Diskriminierung und ihre Formen

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    • Blutiger Adler, igitt....

      Ähm ja. In Utz gibt es eine starke Diskriminierung gegen das Volk der Holzköpfe. Die Holzköpfe sind ein Volk von hölzernen Puppen, ursprünglich nach einer alten Technologie entwickelt um als Arbeitskraft zu dienen.
      Im Laufe der Weltgeschichte wurden diese Puppen jedoch beseelt, doch viele weigerten sich schlicht, ihnen jetzt, bloß weil sie eine Seele haben, auch sowas wie Würde zuzugestehen. Allen voran das Vogtvolk, behandelte man die Holzköpfe weiterhin wie Gegenstände und eine Zeit der Sklaverei brach an, die einige hundert Jahre dauerte.
      Die Holzköpfe befreiten sich schließlich durch einen Aufstand, doch auch heute gibt es noch viele holzradikale Elemente in der Gesellschaft des Vogtvolkes, wie auch das holzradikale Arcadespiel 'Baum fällt' zeigt.

      Dafür haben die Holzköpfe Basketball und Hiphop erfunden 8)
      ~ Legend speaks of a beast ~
      ~ Three hundred miles from it’s tip to it’s tail ~
      ~ None have seen it, yet all know it’s name ~
      ~ Like the ark of the convenant, or the holy grail ~
    • RE: [Gesellschaft] Diskriminierung und ihre Formen

      Original von Sturmfaenger

      Wie sieht das auf euren Welten aus? Gibt es demütigende Rituale für bestimmte Personengruppen, Verzierungen, die ganz nebenbei die eigene Überlegenheit andeuten, und ähnliches? Oder gibt es auf der Erde genug solches Zeug, und ihr wollt es nicht auch noch in euren Welten haben?


      Also auf Norn gibt es hin und wieder solche Dinge, besonders markant die Pfählung aus der Caarnachei.

      Auf Aerde sieht es da noch schlimmer aus - von der Brutalität im Alltag mal abgesehen (Vorort-Hinrichtungen, offensichtliche Mißhandlungen und Folter in der Öffentlichkeit, sowohl von Obrigkeit als auch dem Sifferiat ausgehend) gibt es überall kleine Spezialitäten:
      Beispielsweise hat die Bande der Glatzen - hauptverantwortlich für den Motzdammer Putsch und das anschließende Scheitern des Sifferiats bei der Machtübernahme - in Motzdamm Elfen "E"-förmige Brandzeichen auf der Stirn verpasst, damit "jeder diese ungläubigen Betrüger gleich erkennt" (als ob man Elfen nicht auch so erkennen würde).

      Dann gibt es noch die netten Akte der stigmahaften Selbstverstümmelung, wo man angeblich Schmerz gegen Erleuchtung tauscht (und was auch von Darcspielercharakteren gerne mal probiert wird). Ansonsten ist Aerde allerdings schon mies genug - da wirken detailierte Verstümmelungsbeschreibungen splatterbilligbloody und erzeugen kein extra Grauen - der aerdische Alltag ist da weitaus effektiver.
    • Diskriminierung findet in meiner Welt sehr offen statt. Zum Beispiel wird ein
      Bioniker, der nicht in der Gesellschaft der Bioniker geboren, sondern von
      dieser adoptiert wurde, niemals einen der höheren Ränge oder ein hohes
      Amt bekleiden können.

      Ähnliches gilt bei den Psionikern und Mediokraten, wobei man sich in deren
      Kultur als Adoptierter zumindest noch einen gewissen Status bzw. Ruf in der
      Gesellschaft "erarbeiten" kann.

      Die Humanisten wiederum lehnen zwar offiziell jede Form der Diskriminierung
      ab, können sich von dieser aber auch nicht frei sprechen, weil es der grosse
      Teil alller Humanisten von Grund auf ablehnt, mit Bionikern, Mediokraten oder
      Psionikern zusammen zu leben.

      Die Nano-Mechatroniker betrachten sowieso alle anderen Gesellschaften als
      minderwertig und lassen sie das auch spüren. Unglücklicherweise sind die
      anderen Gesellschaften von den Nano-Mechatronikern abhängig, so dass sie
      diese zwar innerlich ablehnen, es aber niemals offen gegenüber einem solchen
      zeigen würden.

      Es gibt jedoch in keiner der Gesellschaften eine Kunstform oder dergleichen,
      um ihr Missfallen bzw. eine Diskriminierung offen zur Schau zu stellen, da
      solche durch die Zentralregierung geahndet würde und zudem die betreffende
      Gesellschaft mit scharfen Sanktionen zu rechnen hätte. Demzufolge bleibt die
      Diskriminierung auf einem Niveau, das eher Gesellschaftspolitisch relevant
      ist, aber zu keiner Verfolgung oder Folterung von Angehörigen der anderen
      Gesellschaften führt.

      Herzlichen Gruss,
      Abacab
    • RE: Foltermethoden, Sklaverei, Grausamkeit

      Ich red mal von Swyrtr.
      Original von Lord Abbadon
      Gibt es so richtig grausame Dinge in euren Welten, die einen "normalen Menschen von unserer Welt" sofort voller Ekel abstoßen würden?

      Ja, meine Welt. Sollte einer dieser "normalen Menschen von unserer Welt" dort ankommen, müsste er es allerdings erstmal schaffen, lange genug zu überleben, um Gefühle wie Ekel aufkommen zu lassen.
      Rumliegende verstümmelte Leichen sollten sich finden lassen, auch Menschen, die noch leben, obwohl sie bereits seit längerer Zeit verzehrt werden. Parasiten, die Menschen zu Berserkern machen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Alles von Menschen gezüchtet.

      Vielleicht irgendwelche Menschenverachtenden Praktiken die zum Zwecke eines Verhöres durchgeführt werden?
      Grausame Foltermethoden?

      Ei freilich.

      Wie sieht es mit Sklaverei aus, existiert diese bei euch?

      Ei freilich.

      Wenn ja, dann in einigermaßen humaner Weise wie dies zB. bei den Alten Griechen der Fall war?
      Oder werden eure Sklaven wie Tiere behandelt?

      Alle Variationen. Swyrtr ist schließlich ein ganzer Planet, da ist Platz für so alles mögliche gleichzeitig nebeneinander. Ausgearbeitet habe ich bisher allerdings diesbezüglich (weitergehend, als 'Ei freilich') nur ein Bischen etwas vom Dämonentor. Jene Torwächter, die nach aussen hin gerne das Bild des Bösen schlechthin pflegten, behandelten ihre Sklaven überraschend human. Es gibt einige Gesetze und Regelungen bezüglich der Behandlung und auch Rechten von Sklaven. Allerdings auch reichlich Ausnahmen davon.
    • Ich habe im Laufe der Zeit einige Gesellschaften entworfen, in denen sich meine Protagonisten als Außenstehende sehr vorsichtig bewegen mussten. Viele davon habe ich seitdem aber geändert oder ganz abgeschafft, denn so viele davon brauchte ich eigentlich nicht.

      Geblieben sind zum Beispiel die Alonokatzen, die nur noch ein eigenes Land haben, nämlich das Reich der Alonokatzen auf dem Umringten Kontinent in 2b. Offiziell gibt es dort natürlich keine Diskriminierung, man will ja die Nachbarländer nicht verärgern. Es wird aber nicht wirklich etwas dagegen getan.

      Als Beispiel für die Entwicklung kann man sich die Schulen ansehen: Es gab einmal ein Gesetz, nach dem öffentliche Schulen nur Alonokatzen als Schülerinnen oder Lehrerinnen annehmen durften. Das Gesetz wurde abgeschafft, die meisten Schulen behielten das Prinzip aber bei. Inzwischen gibt es ein Gesetz, das das Gegenteil besagt, es ist öffentlichen Schulen verboten, Schülerinnen oder Lehrerinnen aufgrund ihrer Spezies abzulehnen.
      Dieses Gesetz gilt aber nicht für Privatschulen. Tatsächlich sind viele Privatschulen erst nach Verabschiedung dieses Gesetzes entstanden, weil es plötzlich einen riesigen Markt dafür gab.
      Diskriminierung ist also nicht mehr institutionalisiert, wird aber offen gelebt.

      Sprachliche und ritualisierte Diskriminierung gibt es demnach jede Menge. Opfer sind hier nicht nur Nicht-Alonokatzen sondern auch Alonokatzen mit ungewöhnlicher Fellfarbe, Männer, Homosexuelle(das ist allerdings ein komplizierter Fall und eigentlich ein eigenes Thema), jede Person, die sich nicht eindeutig als Mann oder Frau einordnet / einordnen lässt und natürlich wer auch immer Schwäche zeigt. Oh, und natürlich Anhänger der Göttin Suthamal, die bei den Alonokatzen quasi eine Satansfigur ist, bei vielen anderen Völkern aber eine Mutter- oder Schöpfergöttin.

      Das äußert sich in Beleidigungen (Fleckfell, Weichpimmel, ein paar, die ich hier nicht schreibe und auch sonst nur auf alonisch), die nicht unbedingt (aber auch) für die Leute verwendet werden, die sie beschreiben, aber diese natürlich immer negativ darstellen, Kinderspielen in denen Kinder Rollen einnehmen, die positiv oder negativ konnotiert sind, religiösen Praktiken, bei denen Personen symbolisch geopfert werden, und natürlich in Kunst und Medien. Klischeebeladene Rollen für diskrimierte Gruppen sind die Norm, seltene Ausnahmen werden oft kritisch betrachtet.
      Es gibt etwa eine im Reich der Alonokatzen beliebte Krimiserie, deren Hauptfigur, eine Polizistin, als Running Gag in jeder Folge ihren Mann mit einer anderen im Bett erwischt und die erschießt. Der Mann existiert dabei als Figur praktisch nicht, er ist nur ihr Besitz, den sie rabiat verteidigt.
      In einzelnen Folgen sind hauptsächlich schwarzfellige Alonokatzen zu sehen, andere Figuren sind böse Handlanger oder Prostituierte. Und wenn mal eine lesbische Figur auftritt (wobei die Definition da wieder kompliziert ist, die Alonokatzen verstehen viele Dinge etwas anders) dann wird sie wahrscheinlich deswegen erpresst und ist schließlich entweder Täterin oder Opfer.
    • So, wonach wurde noch gefragt?
      Sklaverei. Ja, gibt es hier und da noch.
      Die Versklavung von Seelen in der Hölle wird zum Beispiel geduldet, weil ... man eigentlich nichts dagegen tun kann. Und die Finsterelfen halten Sklaven.

      Folter.
      Auch hier, Hölle und Finsterelfen. Bei den Alonokatzen offiziell nicht, aber in Wirklichkeit immer wieder mal.

      Grausame Sachen, bei denen normalen Menschen schlecht wird ... joa, kommt jetzt drauf an, welcher Mensch als normal gilt. Es ist sicher nichts dabei, das nicht schonmal irgendein Mensch getan hat oder gern getan hätte, wenn es denn möglich wäre ... aber das ist immer noch ein weites Feld, wie hier ja auch schon angemerkt wurde.