Sprachentutorial

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    • Puh, Heinrich, eigentlich bist du ja der Phonetiker ;D

      Spontan fallen mir besonders im Papua-Raum doppelartikulierte Plosive auf, etwa kp, gb. Die gibt es auch nasaliert, was extrem selten sein dürfte. Laterale Frikative sind auch was schönes, die gibt es aber in mehr als einer Sprache. Was ist mit einem nasalierten h, das es möglicherweise in einer austronesischen Sprache gibt. Und stimmlose Vokale wär auch so ein Thema. Flüstervokale, Hauchvokale, creaky voice etc. Bin neugierig, was du dazu so schreibst :)
      "Aye, horsemen for companions,
      Before the merchants and the clerk
      Breathed on the world with timid breath.
      Sing on: somewhere at some new moon,
      We'll learn that sleeping is not death,
      Hearing the whole earth change its tune"
    • Zum gerundeten <sch> kann ich definitiv sagen, dass das im Westen Deutschlands deutlich häufiger ist als im Osten. Die Lippenrundung spielt übrigens eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Klischees, dass echte Kölner angeblich nicht zwischen <sch> und <ch> unterscheiden können. Tatsächlich unterscheidet Kölsch zwar durchaus zwischen diesen beiden Lauten, kontrastiert aber weniger den Artikulationsort als vielmehr die Lippenrundung: <sch> [ʃʷ] gegenüber <ch> [ʃ]. Für Leute aus anderen Gegenden klingt das dann beides wie <sch>, weil das "weiche" <ch> auf Hochdeutsch als palataler Frikativ [ç] gesprochen wird.
      (Im östlichen Thüringen werden dagegen nicht nur der <sch>-Laut, sondern auch die Vokale <u> und <o> meistens mit sehr wenig Lippenrundung ausgesprochen.)

      Als weitere sehr seltene Laute fallen mir z.B. ein:
      • der ominöse "stimmlose velopalatale Frikativ" [ɧ] im Schwedischen, bei dem sich selbst einheimische Phonetiker nicht sicher sind, wie er genau ausgesprochen wird bzw. ob es ihn auf der phonetischen Ebene wirklich gibt (phonologisch, also bedeutungsunterscheidend, existiert er auf jeden Fall, aber die tatsächliche Aussprache variiert regional extrem, irgendwo zwischen [ʃ͡x], [fˠʷ], [ɕˠ], [ʂʷ] und [χ]).
      • der stimmlose retroflexe laterale Frikativ, für den es gar kein eigenes IPA-Zeichen gibt (ad-hoc-Schreibung [ɬ̢] oder [ɬ˞]. Kommt vor in der in Südindien gesprochenen drawidischen Sprache Toda.
      • der (nicht-affrizierte) retroflexe Ejektiv [ʈ’], der sehr markant klingt und dabei total einfach zu sprechen ist (wenn man einmal weiß, wie Ejektive gehen), der aber nur in den beiden athabaskischen Sprachen Gwich’in (Kanada/Alaska) und Tolowa (Nordkalifornien) vorkommt. Wahrscheinlich ist er deshalb so selten, weil Sprachen mit retroflexen Konsonanten und Sprachen mit Ejektiven zufälligerweise meistens nicht in der gleichen Weltgegend zu Hause sind.
      • das "bunched r" in manchen Varianten des amerikanischen Englisch, das man wohl irgendwie so ähnlich wie [ɻ͡ʁʷˤ] transkribieren müsste.
      • das tschechische <ř>, das einen frikatisierten und oft außerdem palatalisierten Vibranten [r̝] bzw. [r̝ʲ] ~ [r͡ʒ] darstellt.
      Zeit ist die Methode der Natur, zu verhindern, dass alles auf einmal passiert.
    • Ehm, also wenn ihr irgendwo in dem Tutorial einen Link unterbringen könntet, wo man sich diese ganzen phonetischen Symbole beispielhaft anhören kann, wär das super. Ansonsten helfen die ganzen Hieroglyphen in Kombination mit den Fachbeschreibungen der zugehörigen Laute dem unbedarften Laien nämlich üüüüberhaupt nicht. ;)
      Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und er hantierte mit Riesenbegriffen.
      - Kurt Tucholsky über Rudolf Steiner
    • Also ich behaupte ja auch immer, daß das Schwäbische drei verschiedene Schwa-Laute unterscheidet, was zumindest in der mir zugänglichen Literatur nicht vorkommt. Ob das tatsächlich so ist und ob das SChwäbische da die einzige Sprache ist, weiß ich allerdings nicht. Für Schwaben: ich meine den Unterschied zwischen Mäusle (eine), Mäusla (mehrere) und Häus'r (als echtes r kann man diesen Laut am Ende ja wohl nicht bezeichnen).
      Wenn Gott allwissend ist, weiß er dann auch wie Papiertaschentücher schmecken?
    • Um das herauszufinden braucht ein Transkriptor eigentlich nur eine Hörprobe ;) Aber ungewöhnlich ist das nicht. Vor allem in Dialekten, aber auch in einigen übergeordneten Sprachen gibt es verschiedene Spielarten des Schwa. Vielleicht sollte ich das Schwa und seine Abwandlungen auch unter den besonderen Lauten aufführen...

      edit: Ich habe mal eine Häufigkeitsampel mit Gimp erstellt. Das Dreieck kann, zumindest in Gimp, ganz einfach verschoben werden und man hat nicht eine bestimmte Anzahl an Zuständen, sondern kann das mehr Pi-mal-Daumen machen, was ich persönlich besser finde, weil es manchmal einfach nicht so leicht zu sagen ist, wie genau die Häufigkeit zu sehen ist. Gut? Schlecht? Besserer Vorschlag?
      Bilder
      • häufigkeitsampel.jpg

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    • Sorry für meine lange Abwesenheit ;) Mich hat's nach der Ankunft in der Schweiz gleich mal drei Wochen ins Bett verschlagen -.- Mittlerweile ist alles wieder im Lot und mein Artikel zu Klassifikatoren macht fortschritte. Könnte mir jemand noch erkl$ären, wie genau ich einen neuen Artikel auf das Wiki stellen kann? Irgendwie kriege ich es einfach nicht hin... ;) Sofern es keine Opposition gibt, würde ich mich der Numerale auch gleich noch annehmen.

      Ein anderer Aspekt, der zwar eher zur Kultur als zur Sprache gehört, aber letztere dennoch beeinflusst: mathematische Systeme, Kalendarien, etc. Ist dazu etwas geplant? Ich habe beispielsweise mehrer sprachen, die in anderen Systemen als dem dezimalen rechnen, was dementsprechenden Einfluss auf die Zahl- und Zählwörter hat (beispielsweise "Einer" von 1 bis 12 und zusammengesetzte Zahlen dementsprechend immer von 13-24, 25-36, etc.). Ggf. könnte ich mich dieserThematik auch noch annehmen.
    • Das würde ich unter besonderen Bedeutungssystemen aufführen, sprengt aber IMO den Rahmen. Das wird ja ohnehin schon ein dickes Buch.

      @Wiki
      Mach aus einer Überschrift im Inhaltsverzeichnis einfach ein Link (du stülpst um das zu verlinkende Wort zweifache eckige Klammern: [[so]] ) und klickst den Link an. Dann kannst du deinen Artikel einfügen.
      Noch ein paar Nützlichkeiten: ;) ''kursiv'' ; '''fett''' ; =Überschrift1= , ==Überschrift2== , usw. ; *Auflistung ; #Aufzählung
      und <br> funktioniert auch
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    • Kann mir ein Linguist den Ausdruck "lexical item" ins Deutsche übersetzen? Irgendwie kennt den kein Wörterbuch und ich möchte sichergehen, dass ich den korrekten Ausdruck verwende.

      Mein Artikel wird übrigens noch einmal überarbeitet. Ich habe heute Abend zufällig noch ein paar Aspekte entdeckt, über die ich noch etwas nachdenken möchte ;) Dachte schon, meine Idee eines klassifizierenden Verbalsystems sei einzigartig -.- Es ist immer dasselbe, kaum hat man mal eine (vermeintlich) gute Idee, hat's die Realität schon vor einem erfunden ;D
    • Hm... scheint's nicht zu sein, trotzdem danke ;)

      "lexical item" sollte, sofern ich keinen Fehler gemacht habe, ein Ausdruck sein "wie er im Wörterbuch steht". Also entweder ein einzelnes Wort oder eine fixe Redewendung mit einer bestimmten Bedeutung. Nur leider habe ich nicht (mehr) die geringste Ahnung, wie man das in der deutschen Linguistik nennt :-/
    • Der Fachbegriff wäre "Lexem". Der Wikipedia-Artikel zum Lexem nennt als mögliche Synonyme noch "Wortschatzelement" und "lexikalische Einheit"; v.a. ersteres gefällt mir ganz gut als einigermaßen selbsterklärender Begriff. Falls du dich vor allem auf die Wörterbuchebene und weniger auf den mentalen Wortschatz beziehen möchtest, könnte evtl. auch "Lemma" passen.
      Zeit ist die Methode der Natur, zu verhindern, dass alles auf einmal passiert.
    • Liebe Leut, leider schaffe ich es zur Zeit kaum, an dem Tut weiter mitzuhelfen. Entschuldigung dafür erstmal. Kann ich aber erklären. Ich muss überraschend zwei Kurse an der Uni geben und das zusätzlich zur sonstigen Arbeit bringt man grad etwas zum Rotieren. Ironischerweise sind das auch Einführungen in die Grammatik, wenn auch "nur" des Deutschen. Ich werd aber, wenn die Zeit es zulässt, weiterschreiben. Also nicht falsch verstehen. :)
      "Aye, horsemen for companions,
      Before the merchants and the clerk
      Breathed on the world with timid breath.
      Sing on: somewhere at some new moon,
      We'll learn that sleeping is not death,
      Hearing the whole earth change its tune"
    • Bitte gerne.
      Dateien hochladen geht inzwischen, aber bitte seid sparsam damit, ja?

      Veria
      Don't diagnose and drive.

      Dieser Bastler hat sich freiwillig dazu verpflichtet, ab sofort je Woche einen wertvollen Bastelpost mehr zu verfassen als bisher. Er möchte damit das Forum zu mehr Aktivität anregen. Hilf ihm und mach einfach mit!
    • Damit wir eine bessere Übersicht darüber haben, wer jetzt eigentlich was macht, habe ich mal auf der Gemeinschafts-Portal-Seite einen Anfang gemacht. Also bitte alle, die etwas schreiben, eintragen, was sie denn nun gerade schreiben. Außerdem fände ich es gut, wenn klar würde, wie denn die Zwischenstände so aussehen...
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    • Da dieser Thread schon 6 Seiten lang ist und das Lesen der ersten Seiten schon Ewigkeiten her, werfe ich einfach nochmal kurz eine Frage ein, bei der ich nicht weiß, ob darüber schon etwas geschrieben wurde. Wenn ja, ignoriert die Frage einfach :)
      Viele Sprachen sind in verschiedenen Bereichen unterschiedlich komplex ausgeprägt, doch trotzdem können wir in jeder Sprache alles ausdrücken. Zum Beispiel kennen wir im Deutschen keine Markierungen für Evidentialität, doch ist es uns möglich, das Futur II zum Ausdruck von Zweifel/Ungewissem zu verwenden. ("Vater wird gerade angekommen sein.") Oder wir bringen dem Leser/Hörer ein Geschehen aus der Vergangenheit näher, indem wir trotz der vergangenen Handlung im Präsens sprechen. ("Da sitze ich gestern auf der Couch, kommt auf einmal Hans vorbei und schmeisst mich runter.") Wir markieren zeitliche Verläufe über Schlüsselwörter (Ich spiele Fußball. - Ich spiele jetzt Fußball.) und mischen Zeitformen, je nach dem, welchen tieferen Sinn das Gesagte haben soll.
      Jede Sprache hat auf dieser Basis verschiedene Eigenheiten, manche mehr, manche weniger. Ich fände es vielleicht ganz interessant, diesen Sachverhalt (eventuell nur über ein kleines Kästchen) ganz am Ende noch als Denkanregung mitzugeben. Wenn viele Beispiele (aus dem Deutschen am Besten, weil es uns vertraut ist) dazu angegeben sind, kann der Sprachenbastler seiner Kreativität, hinsichtlich der eigenen Sprache, freien Lauf lassen. Dazu müsste man vermutlich auch nichts erklären, aber dies ist trotzdem ein Aspekt, den einige vielleicht am Ende als Feinheit mit berücksichtigen möchten. Erfinden von "Ausdruck", nicht nur Sprichwörtern.
      Ich finde es jedenfalls wichtig, in meinen Sprachen die ich erfinde, auch Nuancen der sozialen Kommunikation mit zu berücksichtigen. Das funktioniert auch in Sprachen, die mehrere Aspekte, Evidentialität, mehr Tempusformen usw. kennen. Nur anders, aber das kriegt ein Sprachenbastler bei seiner Sprache dann schon hin :) Man steckt ja drin, wenn man das Gerüst gebaut hat.