"Glasierte" Ebene

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    • "Glasierte" Ebene

      Wenn ich eine Ebene einer Temperatur aussetze, dass die Oberfläche kurz anschmilzt und dann wieder erstarrt, kann ich dann einen glasartigen Überzug bekommen?
      Ich gehe dabei davon aus, dass ales Organische bei dieser Gelegenheit verbrennt.
      Hält ein solcher Überzug einige Jährchen, oder zerbröselt das nach der ersten Sommer/Winter Periode?
    • RE: "Glasierte" Ebene

      Sollte im Prinzip möglich sein, unter einigen Bedingungen:
      - die Ebene besteht hauptsächlich aus Sand (je feiner desto besser)
      - du hast entweder Temperaturen uber 1700°C oder noch Soda oder Pottasche rumliegen (Meerespflanzen auf Sand?), dann reichen ca. 1450°C

      Ich bin jetzt kein Spezialist für Erosion, aber ich würde vermuten, daß diese Schicht schon einige Zeit halten kann. Am kritischsten sind für so etwas wohl große Temperaturunterschiede, die führen wahrscheinlich recht schnell zu Rissen und Spalten.
      Wenn Gott allwissend ist, weiß er dann auch wie Papiertaschentücher schmecken?
    • Also wenn ich das recht in Erinnerung habe, berichteten die Soldaten, welche bei dem ersten Atombombentest dabei waren, dass sie danach auf sehr körnigem Glas gelaufen sind. Aber da ist ja alles auch durch eine relativ schnelle Reaktion eingeschmolzen. Für eine glatte und zusammenhängende Glasfläche nehme ich an, dass du deine extrem hohe Temperatur über längere Zeit konstant halten musst. Und das über die gesammte Fläche verteilt.

      Wie dick und eben die Fläche dann ist, hängt wohl auch von der Dauer des Schmelzens zusammen. Wenn es sich um eine Wüste handelt (was ja nahe liegt wegen dem vielen Sand ;)), wirst du aber wohl Probleme mit den hohen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht haben, die schnell dafür sorgen KÖNNTE (Ich bin kein Experte, ich versuche nur, mir das grade irgendwie zusammenzureimen), dass die Fläche spröde und rissig wird. WObei ich mir dabei garnicht so sicher bin... weil diese Glas-Ebene könnte einen Großteil der Strahlung wieder zurückwerfen, wodurch es tagsüber garnicht mehr zu einer großen Erwärmung kommt.

      So... und jetzt berichtige mich bitter wer, der Ahnung von dem Thema hat ;D
      Essen ist die wichtigste Mahlzeit am Tag :dozier:
    • ich glaub, Obsidian ist ein gutes Stichwort, Überbegriff Vulkanisches Glas... Müßte bei vulkanischen Aktivitäten funktionieren, auch bei den genannten Atombomen. Ich erinnere mich gelesen zu haben, daß es solche Stellen auch in irgendwelchen Wüsten (?) geben soll, fernab von Vulkanen, woraus dann sofort Herr Däniken auf außerirdische Start- und Landeplätze schlußfolgerte. %-)

      Die Haltbarkeit würde ich auf die Umweltbedingungen abstellen - wenn es eine glatte Fläche ohne Sprünge (und Angriffstellen) ist, womöglich noch in ausgeglichenem Klima ohne große Temperaturschwankungen, kann ich mir die recht haltbar vorstellen. Andererseits, wenn der Fels darunter lose ist, könnte die Glasebene auch bei jedem Schritt zersplittern, was dann natürlich für Errorion Ansatzpunkte gibt. Aber eine Ebene mit kleinen scharfen Glassplittern stell ich mir auch recht... unwirtlich vor. Autsch...
      Mir hatten doch nüscht! Damals, kurz nach dem Krieg!
    • Joah, ich stelle mir nur vor, dass durch so eine Atombombe das ganze sehr "zerissen" wird (also im Sinne von recht puröses, splitterndes Material), weil da halt nicht nur die Temperatur zum Schmelzen, sondern auch ne ganz schon heftige Druckwelle mitspielt, welche ja bekanntermaßen auch mal eben Stahlkonstrukte verbiegt usw.
      Essen ist die wichtigste Mahlzeit am Tag :dozier:
    • Ja, das denke ich auch. Ich hab auch bei wikipedia nachgelesen, daß es Glasentstehung bei Meteoreinschlägen gibt, aber auch da wird die Glasschmelze in Tropfen zerrissen, die dann einzeln abkühlen, oft weit vom Einschlagort entfernt. Eine zusammenhängende Ebene kann wohl kaum durch eine Explosion entstehen, da bräuchte man eine Hitzeeinwirkung, die längere Zeit (vielleicht 10 Minuten) recht gleichmäßig wirkt. Was für Temperaturen werden denn in Feuersbrünsten erreicht? Die würden nämlich gleich noch die Pflanzenasche für die Schmelzpunkterniedrigung liefern.
      Wenn Gott allwissend ist, weiß er dann auch wie Papiertaschentücher schmecken?
    • Danke schon mal. Ich brauch also etwa 10 Min. eine nicht explosive Hitze von 1700°, oder 1450°, wenn ich geeignete Asche habe. Dazu Sand (Quarzsand) oder vulkanisches Gestein.
      Wie ist es, wenn zu Anfang eine Explosion da ist, Die Hitze aber danach eine Zeit lang anhält?
      Dass Feuersbrünste diese Temperaturen ergeben kann ich mir kaum vorstellen. Die höchste Temperaturangabe, die ich auf die Schnelle für Holzkohle gefunden habe war 1120°. Das war im Zusammenhang mit Verhüttungsversuchen, also wohl unter möglichst idealen Verbrennungsbedingungen.

      Das ganze liegt auf Swyrtr, da kann ich es schon mal Phosphor oder anderes Zeug regnen lassen. Zur Not in Kombination mit einem Brandbeschleuniger.
    • Dazu Sand (Quarzsand) oder vulkanisches Gestein.

      Je feiner dein Material am Anfang ist, desto kürzer mußt du es erhitzen.

      Danke schon mal. Ich brauch also etwa 10 Min. eine nicht explosive Hitze von 1700°, oder 1450°, wenn ich geeignete Asche habe... Dass Feuersbrünste diese Temperaturen ergeben kann ich mir kaum vorstellen. Die höchste Temperaturangabe, die ich auf die Schnelle für Holzkohle gefunden habe war 1120°

      Ich weiß nicht genau, wie weit man mit der SChmelztemperatur herunterkommen kann. Reines SiO2 hat 1700!C (Eigentlich sogar ein bißchen mehr). Je mehr einwertige Ionen (Natrium - Meerpflanzenasche oder Kalium - Landpflanzenasche) du einbaust, desto niedriger wird der Schmelzpunkt. Reines Natriumoxid schmilzt bei 1132°C, da wirst du also nicht drunter kommen. Aber das ist schon verdammt nahe an der Tenperatur für das Holzkohlefeuer. Das könnte man eigentlich schon gelten lassen.

      Wie ist es, wenn zu Anfang eine Explosion da ist, Die Hitze aber danach eine Zeit lang anhält?

      Die Explosion bläst dir halt Material weg. Du wirst dann wohl auf jeden Fall einen Krater haben. Ob danach noch Sand vorhanden ist, hängt wohl davon ab, wieviel Sand am Anfang da war.

      edit:
      vielleicht könnte ein pyroklastischer Strom die nötige Hitze liefern. Ich hab gerade nur eine Temperaturangabe von 700°C gefunden, aber irgendwie meine ich, mich an höhere Werte für den Ausbruch des Mt. Pele erinnern zu können.
      Wenn Gott allwissend ist, weiß er dann auch wie Papiertaschentücher schmecken?
    • RE: "Glasierte" Ebene

      Original von Hans
      Wenn ich eine Ebene einer Temperatur aussetze, dass die Oberfläche kurz anschmilzt und dann wieder erstarrt, kann ich dann einen glasartigen Überzug bekommen?

      Wenn es einfach nur um den glasigen Überzug geht, dann würde ich tendentiell erher zu biogenem Glas neigen. Du hast also ein Lebewesen (deiner Wahl), das ähnlich wie z.B. die Algenmatten, die Stromatolithe produzieren, funktioniert, nur eben anstelle von Kalk Kieselsäureschichten ablagert.
      Ansonsten, um Glas aus einer Gesteinsschmelze zu erzeugen ist es erst einmal egal wie die Gesteinsschmelze entsteht, sie muss einfach nur da sein. Damit dann aber daraus Glas entsteht muss die Schmelze unglaublich schnell wieder abkühlen, quasi schockgeforstet (gefrostet ist natürlich übertrieben) werden.
      Ansonsten würden sich nämlich die Atome wieder zu einem Kristallgittet ausrichten.

      Hält ein solcher Überzug einige Jährchen, oder zerbröselt das nach der ersten Sommer/Winter Periode?

      Definiere Jährchen. Glas an sich ist metastabil, d.h. unter den Gegebenen Bedingungen könnte eigentlich kein Glas existieren und es muss sich eigentlich in Stoffe umwandeln, die existieren können, aber die Umwandlung geht so langsam vor sich, dass man es über "kurze" Zeiträume als stabil betrachten kann.
      Einige Jahre hält es garantiert, bei einem Jahrtausen können bereits erste Kristallneubildungen erfolgen, die das Glas zerstören.

      Original von Hans
      Danke schon mal. Ich brauch also etwa 10 Min. eine nicht explosive Hitze von 1700°, oder 1450°, wenn ich geeignete Asche habe. Dazu Sand (Quarzsand) oder vulkanisches Gestein.

      Du brauchst eine Gesteinsschmelze, die möglichst siliziumreich ist.
      Die kann aus Quarz entstehen, muss aber nicht. Jeder Sand- und Tonstein müsste schon reichen.
      Hitze reicht schon deutlich weniger, saure Gesteine beginnen bereits bei ca. 800-900°C mit der Anatexis, der Aufschmelzung. Das ganze unter der Voraussetzung, dass Wasser und/oder CO2 als fluide Phase mit im Spiel ist, aber das lässt sich praktisch nicht vermeiden, kann also als gegeben gesehen werden.

      Wie ist es, wenn zu Anfang eine Explosion da ist, Die Hitze aber danach eine Zeit lang anhält?

      Dann bekommst du kein Glas. Wenn die Hitze anhält und die Schmelze Zeit hat sich langsam abzukühlen, dann werden Kristalle entstehen.


      @ Obsidian: Der entsteht als sog. Pyroklastika, d.h. bei explosiven Vulkanen, die Lava Kilometter hoch in die Athmossphäre schleudern, woraufhin diese Lavabrocken schock"gefrostet" werden und daher zu Glas erstarren.
      Zwar kommt auch anderes vulkanisches Gestein vor, aber das ist immer Bestandteil eines Gesteines und damit kein wirklich reines Glas.
    • RE: "Glasierte" Ebene

      Original von Yoscha
      Wenn es einfach nur um den glasigen Überzug geht, dann würde ich tendentiell erher zu biogenem Glas neigen. Du hast also ein Lebewesen (deiner Wahl), das ähnlich wie z.B. die Algenmatten, die Stromatolithe produzieren, funktioniert, nur eben anstelle von Kalk Kieselsäureschichten ablagert.

      Das ist auch eine interessante Methode. Währen Lebewesen denkbar, die das schnell genug machen, um als biologische Waffe eingesetzt zu werden? Sie brauchen weiter nicht überlebensfähig zu sein.

      Ansonsten, um Glas aus einer Gesteinsschmelze zu erzeugen ist es erst einmal egal wie die Gesteinsschmelze entsteht, sie muss einfach nur da sein. Damit dann aber daraus Glas entsteht muss die Schmelze unglaublich schnell wieder abkühlen, quasi schockgeforstet (gefrostet ist natürlich übertrieben) werden.
      Ansonsten würden sich nämlich die Atome wieder zu einem Kristallgittet ausrichten.

      Würde ein Schneesturm hierfür ausreichen?

      Definiere Jährchen. [...] bei einem Jahrtausen können bereits erste Kristallneubildungen erfolgen, die das Glas zerstören.

      Das reicht leicht.

      Du brauchst eine Gesteinsschmelze, die möglichst siliziumreich ist.
      Die kann aus Quarz entstehen, muss aber nicht. Jeder Sand- und Tonstein müsste schon reichen.

      Wunderbar.
    • RE: "Glasierte" Ebene

      Original von Hans
      Das ist auch eine interessante Methode. Währen Lebewesen denkbar, die das schnell genug machen, um als biologische Waffe eingesetzt zu werden? Sie brauchen weiter nicht überlebensfähig zu sein.

      Ein Schachtelhalm schafft es in einem Jahr ein Skelett aufzubauen, das zu ca. 7% aus Kieselsäure besteht.
      Noch schöner wird es bei Kieselschwämmmen, Diatomeen und Radiolarien, die ihr Skellett völlig aus Kieselsäure aufbauen.
      Ein Diatomeensediment kann eine Sedimentationsrate von bis zu 1mm pro Jahr aufweisen (extremster Höchstwert zugegebenermaßen).
      Also eine 1mm dicke Schicht, die ein Gebiet undefinierter Größe bedeckt.
      Imho sind solche Viecher denkbar.


      Würde ein Schneesturm hierfür ausreichen?

      Das Problem ist weniger die Außentemperatur, als die Innentemperatur ;).
      Es gibt vulkanische Gesteine, bei denen ein kristalliner Kern von einer glasigen Schicht umgeben wird, die äußere Schicht wurde zwar schnell abekühlt, aber das Innere blieb noch lange heiß.
      Auch bei Meteoriteneinschlägen oder Atombomben wird nicht alles zu Glas.

      Wie dick soll die Glasschicht den sein, welche Farbe und wie sind deine bisherigen Ideen zur Erstellung?