Meerestiere

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    • Es würde mich sehr interessieren, welche Meerestiere es auf Euren Welten
      gibt.
      Für meine "Zweitwelt" Pharos IV, eine Science Fiction-Wasserwelt, suche
      ich noch nach einigen "realistischen" (d.h. keine typischen Fantasy-Monster)
      pflanzlichen und tierischen Meeresbewohnern.
      Bisher haben meine Kolonisten Delphine, Dugongs und Wrillabees (aus dem
      Ringwelt-Universum) eingeführt, und es gibt auch einige "oktopoide" einhei-
      mische Tiefseelebensformen, darunter die vielleicht intelligente "Spezies X".
      Mir fehlen aber noch ein paar Anregungen für wirklich interessante tierische
      Aliens - also Ideen, die mir selbst nicht einfallen würden.
      Vielleicht darf ich ja bei jemandem von Euch "klauen" ?
    • Nunya, die Worte "Spezies X" und "klauen" haben einen recht seltsamen klang in meinen Ohren ^____^

      In der Fathility gibt es kleine floreszierende Amphibien namens Renverthz. Im Grunde bestehen sie aus einen etwa faustgroßen Torso der ein großes Auge beherbergt. Dieses hat 3 verschiedene paralel verlaufende Lieder und schützen gegen die verschiedenen Lichtstärken in der unteren Umbraschicht. Eine Galertartige Flüssigkeit übernimmt den Druckausgleich und hat Wärme und Elektrischisolierende Funktionen. Mit drei kleinen Flossen an jeder Seite, wobei die mittlere um ein drittel länger ist, dienen der Steuerung in den Strömungen. Sie sind teil eines urzeitlichen Nervensystems und sind mit einem Kollektiv verbunden, dessen Augen sie darstellen.
      Da sie zu riesigen Schwärmen durch die Luft und Wasserzonen der Fathility gleiten stellen sie eine erhebliche Gefahr dar und werden in der näheren Umgebung zu Exyl soweit es geht vernichtet.
      Zugehörig zum Kollektiv sind die Forusad Akashin und die Leviathane. Ersteres sind eine für den Menschen morbide mischung aus Fisch und Insekt. Als Flachgewässerbewohner leben sie an den Stränden und Küsten der Mare Sanguine. Sie sind annähernd drei Meter hoch und laufen auf zwei Beinen auch wenn sie den Gang auf allen vieren bevorzugen. Ihr ursprünglicher körper ist vage humanoid, doch von glatter glitschiger Beschaffenheit. Als solches sind sie sehr anfällig für Verletzungen, da die HAut nur wenig Wiederstandsfähigkeiten besitzt. Doch mit Hilfe von Sekreten lösen sie ihre haut in leicht auf und können diese mit anderen Organischen Materialien verbinden. Daher jagen sie die riesigen Landinsekten um sich ihrer schützenden Chitinrüstungen im wahrsten Sinne des Wortes einzuverleiben.
      Die Leviathane gleichen riesigen Schlachtschiffen. Ihr Körper hat biszu einer Länge von 40 km. Von der Form her gleichen sie langezogenen flachen Fischen, oder Schlangen, wobei das vordere Viertel komplett aus dem Maul besteht, welches einen Durchmesser von 6 km erreichen kann, wenn es voll ausgeklappt ist.
    • Diese Renverthz sind interessant. Ich habe mich kurz bei der Fathility einge-
      lesen, konnte aber keine Informationen über die Umbraschichten finden ?
      Ansonsten: Wirklich faszinierend, die Fathility, erinnert mich irgendwie an
      eine sehr düstere Riverworld-Version - ehrlich gesagt, zu düster für meinen
      Geschmack.
      Den Namen "Spezies X" hat sich Carlos "Admiral" Rose ausgedacht, der zu-
      dem so einfallslos war, die Kolonie auf Pharos IV "Avalon" zu nennen...
      "Klauen" - nun, darf ich es beschönigend "entlehnen" oder "zitieren" nen-
      nen ?
    • Original von Rudolf Stolte
      "Klauen" - nun, darf ich es beschönigend "entlehnen" oder "zitieren" nen-
      nen ?

      Besser wäre inspierieren lassen. Die zugrundeliegende Idee nehmen, und etwas eigenes daraus machen, darüber lässt sich reden. Allerdings wird direktes Abschreiben, wie auch immer Du es nennen magst, hier wie überall sonst nicht gerne gesehen.
    • http://www.weltenbastler.net/forum3/index.php?page=Thread&threadID=6729&sid=

      Das sind meine Tiere.

      Allerdings wird direktes Abschreiben, wie auch immer Du es nennen magst, hier wie überall sonst nicht gerne gesehen.


      Naja, damit hätte ich zB jetzt kein Problem. Vorher fragen wär aber schon nett.
      Solange damit kein Geld verdient werden will hab ich kein Copyright auf meine Phantasie (da ich sie mir über mein gesamtes Leben verteilt aus Abermyriaden Eindrücken selbst geklaut und neu kombiniert habe wär das auch irgendwo ganz schön dreist ;) )
    • Tja, ich hab meine Toloks. Das sind irgendwie so Universal-Viecher, die gibbet an Land, in der Luft und natürlich auch unter Wasser.
      Die Wasserversion sieht in etwas aus wie eine Katze mit Fischschuppen, nur haben sie keine Ohren und am Schwanz und Pfoten Schwimmhäute, und eine Art Schnabel, mit denen sie sich an ihren Wirtstieren festsaugen und als eine Art externe Leber fungieren. Meine kleinen lieben nämlich Giftstoffe aller Art. Das was danach dabei... herauskommt ist ein wertvolle silbernes Sekret, das (auf meiner Welt) häufig zur Verzierung an Gebäuden eingesetzt wird.
      Die kannst du gerne haben, vielleicht kannst du sie ja gebrauchen^^

      @ Aristagon: Die Renverthz klingen wirklich toll, vielleicht lass ich mich da auch mal inspirieren (ich hab sowieso viel zu wenig Wasserbewohner auf Gaffhrea.^^)
    • Meine größten Probleme in der Hinsicht sind die Photosynthese und der
      Wasserdruck.
      Meine Kolonisten farmen Algen, und die sollten ja eigentlich nicht tiefer als
      etwa 20 Meter unter der Wasseroberfläche wachsen, vermute ich. Für mei-
      ne Welt bräuchte ich aber Algen, die auch in 180 Metern Wassertiefe noch
      lebensfähig wären. Bislang lösen die Kolonisten das Problem mit künstlicher
      Beleuchtung, aber eine "Genmodifizierungsidee" wäre äußerst willkommen.
      Beim Wasserdruck liegt das Problem dort, daß gelegentlich einheimische
      Tiefseebewohner aus dem Great Rift (Wassertiefe etwa 8600 Meter) aus
      Neugierde oder Hunger in die Nähe der Wasseroberfläche kommen - also
      in die auf meiner Welt übliche Kolonisten-Tauchtiefe von bis zu 600 Metern.
      Ich weiß leider nicht, ob das wirklich realistisch sein kann, oder ob der ge-
      ringere Wasserdruck diese Tiefseebewohner auf sehr häßliche Weise (De-
      kompression, gewissermaßen) töten würde.
      Wenn Du mir da helfen könntest, wäre ich wirklich sehr dankbar.
    • Original von Rudolf Stolte
      Meine größten Probleme in der Hinsicht sind die Photosynthese und der
      Wasserdruck.


      Photosynthese: Wieviel Licht in welcher Tiefe zur Verfügung steht, hängt neben der Wetterlage auch davon ab, was sonst so im Wasser los ist. Schwebstoffe, Plankton, etc können eine Menge Licht absorbieren und/oder streuen. Als Faustregel für die Tiefe der euphotischen Zone = da, wo noch Photosynthese mit Gewinn möglich ist, gilt 1% der Oberflächeneinstrahlung. In den klarsten Meeresgebieten unseres Planeten sind das 200m. Ob eine Alge da noch wachsen kann, hängt von ihrem sogenannten Kompensationspunkt ab. Das ist die Lichtintensität, bei sie gerade soviel Energie aus der Photosynthese gewinnt, wie sie für den Rest des Stoffwechsels braucht. Ist im Wesentlichen eine Frage der Anpassung. Es gibt ne Menge "Schattenalgen", die auch bei extrem niedrigen Lichtintensitäten noch wachsen. Wachsen in größerer Tiefe hat halt den Vorteil der besseren Nährstoffversorgung. Ist jedenfalls prinzipiell kein Problem.

      Wasserdruck: Das Problem des "Platzens" liegt im Wesentlichen darin, dass der Druckanstieg schneller geschieht, als sich gasgefüllte Organe anpassen können. Wenn deine Lebewesen ihre Tauchtiefe mit einer Schwimmblase einstellen, könnte es da ein Problem geben. Wenn es was Fischartiges sein soll, wäre das Modell Hai dann praktischer, die schwimmen aktiv rauf und runter ohne Schwimmblase. Wenn es Säuger sein sollen: Wale können sehr schnell auf-und abtauchen und es so lange unten aushalten weil sie

      a: im Verhältnis zur Körpergröße sehr kleine Lungen und auch sonst keine gasgefüllten Hohlräume haben. Vor dem Tauchen atmen Wale aus (bis zu 90% des Lungenvolumens) = weniger Druckbelastung
      b: den erforderlichen Sauerstoff in Muskeln speichern können. Das dafür zuständige Eiweiß heißt übrigens Myoglobin. Außerdem können sie den Stickstoff im Blut herausfiltern = sie kriegen keine Taucherkrankeit, denn Gas, das nicht da ist kann auch nicht ausperlen
      :)
      ~"In der Sprache der Sonnenblumen gibt es kein Wort für den Winter"~
    • Das Problem mit der Biodiversität auf Pharos IV beschäftigt mich noch im-
      mer. Hat vielleicht jemand (Rhiannon ?) eine Ahnung, ob es Material zu
      Ökosystemen mit extrem niedriger Artenvielfalt gibt, oder ob ein Meeres-
      Ökosystem mit - sagen wir mal - einhundert Planktonspezies, zehn Algen-
      arten und zehn Fischarten mittelfristig (d.h. bis zur Ausbreitung weiterer
      eingeführter Arten) überhaupt überlebensfähig sein könnte ?

      Danke !

      Ansonsten "fische" ich hier noch immer nach möglichst skurrilen, grund-
      sätzlich aber denkbaren Meeresbewohnern, die mir selbst nicht einfal-
      len würden...
    • Was mir in die Hände gefallen ist, ist dieser Artikel:
      wwf.de/regionen/nordsee-nordos…tiefsee/schwarze-raucher/
      Im zweiten Teil wird von 60 Tierarten um einen der Schwarzen Raucher gesprochen. (Bliebe die Frage, ob z.B. Bakterien mitgezählt wurden.)

      Prinzipiell ginge es wohl sogar mit noch weniger. Ein System aus einem Schwarzen Raucher (als Schwefelquelle, die sich aus einer für die Betrachtung unendlich großen Quelle speist und daher keinen eigenen Nachschub braucht), Bakterien (Abbaustufe 1) und Röhrenwürmern (Abbaustufe 2) wäre ein minimales System; eventuell könnte man noch eine Stufe 3 einführen, in der die Bakterien- und Röhrenwürmerreste die Nahrungsgrundlage bilden, oder die beiden Abbaustufen diversifizieren. "Hunger" (resp. eine begrenzte Freisetzung von Schwefel) wirkt als zusätzlicher Regulator statt weiterer "Freßfeinde". Das wäre dann nicht sonderlich aufregend :) , aber ein kleines, in sich geschlossenes Ökosystem.
    • Vielen Dank, das hilft mir schon weiter - und gibt mir außerdem eine zwei-
      te, vom abgestorbenen und zum Meeresboden sinkenden Plankton unab-
      hängige Nahrungsquelle für die Tiefsee-"Oktopoiden". Und es erinnert
      mich daran, daß ich mir Gedanken über Tektonik und Vulkanismus auf Pha-
      ros IV machen sollte.
      Auch der Artikel über die Kaltwasserkorallen war interessant und nützlich.
      Nochmal: Danke !
    • Hehe, Ökosystemtheorie, eines meiner Lieblingsgebiete...
      Deine Frage beinhaltet mehrere Aspekte (Anzahl von Ebenen in Nahrungsnetzen, Diversität vs. Stabilität etc), aber ich versuche mal, es nicht allzu lang werden zu lassen (Zusammenfassung am Ende)

      Grundsätzlich: Ja, es gibt Nahrungsnetze, die mit sehr wenig Stufen auskommen. Kurze Nahrungsketten kommen immer dann vor, wenn effiziente Filtrierer das Netz dominieren. Ein Beispiel wäre Phytoplankton - Krill - Bartenwal in der Antarktis. Lange Ketten gibt es, wenn es viel Räuber-Beute Stufen gibt, bei denen sich die Beteiligten in ihrer Größe nur gering unterscheiden und/oder kleinere Räuber größere Beute im Rudel jagen. Wenn dann noch ein großer Aktionsradius der Räuber und viele Querverbindungen im Nahrungsnetz dazukommen, dann kann man leicht auf 10 Stufen kommen. Außerdem geht nicht alle Energie linear durch vom Phytoplankton zum Hai, es gibt auch Abkürzungen, z.B. über die sogenannte „Mikrobielle Schleife“ in der Bakterien gelöste, z.B. von Algen ausgeschiedene Nährstoffe oder Abbauprodukte von toten Organismen verwerten und selbst direkt als Futter dem Zooplankton zur Verfügung stehen.

      Diversität: die Diversität hat nicht nur mit der Anzahl der Arten in einem System zu tun, sondern auch, mit wievielen Individuen eine Art vertreten ist. Wenn man 10 Arten hat, die alle mit 10 Individuen vorkommen ist die Diversität höher als wenn eine Art 91 Individuen stellt und der Rest jeweils 1. Die treibende Kraft ist normalerweise Konkurrenz. Um Nährstoffe/Nahrung, Licht, Platz etc. Allerdings kann niemand in all diesen Aspekten ein gleich guter Konkurrent sein, denn jede Anpassung, z.B. an Lichtmangel, kostet Energie, die dann nicht mehr für andere Sachen, z.B. Fortpflanzung zur Verfügung steht. Und da das Energiebudget eines Organismus nunmal begrenzt ist, gibt es zwar durchaus Generalisten, aber keine, die Spezialisten auf ihrem Gebiet schlagen könnten. Im Endeffekt würde es also darauf hinauslaufen, dass es nur so viele Arten gibt, wie es umkämpfte Ressourcen gibt. Ziemlich offensichtlich ist das nicht so. Besonders hübsch sieht man das im Phytoplankton, wo es eigentlich nur eine Handvoll limitierende Faktoren gibt: Stickstoff, Phosphat, Silikat, Eisen, Licht, ev. noch einige Spurenelemente. Theoretisch dürften also nicht mehr als fünf Arten gleichzeitig vorkommen, tatsächlich sind es aber hunderte (das sogenannte „Paradoxon des Planktons“, Hutchinson 1961). Die Lösung für dieses Paradoxon liegt darin, dass sich die Umweltbedingungen schneller ändern, als eine Art braucht, die anderen im Kampf um eine bestimmte Ressource zu besiegen. Das können z.B. Sturmereignisse sein, die das Wasser durchmischen und neue Nährstoffe vom Boden aufwirbeln, Temperaturänderungen, lang anhaltende Perioden mit hoher Bewölkung, Strömungsänderungen etc... Zu viele Störungen wirken sich allerdings ebenfalls nachteilig auf die Diversität aus, da nur noch die härtesten Kerle übrigbleiben würden. Tatsächlich erlaubt eine mittlere Störungsintensität die höchste Diversität (IDH, „Intermediate Disturbance Hypothesis“ Connell 1978 ). Ohne Störung des Systems würden sich die konkurrenzstarken Arten durchsetzen, bei zu vielen oder zu schweren Störungen sterben zu viele Arten aus. Ein weiterer Aspekt, der mit dem schon erwähnten Energiebudget zusammenhängt ist, dass viele der konkurrenzstarken Arten sehr empfindlich auf Störungen reagieren, während in der Konkurrenz schwächere Arten oft stresstoleranter sind. Zusätzlich gibt es auch ausgesprochene Spezialisten, die nur alle paar Jahre unter ganz bestimmten Bedingungen mal auftauchen, dann aber gerne massenhaft.

      Zurück zu den Nahrungsnetzen: Grundsätzlich sind Nahrungsnetze nicht starr sondern sehr dynamische Angelegenheiten. Viele Arten durchwandern im Laufe ihres Lebens mehrere Stufen. Auch ein Thunfisch fängt mal als kleine Larve an. Es ist deshalb nicht unüblich, Nahrungsketten über Körpergröße zu definieren, das erleichtert z.B. das Verfolgen von Energieflüssen ungemein. Außerdem unterliegt die Zusammensetzung von Nahrungsnetzen einer starken Saisonalität. Flexibilität zeigt sich jedoch auch in der Zahl der Verknüpfungen: ein Krebs frisst mehrere Algenarten, ein Fisch mehrere Krebse etc. Fällt also eine Futterart aus, dann kann ein Organismus auf eine andere umschwenken (wie gut und wie lange ist eine Frage der Nahrungsqualität aber das ist ein ebenso großes anderes Thema ;) ).
      Lange Zeit hat man angenommen, dass Nahrungsnetze umso stabiler sind, je größer sie sind. In der Natur kommen ja schließlich auch am häufigsten diese irre komplizierten Nahrungsnetze vor. Ein populäres Beispiel war die Anfälligkeit von Monokulturen gegenüber natürlichen Gemeinschaften. Man nahm an, das die Stabilität von Systemen in dem Maße zunimmt, wie die Anzahl der Arten und die der Verbindungen zwischen Arten zunimmt. Bis 1972 ein gewisser Herr May mathematisch bewies, dass das so nicht stimmt. Komplexe Systeme sind weitaus anfälliger sind, instabil zu werden als solche, die weniger divers sind. Dieses Phänomen nimmt zu mit steigender Artenzahl, steigender Zahl der Verknüpfungen und je stabiler solche Verknüpfungen sind. Der folgende Ausbruch an neuen Theorien und Modellen hält übrigens bis heute an und ist eines der wichtigsten Forschungsgebiete in der aquatischen Ökologie. Ergebnisse und gängige Theorien sind: Es muss in einem System viele, aber relativ schwache Verknüpfungen geben. Kein Räuber darf also nur auf einen einzigen Beuteorganismus angewiesen sein, sondern kann/soll mehrere fressen, je nach Angebot und Nahrungsqualität. Wenn dann ein Organismus ausfällt – kein Problem. Speziell Allesfresser gelten als starke Stabilisierer von Netzen. Starke Verknüpfungen können existieren, allerdings nur in Sub-Netzen, die wiederum nur schwach mit dem Rest des Systems verknüpft sind.

      Zusammengefasst:
      Nahrungsnetze sind eine höchst dynamische Angelegenheit
      Kurze Nahrungsketten sind möglich, aber auch sie brauchen ein Minimum an Diversität, um genügend schwache Verbindungen zwischen den einzelnen Gliedern zu haben und damit stabil zu sein. Soll heißen, keine Art darf in ihrer Nahrungswahl zu spezialisiert sein.
      Die Diversität hängt ab von der Anzahl der limitierenden Ressourcen und der Variabilität der Umweltparameter, die die Konkurrenz immer wieder neu starten ohne Arten ganz auszurotten
      ~"In der Sprache der Sonnenblumen gibt es kein Wort für den Winter"~
    • Whow, da hast Du mir aber reichlich Stoff zum Nachdenken gegeben.

      Mal sehen, ob ich das so richtig verstanden habe: Das Ökosystem auf Pha-
      ros IV kann durchaus auch mit vergleichsweise wenigen Arten relativ sta-
      bil sein, falls die Basis (Phyto- und Zooplankton) vielfältig und dadurch an-
      passungsfähig genug ist, und die von der Basis abhängigen Arten mög-
      lichst wenig spezialisiert und damit ebenfalls anpassungsfähig sind ?

      Dann wäre ich also mit meinen einhundert Planktonarten und zehn Fisch-
      arten (allesamt kleinere Plankton-"Fresser") plus Delphine und Menschen
      (als die einzigen beiden Fisch-"Fresser") vorerst also gar nicht einmal so
      schlecht bedient - vorausgesetzt, die pflanzenfressenden Dugongs und
      Wrillabees haben mit ihren zehn Algen-/Seegras-Arten ebenfalls genug
      Auswahl und dadurch Flexibilität.

      Wie es aussieht, hast Du den Avaloniern jetzt schon zum dritten Mal aus
      einer Plausibilitäts-Klemme geholfen. Wundere Dich also nicht, falls sie in
      Avalon City ein Rhiannon-Denkmal aufstellen...

      Auch von mir ganz herzlichen Dank !
    • So, der Flugrochen von mindblasted (Dank und Grüße !) hat sich ein wenig
      verändert...

      Er heißt nun Makuti-Taucher, stammt von dem Kolonialplaneten Mendoza,
      und wurde von der Habitatingenieurin Joanna Cavorte als exotisches Haus-
      tier nach Pharos IV eingeführt.
      Makuti-Taucher sind etwa katzengroße "Reptilien". Sie leben meist im Was-
      ser, benötigen zur Eiablage aber Sandstrände. Da sie keine besonders gu-
      ten Schwimmer sind, haben sie als Überlebensstrategie einen ungewöhn-
      lichen Jagdtrick entwickelt: Sie sind über kurze Strecken zu einem Gleitflug
      fähig und nutzen dies für Überraschungsangriffe "von oben" auf Beutefi-
      sche, die normalerweise zu schnell für sie wären.
      Unglücklicherweise greifen sie gelegentlich aus Versehen auch Menschen
      und Meeressäuger an, die sich dicht unter der Wasseroberfläche bewegen.
      Solche Angriffe verursachen zwar keine nennenswerten Verletzungen, tra-
      gen aber dennoch nicht zur Beliebtheit der Makutis bei.
      Als Makuti-Halter muß man dem Tier unbedingt eine kleine, schwimmende
      und mit Sand aufgeschüttete Plattform als Ruheplatz und gegebenenfalls
      für die Eiablage zur Verfügung stellen.
      Derzeit nimmt die Zahl der Makutis in der Avalon-Kolonie stetig zu, da sie
      einerseits keine Freßfeinde haben und andererseits fast die einzigen ver-
      fügbaren Haustiere sind.

      Es würde mich interessieren, was Ihr von dieser Flugrochen-Mutation hal-
      tet ?