Marion Zimmer Bradleys Britannien

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    Vom 28.9.-1.10. findet das Weltenbastlertreffen im Feriendorf am Burgensteig in Nentershausen statt. Zur verbindlichen Anmeldung geht es hier lang.

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    • MZB, ohweia ;D . Die Britannien-Geschichten von der MZB find ich auch einfach nur unsäglich, möglicherweise braucht man andere Organe um sie zu genießen. Aber die Darkover-Sachen find ich nett, wobei ich da nicht mehr als 3-4 Bücher gelesen habe. Aber ich hab auch mal ein Buch von Diana Gabaldon gelesen. Vielleicht find ich MZB deshalb nicht so schlimm ;)
      "Ist nur ein Messer im Latissimum dorsi. Geht ihm gut. Sag ihm ein paar aufmunternde Worte. Sag ihm, er soll ihr den Kopf abhacken."
    • Original von dat Ly
      was nun die 'hirnamputierten' Feministinnen anbelangt: wie Shay schon sagt - da habt ihr wohl längst nicht alle Bücher gelesen

      Ich habe meiner Erinnerung nach ziemlich viel von Darkover gelesen - immerhin war es ja die Fantasy mit ueberhaupt Frauen drin, auf die ich in meiner Jugend gestossen bin.
      Und war ehrlichgesagt war ich von keiner der Frauen da wirklich angetan. Gerade die diversen Damen, die von ihrem vorherigen Leben zu den "Amazonen" gefluechtet sind - brauchen halt auch ein halbes bis ein Buch, bis sie aus ihrer Sklavinnenrolle draussen sind. Und dann kaempfen sie so furchtbar mit ihrer eigenen Person/Weiblichkeit/whatever, als waer's ein Fremdkoerper. Und in jedem Buch wieder eine... ja letztlich eine Geschichte vom "Erwachsenwerden" bzw. vom Selbstaendigwerden hat mich halt auf Dauer genervt.
      Ich bin aber auch eher von einer anderen Sorte "Frauengeschichte" fasziniert von Frauen, die schon ganz gut wissen, was sie wollen und das jetzt noch ihrer Umgebung beibiegen muessen ;) ;D
      Roald Dahl, Revolting Rhymes, Little Red Riding Hood and the Wolf:
      The small girl smiles. One eyelid flickers. / She whips a pistol from her knickers. / She aims it at the creature's head / And bang bang bang, she shoots him dead.
      A few weeks later, in the wood, / I came across Miss Riding Hood. / But what a change! No cloak of red, / No silly hood upon her head.
      She said, "Hello, and do please note / My lovely furry wolfskin coat."
    • Bedenkt doch bitte, dass MZB zwei oder drei Generationen vor euch liegt. Sie hat die 30er, 40er und 50er Jahre in Amerika erlebt, besonders die gnadenlose Formpresserei in den Fünfzigern, als Frauen gezwungen waren, Pleasantville zu leben. Und dann kam in den Sechzigern und Siebzigern der Aufbruch, die Revolution der Studenten, die Frauenbewegung. Alice Schwarzer, Nancy Friday, Simone de Beauvoir waren reiner Sprengstoff in den Gehirnen der Frauen.

      Das Thema WAR die Befreiung der Frauen. Sie mussten sich mit den betonierten Vorstellungen in den Köpfen der Männer und ihrer eigenen Mütter auseinandersetzen und hatten am Anfang nicht viel mehr zu bieten als: ICH WILL DAS NICHT MEHR! Aber wie sie ein Leben zwischen ihren eigenen Bedürfnissen und den Forderungen der Gesellschaft einrichten sollten, wusste keine. Es war eine Zeit der verrückten Experimente, und in der Frauenliteratur wurden Männer ganz utopisch auch schon mal komplett ausgerottet, um durchzuspielen, was dann passieren würde und wie sich das Denken der Frauen ändern würde. Und MZBs Thema war eben die Diskrepanz zwischen den Frauen, die die Sicherheit und Vertrautheit des alten Lebens der Freiheit vorzogen, und denjenigen, die Fesseln und Schutz abwarfen und versuchten, sich selbst zu behaupten.

      Dieses Thema war spätestens Mitte der Achtziger abgehakt, aber MZB hat ja auch nie behauptet, zeitlose Fantasy zu schreiben. Was sie geschrieben hat, war radikal politisch - für eine bestimmte Generation. Dass die Frauen von heute eine andere Sichtweise haben, andere Träume träumen und sich in einer ganz anderen Gesellschaft bewegen, ist eine logische Folge von dem, was in den 60er und 70ern gedacht und geschrieben wurde. Klar, dass Frauen heute den "Aufbruch" längst hinter sich haben und sich mit der zum Teil brutalen Reaktion der Männerwelt herumschlagen müssen. Gleichzeitig ist der Gedanke der Emanzipation aber nicht mehr rückgängig zu machen. Da sind andere politische Lösungen gefragt, und in der Literatur werden jetzt neue Konzepte auf ihre Tragfähigkeit hin ausprobiert.

      Ich mag die Frauenfiguren bei MZB auch nicht, weil für mich weder die schwertschwingende Schwanzabschneiderin noch das Mütterchen in Ketten tragfähige Konzepte sind. Das waren sie auch damals nicht - sie waren nur die beiden Extreme, zwischen denen die Frauen wählen mussten.

      Und natürlich mussten sie mit ihrer Weiblichkeit kämpfen - die Frauen zu MZBs und noch zu Alice Schwarzers Zeiten haben sich ja kaum getraut, sich "da unten" mal anzugucken. Es gab, so absurd das jetzt auch klingen mag, in den Siebzigern tatsächlich Frauengruppen, die sich nackt ausgezogen und mit Spiegeln ihre Körper angeguckt haben, um sich selbst überhaupt erst mal kennenzulernen. Heute lachen wir darüber, aber damals war das nicht zum Lachen.

      Rabenzeit 1 gibt's bei Amazon für den Kindle und als gedrucktes Buch im Buchhandel. Als epub bei mir.
      Und Glitzi 8 ist fertich.
    • Original von Teria
      Bedenkt doch bitte, dass MZB zwei oder drei Generationen vor euch liegt.

      Eine oder zwei, bitteschoen, jetzt mach uns nicht zu den Kueken hier ;)
      Sicher, bedenk ich, hab ich doch auch gesagt: Vermutlich ist es eine andere Generation. Mit deren Schreibverstaendnis und teils Selbstverstaendnis ich nichts anfangen kann, obwohl oder vielleicht gerade weil ich auf ihrer "Arbeit" aufbaue.
      Ich kann auch nachvollziehen, warum man in einem Nachkriegs- bzw. Wirtschaftswunderdeutschland das was wir heute als Schlager kennen produziert, aber ich finds trotzdem schrecklich zum anhoeren ;)


      Sie hat die 30er, 40er und 50er Jahre in Amerika erlebt, besonders die gnadenlose Formpresserei in den Fünfzigern, als Frauen gezwungen waren, Pleasantville zu leben.

      Eben, das war furchtbar, und DESHALB moechte ich sowas furchtbares nicht in meinern Freizeit lesen muessen. Sorry, Hedonist ;)


      Das Thema WAR die Befreiung der Frauen. Sie mussten sich mit den betonierten Vorstellungen in den Köpfen der Männer und ihrer eigenen Mütter auseinandersetzen und hatten am Anfang nicht viel mehr zu bieten als: ICH WILL DAS NICHT MEHR!

      Klar, aber mich interessiert viel mehr das "Was will ich dann", zu dem es leider in MZBs Romanen nicht so oft und fuer mich zu unausfuehrlich kommt.


      Und MZBs Thema war eben die Diskrepanz zwischen den Frauen, die die Sicherheit und Vertrautheit des alten Lebens der Freiheit vorzogen, und denjenigen, die Fesseln und Schutz abwarfen und versuchten, sich selbst zu behaupten.

      Ja, aber mir kam es halt - vor allem im Vergleich zu "echten" Frauen, ueber die ich gelesen habe - irgendwie... unbefriedigend vor. Wenn ich ueber eine sture Marie Curie lese, dann beindruckt mich das halt irgendwie mehr ;)
      Vermutlich auch, weil hinter der mehr steht als ich will nicht mehr xyz sondern ich will unbedingt abc. Is halt Geschmackssache und eine Frage des persoenlichen Erlebens.

      Dieses Thema war spätestens Mitte der Achtziger abgehakt, aber MZB hat ja auch nie behauptet, zeitlose Fantasy zu schreiben.

      Noe, aber wir haben das ja auch nicht von ihr verlangt, manche von uns wollen ihr Zeug halt nur nicht lesen.
      Und davon abgesehen, dass sie die Emanzenthematik sehr oft durchkaut find ich jetzt auch noch andere Punkte an ihren Buechern nicht so ueberwaeltigend...
      Z.B. bei die Nebel von Avalon, dass ihre an sich aus einer angeblich gleichberechtigt keltischen Kultur stammende Hauptperson so wirklich NIX auf die Reihe bringt bzw. so passiv wirkt. Und dass das keltische Druidentum eher wie ein New Age Wicca in Californien Laden auf mich wirkt. Solche Sachen halt...

      Was sie geschrieben hat, war radikal politisch - für eine bestimmte Generation. Dass die Frauen von heute eine andere Sichtweise haben, andere Träume träumen und sich in einer ganz anderen Gesellschaft bewegen, ist eine logische Folge von dem, was in den 60er und 70ern gedacht und geschrieben wurde.

      Keine zwigend logische, aber gottseidank eine eingetretene, ja, genau :)


      Klar, dass Frauen heute den "Aufbruch" längst hinter sich haben und sich mit der zum Teil brutalen Reaktion der Männerwelt herumschlagen müssen.

      Womit - und das ist ja das was mich stoert - sich schon die Frauen damals irgendwann auseinandersetzen mussten, war: Was will ich denn nun jetzt, nachdem ich meine Freiheit habe?
      Will ich dann a la Eva Herman, nachdem ich ein Leben lang von der Emanzipation profitiert habe, ein Buch drueber schreiben, wie bloed die Idee eigentlich war? ;)
      Oder was mach ich nun?
      Mich taet ein Buch, wo die Amazonen mal politisch in Darkover richtig auf den Putz hauen, vermutlich deutlich mehr interessieren.


      Ich mag die Frauenfiguren bei MZB auch nicht, weil für mich weder die schwertschwingende Schwanzabschneiderin noch das Mütterchen in Ketten tragfähige Konzepte sind. Das waren sie auch damals nicht - sie waren nur die beiden Extreme, zwischen denen die Frauen wählen mussten.

      Wenn ich mir Frauen anschaue, die ich kenne und die sich damals emanzipiert haben, dann denke ich, dass frau nicht nur die Extreme hatte.


      Und natürlich mussten sie mit ihrer Weiblichkeit kämpfen - die Frauen zu MZBs und noch zu Alice Schwarzers Zeiten haben sich ja kaum getraut, sich "da unten" mal anzugucken. Es gab, so absurd das jetzt auch klingen mag, in den Siebzigern tatsächlich Frauengruppen, die sich nackt ausgezogen und mit Spiegeln ihre Körper angeguckt haben, um sich selbst überhaupt erst mal kennenzulernen. Heute lachen wir darüber, aber damals war das nicht zum Lachen.

      Ich find das nicht zum Lachen, ich finds nur hm... traurig und/oder seltsam, dass man das erst als erwachsene Frau macht und nicht als Kind oder Jugendliche. ;)

      martinvi hat es ja damals schon super ausgedrueckt: Ja, das war mal wichtig, aber heutzutage regt es einen ab und an auf. Oder so ;D
      Roald Dahl, Revolting Rhymes, Little Red Riding Hood and the Wolf:
      The small girl smiles. One eyelid flickers. / She whips a pistol from her knickers. / She aims it at the creature's head / And bang bang bang, she shoots him dead.
      A few weeks later, in the wood, / I came across Miss Riding Hood. / But what a change! No cloak of red, / No silly hood upon her head.
      She said, "Hello, and do please note / My lovely furry wolfskin coat."
    • Und dass das keltische Druidentum eher wie ein New Age Wicca in Californien Laden auf mich wirkt. Solche Sachen halt...

      Ohja! Das hat mich ja weitaus mehr genervt als irgendwelche Frauenrollen oder sonstwas in der Art.
      Genauso wie auch die Darstellung des Christentums. Da hab ich nämlich das Gefühl, mich im hohen Mittelalter zu befinden, und nicht im 6. Jahrhundert, zumal von den Konflikten zwischen den irisch-schottischen Missionaren und den römischen gar nichts zu spüren ist. Wobei die römischen Missonare ja nach dem Niedergang des weströmischen Reiches überhaupt erst wieder ab Ende des 6. Jahrhunderts intensiv in Britannien missionierten. Ein wenig Recherche über die allgemeine religiöse Situation dieser Zeit wäre wirklich eine gute Idee gewesen... %-)
    • Original von Neyasha
      Und dass das keltische Druidentum eher wie ein New Age Wicca in Californien Laden auf mich wirkt. Solche Sachen halt...

      Ohja! Das hat mich ja weitaus mehr genervt als irgendwelche Frauenrollen oder sonstwas in der Art.
      Genauso wie auch die Darstellung des Christentums. Da hab ich nämlich das Gefühl, mich im hohen Mittelalter zu befinden, und nicht im 6. Jahrhundert, zumal von den Konflikten zwischen den irisch-schottischen Missionaren und den römischen gar nichts zu spüren ist. Wobei die römischen Missonare ja nach dem Niedergang des weströmischen Reiches überhaupt erst wieder ab Ende des 6. Jahrhunderts intensiv in Britannien missionierten. Ein wenig Recherche über die allgemeine religiöse Situation dieser Zeit wäre wirklich eine gute Idee gewesen... %-)


      Die meisten Fassungen des Artusstoffes kranken daran, dass sie eine im Wesentlichen hochmittelalterliche Welt darstellen, die es um 500 n. Chr. gar nicht gab. Das ist ungefähr so, als würde jemand schildern, wie Martin Luther die Übersetzung des Neuen Testaments in seinen Laptop eintippt :)
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