Prostitution und eure Völker

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    • Pilger schrieb:

      Wie das bei der Menscheheit größtenteils läuft, kennt man ja. Wenn ich jetzt aber nur mal Elfen und Zwerge nehme, kann ich mir nicht vorstellen, dass die mal so ganz locker flockig und freiwillig Anschaffen gehen würden. Jedefalls nicht auf Norn

      Pilger schrieb:

      Wie macht ihr das mit Euren Völkern? Haben die da keine Hemmung, womöglich keine Kunden im eigenen Volk oder ist das Thema ein völliges Tabu, nicht nur in der jeweiligen Kultur, sondern auch tatsächlich in den Köpfen der Leute?


      @ Veria: eben das es von Ort zu Ort variiert, und sich nicht pauschal für eine ganze Rasse oder gar die Welt sagen lässt. Beispiele:

      In Eritra (Vorherschende Rassen: Menschen, Maschinen und Ratz) gilt eine Vermischung als undenkbar, käme es dort zu einer Rassenübergreifenden "Vereinigung" würden alle beteiligten schwer bestraft. Angehörige anderer Völker würden sowieso verfolgt. Prostitution kommt aber innerhalb der einzelnen Gruppen vor, vor allem in den Ärmeren schichten. Offiziell wird sie Ignoriert und inoffiziell ist sie verpönt. In der Stadt werden bekannte "Anbieter" nicht in Wirtshäuser, Badeanstalten oder so gut wie alle anderen privat geführten öffentlichen Orten geduldet. Hinter vorgehaltener Hand wird mit besuchen bei den Damen oder Herren geprahlt, aber niemand würde es zugeben so etwas getan zu haben.

      In Nu-sahir (sehr Weltoffen, zumindest für seine Gemischtrassige Bevölkerung), ist Sklavenhaltung normal, und im Grunde kann dort jeder mit seinen Sklaven anstellen was er/sie möchte. Außerdem sind speziell Frauen verhältnismäßig günstig zu bekommen (das Reich breitet sich häufig aus und versklavt die dortigen Bevölkerungen). In Nu-sahir gibt es praktisch keine Prostitution, weil kein Markt dafür existiert (bzw übersättigt ist).

      In Arsem (einzige Rasse Elfen, andere Völker sind ihnen Zwar bekannt aber ihnen nicht wichtig) achtet man darauf das Magier nicht unkontrolliert Kinder bekommen können. Deshalb wird das Leben von Zauberkräftigen ständig im Auge behalten. Natürlich sieht man ein das auch ein Magier Bedürfnisse hat deshalb gibt es Regeln. Frauen ganz egal ob Geliebte, Prostituierte oder Zauberin müssen vor dem Akt eine Empfängnisserschwehrende Pflanze essen. Für den Rest des Volkes gilt es geht ihnen sehr gut, Frauen werden als gleichrangig wie Männer angesehen und können ähnlichen Wohlstand erreichen, da es keine Kasten oder Schichten gibt ist niemand künstlich im Nachteil. Prostitution existiert wahrscheinlich, aber sie ist selten und nicht im großen Stiel, das Volk nimmt sie nicht wahr.

      In Hümeit ist es für eine Frau eine Schande mit 25 Jahren noch keinen Mann zu haben (also Verheiratet zu sein). Der Gesellschaftliche Druck ist so groß das solche Frauen entweder freiwillig gehen, Verstoßen werden oder eine besondere Form des Auswegs nutzen müssen (dazu gleich mehr). Das mit dem alleine bleiben liegt häufig nicht an fehlenden Vorzügen einer Frau, ganz im Gegenteil. Männer von Stand die eine bestimmte Frau haben möchten, die aber sie nicht wollen sorgen dafür das diese Frau alleine bleibt, das oft mit unfreundlichen Mitteln und bieten sich ihnen dann wieder an.
      Die betroffenen Frauen haben aber nun die Möglichkeit zum dortigen Windsänger-Tempel zu gehen, und dort einen Geistlichen Patron zu finden. Jemanden der später sagt er hätte etwas mit der Frau (egal ob es wirklich so ist, einige Patrone bestehe wohl darauf, andere tun es auch aus Freundlichkeit oder gegen Geld) als Geliebte eines Geistlichen erlangen die Frauen Ansehen und Stand (sie kann die ungewünschten Annäherungsversuche des Mannes als Sündhaften Akt unter strafe stellen lassen) und können unverheiratet in Ihrer Heimat bleiben. Eine Geliebte ist ja nicht Verheiratet und deshalb kann sie später immer noch normal eine Familie Gründen.

      Im Reich Nifen (Vorherschende Rasse Mensch), ist es vor allem im Adel beliebt geworden Halbelfischen Nachwuchs zu haben, also Langlebigere Kinder. Das trifft sich in sofern gut das es eine kleine Elfenpopulation nördlich des Reiches gibt. Die Reichen bieten sehr große Summen einer Elfe die bereit ist mit dem Adligen ein Kind zu haben. Oder die Adlige zu Schwängern. Diese Modeerscheinung (Halbelfische nächste Adelsgeneration) wird in der Zukunft sicher folgen haben, und es sind nicht all zu viele Elfen die sich mit dem Angebot locken lassen.

      Physische Besonderheiten einzelner Rassen können weitere Komplikationen mit sich bringen. Unsere Leos machen jedes Jahr eine Phase der "Rolligkeit" durch. Männliche werden ca 2 Wochen lang hoch Territorial und Aggressiv und Besitzergreifend, währen weibliche anhänglich werden und ihre Ansprüche gegen 0 gehen. Der Zeitpunkt unterscheidet sich Individuell voneinander. Männliche Leos stellen in der Zeit eine ernstzunehmende Gefahr dar, denn die Kontrolle zu behalten fällt ihnen, vor allem während der ersten male äußerst Schwer. Weibliche Leos sind in der Zeit leicht auszunutzen...
    • Ich tendiere zumindest zu dem Teil, dass ein bereits geprägter Alb danach nicht nochmals geprägt werden kann. Das bedeutet dann zumindest mal auf jeden Fall, dass Prostituierte zwingend einen "Ehepartner" haben müssen, bevor sie ihren Beruf ausüben dürfen, sonst hätten sie den erstbesten Freier an der Backe.

      Auch eine Vergewaltigung sollte tunlichst mit keiner Jungfrau erfolgen, der Vergewaltiger tut sich damit keinen Gefallen.

      Wenn er nicht zweimal geprägt werden kann, ist das für ihn dann doch nicht lethal, oder?
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Auf Earon ist die Prostitution von Kultur zu Kultur unterschiedlich, aber vor allem im Alten Reich gibt es eine große Differenz zwischen mehreren Gruppen von Prostituierten. Da gibt es nämlich die Tempelprostituierten, die ein sehr hohes Ansehen genießen und bei denen es sogar Glück bringen soll, mit ihnen zu schlafen. Hinterher werden sie im Tempel weiterhin gepflegt und werden auch des öfteren nach Rat gefragt, da sie sehr weise sein sollen. Die andere Gruppe der Prostituierten findet sich in dreckigen Gassen und ist alles andere als beliebt. So manche(r) wurde schon hingerichtet, einfach, weil man ihr (oder ihm) ein Verbrechen in die Schuhe geschoben hat und das dann einfach nicht weiter untersucht wurde. Und männliche Prostituierte sind generell weniger gut angesehen, aber dennoch zahlreich vorhanden.
      Bei den Zwergen sieht das etwas anderes aus, da es dort offiziell keine Prostitution gibt und in vielen Zwergenstädten sowas mit dem Tod bestraft wird. Aber es gibt die Kurzehe, nach der eine Ehe in vielen Städten eine halbe oder ganze Stunde dauern muss. Das Vermögen der Ehepartner bleibt dabei nach der Scheidung dort, wo es herkam.
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    • Das hängt von der Stadt ab. Da die Zwerge keinen gemeinsamen Staat kennen, sondern nur unzählige Stadtstaaten sind da auch die Vorschriften recht unterschiedlich. In der einen Stadt muss man einen Beamten aufsuchen, die vollständigen Namen nennen und noch einige andere Angaben machen. Fertig. In der nächsten Stadt reicht ein gemeinsam unterschriebenes und gesiegeltes Pergament und eine Stadt weiter hat man die Bürokratie schlechthin und ist dann vielleicht länger damit beschäftigt, die Ehe zu schließen und wieder zu scheiden, als die Ehe selbst dauert ;D
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    • Wissen die Zwerge, dass das ganze wohl nur zur kurzzeitigen Legalisierung ihrer Prostitution dient? Welche offizielle Begründung hat denn die Existenz einer Kurzehe, die muss ja zu irgendwas nütze sein? Oder gehts darum, dass Geschlechtsverkehr außerhalb einer offiziellen Verbindung verboten ist aus religiösen, moralischen Gründen?

      Scheint mir so wie in den alten Filmen, wo ein Pärchen für ein paar Stunden lang im Hotel ein Doppelzimmer bucht. Da wusste jeder, worum es geht.
    • @Kurzehe: das is ja mal ne coole Idee ;D :thumbup: Gefällt mir!
      @Nevada: ich denke mal, dass einfach von der Obrigkeit "geduldet" ist. Vielleicht ist das mit der Stunde noch ein Überbleibsel irgendeines alten Gesetzes, was halt mal festgelegt wurde (nach dem Motto: man hat nach der Trauung noch eine Stunde Zeit, sein Wort zu widerrufen). Dass es zur Umgehung des Prostitutionsgesetzes mißbraucht werden kann, stellte man dann vielleicht erst später fest, hat es aber trotzdem gelassen, weil man insgeheim ja meist doch einsieht, dass man es nicht völlig unterbinden kann bzw. die Kriminalisierung schädlicher ist als das Dulden im bestimmten Rahmen.

      @Dreigeschlechtlichkeit: Sorry, hab anscheinend schon länger nicht mehr hier hereingeschaut... :-[

      Jundurg schrieb:


      Auch eine Vergewaltigung sollte tunlichst mit keiner Jungfrau erfolgen, der Vergewaltiger tut sich damit keinen Gefallen.

      Wenn er nicht zweimal geprägt werden kann, ist das für ihn dann doch nicht lethal, oder?

      Gut, ich ging jetzt unterbewußt davon aus, dass der Vergewaltiger seinerseits noch nicht geprägt wurde (was ja dann ziemlich blöd wäre) - du hast recht, wurde er schon geprägt, dann würde er mit der Vergewaltigung einer Jungfrau zwar diese auf sich prägen, was ihm aber egal sein kann. Wenn er sie nicht ohnehin umbringt, tut das Mädchen es vermutlich aus eigenem Antrieb.

      kensen468 schrieb:

      @Gomeck
      Ds mit dem dritten Geschlecht interessiert mich schon lange, ich habe im Stillen deine Beschreibungen in verschiedenen Threads mitgelesen und warte sehnsüchtigst darauf, aufgeklärt zu werden ( ;D )

      Assantora schrieb:


      Oh, Gomeck, dass hat ja fast etwas philosophisches, aber drei Geschlechter? Wie darf ich mir das denn vorstellen? Kann dann jedes Geschlecht mit zwei anderen kopulieren? Also Männlein kann mit Weiblein und dem Dritten Geschlecht Nachwuchs zeugen, oder werden nur Frauen schwanger?

      Hier verweise ich vielleicht der Einfachheit halber mal an meinen Völker-Thread, das führt hier sonst zu weit ;) Nur insofern: es werden alle drei Geschlechter benötigt, um mit einem von ihnen (der Frau) Nachwuchs zu zeugen.

      Assantora schrieb:


      Also über Prostitution habe ich mir ehrlich gesagt noch überhaupt keine Gedanken gemacht. Irgendwie gefällt mir der Gedanke ganz und gar nicht, das Frauen, oder auch Männer ihren Körper für Geld hergeben. Ich bin Pazifist oder wie man das auch immer nennen soll %-)

      Nun, du magst Pazifist und Gegner von käuflicher Liebe - aber trifft das auch auf die vielen verschiedenen Völker, Kulturen und Spezies deiner Welt zu? ;) Es ist vielleicht eine einzelne Kultur vorstellbar, in der es keine Prostitution gibt, aber eine ganze WELT? Eher unrealistisch in meinen Augen.
      Etwas anderes ist es natürlich, wenn du sagst, es wird sie sicherlich irgendwo irgendwie geben, aber du willst dir darüber keine Gedanken machen ;) Das geht natürlich immer... (wer will schon etwas bebasteln, worauf er keine Lust hat?)
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      Jedes Tier sollte stolz sein, wie Grillgut auszusehen. Besser als wenn man hinschaut und sagt: "Nette Suppeneinlage." (Mara)
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    • Nevada schrieb:

      Wissen die Zwerge, dass das ganze wohl nur zur kurzzeitigen Legalisierung ihrer Prostitution dient? Welche offizielle Begründung hat denn die Existenz einer Kurzehe, die muss ja zu irgendwas nütze sein? Oder gehts darum, dass Geschlechtsverkehr außerhalb einer offiziellen Verbindung verboten ist aus religiösen, moralischen Gründen?

      Natürlich wissen die Zwerge das ;) Die Kurzehe geht auf die Vertragsrechte zurück, da es sich bei der Ehe auch um ein Vertrag handelt und ein Vertrag kann eben auch wieder gekündigt werden. Man könnte also sagen, dass sie sich entwickelt hat und daher auch nicht in Frage gestellt wird.
      Und der Geschlechtsverkehr außerhalb einer Ehe ist verboten, in erster Linie, zum Schutz vor Vergewaltigung und weil es als moralisch verwerflich gilt. Mit Religion hat das aber nichts zu tun und auch eine großartige Zeremonie gibt es nicht (Nur ein paar Verhaltenstraditionen).

      Gomeck schrieb:

      @Kurzehe: das is ja mal ne coole Idee ;D :thumbup: Gefällt mir!

      Aber geklaut 8)
      Ich hab vor kurzem ein Bericht im Fernsehen gesehen, da ging es um die Kurzehe in irgend einem islamischen Land.
      -10,5 23 ∑ π
    • Ich muss meine frühere Aussage hier mal aktualisieren.

      "Keine Prostition" auf der Insel ist veraltet. Aber am liebsten hätten es mir die Insulaner auch weiterhin nicht erzählt, denn sehr stolz sind sie drauf dann auch nicht.

      Bei den Raval (in Tuibe, Osten der Insel) gibt es männliche Prostituierte. Viele davon. Immerhin sind Raval zu etwa vier Fünfteln weiblich und nicht jede Raval möchte bis zur Hochzeit nur mit Geschlechtsgenossinnen rummachen. Es ist sogar üblich, dass Verlobte gemeinsam einen Prostituierten aufsuchen und einen flotten Dreier machen, bevor es ab ins Kloster geht, wo einer der Damen dann ein Bart wächst.
      Die Männer kriegen ihre nächtlichen Bekanntschaften üblicherweise auch ohne zu einer Prostituierten zu gehen. Nichtsdestotrotz gibt es sie, und sie werden von Frauen und Männern gleichermassen besucht.

      Auf der westlichen Hälfte der Insel ist Prostitution legal und keineswegs anrüchig, aber man gibt doch lieber nicht zu, damit zu tun zu haben. Bei den Marcoova (Süden) gibt es sie nicht - wer es dringend nötig hat, ruft nach einem/r Sklave/in. Allerdings zieht sich die Sklavereiabschaffung gemächlich durch die Stämme - im Norden bildet sich schon ein gewisser Sextourismus in die Nachbarländer heraus und früher oder später werden sie auch selbst Prostituierte haben.

      Bleibt noch Kalarien (Norden). In den grösseren Städten läuft es ähnlich wie im Westen, aber im Urwald nicht. Ja, es gibt dort Prostitution, aber nicht als Beruf. Wenn da einer ankommt und gerne Sex hätte, dann sagt jemand vielleicht ja und hätte dann halt vielleicht auch gerne etwas dafür, vielleicht aber auch nicht. Und wer einmal ja sagt, hat am nächsten Tag vielleicht keine Lust und backt lieber Teigschnecken oder schmiedet Haarnadeln.


      Veria
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    • Nachdem dieses Thema hier so eifrig diskutiert wird, gebe ich auch mal den silarischen Senf dazu.

      Die meisten Völker von Silaris halten es mit der Prostitution ähnlich wie wir. Es ist öffentlich verpönt, kommt aber trotzdem vor und sorgt immer wieder für Skandale. So wie bei uns auch spielt es sich am Rande der Legalität ab oder jenseits davon. Häufig spielen auch Drogen, Unterdrückung, Gewalt und organisiertes Verbrechen eine Rolle.

      Drei Völker halten es aber etwas anders:
      Bei den Avechain ist Prostitution verboten. Die Vorstellung, jemandem Geld dafür zu geben, um rücksichtlos die eigenen sexuellen Bedürfnisse befriedigen zu können ist mit der avechaischen Vorstellung von "Respekt" für andere Avechaieund "Gäste" (dazu bei Gelegenheit mal mehr in einem Thema zu den Avechai) nicht zu vereinbaren.
      In der Praxis sieht das dann so aus, dass Zuhälter und Menschenhändler hart bestraft werden, die Damen werden in Therapieanstalten geschickt, weil man in Avechai davon augeht, dass sich keine gesunde Frau freiwillig auf so etwas einlässt.
      Die Freier bekommen beim ersten Mal eine Verwarnung, die auch der Familie, Arbeitgeber und Nachbarn zugeschickt wird, wenn das nichts fruchtet, gibt es beim nächsten Mal eine Haftstrafe.
      So ist es den Avechai gelungen, die Prostitution zwar nicht völlig, aber doch größtenteils zu unterbinden.

      In Sarilien gibt es auch keine Prostitution. Dort hat das aber andere Gründe. Geld spielt in Sarilien nämlich keine Rolle und andere Vorteile, die es für sexuelle Gefälligkeiten widersprechen den Gesetzen. Kommt zwar trotzdem ab und an vor, wird dann aber recht hart bestraft. Da das Sexualleben aber eines der wenigen Gebiete ist, auf denen Sarilien sehr liberal ist, hat kaum jemand Probleme zum Zug zu kommen. Davon mal ganz abgesehen gilt es für sarilische Männer als sehr peinlich, für Sex Geld geben zu müssen. Dafür sind Vergewaltigungen dort verhältnismäßig häufig, und werden teilweise sogar gezielt als Verhörmittel angewandt, was allerdings eher der Heranzüchtung von Nachwuchs für die Geheimpolizei als der Befriedigung von Trieben dient. (Das ist aber wieder ein anderes Thema.)

      Bei den Tessmari, dem Nachbarvolk der Sariler ist Prostitution dagegen ein Gewerbe wie jedes andere, das gesellschaftlich völlig akzeptiert ist. Bordelle gehören in den dortigen Städten genauso zum Stadtbild wie bei uns Friseursalons, es gibt spezielle Angebote, Häuser, die sich einem bestimmten Motto verschrieben haben und vieles mehr.
      Für viele tessmarische Frauen und manche Männer aus armen Verhältnissen ist das eine relativ attraktive Option, denn wenn sie gut genug aussehen und über entsprechende Fähigkeiten verfügen haben sie auf diesem Weg Möglichkeiten an Wohlstand zu gelangen, wie ihn in Regel sonst nur magische Begabungen ermöglichen.
      Die Alternativen wären Kriminialität, Betteln oder Fabrikarbeit, wobei attraktive Frauen in kriminellen Organisationen und in Fabriken auch damit rechnen müssen, von Personen in Machtpositionen gefoltert oder vergewaltigt zu werden. Den Tessmari ist es nämlich nicht gelungen, einen wirklich funktionierenden Staat aufzubauen und so herrscht für die ärmeren Schichten meistens das Gesetz des Stärkeren.
      Dafür ist das Land für ausländische Investoren sehr attraktiv und das nicht nur, weil es so leicht ist, den Betriebsrat zu belohnen. In einem Land, wo es öfter vorkommt, dass Arbeiter/innen von ihren Vorgesetzten gefoltert und vergewaltigt werden, interessieren solche Kleinigkeiten wie Arbeitssicherheit und Umweltschutz nicht.
    • Amanita schrieb:

      was allerdings eher der Heranzüchtung von Nachwuchs für die Geheimpolizei als der Befriedigung von Trieben dient.
      Wie ist das gemeint? "Komm zur Geheimpolizei, wenn du gern Sex hättest" oder tatsächlich wörtlich die Nachwuchsproduktion?

      Veria
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    • Wörtlich. Die Mitglieder der Geheimpolizei müssen über eine bestimmte magische Fähigkeit verfügen und die ist erblich. Weil in Sarilien ja sowieso die Kinder größtenteils vom Staat aufgezogen werden, macht es auch keinen Unterschied, wenn die Mutter dem Staat nicht sonderlich treu ergeben ist, oder im Gefängnis sitzt, oder tot ist.
      Ja, die Arunier finden auch, dass es die Sariler an Achtung für die Menschenrechte sehr stark fehlen lassen. Die Sariler interessiert das aber herzlich wenig und mit der Eroberung hat es auch nicht geklappt.

      Was einvernehmlichen Sex betrifft haben die Vertreter der Geheimpolizei aber eher schlechtere Karten als andere. Jedenfalls, wenn ihre potenzielle Partnerin weiß, was sie sind. Ihre Gabe ermöglicht ihnen nämlich auch dann sehr viel über den anderen herauszufinden, wenn die Situation freiwillig zustande gekommen ist.
    • Warum züchten die Geheimpolizisten nicht einfach miteinander? Oder können nur Männer diesen Beruf ausüben? Was machen sie dann, wenn das Kind weiblich ist?

      Das passiert auch. Reicht aber nicht, weil die Gabe relativ selten ist, und es sonst zu schnell zu Inzucht kommen würde. Außerdem ist es auch kontraproduktiv, wenn die weiblichen Mitarbeiter dauernd schwanger sind. Bei der Geheimpolizei sind beide Geschlechter vertreten. Was die Berufsmöglichkeiten betrifft, ist Sarilien sehr gleichberechtigt.
      Allgemein ist es aber bei den Sarilern so, dass auf"genetisch möglichst gelungenen Kombinationen" wesentlich mehr Wert gelegt wird, als auf Dinge wie Liebe und Zuneigung. Und es wird auch erwartet, dass man gefälligst "seine Pflicht tut" und das entsprechende Kind zur Welt bringt. (Kümmern muss man sich dann ja nicht mehr unbedingt.)

      Das klingt nach einer schön menschenverachtenden Organisation.

      Definitiv. Und wahrscheinlich hätte es inzwischen auch schon Aufstände dagegen gegeben, wenn die Sariler nicht durch die missglückten "Regimewechselanstoß-Versuche" der Arunier so stark zusammengeschweißt worden wären. (Und jetzt glauben, dass sie nur durch Regime und Geheimpolizei vor der Ausrottung und/oder Versklavung durch die Arunier bewahrte werden.)
    • Was das angeht, kann ich im Moment eigentlich nur zu Haegemonia etwas sagen.

      Das Verhältnis dort ist recht unterschiedlich. Am einfachsten liegt der Fall bei den Hierokraten.
      Hierokraten haben keinen Sex. Der Akt der Fortpflanzung ist bei denen etwa so erotisch, als wenn man gemeinschaftlich pinkeln geht. Hält der Patriarch einer 'Familie' die Zeit für angebracht, steigen alle zusammen in einen Pfuhl. Hier entläßt dann jeder seinen Anteil am gemeinschaftichen Gen-Cocktail und das war's. (Es wundert dann nicht wirklich, daß sich die Brüder ein ersatzweises Betätigungsfeld gesucht haben^^)

      Merkatoren sehen das ziemlich differenziert, während des Juventums wird von ihnen vollkommene Hingabe verlangt, sich eine gute Position für die nächste Phase zu verschaffen, für Ablenkungen dieser Art ist wenig Zeit. Es gilt weder als unsittlich, noch anrüchig entsprechende Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, kommt aber in der Praxis eigentlich nicht vor. Im Excurum gilt, daß alles im Excurum bleibt, was nicht dem Fortkommen im Vigil dient. Sollte sich jemand einer höher gestellten Person für Liebesdienste zur Verfügung stellen, um sich besser zu stellen, so ist das seine eigene Sache, wie auch die Annahme solcher Zuwendungen. Das Excurum, die raumfahrende Phase des Lebens eines Merkators ist im Prinzip eine in sich geschlossene Sache, bei der nur das Ergebnis am Ende zählt, mit der man anschließend ins Vigil eintritt.
      Hier liegt der Fall vollkommen anders. Bedient man sich da der Prostitution, wird die geschlossene Ehe sofort annulliert und der schuldhafte Partner hat die andere Partei vollständig auszuzahlen, was gewöhnlich den Ruin zur Folge hat. Das betrifft Männer wie Frauen. Vigile sind sexuell unantastbar. Eine Vergewaltigung einer Vigile oder eines Vigilen wird übrigens für den Täter mit dem Tod und dessen Clan mit einer empfindlichen Entschädigung geahndet. Der Täter wird deshalb von der Gesellschaft getötet, damit der Clan selbst sich nicht bemühen muß, was er sonst zweifellos tun würde.
      Im Aurum, der Schlußphase des Merkatorlebens, ist der sexuelle Trieb mittlerweile vollkommen erloschen, sodaß kein Bedarf dafür besteht. Allerdings sind es gerade die Auren, die professionelle Dienste wahrnehmen, allerdings nicht tatsächlichen Sex, sondern entspannende Gesellschaften und Zuwendung, die zwar erotisch ist/sein kann, jedoch nicht wirklich etwas mit Sex zu tun hat.
      Da man aus merkatorischer Sicht, durch Prostitution weder Ansehen noch Wohlstand erringen kann, käme es keinem Merkator in den Sinn, eine solche Laufbahn einzuschlagen.

      Bei den Elkryss sieht es wiederum ganz anders aus. Elkryss sind seit Jahrtausenden nicht mehr in der Lage, sich natürlich durch Paarung fortzupflanzen und sind auf Invitro-Entwicklung angewiesen. Zudem pflegen sie die Tradition der Oligamie, d.h., man heiratet dort keinen Partner, sondern tritt in eine Großfamilie ein. Da bei ihnen der Sex keine Verbindung mehr mit der Fortpflanzung hat, ist er bei Elkryss zum gesellschaftlichen avanciert und hat etwa den Stellenwert einer freundschaftlichen Umarmung (mit etwas mehr physischem Einsatz). Der Prostitution im eigentlichen Sinne fehlt so jegliche Grundlage. Von anderen Kulturen wird die freimütige Einstellung der Elkryss allerdings gerne wahrgenommen.

      Für Ichtys ist der Akt etwas so privates und intimes, daß sie selbst nie auf den Gedanken kämen, aus anderen Gründen mit jemanden zu schlafen. Selbst Ichtys, die in anderen und gemischten Gesellschaften leben, haben in der Regel diese Einstellung, solange sie nicht vollkommen von anderen Ichtys isoliert aufwachsen. Im Allgemeinen hält man eisern an solchen ethischen Grundwerten fest.

      Haleph sind zu dominanzorientiert, um für solche Dienste zu 'zahlen'. Sexuelle Dienste werden hier ggf von höherstehenden verlangt oder eventuell erzwungen, ein Punkt, der nicht selten für Zündstoff im Verhältnis der Haleph zu anderen Kulturen sorgt.

      Floatern fehlt, als Synergistern, die Grundlage für nicht einvernehmliche oder oberflächliche Gmeinschaftsaktionen. Da sie selbst auch keinerlei Wirtschaftssystem benötigen und keine gesellschaftliche Rangordnung kennen, würde auch eine entsprechende Gegenleistung schwer zu finden sein.

      Drifter kann man nicht wirklich eine Gesellschaftsform nennen. Sollte jemand das Zeug haben, sich durch so etwas Vorteile zu verschaffen, tut er das. Drifter sehen alles aus seinem Aufwand/Nutzen-Verhältnis. Wenn etwas funktioniert, ist es gut.

      Gnosis und Tekten besitzen keinen nennenswerten Sexualtrieb und kopulieren tatsächlich nur zum Zwecke der Fortpflanzung.

      Unter Ipsiern ist die Psoition eines 'Besänftigers' (egal ob männlich oder weiblich) sehr hoch angesehen. Um diese zu erlangen bedarf es schon einer längeren Ausbildung in alles physischen und psychologischen Aspekten der Tätigkeit. Besänftiger nehmen auch mehr den Platz eines Psychiaters, Therapeuten oder persönlichen Beraters ein. Ein Ipsier geht nicht mal eben für eine Nummer zum Besänftiger - zumal es bei der ersten Sitzung in den aller seltensten Fällen zu sexuellen Kontakten kommt. Da der Nest- und Bruttrieb bei Ipsiern recht stark ausgeprägt, mit der modernen Gesellschaft jedoch kaum in Einklang zu bringen ist, stellenn die Besänftiger für die Stabilität ein sehr wichtiges Element dar, auch was Vermeidung interner Auseinandersetzungen angeht.
    • Nachdem ich ja nun auf Airann offiziell keinen Sport habe, muss es wenigstens Prostitution geben :freak: Hab ich beschlossen.

      Also, bei den Hime, die sich frecherweise zu den Herrschern von Belthannor aufgeschwungen haben, gibt es Prostituierte beiden Geschlechts, die auch Kunden beiden Geschlechts "offen" stehen - und das in beliebiger Kombination. Hime sind was Homosexualität angeht sehr offen, es wird in guten Kreisen sogar teilweise erwartet, dass männliche junge Aristokraten einen "besten Freund" haben, zu dem eine besondere Intimität besteht. Allerdings beschränkt sich die Prostitution auf die Aristokratie, sie ist sozusagen ein Vorrecht, das die Adeligen wahrnehmen dürfen und auch wahrzunehmen haben. Je reicher ein Adeliger, desto mehr Mätressen beiderlei Geschlechts hält er um sich herum. Dabei ist das Verhältnis ritualisiert, da der Adelige gleichzeitig eine Art Schutzpatron eines Prostituierten werden kann. Dafür steht der ihm dann zwar nicht exklusiv aber mit Vorrecht zur Verfügung und ist oft gesehener Teil seines Umfeldes. Für das übrige Volk ist die Prostitution eine Profession, die dabei hilft, Standesgrenzen zu übertreten und gesellschaftlich an Einfluss zu gewinnen. Nicht selten wählen junge Männer und Frauen freiwillig und bewerben sich in einem der Seehäuser, wie die Ausbildungsstätten und Bordelle genannt werden. Die berühmtesten von ihnen liegen tatsächlich in der Mitte künstlicher Teiche und die Freier müssen auf einem traditionellen Nachen, dem Fu, übersetzen. Die Farbe der käuflichen Liebe ist in Belthannor übrigens Grün, da die Häuser der Prostituierten traditionell mit grünen Stoffen verhängt sind. Delikaterweise kann Grün aber auch die Unschuld repräsentieren, so dass da ganz schöne Zweideutigkeiten möglich sind. Übrigens umfasst der Beruf des Prostituierten in Belthannor neben dem eigentlichen Akt auch sehr viel mehr, hier sind es vor allem musische und poetische Fähigkeiten, die geübt und gefragt sind. Das führt dazu, dass Musiker (ohne Prostituiertennebeneinkunft) eigentlich immer Musiker fürs Volk sind - also irgendwie so wie der Unterschied zwischen einem Schlagersänger und einer Violinistin bei uns. In selteneren Fällen kommt es aber auch vor, dass ein musikalisches Genie echt nicht aussieht und damit als Prostituierter keiner Chance hätte - und trotzdem einen Mäzen oder Gönner unter den Adeligen hat. Das dürfte aber sicher kein einfaches Leben sein, da die Prostituierten ihn nicht sonderlich schätzen werden.

      Ach so ja: Wie reguliert ein gutes Seehaus die Zahl der Freier? Indem nur eine bestimmte Anzahl Nachen am Ufer liegt. Ist die maximale Anzahl von erwünschten Freiern schon im Haus, gibt es eben keine Möglichkeit zum Übersetzen mehr. Bei äußerst luxuriösen Häusern soll es sogar nur eine Handvoll Kähne am Ufer geben - da ist der Kunde dann wahrscheinlich wirklich König.
      "Aye, horsemen for companions,
      Before the merchants and the clerk
      Breathed on the world with timid breath.
      Sing on: somewhere at some new moon,
      We'll learn that sleeping is not death,
      Hearing the whole earth change its tune"
    • Bislang habe ich mich nicht eingehend damit beschäftigt, um ehrlich zu sein. Aber ich kann ein paar Dinge vermuten:

      Bei den amazonenähnlichen Yrtòmaleph schließt sich weibliche Prostitution kategorisch aus, da bei ihnen 1. sowieso nur die Frauen Rechte haben und die Männer Sklaven sind (was bei diesen das nötige Geld für eine Hure meiner Meinung nach aussschließt) und 2. die Frauen trotz ihrer über die Männer weit erhabenen Rolle weitestgehend keine Lesben sind (anders als z. B. Sparta in der Realität, wo nur die männlichen Nachkommen etwas galten und wo Homosexualität unter Männern sogar noch gefördert wurde)
      Weil außerdem jede einigermaßen angesehene Frau (und das sind fast alle) wenigstens einen Sklaven besitzt, hat sie auch immer einen zur Hand, der nicht Nein sagen kann/darf, wenn sie mal f*cken will. Daher vermute ich, dass es bei ihnen wohl auch kaum männliche Prostituierte existieren, weil einfach der Markt fehlt. Möglicherweise könnte aber in den eroberten Ländern außerhalb des Yrtòmaleph-Kernlandes der Markt vorhanden sein, weil viele Yrtòmaleph, die sich hier aufhalten, nur kurz als Besatzungssoldatinnen kommen, evtl. ohne ihre Sklaven mitzubringen.

      Ganz anders sieht es in Heáng aus, einer von Menschen bewohnten Handelsstadt. Ihr technologisches Niveau gleicht ungefähr dem der Römer im 1.-2. Jahrhundert n. Chr. Die Stadt ist also durchaus mit Pompeii vergleichbar; und fast jeder, der da schon mal war, war auch im Lupanar, also im Bordell. Bis heute ist der Schuppen gut besucht, wenn auch aus anderem Grund als damals ;)
      Wahrscheinlich existiert in Heáng ebenso wie in Pompeii ein florierendes Bordellgewerbe, man denke nur an die vielen Händler, die durch die Stadt kommen und auf ihrer Handelsreise weit weg von ihrer Frau/Freundin/Geliebten... sind.

      Bei den Echarin, einem Volk, das mir immer noch zu elfenähnlich ist, herrscht absolute Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Jegliche Form von unfreiwilligem Sex, also erzwungen oder mit Geld erkauft, lehnen sie ab, weil für sie dadurch ein Partner sich dem anderen unterordnet und so die Gleichberechtigung mit Füßen getreten wird. Ich vermute daher ein striktes Prostitutionsverbot (juristischer oder moralischer Natur)

      Zu allen anderen Völkern kann ich nichts sagen, da diese drei "Völker" die einzigen sind, die so weit ausgearbeitet sind, dass man Vermutungen anstellen könnte.
      Wenn dir was nicht passt, dann aendas
    • Bis heute ist der Schuppen gut besucht, wenn auch aus anderem Grund als damals

      Meinst du mit "damals" das frühere Héang oder Pompeji? Und so ganz verstehe ich den Satz nicht. Wenn es heute und früher ein Bordell war, warum haben sich dann die Gründe für den Besuch geändert? Oder wenn du Pompeji meinst: was unterscheidet deren Bordelle von Héangs Lusthäusern?