Die Welten der Ghibli-Filme

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    • Die Welten der Ghibli-Filme

      Aus aktuellem Anlass, weil meine Welt von einem davon (und von Mieville) inspiriert wurde und weil ich doch dann mal Lust hätte da im einzelnen drüber zu reden ;D
      Es soll aber explizit um die beschriebenen Welten gehen, nicht um Filmkritiken.

      An Filmen habe ich bisher gesehen:
      Chihiro
      Spielt eigentlich ja in unserer Welt, doch abseits davon existiert ein shintoistisch-inspiriertes Zauberland.
      Die Story findet ja größenteils in einem Badehaus für Shintogötter statt (mit Dampfmaschinen betrieben *mjam), es wird aber auch ein duch seichtes Wasser führendes Schienenetz, ein Sumpf und die vor besagtem Badehaus liegende Stadt gezeigt.
      An Wesen sind mir vor allem im Gedächtnis geblieben: Hungrige, schwärzliche Geister mit Masken im Gesicht, Froschdiener, Kohlestückchen schleppende, süsse kleine Wesen die einem spinnenarmigen Alten dienen, Faul- und Flussgott in einer Person, ein Drache/Junge der eigentlich ein verzauberer Fluss war *sic und eingies mehr. Eine sehr bunte märchenhafte und faszinierende, irreale Welt.

      Die letzten Glühwürmchen
      Spielt eigentlich vollständig in unserer Welt zu Zeiten des zweiten Weltkrieges. Der einzige Grund warum er eigentlich in diese Liste Aufnahme findet ist das er ein einziges übernatürliches Element beinhaltet: Geister.

      Prinzessin Mononoke
      Ein Märchen um Umweltzerstörung und Fortschritt, den Konflikt zwischen Mensch und Natur das in einer Fantasy Welt spielt die an die japanische Muromachi-Zeit angelehnt zu sein scheint.
      Außer Dämonen sind die fantastischen Kreaturen hier vor allem Waldbewohner. Große Tiere wie Wölfe und Wildschweine. Ein entfernt hirsch-artiger Waldgott und kleine, putzige Baumgeister. Auch hier scheint die Quelle vor allem die japanische Mythologie zu sein.

      Nausicaä und das Tal der Winde
      Nach den "7 Tagen des Feuers" ist die Welt zerstört und ein giftiger Pilzwald, bevölkert von riesenhaften Insekten breitet sich aus. In abgeschlossenen Gebieten leben die letzten Menschen, immer in Angst das die Pilzsporen auc hin ihre Refugien eindringen könnten.
      Es gibt Reitvögel und jede Menge fremdartiger Insekten. Luftschiffe, moderne Technik gemischt mit Ritterrüstungen und Schwertkampf. Wie sich im Film herrausstellt ist nicht der giftige Wald das eigentlich "Böse" sondern die Menschheit.

      Das fliegende Schloss
      Spielt in einer Welt die an den Anfang des 20sten Jahrhunderts angelehnt zu sein scheint. Es gibt wiederum Luftschiffe die ein bestimmendes Element des Films sind.
      Die Technik ähnelt der in "Nausicaä" aber der allgemeine Eindruck ist moderner.
      Auch in dieser Welt gab es eine große Katastrophe, die einer vergangenen, fliegenden Zivilisation eine Ende bereitet hatte. Spuren dieser Katastrophe könnten die auffälligen, von Kratern geprägten Landschaften sein. Ein letztes Relikt der alten Zivilisation ist die fliegende Insel "Laputa" die von einem magischen Flugstein in der Luft gehalten wird. Diese Flugsteine sind aber zu weitaus mehr in der Lage als nur Flugfähigkeit zu verleihen wie zB das Mädchen Chita zeigt das ebenfalls einen solchen besitzt.
      Zusätzlich zu Magie gibt es hier auch Kampfroboter die eigentlich einen friedlichen Charakter zu haben scheinen, sich aber leicht instrumentalisieren lassen. Diese Roboter verfügen über eine gewaltige Zerstörungskraft.

      Das wandelnde Schloss
      Die Welt des "wandelnden Schlosses" ähnelt abgesehen von Steampunk-Elementen wie (wieder) Luftschiffen und dem titelgebenden Schloss irritierenderweise einer mit Magie durchtränkten Heidi-Idylle.
      Fachwerkhäuser, Zwirbelbärte und passende Klamotten geben dem Setting den Rest...trotzdem ganz unterhaltsamer Film. Magie in vielfältigen Formen spielt eine größere Rolle als in den anderen Filmen (abgesehen von Chihiro). Auffällige Kreaturen sind zB ein Feuerdämon, Fledermausdämonen, eine Vogelscheuche und sogenannte Gummimänner.

      So die Übersicht ist unvollständig, und ihr habt dem sicher noch etwas hinzuzufügen.
      Aber sie steht schon mal.

      Ich finde die Ähnlichkeiten in den Welten der drei letztgenannten Filmen ziemlich auffällig, und hatte zeitweise sogar die Vermutung sie könnten in derselben Welt (möglicherweise zeitversetzt) spielen.
      Aber warum sollte sich die Welt in einigen Aspekten grundlegend ändern während die Technik (Luftschiffe) gleich bleibt. Ich weiß ja das Miyazaki ein ziemlicher Flugzeugfan ist, wahrscheinlich sind die Luftschiffe also nur ein Steckenpferd. Trotzdem wäre es interessant mehr Hintergrundinfos zu den einzelnen Welten zu bekommen. Weiß jemand wo sowas zu finden sein könnte ?
      Es gibt ja zu einzelnen Welten auh Mangas, die ich aber noch nicht gelesen habe. Hat da mal jemand reingeschaut und kann mir sagen ob sich das lohnt?
    • RE: Die Welten der Ghibli-Filme

      Nun, wie es beim FILM zum Wandelnden Schloss nun genau aussieht weiss ich nicht, aber zum Buch weiss man eigentlich relativ gut, "wo", dh. in welcher Art von Welt, es spielt - in einer fuer Diana Wynne Jones typischen Parallelwelt zur Erde. Die meisten ihrer Geschichten spielen in solchen Parallelwelten und beinhalten auch meist einen Weltenwanderer. Die Welten scheinen alle im gleichen Multiversum angesiedelt zu sein und unterschiedlich viel Magie zu enthalten und haben jeweils leicht anders verlaufende Historien.
      Nun wurde natuerlich im Film sehr vieles umgedeutet und teilweise etwas... entstellt (vor allem sinnmaessig), insofern ist da natuerlich alles denkbar.
      Roald Dahl, Revolting Rhymes, Little Red Riding Hood and the Wolf:
      The small girl smiles. One eyelid flickers. / She whips a pistol from her knickers. / She aims it at the creature's head / And bang bang bang, she shoots him dead.
      A few weeks later, in the wood, / I came across Miss Riding Hood. / But what a change! No cloak of red, / No silly hood upon her head.
      She said, "Hello, and do please note / My lovely furry wolfskin coat."
    • Hab mal ein bisschen recherchiert. Scheint als wären die Luftschiffe allein auf Miyazakis "Mist" gewachsen...also einfach ein Gimmick das er so oft wie möglich in seine Filme einbringt.

      Hat eigentlich schon jemand die Earthsea- Verfilmung gesehen? Als Le Guin-Fan würde mich das ja schon interessieren...
    • RE: Die Welten der Ghibli-Filme

      Original von mindblasted
      Die letzten Glühwürmchen
      Spielt eigentlich vollständig in unserer Welt zu Zeiten des zweiten Weltkrieges. Der einzige Grund warum er eigentlich in diese Liste Aufnahme findet ist das er ein einziges übernatürliches Element beinhaltet: Geister.

      He, die gibts doch hier auch ;)
      Ne, "Die letzten Glühwürmchen" zählt für mich nicht dazu. "The Sixth Sense" ist für mich auch kein Fantasyfilm, der in einer Fantasywelt spielt ;)
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      Jedes Tier sollte stolz sein, wie Grillgut auszusehen. Besser als wenn man hinschaut und sagt: "Nette Suppeneinlage." (Mara)
      The limit of the Willing Suspension Of Disbelief for a given element is directly proportional to its degree of coolness.
    • RE: Die Welten der Ghibli-Filme

      Hm, ein paar Filme fehlen mir irgendwie noch in der Liste:

      Porco Rosso
      Eine Art alternative Geschichte, irgendwo im Italien nach dem 1. WK angesiedelt. Der "Held" ist Kampfpilot und durch einen Fluch in ein Schwein verwandelt worden. Er arbeitet als eine Art Auftragsbanditenjäger, welche natürlich ebenfalls in Flugzeugen angreifen.

      Kiki's Delivery Service
      Wieder eine Art Paralellwelt, welche wohl außer dem Vorhandensein von Hexen und einer Art Magie aber relativ stark wieder an ein Europa der Jahrhundertwende erinnert.

      The Cat Returns
      Spielt in der realen Welt, nur gibt es noch eine zweite Welt, ein Königreich der Katzen, wo diese nicht nur aufrecht gehen, sondern auch sprechen können.
      Ein Mädchen rettet eine Katze, welche der Prinz dieses Königreichs ist, und wird dann zu dessen Braut auserwählt und reist auch dorthin...
      Meiner Meinung nach der schrägste Ghiblifilm.


      Diese beiden sind eher grenzwertig, da sie in der "realen" Welt spielen, aber gewisse fantastische Elemente enthalten bzw. real gewordene Mythen:

      Tonari no Totoro
      Spielt wohl im modernen, ländlichen Japan, und geht um zwei Mädchen und "Tontoro" eine Art Naturgeist der in einem riesigen, nahe gelegenen Baum wohnt.

      Pom Pocko
      Japanische Marderhunde (Tanuki), die laut japanischer Mythologie (genau wie Füchse) das Formwandeln beherrschen, werden von der Expansion von Tokio, immer weiter zurückgedrängt, bis sie zurückschlagen...



      Ich finde die Ähnlichkeiten in den Welten der drei letztgenannten Filmen ziemlich auffällig, und hatte zeitweise sogar die Vermutung sie könnten in derselben Welt (möglicherweise zeitversetzt) spielen.

      Auf diese Idee bin ich nun noch nie gekommen, soweit ich weiß soll diese Art von Architektur, ich ich zumindest oft als "deutsch" empfinde, in Japan einfach als Symbol für Idylle verstanden werden. Das erwähnen von "Heidi-idylle" deutet ja darauf hin, das es bei uns gar nicht so unähnlich ist. ;D
      Falken haben doofe Ohren
    • Ich hab ja nur die Filme aufgezählt zu denen ich auch was sagen konnte...

      "Heidi-idylle"


      Bevor es jetzt so wahrgenommen wird, das ist garantiert nicht meine persönliche "Idylle" ;D
      Wird aber im Film als solche dargestellt.

      Ich bezog mich mit den Ähnlichkeiten aber auch eher nicht auf die Architektur sondern Kleidungstile und vor allem die verwendete Technologie die in den 3 Filmen sehr ähnlich ist. Obwohl die Architektur ja in "Laputa" auch vorkommt...

      Pom Pocko (ich hielt die Viecher ja für ne Art Waschbären) hab ich Auschnittsweise in ner Schule für Trickfilm-Animation gesehen die ich mir mal angeguckt hatte. Wußte aber längere Zeit nicht mal den Namen des Films.