[Interview] Fragt Riwgt

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    • [Interview] Fragt Riwgt

      Auf Wunsch von Shay, die passenderweise gar nicht da ist ;)

      Riwgt

      Riwgt stammt aus Talilla, genauer gesagt, aus seiner nördlichen Provinz. Er ist der Sohn eines Schmiedes und einer Weberin. Konsequenter Weise ist er ersteinmal in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Seine Ausbildung hat er bei verschiedenen Meistern gemacht und schließlich als Troßschmied beim Militär beendet. Dort hat er sich auch anstellen lassen und zwei Jahre später entschieden, selbst Soldat zu werden. Ein Falke, wie das in Talilla heißt. Riwgt ist bei der Reiterei.

      Die Entscheidung war die Richtige, denn Riwgt ist nach verhältnismäßig kurzer Zeit befördert worden (dazu gibt es einen Text, denn man hier finden kann). Für alle, die es nicht lesen wollen, sei gesagt, daß bei der Beförderung in den untersten Offiziersrang immer ein männlicher und ein weiblicher Soldat als Seiten aneinander gebunden werden. Zwei Personen wie eine - um das zu unterstreichen, nehmen sie auch einen neuen, selbst gewählten Namen an.

      Heute ist Riwgt Flügelkommandant, was der zweithöchste talenische Rang ist. Seine Seite ist die Standarte, die Oberbefehlshaberin des Militärs. Sie sind somit die einzigen, deren Seiten einen anderen Rang haben als sie selbst.
      Ist doch nur meine Meinung. Ich find ja auch die Drachenlanze blöd, und Millionen Leute lieben die Bücher trotzdem.
    • Hallo, äh - Herr Flügelkommandant! Vielen Dank, dass Sie sich zu diesem Gespräch bereitgefunden haben.

      Meine erste Frage, die Sie bestimmt schon erwartet haben: Wie spricht man Ihren Namen aus?

      Außerdem würde mich interessieren, ob Sie Familie haben. Ist es einem Offizier der talillischen Armee überhaupt erlaubt oder möglich, zu heiraten und Kinder in die Welt zu setzen?
      I'm one of many, I speak for the rest, but I don't understand... (Genesis - Man Of Our Times)
    • Flügelkommandant reicht völlig. Anreden wie Herr sind etwas für den Adel.

      Ja, mit der Frage hatte ich gerechnet. Ich habe sie lange nicht mehr gehört, das ist wahr... Mein Name spricht sich genauso, wie er sich schreibt. Ein "r", ein kurzes "i", dann ein starker "f"-ähnlicher Laut und das "g" nur als Anklang, um vor dem "t" einen Stop zu setzen. Ich gebe zu, es ist kompliziert, aber wenn Ihr ein wenig übt, dann schafft Ihr es sicher.

      Außerdem würde mich interessieren, ob Sie Familie haben. Ist es einem Offizier der talillischen Armee überhaupt erlaubt oder möglich, zu heiraten und Kinder in die Welt zu setzen?


      Einem talenischen Offizier ist es erlaubt, zu heiraten und Kinder zu bekommen. Es ist auch erlaubt, Kinder anzuerkennen, ohne zu heiraten. Eine Familie würde ich aber keines von beiden nennen, denn für mich lebt eine Familie zusammen, wächst zusammen und ist bildet einen Lebensmittelpunkt. Vielleicht bin ich nur sehr idealistisch, aber ich sehe das als sehr ausschließlichen Anspruch.

      Als Offizier habe ich eine Seite, an die ich am Tag meiner Beförderung zu Äbtissin gebunden worden bin. Solange es nicht einen wichtigen Grund für eine Trennung gab, haben Silph und ich seitdem jede Minute miteinander verbracht. Ich kenne sie so gut, daß sie ein Teil von mir ist, und eine Familie egal welcher Art müßte das verstehen können. Wer mich heiratet, heiratet sie mit.
      Ist doch nur meine Meinung. Ich find ja auch die Drachenlanze blöd, und Millionen Leute lieben die Bücher trotzdem.
    • Das stelle ich mir wirklich schwierig für eine Beziehung vor...
      Und hm - also, wie sieht es mit den Seiten selber aus? Kommt es da nicht öfter mal vor, dass da mehr als eine Partnerschaft raus wird? Also, mehr als eine Partnerschaft ist es ja sowieso, aber ich meine auch sexuell?
      Wenn das jetzt unhöflich ist, nach so etwas zu fragen, bitte ich Euch schon mal im Voraus um Verzeihung und darum, die Frage einfach zu ignorieren - ich möchte natürlich weder Euch noch die talenische (ach so heißt das) Armee beleidigen. :)
      I'm one of many, I speak for the rest, but I don't understand... (Genesis - Man Of Our Times)
    • Auch mich interessiert die besondere Verbindung zweier Seiten, Herr Flügelkommandant. Für Außenstehende ist das ziemlich schwer nachvollziehbar.
      Die Seiten werden so ausgewählt, daß sie sich ähnlich sind und eben darum gut verstehen. Gibt es trotzdem schon mal Streit und Mißverständnisse? Haben sie jemals gezweifelt, ob die richtige Wahl getroffen wurde? Und wenn sie seit der Zeit als Äbtissin immer alles gemeinsam getan haben - war es dann nicht schwierig, plötzlich hinter der Standarte zurückzustehen und eben nicht mehr gleichberechtigt zu sein?
      Mir hatten doch nüscht! Damals, kurz nach dem Krieg!
    • Ein sexuelles Verhältnis zwischen Seiten? *denkt nach* Natürlich wäre das theoretisch möglich. Es wäre auch sicher nicht verboten. Und schwierig wäre es auch nicht. Seiten teilen das Quartier, im Feld wie in der Kaserne. Das ist übrigens etwas, was für viele Zivilisten ein bißchen merkwürdig erscheint, wenn nicht gar ungebührlich. Daß Falken ihren Quartiere teilen, ohne sexuelle Kontakte dabei zu pflegen. *grinst* Zumindest im Normalfall ohne.

      Die Frage ist auf jeden Fall nicht unhöflich, Lasti, nur keine Sorge. Es ist nur, daß Seiten so gut wie nie sexuelle Anziehungs zueinander spüren. Wir werden danach ausgesucht, daß wir uns ähnlich sind. Silph ist ein Spiegel meiner Seele, meine zweite Hälfte. Das muß so so sein, denn Seiten müssen unbedingt zusammenarbeiten. Mein Vertrauen in sie muß ebenso tief sein, wie mein Vertrauen in mich selbst. Für einen dritten ist in so einer Beziehung da nur sehr schwer Platz.
      Ein Gutteil beruht dabei natürlich auf der Ähnlichkeit zwischen uns. Die erleichtert die erste Zeit nach der Bindung enorm. Ein Leben ohne sie kann ich mir heute nicht mehr vorstellen, aber mit ihr das Lager teilen... Den Gedanken hatte noch keiner von uns. Ich könnte es ihr aber vorschlagen, mal sehen, was sie dazu sagt.

      Für Außenstehende ist das ziemlich schwer nachvollziehbar.

      Es gibt einen Satz in der Armee: "Niemand, der nicht gebunden ist, versteht, was es heißt, an zwei Orten zugleich zu sein." Das trifft es ganz gut - die Orte sind natürlich trotzdem meist nur ein paar Meter auseinander. Und ist der Abstand sehr viel größer, dann ist man sich dessen immer sehr stark bewußt.

      Ob es Streit gibt oder Mißbverständnisse? Ja, natürlich. Nichteinmal Falken können dazu ausgebildet werden, eines Tages gebunden zu werden. Nichts kann einen wirklich darauf vorbereiten. Einigen Paaren fällt es leichter, anderen schwerer. Ohne daß ich jetzt die Weisheit der Sucher in Frage stellen will! Sie wissen, was sie tun. Und jeder Offizier wird alles nur Erdenkliche tun, damit seine Bindung funktioniert. Alles andere wäre eine große Schande - selbst noch in solchen Extremfällen, wie sie der Krieg manchmal schafft.

      Ich selbst habe nie gezweifelt. Bis zum Beginn der Bindungszeremonie hatte ich Silph noch nie gesehen, aber von den vier Blauen Falken auf der anderen Seite des Hofs ist sie mir sofort ins Auge gefallen. Es bestand sofort eine Verbindung zwischen uns, nicht nur durch das Lederband. Auch wir hatten sicher unsere Schwierigkeiten, alles andere ist die Schönfärberei von Bardenliedern. Aber gezweifelt? Nein. Nicht für einen einzigen Herzschlag.

      Und wenn sie seit der Zeit als Äbtissin immer alles gemeinsam getan haben - war es dann nicht schwierig, plötzlich hinter der Standarte zurückzustehen und eben nicht mehr gleichberechtigt zu sein?

      *lacht* Schwierig? Es war furchtbar! Versteht mich nicht falsch, Vinni, ich war und bin sehr, sehr stolz auf Silph. Meine Seite war die einzig richtige Wahl zur Standarte. Ich habe selbst für sie gestimmt und die Zeit hat es bewiesen. Und es war mir schon bei der Abstimmung klar, wie schwer es werden würde.
      Ein Teil der Schwierigkeit hat nur in mir exisitert, einfach durch die Vorstellung, daß meine Seite einen anderen Rang hat als ich, doch wirklich hart werden die formalen Dinge, die damit einhergehen. Ich bin immer einen Schritt hinter ihr, ich muß Haltung annehmen und salutieren, wenn sie einen Raum betritt oder sich nach mir umdreht, ich werde von den wichtigsten Besprechungen zwischen ihr und der Regierenden Majestät ausgeschlossen. Es erinnert viel in unserer täglichen Arbeit daran, daß mein Rang unter ihrem ist, und es ist sehr schwer, daran zu denken. Keine Fehler zu machen, aus Unachtsamkeit oder Gewohnheit. Denn jeder Fehler, den ich mache, fällt auf sie zurück.
      Ich würde sagen, man gewöhnt sich eben daran, aber nie so ganz.

      Sie, Herr Riwgt, wurden zur Äbtissin befördert?

      Was daran ist so so seltsam, Jerron? Äbtissin ist der Name des untersten Offiziersrangs der talenischen Armee. Natürlich wurde ich zuerst zur Äbtissin befördert. Ist es in Ihrem Land möglich, direkt mit dem zweiten Rang zu beginnen?
      Ist doch nur meine Meinung. Ich find ja auch die Drachenlanze blöd, und Millionen Leute lieben die Bücher trotzdem.
    • Das ist eine interessante Information. "Äbtissin" wurde aus dem Wort "Abt" entwickelt, was der Name für den Vorsteher eines Mönchsordens im Dienste des Gottes Tandemeo war. Sie waren Krieger, darum hatte der Titel schon immer etwas Militärisches.

      Das war auch zu Zeiten, in denen Frauen noch keine Waffe führten und es gab auch nie weibliche Äbte. Der Name "Äbtissin" ist also eine viel neuere Erfindung, der erst mit der Neustrukturierung unserer Armee aufkam. Daß Ihr ihn als weiblich empfindet, ist für mich sehr amüsant, aber wenn man es ganz genau nimmt, habt Ihr natürlich recht.

      Bevor Silph die Standarte wurde, war sie ebenso wie ich Flügelkommandant. Ich nehme an, Ihr empfindet das dann als einen männlichen Titel?
      Ist doch nur meine Meinung. Ich find ja auch die Drachenlanze blöd, und Millionen Leute lieben die Bücher trotzdem.
    • Herr Riwgt, wenn ich mir die Frage erlauben dürfte-diese Bindungszeremonie interessiert mich sehr. Was genau geschieht denn da? Und wie muss man das mit der Bindung verstehen? Sie sagten etwas von einem Lederband-sind Sie denn nun die ganze Zeit mit einem Lederband zusammengebunden? Oder nur während der Zeremonie? Ansonsten dürfte sich das tägliche Leben doch als etwas schwierig erweisen-von einem Kampf oder ähnlichem mal ganz abgesehen...
      ... gibt es keine Tür, geh ich durch die Wand.
    • Und wenn ich anhängen darf, Herr Rif... Rig... Rifgl... Ri.. *puterrot anlauf* Also, wegen den Seiten - wie kam es zu dieser Tradition? Es ist ja schon etwas ungewöhnlich.. naja... Viele Armeen sind doch eher darauf ausgelegt, so etwas zu dämmen, damit persönliche Beziehungen nicht in Entscheidungen und andere Dinge mit hineinspielen. Welchen Vorteil bringen die Seiten der talinischen Armee?

      Oh und... Ihr Name. Ist der eher gewöhnlich oder ungewöhnlich?

      Ah und bevor ich es vergesse, ja, Flügelkommandant klingt in unseren Ohren tatsächlich nach einem Mann. Was Sie ja sind. Also.. ja aber wegen ihrer Seite. Deswegen... *noch roter anlauf* Vergessen Sie's *murmel*
    • Wir sind nicht die ganze Zeit mit einem Lederband aneinandergebunden, Atani, da kann ich Euch beruhigen. Das Band wird im Rahmen der Zeremonie angelegt und an ihrem Ende durchgebrannt. Es ist ein Symbol des inneren Bandes, das Seiten teilen.

      Die Zeremonie beginnt am Vorabend der Bindung. Die Falken, die befördert werden sollen, werden zusammengeholt und händigen alle Waffen und Panzerungen aus. Nur den Dolch dürfen sie behalten. Von diesem Moment an sind sie Anwärter. Jemand ohne Status und ohne Rang.
      Den Abend und die Nacht verbringen die Anwärter nach Geschlechtern getrennt und nicht nach Flügen, das allein streicht schon heraus, wie besonders der Tag ist.

      Am nächsten Morgen legen sie alte Uniformen an, die zeigen, daß sie ihren Teil geleistet haben im Feld, daß sie die Beförderung verdienen, und der öffentliche Teil der Zeremonie beginnt. Sie werden in einen Hof geführt, wo ihnen nochmals deutlich gesagt wird, was ein heißt, Äbtissin zu sein. Falken schwören einen Eid auf das Land und die Gerechtigkeit, eine Offizier muß ein Vorbild sein... solche Dinge. *lächelt* Wenn man Glück hat, dann ist ein sehr ranghoher Kommandant da, um das zu tun. Wenn man Pech hat, dann macht es halt die Große Akademie.

      Danach werden immer zwei Falken aufgerufen, eine Frau und ein Mann, und mit einem Lederband an den Handgelenken zusammengebunden. Das wird von einem Falkenpriester gemacht, der nochmals anmahnt, was es bedeutet, gebunden zu sein und die Regeln der Prüfung erklärt. Sie folgt als nächstes und wer sie besteht und danach noch immer sicher ist, gebunden werden zu wollen, der wird Äbtissin. Danach bekommen wir unsere neuen Namen, unsere Rangabzeichen und unsere Patrouille. Und es wird natürlich gefeiert.

      Einige Teile der Zeremonie, wie das Aushändigen der Waffen, Panzerungen und Rangabzeichen, werden bei jeder Beförderung wiederholt. Auch verbringt ein Anwärterpaar auf einen höheren Rang die Nacht vor der Beförderung getrennt. Das ist sehr ungewohnt und ich gebe zu, ich habe zu keiner dieser Gelegenheiten gut geschlafen. Was nicht heißt, daß ich die Beförderungen nicht gewollt hätte, ganz im Gegenteil. Jede davon ist etwas Besonderes, auf ihre Art.

      Oh und... Ihr Name. Ist der eher gewöhnlich oder ungewöhnlich?

      Mein Name ist sehr ungewöhnlich, Mara, und das habe ich mir sehr genau überlegt. Macht Euch keine Gedanken, Euer Versuch war doch schon seht gut. Wenn es gar nicht geht, laßt einfach das "w" fort, das tun viele.

      Ich habe mir den Namen selbst ausgesucht. Wer zur Äbtissin befördert wird, darf das tun. Es ist ein äußeres Zeichen dessen, das wir ein neues Leben beginnen. Die Reiterei hat sogar das Privileg, Buchstaben aus Alphabethen anderer Länder zu verwenden, und auch das habe ich getan. Man könnte also sagen, ich galt für die erste Zeit als etwas... exzentrisch. Aber je höher der Rang ist, umso weniger singen die Barden von Namen. Heute kennt meinen Namen jeder, denn meine Seite ist die Standarte. Also wird vorzugsweise von meiner Treue zu ihr gesungen und das ist gut so. Auch wenn es für die Barden natürlich eine Herausforderung ist. *grinst flüchtig und wird wieder ernst*

      Die Tradition der Seiten geht sehr weit zurück und fußt auf Gepflogenheiten eines Volkes, das sehr viel älter ist als Talilla und die Talender. Ein Volk, mit dem wir bei weitem nicht immer in Frieden gelebt haben... die Tradition der Bindung von Frau und Mann in einer Kampfgemeinschaft kam dann durch die Hiarener zu uns, eine Volksgruppe auf talenischem Boden. Sie haben sich immer aus den Kämpfen herausgehalten, doch eines Tages kam dieses Paar und schloß sich den Falken an. Sie sind bis heute Legenden. Helden Talillas und Vorbilder für jeden Falken. Noch mehr für jeden Offizier. Sie haben uns gelehrt, daß man jede Stärke noch verstärken kann, wenn man nur den richtigen Partner hat. Jemanden, der so ähnlich ist, das sich die Kräfte von selbst bündeln und weit über das hinausgehen, was alleine zu schaffen ist.

      Was für Vorteile es der talenischen Armee bringt, ihre Offiziere zu binden? Genau den, daß wir stärker sind als täten wir das nicht. Es hat sich bewährt. Weil unsere Offiziere ihre Patroullien so besser führen können. Immerhin sind wir in in der Lage, an zwei Orten gleichzeitig zu sein. Mit derselben Strategie.

      Wir alle sind Menschen, Mara. Natürlich haben wir immer persönliche Beziehungen. Durch meine Bindung an Silph ist meine engste persönliche Beziehung die zu einem Menschen, der das gleiche will wie ich. Sie glaubt an dasselbe wie ich und sie denkt ähnlich wie ich. Wir verstärken uns gegenseitig, anstatt uns zurückzuhalten, wie eine andere Person das vielleicht täte. Sie hat Verständnis für meine Ziele, weil es auch ihre sind.

      Man sagt gerne, daß zwei Seiten, die zueinander stehen, unbesiegbar sind. Natürlich ist das nicht wahr, aber oft genug fühlt es sich so an, gerade in einer Schlacht.
      Man sagt auch, daß wenn eine Seite fällt, auch die andere fällt. Das ist auch nicht wahr, aber es ist wahrscheinlich.

      Der dritte dieser Sätze aber ist wahr: Wer meine Seite töten will, muß an mir vorbei.

      Und was ist es, was Ihr fragen wolltet und was ich vergessen soll? Ich bin neugierig und nur schwer zu beleidigen, also nur keine Scheu ;)
      Ist doch nur meine Meinung. Ich find ja auch die Drachenlanze blöd, und Millionen Leute lieben die Bücher trotzdem.
    • Sie haben erzählt, daß die Bezeichnungen der Ränge aus den Mönchsorden des Gottes Tandemeo hervorgegangen ist. Das bringt mich doch gleich zur Frage nach der Religion. Glauben Sie an Tandemeo? Wie ist das in Talila üblich mit Religion und deren Ausübung? Und gilt das dann auch für Sie beim Militär?
      Mir hatten doch nüscht! Damals, kurz nach dem Krieg!
    • Wir haben in Tallila viele Götter, Tandemeo ist nur der Wichtigste unter ihnen, denn er steht für das, was wir sind. Er ist der Gott des Krieges, denn wir sind ein Volk, das sich immer gegen Angriffe hat wehren müssen. Wir müssen kämpfen, um zu überleben. Und er ist der Gott der Bauern, denn das ist, was wirklich wichtig ist. Krieg ist nur ein Mittel zur Verteidigung.

      Tandemeos Attribut ist der Falke, und er wird auf oft als Falke dargestellt. Der Falke im Flug wohlgemerkt, oder ein beobachtender, aber nie ein Falke im Angriff.
      Ich glaube, das zeigt die Beziehung des Militärs zu unsem Gott schon sehr deutlich. Ihm zu Ehren tragen wir den Titel "Falke". Wir sind dazu da, die zu schützen, die sich selbst nicht schützen können. Und unsere Position als des Falken direkte Diener hat noch immer einen religiösen Charakter. Wir sind keine Geistlichen, aber die unterste Stufe der Eingeweihten.

      Ob Falken dann zwangsläufig gläubig sind, kann ich so nicht sagen. Ich selbst bin es nicht. Ich glaube an die Gesetze, auf die ich meinen Schwur geleistet habe, und ich glaube an das, was der Falke repräsentiert. Ab und an wende ich mich auch an ihn, wenn ich Zweifel habe oder einfach einen Ort brauche, um nachzudenken. Die Tempel und ihre Gärten eignen sich gut dafür.
      Aber ich nehme nur an religiösen Zeremonien teil, wenn meine Stellung das erfordert. Sie sind meist sehr aufwendig und dauern sehr lange. Vielen gefällt das, aber für mich ist das nichts.
      Ist doch nur meine Meinung. Ich find ja auch die Drachenlanze blöd, und Millionen Leute lieben die Bücher trotzdem.
    • Bei den "Falken" gibt es also offenbar die Flügelkommandanten und Äbtissinnen. Welche Ränge gibt es denn sonst noch? Wer hat da welche Aufgabe?

      Wie wichtig sind denn die Götter im täglichen Leben? Oder gibt es "nur" spezielle Zeremonien?

      Und: Wie sieht denn eigentlich Ihr tägliches Leben so aus? ;D
      ... gibt es keine Tür, geh ich durch die Wand.
    • Auf der untersten Stufe haben wir die einfachen Soldaten. Darüber gibt es fünf Offiziersränge.
      Der unterste ist, wie gesagt, Äbtissin. Äbtissinnen führen unmittelbar eine Patrouille.
      Sechs Patrouillien bilden einen Schwarm. Ein Schwarm wird von einem Paar Obere kommandiert.
      Vier Schwärme bilden eine Formation, die wiederum von einem Paar Präfekten kommandiert wird.
      Sechs Formationen sind ein Flügel. Ein Flügel wird von einem Paar Flügelkommandanten kommandiert.

      Über den Flügelkommandaten steht noch der Rang der Standarte, des Obersten Befehlshabers. Sie und ihre Seite haben keinen ihnen direkt unterstellten Flügel, denn ihr gehört das Kommando über alle Falken.

      Die talenische Armee teilt sich übrigens in vier Farben oder Flüge. Späher, Läufer, Reiter und Marine. Jede Farbe besteht aus zwei Flügeln. Ich gehöre zur Reiterei, zu den Blauen Falken.

      Wie wichtig die Götter im täglichen Leben sind... ich bin schon so lange kein Zivilist mehr... sie sind insofern wichtig, daß es Feste zu ihren Ehren gibt, die eingehalten werden. Wir haben Statuen und Tempel und ihr Ansehen im Volk ist hoch. Die Tempel sind gut besucht und die Menschen kümmern sich gut um die Schutzbäume. Es gibt alles, vom persönlichen Dienst, um die Bäume zu erfreuen oder einem Schrein die Ehre zu erweisen, bis hin zur großen Zeremonie mit spezieller Kleidung, Umzügen und Festen. Wir im Militär haben auch Wettkämpfe zu Ehren des Falken.

      Mein tägliches Leben *bedenkt es und grinst dann* Wenn ich den Barden glauben kann, dann besteht mein Leben darin, der Standarte zu dienen, und das mache ich offenbar ganz gut.

      Eigentlich ist es ein ganz normales Offiziersleben. Waffenübungen, Inspektionen, Lagerorganisation. Ich gebe meine Meinung zu Silphs Strategien, wenn ich gefragt werde. Die meisten nehmen mich als eine Art Stellvertreter wahr. Auch wenn mein Rang nicht höher ist als der der anderen Flügelkommandanten, werde ich oft als Autorität herangezogen, wenn Dinge zu unwichtig sind, sie damit zu belasten.
      Im Flügelrat gilt mein Wort allerdings nur genauso viel wie das der anderen.

      Es gehört auch zu meinen Aufgaben, Silph Strategien weiterzuleiten, vor allem, wenn es schnell gehen muß und die Ordonanzen erst noch instruiert werden müßten.
      Und nicht zu vergessen reite ich als Falke natürlich auch selbst in die Schlacht.
      Ist doch nur meine Meinung. Ich find ja auch die Drachenlanze blöd, und Millionen Leute lieben die Bücher trotzdem.
    • Herr Riwgt, ich möchte nochmals auf das Prinzip der Seiten zurück kommen, gerade weil mir selbst eine solche Praxis im militärischen Umfeld so fremdartig erscheint:

      Worin begründet sich der Grundsatz, dass es stets eine Frau und ein Mann sein müssen, die ein Seitenpaar bilden? Gerade weil sich die Seiten so sehr ähneln sollen, liegt doch die Vermutung nah, dass gleichgeschlechtliche Offiziere oftmals besser zusammen passen würden. Ich vermute, diese Regelung hat religiöse Gründe; ist das richtig?

      Aus Ihrer Einstellung zum Stellenwert einer Familie schließe ich, dass Sie für sich selbst eine Familiengründung ausschließen, und ich nehme an, zahlreiche Seiten setzen in ähnlicher Weise ihr Pflichtbewusstsein über den eigenen Kinderwunsch (soweit vorhanden).
      Dennoch sind Sie alle, wie Sie sehr richtig bemerkten, Menschen. Als solche haben Sie, meinem eigenen Selbstverständnis nach, ein grundsätzliches Bedürfnis nach zwischenmenschlicher Nähe und Intimität. Gleichzeitig haben Sie aber in Ihrer Seite gerade einen Menschen an Ihrer Seite (wenn Sie das Wortspiel verzeihen), den man guten Gewissens eine Seelenverwandte nennen kann - was die meisten Menschen mithin als Traumpartner bezeichnen würden. Dass Seiten immer aus Mann und Frau bestehen, scheint mir dies sogar geradezu zu forcieren.
      Offen gesagt, fällt es mir unter diesem Gesichtspunkt doch recht schwer zu glauben, dass die zwischenmenschliche Bindung zwischen zwei Seiten nur in Ausnahmefällen über den beruflichen Nutzen hinaus geht. Möglicherweise sind Silph und Sie ein Sonderfall, gerade auch wegen Ihrer beiden hohen Dienstränge und damit hoher Verantwortung. Aber halten Sie es für möglich, dass weit mehr Seiten-Paare ihre Seite als Lebens- und Liebespartner betrachten, als Sie vermuten? ;) [verschmitztes Lächeln]

      Doch auch ohne zu sehr in den persönlichen Angelegenheiten von Offizieren zu wühlen, und ohne eine intime Beziehung zu vermuten: Macht Sie Ihre Bindung zu Ihrer Seite nicht auch taktisch gesehen verwundbar? Sie sagen selbst, Sie könnten sich ein Leben ohne Silph nicht vorstellen, und dass Sie sie mit Ihrem Leben verteidigen würden. Andererseits ist räumliche Trennung gelegentlich auch einer der Vorzüge der Seiten-Paare, und selbst in die Schlacht zu reiten eine ihrer Pflichten, so dass die Gefahr besteht, dass z.B. eine Seite in Gefangenschaft gerät und dem Feind als Druckmittel gegen die andere Seite dient. Sind Ihnen derartige Fälle bekannt, und wie gingen die Offiziere dann mit einer derartigen Situation um?

      Des Weiteren interessiert mich, wenn Sie eine weitere Frage gestatten, das Auswahlverfahren, nach denen Seiten, die sich vorher ja meist niemals gesehen haben, derart passgenau zueinander geführt werden.
      Wenn ich recht informiert bin, wird dieser Vorgang von sog. Suchern durchgeführt und hat gewisse mystische Züge. Wissen Sie, auf welche Weise es den Suchern gelingt, so seelenverwandte Menschen zu identifizieren?
      Geschieht es im Übrigen auch, dass die Suche länger dauert oder gar langfristig erfolglos bleibt, wenn es sich beispielsweise um einen zwar fähigen, aber gar zu, nunja, exzentrischen Offiziersanwärter handelt, zu dem sich einfach nicht so leicht eine passende Seite finden lässt?

      Oh und ein Detail zu Ihrem Namen: Sie haben angedeutet, dass Ihr Name fremdländische Buchstaben oder Laute enthält. Welche wären dies?

      Vielen Dank für Ihre Geduld, Herr Riwgt. :) [nickt]
      Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und er hantierte mit Riesenbegriffen.
      - Kurt Tucholsky über Rudolf Steiner
    • Das die Bindung stets zwischen einer Frau und einem Mann erfolgt, hat für die Falken traditionelle Gründe. Geht man weiter zurück, habt Ihr allerdings wahrscheinlich recht mit der Vermutung, daß sie religiöse Gründe hat. Bei den Hiarenern sind solche Bindungen sehr viel weitreichender als bei uns, wenn man den Legenden und Berichten glauben kann.
      Auf der anderen Seite werden immer eine Frau und ein Mann aneinander gebunden, um ein gewisses Gleichgewicht zu sichern. In Talilla sind Männer und Frauen gleichberechtigt in allen Belangen. Das gilt für Zivilisten ebenso wie für Falken, und um das auch in den Kommandostrukturen sicherzustellen, ist es wichtig, daß die Offiziersränge gleichermaßen von Frauen und Männern innegehalten werden. Auch in einer Gesellschaft wie unserer gibt es natürlich biologische Unterschiede, so daß einige Dinge nur vom gleichen Geschlecht verstanden werden können.

      Ob gleichgeschlechtliche Seitenpaare noch besser zusammenarbeiten würden - es ist nie versucht worden. Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß die Angriffspunkte auf das Paar größer werden, was dann wiederum zur Schwächung führen würde.

      Aus Ihrer Einstellung zum Stellenwert einer Familie schließe ich, dass Sie für sich selbst eine Familiengründung ausschließen, und ich nehme an, zahlreiche Seiten setzen in ähnlicher Weise ihr Pflichtbewusstsein über den eigenen Kinderwunsch (soweit vorhanden).

      Ja, das ist richtig. Für mich hat meine Karriere immer an erster Stelle gestanden und als Seite der Standarte ist eine Familiengründung völlig außer Diskussion für mich. Kinder habe ich keine anerkannt, aber das hatte stets gute Gründe.

      Es stimmt, daß wenige Falken Familien gründen oder Kinder anerkennen. Es ist nicht verboten, aber in einem Land, das so lange schon im Krieg liegt, ist eine solche Entscheidung auch nicht gerade leicht. Ich will nicht sagen, daß viele Falken sich die Gedanken vorher machen *unterdrückt ein Lachen* Zum Glück haben wir in Talilla gute Möglichkeiten der Empfängnisverhütung.

      Dennoch sind Sie alle, wie Sie sehr richtig bemerkten, Menschen. Als solche haben Sie, meinem eigenen Selbstverständnis nach, ein grundsätzliches Bedürfnis nach zwischenmenschlicher Nähe und Intimität. Gleichzeitig haben Sie aber in Ihrer Seite gerade einen Menschen an Ihrer Seite (wenn Sie das Wortspiel verzeihen), den man guten Gewissens eine Seelenverwandte nennen kann - was die meisten Menschen mithin als Traumpartner bezeichnen würden. Dass Seiten immer aus Mann und Frau bestehen, scheint mir dies sogar geradezu zu forcieren.

      Ich gebe zu, ich verstehe Euren letzten Satz nicht ganz. Eine offizielle Ehe wäre nur zwischen einem Mann und einer Frau möglich, aber bei einer Liebschaft, einem sexuellen Abenteuer oder dergleichen spielt das Geschlecht der Person doch eher eine untergeordnete Rolle. Von einem Forcieren durch die Bindung von Frau und Mann kann also keine Rede sein.

      Was den Rest Eurer Argumentation angeht, verstehe ich, daß Ihr so denkt. Und ich will nicht ausschließen, daß es Seiten gibt, die nicht nur das Quartier, sondern auch das Lager teilen. Für die meisten jedoch ist genau diese Ähnlichkeit, die Ihr als Grund anführt, das größte Hinternis. Seiten sind sich zu ähnlich, um noch Spannung erzeugen zu können. Zwei Personen wie eine, an diesem Ziel wird ab der Bindung gearbeitet. Wir können einander die Gedanken ansehen oder sie spüren.
      Laßt es mich so sagen: Wenn Ihr einen Blick in den Spiegel werft, habt Ihr dann das Bedürfnis, mit der Person, die Ihr seht, eine Liebesbeziehung einzugehen?
      Mein Spiegelbild sieht nur äußerlich anders aus.

      Macht Sie Ihre Bindung zu Ihrer Seite nicht auch taktisch gesehen verwundbar?

      Ja. *lächelt* Aber die Vorteile überwiegen diesen Nachteil.

      so dass die Gefahr besteht, dass z.B. eine Seite in Gefangenschaft gerät und dem Feind als Druckmittel gegen die andere Seite dient. Sind Ihnen derartige Fälle bekannt, und wie gingen die Offiziere dann mit einer derartigen Situation um?

      Es gibt für einen Kommandanten nichts Schlimmeres, als seine Seite zu verlieren. Man verliert nicht nur den Menschen, mit dem man jede Minute seines Lebens geteilt hat, oft für lange Zeit, man verliert einen Teil seiner selbst. Einen Teil seiner Seele.
      Als Druckmittel wäre eine solche Taktik nur im persönlichen Bereich verwertbar, denn ein Offizier ohne Seite wird so schnell wie möglich seines Kommandos enthoben. Zum einen, weil es die Falken verwirrt, weil es anderen Offizieren das Schlimmste ständig vor Augen führt, und auch, weil die meisten dieser Offiziere einfach nicht mehr kommandofähig sind. Einige verlieren beinahe den Verstand, andere verlieren jeden Sinn für Gefahr... die Möglichkeiten sind so vielfältig, wie es Menschen gibt.

      Wer seine Seite verliert, kann selbst entscheiden, ob er weiter dienen oder seinen Abschied nehmen will, und auch diese Entscheidung hängt einzig vom Menschen selbst ab. Ich habe Offiziere alleine in Schlachten reiten sehen oder Stellungen halten, die jeder andere für verloren gegeben hätte. Sie haben sie gerettet, weil sie selbst nichts mehr zu verlieren hatten.
      Ich habe auch das Gegenteil gesehen, Menschen, die völlig zusammenbrachen und keine Art von Leben mehr aufbauen konnten.
      Und ich habe Falken gesehen, die einfach weitermachten, neu gebunden wurden und alle Kräfte in eine zweite Bindung gesteckt haben. Ob so eine Wunde heilen kann... ich weiß es nicht. Und der Falke gebe, daß ich es niemals herausfinden muß.

      Des Weiteren interessiert mich, wenn Sie eine weitere Frage gestatten, das Auswahlverfahren, nach denen Seiten, die sich vorher ja meist niemals gesehen haben, derart passgenau zueinander geführt werden.
      Wenn ich recht informiert bin, wird dieser Vorgang von sog. Suchern durchgeführt und hat gewisse mystische Züge. Wissen Sie, auf welche Weise es den Suchern gelingt, so seelenverwandte Menschen zu identifizieren?
      Geschieht es im Übrigen auch, dass die Suche länger dauert oder gar langfristig erfolglos bleibt, wenn es sich beispielsweise um einen zwar fähigen, aber gar zu, nunja, exzentrischen Offiziersanwärter handelt, zu dem sich einfach nicht so leicht eine passende Seite finden lässt?

      Es ist richtig, die Personen, die die Seiten auswählen, heißen Sucher. Sie gehören zur Großen Akademie, die eine nicht zu unterschätzende Kraft in unserem Land darstellt. Die Große Akademie ist ein Hort des Wissens, der Forschung und der Überlieferung. Dort laufen viele Fäden zusammen und viele Dinge passieren, die seltsam erscheinen oder auch unmöglich für die, die das entsprechende Wissen nicht haben.

      Wie genau die Sucher die Seiten auswählen, weiß ich nicht. Vielleicht haben sie Visionen oder sie können Gedanken lesen, vielleicht lesen sie es auch aus der Sternen, oder sie lesen einfach nur sehr viele Berichte. Sicher ist nur, daß sie sich nicht irren. In all den Jahren hat es niemals ein Paar gegeben, daß nicht zusammengepaßt hat.

      Suchen dauern so lange, wie sie dauern. Manchmal Tage, manchmal Jahre, und es gibt auch Falken, die nicht befördert werden, weil sich keine passende Seite findet. Wir haben keine Offiziersanwärter in engerem Sinne. Falken werden vorgeschlagen und wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, beginnt die Arbeit der Sucher. Jeder Falke kann also jederzeit für die Beförderung ausgewählt werden - auch wenn wir natürlich schon unterscheiden können, ob jemand das Zeug zum Offizier hat oder nicht. Silph war sechs Jahre lang ein einfacher Falke, ich war es nur zwei. Das spricht dafür, daß sie lange nach einer geeigneten Seite für sie suchen mußten. *grinst* Jemand, der ebenso gut war wie sie.

      Um das Beispiel eines exzentrischen Falken aufzugreifen, daß Ihr genannt habt - die Suche würde sicherlich schwierig und lange andauern, aber die Möglichkeit, daß sich ein zweiter Exzentriker innerhalb derselben Farbe findet, besteht immer. Allerdings halten sich echte Exzentriker bei der Armee meist nicht lange. Zumindest nicht lange genug, um Äbtissin zu werden.

      Oh und ein Detail zu Ihrem Namen: Sie haben angedeutet, dass Ihr Name fremdländische Buchstaben oder Laute enthält. Welche wären dies?

      Generell ist die Häufung von Konsonanten in meinem Namen ungewöhnlich, aber wirklich exzentrisch - um bei Eurem Wort zu bleiben ;) - ist das "w" in meinem Namen. Die Sprache, die wir in Talilla sprechen, ist Sabessisch, und das Sabessische kennt kein "w".
      Ist doch nur meine Meinung. Ich find ja auch die Drachenlanze blöd, und Millionen Leute lieben die Bücher trotzdem.
    • Sie sprechen bei der Familiengründung davon "Kinder anzunehmen". Meinen Sie damit, die eigenen leiblichen Kinder anzuerkennen? Oder ist es üblich, auch fremde Kinder als eigene anzuerkennen und sich auf diese Weise eine Familie zu gründen?

      Ohnehin scheint es bei Ihnen recht frei zuzugehen, was Liebe und sexuelle Beziehungen angeht. In vielen Ländern ist das ja eher problematisch oder gar ein Tabuthema.
      Sind sie eigentlich weit herumgekommen? Wobei... als Falke in Militäraktionen bleibt sicherlich ohnehin keine Zeit andere Länder und Kulturen kennenzulernen...
      Mir hatten doch nüscht! Damals, kurz nach dem Krieg!
    • Kinder anzuerkennen. Das sollte wohl in etwa das Gleiche bedeuten, wie ein Kind anzunehmen... In den meisten Fällen geht es dabei um leibliche Kinder oder wenigstens um Kinder, von denen angenommen wird, daß es die leiblichen sind, aber das muß nicht sein.

      Nur ein anerkanntes Kind ist das Kind von jemandem und gilt als tatsächlich von dieser Person oder diesen Personen abstammend. Anerkannte Kinder haben Pflichten ihren Eltern gegenüber, aber auch Recht, was zum Beispiel das Erbe angeht.
      Findet sich niemand, der das Kind anerkennt, gibt es immer noch die Möglichkeit, daß es jemand als Mündel annimmt. Das bedeutet nur, daß die Mündelmutter, der Mündelvater oder die Mündeleltern das Kind bis zur Volljährigkeit unterhalten und dafür sorgen, daß es alles hat, was es braucht.
      Wird ein Kind gar nicht anerkannt, kommt es ersteinmal in ein Waisenhaus. Entweder übernimmt Talilla dann alles weitere oder es findet sich später noch jemand, der es kauft.

      Nichts davon hat übrigens damit zu tun, wer die leiblichen Eltern des Kindes sind. Wenn also jemand Kinder möchte, kann er sich einfach welche anerkennen, ja. Oder eben kaufen, wenn es älter sein soll.

      Ob wir frei mit Liebe und Sexualtität umgehen... wenn Ihr das sagt. Ein Tabuthema ist es aber sicher nicht, schon gar nicht unter Falken. Wir teilen unsere Quartiere immer, die Soldaten mit vielen, die Offiziere zu zweit. Egal, wer sonst noch da ist ;)
      Aber generell wird das Thema sehr offen behandelt. Und Gesellschafterinnen und Gesellschafter aller Ausbildungsstufen stehen in sehr hohem Ansehen.

      Ich habe mehr oder weniger ganz Talilla abgeritten, das stimmt. *lächelt* Und ich war auch schon jenseits unserer Grenzen, auch wenn sich das Kennenlernen anderer Kulturen da sehr in Grenzen hält. Für diolpmatische Missionen werden uns vorher von der Großen Akademie Informationen zur Verfügung gestellt, aber wenn man Falken in eine Schlacht führt, bleibt doch eher weniger Zeit, die Schönheiten der Umgebung wahrzunehmen.
      Ist doch nur meine Meinung. Ich find ja auch die Drachenlanze blöd, und Millionen Leute lieben die Bücher trotzdem.