[Interview] Fragt Mark Severin/Toramar

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    • [Interview] Fragt Mark Severin/Toramar

      [Anmerkung: Dieser Thread könnte Spoiler enthalten. Ich wollte vor allem Latsi vorwarnen, die möglicherweise sich ihre Neugier auf meine Geschichte nicht verderben will.]

      Mark Severin: Auf der Erde hat er als Polizeibeamter gearbeitet. Mit 30 Jahren lernte er seine Verlobte Felicitas Valen kennen. Es hat ihn sehr überrumpelt, als er plötzlich mit ihr durch eine Tür treten mußte und auf einem fremden Planeten landete und dort die unglaublichsten Geschichten durchlebte.

      Ihr steht in einem Wald aus ca. 8m großen Bäumen mit schwarzer Rinde. Vor euch ragt ein alter Baum mit dickem Stamm auf, in seinen oberen Ästen erkennt ihr ein geräumiges Baumhaus. Ihr ruft Mark Severin, doch ihr erhaltet keine Antwort. Nach einiger Zeit hört ihr ein Rumpeln und ein etwas hageres Gesicht mit Drei-Tage-Bart erscheint am Rand der Plattform. Ihr erhaltet zur Antwort, daß er so schon so lange nicht mehr gerufen wurde, daß er sich zunächst nicht angesprochen fühlte. Er bittet euch die stabile Leiter herauf zu klettern. Als ihr durch die Luke im Boden klettert, steht vor euch ein ca. 1,88m großer Mann in einem langen Mantel mit leicht ungekämmten, lockigen, hellbraunen Haaren. Seine grau-blauen Augen schauen euch ruhig an, doch erkennt ihr darin eine große Qual. Trotzdem klingt der Mann vor euch fröhlich und bittet euch ins Baumhaus. Im Wohnbereich nehmt ihr an einem niedrigen Tisch am Boden platz und seht gegenüber von euch ein Schwert an der Wand. Sonst ist der Raum völlig undekoriert. Überall verteilt liegen Schriften und Bilder und Papierrollen stapeln sich in jeder Ecke. Mark Severin setzt sich euch gegenüber und wischt ein paar Rollen vom Tisch, um Platz zu schaffen.
      "Entschuldigt bitte das Durcheinander hier, ich bin gerade dabei meine Erlebnisse nieder zu schreiben. Ich war so versunken, daß ich das Interview vergessen habe. Ihr könnt mich übrigens Toramar nennen. Was kann ich denn für euch tun?"...

      Gruß Felicitas
      Ein Keks, der unter einem Baum liegt, ist auch ein schattiges Plätzchen. :dozier:
    • RE: [Interview] Fragt Mark Severin/Toramar

      Hallo, Toramar. Warum nennt Ihr Euch denn so, wenn Ihr eigentlich Mark Severin heißt?
      Hier ist es ja sehr gemütlich... Aber ist es nicht manchmal etwas umständlich, auf einem Baum zu wohnen?
      Und was ist das für ein Schwert da an der Wand?
      Mbwa ni hatari

      Zivilisation ist gefräßig
    • Oh, weißt du... Mark Severin ist mein Name, den ich auf der Erde benutzt habe. Aber als ich hier her kam habe ich meinen wirklichen Namen bekommen. Toramar, denn ich bin dazu ausersehen gewesen das Schwert Arvistar zu tragen. *klopft auf ein Schwert, das an seinem Gürtel hängt*
      Ich werde nie wieder auf die Erde kommen und hier auf Tarmanel kann diesen Namen sowieso niemand aussprechen. Außerdem habe ich den Namen abgelegt, damit ich nicht an die Erde erinnert werde. Das macht mich irgendwie ein bißchen schwermütig.
      Ich finde es nicht so umständlich auf einem Baum zu leben. In diesen Breiten bietet es einen gewissen Schutz vor Raubtieren. Die meisten sind so groß, daß sie nicht klettern können. Es läßt mich nachts wirklich ruhiger schlafen, wenn ich nicht auf jeden knackenden Ast achten muß. *grinst breit*
      Das Schwert... *zögert und richtet seinen Blick auf den Gegenstand*. Sein Name ist Fenare Tilar. Es gehört meiner Verlobten. Es hat eine große Schlacht geschlagen und viele Leben genommen. Es ist ein gutes Schwert... ja, das waren dunkle Zeiten, es ist gut, daß sie nun vorbei sind. Die warme Sonne erhellt mein Gemüt und tut mir gut. *versucht ein kleines Lächeln* Was kann ich denn noch für Fragen beantworten?
      Ein Keks, der unter einem Baum liegt, ist auch ein schattiges Plätzchen. :dozier:
    • Soso, Ihr wart also dazu ausersehen, ein gewisses Schwert zu führen...
      Von wem? Warum ausgerechnet Ihr? Welche Fähigkeit besitzt Ihr, die niemand sonst auf dieser Welt besitzt?

      Und außerdem bemerke ich eine tiefe Schwermut an Euch. Wollt Ihr vielleicht etwas nächer darauf eingehen, was Euer Herz bedrückt und warum Ihr eure alte Heimat, die erde, vergessen wollt?
    • Na das sind mal Fragen *lacht ein wenig*... Also, wo fange ich zuerst an.
      Ja, wer mich dazu ausersehen hat... also, ich bin eigentlich kein religiöser Mensch. Ich habe bis heute nicht ganz begriffen, an was die Tarmenen eigentlich glauben. Sie nennen ihn Mamur. Und wie es scheint war ich von ihm dazu ausersehen das Schwert zu tragen. Ich weiß nicht, wie so etwas sein kann. Man müßte fast sagen, daß meine Geburt geplant war, daß es geplant war, daß ich Felicitas treffe und das wir beide hier her kommen. Und das von einem Gott eines außerirdischen Volkes. Ich kann und will das nicht begreifen. Ich weiß eindeutig, daß mein Verstand zu klein ist, um so etwas zu begreifen. Aber es ist nun mal so. Ließt man die alten Schriften der Tarmenen, dann sind sie voll von Hinweisen darauf, daß ich es bin, der Arvistar tragen soll. Das fängt schon bei den ersten Tarmenen an, als diese Welt noch jung war... *fährt sich verlegen durch die Haare*... glaube mir, ich wollte das alles hier nicht. Hätte ich damals gewußt, was auf mich zukommt, dann wäre ich nicht durch diese Tür gegangen.
      Ich möchte die Erde vergessen, weil sie mich so sehr an die glücklichen Tage meines Lebens erinnert. An ein sicheres, planbares Leben. An meine Verlobte, wie sie war. Nichts, was einmal auf der Erde war ist noch da. Wenn ich nicht an die Erde denke, dann muß ich auch nicht so oft an meine Verlobte denken, die übrigens Felicitas heißt... *stockt und schaut traurig zu Boden*... hieß. Darin liegt auch meine Schwermut begründet.
      Ein Keks, der unter einem Baum liegt, ist auch ein schattiges Plätzchen. :dozier:
    • Ah ja... Wir haben hier also einen dieser üblichen Auserwählten (TM) vor uns, die die Welt retten sollen oder eine sonstige Heldentat vollbringen sollten, und zwar nachdem sie ihre Rolle gespielt haben...
      Was genau habt Ihr denn mit dem Schwert eigentlich angestellt?
      Und wie war für Euch die Erkenntnis, nichts als ein Werkzeug zu sein, fremdbestimmt ohne freien Willen? Habt Ihr versucht, Euch gegen diese Vorsehung zur wehr zu setzen?
      Und was macht ihr nun mit Eurem restlichen Leben? Der Sinn Eures Daseins hat sich erfüllt. Und nun?
    • Ich habe oft dagegen gekämpft, gegen diese Vorhersehung. Wenn man es genau nimmt bin ich eigentlich bis zum entscheidenden Moment in die andere Richtung gegangen. Komischerweise hat mir dieser Mamur diesen freien Willen gelassen. Und wenn man es jetzt so betrachtet, dann hätte ich die ganze Sache vermasseln können, denn ich wurde nie dazu gezwungen den Weg weiter zu gehen. Am Ende habe ich das, was ich getan habe aus freiem Willen getan. Und deshalb schmerzt es umso mehr, denn ich kann niemand anderem die Schuld in die Schuhe schieben.
      Was ich und das Schwert getan haben!? Tja, eigentlich hatte das Schwert nur einen einzigen Zweck zu erfüllen. Nebenbei habe ich damit aber noch in einigen Schlachten gekämpft. Es ist ein gutes Schwert. Es ist Arvistar, dazu gemacht, daß letzte Kind Mamurs nach Hause zu bringen, wenn es seinen Auftrag erfüllt hat... *schaut gedankenverloren aus dem Fenster, fängt sich aber wieder und bringt ein wehmütiges Lächeln zustande*. Eine Heldentat war das übrigens ganz und gar nicht.
      *zuckt die Schultern* Was ich mit meinem Leben hier jetzt mache!? Ich weiß es nicht. Ich werde die Ruhe genießen und meine Gedanken ordnen. Die Tarmenen sind wirklich nett und das Essen, das es hier gibt schmeckt richtig gut. Es fehlt mir hier an nichts, außer, daß ich keinen habe, der wie ich ist. Der fühlt wie ich fühle, der denkt wie ich denke. Als einziger Mensch auf einem fremden Planeten ist man manchmal sehr einsam. Am Ende hoffe ich, daß mir die Tarmenen ein Begräbnis zukommen lassen und ich dann hier meine letzte Ruhe finden kann.
      Ein Keks, der unter einem Baum liegt, ist auch ein schattiges Plätzchen. :dozier:
    • Ihr scheint in der Geschichte von Tarmanel eine wichtige Rolle gespielt zu haben. Wie reagieren die Tarmenen darauf? Habt ihr innerhalb der Gesellschaft, abgesehen von eurer Herkunft, einen besonderen Stellenwert oder einen besondere Position?
      "Die Leichen der Euren werden genügen diese Ebene in Calislad, die Knochenebene, zu verwandeln. Ich sage euch noch einmal: geht!, hier und zwischen diesen Bäumen wartet nur der Tod auf euch.“
    • Oh ha... tja, also ich glaube ich muß meine Stellung hier auf Tarmanel als zwiegespalten beschreiben. Es gibt Tarmenen, die mich hassen und es gibt einige wenige, die mich respektieren und achten. Deswegen lebe ich hier ein wenig zurückgezogen, damit ich denen, die nicht so gut auf mich zu sprechen sind nicht immer über den Weg laufen muß.
      Ich glaube, daß dem so ist, weil einige verstehen, warum ich Mamurs letztes Kind nach Hause gebracht habe und andere verstehen das nicht. Sie nehmen mir übel, was ich getan habe. Und eigentlich kann ich diese Fraktion besser verstehen. Ich wäre auch wütend auf mich... und vielleicht bin ich das auch irgendwie ein Stück weit.
      Ein Keks, der unter einem Baum liegt, ist auch ein schattiges Plätzchen. :dozier:
    • Entschuldige, daß ich so zugeknöpft bin. Ich traue mich kaum meine Taten auszusprechen. Ich neige halt manchmal dazu wie die Katze um den heißen Brei zu reden *grinst entschuldigend*. Ich werde versuchen ein wenig mehr zu erzählen.
      Es ist so. Vor nicht so langer Zeit fiel Tarmanel unter die Herrschaft eines Tyrannen. Vielleicht nicht durch und durch böse, aber vielleicht von etwas fehlgeleiteten Prinzipien getrieben. Dieser Mamur schickte ein Kind. Sie werden von den Tarmenen Elovar genannt. Das Problem mit diesem Kind war, daß es nur eine kurze Zeit in der Welt der Sterblichen bleiben konnte. Gerade lange genug, um diesen Tyrannen zu stürzen. Wie ich schon vorher berichtet habe, war das Schwert, das ich trage dazu gemacht worden, dieses eine Kind wieder zu Mamur zu bringen. Na ja, um wieder zu Mamur zu gelangen, mußte es sterben... ich habe es getötet... und vielleicht könnt ihr euch denken, wer dieses Kind war... *seufzt und ringt mit sich*... sie war meine Verlobte.
      Ein Keks, der unter einem Baum liegt, ist auch ein schattiges Plätzchen. :dozier:
    • Mein herzliches Beileid... *Gibt Toramar Zeit, sich zu sammeln*

      Dieser Tyrann, was waren seine Prinzipien. Und lebt er noch, starb er beim Putsch oder wurde er hingerichtet. (Vermutlich reicht es, im Geschichtsbuch nachzulesen. Hättet Ihr ein Geschichtsbuch für mich?)

      Und ... wisst ihr, was geschehen wäre, hättet ihr eure Verlobte nicht getötet? Oder habt ihr auf das vertraut, was Mamur befahl?
    • *wischt seine Augen ab*... Danke!
      Nun ja, ich habe nicht alles genau verstanden. Er ist wohl ebenfalls ein Kind Mamurs gewesen. Er half mit Tarmanel zu erschaffen, weil er Mamur zeigen wollte, daß die Entscheidungsfreiheit, die er den Tarmenen gab hablherzig war. Er meinte, wenn ein Lebewesen nur Edles im Herzen hat und nur Mamur kennt, dann ist die Entscheidung für Mamur nicht wirklich frei. Nur wenn jemand auch die andere Seite kennt, wenn er Zweifel kennt, dann ist es eine freie Entscheidung, wenn er sich trotz aller Zweifel doch für Mamur entscheidet. Er wollte den Tarmenen Zweifel zeigen. Er wollte ihnen zeigen, daß es nicht verwerflich ist, wenn man für erbrachte Dienste einen Preis fordert. So wie er als Preis für seine Hilfe bei der Erschaffung von seinen Geschwistern Tarmanel forderte. Schließlich und endlich war er ein Kind, daß die Gegenwart des Vaters nicht mehr ertrug und der Ewigkeit entfliehen wollte. Der Tyrann wurde von meiner Verlobten getötet, bevor ich meine Tat beging. In einem Geschichtsbuch ist noch nicht viel darüber zu lesen, denn die Ereignisse sind noch so frisch, daß kein Tarmene es gewagt hat darüber zu schreiben.

      *grübelt eine Zeit lang*... Ich weiß nicht, was geschehen wäre, wenn ich meine Verlobte nicht getötet hätte. Ich meine, mir wurde gesagt, daß sie dann mit der Zeit wahnsinnig geworden wäre und ein zweiter Tyrann wäre geboren worden... also, in dem Sinne, daß sie sich dazu aufgeschwungen hätte. Keine Ahnung, wie das hätte gehen sollen... *schüttelt den Kopf*... all das ist wirklich kaum zu fassen für mich. Sooft ich versuche einen Sinn zu sehen oder die Richtigkeit in meinem Tun, sooft habe ich das Gefühl, daß ich nur ein kleines Häufchen bin, zu dumm und zu klein um solch wichtigen Dinge zu begreifen. Am Ende habe ich darauf vertraut, daß Mamur Recht hatte... *schaut betroffen drein*... aber weißt du, oft quählt mich der Verdacht, daß nicht Mamur zu mir geredet hat. Vielleicht wurde ich von der falschen Seite verführt.
      Ein Keks, der unter einem Baum liegt, ist auch ein schattiges Plätzchen. :dozier: