[Silaris] Einführung und Völker

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    Die diesjährige Olympiade beginnt am 19 .7.
    Das WBO-Orgatool ist hiermit initialisiert. Es mögen sich vor allem für die ersten Kategorien schnell findige Jury-Mitglieder finden.
    Wir wünschen allen viel kreativen Spaß!

    • Tut mir leid, irgendwie habe ich deine Frage ganz übersehen, Gerion. Die Lerca sehen das Meer einfach als ihr Reich an und wollen nicht, dass Menschen dort herumpfuschen. Außerdem wollen sie die anderen Kontinente gerne „menschenfrei“ halten.

      Aber jetzt möchte ich euch gerne noch ein zweites menschliches Volk von Silaris vorstellen, die Elavier.

      Die elavische Kultur ist eine der ältesten Kulturen von Silaris und war wesentlich weniger Schwankungen unterworfen als viele anderen, obwohl sich das jetzt ändert. Elavien war eine der ersten Hochkulturen von Silaris und lange ein sehr angesehenes und geachtetes Land, im Lauf der Zeit hat es jedoch stark an Bedeutung verloren und war zeitweise sogar von anderen Mächten kolonialisiert.
      Inzwischen ist es eine Demokratie, die unter relativ viel Korruption leidet. Die alten Strukturen gelten theoretisch nicht mehr, spielen aber praktisch noch eine große Rolle. Von den meisten anderen Völkern bekommen die Elavier keinen großen Respekt mehr.

      Elavische Tradition:
      Die elavische Gesellschaft ist traditionell sehr streng hierarchisch organisiert. An der Spitze des Staates stehen adlige Familien, die nachweisen können, dass sie von Lerca abstammen und entsprechende magische Fähigkeiten haben. Damit diese Fähigkeiten erhalten bleiben, ist ihnen nur erlaubt, innerhalb dieser Familien zu heiraten.
      Die restliche Bevölkerung ist nach ihrem Besitz unterteilt, der nach elavischer Überzeugung das Wohlwollen der Lerca widerspiegeln soll. Landlose Bauern und Arbeiter stehen ganz unten in der Gesellschaftspyramide.
      Bei den Elaviern sind jedoch nicht nur die Menschen streng hierarchisch eingeteilt sondern dies gilt auch für die Tiere. Die Tiere, „deren Kinder Milch trinken wie eure eigenen“ genießen hohen Respekt und dürfen wie Menschen nur zur Verteidigung getötet werden, nicht als Nahrungsquelle. Als Arbeitstiere und für Milch oder Wolle dürfen sie aber gehalten werden. Für Vögel gilt die Regel nicht mehr so streng, viele Elavier schrecken jedoch auch davor zurück, Hühner zu schlachten, an anderen Orten ist der Verzehr von Hühnern aber wiederum üblich. Ähnliches gilt für Fische, die an Flüssen, Seen und am Meer aber in der Regel gegessen werden dürfen.
      Insekten (und Spinnen, Würmer usw.) stehen auf der untersten Stufe und sind ein häufiger Teil des Speiseplans, auch sie dürfen aber nicht getötet werden, wenn das nicht notwendig ist.

      Der Respekt vor dem Leben spielt für die Elavier allgemein eine sehr große Rolle, was unter anderem auch dazu führt, dass in der Geschichte nur sehr wenige Angriffskriege von Elavien ausgegangen sind. Grundsätzlich gelten im Krieg für die Elavier strenge Regeln und viele Handlungen gelten als Kriegsverbrechen. Dazu zählen das Töten von Frauen, Kindern und alten Menschen, Folter von Gegnern, Vergewaltigungen, das Zerstören von Ernten oder das Unfruchtbarmachen von Feldern, der Einsatz von vergifteten Waffen, das absichtliche Hervorrufen von Krankheiten bei den Gegnern und die Pflicht verwundeten Gefangenen zu helfen und einem Gegner, der qualvoll sterben müsste, einen „Gnadenstoß“ zu versetzen, wenn dies irgendwie vernünftig möglich ist.
      Die elavischer Überzeugung nach abscheulichsten Morde sind die, die mit Gift ausgeführt wurden. Giftmörder/innen wurden vor Abschaffung der Todesstrafe ausnahmslos hingerichtet, ohne dass wie bei anderen Mördern die Umstände der Tat berücksichtigt wurden. Das Gerücht, dass ein Frau mit Giften hantiert, reicht unter Umständen schon aus, um sie das Leben zu kosten.
      Auch in vielen Mythen und Sagen der Elavier spielt Gift eine große Rolle. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die benachbarten und verfeindeten Sariler, die teilweise als Inbegriff des Bösen gelten, sehr gerne mit vergifteten Waffen arbeiten.

      Die elavische Gesellschaft ist strikt patriarchalisch organisiert, Ausnahmen gibt es nur bei magisch begabten Adligen, deren Nähe zu den Lerca ihr weibliches Geschlecht aufwiegen soll. Begründet wird dies mit der körperlichen Schwäche und Schutzbedürftigkeit der Frau, aber auch mit einer „geistigen Schwäche“, die damit im Zusammenhang stehen soll. Die Elavier glauben, dass Frauen anfälliger für unmoralisches Verhalten sind, besonders auf sexuellem Gebiet, aber auch auf magischem. Deswegen muss ein Mann, in der Regel Vater, Bruder oder Ehemann auf ihr Wohlverhalten achten.
      Elavische Frauen sind für die Versorgung und Erziehung der Kinder zuständig, bei den Jungen aber nur, bis sie etwa zehn Jahre alt sind. Außerdem sind sie für die Versorgung der Familie mit Nahrung und Wasser verantwortlich. (Herd)Feuer und Salz fallen ebenfalls in den weiblichen Zuständigkeitsbereich. Während der Abbau von Metallen durch Männer erfolgt sind Frauen für die Produktion von Salz zuständig.
      Die Herstellung von Textilien ist auch Aufgabe der Frauen, während die Männer andere handwerkliche Aufgaben erledigen, für Verwaltung und Verteidigung zuständig sind, aber auch für die Versorgung der Tiere und die Arbeit mit ihnen.
      Letzteres wird damit begründet, dass das Familienoberhaupt für den Gehorsam seiner Hausmitglieder verantwortlich ist, zu denen die Tiere auch gehören.

      Von Frauen wird erwartet, dass sie als Jungfrauen in die Ehe gehen, treu sind, und bei frühem Tod ihres Mannes nicht wieder heiraten. Besonders wenn der Mann an einer Krankheit stirbt, wird häufig der Witwe die Schuld daran gegeben und ihr vorgeworfen, dass sie ihn nicht gut genug versorgt hat.
      Die Witwe muss bei der Familie des Mannes bleiben, schlimmstenfalls wird sie dort vertrieben oder gar getötet, normalerweise unterstützt sie jedoch die anderen Frauen des Haushalts und kümmert sich um Kinder der Familie, deren Mutter gestorben ist.

      Was die Magiesysteme betrifft, darf in Elavien nur Lercamagie praktiziert werden. Elementarmagie ist tabu und wurde mit Tod oder Verbannung bestraft. Teilweise ist das noch immer so, besonders reiche Elementarmagier praktizieren ihre Fähigkeiten inzwischen jedoch im Geheimen.
      Das Verbot gegen diese Form von Magie hat verschiedene Gründe. In ihrer Geschichte haben die Elavier mehrmals negative Erfahrungen mit Elementarmagie gemacht, außerdem sind sie der Überzeugung, dass die Lerca diese Form der Magie ablehnen. Ein weiterer wichtiger Grund ist die Tatsache, dass die strikt hierarchische Gesellschaftsordnung in Elavien mit Elementarmagie nicht aufrecht erhalten werden könnte, da diese unabhängig von Abstammung oder Geschlecht auftritt.

      Dies alles wird von den Elaviern als „natürliche Ordnung“ empfunden, die eingehalten werden muss, um den Lerca zu gefallen. Obwohl denen natürlich in Wirklichkeit völlig egal ist, ob eine Frau vor der Ehe Sex hat, oder ob ein armer Bauer seinem Herrn mit genug Respekt entgegentritt.
      Obwohl Gewalt und Misshandlungen eigentlich abgelehnt werden, hat der Familienvater nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, seine Familienmitglieder notfalls auch mit Züchtigungen auf den „richtigen Weg“ zu bringen.

      Elavien heute:Durch ausländische Einflüsse hat sich das Leben in Elavien in den vergangenen 200 Jahren stark verändert, die oben genannten Traditionen werden hauptsächlich noch in den Dörfern gelebt. Die wachsenden Städte sind von einer (neu)reichen Oberschicht und einer wachsenden, verarmten Unterschicht geprägt. Die Anzahl an besitzlosen Menschen ist durch Veränderungen in der Landwirtschaft stark angewachsen. Die Mächtigen achten die Traditionen teilweise überhaupt nicht mehr oder nur noch diejenigen, die für sie von Vorteil sind.
      Für ausländische Unternehmen ist Elavien ein sehr beliebter Standort, weil es eine große Zahl anspruchsloser Arbeitskräfte gibt, die aufgrund ihrer Traditionen bereit sind, von „Höhergestellten“ sehr viel hinzunehmen. Vielerorts in Elavien regt sich jedoch auch Protest gegen dieses Vorgehen und Forderungen nach Veränderungen werden laut. Teilweise durch friedliche Proteste, teilweise aber auch durch Terror.

      Streitfrage Feuer, Wasser Salz:
      Unter elavischen und auch vielen anderen silarischen Historikern und Soziologen hat die Tatsache, dass Feuer, Salz und Wasser in Elavien den Frauen zugeordnet werden, immer wieder zu heftigen Debatten geführt.
      Einige Forscher, insbesondere Forscherinnen sind der Meinung, dass Elavien in früheren Zeiten einmal ein Matriarchat war, und die Macht der Frauen über diese für das menschliche Überleben überaus wichtigen Dinge ein Überbleibsel dieser Zeit ist.
      Andere Forscher vertreten dagegen die These, dass dies mit der Tatsache zusammenhängt, dass Feuer, Wasser und Salz in der arunischen Alchimie eine überaus wichtige Rolle spielen. Dort steht Feuer für das männliche Prinzip, Wasser für das weibliche und Salz für die Vereinigung von beiden.
      Nach Meinung dieser Forscher stammen diese Vorstellungen ursprünglich aus Elavien, wo sie im Rahmen der Bekämpfung von Elementarmagie und Alchimie jedoch in Sphäre der als schwächer empfundenen Frauen zurückgedrängt wurden, um ihnen ihre Bedeutung zu nehmen.
      Diese Theorie stößt bei vielen Aruniern auf große Ablehnung, da man dort sehr stolz darauf ist, Wiege der Alchimie zu sein, und den Elaviern auf diesem Gebiet keinerlei Kompetenzen zutraut. Dies führt sogar dazu, dass manch ein eigentlich ausgesprochen feminismuskritischer Mann der Matriarchatstheorie anhängt.
    • Amanita schrieb:

      Chemische Elemente gibt es die gleichen wie bei uns, aber ohne die künstlichen radioaktiven Elemente. Wegen der magischen Gegegebenheiten können Elemente in Silaris nicht vom Menschen verändert werden. Natürliche radioaktive Elemente haben auch keine Elementare und keine für Menschen zugängliche Magie. Das macht sie noch gefährlicher als bei uns, so dass die Leute sich bereitwillig davon fernhalten, sie sind in Silaris auch relativ selten.

      Es gibt also magiebedingt keinen natürlichen radioaktiven Zerfall? Was genau tut die Magie, um das zu verhindern? Und welche Auswirkung hat so was, wenn man konsequent weiterdenkt, auf die gesamte Weltenphysik? Kann dann z.B. in der Sonne dieser Welt überhaupt so was wie Kernfusion stattfinden?
    • Es gibt also magiebedingt keinen natürlichen radioaktiven Zerfall?

      Doch, doch. Den gibt es schon. Die Magie dieser Elemente ist aber für Menschen nicht "zugänglich", was bei ihnen gefühlsmäßig ein so großes Unbehagen hervorruft, dass sich kaum jemand damit beschäftigt. Deswegen gibt es auch keine künstlichen radioaktiven Elemente. Habe ich vielleicht ein bisschen missverständlich ausgedrückt. ;)
    • Amanita schrieb:

      Im Gegensatz zu den Adaval und den Menschen (meistens) sind den Elementaren Begriffe wie Moral, Gewissen oder Achtung vor dem Leben völlig fremd. Ihr „Gefühlsleben“ wird fast ausschließlich von den Eigenschaften ihres Elements bestimmt. Ein Gefühl, das bei ihnen recht häufig auftritt, ist jedoch Experimentierfreude.

      Mal ganz davon abgesehen, dass Experimentierfreude IMO kein Gefühl in dem Sinne darstellt, wie nehmen die Elementare die Welt wahr (mit welchen Sinnen? ) und inwiefern ist das Gefühlsleben durch die Eigenschaften (welche? ) bestimmt?
      -10,5 23 ∑ π
    • Amanita schrieb:

      Es gibt also magiebedingt keinen natürlichen radioaktiven Zerfall?

      Doch, doch. Den gibt es schon. Die Magie dieser Elemente ist aber für Menschen nicht "zugänglich", was bei ihnen gefühlsmäßig ein so großes Unbehagen hervorruft, dass sich kaum jemand damit beschäftigt. Deswegen gibt es auch keine künstlichen radioaktiven Elemente. Habe ich vielleicht ein bisschen missverständlich ausgedrückt. ;)

      Wie ist es denn um den Techlevel dieser Welt bestellt? Man braucht ja erst mal ein gewissen physikalischen Wissen samt hochentwickelter Nukleartechnik, damit überhaupt irgendjemand mal auf den Gedanken kommen könnte, dies zu versuchen ;)
    • Diese Meerlerca, wenn sie ihre Diskussionen führen ist das wie das Geschnatter von Seevögeln? Kann ein Mensch diese belauschen? Das würde zu dramaturgisch sehr typischen Situationen führen (ein Mensch erfährt zufällig vom Untergang der Welt und niemand glaubt ihm...) , vor allem wenn das Thema die Ausrottung der Menschen ist, oder die Säuberung eines Gebietes.

      Kompliment für die Idee wenn man etwas zu einer "Frauendomäne" macht, das Männer das Interesse daran verlieren... Das die typische Frauen oder Männerklisches eines Ortes in einer anderen Region verkehrt sein mögen und ein Stolzer Mann sich plötzlich dem Spott der dortigen Bevölkerung ausgesetzt fühlt... Das könnte man so weit Treiben das Magie oder der Einsatz von Technik als unmännlich gelten... ich glaube da ärgere ich morgen meine Spielergruppe damit...
    • Ice, das mit den Meerlerca kann so ablaufen. Sie können sich Menschen verständlich machen, müssen aber nicht. Wenn doch, wollen sie meistens verstanden werden. ;)


      Nachdem ich mich in anderen Threads so viel über die Sariler ausgelassen habe, hier einmal eine recht ausführliche Beschreiung dieses Volkes. In zwei Teilen, damit der Beitrag nicht ganz so lang wird. (Wird auch so schon lang genug.)

      Sariler

      Grausamer Amazonenstaat trifft totalitäre Diktaturen, verbunden mit ein paar irokesischen, platonischen und spartanischen Einflüssen, plus eine gute Prise ganz eigener Ideen, so lässt sich die Ideengeschichte für die Sariler zusammenfassen.
      Sie sind neben den Aruniern eines meiner ältesten Völker, das teilweise noch aus frühester Kindheit stammt. Ich glaube, ich sollte besser nicht so viel darüber nachdenken, was das über mich aussagt.

      Die Sariler früher:
      Die Sariler bestanden ursprünglich aus acht Stämmen und den Nachkommen einer untergegangenen frühen Hochkultur, die nach ihrem Untergang ganz in diesen Stämmen aufgegangen ist. (Von ein paar Inseln der eigenen Kultur abgesehen, aber das ist schon wieder ein Spezialthema.)
      Die sarilischne Stämme haben immer Sprachen derselben Sprachgruppe gesprochen und konnten sich relativ gut verständigen, auch kulturell waren sie sich sehr ähnlich. Unterschiede gab es allerdings in der Anpassung an die Umgebung. Manche der Stämme lebten ausschließlich als jagende und sammelnde Nomaden, während andere Ackerbau betrieben und auch über Handwerk bzw. später Industrie verfügten. Durch einen intensiven Tauschhandel innerhalb der Stämme verbreiteten sich die Errungenschaften dieser Gruppe jedoch schon früh recht weit.

      Magie: Sehr große Unterschiede gab es auch bei den magischen Fähigkeiten. Während die wandernden Stämme nur so viel lernten, wie sie praktisch gebrauchen konnten, fand bei den sesshaften eine gezielte magische Ausbildung statt. Die nordsarilischen Stämme hatten die höchste Dichte an Elementarmagiern, wobei die meisten Gaben für Elemente hatten, die in ihrem Alltag eine Rolle spielte. Während die „kulturschaffenden Völker“ noch sehr fantasievollen Theorien nachhingen, wussten die Nordsariler bereits, wie die Elementarmagie zustande kommt. Ihr Umgang damit unterschied und unterscheidet sich wesentlich von den anderen Völkern und wird besonders durch eine wesentlich pragmatischere Herangehensweise geprägt. Das zeigt sich unter anderem daran, dass die Sariler Gold zwar als hübsches Metall für Schmuck empfinden, Eisen für sie aber wesentlich wertvoller ist.
      Bei den Südsarilern waren angeborene, offensive magische Begabungen ungewöhnlich stark verbreitet, was heutzutage Grundlage für die Geheimpolizei ist. Ein gewisses Konfliktpotenzial zwischen diesen Gruppen ist vorhanden, im Moment aber noch weitgehend unter Kontrolle.

      Stammeskriege: Kriege zwischen den sarilischen Stämmen kamen vor der Vereinigung immer wieder vor, trotzdem empfanden sich die Sariler schon immer als ein Volk, was auch dazu führte, dass Kriege untereinander mit wesentlich weniger Brutalität geführt wurden, als die gegen die „minderwertigen“ Fremdvölker. Unter anderem war es tabu, sarilisches Land durch Feuer oder andere Methoden zu zerstören. Außerdem durften nur so viele ebenfalls sarilischstämmige Feinde getötet werden, wie unbedingt notwendig, um den Krieg zu gewinnen.

      Die große Liebe zu ihrem Land ist auch heute noch eine Eigenschaft, die alle Sariler auszeichnet. Wer absichtlich oder grob fahrlässig Flüsse oder Boden vergiftet wurde und wird mit dem Tode bestraft, auch dann, wenn dadurch kein Mensch zu Tode kam.
      Tapferkeit, Ausdauer und die Fähigkeit Schmerzen zu ertragen, sind für Sariler beiderlei Geschlechts sehr wichtig und werden schon von den Kindern verlangt. Ein weiterer Punkt, der auch oft von Sarilerfeinden aufgegriffen wird, ist die Tatsache, dass das empfinden von Mitleid bei den Sarilern nicht erwünscht ist. Das Ausdrücken von Mitleid gilt als Schwäche der Person, die Mitleid empfindet und als Entwürdigung des anderen. Stattdessen soll sich ein Sariler beim Anblick eines leidenden Kameraden rational überlegen, wie diesem helfen kann, oder zumindest verhindern, dass andere Mitglieder des Stammes sein Schicksal teilen.

      Geschlechterbild: Anders als bei den meisten irdischen und anderen silarischen Völkern gilt bei den Sarilern die Frau als das rationalere Geschlecht, während den Männern stärker unterstellt wird, von ihren Trieben und Emotionen gesteuert zu sein. Die größte Fähigkeit der Frau ist ihre Klugheit und die größte Fähigkeit des Mannes seine Stärke, von beiden wird aber erwartet, dass sie sich aber auf dem jeweils anderen Gebiet fortbilden.
      Die Fähigkeit einer Frau, die Schmerzen bei der Geburt zu ertragen, und trotzdem glücklich zu sein, sobald sie ihr Kind in der Hand hält, wird von den Sarilern als beispielhaft und bewundernswert empfunden. Dies führt dazu, dass Frauen tendenziell eher als für Führungspositionen geeignet eingeschätzt werden, letztendlich zählt in solchen Fällen aber fast immer die individuelle Fähigkeit.
      Trotzdem würde ich die sarilische Gesellschaft nicht als matriarchalisch bezeichnen, ich bin mir ehrlich gesagt selbst sehr unsicher, wie sie in diesem Schema wirklich einzuordnen ist.
      Für beide Geschlechter gilt es als erstrebenswert, einen Partner oder eine Partnerin zu haben, der oder die auf demselben gesellschaftlichen Stand ist. Beziehungen mit einem ranghohen älteren Partner und einem rangniederen und unerfahrenen jüngeren sind gesellschaftlich nicht akzeptiert, kommen aber heimlich trotzdem immer wieder vor.
      Die Vorstellungen anderer, insbesondere elavischer Männer, dass Frauen mehr oder weniger eingeschlossen werden müssen, damit sie nicht fremdgehen, empfinden sarilische Männer als Beweis dafür, dass elavische Männer allesamt Versager sind. Teilweise führt das auch zu der Annahme, dass sich Elavierinnen sofort für Sariler entscheiden würden, wenn sie die Wahl hätten. Dies wird auch gelegentlich als Rechtfertigung für die in den Grenzgebieten immer wieder begangenen Vergewaltigungen elavischer Frauen angeführt. In Wirklichkeit aber werden sexuelle Übergriffe bei Kenntnis der kulturellen Gegebenheiten in Elavien immer wieder gezielt zur Demoralisierung der dortigen Bevölkerung eingesetzt. Für Beobachter von außer völlig unverständlicherweise öfter organisiert durch weibliche Führungspersönlichkeiten und vor den Augen der Kameradinnen. In diesem Fall geht bei vielen Sarilerinnen die Verachtung für die Elavier soweit, dass keinerlei Solidarisierung mit den Opfern stattfindet.
      In Sarilien selbst sind Vergewaltigungen wesentlich seltener als anderswo, weil sich der Täter damit zum Gespött seiner gesamtem Umgebung macht, während den Sarilern Begriffe wie „Schändung“ in Bezug auf das Opfer völlig fremd sind. (Inzwischen gibt es allerdings ein elavisches Lehnwort dafür.)
      Ausnahme sind wie oben beschrieben Feindinnen, bzw. Frauen der Feinde. Da kommen solche Dinge dann wieder relativ häufig vor.
      Triebtäter gibt es natürlich auch in Sarilien, diese wurden in der Vergangenheit hingerichtet und werden inzwischen für Menschenversuche im Rahmen von Medikamententests und Toxikologiestudien verwendet. Das Endergebnis ist meistens dasselbe.

      Uups doch so viel, und das Wirtschaftssystem habe ich noch gar nicht angefangen zu beschreiben...
    • Was vor allem sehr beeindruckend ist, wie alle Informationen stimmig ineinander greifen.

      Sowas hört man natürlich gerne. ;D Ich muss aber auch sagen, dass ich an diesem Volk wirklich schon bastle seit ich zehn bin, also inzwischen seit etwa dreizehn Jahren.
      Eine gewisse Form von Fremdenhass gibt es bei den Sarilern schon sehr lange. Sie unterscheiden sich kulturell und auch was ihre Moralvorstellungen betrifft sehr stark von ihren Nachbarn, vor allem von den Elaviern und Aruniern. Das wird bei den Geschlechterrollen deutlich, bei den Vorstellungen von dem, was moralisch vertretbar ist, aber auch an ihrem Wirtschaftssystem. Geld, das einen Wert unabhängig von konkreten Gütern hat und große Anhäufungen von Reichtum bei Individuen oder einzelnen Familien kennen sie gar nicht. In der Stammeszeit haben sie so etwas für ihre Lebensweise nicht gebraucht, dann wurde versucht, es von außen aufzudrängen, das disaströse Ergebnis (zumindest für die hoffnungsvollen Kapitalisten aus Arunien und Ruaris) war eine Diktatur mit Planwirtschaft.

      Weil die Nachbarn so völlig anders waren, konnten sie nach sarilischer Meinung ja einfach keine richtigen Menschen sein. Wobei es mit den Avechai durchaus gewisse kulturelle Ähnlichkeiten gibt. (Bitte sag weder Sarilern noch Avechai, dass ich das unterstelle. ;)) Allgemein wird Avechai auch etwas mehr Respekt entgegengebracht. Davon haben die Avechai aber nicht viel, weil das in den Augen der Sarilern dazu führt, dass in einer eroberten Stadt beispielsweise alle umgebracht werden müssen und nicht nur die Männer im waffenfähigen Alter.
      Trotzdem war es im frühen Sarilien allgemein möglich, dass passende "Fremdlinge" aufgenommen wurden, wenn sie ihre Tapferkeit und ihr Durchhaltevermögen unter Beweis gestellt hatten.

      Auf die Idee, eine Überlegenheit genetisch zu erklären, sind sie logischerweise erst später gekommen, Vorstellungen, dass die Leute sich erst einmal beweisen müssen, bevor sie Kinder bekommen bzw. zeugen dürfen, gab es aber wesentlich eher. Nach ihrer Rassenlehre stehen die Sariler an der Spitze, dann kommen die Avechai, gefolgt von Ruariern und Aruniern und zum Schluss die Elavier.
      Trotzdem halten sich die Expansionswünsche der Sariler sehr in Grenzen, sie kämpfen in aller Regel nur um das Land, das ihnen ihrer Meinung nach zusteht und haben keinen Ehrgeiz den anderen Völkern darüber hinaus zu schaden.
      Der Völkermord an den Dergom, einer frühen Hochkultur im Bereich der Sariler wurde von einem sarilischen Feldherrn befohlen, allerdings war dieser Mensch völlig größenwahnsinnig und man würde den Sarilern Unrecht tun, wenn man ihnen das als Volk vorwerfen würde. Einige Sariler haben sich an der Niederwerfung dieses Menschen beteiligt, während unter seinen Soldaten auch Angehörige anderer Völker waren.
    • argl... Strg+R statt Strg+T gedrückt und schon ist der Beitrag weg. :moeff:

      Mich würde interessieren, wann das frühe Sarilien war, so in Jahrzehnten gesprochen. Es gibt historische Beispiele von technologischen Sprüngen (Korea z.B., wo die Menschen in weniger als einer Generation vom ländlichen Lebenan die globalisierte Welt "angeschlossen" wurden ... viel schneller als hierzulande). Also wäre es gut zu wissen, ob Sarilien in zehn, zwanzig Jahren hochtechnologisiert wurde oder ob es wie in Europa eher gemächlich an die Veränderungen gewöhnt wurde.

      Und bei den Elaviern muss ich immer noch an den alten Namen Elonier denken. Uaaah, die schwarzen Elonier (aus GW) sind im Rassendenken der Sariler am weitesten unten...ist ja mal wieder typisch Rassendenken. ;) Was zeichnet die Elavier denn wirklich aus...
      Spoiler anzeigen
      ich meine davon Mal abgesehen, dass sie vermutlich keine Pseudo-Afrikaner sind, sich in eine stinkreiche, eine militante und eine rechtschaffene Provinz aufteilen, früher Mal Zentauren versklavt hätten und in einem PC-Spiel vorkommen ;) ... %-)


      Ansonsten ist das sehr interessant, wenn auch z.B. im Fall der Dergom tragisch. Wenn die Dergom eine Hochkultur waren, wie ausgedehnt waren sie? Und warum konnten die Sariler sie überrumpeln...war Sarilien den Dergom da schon technisch überlegen?
    • Was zeichnet die Elavier denn wirklich aus...

      Siehe erster Beitrag auf dieser Seite. ;)
      Von den Eloniern aus diesem Spiel habe ich aber bekanntlich keinerlei Ahnung, deswegen gibt es da auch keine Parallelen.

      Über die Übergangsphase zwischen dem "frühen" und dem "modernen" Sarilien habe ich mir ehrlich gesagt noch keine so genauen Gedanken gemacht, weil in dieser Phase der silarischen Geschichte die bedeutendsten Ereignisse anderswo stattfinden. Im Großen und Ganzen würde ich es aber auch eher als einen fließenden Übergang bezeichnen. Auf manchen Gebieten (zum Beispiel der Metallverarbeitung) waren die Sariler (teilweise) auch schon früher wesentlich weiter als andere, auf anderen hat sich das dann auch eher langsam herangebildet. Genauer muss ich mir das, wie gesagt, eher noch überlegen.

      Die Dergom haben im Tal des größten Flusses im heutigen Sarilien, der Arethusa gelebt. Das restliche Sarilien ist größtenteils sehr bergig. Für ihren Untergang waren verschiedene Faktoren verantwortlich. Unter der dortigen Oberschicht hatte sich ein recht hohes Maß an Dekadenz und Intriganz breitgemacht, in dessen Rahmen jeder versucht hat möglichst viel Macht zu gewinnen, ohne dabei auf die Allgemeinheit zu achten. Bei den benachbarten sarilischen Stämmen war es "in Mode" gekommen, Dergomdörfer am Rand ihres Landes anzugreifen und mitzunehmen, was ihnen gefiel, waren das nun Gegenstände oder Menschen, vor allem Kinder und hübsche, junge Frauen. Das wurde vom Hof aber weitgehend ignoriert, weil es ja weit weg war.
      Zum Problem wurde außerdem, dass die Dergom auch sarilische Sklaven hatten, die teilweise von innen her gegen das System arbeiteten.
      Außerdem gab es in den stark anwachsenden Städten große hygienische und gesundheitliche Probleme, die Sariler waren gesundheitlich wesentlich robuster.
      Ein weiterer Faktor ist, dass die Dergom sehr große ethische Bedenken gegen den Einsatz von Magie im Krieg hatten (und diese mehr oder weniger als Frauensache betrachteten.) Die Sariler kannten solche Bedenken nicht.
      Genauer werde ich auf diese Dinge aber vielleicht mal noch im Thread zu den historischen Ereignissen eingehen.

      Aber noch eine kurze Frage zur Organisation im Forum. Ist es eigentlich auch legitim, Threads mit einem eigenen Tag zu versehen, obwohl sie nicht über eine ganze Welt, sondern nur über ein Land sind? Das würde sich bei mir nämlich manchmal der Übersicht halber wirklich anbieten.
    • Ich finde deine Welt äußerst interessant und bin gespannt auf mehr Infos :D vor allem die verschiedenen gesellschaftlichen Systeme und Geschlechterbilder sind faszinierend. Hast du eigentlich schon so etwas wie eine Karte? Mich würde ser interessieren, wie die einzelen Völker zueinander liegen.

      Wie kommt es, dass traditionell bei den Elaviern adlige, weibliche Lerca-Nachkommen ander Spitze stehen, wo doch die Männer eigentlich die Führungskräfte waren. Oder hab ich da was falsch verstanden?
      Wodurch wurde der gesellschaftliche Umbruch in Elavien ausgelöst? 'Enfach so' durch technologischen/philosophischen Fortschritt oder durch Kontakt mit anderen Gesellschaftsstrukturen z.b. der Arunier oder Sariler?

      Ich vermute mal, zur Magie wirst du noch etwas schreiben, trotzdem schonmal vorab eine Frage: Habe ich es das jetzt richtig verstanden, dass magische Begabung angeboren ist und nicht (unter keinen Umständen oder nur sehr schwer?) erlernt werden kann? Und Menschen können auch einfach so begabt sein, oder gitb es da (den Menschen) unbekannte Einflüsse, wodurch Kinder bei der Geburt magisch begabt sein können?
    • @Tallulah
      Habe ich es das jetzt richtig verstanden, dass magische Begabung angeboren ist und nicht (unter keinen Umständen oder nur sehr schwer?) erlernt werden kann? Und Menschen können auch einfach so begabt sein, oder gitb es da (den Menschen) unbekannte Einflüsse, wodurch Kinder bei der Geburt magisch begabt sein können?

      Elementarmagische Begabung zumindest ist auf Silaris nicht angeboren, sondern wird erworben, indem die jeweiligen Menschen "ihrem" Element in besonderer Weise ausgesetzt sind. Zum Beispiel in einer Extremsituation ohne Macht über das Element umgekommen wären. Oder indem sie die ganze Zeit in arsenhaltigem Böden gespielt haben. So habe ich das zumindest verstanden, aber das kann sich geändert haben (und das Beispiel war aus der Luft gegriffen).

      @Amanita

      Aber noch eine kurze Frage zur Organisation im Forum. Ist es eigentlich auch legitim, Threads mit einem eigenen Tag zu versehen, obwohl sie nicht über eine ganze Welt, sondern nur über ein Land sind? Das würde sich bei mir nämlich manchmal der Übersicht halber wirklich anbieten.

      Ja. Allerdings würde ich sie in der Thread-Übersicht von "Du und Deine Welt" alle aufführen, damit -.- na ja, damit wir eine Übersicht haben. ;)
    • Danke Merlin, auch wenn ich durchaus bereit gewesen wäre, es selber zu erklären. ;)
      Das Ereignis, das nötig ist, um eine elementarmagische Begabung zu bekommen, muss aber nicht so extrem sein. Irgendwo einen besonders hübschen Salzkristall herzubekommen, und sich denn ins Zimmer zu stellen, kann auch schon reichen.

      Bei den Elaviern ist diese Form der Magie aber verboten, deswegen gibt es dort nur die angeborene Lerca-Magie. (Zumindest offiziell, in der „Jetztzeit“ ändert sich das aber auch langsam.)
      Lerca-Magier stehen dort traditionell an der Spitze des Staates, aber nicht nur die Frauen. Grundsätzlich herrscht auch bei den Adelsfamilien ein patriarchalisches System, allerdings haben die magisch begabten Frauen unter Umständen auch die Möglichkeit, dort in eine Machtposition zu gelangen. Das ist aber eher die Ausnahme als die Regel.

      Die Umstürze in Elavien sind nicht zuletzt aufgrund von äußeren Einflüssen zustande gekommen. Elavien war längere Zeit zu großen Teilen von Ruaris und Arunien kolonisiert, nachdem dann aber zahlreiche unbeteiligte Elavier in einem Krieg zwischen diesen beiden Staaten verheizt wurden, haben die Elavier das zum Anlass genommen, die kooperierenden Adligen nicht mehr zu akzeptieren.

      Karte habe ich leider keine, weil alle Versuche in diese Richtung an meinen mehr als mangelhaften Zeichenkünsten kläglich gescheitert sind.

      P.S. Das mit der Auflistung der Threads werde ich irgendwann mal machen, wenn ich Zeit habe.
    • Danke Merlin, auch wenn ich durchaus bereit gewesen wäre, es selber zu erklären.

      Richtig, aber so weißt du, wie viel von der Weltbeschreibung bei aufmerksamen Lesern und Leserinnen hängen bleiben kann. :)
      Und außerdem lerne ich durch Wiederholung die Infos zu anderen Welten auswendig. Dadurch lerne ich die Stile der WBs schätzen. :)
    • Richtig, aber so weißt du, wie viel von der Weltbeschreibung bei aufmerksamen Lesern und Leserinnen hängen bleiben kann.

      Das stimmt natürlich. ;D
      Und jetzt sollte ich noch irgendwas zum Thema schreiben. Wollt ihr noch was über den sarilischen Staat hören? Oder über die Avechai? Die wären nämlich als nächste dran.
    • Liebe Amanita,

      Mal ganz vorweg: deine Welt ist ein echter Hingucker(-leser/-hörer)...ich will mehr davon! :lol:


      Du bist wirklich sehr phantasievoll, hegst Liebe zum Detail und was mir ganz besonders gefällt: du schaffst es, deine Welt nicht als männlich oder weiblich darzustellen, sondern verstehst es, dich als Erstellerin zurückzunehmen und sehr objektiv an alles heranzugehen. Bewundernswert. :thumbup:


      Ich habe mich beim lesen gefragt: soll ich zuerst mit den guten Punkten beginnen oder eher Fragen und Kritik anbringen? Aber ich denke, am besten gehe ich die Völker nacheinander durch, sonst wirds kompliziert.

      Zu den Lerca: diese finde ich nicht sonderlich speziell, aber durchaus ok...es sind Urgeschöpfe, etwas elbisch und doch etwas anders, und irgendwie muss es sie in Fantasywelten manchmal geben. Aber eine Frage dazu habe ich: später bei den Elaviern schreibst du, dass diese sich mit Lercas vermischt haben - aber bei den Lercas sagst du noch, dass niemand sie je gesehen hat. Hab ich da was falsch gelesen? Oder wie geht das?

      Die Elementare gefallen mir sehr gut. Originell und noch nie irgendwo was Vergleichbares gelesen. Auch hier eine Frage dazu. Du schreibst:
      Die Experimentierfreude der Elementare führt dazu, dass sich manche von ihnen auch gerne einem menschlichen Elementsmagier anschließen und sich sogar etwas von ihm sagen lassen.
      Elementare sind meist nicht von ihrem Element zu unterscheiden, so dass es gut möglich ist, dass man einen oder mehrere mit dem Essen hinunterschluckt, was jedoch weder für den Elementar noch für den Menschen ein Problem darstellt.
      ??? Ich war beim lesen schon etwas überrascht, wenn nicht schockiert, hehe. Wolltest du wirklich damit sagen, dass die Menschen diese selbst Wesen essen können?

      Die Arunier, nehme ich an, sind unserer europäischen Mentalität und Kultur wohl am ähnlichsten. Deshalb sind sie natürlich auch sympathisch ;) . Übrigens gefällt mir der Name Arunien sehr gut. Es ist so ein warmer und wohliger Klang.

      Die Elavier:
      Interessant finde ich hier ihre Volksbezeichnung, die schon an Elite erinnert. Jedoch habe ich mit diesem Volk ein wenig Mühe. Sie sind mir nicht so sympathisch...irgendwie. Sie kommen mir ein wenig heuchlerisch vor, haben grosse moralische Vorstellungen, ehren Tier und Natur und haben sogar im Krieg "noble" Verhaltensregeln. Dennoch gibt es dort die Todesstrafe, was mich ziemlich schockt, denn in einem Volk mit einer derart noblen Gesinnung, sollte Tod nicht mit Tod beglichen werden (...dünkt es mich). Da kann man sich jetzt fragen: sind die Elavier wirklich so elitär, wissend und hohen Geistes - oder gibt es auch eine Kehrseite (die aber von deiner Seite aus noch nicht dargestellt wurde?)

      Die Sariler sind spannend. Ich liebe dieses Stämme-Dasein :) . Auch wenn die Männer besonders als emotional angesehen werden, scheinen mir die Sariler generell ein emotionales Volk zu sein. Sie wirken auf mich leidenschaftlich, liebend, kämpfend und wohl auch glaubend.
      Ist der Name mit Absicht ähnlich wie der Name der Welt Silaris?

      Hast du eigentlich irgendwo eine Karte dieser Welt hinterlegt? Ich brauche immer ein wenig visuelles Futter, um den Überglick zu behalten...

      Und noch eine generelle Frage: ganz am Anfang hast du mal was von Industrialisierung geschrieben. Wie ist das gemeint? Ich habe nämlich immer eine Welt so im Renaissancestil im Kopf, was nichts mit Maschinen oder gar Gewehren, Lokomotiven und Hochhäusern zu tun hat.

      Aber nochmals: Kompliment! Ich mag deine Welt und auch deinen Schreibstil.

      Lieber Gruss,
      Goldie
    • Mal ganz vorweg: deine Welt ist ein echter Hingucker(-leser/-hörer)...ich will mehr davon!
      Du bist wirklich sehr phantasievoll, hegst Liebe zum Detail und was mir ganz besonders gefällt: du schaffst es, deine Welt nicht als männlich oder weiblich darzustellen, sondern verstehst es, dich als Erstellerin zurückzunehmen und sehr objektiv an alles heranzugehen. Bewundernswert.


      So etwas hört man natürlich sehr gerne. :)
      Und es freut mich auch sehr, dass du so ausführlich dazu schreibst.
      Mir ist es auch sehr wichtig, bei aller Liebe zu meinen Schöpfungen eine gewisse Distanz zu wahren. Mein „Traumland“ ist nicht dabei, sie haben alle ihre Stärken und Schwächen. (Und alles andere fände ich auch irgendwie langweilig. ;))

      Bei den Lerca hast du sicher recht, dass sie nicht der originellste Teil der Welt sind. Ein paar klassische Fantasy-Elemente braucht es aber auch, ist zumindest so mein Gefühl und das waren die, mit denen ich immer am meisten anfangen konnte.
      Bei den Lerca ist es so, dass sie, wenn sie mit Menschen (oder Tieren) kommunizieren, oder auch noch andere Dinge anstellen wollen, die Gestalt des jeweiligen Wesens annehmen, mit dem sie zu tun haben. Die wahre Gestalt eines Lerca hat aber noch niemand gesehen, weil sie nur gesehen werden, wenn sie das auch wollen. (Wobei manche Menschen ihre Anwesenheit wahrnehmen können.)

      Willst du wirklich damit sagen, dass die Menschen diese selbst Wesen essen können?

      Ja, können sie. Und wie schon gesagt, schadet das in der Regel nichts, ist aber für die Betreffenden eine ähnlich unangenehme Vorstellung wie für dich. ;)

      Deine Gedanken zu den Völkern finde ich sehr interessant, besonders wie die Elavier bei dir ankommen. Du hast ganz recht, dass es dort zwei Seiten gibt. Einerseits zum Beispiel ein sehr großes Gemeinschaftsgefühl und Unterstützung für alle Mitglieder der Gemeinschaft, zum Beispiel auch Alte, Kranke oder Behinderte, aber andererseits ein sehr rabiater Umgang mit allen, die gegen die Regeln verstoßen, oder irgendwie deutlich anders sind. Seien das jetzt Angehörige der unteren Schichten, die nach Höherem streben wollen, Frauen, die zu aufmüpfig sind, oder junge Menschen mit der falschen Magie.
      Trotzdem sind sie in der Tat oft sehr moralische Menschen, die an ihren Prinzipien auch unter widrigen Umständen festhalten und lieber Unrecht erleiden als welches zu tun. Wobei sie die Verfolgung all derjeniger, die ihre Prinzipien nicht anerkennen, aber nicht als Unrecht ansehen. Tatsächlich fühlen sich aber auch viele Elavier den anderen moralisch überlegen, wobei sie aber in den späteren Zeitaltern anderswo nicht mehr übermäßig respektiert werden. (Was in der Vergangenheit einmal anders war, manche ihrer Vorstellungen sind aber einfach nicht mehr zeitgemäß und bremsen ihre Entwicklung auch aus.)
      An diesem Punkt könnte ich vielleicht gleich noch erwähnen, dass das „heutige“ Silaris tatsächlich schon auf einem hohen technologischen Stand ist, daneben bebastle ich aber auch noch Silaris in der Zeit der Industrialisierung und in der „Antike“. Damals waren die Elavier tatsächlich das dominante Volk, inzwischen sind es die Arunier.

      Aber jetzt zu den Sarilern.
      Sie wirken auf mich leidenschaftlich, liebend, kämpfend…

      Das sind sie in der Tat und deswegen haben sie in der heutigen Zeit eine sehr strikte Regierung, die verhindert, dass das aus dem Ruder läuft.

      Ich stelle also fest, dass du eher mit den Aruniern und Sarilern sympathisierst als mit den Elaviern, was ich wie schon gesagt sehr interessant finde. (Die drei sind die wichtigsten, wenn auch nicht die einzigen Völker von Silaris. Wobei ich zumindest eins bei Gelegenheit noch vorstellen sollte, kommt vielleicht noch. ;))

      Karte habe ich leider keine vorzeigbare, weil ich im Zeichnen denkbar unbegabt bin. Außerdem verändern sich die Grenzen auch immer mal wieder noch.
    • Liebe Amanita,

      Was ich über die Lerca geschrieben habe - wegen nicht so speziell - war übrigens gar nicht negativ gemeint. Es gibt ja Völker, die sind eher archetypisch und andere sind sehr innovativ. Beide kann ich aber nicht werten als besser oder schlechter - sie sind einfach nur anders. Und die Lerca sind für mich in dem Sinne archetypisch, weil sie mich an etwas erinnern, was ich schon mal abgespeichert habe. Gut daran ist natürlich der Wiedererkennungswert, oder so ähnlich.

      Die Elavier - auch wenn sie mir nicht extrem sympathisch sind - machen mich umso neugieriger. Sie sind halt mehrdimensional, also in dem Sinne auch spannend, teilweise ambivalent. Jedenfalls ist das Volk in sich stimmig. Es geht ja auch nicht um Sympathien zu einem Volk, sondern eher darum, dass Länder (ähnlich wie bei Charakteren) vermuten lassen, dass es sie genau so geben könnte. Und das ist bei den Elavieren meiner Meinung nach der Fall.

      Aber ja, die anderen Völker sind mir mehr zugetan. Vielleicht weil ich mich in diesen wohler fühle? ... Ich kann's nicht so genau sagen, muss erst mal weiter lesen und mich etwas einleben.

      Das mit der Karte ist sehr schade. Kriegst du nicht selber ein Wirrwarr, wenn du keine Zeichnung hast? oder hast du eigentlich eine Zeichnung und willst sie niemandem zumuten? ;D Naja, also such dir doch einen netten und zeichnungsbegabten Charmeur, den du mit nettem Augenaufschlag bittest, deine Wunschkarte zu zeichnen. Ich muss zwar gestehen, ich habe meinen Mann (Geograf von Beruf) schon 100 Mal gebeten, mir eine ordentliche Karte zu gestalten, aber er ist nach wie vor nicht so motiviert. Tja...

      Gruss,
      Goldie
    • oder hast du eigentlich eine Zeichnung und willst sie niemandem zumuten?

      Genau so ist es. ;D
      Außerdem habe ich die Lage der Länder zueinander wirklich völlig klar abrufbar im Kopf, nur leider fehlt mir jedes Talent, so etwas zeichnerisch auf Papier oder Bildschirm zu übertragen.
      Ich fühle mich in den anderen Völkern auch wohler. ;) Vielleicht passt die elavische Mentalität auch einfach nicht so zu den Weltenbastler-Charakteren, die ja doch öfter nicht so ganz zur "Herde" passen und auch mal auf ungewöhnlichen Wegen denken.
      In der Geschichte, die ich schreibe, geht es auch um eine Elavierin, die ihr Volk verlassen muss, weil sie eben nicht dazupasst. Von ihren magischen Fähigkeiten, aber auch vom Charakter her. Sie muss sich dann in Arunien zurechtfinden, wo sie mit der dortigen Mentalität zunächst mal überhaupt nicht klarkommt.