(Interview) Godvin

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    • (Interview) Godvin

      So, hier ist meine Figur. Es ist Godvin, manchen vielleicht schon bekannt aus der Geschichte "Weitseher! Pah!" aus dem letzten Adventskalenderprojekt (Tag 23). Die Geschichte kann ich allen empfehlen, man erhält schon mal einen guten Einblick in Godvin und seine Tätigkeiten. :)

      Hier nun eine Darstellung, wer Godvin ist und was er macht. Leider muss ich etwas mehr erzählen, da ich sein Umfeld noch nirgends vorgestellt habe.

      Godvin, genannt der Schwarze Falke, ist ein Mann von 28 Jahren. Von raubkatzenhaft geschmeidiger, großer Gestalt, mit schulterlangem, dunklem Haar und markanten Gesichtszügen, fällt er in jeder Menschenmenge auf.
      Viel augenfälliger als seine körperliche Erscheinung jedoch ist seine Ausrüstung. Er trägt dunkle, lederne Kleidung, die ihn vor Wind und Wetter schützt. In kleinen Scheiden an seinen Oberschenkeln stecken Dolche, in einer teuren, speziell angefertigten Halterung führt er ein Schwert auf dem Rücken. An seinem Hüftgürtel hängt ein Köcher mit Stahlbolzen, die Armbrust führt er in seinem Bündel mit sich.
      Für einen normalen Mann wäre dies undenkbar. Nur Soldaten und Adlige dürfen in der Öffentlichkeit Waffen tragen, deren Klinge von mehr als einem Finger Länge ist. Schusswaffen dürfen überhaupt nicht öffentlich getragen werden.

      Doch Godvin ist kein einfacher Mann. Er ist Monsterjäger. Er ist Borwir.
      Er ist ein Gefürchteter. Ein Mann, den die Menschen brauchen ohne ihm begegnen zu wollen.

      Godvin stammt aus einer alten Familie von Monsterjägern. Sein Vater war Monsterjäger wie sein Großvater zuvor und alle seine Vorfahren seit dem großen Krieg.

      Alle Monsterjäger gehören dem Volk der Borwir an. Dieses Volk des hohen Nordens, das aus Gegenden stammt, die selbst für die Kherolim zu kalt sind, war seit jeher bekannt als ein Volk von Kriegern und Kämpfern.
      Sie zeichnen sich aus durch ihre Kraft, ihr Geschick im Umgang mit Waffen und ihren sturen Willen.
      Doch das Volk der Borwir hat sich gespalten. Der Großteil zog nach dem großen Krieg in ihre Heimat in den Norden zurück, aus der sie vor über 2000 Jahren vertrieben wurden. Nur die von den Priestern auserwählten blieben im Süden und wurden zu Monsterjägern.

      Monsterjäger zu sein, bedeutet allein zu sein. Es bedeutet, kein Volk zu haben und keine Heimat zu kennen. Monsterjäger zu sein, bedeutet, durch das Land zu ziehen und die Menschen vor den Ungeheuern zu beschützen, die seit dem großen Krieg das Land durchstreifen und Menschen als Nahrungsquelle betrachten.

      Doch die große Zeit der Monsterjäger ist vorbei. Einst gab es viele von ihnen und die Herren der Reiche des Südens beorderten sie, sich um das einfache Volk zu kümmern, denn die Herrscher bekämpften lieber untereinander.
      Die Jagd nach Monstern ist eine gefährliche Sache und so sank die Zahl der Jäger stetig, während die Ungeheuer kein Ende zu nehmen schienen.
      Als auch die Herrscher dies erkannten, gründeten sie Orden, deren Aufgabe es war, die Bevölkerung vor den Bestien zu beschützen.
      Da jeder diesen Orden beitreten konnte, wuchs ihre Größe an und sie verdrängten die Monsterjäger aus ihrem Geschäft. Denn Monsterjäger konnte man nur von Geburt werden. Nur ein Borwir, der als Sohn eines Monsterjägers geboren wurde, konnte selbst die Jagd erlernen.

      Erwähnenswert ist, dass Borwir eine starke Anziehung auf Frauen ausüben. Sie gelten als freie, urtümliche und stolze Männer, sind von deutlich größerem Wuchs als die Männer des Südens (Borwir sind im Schnitt über 1,9m groß) und so wollen viele junge Frauen aus ihrer tristen gesellschaftlichen Rolle ausbrechen und ein "Abenteuer" mit ihnen erleben.

      Die meisten Borwir erwiderten die Aufmerksamkeiten der Frauen, und entstand daraus ein Kind, so nahmen sie es zu sich und erzogen es als Borwir.

      Godvin jedoch gehört nicht zu den meisten Borwir. Von den einfältigen, tumben Dorfweibern will er nichts wissen und an die offeneren, stolzeren Städterinnen traut er sich nicht heran, da er zu schüchtern ist. Godvin weiß sehr wohl, dass von seinem Vater und seinen Verwandten erwartet wird, in alter Tradition zu leben, was auch den Kontakt zu Frauen einschließt.
      Er schämt sich daher für seine Zurückhaltung, doch kann er sich auch nicht dagegen erwehren. Äußerlich gibt er den unnahbaren, starken Mann, um das Klischee zu erfüllen, dass die Menschen von Borwir haben.
      Gib jedem Tag die Chance, der beste deines Lebens zu werden. - Mark Twain
    • Nun ja, die Frage mit den Frauen drängte sich mir ja geradezu auf, verehrter Godvin.
      Dann fürchtet Ihr all die Ungeheuer weniger als die Frauen aus den Städten? Was ist an denen für Euch so furchteinflößend?
      Und was ist an den Dorfmädchen so verachtenswert?
      Wie lernt man, die Monstren nicht zu fürchten, die man als Monsterjäger bekämpft?
    • Godvin, auch ich habe ein Paar Fragen an Euch:
      Wie erlernt man die Monsterjagd? Vom Vater? Wurdet Ihr während der Jagden eurer Lehrer mitgenommen oder habt ihr anhand von Lehrbüchern und Kampfpuppen das Verfolgen der Untiere gelernt? In welchem Alter habt Ihr euren ersten Feind selbst erlegt? Wie klug sind die Monster, auf die Ihr angesetzt werdet?
      Willkommen im Kreis der willfährig leichtgläubigen und begeistert abseitigen Phantasten. --- Entropie
    • Godvin:
      Seid mir gegrüßt, Fremde.

      Da ihr so großes Interesse daran habt, werde ich euch von der Ausbildung eines Monsterjägers berichten.
      Wie bereits dieser aufdringliche alte Mann mit Schnurrbart und wirrem Haupthaar erwähnte, werden nur Borwir zu Monsterjägern erzogen.
      Die meisten Borwirsöhne sind das Resultat einer kurzen "Bekanntschaft" des Borwir-Vaters mit einer Frau des Südens. Im Alter von 5-7 Jahren werden sie von ihrem Vater zu sich genommen. Ihre Mütter lebten bis dahin mit ihnen bei ihren Ehemännern und kümmerten sich um sie. Das war nicht immer einfach, denn kein Mann sieht es gerne, wenn die eigene Frau mit einem dahergelaufenen Krieger ins Stroh springt.
      Doch Borwir sind nicht nur für ihre Kampfeskünste bekannt, sondern auch für ihren Stolz und ihren Rechtsbegriff. Daher wagt es keiner der eifersüchtigen Ehemänner, ein Borwirkind seiner Frau auszusetzen oder zu vertreiben. Denn ein Borwir merkt sich stets genau, bei welcher Frau er ein Kind hinterlassen hat und kommt dann eines Tages, um es zu sich zu nehmen. Ist das Kind nicht da, weil es vertrieben oder getötet wurde, bedeutet dies Blutrache.
      Die Blutrache überlebt niemand der Beschuldigten, auch nicht die Mutter des Kindes.

      Der Borwir nimmt also den Sohn mit sich, in einem Alter, in dem bei euch - habe ich mir sagen lassen - ebenfalls die Ausbildung beginnt.
      Die Borwir haben eine verborgene, abseits gelegene Siedlung im Land der Kherolim. Diese Siedlung wurde gegründet, nachdem die Borwir aus dem Norden vertrieben worden sind. Ein enges freundschaftliches Band verbindet uns seitdem mit den Kherolim. Außerdem ist uns ihr Klima deutlich zuträglicher, als das des Südens.
      In dieser Siedlung nun leben die Monsterjäger, die erwählten Priester und ihre Familien. Denn die anderen Borwir sind wieder nach Norden gezogen.
      Die arbeitenden Monsterjäger kommen nur alle paar Mondzyklen in die Siedlung, die Alten, die Priester und Kinder und die Frauen bleiben aber dort.
      Woher die Frauen kommen, wenn die Monsterjäger nur fremde Schürzen jagen?
      Nun, es werden nicht nur Söhne geboren, sondern auch Töchter. Die leben und arbeiten in der Siedlung.

      In dieser Siedlung wird der Körper und der Geist des Jungen gestählt. Er erlangt Geschicklichkeit, Kraft und Ausdauer, Leidensfähigkeit, Mut und einen berechnenden Verstand.
      Außerdem erlernt er den Umgang mit sämtlichen Waffen, die das Arsenal der Monsterjäger zu bieten hat.
      Unterrichtet wird er von den Alten und Jagdunfähigen.
      Bei mir war dies mein Vater, denn wenige Jahre nach meiner Geburt, noch bevor er mich zu sich nahm, wurde er schwer am Bein verwundet und kann seitdem nur noch hinkend gehen. Er lebt jetzt nur noch in der Siedlung. Leider ist er sehr griesgrämig geworden, da seine Verletzung ihn in den besten Jahren ereilte und er somit nicht mehr jagen konnte.

      Wenn ein Borwirsohn die Grundlagen des Kampfes ausreichend beherrscht, er ist dann etwa 16-18 Jahre alt, beginnt der schwierige Teil der Ausbildung. Er begleitet einen aktiven Jäger bei seinem Tun und assistiert ihm. Der Jäger - sein Meister - hat für ihn Sorge zu tragen und lehrt ihn all das, was er über Jahre hinweg erfahren hat. In dieser Zeit hat der junge Borwir seinen ersten Kontakt zu Monstern, manchmal leider auch seinen letzten.

      Doch übersteht er diese Zeit, meist 1-2 Jahre, dann ist er bereit für die letzte Prüfung.
      In dieser Prüfung reist er zur Siedlung zurück. In einem nahegelegenen, umgrenzten Waldstück lässt man gefangene Monstren aus, die er innerhalb einer bestimmten Zeit zu erlegen hat. Die Grenzen des Feldes sind gesichert und durch Jäger bewacht, die jedoch nur eingreifen, wenn direkte Gefahr droht.
      Diese Prüfung ist ebenfalls recht anspruchsvoll, sodass nicht alle Anwärter bestehen.
      Aber nur wer besteht, kann im Alltag eines Monsterjägers bestehen. Die Härte der Ausbildung ist daher notwendig.
      Dies erklärt auch, warum von den vielen Kindern, die ein Borwir zeugt, nur 1-3 das volle Jagdalter erreichen.


      Die Monster, die wir töten, sind unsere natürlichen Feinde seit dem großen Krieg. Sie betrachten uns als ihre Beute und wir wehren uns gegen sie.

      Die gefährlichsten und zugleich auch wichtigsten - da sie eine Schlüsselstellung einnehmen - sind die sogenannten Raben.
      Das sind Wesen, die einmal als übernatürlich große Raben auftauchen, ein andermal menschenähnliche Gestalt annehmen, sich jedoch in weite, schwarze Mäntel hüllen und eine spitze Schnabelmaske tragen.
      Diese Wesen sind leibhaftige Alranvur und stammen direkt aus den Tiefen der Hölle. Sie sind die Meister der anderen Monster und äußerst intelligent und gefährlich.
      Um andere Monster zu erschaffen, benötigen sie Menschen, quasi als Grundsubstanz. Mit ihrer perversen Magie, die noch kein Mensch zu erforschen gewagt hat, können sie andere Monster aus Menschen erschaffen.
      Zu diesen zählen die Vampire. Vampire sehen aus wie Menschen und sind recht intelligent. Sie leben schließlich in menschlichen Körpern. Doch ihre Seele wurde ihnen genommen und ihr Körper dadurch so zerstört, dass er keine Seele mehr dauerhaft halten kann. Um zu überleben, müssen sie Menschen töten und ihre Seelen trinken. Mit der Zeit verlieren sie diese wieder und sie müssen erneut töten.

      Die anderen, niederen Monster, sind Ghule. Wie Ghule entstehen, möchte ich vorerst noch nicht bekannt geben, da es dem ein oder anderen auf den Magen schlagen könnte.

      Die Jagd ist allgemein gesagt jedoch ein gefährliches Spiel. Die Monster greifen bei Nacht die menschlichen Siedlungen an, denn sie können nachts deutlich besser sehen als wir und nutzen dies aus. Tagsüber aber scheuen sie vor dem Sonnenlicht - sie haben wirklich sehr empfindliche Augen - und die Zeit der Jagd bricht an.
      Entgegen der Meinung vieler Leute jagen wir also tagsüber. Doch da sie sich in Höhlen und Erdlöchern verstecken, kämpfen wir auch im Dunkeln gegen sie, wenn es sich nicht vermeiden lässt.

      Furcht vor den Monstern verspürt man immer. Alles andere wäre schlicht dumm. Doch wir haben gelernt, die Furcht aus unserem Verstand auszusperren und uns darauf zu konzentrieren, was um uns herum geschieht und was wir tun müssen.


      Anm. d. Übersetzers: Hier unterbreche ich Godvins Redeschwall einmal und füge eine Kunstpause ein. Denn nun folgt das ewig lange Gefasel, wie er sich in Meditation begibt, wie er seine Waffen vorbereitet, wie genau er seine primitiven Bärenfallen aufbaut und so weiter. Prinzipiell nicht langweilig, ist die Detailfülle jedoch ermüdend.
      Es fehlt noch die Antwort auf die Frauenfrage, wie ich sie nennen möchte. Da er hier jedoch nur herumdruckst und keine klare Antwort gibt (er fürchtet sich einfach davor, sein Innerstes preis zu geben), wäre es vielleicht hilfreich, wenn die fragenden und interessierten Personen, mit sehr viel Feingefühl und Vorsicht walten würden und ihn zu ermuntern versuchten.

      Ich danke für eure Aufmerksamkeit.
      Gib jedem Tag die Chance, der beste deines Lebens zu werden. - Mark Twain
    • (Sorry für den langen Text :-/)

      Godvin:
      Nun, wie erkennt ein Mann seine Kinder?
      Also zum einen sind die allermeisten Menschen ortsfest. Umziehen ist nicht einfach so möglich. Wer umzieht, tut dies nur, weil er in seiner Heimat nicht mehr überleben kann. Da ein Borwir sich merkt, in welchen Orten er mit Frauen zusammen war und mittels einiger Kniffe auch erkennt, ob die Frau überhaupt fruchtbar war oder nicht ( etwas Magie schadet nie), weiß er, ob er ein Kind hinterlassen hat und wo. Natürlich merkt er sich auch, wer die Frau ist.

      Der zweite Punkt ist, dass Borwir sich im Aussehen enorm vom typischen Südländer unterscheiden. Ein Borwirkind erkennt man daher sehr leicht, da die Borwirgene sich in manchen Bereichen, zum Beispiel Größe und Haut/Haarfarbe stark durchsetzen.
      Außerdem ist der Ehemann der Frau immer froh, wenn er das Balg, das nicht seines ist, endlich los wird.
      Borwir bezahlen übrigens die Familie der Frau dafür, dass sie das Kind so lange ernährt und aufgezogen haben.

      Was mit den Töchtern geschieht?
      Nun, sie gehören zu unserem Volk und leben bei uns. Leider können sie nicht als Krieger auf Wanderschaft gehen und bleiben daher in den Siedlungen. Dort kümmern sie sich um Verwaltung und Versorgung, Landwirtschaft und auch um so manches Handwerk. Sie genießen daher auch den Respekt der kämpfenden Männer, da diese ohne die Frauen gar nicht ihren Weg gehen könnten.

      Warum die Borwirmänner aber so gerne in der Fremde für Nachwuchs sorgen, liegt daran, dass die Borwirgene nicht sehr schmeichelhaft für die Frauen sind - sie sehen nicht sonderlich feminin aus, während die Südländerinnen oft etwas...rundlicher und weniger muskulös sind und daher anziehender.
      Es gibt aber durchaus Ehen zwischen Borwir und Borwirfrauen. Insbesondere die Stammesfürsten heiraten ab und zu die Töchter der anderen Fürsten etc. (Meist haben sie aber auch südländische Geliebte...)

      Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Borwirfrauen im wirtschaftlichen Leben des Volkes die eine große Hälfte übernehmen und daher auch eine recht starke Stellung inne haben. Andererseits sind sie nicht als Traumfrauen bekannt, was die Kinderplanung angeht.


      Zur Monstern und ihrer Vernichtung:

      Es ist folgendermaßen: Die Raben sind wie gesagt Alranvur, und damit Urgeschöpfe dieser Welt. Sie sind magisch sehr begabt und beherrschen einen Zweig der Magie, der den Menschen glücklicherweise fremd ist.
      Mit diesem erschaffen sie ihre Dienerkreaturen.

      Wie Vampire entstehen, habe ich ja bereits angeschlossen. Die Magie hierzu ist extrem kompliziert. Man muss dem Körper, der Vampir werden soll, die Seele gewaltsam entreißen, was den Menschen tötet. Gleichzeitig muss man einen zweiten Menschen töten und dessen Seele in den Körper des ersten Menschen verfrachten. Dadurch stirbt der Körper des ersten nicht und lebt weiter. Allerdings verliert die Seele des zweiten Menschen nun an Individualität und Eigenantrieb, da sie in einem fremden Leib sitzt.
      Dadurch wird der Vampir zu einer leicht steuerbaren, aber intelligenten Marionette des Raben. Durch das Entreißen der Seele ist der Körper aber so beschädigt, dass er quasi ein Leck hat, aus dem die Seele langsam entweicht. Um zu überleben, tötet der Vampir einen Menschen und saugt dessen Seele in sich auf. Jenachdem, wie dieses Ritual durchgeführt wird, kann der Vampir die Reste der Persönlichkeit seines Opfers annehmen oder seine alte Person bewahren. Auch ist es möglich, wichtige Eigenschaften der alten Person zu bewahren und in die Person des Opfers zu übernehmen. Dies führt dazu, dass man die Vorteile aller seiner Opfer anhäuft und vereint. Zum Glück ist das dafür nötige Ritual jedoch sehr umfangreich und daher selten. Sonst gäbe es nur noch Übervampire.

      Doch nun zur Entstehung von Ghulen.
      Ghule sind eine magisch veränderte Brut, die die Nachkommen von Mensch und Rabe bilden.
      Der Rabe benötigt also, da er selbst männlich ist, eine menschliche Frau, möglichst jung (umso jünger, umso besser, aber darauf komme ich später noch).
      Eine Frau würde sich natürlich niemals einem Raben auch nur annähern, geschweige denn hingeben. Daher werden sie vom Raben und seinen Dienern entführt (wie die Versuchsobjekte für die Vampirerstellung ebenfalls).
      Dann wird ihre Willenskraft durch den Raben gebrochen und unter seine Kontrolle gebracht.
      Eigentlich hat der Rabe keine wirklich menschliche Gestalt, das ist auch der Grund, warum er diesen langen, dunklen Mantel trägt, denn er will dies möglichst verheimlichen.
      Er ist also auch biologisch einem menschlichen Manne nicht ähnlich.
      Der Punkt ist, dass nun das Erbgut des Raben zu dem Erbgut der Frau gelangen muss.
      Der Rabe vergewaltigt sozusagen die Frau. Um das zu ermöglichen, hat er mittels Magie seinen Körper ein Stückchen verändert. *wink mit dem Zaunpfahl* Ich hoffe, genaueres kann man sich denken.
      Die Frau wird nun des öfteren vergewaltigt, etwa eine Woche lang täglich.
      Dadurch, dass der Rabe auf den Willen, die gesamte Seele der Frau, zurückgreift, kann er auch ihren Körper kontrollieren. So steuert er, dass der Organismus der Frau seine Samen aufbewahrt und am Leben erhält.
      Kurz und schmerzlos gesagt, pumpt der Rabe die Frau mit seinen Samen voll.
      Wenn das erledigt ist, weitet er seine Kontrolle über ihren Körper aus und beginnt eine schreckliche Mutation.
      Nun wird die junge Frau zu einer "Ghulmutter".
      Ihr Körper degeneriert, wird ekliger und zu einer Gebärmaschine umgebaut, sprich breiteres Becken und andere Dinge, die das Gebären erleichtern. Die Beine verkümmern ebenfalls, da sie nicht mehr benötigt werden.

      Nach der Veränderung ist von der Frau nicht mehr viel übrig. Ihre Persönlichkeit wurde durch den starken Eingriff in ihre Seele und den Missbrauch zerstört, ihr Körper wurde gewaltsam verbogen.
      Nun beginnt die eigentliche Entstehung der Ghule. Die Ghulmutter setzt die gespeicherten Samen des Raben ein und befruchtet damit ihre Eizellen - die genetisch noch menschlich sind.
      Nach einer kurzen Schwangerschaft von 2 Monaten bringt sie einen ekelhaften Wurf von 10 blinden, nackten, grauen Ghulen zur Welt.
      Dies tut sie bis an ihr Lebensende in naher Zukunft, denn der Samenvorrat ist mehr als ausreichend. Sie wirft also 6 mal im Jahr und bringt somit 60 dieser kriecherischen Ghule zustande. Daher ist es für den Raben geschickt, wenn die Frau sehr jung ist, denn umso jünger, umso besser verkraftet sie die Umwandlung und den Schwangerschaftsmarathon - falls man überhaupt von Schwangerschaft reden kann - und umso später stirbt sie an Erschöpfung und Schwäche. Doch egal, wie jung und stark die Frau ist, es wird vermutet, dass die Ghulmütter höchstens 10 Jahre ihr Dasein befristen. Ein Rabe versucht, in seinem Nest immer mehrere Ghulmütter in verschiedenen Altersstadien zu halten, um stetig eine große Dienerschaft von Ghulen um sich zu haben, denn diese kommen oft leicht zu Tode.

      Ghule erinnern entfernt an Menschen, ernähren sich von Menschen, besitzen aber keine richtige Seele, sind mehr wie Tiere mit einem unstillbarem Hunger und Tötungstrieb. Sie sind knochig und sehnig, mager und gräulich, haben leere, pupillenlose, milchige Augen und kaum Haare, bewegen sich teils auf allen Vieren, können aber gut springen, haben überlange Finger- und Zehennägel, die tiefe Kratzwunden verursachen können.

      Wer nun daran denkt, dass diese menschenfressenden Monster durch ein ekelhaftes, eigenständig nicht lebensfähiges Etwas entstehen, das mal eine junge, schöne Frau war, versteht vielleicht ansatzweise, warum wir Menschen diese Raben und ihre Brut bis über den Tod hinaus hassen und zu vernichten versuchen.
      Wer sich übergeben möchte, bitte. Dies ist der passende Augenblick. *Godvin hat durch seine Tätigkeit als Jäger ein wenig gelitten und ist manchmal etwas...zynisch*

      Wie wir gegen Raben kämpfen, hat jemand gefragt.
      Ich kann dies mit einem konkreten Fall beantworten.
      Vor dem großen Krieg hatten die Raben unter ihrem Anführer, Xaroc, eine Festung am Exancan, dem Pass in die große Wüste. Der Exancan liegt zwischen dem Regengebirge und dem Feuergebirge, die in Nord-Süd-Richtung unsere Lande vom Rest des Kontinents trennen.
      In der großen Wüste war der Punkt, an dem die Alranvur an die Erdoberfläche gelangten. So ist es verständlich, dass große Schlachten am Exancan geschlagen wurden. Dabei wurde Xaroc getötet und seine Festung vernichtet. Die Raben dienten bis dahin als Spione für die Alranvur, die Informationen sammeln sollten, damit der Angriff der Alranvur geordnet und zielgerichtet beginnen konnte.

      Nach dem Krieg gab es noch eine Reihe von überlebenden Raben. Wir wissen nicht genau, wieviele. Schätzungsweise 7-9 Raben überlebten den Krieg.
      Sie versteckten sich in der Wildnis unserer Länder und bauten in ihren Nestern ganze Dienerscharen auf, mit denen sie sich selbst schützten und mit Nahrung, sprich Menschen, versorgten.
      Vor 25 Jahren gelang es unseren hohen, ehrwürdigen Priestern, ein Nest ausfindig zu machen. Sie bließen zur großen Jagd und riefen alle Monsterjäger zusammen, derer sie in der Kürze der Zeit habhaft werden konnten. Denn Eile war wichtig, bevor das Nest verwaiste. Die Raben verlegen nämlich oft ihre Verstecke, doch zu ihrem Schneeballsystem ein andermal mehr.

      Auf jeden Fall kamen damals etwa 3 Dutzend voll ausgebildete Monsterjäger, 2 Dutzend Lehrlinge und recht viele freiwillige Helfer und Soldaten, meist Kherolim, zusammen. Mein Großvater mit meinem Vater und meinem Onkel war auch dabei. Ich war damals etwa 3 Jahre alt und lebte noch bei meiner Mutter.

      Der Kampf um das Nest war eine sehr brutale Angelegenheit, da die Raben wirklich starke Gegner sind. Man kämpfte mit Feuer, Schwert und Schusswaffen gegen sie und setzte sogar ein paar Brandbomben ein.

      Letztendlich musste man aber in das Nest hinein. Wie man sich vorstellen kann, keine sehr gesunde Idee, in das Nest des Raben zu stürmen.
      (Anm. d. Übers.: "in das Nest des Raben stürmen" ist inzwischen eine Redewendung geworden, die in etwa dasselbe heißt wie bei uns "in die Höhle des Löwen gehen" und in dieser Redewendungsbedeutung ist sie in diesem Satz gemeint)
      Nunja. Von den zahlreichen Helfern und Soldaten blieben nur Einzelteile übrig. Von den Lehrlingen, die wenigstens vorher schon von der Jagd Ahnung hatten, blieben 3 übrig und von den voll ausgebildeten Monsterjägern, sehr viele erfahrene, blieben 11 übrig. Die 14 Überlebenden waren allerdings alle in recht bedauernswertem Zustand. Mein Großvater und Onkel starben, mein Vater hätte fast sein Bein verloren und hatte noch einige andere Brüche und Schnittwunden.

      Getötet hatten die elf "Rabentöter" und die anderen, die zu den "heroisch Gefallenen" gehören, insgesamt 164 Ghule, 9 Ghulmütter, 17 Vampire und 1 Raben.
      Auf der Flucht gesichtet wurden 1 weiterer Rabe, 14 Vampire und 2-3 Dutzend Ghule. Ghulmütter sind keine geflohen, da ihre Beine nicht wirklich zum Laufen gedacht sind.

      Man sieht hieran folgendes: Ein Rabe umgibt sich mit Massen von Dienern.
      Außerdem erkennt man: Man hatte keine Ahnung, wie man ein Rabennest ausheben soll.
      Um genau zu sein, war es der erste Fall gewesen, in dem man ein Rabennest angriff, in dem noch ein Rabe hauste. Man hatte noch keine Vorstellung davon, mit was man es zu tun hatte. Und heutzutage hofft insgeheim jeder Monsterjäger, nie auf ein volles Rabennest zu stoßen, denn das wäre gleichbedeutend mit einem Eisenpanzer in einen See zu springen.

      Nur eins ist sicher: Damals ist etwas falsch gelaufen. Vielleicht sind auch unsere Waffen unzureichend. Dennoch versuchen alle, unsere Priester und die südlichen Monsterorden, ein weiteres Nest zu finden, auch auf die Gefahr hin, dass in diesem dann mehr als nur 2 Raben hausen und sich vielleicht schon vor langer Zeit, vielleicht sogar schon vor 25 Jahren eingerichtet haben und somit riesige Scharen Monster haben?
      Gib jedem Tag die Chance, der beste deines Lebens zu werden. - Mark Twain
    • Wenn seit langer Zeit die Meisten Borwir ihre Nachkommen mit Südländern zeugen, anstatt mit Mitgliedern ihres eigenen Volkes. Wird das Borwirblut nicht über die Generationen immer dünner? Gibt es überhaupt noch reinblütige Borwir?
      Selbst wenn man sagt dass man außerhalb von Schubladen denkt, bestimmen immer noch die Schubladen das Denken. Erst wenn man sich bewusst ist dass die Schublade selbst nicht existiert kann man wirklich Neues erfinden

      INDEX DER THREADS ZU LHANND
    • ernähren sich von Menschen, besitzen aber keine richtige Seele

      Das meinst du als Gegenpol zu den Vampiren, die noch eine Seele haben, richtig? Denn ansonsten sind die einzigen Seelenbesitzer in deinem Land Kannibalen. ;D

      Das Schneeballprinzip des Nestbaus würde mich noch interessieren. Und wer hat die Schätzung gemacht, dass es nur noch 7 bis 9 Raben gibt? War das vor oder nach dem Sturm auf das Nest? Worauf beruht diese Schätzung? Zählt man die verschwundenen Jungfrauen? ;)
      Willkommen im Kreis der willfährig leichtgläubigen und begeistert abseitigen Phantasten. --- Entropie
    • Hm, mich würde noch interessieren, warum er jemand ist, "den die Menschen brauchen ohne ihm begegnen zu wollen."
      - Mir scheint, die südländischen Frauen wollen einem Borwir-Monsterjäger ziemlich gern begegnen und auch die Ziehväter ihrer Kinder müssen sich ihr Auftauchen ja wünschen.
      Außerdem beschützten sie damals doch die einfache Bevölkerung, und zwar wirklich die Bevölkerung, nicht die großen mächtigen Tyrannen oder wen auch immer es da gibt auf den das kleine Volk normalerweise irgendwann sauer wird. Müssten sie nicht von allen geliebt werden?
      Und heutzutage - heutzutage gibt es ja nicht mehr so viele und ihre Sonderstellung ist doch auch nicht mehr so stark - warum will man ihnen nicht begegnen?
      I would have followed you, my brother. My captain. My king.


      Diese Bastlerin verpflichtet sich freiwillig dazu, ihren freiwilligen Verpflichtungen nur noch auf freiwilliger Basis nachzukommen. Die Freiwilligkeit dieser Tatsache ist freiwillig.
    • "Wenn seit langer Zeit die Meisten Borwir ihre Nachkommen mit Südländern zeugen, anstatt mit Mitgliedern ihres eigenen Volkes. Wird das Borwirblut nicht über die Generationen immer dünner? Gibt es überhaupt noch reinblütige Borwir?" - Gerion

      Ich beantworte das jetzt mal für Godvin, da ich hier auf Fakten zugreifen muss, die Godvin nicht bekannt sind.

      Also, die Borwir haben vorzüglich Kinder mit Südländerinnen. Allerdings werden unter ihren Stammesführern Borwirfrauen verheiratet, mit denen man auch Kinder zu haben hat. Außerdem sind die Kherolimfrauen ebenfalls begehrte Ehefrauen, da sie einen nördlichen Touch haben aber deutlich hübscher und femininer als die Borwirfrauen sind. Südländerinnen sind ja nur kleine Begegnungen, keine langjährigen Beziehungen. (Ausnahmen gibts ja immer und überall)

      Nun zu den brisanten Fakten: Ein wichtiges Wesen meiner Welt, das nicht zu den normalen Sterblichen zählt, und um die Entstehung und das Wesen der Welt bescheid weiß (Das Wissen um eben dies ist das große Unterscheidungskriterium zwischen einfachen Weltbewohnern und "höheren" bzw. "besonderen" Wesen), hat hier eingegriffen.
      Dieses Wesen, man könnte es als einen selbsternannten Schutzherrn über die Menschen bezeichnen, hat vor einiger Zeit, als die Borwir aus dem Norden vertrieben wurden, ihr Genmaterial zementiert.
      Das heißt, wenn ein Borwir und ein Nicht-Borwir ein Kind zeugen, dann setzen sich in den entscheidenden Dingen die Borwirgene durch. Das betrifft hauptsächlich körperliche Erscheinung, weshalb man die Borwir gut erkennt.
      Der Grund ist einfach der:
      Die Borwir wurden von diesem "Schutzherrn der Menschen" aus einfachen Leuten heraus erschaffen, mit dem Ziele eine Reihe Elitekrieger zu erstellen, die den Menschen beiseite stehen können. (der Schutzherr dachte hierbei an den großen Krieg gegen die Alranvur, der irgendwann kommen musste).
      Wie das in meiner Welt desöfteren passiert, hat auch dieser Schutzherr einen Fehler gemacht. (meine "göttlichen", "höheren" Wesen machen oft Fehler)
      Nämlich hat er den seiner Ansicht nach elitären Krieger erschaffen, was das Körperliche anbelangt. Allerdings hat er vergessen, die Gene so zu verändern, dass die Frauen attraktiv und weiblich bleiben. So sind auch die Frauen jetzt groß und stark und ziemlich maskulin geraten. Das gefiel den Borwir natürlich nicht. Aber hoch droben im Norden gabs keine anderen Frauen, also nahm man die anwesenden.

      Als nun aber die Borwir gen Süden zogen, nun ja, da waren plötzlich die allermeisten Frauen weg und nur die Männer übrig. (das ist eine recht tragische Geschichte, derer sich die Borwir heute noch kollektiv schämen)
      Also haben die Borwirmänner diejenigen Südländerinnen beglückt, die nix dagegen hatten. Um die Verwässerung der Kriegergene zu verhindern, veränderte der Schutzherr wieder die Gene, sodass die Borwir, wie Gerion sagte, "reinblütig" bleiben.

      Nun gebe ich das Wort an Godvin:
      Ja, richtig. Die Vampire haben ihre - fremde, geklaute - Seele. Die Ghule haben gar keine richtige. Also natürlich haben sie so etwas schon, denn sonst wären sie keine Lebewesen. Aber ihre Seele ist...tierisch. Primitiv. Sie denken nicht richtig, obgleich sie sich durchaus der Sprache bedienen.

      Das "Schneeballprinzip", das man auch von Drogenhändlern kennt, sieht wiefolgt aus:
      Die Raben schlagen in einem geeigneten Versteck ein neues Nest auf. Ein geeignetes Nest ist schön dunkel, von außen schwer zu erkennen und maximal 10-15km von der nächstgrößeren Siedlung entfernt.
      Dort leben sie nun eine Weile, schleppen junge Frauen aus der Umgebung an und beginnen ihre "Ghulproduktion". Gleichzeitig erschaffen sie eine Reihe Vampire.
      Unter diesen Vampiren wählen sie ein oder zwei Exemplare aus, die Potential haben. Bei diesen bemühen sie sich der bereits geschilderten Taktik, dass der Vampir alte, nützliche Fähigkeiten behält und die neuen seiner Opfer hinzukommen. Diese erwählten Vampire werden somit stärker als die anderen, intelligenter und allgemein führungstauglich.
      Schließlich verlassen die Raben das Nest.
      Man bezeichnet es dann nicht mehr als heißes Nest, sondern als schwelendes Nest. Im schwelenden Nest sind die Übervampire die Anführer, ersetzen quasi die Raben und unter ihnen stehen die Vampire, das Fußvolk sind wie immer die Ghule. Die Übervampire haben sogar gelernt, neue Vampire zu erstellen.
      Dieses Nest lebt nun alleine, ohne die Kontrolle und Aufmerksamkeit der Raben weiter, welche selbst weiterziehen und das nächste Nest aufmachen.
      Die Raben kommen nur dann wieder vorbei, wenn die Anzahl der Ghulmütter sinkt oder ihre Lebenserwartung zur Neige geht, um die Ghulproduktion wieder aufzufrischen.

      Somit verteilen die Raben innerhalb weniger Jahre viele schwelende Nester über die Welt und können so die Vermehrung und Erhaltung ihrer eigenen Art besser sichern.

      Über die Anzahl der Raben lässt sich folgendes sagen:
      Es gilt als erwiesen, dass die Zahl der Raben vor dem großen Krieg stark begrenzt war, da sie eben direkt aus dem Innern der Erde stammen.
      Man ist sich jedoch noch nicht sicher, ob es 12 oder 13 oder eine ähnliche Anzahl Raben war. Sicher ist, es sind zwischen 11 und 20 Stück gewesen.
      Dann zog man von der häufigsten Schätzung - 12 oder 13 - die Zahl der Raben ab, die während dem großen Krieg getötet worden sind.
      Knifflig ist immer, ob man Xaroc einzeln zählt oder nicht.
      Nun denn, dann bleiben zwischen 7 und 10 Raben übrig.
      10 wird heutzutage als überhöht angesehen, was man aus der Zahl der Nester und Rabensichtungen schließt.
      Daher geht man allgemein von 7-9 Raben aus, von denen einer damals getötet wurde, in der "Hatz vom Silberberg".

      Borwir haben seit jeher einen recht schlechten Ruf im Süden. Insbesondere natürlich bei der einfachen männlichen Bevölkerung. Zum einen wegen den Frauen, die ihnen so gerne nachstellen und zum anderen, weil Borwir als Outlaws herumzogen und sich nicht sonderlich um die Gesetze des Südens scherten. Dennoch wurden sie lange von den Regierungen der Südländer geduldet und begrüßt, da sie hervorragende Kämpfer sind.
      Man setzte sie gerne ein als Ausbilder für eigene Truppen, als Frontsoldaten in Belagerungen, als Motivationskatalysator in Heeren - es hebt ungemein die eigene Motivation, in der Nähe eines Mannes zu stehen, der 1-2 Köpfe größer ist als man selbst und zudem noch prima mit seinen Waffen umgehen kann.

      Aber beliebt waren die Borwir nicht. Wenn die Herrscher meinten, sie zu brauchen, wurden sie irgendwie hingenommen, aber man wollte sich nicht mit ihnen abgeben.

      Heutzutage ist dies genauso. Auch als Monsterjäger war es nicht anders, auch nicht während der Hochzeit. Man hat einfach diesen uralten, tonnenschweren Ruf, zu dessen Zerstreuung man nicht gerade beiträgt.
      Viele (besonders junge, unglücklich verheiratete!) Frauen gaffen einem hinterher, man darf öffentlich allerhand gefährliche Waffen tragen und alle Auslagen werden vom Staat gezahlt - der Wirt sieht sein Geld also meist nie wieder.

      Dass man Monster tötete, war natürlich willkommen. Allerdings empfanden es die Menschen bald als Selbstverständlichkeit, denn wozu war man sonst Monsterjäger? Von der Gefährlichkeit und der Anstrengung unserer Arbeit hatten und haben sie keine Ahnung. Menschen sind nunmal so - positives vergisst man schnell, Ärgernisse haften im Gedächtnis.

      Heutzutage hat sich unser Ruf auch nicht gebessert, die Menschen denken, dass sie dank der Monsterorden (müsste logisch gedacht Antimonsterorden heißen, aber es heißt ja auch Schmerzmittel und nicht Antischmerzmittel) nun nicht mehr auf uns angewiesen sind. Da man also nicht mehr unserer Hilfe bedarf, wirft man uns weg wie ein einmal benutztes Taschentuch. *lacht böse*

      Ja, heute ist es sogar schwer gewesen für mich, Aufträge zu erhalten.
      Schuld daran sind die Monsterorden und die Weitseher.
      Doch seit jenem Abend, als mir das mit dem Weitseher passierte, läuft das Geschäft für mich persönlich recht gut. Über die Probleme unserer aussterbenden Zunft täuscht es aber nicht hinweg.
      Gib jedem Tag die Chance, der beste deines Lebens zu werden. - Mark Twain
    • Sei gegrüßt! *höflich verbeug*

      Der Ruf, dem ihr gerecht werden müsst, scheint ja in der Tat gewaltig, die Anforderungen an euch auch! Meine Bewunderung dafür habt ihr.

      Ich habe ein bisschen Sorge, euch zu nahe zu treten, aber ich bin neugierig:
      Versuchen tatsächlich alle Borwir, die als Monsterjäger ausgewählt werden, diesem Ruf gerecht zu werden?
      Immerhin werden die Kinder nicht gefragt, bevor sie aus den Familien genommen werden, in denen sie aufwachsen, wenn ich das richtig verstanden habe. Gibt es Kinder, die sich nicht einfügen wollen, sondern versuchen, zu fliehen, vielleicht zurück zu ihren bisherigen Eltern? (auch wenn die meisten "Stiefväter" diese Kinder nicht mögen, könnte es Ausnahmen geben...)
      Oder versuchen manchmal die Familien, ihre Kinder vor euch zu verstecken, zum Beispiel indem sie behaupten, es wäre gestorben? (Immerhin können Kinder auch manchmal sterben, ohne das die Eltern was dafür können, so dass es da doch ziemlich schwierig ist zu entscheiden, wann Blutrache angebracht ist, und wann nicht, oder?)

      Auch für junge Jäger, die vielleicht sogar schon die Ausbildung abgeschlossen haben, könnte es doch sehr verlockend sein, ihr Leben nicht im Kampf gegen die Raben zu verlieren, zumal dies von den anderen Völkern kaum noch gewürdigt wird, sondern stattdessen ein ungefährlicheres Leben als Söldner oder Soldat zu wählen? (Vielleicht sogar als Bauer oder Handwerker, aber wer so wenig Neigung zum Töten hat, übersteht wahrscheinlich die Ausbildung nicht, könnte ich mir vorstellen..)

      Geht ihr irgendwie dagegen vor? Nehmt ihr das in Kauf? Oder passiert sowas gar nicht?
    • Edler Godvin, wahrscheinlich wird es noch eine Ewigkeit dauern, bis es soweit ist, aber was würdet Ihr tun, wenn alle Raben ihre gerechte Strafe erhalten haben und es keine Monster mehr gibt? Würde es Eurem Leben nicht den Sinn nehmen?
      Straße war gestern, du siehst mich im Board
      Ich häng im World Wide Web, das ist kein friedlicher Ort
      Opfer, wag einen Blick auf die oberen Ränge
      Schieb Respekt; ich bin Forenlegende.


      ~ Komm in den Chat. Wir haben Kekse. ~
    • (Sorry für die lange Wartezeit. Einige Fragen und deren Antworten ließen sich schwerlich übersetzen.)

      Godvin:
      Also mit dem Abholen der Kinder, das ist immer so eine Sache. Das wissen aber auch die Borwirväter und handeln entsprechend. Zum Glück lernen sie von unseren Priestern ein wenig Magie. Zum einen, um zu erkennen, ob eine Frau gerade schwanger werden kann oder nicht, und zum anderen können sie erheblichen Druck auf Personen ausüben und so die Wahrheit aus ihnen herauslocken, wenn sie sie befragen.
      Welches Geschlecht das Kind hat, wissen die Väter aber erst, wenn sie sie sehen. Doch erkennt man sie tatsächlich recht leicht am Wuchs, besonders in den frühen Jahren.

      Natürlich ist es also möglich, dass das Kind stirbt. In dem Falle wird es auf dem örtlichen Friedhof beerdigt und der Priester hat einen Eintrag in seinem Tempelbuch vermerkt. Es lässt sich also nachweisen, wann und an was das Kind gestorben ist.
      Manchmal aber wollen die Familien die Kinder nicht hergeben und verstecken sie oder wollen sie schneller loswerden und verstoßen sie.
      In diesen Fällen nutzt der Borwirvater seine Magie und seine aggressive Ausstrahlung, um herauszufinden, ob die Personen lügen. Das klappt meistens recht gut.
      Um zu verhindern, dass die Familie das Kind versteckt, tauchen sie immer äußerst plötzlich auf. Sie beobachten die Familie eine Weile, ob das Kind da ist und machen sich dann sehr plötzlich bemerkbar.
      Natürlich nehmen sie das Kind nicht sofort mit. Es vergehen einige Tage, natürlich sehr unterschiedlich, in denen sich die Mutter langsam verabschieden kann und der Vater das Kind schon ein wenig kennen lernt und das Kind den Vater.

      Aber es gibt leider wirklich Fälle, in denen die Familie das Kind verstoßen hat oder versucht, es zu verstecken. Dann kommt es zu diesen unschönen Situationen....

      Wenn ein Kind - sie sind ja noch recht jung - dann allerdings einmal verkraftet hat, dass es seine Mutter verloren hat - dann klappt es meist recht gut. Es muss halt erst das Vertrauen zu seinem Vater aufbauen. Auch wenn es vielleicht nicht so klingt, aber die Borwirmänner haben durchaus auch Gefühle und lieben ihre Kinder, kümmern sich also auch weitgehend um sie und das Kind, das ja noch recht jung ist, fasst dann Vertrauen.
      Versuche, zurück zur alten Familie zu gelangen, sind eher selten und zum Scheitern verurteilt, zum einen, weil der Borwir sein Kind doch sehr schnell zu seiner Siedlung bringt und das Kind daher schnell in unbekannte Gegenden kommt, und zum anderen rennt der Borwir im Zweifelsfalle einfach schneller als das Kind.

      Alles in allem sind die ersten Jahre die schlimmsten. Sind diese aber überstanden, hat sich das Kind eingelebt und meist ein recht gutes Verhältnis zu seinem Vater, zu dem es aufblickt.

      Wie das mit der Berufswahl ist. Man wird natürlich nicht gefragt, ob man Monsterjäger werden will. Aber da einem doch früher oder später bewusst wird, wie überlegen man anderen Menschen im Kampf ist und wie prädestiniert man für derlei Aufgaben ist, bezieht man daraus dann auch sein Selbstwertgefühl und ist stolz darauf, Borwir zu sein. Daher will man dann auch einen Weg des Kampfes einschlagen.
      Nicht unterschätzt werden darf natürlich auch der Einfluss der Priester auf die Heranwachsenden. Durch diese werden sie mit unseren Mythen und religiösen Vorstellungen vertraut gemacht und sehen es bald als Auftrag, Ehre und Pflicht an, Monsterjäger zu werden.

      Doch wie es so ist, gibt es auch Ausnahmen. Mein Großonkel beispielsweise ist lieber Priester geworden als Monsterjäger. Das ist natürlich auch möglich, aber da die Borwirsöldner heute noch weniger als die Monsterjäger benötigt werden, ist es doch eher selten. Etwas häufiger hingegen kommt es vor, dass man der Berufung nicht folgt und nach Norden zum Rest unseres Volkes zieht.

      Dagegen tun können wir nicht viel. Die Väter versuchen zwar, die Erziehung so zu gestalten, dass ihre Berufung als die bestmögliche Wahl erscheint, aber die letztendliche Entscheidung liegt bei jedem Sohn.
      Von denen aber, die Monsterjäger werden, folgen eigentlich alle dem Ruf, den wir haben, denn er ist nicht gerade der eines schwachen, unfreien Mannes.

      Was ich tun würde, wenn es keine Raben mehr gäbe?
      Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Darüber hab ich mir nie Gedanken gemacht. Raben gibt es schon länger als ich denken kann und alle meine Vorfahren, die ich namentlich kenne, sind gegen sie auf die Jagd gegangen.
      Wenn sie plötzlich weg wären, wäre das in der Tat sehr überraschend. Allerdings wäre es wohl vielmehr so, dass ich an ihrer Auslöschung direkt beteiligt wäre, denn es gibt wahrlich nur noch wenige Monsterjäger. Ich würde vielleicht gar nicht mehr erleben, wie die Welt ohne Monster ist.
      Denn auch wenn man alle Raben tötet, dauert es dann noch Jahre, bis alle Monster vernichtet sind. Außerdem gibt es da noch die Trolle, die mit den Raben überhaupt nichts zu tun haben und auch zu unseren Feinden zählen. *schüttelt traurig den Kopf*
      Aber ich glaube, ich könnte mir vorstellen, in den Norden zu ziehen und zum Rest meines Volkes zu stoßen. Ich habe davon gehört, dass sie dort oben schon mehrere größere Siedlungen aufgebaut haben und ein zerstörtes Reich der Nerjan übernommen haben. Angeblich halten sie sich die Nerjan als Sklaven.
      Ja, ich glaube, ich würde in den Norden gehen. Oder im Süden als Söldner oder Feldherr Karriere machen. Den Kampf aufgeben aber könnte ich nicht, der Kampf ist mein Leben. Ob ich eine Familie gründen würde, bezweifle ich eher. Dazu müsste ich eine Frau finden bzw. eine Frau mich.
      Gib jedem Tag die Chance, der beste deines Lebens zu werden. - Mark Twain
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