[Interview] Fragt Asibeira

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    • [Interview] Fragt Asibeira

      Also, meine Runde. *grins*

      Ihr dürft heute Asibeira, einen Dirma vom Stamm des Nordrandes, interviewen.
      Asibeira ist ein Glasschmied, 26 Jahre alt und der menschlichen Sprache nicht mächtig. Das gesammte Interview wird also von mir nach bestem Wissen und Gewissen Hin- und Herübersetzt.
      Die Sandkruste auf seinem Körper ist Ockerfarben mit Ornamenten in Blau und Dunkelbraun. Seine Augen sind von fast derselben Farbe wie die Kruste und sie fallen fast gar nicht auf.

      Mehr kann ich vorab nicht über ihn erzählen...
      Anm.d.Red.: Aufgrund Unstimmigkeiten in der Darstellung auf diversen Monitoren wurde diese Signatur auf unter vier Zeilen gekürzt.
    • RE: [Interview] Fragt Asibeira

      Hallo, Asibeira, und herzlich willkommen!

      Sie sind - oder du bist, je nachdem, was besser passt - ja ein eher ungewöhnlicher Interviewpartner, denn die meisten sind ja menschlich. Angesichts dessen, was Menschen Ihrem Volk angetan haben, finde ich es umso netter, dass Sie mit uns reden möchten. Und dennoch sind Sie uns ja nicht völlig fremd, da ein Künstler gerade in diesem Forum immer geschätzt wird. Was empfinden Sie denn, wenn sie mit Glas arbeiten? Und wie lange machen Sie das schon?
    • RE: [Interview] Fragt Asibeira

      Ein 'Du' reicht vollkommen aus, schließlich sind wir alle Kinder vor dem großen Geist. Doch muss ich widersprechen, ich bin kein Künstler, nur ein einfacher Schmied der seine Arbeit genießt. Mein Älterer (Anm. d. Übersetzers: Das eigentlich genutzte Wort hat keine Entsprechung in unserer Sprache. Gemeint ist hier der Elternteil der nach der Zeugung für die Austragung verantwortlich war, Asibeira legt bei diesem Wort die Hand auf ein Symbol auf der rechten Schulter) war bereits ein Schmied und seine Arbeit hat mich in meinen jungen Jahren stets fasziniert. Nach meiner ersten Weihe (Anm. d. Übersetzers: Wird im Alter von 12 Jahren vollzogen, danach zählt ein Dirma als Erwachsen) begann ich, trotz fehlender Fähigkeiten, eine Ausbildung zum Schmied. Ich liebe die Formbarkeit des Sandes, wie er sich unter geschickten Händen zu allem verarbeiten lässt. Am liebsten stelle ich Flügelplatten für die großen Luftschiffe her, da ich mir nur zu gerne vorstelle, wie eine meiner Arbeiten den Himmel erobert.
      Anm.d.Red.: Aufgrund Unstimmigkeiten in der Darstellung auf diversen Monitoren wurde diese Signatur auf unter vier Zeilen gekürzt.
    • Naja, wo Kunst und wo schlichte Arbeit sind, kann unterschiedlich bewertet werden - ich kenne Völker, die das Erschaffen von Glas als glatte Magie bezeichnen würden, weil sie nicht wissen, wie das geht...
      Dein Volk ist ja sehr anders als Menschen. Aber so etwas wie Eltern habt ihr ja auch, wenn das auch alles etwas anders funktioniert. Lebt ihr auch als Familie zusammen? Bei uns macht man das ja so, dass die eng verwandten Leute im selben Haus wohnen und die Kinder meistens irgendwann ausziehen, wenn sie erwachsen sind. Ist das bei euch mit der Familie ähnlich?
    • Unsere Familien sind größer als eure, das kann ich mit Bestimmtheit sagen. Jeder Akolyth wird von den Initiaten (Anm. d. Übersetzers.: Dirma zwischen dem 10. und 22. Lebensjahr) aufgezogen und betreut, natürlich mit seinem Älteren als Bezugsperson. Wird er dann ein Initiat muss er sich um die neuen Akolythen kümmern und wird selbst von den Erhabenen betreut... Und so setzt es sich fort. Man hat immer eine große Gemeinschaft um sich, die sich ganzen Herzens um einen kümmert.
      Es ist jedoch nicht unüblich für uns zwischen den Stämmen hin und her zu wandern, sei es zur Paarung oder auf der Suche nach Erleuchtung. Und in den meißten Fällen wird man von dem neuen Stamm genau so herzlich aufgenommen, wie man von seinem alten verabschiedet wurde.

      Die Menschen halte ich für eine kuriose und äußerst amüsante Spezies. Eure Kleidung, eure Sprache, das was ihr Musik nennt... Es ist sehr faszinierend. Ich selbst habe einige gute Beziehungen zu Karawanenführern, wie man an dem Namen unter welchem ich euch vorgestellt wurde merkt. Der Name Asibeira ist nicht für die dirmische Sprache gemacht. Ich wurde so von den ersten Händlern denen ich begegnete genannt und seitdem habe ich ihn immer genutzt, wenn ich Handel mit Menschen oder Zwergen betreibe.
      Die Hohen und Alten in meinem Stamm heißen meine Offenherzigkeit den Menschen gegenüber nicht gut, aber sie sind alt und ihre Herzen sind vernarbt von den Schmerzen die eure Vorfahren ihnen zugefügt haben. Ihr seid nicht eure Vorfahren, also gibt es keinen Grund einen Groll gegen euch zu hegen.

      Doch wo ich stehe? Diese Frage kann ich nicht gut beantworten, da ich sie nicht wirklich verstehe. Ich bin ein Erhabener und werde irgendwann einmal ein Hoher Alter sein. Doch bis dahin wird noch viel Sand vom Wind fortgetragen und am Ende wird der Große Geist entscheiden, ob ich die Prüfung bestanden habe und ob ich sie wiederholen muss oder zur nächsten darf.
      Anm.d.Red.: Aufgrund Unstimmigkeiten in der Darstellung auf diversen Monitoren wurde diese Signatur auf unter vier Zeilen gekürzt.
    • Oh, ich habe viel gemacht, meißt bringen die Händler Listen mit Dingen die sie gerne hätten und dann mache ich diese bis sie das nächste Mal wiederkommen. Am liebsten mache ich Trinkgläser. Ich habe einen Weg gefunden sie so zu formen und zu schleifen, dass Wasser in ihnen ganz lange kalt bleibt. Und es sind so viele verschiedene Sorten möglich, egal ob groß oder klein, ob bunt oder plan, die Händler kaufen mir fast alle ab wenn sie kommen. *lacht* Was ich jedoch gar nicht schmieden mag sind Waffen. Hin und wieder lasse ich mich zu einem Dolch hinreißen, aber nur dann wenn sehr gut gezahlt wird. Waffen sind nicht gut und ich denke Waffen sind kein Teil der Prüfung. Aber sie sind nicht für Dirma und daher mache ich hin und wieder welche.

      Das größte war... nun, einmal kamen die Händler mit einem sehr kleinen Mann zu mir. Der hat viel und laut gesprochen und immerzu nervös gelacht. Ich habe kein Wort von dem verstanden was er sagte, aber der Händler hat mir erklärt, dass der kleine Mann will, dass ich ihm Flügel mache.
      Heute weiß ich, dass er ein Luftschiff baute und Segelplatten wollte, aber damals war ich voller Zweifel über seinen Geisteszustand... Nun, er bracht mir einen großen Sack Leviatschuppen (Anm. d. Übersetzers: Ein Leviat ist ein fliegender Fisch im wahrsten Sinne des Wortes, sie nutzen den Fluss um sich Stundenlang in der Luft zu halten, dabei bewahren sie das für sie zum Atmen nötige Wasser in einem zweiten Magen auf) und zeigte mir Bilder und ich machte mich an die Arbeit. Die fertigen Platten maßen 5 Schritte an der kurzen und 10 Schritte an den langen Seiten.. *Asibeira zeigt mit den Fingern eine Dreiecksform* ... ich habe das fertige Schiff nie gesehen, aber es erfüllt mich mit Stolz etwas in die Himmel erhoben zu haben
      Anm.d.Red.: Aufgrund Unstimmigkeiten in der Darstellung auf diversen Monitoren wurde diese Signatur auf unter vier Zeilen gekürzt.
    • Kannst du mehr über die Luftschiffe erzählen?

      Und wie sieht dein Laden/deine Werkstatt aus? Wie kommen die Kunden zu dir oder kommst du zu ihnen? Betreibst du Werbung?

      Und wie schwierig war es, dein Geschäft zu eröffnen? Gibt es da viele Gesetze und Formulare?

      *Löcher in Bauch frag* ;D
      Gib jedem Tag die Chance, der beste deines Lebens zu werden. - Mark Twain
    • Über die Luftschiffe kann ich leider nicht viel sagen. Ich habe mal ein Buch mit Bildern zum Tausch für eine Kanne bekommen, da waren ein paar gezeigt. Manche sehen aus wie Schiffe die auf dem Wasser fahren, andere sind eher wie Tiere geformt. Aber wir bekommen hier von denen höchstens mal einen Schatten zu sehen der über den Wüstensand gleitet.

      Mein Dorf ist in einem Höhlensystem befindlich. Dort wohne ich in einer der Höhlen und dort arbeite ich auch. Der Fels ragt aus dem Sand heraus und ich habe das Glück, direkt unter einem Loch zu wohnen, das ich mit meinem eigenen Glas abgedichtet habe.
      In meiner Werkstatt gibt es eine Lagergrube, für Sände aus anderen Gegenden, dann habe ich noch ein Regal für besondere Zusatzstoffe wie Farben, Gewürze, Härter und Weicher. In der Mitte, genau unter dem Loch durch das zur Tagesmitte ein wunderbares Licht fällt, ist meine Schmelzschale und mein Hitzestein. Ich selbst kann nämlich kein Feuer schaffen und habe dafür aus einem anderen Dorf den Stein bekommen, der den Sand in Augenblicken schmelzen kann. Ich habe von meiner Werkstätte, aus mit Hilfe der Anderen, eine Kühlkammer gegraben in der einige Gestelle für Arbeiten und mein Warenlager sind.

      Die Anderen im Dorf kommen zu mir und nehmen sich, was sie brauchen, also sind sie nicht wirklich Kunden. Die Händler kommen immer an die Pforte zu unserem Dorf und kampieren dort. Wenn sie ihr Lager aufgebaut haben schicken Sie dann immer den mit dem Sprechkasten zu uns, damit er mit mir handelt. Aber wie sie zu uns kommen? Ich vermute mit ihren Sandschreitern.
      Ich muss auch nicht für mich werben. Die Händler kommen solange ich mich erinnern kann. Ich musste sie nicht auf mich aufmerksam machen, die nehmen wirklich jeden Plunder mit.

      Was ein Formular ist weiß ich leider nicht, aber es gibt keine Gesetze die bestimmen das man arbeiten darf. Ich habe einfach angefangen das zu tun, was mir Spaß gemacht hat.


      Wenn ich nicht arbeite... Ich kümmere mich gern um den Schattengarten, besonders wenn die Händler wieder neue Samen gebracht haben. Außerdem schaue ich mir gerne die Bücher anderer Völker an, ich kann die Schrift zwar nicht lesen, aber sie gefällt mir. Hin und wieder gelangt auch ein Buch über die Welt das auf Dirmisch geschrieben ist in unseren Besitz, dann vertieft man sich natürlich sofort in dieses. Manchmal begleite ich auch die Jäger, wandere einfach durch den Sand oder singe mit den Propheten...
      Anm.d.Red.: Aufgrund Unstimmigkeiten in der Darstellung auf diversen Monitoren wurde diese Signatur auf unter vier Zeilen gekürzt.
    • Was hat es mit dem Hitzestein auf sich und warum kannst du kein Feuer machen?

      Wenn sich die Dorfmitglieder einfach die Gegenstände nehmen, die sie brauchen, wie versorgst du dich dann? Kannst du dir bei ihnen ebenfalls nehmen, was du benötigst, also Nahrung und ähnliches?

      Was für Nahrung habt ihr und habt ihr überhaupt Kleidung?
      Gib jedem Tag die Chance, der beste deines Lebens zu werden. - Mark Twain
    • Nun, ich kann schon Feuer machen, aber das wird niemals heiß genug um Glas zu schmieden. Was ich nicht kann, ist Feuer aus dem Herzen der Welt nehmen... den Fluss formen, sagen die Menschen. Und dafür habe ich den Stein. Wenn ich ihn anschalte, dann wird es um ihn herum für kurze Zeit heiß, sehr heiß. Und damit schmelze ich den Sand.

      Ich kann mir ebenso alles von den Anderen nehmen was ich brauche und was sie nicht für sich beanspruchen. Wir teilen. Nur um vom Wasser und vom Essen Anderer zu nehmen muss man fragen, aber das habe ich nicht mehr nötig, seit die Händler mich richtig bezahlen. Natürlich ist das nur in unserem Dorf so, ich habe gehört dass besonders die Völker im Herzen der Wüste und aus dem Aschensand andere Sitten haben.

      Wir essen viele Dinge. Da gibt es natürlich, was die Wüste uns schenkt. Verschiedene Tiere wie Schlangen, Skorpione, Hyänen, Sandschreiter... die werden von den Jägern gefangen und unter allen aufgeteilt. Und dann natürlich alles was im Schattengarten wächst. Der Schattengarten ist im Zentrum des Dorfes, dort entspringt eine kleine Quelle und drum herum wächst ganz viel, vor allem Sha'api, das sind Algen die von vor der Zeit der Wüste noch übrig geblieben sind. Hin und wieder bekommen wir auch exotisches von den Händlern. Essen aus fernen Ländern: Erdbeeren, Mehl, Zucker... Einmal haben sie versucht Käse einzutauschen, aber Käse vertragen wir nicht.

      Nun, Kleidung wie ihr tragen wir nicht. Unsere Körper sind zwar ähnlich geformt, aber eure Hemden würden unsere Kiemen verdecken und wir würden ersticken. Wir brauchen nicht wirklich den Schutz, da unsere zweite Haut uns vor Hitze, Kälte und Verletzungen schützt. Nur die Dirma die aus der Wüste herausgegangen sind tragen Kleidung. Sie wollen sich den Städten in denen sie leben anpassen und offenbar wird es von den anderen Spezies als unhöflich empfunden ohne Kleidung unter der Sonne zu Wandeln.
      Anm.d.Red.: Aufgrund Unstimmigkeiten in der Darstellung auf diversen Monitoren wurde diese Signatur auf unter vier Zeilen gekürzt.