Metaplot

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    Weltenbastler-Olympiade (WBO) 2021 - Startschuss
    Die diesjährige Olympiade beginnt am 25 .7.
    Das WBO-Orgatool ist hiermit initialisiert. Es mögen sich vor allem für die ersten Kategorien schnell findige Jury-Mitglieder finden.
    Wir wünschen allen viel kreativen Spaß!

    • Der rote Faden ist der Verlauf des Geschehens.
      Es gibt Begriffe wie "Gesprächsfaden" und "Handlungsfaden" (in der Literatur), die einen zentralen Themenstrang oder ein Hauptmotiv eines Werkes bezeichnen.
      Der rote Faden zieht sich vom Anfang bis zum Ende durch ein Werk.
      Insofern ist es sehr sinnvoll, den roten Faden-thread hier beim Metaplot anzusiedeln.

      Die altgriechische Vorsilbe "meta" bedeutet so weit ich weiß "über" (auch "ausser"?). Deshalb denke ich dabei an etwas Übergeordnetes, Außerweltliches. Darum auch mein unqualifizierter und widersprüchlicher Kommentar im letzten Posting.
      Und "plot" heißt in diesem Zusammenhang "Handlung".
      Daraus folgt: Merlin hat das Wort falsch verwendet.
      Jerron hat vollkommen Recht.
      Und wenn man keine Ahnung hat . . . ;)
    • Der Rote Faden ist quasi die Handlung einer Geschichte.

      Und die Erde hat doch auch Handlung. Eigentlich genau so wie es sich überall aufbaut: Hier eine Religion mit einfluss, dann die Generationen von Herrschergeschlechtern, eine revolutionäre Idee und die entsprechenden Menschen tauchen dazu auf(Luther, Marx), es gibt Mord und Totschlag und erhebende Ereignisse, dazwischen versucht man Frieden zu wahren...
      Wusstet ihr, dass wir in der friedlichsten Zeit der Geschichtsschreibung leben? Auch wenn es natürlich immer noch Krieg gibt ist es seit der zweiten Hälfte des 20.Jh. so friedlich wie noch nie.

      Ja, Metaplot...
      Eigentlich war erst die Geschichte da. Dann die Frage, in welche Umgebung ich das ganze ansiedel. Ich hatte keine Lust, wieder etwas Mittelalterliches zu nehmen, daher dieser 1900 Verschnitt. Ich sehe, wohin meine Charas wollen/müssen und was für eine Umgebung sie dazu brauchen. Das einzige, was zwingend Hand in Hand mit dem Plot geht, ist eine Landkarte und die Platzierung von Bergen und Städten, damit ich Wanderungszeiten und ähnliches abschätzen kann. Aber auch den Charakter der Völker und ihre Beziehungsprobleme basteln sich mit dem Plot, damit ich auch einiges an Konfliktpotential habe.

      In Bagudo hatte ich auch eine grobe Herrschergeschlecht-Chronik angefertigt, also nur mit Daten und kurzen Geplänkeleien. Wenn ich mal Zeit und Lust habe kann ich mich daran an eine Kulturgeschichte machen.
      Beim zweiten Zeitalter ist nur von viel Krieg die Rede. Und eine Päbstin ist wichtig. Ansonsten fehlt es mir an Geschichtsbuch-Geschichte. Aber die Charas meiner Haupthandlung schreiben und werden Geschichte schreiben. Alles, was danach kommt, steht noch im Nebel ^^
      Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt @_@

      Jedes Wesen, dass zu seinem Privatvergnügen ein Universum schafft ist ein egomanischer Irrer -
      Ergo: Der Schöpfer ist ein egomanischer Irrer. - Landon W. Rabern

      Schöpfer sind keine Götter. Schöpfer erschaffen welten, und das ist schwer. Götter wurden von Menschen erschaffen, und das erklärt eine Menge. - Terry Pratchett, Heiße Hüpfer
    • *Abstaub*
      In meiner Welt gibt es keinen Metaplot. Zumindest bis jetzt noch nicht. Allerdings überlege ich ob ich einen einbauen sollte, denn bei einigen Dinge die ich gebastelt habe, kam mir der Gedanke ob ich diese nicht in einen größeren Hintergrund einbetten könnte/sollte. hm......
    • Sagen wir es so, den einzig wahren Metaplot, den es für mich geben kann, ist das Schicksal in sich. Alles andere ist nur ein aufblitzender Tropfen im ewigen endlosen Strom des Seins. Die Entstehung der Welt, tektonische Umwälzungen, Naturkatastrophen, Entwicklung von Leben und Massensterben, Aufstieg und Fall von Kulturen, das alles sind nur seidene Fäden auf der Schicksalsspindel. Alles andere sind Metaplötchen - kurze subjektive Episoden, und die gibt es in jeder Welt zuhauf. Jede Dramaturgie und jedes Setting einer der zahllosen Geschichten einer Welt ist doch bereits ein episodischer Metaplot.

      Ohne komme ich also zwangsläufig nicht aus, aber ich versuche, diesen so typischen Clash der Urkräfte, das Gute gegen das Böse, was die gesamte Welt zu zerstören droht, zu vermeiden. Vor allem diese stereotype Unterscheidung. "Böse" Wesen gibt es trotzdem, aber nur, weil man ihnen das zuschreibt. Ich versuche zumindest, die Hintergründe zu beleuchten und auch aus anderen Perspektiven zu beschreiben. Es gibt in der Zeit, in der die Geschichte spielt, auch keine einschneidenden Ereignisse, die gleich das ganze Weltengefüge aus den Angeln zu heben drohen. Bloß die üblichen kriegerischen Scharmützel, "postmoderne" Problemfelder, Kampf um dies, Suche nach dem, räuberische Wölfe, Filithia Aufgerechts Kauf einer faulen Henne, Genuss, Gier, soziale Beziehungen und ähnliche Banalitäten. Mittendrin ein obligatorischer Quest mit Coming-of-Age-Attitüde der Protagonisten, der aber nicht gleich alles für sich vereinnahmt.

      Ich bin aber schon ein wenig gelangweilt von mir selbst, dass mir auch nicht mehr gelingt als der übliche, wenn auch variierte und durch Nebenkulissen gestreckte Fantasy-Quest. Ich würde gerne mehr (oder überhaupt einmal) Fantasygeschichten lesen, die sich ohne viel Brimborium mit einer ganz alltäglichen, banalen Angelegenheit auseinandersetzen, wie z.B. den Problemen einer lesbischen Hobbitfrau in ihrem Dorf, tyrannischen Ehen oder depressiven Pseudohelden. Dieses Genre dramatischer Episoden im Kleid der Fantasy wird irgendwie überhaupt nicht bedient, scheint mir. Wahrscheinlich werde ich mir dazu auch mal irgendwann kleine Geschichten ausdenken, aber für ein großangelegtes Fantasydrama bleibt vorerst kein Platz, weil ich so vieles, das mir auf den Nägeln brennt, erst einmal nicht unterbringen könnte.

      Humoristisch-skurrile Einflüsse in Form bestimmter Schauplätze, Figuren und Lebewesen sind allerdings schon fester Bestandteil geworden. Ich muss mich da allerdings am Riemen reißen, damit das ganze nicht zu einer unausgegorenen, bierernst-albernen Chose verkommt. Aber wenn ich es hinbekomme, eine tragisch-komische Geschichte zu schaffen, dann bin ich zufrieden. Und ein bißchen Drama habe ich ja dann auch.^^
    • Grünkern schrieb:

      Sagen wir es so, den einzig wahren Metaplot, den es für mich geben kann, ist das Schicksal in sich.
      Wenn es ein Schicksal gibt, ist das dann zwangsläufig ein Metaplot oder nicht? Und ist dein Schicksal wirklich ein Schicksal im Sinne von Determinismus oder nur ein schöneres Wort für "die leben da halt und es passiert gelegentlich mal was Wichtigeres"?

      Veria
      Man kann gar nicht so rundum stromlinienförmig sein, dass es nicht irgendeine Pappnase gibt, die irgendetwas auszusetzen hat.
      - Armin Maiwald
    • Ich als Rollenspieler mag Plots und so existiert auch für meine Welt ein sogenannter roter Faden. Aber den will ich nicht verraten. Ich denke ohne so eine Vorgabe dürfte es ab einem gewissen Punkt schwerer werden die Welt weiter zu formen. Ich habe immer das Bedürfnis das alles was ich entwickel zumindest zahnradmäßig zusammen passt und wenn es das nicht tut dennoch ins Gesamtbild passt. Daher ist der rote Faden in meiner Welt zumindest bis Zeitpunkt x (also Neuzeit) als Chronik fest gelegt und wie er sich weiter spinnt überlasse ich im Moment meinen Ideen für mögliche Geschichten in dieser Welt. Die ein oder andere Vorstellung habe ich wohin es gehen könnte, aber das entscheiden dann eher kleinere Umstände.

      Um die Frage kurz zu beantworten. Ja meine Welt hat sowas wie einen Metaplot :)
    • Ich hab sehr viele, sehr ausgearbeitete Plots und ne ganze Menge wichtiger, immer wieder auftauchender Charaktere. Das mache ich erstens deswegen, weil das eben auch sehr viel spaß macht, und zweitens, weil ich der Meinung bin, dass so eine Welt nicht einfach nur da ist. Sie verändert sich ständig und überall passiert was und wie die Welt aussieht, bestimmten nun letztendlich immer ihre Bewohner und ihre Handlungen. Manche zwar mehr und manche eher weniger, aber zumindest die etwas herausragenderen Persönlichkeiten tauchen bei mir immer mal wieder auf und die sind dann auch recht detailliert ausgearbeitet.

      Es gibt zwar keinen richtigen Plot, der jetzt irgendwann ein Ende hat oder auf irgendwas bestimmtes hinauslaufen soll, aber es passieren nunmal Dinge, die wiederum zu anderen Dingen führen. Und verantwortlich dafür sind immer irgendwelche Leute.
    • Geisterstund, meine Stund. Die passende Zeit mal wieder für eine Staubwedel-Attacke. :puschel:

      Shay schrieb:

      Ich denke, bei Rollenspielen ist die Unterscheidung zwischen Plot und Metaplot wichtiger. Wenn ich das mal so frech postulieren darf: Metaplot ist das, was der Weltenbastler vorgibt, im Plot dürfen auch die Spieler Einfluß nehmen.
      Sehe Plots eher als einzelnes Abenteuer an. Metaplot als ein übergreifender Plot über mehrere Abenteuer hinweg. Quasi die große Geschichte hinter vielen Kleinen.



      WeepingElf schrieb:

      Und für Buchautoren ist die Unterscheidung zwischen "Plot" und "Metaplot" gar nicht gebräuchlich. In Romanen geht es ja oft gerade um weltbewegende Ereignisse, die weit über das hinausgehen, was in einer gewöhnlichen Rollenspielrunde passiert.
      Nun ja. Doch wenn es eine Roman-Serie ist, dann können verschiedene Geschichten erzählt werden, die aber im Hintergrund 'nebenbei' den Metaplot weiter entwickeln.



      WeepingElf schrieb:

      Ja, so ungefähr wird das in der Rollenspielszene gebraucht. Der Metaplot ist der Geschichtsablauf der Welt, wie er von den Autoren des Spiels ausspintisiert wird, während der Plot das Geschehen in einer konkreten Spielrunde ist.
      Ein schönes Beispiel aus Vampire - Dark Ages. Das Städte-Buch Konstantinopel bei Nacht. Neben der Stadtbeschreibung werden detailliert alle Charaktere vorgestellt mit ihren jeweiligen kleineren und größeren Geheimnissen, Charakterzüge, allgem. Verhaltensweisen usw. Dazu noch ein Geschichtsablauf (die Geschehnisse in den Jahren vor dem dritten Kreuzzug) und ein paar vorgeschlagene Abenteuerszenarien. Man kann also verschiedene Abenteuer spielen, dabei die Entwicklungen im Laufe der Jahre erleben. Diese Ereignisse sind der Metaplot, der letztlich in der Plünderung und Brandschatzung durch die Kreuzfahrer gipfelt. Wobei es viel Spielraum gibt, wie sich die Spieler einbringen können und manche Schicksale der NPCs beeinflussen können.



      Kogan schrieb:

      Also ich (bzw. wir, da wir zwei Leiter sind) erzähle den Metaplot großteils durch Zeitungsartikel. Ab und an auch durch beschriebene Ereignisse. Die Idee dahinter ist es den Spielern freizustellen wie weit sie sich mit dem großen Ganzen auseinandersetzten wollen. Es soll dadurch vermieden werden das sich Spieler von der Geschichte erdrückt fühlen. Auf der anderen Seite eben das sie nicht das Gefühl bekommen in einer Welt unterwegs zu sein in der ringsumher nicht mehr geschieht als der kleine Ausschnitt der ihnen gerade aufgetischt wird.
      Was wichtig ist, wie ich finde, der Metaplot sollte nicht vollkommen starr sein. Grob vorgegeben klar, aber immer auch in gewissen Sinne veränderbar.
      Kann ich nur voll und ganz zustimmen. Die Spieler dürfen sich zwar ggf. mal machtlos fühlen, weil die Geschehnisse / Entwicklungen zu mächtig sind. Doch keines Falls dürfen sie sich so gegängelt vorkommen, als wenn ihre Taten in der Welt völlig ohne Belang wären. Und warum nicht den Metaplot etwas anpassen, wenn es stimmig ist.



      Logan schrieb:

      1. Haben eure Welten einen Roten Faden, also ein gewisses Prinzip nachdem sie aufgebaut sind oder sind sie eher willkürlich entstanden? Also frei nach dem Motto: "Ich brauch jetzt ne Welt für meine RPG-Runde."
      Denke mal, da kann man auf den aktuellen Thread von Merlin verweisen: Welten -- Eure Leitlinien und Prinzipien dafür


      Doch back to :topic: .
      Ich hatte mir anfangs verschiedene grundsätzliche Dinge für meine Welt überlegt, damit sie für Rollenspielabenteuer einen möglichst fruchtbaren Nährboden abgibt. Danach ein (noch immer anhaltendes) Brainstorming welche Abenteuer mir dazu einfallen. Dabei zeichnete sich zunehmend deutlicher ein potentieller Metaplot ab. Nachdem der dann von mir genauer ins Auge genommen wurde, fügten sich Abenteuer, Begebenheiten, Gruppierungen etc. wie Puzzlesteine zu einem größeren Ganzen zusammen. Und ich freue mich darauf, wenn meine Spieler auch an irgend einem Punkt erkennen, dass da verschiedene Dinge sich gegenseitig beeinflussen und das im Gesamtbild Auswirkungen größeren Maßstabs haben wird. Und sie selbst sind ein kleiner Teil davon und können ihn womöglich beeinflussen. Das gibt der Welt viel mehr Tiefgang + Lebendigkeit, als lose Anreihungen von eigenständigen Abenteuern.
      Nur weil du paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht doch hinter dir her sind! (Frei nach Terry Pratchett)

      Meine Welten und Geschichten
      Rollenspiel-Anekdoten
    • Metaplot ist wirklich ein wunderbares Wort. ^^
      Ich persönlich finde die Frage ob man sowas braucht oder nicht ziemlich knifflig. Einen Metaplot der wirklich einer ist zu haben scheint mir etwas schwierig, wenn man ihn auf die ganze Geschichte der Welt beziehen möchte. Wenn man einen Metaplot allerdings auf einen Zeitlich/Geschichtlichen Rahmen begrenzt finde ich es durchaus sinnvoll einen zu haben. (In etwa so etwas wie: Die Auseinandersetzungen der Leute aus dem Westen und der aus dem Süden, welche das dunkelste Kapitel in der Geschichte der Stadt einläutete.)
      Na ja, vielleicht nicht besonders tiefgründig, aber als Metaplot meines erachtens durchaus brauchbar.
      Beim Frühstück: Daniel: „Auch Orks mögen crème fraîche”
      Ich: „Elben mögen kein Sprudelwasser... oder?”
    • Bei mir ergibt sich der Metaplot von selbst, da die Welt ohne die dazugehörige Geschichte nie entstanden wäre.....
      Und wie Welten es so an sich haben, machen sie sich selbstständig, sobald man sie vom Zügel lässt und bestehen darauf, dass vor so und so vielen Jahren alles so und so auszusehen hatte (und natürlich meinen alle alten Opas, dass es "damals" alles viel besser war :) )
      Inzwischen hat meine Welt einen gigantischen Metaplot, der sich quer durch alle Zeitalter zieht und sich wieder in viele kleine Plots aufteilt, die alle ihren Teil zum "Schicksal" der Welt beitragen....
      Es gibt Straßen, denen du nicht folgen, und Städte, die du nicht belagern darfst. - Sun Tzu, Die Kunst des Krieges
    • Meiner Ansicht nach sind "Metaplot" und "Roter Faden" weitestgehend synonym; "Metaplot" bringe ich allerdings eher mit Rollenspielen in Verbindung, während ich den "Roten Faden" eher in der Literatur suchen würde (oder im Labyrinth :))

      Ich denke wenn man seine Welt einfach nur bebastelt und ihr eine Geschichte gibt, ergibt sich ein "Metaplot" leicht von selbst und man braucht sich nicht wirklich viele Gedanken darum machen, solange er nicht wirklich große Zeitspannen und wirklich viele Aspekte abdecken soll. Der "Metaplot" ist, so wie ich ihn immer verstanden habe, ein Plot über mehreren "kleineren Plots". Wenn ich eine Art "Dreißigjähriger Krieg" in die Geschichte meiner Welt einbasteln will, dann wären die groben Gedanken dazu der Metaplot und die vielen kleineren Ereignisse, die sich abspielen einzelne Plots, die sich nicht zwangsweise berühren müssen, aber am Ende doch irgendeine Wirkung auf das große ganze erzielen - oder auch keine Wirkung auf den "Metaplot" haben, aber vor dessen Hintergrund spielen. Ja, an dieser Stelle geht der "Metaplot" mehr oder weniger in den Bereich des "Stoffes" über.
      Bei Weltenbasteln kann der Metaplot ungenannt und unaufgeklärt bleiben, ein Leser muss nicht zwangsweise auf die Nase gebunden kriegen, was alles unter einem Deckel wohnt, so kann der Leser vielleicht selbst eine Erkenntnis erzielen. In gewissen Situationen kann es natürlich auch interessant sein, wie sich ein einzelner Plot auf das große Ganze auswirkt.
      Ich habe keine Erfahrung darin, meine Welt als Schauplatz für Romane oder ähnliches zu verwenden, aber ich denke wenn man seine Welt derartig nutzt, ergibt sich ein "Metaplot" ähnlich aus Überlegungen heraus und muss zumindest dem Leser nicht zwangsweise als solcher aufgezeigt und erklärt werden.

      Bei einer Welt im Hinblick auf Rollenspiele.
      Wenn ich meine Welt als Schauplatz für ein Rollenspiel nutze, dann habe ich meist einen Metaplot im Hinterkopf, der grob umreist, was sich verändern soll/droht verändert zu werden und welche "Personen" damit zu tun haben. Dieses Basiskonstrukt nutze ich dann, um die Auswirkungen von Handlungen meiner Spieler zu bestimmen; was verändert sich, wenn die Charaktere siegen/scheitern/eine Chance ungenutzt lassen und welche Auswirkungen hat das auf die Vorgänge des Metaplots, den weder Charaktere noch Spieler absehen können. Wenn ich meine Welt mit meinem Metaplot ablaufen lasse, schränkt mich das beim Spielen nicht ein, es hilft mir sogar.
      Problematisch finde ich, wenn ich eine fremde Welt für ein Rollenspiel benutze und für diese Welt ein Metaplot existiert, den ich nicht kenne. Aus meiner Rollenspielerfahrung wurde ich nur bei DSA mit so etwas konfrontiert. Ich finde den Metaplot bei DSA nicht unnötig, denn Aventurien soll ja eine Entwicklung haben; problematisch finde ich nur, dass man als Spielleiter nicht wusste, wie dieser Metaplot aussieht und daher konnte man nicht abschätzen, wie sich Handlungen der Spieler auf spätere Publikationen auswirken. Wenn man eine Kampagne von Abenteuern hat, muss für den Spielleiter von Anfang an deutlich sein, was passieren soll - und das war bei DSA nicht immer der Fall (ob es sich seit meinem Ausstieg positiv verändert hat, kann ich nicht beurteilen), so musste man entweder handwedeln oder umarbeiten. Bei Rollenspielen in fremden Welten bevorzuge ich einen Schauplatz, der mir einmal vorgegeben wird, de Metaplot möchte ich dann selbst machen.
      Würde ich meine eigene Welt als Rollenspielschauplatz für andere Spieler aufbereiten, würde ich sie entweder bis zu einem bestimmten Zeitpunkt entwickeln und dann sagen: Verändert die Situation so, wie es euch am besten dient; oder ich würde einen "Metaplot" für eine bestimmte Region und einen bestimmten Zeitrahmen definieren und von vornherein deutlich machen mit welchen Personen ich noch etwas vorhabe bzw. wenn möglich sofort sage: König X wird in 7 Jahren von Ritter Y erschlagen, woraufhin sich Z an die Macht putscht. Hinter so einem Vorhaben würde aber viel Zeit und Arbeit stecken, ich glaube ich allein hätte keine Lust das zu machen ;)

      Langer Rede kurzer Sinn: Bastel ich für mich vor mich hin und brauche keine fremden Einwirkungen auf meine Welt zu fürchten, ist ein Roter Faden hilfreich, ergibt sich aber vermutlich allein durchs Basteln irgendwie. Bastel ich für andere (oder mit anderen) würde ich einen abgesprochenen Roten Faden (oder Metaplot) als Vorteil sehen, vermutlich sogar als Voraussetzung, damit nicht irgend ein Durcheinander entsteht.

      Die genaue Gestalt eines Metaplots muss jeder Weltenbastler für sich selbst finden. Ein Metaplot, der in der einen Welt funktioniert, funktioniert nicht zwangsläufig in einer anderen. Je gröber ich meinen Metaplot formuliere, desto eher kann er adaptiert werden.
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