(Interview) Ysyos

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    • (Interview) Ysyos

      Hier nun also -endlich!- die Vorstellung von Ysyos, wie ich sie in der großen Bibliothek meiner Welt gefunden habe.
      Ysyos ist ein Charakter aus Lym, zu der Welt findet sich hier mehr: www.world-in-progress.net
      Sorry für die Verspätung und ich und Ysyos freuen uns auf eure Fragen :)



      ÝSYOS

      Vor langer, langer Zeit als die gefallenen Großreiche noch nicht existierten, da lebte ein stolzer, zielstrebiger Mann auf Amandúr.
      Er wurde auf der Insel Hórad als Sohn einer angesehenen Frau geboren, doch entfloh diesem Leben bald und erreichte das Festland Mimírhuns. Er war schlank und groß von Gestalt, mit leuchtenden, kupferfarbenen Haaren und grauen Augen deren strenger, gerechter Blick bald den halben Kontinent überstrahlen sollte.
      Sein Name war Ébenje ’’Ýsyos’’ Ahqabal, genannt Ýsyos.
      Es dauerte nicht lang, und jener junge Mann wurde vom Volke in hohe und höchste Ämter erhoben. Ýsyos war ein tüchtiger Arbeiter und setzte sich sehr für das Wohl des Dorfes ein, in welchem er sich niederließ, so war es nicht verwunderlich das er schon bald in den regionalen Rat, kurz darauf in eine höhere Position unter Vertretern des ganzen Landes gewählt wurde. Er zog in die Hauptstadt. Nun konnte ihn nichts mehr halten. Das Volk war begeistert von seinen Ideen und wie er diese durchsetzen wollte, der Gegner wenige und machtlose Leute.
      Schließlich hatte er das höchste Amt des Landes inne, seine steile Karriere hatte, so schien es damals vielen, ihren Höhepunkt erreicht.
      Doch dem war nicht so. Im Monat der Miráhc des allgemeinen Kalenders hielt Ýsyos in der Stadt Azhahbat, der damaligen Hauptstadt, eine entscheidende Rede für das Volk – Tausende hörten ihn und gaben seine Worte weiter:
      „Höre, Volk, höre: Nicht dein Herr bin ich, noch dein Diener! Nicht dein Sklave, noch dein König! [...] Frei bist du, Volk, und frei bin ich - denn das Volk... ist ich! Und ich... bin das Volk!“
      Jene Worte donnerten weit durch das Volk bis tief in die Provinzen angrenzender Länder, inzwischen bestehender Großreiche, Völker und Nationen. Jene nie vergessenen Worte machten Ýsyos zum Tenýa, zum Kaiser.
      Er wurde bejubelt und gefeiert in jenen Tagen. Die Höchsten unter den Hohen übertrugen ihm ihre Macht und ihre Ämter, das Volk blickte zu ihm auf und sah sich selbst dort oben stehen, gewandet in das Grün der Hoffnung, das satte Grün fruchtbarer Erde und einer strahlenden Zukunft, ein Grün, welches das sandige Land mit Leben füllte und Herzen überquellen ließ.
      Die folgenden Jahre brachten dem Lande eine unvergessen fruchtbare Zeit, ein jeder feierte sich selbst wie einen Tenýa und verehrte Ýsyos wie einen Gott. Man brachte ihm, der sich offen und wie jeder andere unter dem Volk aufhielt, kostbare Geschenke dar, dankte ihm des Morgens wie des Abends, und feierte Feste zu seinen Ehren. Die frohe Zeit nahm kein Ende. Auch nicht als Ýsyos Jahre später, inzwischen wahrhaftig als Gott verehrt, ein Nachbarland nach dem anderen einnahm. Er besiegte die Großreiche Barac-Sil und Astále, Beranolis und Esselion, sowie viele kleinere Länder und formte daraus das unvergleichliche Kaiserreich Nór.
      Er ließ eine heilige Stadt bauen und nach ihm benennen, Tempel wurden ihm geweiht, Priester berieten ihn in allen Lagen. Doch nie verlor Ýsyos den Kontakt zum Volke, welches seiner so auch nie überdrüssig wurde. Ýsyos war eine Wohltat für sein Reich und die darin lebenden Völker.
      Längst war die Stadt Ýsyos zur Hauptstadt gekürt worden, der Tenýa lebte, wohnte und regierte dort, obwohl er sich manchmal in die wüste, frühere Hauptstadt sehnte.
      Die kupferne Farbe seines Haares war lange verblasst und der Blick seiner Augen verschwommen, als Ýsyos schließlich in hohem Alter eines natürlichen Todes starb. Doch Ýsyos, der seinen Tod nicht kommen sah, starb, und man sagt so haben ihm die Götter Gnade gewährt, in Azhahbat, wo er sich heimisch gefühlt hatte.
      Seine letzten Worte waren „Syldanibé, Telarill.“ – „Verzeiht mir, ihr Götter.“
      Das Kaiserreich Nór zerfiel in der kommenden Zeit, denn Ýsyos hatte keine Nachfahren und niemand konnte die Einheit des Landes bewahren. So entstanden die Großreiche, wie wir sie vor ihrem Fall kannten.
      I would have followed you, my brother. My captain. My king.


      Diese Bastlerin verpflichtet sich freiwillig dazu, ihren freiwilligen Verpflichtungen nur noch auf freiwilliger Basis nachzukommen. Die Freiwilligkeit dieser Tatsache ist freiwillig.
    • Tenýa reicht vollkommen.

      Sie haben richtig gehört, mein Leben liegt bereits zur Gänze hinter mir. Es war ein gutes und erfülltes Leben. Ich darf mit Stolz behaupten, der einzige zu sein, der je einen ganzen Kontinent vereinte. All die kleinen, verfeindeten Länder mit ihren unwichtigen Fehden - ich habe sie vereint! Ich schuf das Kaiserreich Nór! Unter mir wurde die Welt eine friedlichere, eine, in der man abends entschlummern konnte und am nächsten Morgen noch immer im selben Land aufwachte - Nicht wie es hernach wieder wurde. Wer sich jetzt an der Grenze der ehemaligen Großreiche Barac-Sil und Beranolis zur Ruhe legt, wacht am Morgen in einem neuen Land auf - oder gar keinem, falls er denn wieder erwachen sollte.
      Und damit beantworte ich auch ihre andere Frage: ich bereue zutiefst keinen Nachfolger hinterlassen zu haben. Die ganze bekannte Welt könnte inzwischen unter der Herrschaft dieses Nachfolgers stehen! Stattdessen zerfiel sie in so genannte Großreiche, dann ins Chaos. Und jetzt? Und jetzt bekämpfen sie sich wieder, fallen übereinander her als ob es nichts wichtigeres gäbe auf der Lym.
      Ein Trauerspiel ist das!
      In meinem persönlichen Leben wiederum sieht es natürlich anders aus. Ja, auch ich habe mir einen kleinen Teil Persönlichkeit für mich bewahrt. Ich war nicht nur Tenýa, sondern tief, tief in mir immernoch Ébenje Ahqabal. Ébenje war stets jemand anderes als der Tenýa. Als Ébenje ist mein größter Stolz mein Handwerk. Nachdem ich von Hórad entflohen war, wandte ich mich zunächst der Farmerei zu. Ich lernte, mich selbst zu versorgen, nicht abhängig zu sein von jenen, die uns höher gestellten täglich die Mahlzeiten bringen, und von jenen, die die Körner, das Mehl, das Fleisch dafür erst liefern. Das mag wenig scheinen, doch war mein Ekel angesichts meiner Mutter, die mit vollen Händen und leeren Ohren durch unser großes Haus flanierte, ja erst der Grund meiner Flucht. Nie wollte ich so enden, nie mit leeren Ohren als gegeben nehmen, was mir widerwillig gegeben wurde. Nach meiner Lehre musste man mir nichts mehr geben.
      Zugleich ist dies aber auch meine größte Reue: Mutter ist Mutter. Ich kannte sie nie gut, wusste nicht ob sie ihre leeren Ohren selbst zu verantworten hatte oder nicht. Ich änderte meinen Namen, mein Aussehen tat desgleichen als ich älter wurde. Ich habe sie nie wieder gesehen, und sie hat nie erfahren, wohin ihr Sohn verschwunden ist...
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    • Verraten Sie mir Ihr Geheimnis: Wie ist es Ihnen gelungen, das Volk und sogar die vorigen Herrschenden so für Ihre Ideen und Ihre Person zu begeistern? Ist es irgendeine Form von Training - rhetorisches beispielsweise - oder glauben Sie es ist, das was man Charisma nennt? Oder war die Zeit einfach reif für eine solche Änderung? Welche Rolle haben Ihre militärischen Erfolge für Sie gespielt?
      Hat die politische und wirtschaftliche Situation Ihre Karriere Ihrer Ansicht nach in irgendeiner Form begünstigt?
    • Ah, interessante Fragen stellen Sie!
      Nun dazu muss ich sagen, die Antwort wusste ich selbst bis zu meinem Tod nicht, und nun schmeckt sie fahl in meinem Mund. Aber was war, das war und ändern lässt es sich nicht. Tatsächlich hatte ich nie die Chance das zu verhindern.
      Gerne möchte ich glauben, dass bloß mein Charisma die Leute dazu brachte, mich zu erheben und zu bejubeln. Anfangs war es wohl auch noch so, da ich zu Beginn von meiner Sache so überzeugt auftrat wie sonst wenige. Wer denkt schon daran die Geschicke des Landes in die eigenen Hände zu nehmen? Damals war dieser Gedanke den Leuten fremd. Bis ich kam und ihnen zeigte, dass man es anders machen kann. Sicher war auch die Zeit nicht schlecht gewählt, da die Expansionslust der ersten Großreiche (nicht zu verwechseln mit den ehemaligen Großreichen die nach meinem Tode entstanden) nicht zu halten war und sie sich aufgrund ihrer gleichwertigen Kraft nur gegenseitig vernichteten. Man sehnte sich nach Sicherheit, und die versprach ich. So kam es also, dass ich schließlich zum Herrscher von Barac-Sil wurde, als der vorherige von einem Eimer giftiger Farbe getroffen erblindete und tragischerweise in das Schwert einer seiner Wachen lief. Darüber wurde nicht viel verhandelt, man brauchte schnellstens einen Anführer.
      Nachdem ich dort FRieden gestiftet hatte und einige zeit vergangen war, packte mich wohl auch der Größenwahn. Und hier kommt nun die Enthüllung meiner Gabe, von der ich selbst zu Lebzeiten nichts wusste: ich hatte die Kräfte eines Alâssi. Ihr würdet ihn "Wortmagier" nennen. Meine Kraft war nicht groß, nicht stark, reichte jedoch aus, um meinem Volk den Kopf zu verdrehen und ihren Willen dorthin zu lenken wo ich hin wollte. Dafür schäme ich mich nun.
      Diese Kraft ermöglichte mir, weil die Wesen glaubten in ihrem Willen zu handeln, meine Untertanen effektiver und schneller zu trainieren als die vorherigen Herrscher, die gegen den Willen des Volkes handelten.
      So konnten wir ohne größere Probleme alle anderen Herrscher besiegen. Die Jila schlossen sich uns freiwillig an. Mocénur war zu schlecht organisiert um überhaupt einen vernünftigen Kampf zu liefern. Ich wurde Tenýa, ich wurde Ívien, ein Gott.
      Hierin liegt übrigens ihre Antwort auf die Frage nach der Rolle meiner militärischen Erfolge versteckt. Ich dachte, ich sei von den Göttern begünstigt, ich könnte nie verlieren - dies ging so weit, bis ich mich selbst als Gott verehren ließ, wofür ich dieselbigen kurz vor meinem Tode um Verzeihung bat.
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    • Sie haben von Ihrer Mutter gesprochen. Ich nehme doch an, Sie haben auch einen Vater. Gibt es über ihn etwas Interessantes zu sagen?
      Don't diagnose and drive.

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    • Wenn man es in eure Zeitrechnung umrechnet wären es wohl etwa 190 bis 200 Jahre.

      Oh nein, nein. Es gab Frauen. Es gab sehr kurzzeitig sogar eine Kaiserin. Diese starb allerdings zusammen mit meiner Tochter im Kindbett. Heute weiß ich, dass dies meine Strafe war, dafür, dass ich mich als Gott verehren ließ.

      Ohja einen Vater hatte ich natürlich. Allerdings war er mit der Verwaltung seines Guts beschäftigt, welches nicht eben klein war. So bekam ich ihn kaum zu Gesicht. Ich hatte zu Lebzeiten kaum Erinnerungen an ihn. Ich hatte einen Betreuer, der stets die Vaterfigur für mich erfüllt hat. Ich bin ihm sehr dankbar, obwohl ihm und auch mir immer klar war, dass er einfach nicht mein Vater war.
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    • Viel Macht zieht viele Neider an. Und selbstverständlich macht man sich in eurer Position auch Feinde...

      Gab es Attentate auf euer Leben? Wie seid ihr mit den Verantwortlichen umgegangen? Und was war eurer Meinung nach der kreativste/interessanteste Mordversuch?
      Anm.d.Red.: Aufgrund Unstimmigkeiten in der Darstellung auf diversen Monitoren wurde diese Signatur auf unter vier Zeilen gekürzt.
    • Ihr sagtet, ihr konntet die Leute von euch und euren Ideen überzeugen.

      Was genau habt ihr gemacht, um so überzeugend zu sein? Und wie sahen eure Ideen aus? Waren sie phänomenal oder war die Zeit einfach reif für jemanden, der mal zeigt, wo es langgeht?
      Gib jedem Tag die Chance, der beste deines Lebens zu werden. - Mark Twain
    • Nun, selbstverständlich gab es Attentate auf mein Leben. Ich habe sie nicht gezählt, doch es waren entsprechend der Länder und Völker und Nationen die ich eingenommen habe sehr viele.
      Die dafür Verantwortlichen wurden in den meisten Fällen selbstverständlich hingerichtet, was sonst sollte man mit Attentätern tun? Allerdings war ich stets gnädig, ich ließ sie vor ihrem Tode immer noch einmal zu ihrer Gottheit beten und gewährte ihnen eine Bestattung nach Art ihres Glaubens oder Volkes. Das ist nicht selbstverständlich.

      Warum ich sage: fast alle? Es gab eine Ausnahme. Einen einzigen, der nicht gerichtet wurde, da auch sein Mordversuch eine Ausnahme war:
      Er gehört der Religion des Shcainctar an, der grausamsten Religion von der ich je hörte. Oft, viel zu oft, wird einer aus ihrer Mitte zum Shcainctar gemacht um die Sünden der gesamten Gefolgschaft auf sich zu nehmen, woraufhin er leidvoll umgebracht wird.
      Jener nun von dem ich sprach kam eines Tages zu mir, in meine Stadt und bat mich um Audienz. Ich gewährte sie ihm und wollte hören was er zu sagen hatte. Seine Botschaft war sehr einfach: "Ich möchte euch sterben sehen.", sprach er.
      Natürlich wurde er sofort festgehalten und eingesperrt. Man durchkämmte die gesamte Stadt, fand aber nicht was auf einen Mordanschlag schließen ließ. Man durchsuchte den Palast, fand jedoch auch dort nichts. Man prüfte Wasser, Nahrung, Kleidung, Wände, Farben, Frauen - alles und jeden. Man schickte mir Ärzte, die mir nur erneut meine Gesundheit bescheinigten. Kurzum: Es gab keinen Mordanschlag.
      Nachdem die Untersuchungen nun schon Monate gedauert hatten begab ich mich zu meinem Gast, der mit einem einzigen Satz solch ein Chaos verbreiten konnte. Ich fragte ihn nach der Bedeutung seiner Worte.
      Erstaunlicherweise erklärte mir dieser Mann, dieser Anhänger der grauenvollsten, geschmacklosesten Religion überhaupt auf der Lym, dass er nicht gekommen sei um mich umzubringen. Nur, um mich sterben zu sehen. Erschöpft von den langen Untersuchungen beschloss ich, ihn in meiner Nähe zu behalten. Selbstverständlich unter strengster Aufsicht.
      Aber die Jahre verstrichen und mein Gast unternahm nichts. Er folgte mir wohin ich ging, unterhielt sich lange und angeregt mit mir über alles, was ich ansprach, fragte jedoch nie nach Staatsgeheimnissen. Selbst als er längst mein Vertrauen genoss, als ich dachte, er hätte sein Vorhaben aufgegeben, weil er eingesehen hätte, wie gut ich dem Kontinent tat, selbst da war er noch zurückhaltend. Einfach, unkompliziert. Er fragte nach nichts, lauschte interessiert wenn man mit ihm sprach, war mein steter Begleiter. Zuletzt nannte ich ihn Freund. Mein Freund, Tash'ál.
      Jahre, Jahrzehnte später gestand er mir, was es wirklich mit dem Satz "Ich möchte euch sterben sehen" auf sich hatte: In seiner Religion wurde im einem festgelegten Abtand immer ein Schuldiger von ihrem Gott erwählt, der alle Sünden auf sich nahm. Der Shcainctar. Er nun, Tash'ál, glaubte Zeit seines Lebens, ich sei das größte Übel, welches der Welt je widerfahren war. Nicht das er mich nicht mochte, nein, ihm ging es um mein politisches Tun. Und wie zwei Brüder verschiedenen Orden angehören können und trotzdem immer Brüder bleiben, so hing er seiner Religion an und war doch mein Freund. Er hatte seit er denken konnte seinen Gott angefleht mit dem nächsten Shcainctar mich, die größte Sünde aller, die mich zum Herrscher gemacht hatten, von dem Lande zu nehmen, das er über alles liebte. Shcainctar um Shcainctar wurde seine Bitte nicht erhört, bis er sich entschloss, zu mir zu kommen um dabei zu sein, wenn sein Gott seiner Bitte endlich nachgeben würde. Das es eines Tages so kommen würde, daran zweifelte er nicht.
      Ich lernte damals etwas wichtiges von ihm: In seiner Religion ist es ausschließlich dem Shcainctar gestattet Sünden zu nehmen. Er selbst war also machtlos. Sein Satz "Ich möchte euch sterben sehen" war nie ein Versuch mich umzubringen. Es war ein Gebet an seinen Gott.
      Ich bewundere ihn tief, meinen Freund Tash'ál. Er war bei mir als ich starb. Ich erinnere mich, wie ich in meinem Bett lag, und plötzlich spürte, dass dies mein letzter Atemzug sein würde. Er saß neben mir, blickte mich an. Und sein Lächeln, sein so tief empfundener Frieden als er mich gehen sah, begleitet von einer freundschaftlichen Liebe die die Welt so nie wieder sah, ließ mich mit diesem letzten Atemzug die Götter um Verzeihung bitten.



      eine rührende Geschichte, derer ich immer gerne gedenke. Doch zurück zu euren Fragen:
      Was ich tat um so überzeugend zu sein? Nun nicht viel, ich sprach die Leute an. Ich war der einzige, der es wagte den Unmut der Völker laut zu äußern, der bereit war etwas dagegen zu tun. Es war stets meine größte Tugend, dass ich dem einfachen Volke nahe blieb. Sie fühlten sich nie von mir verraten.
      Wie meine Ideen aussahen ist etwas schwieriger zu erklären. Wie ihr bereits wisst gab es vor meiner Zeit schon Großreiche, die sogenannten ersten Großreiche. Sie waren einander fast ebenbürtig und bekriegten sich doch immer und immer. Schlechtes Training auf allen Seiten führte zu hohen Verlusten, Steuern drückten die Armen nieder und machten die Reichen arm. Wie es eben ist in Kriegen, ihr kennt das sicher.
      Ich versprach den Leuten Frieden. Dazu muss gesagt sein, dass dieser letztendlich nur dadurch zu erreichen war, dass ich alle anderen besiegte.
      Das Volk aber war von meiner einfachen, ja simplen, Strategie begeistert. Sie kümmerte vorrangig die Tatsache, das da einer war, der laut sagte was sie kaum zu denken wagten. Wie ich schaffen wollte was ich versprach, darüber dachten sie nicht nach. Es war wohl zu großen Teilen Glück. Zu anderen Teilen meine Gabe. Und ja, wahrscheinlich war die Zeit einfach reif für einen neuen Gott.
      I would have followed you, my brother. My captain. My king.


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    • Ob Reinkarnation möglich ist! Was für eine Frage! Sie ist Wirklichkeit. Denken sie doch nur an Dól die für ihre Verfehlungen von den Göttern mit ewiger Wiederkehr gestraft wurde! Oder an die Legenden um Mior, man sagt er könne nicht vom Morgen lassen und komme deshalb immer zurück...
      Reinkarnation ist eine Tatsache.
      Mir selbst wird dies verwehrt bleiben, da ich den letzen Weg zur Götterwelt Lealé bereits gefunden habe. Auch ist es gut so. Nein nein, meine Zeit ist vorbei, ich würde ja doch nur wieder denselben Fehler begehen und mich als Gott verehren lassen...

      Ich danke für Ihre Fragen!
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