, bekam sie nicht spät mit, was die anderen taten, und wurde erst aufmerksam, als ihr ein Funkenblitz und gleich darauf eine größere Menge Ruß das Sichtfeld verschlechterte. "Gut gemacht", stellte sie fest und hoffte, daß der Tonfall so eisig-ironisch klang, wie er sollte. "ICH hätte es ja zuerst mit detektivischen Methoden versucht, statt unser einziges Indiz oder auch Beweismittel kaputtzumachen. Vielleicht gab es magische Fingerabdrücke oder so! Und was jetzt?"

    Rabenzeit 1 gibt's bei Amazon für den Kindle und als gedrucktes Buch im Buchhandel. Als epub bei mir.
    Und Glitzi 8 ist fertich.
  • "Na toll", grummelte Neyasha, während sie sich den Russ aus dem Gesicht wischte, "bald redest du wie Justus."
    Nachdenklich sah sie in die Runde planloser Weltenbastler. "Also ich bezweifle ja, dass wir überhaupt in der Lage sind, Chaos zu stiften", meinte sie mit einem vielsagenden Blick auf den Teletubby-Sauger, der eifrig damit beschäftigt war den sauberen Zustand in der Küche wiederherzustellen.
  • Waehrend Teria versuchte den Eindruck abzuwehren ein neues Fragezeichen zu sein, andere Weltenbastler sich in der Kueche irgenwie beengt fuehlten und schon ausdiskutierten wer wie zu stapeln sei warf Dorte einen kritischen Blick zum Kind. Schliesslich hatte das ja die letzte Veraenderung ausgeloest oder? Doch das Kind war verschollen. Stattdessen konnte man ein schnattern und Zetern hieren als die Kuehlschranktuer sich offnete und eine Gans deren Buerzel deutlich verriet dass sie eben noch in Folie eingeschweisst war (*hrhrhr*@teria, da hasse huhn) zetern aus dem kuehlschrank kam.

    Weinachten? Ja weinachten denn draussen im schlagartig weinachtlich geschmueckten flur bzw Gang konnte man mit grossem wrummwrumm einen Weinachtsmann vorbeifahren sehen der zum takt von 'Jingle Bells' bremste und gas gab.

    Und irgendwo.. etwas versunken unter dem ganzen wroooaaaaaaaam.. konnte man aus der Ferne das Jauchzen des Kindes und ein ewiges 'Tifta' Tifta' 'Tifta' hoeren.


    (nisch auf mir warten ich bin montag nachmittag erst wieder da)
    m vi: Dis Praisfrake was rehließd ander se Dschäneral Puplik Laizenz.
  • Lyriels Blick drückte alles aus, was man in diesem Moment fühlen konnte. Er war eisig, wütend und frustiert zugleich und auch irgendwie ein bisschen ratlos.
    Fahrig wischte sie sich mit der Decke über das Gesicht, aber verschlimmerte ihre Maske aus Ruß und Blut nur noch mehr.
    Als sie schließlich auch noch dieser unerträglichen Weihnachtsmelodie ausgesetzt wurde, ließ sie vollends entkräftet die Schultern fallen.
    Sie wusste schon, warum sie sich in ihre Traumwelten zurück gezogen hatte; der Wahnsinn des alltäglichen Lebens war nichts für sie und überforderte sie über die maßen.
    Doch während sie so dasaß und ihre Augen geschlossen hatte, spürte sie wie nach und nach ihre liebgewonnen, imaginären Freunde an ihre Seite traten und sie mit ihren ganz eigenen Kräften unterstützten. Gut! Sie mochte vielleicht schizophren sein, aber das brachte auch einige Vorteile mit sich.
    Bemüht logisch an die Sache heranzugehen, schaute sie sich unter den Anwesenden um, bevor sie heiser und im allgemeinen Trubel wohl kaum vernehmbar, flüsterte: "Was ist mit den anderen? Wir sind doch noch lange nicht komplett. Wo sind sie und was tun sie?"
    [20-02-2007] Update auf Anra'sari: die Geschichtsschreibungen der Perelemen und der Tel'sahr sind online
    [26-04-2009] Inspirationsweltchen: die Blattfeen
  • Dort, wo sich einmal Blaustadt befunden hatte, stand jetzt eine riesige Ansammlung an pinken, orangenen, geblümten und mit Lametta verzierten Gebäuden.
    Hemmunglos schluchzend saß die arme Ghikra an ein die Wand eines stylischen, abricotfarbenen beauty-salons gelehnt und hatte das Gefühl, dass ihr irgendetwas fehlte. Ob es nun das beissende Stadttor war, welches sich nun in ein in vielen bunten Farben glänzenden und glitzernden, leblosen Torbogen verwandelt hatte oder ob es schlicht und einfach die Abwesenheit der blauen Farbe war, wusste sie nicht genau. Vielleicht war es Beides.

    "Kann ich ihnen helfen, junge Frau?" Ertönte die schmalzige, höfliche Stimme eines Fremden. Ghikra blickte auf und sah durch einen Schleier von Tränen einen jungen Mann in einem lachsfarbenen Anzug, welcher ihr die Hand entgegenstreckte und welcher einfach unmöglich ein Blaustädter sein konnte.
    "Aaaaaargh!" Schrie sie , stürzte sich auf ihn und prügelte mit einem Ratgeber "so werden sie fit und schön", der plötzlich in ihrer Hand aufgetaucht war, auf ihn ein. "Du verdammter, mieser.... äh, verzeihung, ich wollte sagen, sie.. ääh, sie unmöglicher...... Entschuldigen sie, ich fürchte, ich habe heute einen schlechten Tag."
    "Entspannen sie sich, junge Frau. Das kann doch jedem Mal passieren. Gönnen sie sich doch einfach eine ordentliche Wellness-Kur dort drüben" Meinte er lächelnd, drückte ihr eine gelbe Plastiksonnenblume in die Hand und deutete auf ein rotes Haus mit vielen Fenstern und Drehtüren, aus welchem eine schmalzige Musik ertönte.

    Verwirrt schüttelte Fräulein Ghikra den Kopf und musste plötzlich erschrocken feststellen, dass ihr gesamtes Gesicht mit einer grellen Schminke vollgeschmiert war. "Jetzt reicht's!" Dachte sie. Da hilft nur noch eine ordentliche Krisenbesprechung im Habitat. Also trat sie durch eine pinke Drehtür, welche sich direkt vor ihr aufbaute und fand sich....





    in einer von lauter verzweifelten, aufgewühlten, blutenden oder sonstwie leidenden Weltenbastlern vollgestopften, weissen, mit Ruß überzogenen, stylischen Küche wieder. Sie wollte gerade ihre letzten Kräfte zusammennehmen und sich gegen die Wand werfen, doch irgendwie gelang es ihr nicht. Aus irgendeinem Grund fühlte sie sich plötzlich nicht mehr dazu in der Lage. Stattdessen räuperte sie sich und meinte: "Ich sehe ein allgemeines Problem in Hinblick auf den Look unserer Umgebung".

  • "Weihnachten...", murmelte Latsi und zerrte angeekelt an ihrem Glitzerkleidchen herum, "die anderen Weltenbastler... Chaos..." Irgendetwas saß ihr direkt hinter der Stirn und wollte heraus. Eine Idee? Die absolut geniale Lösung? Oder vielleicht der endgültige, gnädige Wahnsinn?
    Laut fragte sie: "Wenn ich richtig informiert bin, gab es doch da mal so ein Dämonenhuhn, oder? Wo ist das hingekommen?"
    I'm one of many, I speak for the rest, but I don't understand... (Genesis - Man Of Our Times)
  • Schon eine geraume Weile stand Vinni mit sprachlos offenem Mund in einer idyllischen Lagune. Kristallklares Wasser perlte über einen weißen Sandstrand und umspülte eine elegante Ferienanlage mit pittoresken strohgedeckten Häuschen mit Glasboden, einer riesigen rosaschäumenden Badewanne und einem romantischen Himmelbett in fliederfarbener Seide. Ein Traum für Flitterwochen – wo eigentlich ein Sumpf hätte sein sollen. Anstelle wuchernder insektenverschlingender Dschungelpflanzen standen hier blütenumrankte Palmen, anstellte quirlig herumwirbelnder Niasso hielten sich am Strand blauhäutige Kinder in Batikkleidchen an den Händen und tanzten Hula... „Arrrrrrg“ Mit diesem Schrei hastete Vinni nach Corenia, um in der großen Bibliothek Schutz zu suchen. Die moderne Glasfassade in dem innovativen Funktionsgebäude ließ Sonnenlicht in elegante Lesesäle, sacht gedämpft von den automatischen Jalousien. Hilflos taumelte Vinni zwischen die stilsicher gekleideten Coreni und griff mit zittrigen Händen nach den sorgsam eingeräumten Büchern. „Schöner Wohnen“ in gebundenen Sammelausgaben, „Kraft durch Einklang mit den Pflanzengeistern“, „Die friedliche Revolution von 832 – Blumen für die Dämonen“...
    Mit einem weiteren „Arrrrrg“ trat Vinni gegen das Weltentor, um es schnellstmöglich zum Funktionieren zu bringen (und nebenbei um die hübschen Magnet-Sticker abzuschütteln). Die Weltenbastler mussten Rat wissen, irgendwo musste doch die Nummer gespeichert sein! Endlich, ein Leuchten und der Durchgang zum Habitat. Vinni stürzte hindurch und sah sich der... Küche und den adretten Bewohnern gegenüber. Dazu registrierte sie in den spiegelnden streifenfreien Glasschreiben ihr eigenes Äußeres. Dauerwelle, pinker Lipgloss und hellblaues Kostümchen mit Feinstrumpfhosen unterm neckisch kniefreien Röckchen. Das dritte „Arrrrg“ verblasste zu einem: „Reizend, euch hier anzutreffen.“
    Mir hatten doch nüscht! Damals, kurz nach dem Krieg!
  • "Wir sollten wohl zunächst einmal eine Bestandsliste der Welten machen, die in Frage für diesen unangenehmen Zustand kommen. Die Bastler der betroffenen Welten sollten sich dann in tatkräftiger Einheit mit den Bastlern der nicht betroffenen Welten ihre eigenen Welten begutachten und einen ausführlichen Bericht schreiben, wie das Verhältnis zu der momentanen Situation in ihren Welten ist. Wir sollten dabei auch den geringsten Hinweisen auf eine mögliche Unstimmigkeit in den Welten nachgehen und prüfen woher diese Anormalien herrühren."
    Nachdem Heinrich das gesagt hatte, dachte er: Was für einen Mist habe ich da eigentlich gerade erzählt?
    -10,5 23 ∑ π
  • Als Sturmfänger den Gang entlang kam, der zur Küche führte, wurde sie beinahe vom Weihnachtsmann über den Haufen gefahren. Auf der qualmenden Bremsspur krabbelte ihm mit erstaunlicher Geschwindigkeit das Kind hinterher, es schien quietschvergnügt zu sein und machte Geräusche, die sich irgendwie nach 'Tifta, tifta!' und 'Wroooammm!' anhörten.
    Verdächtig war das an sich nicht, denn von Weltenbastlern konnte man nichts anderes als spleeniges Verhalten erwarten. Allerdings ragte der Griff einer großen Schere aus der Tasche seiner Latzhose, und es hatte Papierschnipsel in den Haaren. Einer davon hatte dasselbe flausch-grün wie Sturmis neuer Teppich.
    Kurzentschlossen fischte Sturmfänger das Kind vom Boden, während es unbeirrt weiter Krabbelbewegungen machte.
    "Tststs...! Messer, Gabel, Schere, Licht, sind für kleine Kinder nicht", mahnte sie mit erhobenem Zeigefinger (und hasste sich im selben Moment dafür). Das Kind war davon gänzlich unbeeindruckt, es hatte inzwischen die Arme wie Flügel ausgestreckt und machte mit der Zunge eifrige Propellerkreiselbewegungen.
    Sturmfänger quetschte sich an den aufgeregten Habitatbewohnern vorbei in die doch sehr veränderte Küche und hängte das Kind an den Trägern der Latzhose kurzerhand an den Lampenschirm überm Tisch. Woraufhin das Kind vor Vergnügen kreischte und wild zappelnd zu schaukeln begann.
    "Verehrte Mitbewohner! Wäre es möglich, daß diesem süßen kleinen Fratz eine gewisse Mitverantwortung an dieser Misere zuzuschreiben ist? Oder ist das Kind wie wir alle nur ein unschuldiges Opfer all dieser Verschönerungen unseres geliebten Heims?" Sturmfänger seufzte theatralisch (eigentlich war ein gereiztes Grollen beabsichtigt gewesen). "Sieht sich irgendeiner von euch in der Lage, ein wie auch immer geartetes Hilfsmittel zu besorgen, mit dem wir entweder die Gedanken dieses Kindes oder die unmittelbare Vergangenheit erforschen können?"
  • Leise öffnete sich eine Tür einen kleinen Spalt und T.J. schaute, müde und verpennt, hindurch, die Hand vor den Augen, da er noch nicht an das helle Licht und das ganze strahlende Neon- und Chromzeug gewöhnt war.
    "Was macht ihr denn da für einn Krach, da kann ja kein Mensch schlafen! Und wenns um Kinder geht, dann sucht halt den Shark, der is doch unser Haus- und Hofpädagoge."
    Er gähnte herzhaft
    "Ausserdem weiss ich garnicht, was ihr habt! Ein wenig ungewohnt vielleicht...das Bett in dem ich grad gelegen hab ist vielleicht ein wenig Kitschig und mein Zimmer sieht ein wenig anders aus als sonst, aber das ist doch noch lange kein Grund, hier so nen Aufstand zu machen...jetzt geh ich erstmal in meiner Privatküche frühstücken. Will wer mit nen Tee oder Kaffee trinken?"
  • "Privatküche?" seufzte Veria: "Das erinnert mich daran, dass ich jetzt auch eine habe!" Sie versuchte, das Gesicht zu verziehen, aber es blieb beim Zahnpastalächeln. "Ich will meinen Campingkocher wieder zurück!"
    Don't diagnose and drive.

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